Die Kinder hören Pink Floyd
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Description
Alexander Gorkows autobiografischer Roman ist ein Wunderwerk der Poesie, das glänzende Portrait einer versunkenen Zeit, zugleich eine Hommage auf unsere Kindheit und die rätselhafte Kraft der Musik in einer Welt voller Risse – zwischen Gesunden und Kranken, Behinderten und angeblich Normalen, zwischen Armen und Reichen, zwischen Ordnung und Chaos.
Die 70er Jahre. Eine Vorstadt. Das Westdeutschland der letzten Baulücken, der verstockten Altnazis, der »ZDF Hitparade«. Das kleine Land weist gepflegte Gärten auf, die Kriegsgräuel sind beiseite geschoben, zum Essen geht es in den Balkan Grill, die Einbauküche daheim überzeugt durch optimale Raumnutzung. Für den 10-jährigen Jungen aber ist es eine Welt der Magie, der geheimen Kräfte, des Kampfs des Bösen gegen das Gute.
Neben brutalen Mitschülern, prügelnden Pfarrern und zynischen Ärzten leben in seiner Phantasie überall weitere Monster: der furchterregende Sänger Heino, ein Mann namens Barzel in einer rätselhaften Stadt namens Bonn sowie die Wiedergänger der Templer aus »Die Nacht der reitenden Leichen« im Dorfkino. Der gute Leitstern aber ist die umwerfende große Schwester – das Kind Nr. 1 der Familie. Sie ist herzkrank und sehr lebenshungrig.
Mit trockenem Humor und großer Aufsässigkeit stemmt sie sich gegen alle Bedrohungen, nicht zuletzt mithilfe der vergötterten Band Pink Floyd aus dem fernen London, den Kämpfern gegen das Establishment, deren Songs alles zum Glänzen bringen. Unter Anleitung von Pink Floyd zieht die Schwester mit ihrem kleinen Bruder in den Kampf, um das Böse zu bannen, sein Stottern, seine Ängste.
Book Information
Author Description
Alexander Gorkow, geboren 1966, arbeitet seit 1993 bei der Süddeutschen Zeitung. Buchveröffentlichungen: »Kalbs Schweigen« (2003), »Mona« (2007), »Draußen scheint die Sonne. Interviews« (2008), »Hotel Laguna« (2017). Als Herausgeber: Till Lindemanns »In stillen Nächten« (2013) und »100 Gedichte« (2020).
Posts
"Man kann einem Monster nicht kündigen. Es entscheidet immer das Monster, wie es weitergeht».
Was für eine Show! Wortgewaltig kommt dieses Werk auf uns zu, erreicht aber wohl nur den, der die 70ger Jahre entweder erlebt oder gute Recherche betrieben hat, denn Wissen setzt dieses Buch voraus, um es ganz erleben zu können. Dabei wird nicht vordergründig eine Geschichte erzählt, sie plätschert im Hintergrund so dahin, so dass sie nicht wichtig erscheint. Es ist das «wie» der Beschreibungen, die die Genialität dieses Buches schafft. Gorkow scheint in seine eigene Sprache verliebt und beweist uns die Würde dieser Liebe immer und immer wieder. Wer die 70ger Jahre kennt, wird immer wieder durch Details aus dieser Zeit beschenkt, wird sich in ihnen erkennen. Wir kommen von Heino zu Barzel; Willi Brandt und ja, mehr Pink Floyd als man denkt. Zum Teil musste ich laut Auflachen, zu komisch ist diese Zeit gewesen, so gekonnt schon wird die Sprache dieser Zeit perfekt wiedergegeben. Dann wieder hat mich der Autor aber auch verloren, scheint er selbst nicht genau gewusst zu haben, wo der rote Faden weitergehen soll. Der grosse Sprung in die Gegenwart findet erst im Epilog statt, einen Teil, den ich allerdings nicht gebraucht hätte, auch, weil es dem Autor nicht wirklich gelingt, die Verbindung aufzuzeigen. Den Verweis auf das tatsächlich stattgefundene Interview zwischen Roger Waters und dem Autor hätte nach meiner Ansicht auch gerne fehlen können. Ein grosser Genuss, diese Zeitreise, diese Sprache.
