Die Verwilderung

Die Verwilderung

Hardback
3.47

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Description

Marlies ist nicht zu beneiden: Den Sommer vor dem Abitur soll sie bei ihrer verwirrten Oma verbringen, um ihr das Haus als Erbe abzuschwatzen. Seit einer Weile macht sich auch an ihrer linken Hand eine unheimliche Schwellung bemerkbar, die nicht vergehen will. Was wie eine Coming-of-Age-Geschichte beginnt, hebt ab zu einem tragikomischen Roman über Angst und Scham und Selbstbehauptung. Denn als Marlies sieht, dass ihr eine Klaue aus dem Finger wächst, die bald ein unheimliches Eigenleben entwickelt, beginnt eine rasende Suche nach Rettung – und die Ereignisse überschlagen sich. Martin Lechner versteht es, eine rätselhafte Geschichte so mitreißend zu erzählen, dass wir mit dem gefährlichen Mädchen bangen, das sich vielleicht in ein Raubtier verwandelt …

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
392
Price
28.00 €

Author Description

Martin Lechner, geboren 1974, Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Martin Lechner lebt in Berlin. Sein Debütroman „Kleine Kassa“ stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2014, sein Erzählband „Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen“ auf der Shortlist für den Clemens-Brentano-Preis 2017. „Der Irrweg“ (2021) wurde vom Berliner Senat gefördert. „Die Verwilderung“ (2025) ist sein dritter Roman.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
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Thoughtful
Informative
Heartwarming
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N/A
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Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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Pace

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Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Bildhaft (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

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All
3

Martin Lechners neuer Roman Die Verwilderung hat mich beim Lesen lecht verstört. Erzählt wird die Geschichte der jungen Marlies, die kurz vor dem Abitur steht und den Sommer bei ihrer Großmutter verbringen soll. Eigentlich soll sie herausfinden, ob sie das Haus erbt – doch viel entscheidender ist, dass sich ihre linke Hand in etwas Unheimliches verwandelt: eine Klaue, die nicht mehr zu ihr passt und sie zugleich definiert. Schon in dieser Grundidee steckt die ganze Kraft des Romans: das Groteske als Metapher für das Außenseitertum, für Scham und für die schmerzhafte Selbstwahrnehmung einer Heranwachsenden. Sehr stark fand ich die Szenen mit der Großmutter. Hier prallen Generationen aufeinander: Lebensweisheit und Skurrilität, Härte und Wärme. Gerade dieser Generationskonflikt trägt viel dazu bei, dass der Roman nicht nur eine persönliche Geschichte bleibt, sondern auch gesellschaftliche Fragen aufwirft. Ein zentrales Thema ist die Scham: Marlies schämt sich für ihre Noten, ihre Unsicherheit, ihre Klaue. Lechner beschreibt eindrücklich, wie Scham das Selbstbild deformieren kann. Lechner schreibt bildreich, manchmal fast überbordend. Er hat eine Lust an Metaphern, die die groteske Grundidee noch stärker wirken lässt. Seine Sprache wirkt dicht, und manchmal poetisch. An einigen Stellen verliert sich der Text in sprachlichen Schleifen, die die Handlung ins Stocken bringen. Das führt auch zu einer Schwäche des Romans: Nicht alles ist immer stimmig. Manche surrealen Wendungen wirken überzogen, manche Szenen dehnen sich zu sehr. Wer einen klaren, linearen Erzählstrang erwartet, wird hier vermutlich ungeduldig. Es ist ein Coming-of-Age-Roman, aber keiner der leichten Sorte. Er erzählt von Außenseitertum, Scham, Generationenkonflikten und dem mühsamen Weg zur Selbstakzeptanz.

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