Der Irrweg
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
geboren 1974, Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Seit 2005 zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften wie „Bella triste“, „manuskripte“ und „Edit“. Martin Lechner lebt in Berlin. Sein gefeierter erster Roman „Kleine Kassa“ stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreis 2014, sein Erzählband „Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen“ (2016) auf der Shortlist für den Clemens Brentano-Preis 2017. Die Arbeit an „Der Irrweg“ wurde mit einem Stipendium des Berliner Senats gefördert.
Posts
Wer führt hier wen in die Irre? „Irrweg, der – falsches, verkehrtes, nicht zum Ziel führendes Verfahren“ Den meisten Irrwegen – sofern man sich denn auf einem befindet und es erkennt – folgt man ungern und möchte so schnell wie möglich wieder auf den „richtigen“ Weg. Dann kommt allerdings der Autor Martin Lechner daher, kredenzt den Leserinnen und Lesern „Der Irrweg“ (erschienen 2021 im Residenz-Verlag) – und lässt die o. g. Aussage ad absurdum erscheinen, denn dem „Festlegungsfeigling“ (eines meiner neuen Lieblingsworte *g*) Lars folgt man gerne auf seinem Weg durch die Untiefen seiner Zivildienst-„Beschäftigungsstätte“, der psychiatrischen Anstalt Linderstedt. Lars ist ein gebeutelter, durchaus intelligenter junger Mann, der mit allen Mitteln versucht, mit seiner alkoholsüchtigen Mutter und seinem eigenen Leben zwischen Mobbing, „Hin-und-her“-Geschiebe zwischen seinen Vorgesetzten und den Bewohnerinnen und Bewohnern von Linderstedt, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und der ersten (Liebe), zurechtzukommen. Dabei geht Martin Lechner mit Lars nicht gerade zimperlich um; an der ein oder anderen Stelle habe ich gedacht „Ui, böse, Herr Lechner, ganz böse. Wie kannst du nur?“ *g*. Kleiner Scherz. „Der Irrweg“ ist in diesem Jahr bereits das dritte Buch, in dem es (nicht nur am Rande) um die Alkoholsucht (mindestens) eines Elternteils geht. Die anderen Romane waren inhaltlich schwere Kost. Und auch hier muss die geneigte Leserschaft immer wieder schlucken, obwohl Martin Lechner versucht, sich dem Thema mit Humor zu nähern, was ihm (dadurch, dass es niemals platt und aufgesetzt wirkt!) meiner Meinung nach auch vortrefflich gelingt. Überhaupt ist der Autor auf einem sehr hohen Sprachniveau unterwegs – davon zeugen (nicht nur) seine „Thomas Mann-Gedächtnis-Bandwurmsätze“ und seine kafkaesk anmutend beschriebenen Tagträume Lars´, die manchmal brüllend komisch sind, dann aber auch zutiefst nachdenklich stimmend. Ich will die Rezension hier gar nicht weiter episch ausbreiten. Am besten sollte einfach jede*r, der ein Faible für anspruchsvolle Literatur garniert mit Humor hat, den „Irrweg“ lesen. Definitiv ein Highlight 2021! 5* und absolute Leseempfehlung! ©kingofmusic
Description
Book Information
Author Description
geboren 1974, Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam. Seit 2005 zahlreiche Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften wie „Bella triste“, „manuskripte“ und „Edit“. Martin Lechner lebt in Berlin. Sein gefeierter erster Roman „Kleine Kassa“ stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreis 2014, sein Erzählband „Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen“ (2016) auf der Shortlist für den Clemens Brentano-Preis 2017. Die Arbeit an „Der Irrweg“ wurde mit einem Stipendium des Berliner Senats gefördert.
Posts
Wer führt hier wen in die Irre? „Irrweg, der – falsches, verkehrtes, nicht zum Ziel führendes Verfahren“ Den meisten Irrwegen – sofern man sich denn auf einem befindet und es erkennt – folgt man ungern und möchte so schnell wie möglich wieder auf den „richtigen“ Weg. Dann kommt allerdings der Autor Martin Lechner daher, kredenzt den Leserinnen und Lesern „Der Irrweg“ (erschienen 2021 im Residenz-Verlag) – und lässt die o. g. Aussage ad absurdum erscheinen, denn dem „Festlegungsfeigling“ (eines meiner neuen Lieblingsworte *g*) Lars folgt man gerne auf seinem Weg durch die Untiefen seiner Zivildienst-„Beschäftigungsstätte“, der psychiatrischen Anstalt Linderstedt. Lars ist ein gebeutelter, durchaus intelligenter junger Mann, der mit allen Mitteln versucht, mit seiner alkoholsüchtigen Mutter und seinem eigenen Leben zwischen Mobbing, „Hin-und-her“-Geschiebe zwischen seinen Vorgesetzten und den Bewohnerinnen und Bewohnern von Linderstedt, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und der ersten (Liebe), zurechtzukommen. Dabei geht Martin Lechner mit Lars nicht gerade zimperlich um; an der ein oder anderen Stelle habe ich gedacht „Ui, böse, Herr Lechner, ganz böse. Wie kannst du nur?“ *g*. Kleiner Scherz. „Der Irrweg“ ist in diesem Jahr bereits das dritte Buch, in dem es (nicht nur am Rande) um die Alkoholsucht (mindestens) eines Elternteils geht. Die anderen Romane waren inhaltlich schwere Kost. Und auch hier muss die geneigte Leserschaft immer wieder schlucken, obwohl Martin Lechner versucht, sich dem Thema mit Humor zu nähern, was ihm (dadurch, dass es niemals platt und aufgesetzt wirkt!) meiner Meinung nach auch vortrefflich gelingt. Überhaupt ist der Autor auf einem sehr hohen Sprachniveau unterwegs – davon zeugen (nicht nur) seine „Thomas Mann-Gedächtnis-Bandwurmsätze“ und seine kafkaesk anmutend beschriebenen Tagträume Lars´, die manchmal brüllend komisch sind, dann aber auch zutiefst nachdenklich stimmend. Ich will die Rezension hier gar nicht weiter episch ausbreiten. Am besten sollte einfach jede*r, der ein Faible für anspruchsvolle Literatur garniert mit Humor hat, den „Irrweg“ lesen. Definitiv ein Highlight 2021! 5* und absolute Leseempfehlung! ©kingofmusic