Großartig, verwirrend und nostalgisch
Leseeindruck Die Kinder hören Pink Floyd von Alexander Gorkow Das Buch hat mich überrascht. Ich hatte mich vorweg nicht wirklich schlau über den Inhalt gemacht. Das Cover, das mich total angesprochen hat und das es für mich als Kind der 70er einfach interessant erschien ein Buch über diese Zeit zu lesen. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas schwierig. Das erzählen des aufwachsen in den 70er hat viele Erinnerungen wachgerufen. Ja genau so war das einfach, habe ich oft gedacht. Wie kann man dies autobiographische Werk bewerten? Großartig trifft es schon mal gut. Aber auch verwirrend und anspruchsvoll. Kein Buch was ich mal so nebenbei lesen kann. Ich freue mich das das Cover gerufen hat, lies mich. Ein besonderes Buch welches mir bestimmt in Erinnerung bleibt. Bestimmt aber auch ein Buch was sehr unterschiedlich bewertet wird. 4½⭐️⭐️⭐️⭐️ gibt es dafür von mir. Der halbe Stern Abzug steht für mich für den ungewöhnlichen schreibstil.
Trip in die 1970er Jahre
Irgendwie ist dieses Buch interessant aber ich verstehe es nicht wirklich. Ich glaube ich bin zu jung. Manches ist mir vage aus meiner Kindheit in den 1980ern bekannt aber vieles verstehe ich nicht. Ich kenne Barzel nicht und muss Bahr googeln und auch die meisten Lieder von Pink Floyd sind mir unbekannt. Vermutlich ist es ein Buch für die Generation, die in den 1960ern geboren ist.
Kurzweilig!
Das Buch hat mich allein schon wegen seines Covers angesprochen. Und die Geschichte, die dahinter gewartet hat, hat mich ebenfalls nicht enttäuscht! Gorkows Schreibstil ist eigen, und ich kann sehen, warum manche ihn nicht mögen, aber für mich war er gut zu lesen, Freude bereitend und teils auch lustig. Ich mochte die Handlungen und abstrusen Gespräche, die Weltanschauungen eines kleines Kindes und wie diese die Entwicklung beeinflussen kann. In manchen Momenten habe ich meine eigene Familie wiedererkannt, dabei fand meine Kindheit 20 Jahre später statt. Ein schönes Portrait von Deutschland, der damaligen Zeit, und eine Liebeserklärung an die Musik.

Anders als erwartet
Ein autobiographisches Werk mit viel trockenem Humor und subtiler Gesellschaftskritik beschreibt das Leben in den 70ern: Von wertvollen Kommoden und Dampfkochtopf, vom Rauchen vor dem Kind und alten Nazis in der Nachbarschaft und auf dem Feld, von Freundschaft und Contergan-Skandal und Heino und Peter Alexander als die Bösen vom Establishment, vom Prügeln auf dem Schulhof und Schläge vom katholischen Pfarrer, vom Kino und Balkan-Grill. Eine Familie in den 70ern, die Eltern, Kriegskinder-Generation im Spießbürgertum wollen von vielem nichts wissen, die jugendliche Tochter gegen das Establishment und für RAF-Unterstützung, der Sohn als Beobachter von allem und den richtigen Fragen - und das alles umrahmt von der Musik von Pink Floyd. Ein faszinierender Einblick in eine Welt der 70er. Eine kurzweilige und unterhaltsame Lektüre, die mir Pink Floyd wieder näher gebracht hat. Lese-Soundtrack: versteht sich von selbst... 😉
Ich glaube, dass ich einfach zu jung für dieses Buch war. Ich muss auch gestehen, dass ich weder Alexander Gorkow vorher kannte, noch dass ich viel Ahnung von Pink Floyd hatte. Die Geschichte liefert einem einen schönen und authentischen Einblick in die 70er Jahre, jedoch kommt die so angepriesene Beziehung zwischen Schwester und Bruder leider zu kurz. Ich wollte das Buch einfach lesen, um einen kurzen Einblick in die 70er Jahre in Westdeutschland zu bekommen, weil das genau die Zeit war, in der mein Vater aufgewachsen ist. Besonders die politischen Diskussionen gegen Ende haben mich überzeugt, aber alles in einem lässt mich das Buch eher zwiegespalten zurück.
