Die Erfindung der Kreativität

Die Erfindung der Kreativität

Softcover
DispositivPsychologieNeoliberalismusKreativität

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Description

"Be creative!" In der Gegenwartsgesellschaft haben sich die Anforderung und der Wunsch, kreativ zu sein und schöpferisch Neues hervorzubringen, in ungewöhnlichem Maße verbreitet. Was ehemals subkulturellen Künstlerzirkeln vorbehalten war, ist zu einem allgemeingültigen kulturellen Modell, ja zu einem Imperativ geworden. Andreas Reckwitz untersucht, wie im Laufe des 20. Jahrhunderts das Ideal der Kreativität forciert worden ist: in der Kunst der Avantgarde und Postmoderne, den "creative industries" und der Innovationsökonomie, in der Psychologie der Kreativität und des Selbstwachstums sowie in der medialen Darstellung des kreativen Stars und der Stadtplanung der "creative cities". Es zeigt sich, daß wir in Zeiten eines ebenso radikalen wie restriktiven Prozesses gesellschaftlicher Ästhetisierung leben.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Softcover
Pages
408
Price
20.60 €

Author Description

Andreas Reckwitz, geboren 1970, ist Professor für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und war Fellow im Thomas Mann House in Los Angeles. Sein Buch Die Gesellschaft der Singularitäten wurde 2017 mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet und stand 2018 auf der Shortlist des Sachbuchpreises der Leipziger Buchmesse. 2019 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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Vom Mythos des Kreativen. Es ist schick, kreativ zu sein, fast sogar gefordert, findet es sich doch auf fast jeder Stellenanzeige und das Kreative, das beschränkt sich nicht nur auf Malen, Schreiben, Handwerken (die "schönen" Künste), sondern weitet sich auch auf unsere Lebensweise aus. Wie können wir möglichst "kreativ", möglichst "authentisch" leben? Reckwitz erzählt hier von der Idee des Kreativitätsdispositiv (das Dispositiv ganz im Foucault'schen Sinne) und entfaltet gewissermaßen eine Theorie über unsere heutige Gesellschaft, die von der Idee des Ästhetischen und des Neuen geprägt ist. Dass besonders der Begriff "ästhetisch" ziemlich ausgelutscht und durchdiskutiert ist, umgeht er genauso geschickt wie den Kulturbegriff. Seine Argumente sind geschickt formuliert und sinnig, treffen dabei genau den Kern des Selbstverwirklichungsproblem: In einer Welt, in der jeder kreativ und anders ist, wie kann ich noch kreativer und anders sein? Empfehlenswert für alle Kultur- und Geschichtsnerds, Leser, die kleine Anekdotenausflüge nicht scheuen und Kreative.

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