Die Gesellschaft der Singularitäten

Die Gesellschaft der Singularitäten

Softcover
4.07
ArbeitsweltBiografieEventkulturKrise

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Das Besondere ist Trumpf, das Einzigartige wird prämiert, eher reizlos ist das Allgemeine und Standardisierte. Der Durchschnittsmensch mit seinem Durchschnittsleben steht unter Konformitätsverdacht. Das neue Maß der Dinge sind die authentischen Subjekte mit originellen Interessen und kuratierter Biografie, aber auch die unverwechselbaren Güter und Events, Communities und Städte. Spätmoderne Gesellschaften feiern das Singuläre.

In seinem preisgekrönten soziologischen Bestseller untersucht Andreas Reckwitz den Prozess der Singularisierung, wie er sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Ökonomie, Arbeitswelt, digitaler Technologie, Lebensstilen und Politik abspielt. Mit dem Anspruch einer Theorie der Moderne zeigt er, wie eng dieser Prozess mit der Kulturalisierung des Sozialen verwoben ist, welch widersprüchliche Dynamik er aufweist und worin seine Kehrseite besteht. Die Gesellschaft der Singularitäten kennt nämlich nicht nur strahlende Sieger. Sie produziert auch ihre ganz eigenen Ungleichheiten, Paradoxien und Verlierer. Eines der meistdiskutierten Bücher der letzten Jahre.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Softcover
Pages
480
Price
24.70 €

Author Description

Andreas Reckwitz, geboren 1970, ist Professor für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und war Fellow im Thomas Mann House in Los Angeles. Sein Buch Die Gesellschaft der Singularitäten wurde 2017 mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet und stand 2018 auf der Shortlist des Sachbuchpreises der Leipziger Buchmesse. 2019 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Posts

1
All
3

Gesellschaftstheorie reloaded. Hatten wir doch alles schon und die letzte wirklich "schicke" und "coole" Gesellschaftstheorie kam doch von Marx. Und trotzdem gelingt es Reckwitz über die Gesellschaft der Spätmoderne zu schreiben, ohne zu langweilen. Dabei schließt er Kulturwissenschaft, Soziologie, Geschichts- und andere Geisteswissenschaften ein und der Leser bekommt mehr und mehr den Eindruck, das große Ganze zu verstehen - die Strukturen und Sinnhaftigkeiten dahinter. Dabei wirft er mit vielen Begriffen um sich: Kulturalisierung, Valorisierung, Singularisierung. Und was soll das? Für ihn stehen im Fokus der Gesellschaft nicht mehr die Arbeit des Menschen (wie vielleicht in der Moderne), sondern seine kulturellen Leistungen, gerade zu sein "Alleinstellungsmerkmal", mit dem er sich eben bewusst singularisiert, individualisiert, was auch immer. Reckwitz zeichnet ein Bild von einer Gesellschaft, in der Kultur, Kreativität und Individualität immer wichtiger werden, besonders bedingt durch den Aufschwung des Computers. Schließlich ist so eine Plattform wie Instagram ja der Selbstdarstellung dienlich wie nichts Gutes ;). Er bildet oft Exkurse zu Wirtschaft und Politik, wie hier die Singularisierung greift, und seine Beispiele sind dabei recht anschaulich. Besonders interessant fand ich seine Darstellung über bestimmte communities, das jetzt jeder einer kleinen Gemeinschaft zugehören will, wie zB dem empowerment-Movement oder LGBT+-Gruppen. Müsste man aber selbst lesen, weil ich es nicht so cool erklären kann wie er. Auch Amokläufe und Terror scheinen für ihn eine Antwort auf die Singularisierungsprozesse der Spätmoderne zu sein: Wer ausgeschlossen ist von der positivistischen Anerkennung, greift zu demonstrativer Gewalt. Der Leseprozess an sich war leider mehr als quälend, besonders, weil ich manche Absätze doppelt und dreifach lesen musste, um sie zu begreifen. Daher eine Wertung, die genau im Mittelfeld liegt: Fremdwortnutzung war manchmal gar unerträglich, aber Argumentation und Struktur so wunderbar, dass sich jeder, der einen wissenschaftlichen Text schreibt, was von Reckwitz abschauen kann.

Create Post