Wie sagt man heute so bezeichnend: „Ich bin so ein Opfer!“. Und genau das trifft es auch. Ich lese den Namen einer meiner langjährigen Lieblingsbands in Regenbogenfarben auf einem schwarzen Buch und weiß nicht nur sofort, auf welches Plattencover das eine Anspielung sein könnte, sondern auch, dass ich dieses Buch lesen muss. Unbedingt! Denn ich fühle mich ein wenig ausgehungert nach der Musik der 1965 gegründeten Band Pink Floyd, die ich in den 1980er Jahren live in Dortmund und in Köln auf der Bühne erleben durfte. Die mich rund 20, vielleicht sogar 30 Jahre meines Lebens intensiv begleitet hat und doch irgendwann immer mehr in den Hintergrund gerückt ist. Von dem Buch weiß ich vorab nur, dass es einen in die 1970er Jahre mitnimmt und hoffe, dass in dem Roman ganz viel von meiner Lieblingsmusik enthalten ist. Glücklicherweise werden meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Denn der 1966 in Düsseldorf geborene Autor Alexander Gorkow ist nicht nur etwa mein Jahrgang, sondern nimmt mich in seinem autobiografischen Roman mit in ein Leben in den 1970er Jahren, wie ich es zu Teilen ähnlich selbst erinnere. Eine Kindheit mit Altnazis, der ZDF-Hitparade, mit Heino als Feindbild, dem Balkan-Grill, dem Traum von der Einbauküche, gänzlich fehlender Political Correctness und viel politischem Erwachsenengerede, mit dem ich als 10jährige ebenso wenig anfangen konnte, wie der gleichaltrige Ich-Erzähler dieses Buches. Im Gegensatz zu mir stottert dieser zwar und eifert seiner herzkranken älteren Schwester, zu der er ein besonderes Verhältnis hat, nach, aber mich verbindet mit beiden die gemeinsame Liebe zu der Musik von Pink Floyd. Und von der steckt ganz viel in diesem Buch. Der Zehnjährige beschreibt den Klang der Lieder, sodass sie mir beim Lesen gleich im Ohr klingen. Er zitiert Textstellen daraus oder bezieht sich auf diese und schildert anschaulich das Aussehen der Plattencover. Die Liebe seiner jugendlichen Schwester zu dieser Band ist auch seine geworden. Er erklärt sich die Welt mit ihren nicht immer ernst gemeinten und teilweise auch entnervten aufmüpfigen Äußerungen, mit Pink Floyds Liedtexten und seiner überbordenden Fantasie. Denn so psychedelisch die Musik dieser Band ist, so sind es teilweise auch die kindlichen Gedanken des Jungen. In seiner Welt und seiner Logik als Zehnjähriger sind sie erklärbar und nachvollziehbar. Das Buch wirft einen liebevollen Blick auf die unterschiedlichen Charaktere mit all ihren Ecken und Kanten und schafft es mich zu berühren. Ich fühle mich beim Lesen ein wenig an meine Zeit in dem Alter erinnert und mir fallen eigene abstruse Kindheitsideen und Erklärungsversuche unvorstellbar erscheinender Vorgänge ein. Gelegentlich bringt es mich sogar zum Lachen. Aber es ist kein spöttisches Lachen, sondern ein warmes Lachen, das aus lebendiger Erinnerung gespeist wird und dem Verständnis, dass man selbst manches in dem Alter einfach nicht besser wusste. Irgendwann springt in dem Buch der Zeitraffer an und man rast regelrecht bis in die jetzige Zeit. Es werden noch einige Meilensteine im Älterwerden des Protagonisten erwähnt und natürlich auch einige aus der Historie von Pink Floyd. Das wirkt insgesamt jedoch etwas gehetzt, was ich beim Lesen bedauernswert finde. Und doch ist auch dies eine nachvollziehbare Vorgehensweise, weil irgendwann die Kindheit vorbei und die Band selbst einfach Geschichte ist. Aber es ist eben auch kein Buch in dem minutiös alle Einzelheiten zu Pink Floyd aufgeführt werden. Es ist die Geschichte eines Jungen, den Pink Floyd über lange Strecken durch sein Leben begleitet hat – und es auch bei ihm als Erwachsenen immer mal wieder tun wird, weil mit dieser Band für immer unvergessliche Erinnerungen für ihn verbunden sein werden. Und für mich wird es jetzt Zeit bei meinem Musik-Streamingdienst endlich eine Pink-Floyd-Playlist anzulegen. Denn nachdem ich mich in den 2000er Jahren von meiner Plattensammlung getrennt habe, scheine ich mir auch nicht mehr alle Alben als CDs zugelegt zu haben. Die Zeiten ändern sich, aber eins bleibt: Ich habe den Anfang von „Have A Cigar“ im Ohr und starte dem völlig zuwider handelnd mit dem 1977 erschienen Album „Animals“, gespannt darauf, ob mich die Remastered Version von 2011 noch packen kann. Spätestens als die Hunde bellen und danach die Gitarre einsetzt, bekomme ich eine erste Gänsehaut. Alles gut.
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Alexander Gorkows autobiografischer Roman ist ein Wunderwerk der Poesie, das glänzende Portrait einer versunkenen Zeit, zugleich eine Hommage auf unsere Kindheit und die rätselhafte Kraft der Musik in einer Welt voller Risse – zwischen Gesunden und Kranken, Behinderten und angeblich Normalen, zwischen Armen und Reichen, zwischen Ordnung und Chaos.
Die 70er Jahre. Eine Vorstadt. Das Westdeutschland der letzten Baulücken, der verstockten Altnazis, der »ZDF Hitparade«. Das kleine Land weist gepflegte Gärten auf, die Kriegsgräuel sind beiseite geschoben, zum Essen geht es in den Balkan Grill, die Einbauküche daheim überzeugt durch optimale Raumnutzung. Für den 10-jährigen Jungen aber ist es eine Welt der Magie, der geheimen Kräfte, des Kampfs des Bösen gegen das Gute.
Neben brutalen Mitschülern, prügelnden Pfarrern und zynischen Ärzten leben in seiner Phantasie überall weitere Monster: der furchterregende Sänger Heino, ein Mann namens Barzel in einer rätselhaften Stadt namens Bonn sowie die Wiedergänger der Templer aus »Die Nacht der reitenden Leichen« im Dorfkino. Der gute Leitstern aber ist die umwerfende große Schwester – das Kind Nr. 1 der Familie. Sie ist herzkrank und sehr lebenshungrig.
Mit trockenem Humor und großer Aufsässigkeit stemmt sie sich gegen alle Bedrohungen, nicht zuletzt mithilfe der vergötterten Band Pink Floyd aus dem fernen London, den Kämpfern gegen das Establishment, deren Songs alles zum Glänzen bringen. Unter Anleitung von Pink Floyd zieht die Schwester mit ihrem kleinen Bruder in den Kampf, um das Böse zu bannen, sein Stottern, seine Ängste.
Book Information
Author Description
Alexander Gorkow, geboren 1966, arbeitet seit 1993 bei der Süddeutschen Zeitung. Buchveröffentlichungen: »Kalbs Schweigen« (2003), »Mona« (2007), »Draußen scheint die Sonne. Interviews« (2008), »Hotel Laguna« (2017). Als Herausgeber: Till Lindemanns »In stillen Nächten« (2013) und »100 Gedichte« (2020).
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"Man kann einem Monster nicht kündigen. Es entscheidet immer das Monster, wie es weitergeht».
Was für eine Show! Wortgewaltig kommt dieses Werk auf uns zu, erreicht aber wohl nur den, der die 70ger Jahre entweder erlebt oder gute Recherche betrieben hat, denn Wissen setzt dieses Buch voraus, um es ganz erleben zu können. Dabei wird nicht vordergründig eine Geschichte erzählt, sie plätschert im Hintergrund so dahin, so dass sie nicht wichtig erscheint. Es ist das «wie» der Beschreibungen, die die Genialität dieses Buches schafft. Gorkow scheint in seine eigene Sprache verliebt und beweist uns die Würde dieser Liebe immer und immer wieder. Wer die 70ger Jahre kennt, wird immer wieder durch Details aus dieser Zeit beschenkt, wird sich in ihnen erkennen. Wir kommen von Heino zu Barzel; Willi Brandt und ja, mehr Pink Floyd als man denkt. Zum Teil musste ich laut Auflachen, zu komisch ist diese Zeit gewesen, so gekonnt schon wird die Sprache dieser Zeit perfekt wiedergegeben. Dann wieder hat mich der Autor aber auch verloren, scheint er selbst nicht genau gewusst zu haben, wo der rote Faden weitergehen soll. Der grosse Sprung in die Gegenwart findet erst im Epilog statt, einen Teil, den ich allerdings nicht gebraucht hätte, auch, weil es dem Autor nicht wirklich gelingt, die Verbindung aufzuzeigen. Den Verweis auf das tatsächlich stattgefundene Interview zwischen Roger Waters und dem Autor hätte nach meiner Ansicht auch gerne fehlen können. Ein grosser Genuss, diese Zeitreise, diese Sprache.
Großartig, verwirrend und nostalgisch
Leseeindruck Die Kinder hören Pink Floyd von Alexander Gorkow Das Buch hat mich überrascht. Ich hatte mich vorweg nicht wirklich schlau über den Inhalt gemacht. Das Cover, das mich total angesprochen hat und das es für mich als Kind der 70er einfach interessant erschien ein Buch über diese Zeit zu lesen. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas schwierig. Das erzählen des aufwachsen in den 70er hat viele Erinnerungen wachgerufen. Ja genau so war das einfach, habe ich oft gedacht. Wie kann man dies autobiographische Werk bewerten? Großartig trifft es schon mal gut. Aber auch verwirrend und anspruchsvoll. Kein Buch was ich mal so nebenbei lesen kann. Ich freue mich das das Cover gerufen hat, lies mich. Ein besonderes Buch welches mir bestimmt in Erinnerung bleibt. Bestimmt aber auch ein Buch was sehr unterschiedlich bewertet wird. 4½⭐️⭐️⭐️⭐️ gibt es dafür von mir. Der halbe Stern Abzug steht für mich für den ungewöhnlichen schreibstil.
Trip in die 1970er Jahre
Irgendwie ist dieses Buch interessant aber ich verstehe es nicht wirklich. Ich glaube ich bin zu jung. Manches ist mir vage aus meiner Kindheit in den 1980ern bekannt aber vieles verstehe ich nicht. Ich kenne Barzel nicht und muss Bahr googeln und auch die meisten Lieder von Pink Floyd sind mir unbekannt. Vermutlich ist es ein Buch für die Generation, die in den 1960ern geboren ist.
Kurzweilig!
Das Buch hat mich allein schon wegen seines Covers angesprochen. Und die Geschichte, die dahinter gewartet hat, hat mich ebenfalls nicht enttäuscht! Gorkows Schreibstil ist eigen, und ich kann sehen, warum manche ihn nicht mögen, aber für mich war er gut zu lesen, Freude bereitend und teils auch lustig. Ich mochte die Handlungen und abstrusen Gespräche, die Weltanschauungen eines kleines Kindes und wie diese die Entwicklung beeinflussen kann. In manchen Momenten habe ich meine eigene Familie wiedererkannt, dabei fand meine Kindheit 20 Jahre später statt. Ein schönes Portrait von Deutschland, der damaligen Zeit, und eine Liebeserklärung an die Musik.

Anders als erwartet
Ein autobiographisches Werk mit viel trockenem Humor und subtiler Gesellschaftskritik beschreibt das Leben in den 70ern: Von wertvollen Kommoden und Dampfkochtopf, vom Rauchen vor dem Kind und alten Nazis in der Nachbarschaft und auf dem Feld, von Freundschaft und Contergan-Skandal und Heino und Peter Alexander als die Bösen vom Establishment, vom Prügeln auf dem Schulhof und Schläge vom katholischen Pfarrer, vom Kino und Balkan-Grill. Eine Familie in den 70ern, die Eltern, Kriegskinder-Generation im Spießbürgertum wollen von vielem nichts wissen, die jugendliche Tochter gegen das Establishment und für RAF-Unterstützung, der Sohn als Beobachter von allem und den richtigen Fragen - und das alles umrahmt von der Musik von Pink Floyd. Ein faszinierender Einblick in eine Welt der 70er. Eine kurzweilige und unterhaltsame Lektüre, die mir Pink Floyd wieder näher gebracht hat. Lese-Soundtrack: versteht sich von selbst... 😉
Ich glaube, dass ich einfach zu jung für dieses Buch war. Ich muss auch gestehen, dass ich weder Alexander Gorkow vorher kannte, noch dass ich viel Ahnung von Pink Floyd hatte. Die Geschichte liefert einem einen schönen und authentischen Einblick in die 70er Jahre, jedoch kommt die so angepriesene Beziehung zwischen Schwester und Bruder leider zu kurz. Ich wollte das Buch einfach lesen, um einen kurzen Einblick in die 70er Jahre in Westdeutschland zu bekommen, weil das genau die Zeit war, in der mein Vater aufgewachsen ist. Besonders die politischen Diskussionen gegen Ende haben mich überzeugt, aber alles in einem lässt mich das Buch eher zwiegespalten zurück.
Wie sagt man heute so bezeichnend: „Ich bin so ein Opfer!“. Und genau das trifft es auch. Ich lese den Namen einer meiner langjährigen Lieblingsbands in Regenbogenfarben auf einem schwarzen Buch und weiß nicht nur sofort, auf welches Plattencover das eine Anspielung sein könnte, sondern auch, dass ich dieses Buch lesen muss. Unbedingt! Denn ich fühle mich ein wenig ausgehungert nach der Musik der 1965 gegründeten Band Pink Floyd, die ich in den 1980er Jahren live in Dortmund und in Köln auf der Bühne erleben durfte. Die mich rund 20, vielleicht sogar 30 Jahre meines Lebens intensiv begleitet hat und doch irgendwann immer mehr in den Hintergrund gerückt ist. Von dem Buch weiß ich vorab nur, dass es einen in die 1970er Jahre mitnimmt und hoffe, dass in dem Roman ganz viel von meiner Lieblingsmusik enthalten ist. Glücklicherweise werden meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Denn der 1966 in Düsseldorf geborene Autor Alexander Gorkow ist nicht nur etwa mein Jahrgang, sondern nimmt mich in seinem autobiografischen Roman mit in ein Leben in den 1970er Jahren, wie ich es zu Teilen ähnlich selbst erinnere. Eine Kindheit mit Altnazis, der ZDF-Hitparade, mit Heino als Feindbild, dem Balkan-Grill, dem Traum von der Einbauküche, gänzlich fehlender Political Correctness und viel politischem Erwachsenengerede, mit dem ich als 10jährige ebenso wenig anfangen konnte, wie der gleichaltrige Ich-Erzähler dieses Buches. Im Gegensatz zu mir stottert dieser zwar und eifert seiner herzkranken älteren Schwester, zu der er ein besonderes Verhältnis hat, nach, aber mich verbindet mit beiden die gemeinsame Liebe zu der Musik von Pink Floyd. Und von der steckt ganz viel in diesem Buch. Der Zehnjährige beschreibt den Klang der Lieder, sodass sie mir beim Lesen gleich im Ohr klingen. Er zitiert Textstellen daraus oder bezieht sich auf diese und schildert anschaulich das Aussehen der Plattencover. Die Liebe seiner jugendlichen Schwester zu dieser Band ist auch seine geworden. Er erklärt sich die Welt mit ihren nicht immer ernst gemeinten und teilweise auch entnervten aufmüpfigen Äußerungen, mit Pink Floyds Liedtexten und seiner überbordenden Fantasie. Denn so psychedelisch die Musik dieser Band ist, so sind es teilweise auch die kindlichen Gedanken des Jungen. In seiner Welt und seiner Logik als Zehnjähriger sind sie erklärbar und nachvollziehbar. Das Buch wirft einen liebevollen Blick auf die unterschiedlichen Charaktere mit all ihren Ecken und Kanten und schafft es mich zu berühren. Ich fühle mich beim Lesen ein wenig an meine Zeit in dem Alter erinnert und mir fallen eigene abstruse Kindheitsideen und Erklärungsversuche unvorstellbar erscheinender Vorgänge ein. Gelegentlich bringt es mich sogar zum Lachen. Aber es ist kein spöttisches Lachen, sondern ein warmes Lachen, das aus lebendiger Erinnerung gespeist wird und dem Verständnis, dass man selbst manches in dem Alter einfach nicht besser wusste. Irgendwann springt in dem Buch der Zeitraffer an und man rast regelrecht bis in die jetzige Zeit. Es werden noch einige Meilensteine im Älterwerden des Protagonisten erwähnt und natürlich auch einige aus der Historie von Pink Floyd. Das wirkt insgesamt jedoch etwas gehetzt, was ich beim Lesen bedauernswert finde. Und doch ist auch dies eine nachvollziehbare Vorgehensweise, weil irgendwann die Kindheit vorbei und die Band selbst einfach Geschichte ist. Aber es ist eben auch kein Buch in dem minutiös alle Einzelheiten zu Pink Floyd aufgeführt werden. Es ist die Geschichte eines Jungen, den Pink Floyd über lange Strecken durch sein Leben begleitet hat – und es auch bei ihm als Erwachsenen immer mal wieder tun wird, weil mit dieser Band für immer unvergessliche Erinnerungen für ihn verbunden sein werden. Und für mich wird es jetzt Zeit bei meinem Musik-Streamingdienst endlich eine Pink-Floyd-Playlist anzulegen. Denn nachdem ich mich in den 2000er Jahren von meiner Plattensammlung getrennt habe, scheine ich mir auch nicht mehr alle Alben als CDs zugelegt zu haben. Die Zeiten ändern sich, aber eins bleibt: Ich habe den Anfang von „Have A Cigar“ im Ohr und starte dem völlig zuwider handelnd mit dem 1977 erschienen Album „Animals“, gespannt darauf, ob mich die Remastered Version von 2011 noch packen kann. Spätestens als die Hunde bellen und danach die Gitarre einsetzt, bekomme ich eine erste Gänsehaut. Alles gut.


















