Die gelbe Tapete & Herland - Zwei feministische Klassiker in einem Band
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Description
Endlich eine deutsche Ausgabe mit beiden Schlüsseltexten der großen amerikanischen Frauenrechtlerin Aufrüttelnd, fesselnd und schnell gelesen: zwei feministische Klassiker der Weltliteratur Für Leser*innen von Edgar Allen Poe und Virginia Woolf
Book Information
Author Description
Charlotte Perkins Gilman (1860–1935) war eine amerikanische Schriftstellerin und Feministin. 1892 gelang ihr mit der Erzählung »Die gelbe Tapete« der literarische Durchbruch; ihre Utopie um eine nur von Frauen gebildete Gesellschaft im südamerikanischen Regenwald, »Herland«, wurde ebenfalls vielfach rezipiert und gilt als erste feministische Utopie. Ebenso erregten die politischen Schriften der Frauenrechtlerin große Aufmerksamkeit. 1935 nahm sie sich aufgrund einer Krebserkrankung das Leben.
Posts
Hellsichtige feministische Utopie aus dem Jahr 1915 (Herland) und Schauerroman (die gelbe Tapete)
Von Herland war ich wirklich beeindruckt. Ein 110 Jahre altes Buch, das erstaunlich aktuell ist. Perkins Gilman beschreibt eine Nation, die abgeschottet lebt und seit Jahrhunderten nur aus Frauen besteht. Diese utopische Gesellschaft erscheint in vielem ganz modern (heutzutage vielleicht eher "woke"): die Frauen leben friedlich in Gemeinschaft in Einklang mit der Natur, sind vegan, rational, atheistisch. Jeder darf sich entsprechend seiner Fähigkeiten selbst entwickeln und die Kinder werden bedürfnisorientiert Homeschool-erzogen. 1915 war das sicher reaktionär. Auch die modernen Probleme in Partnerschaften / Geschlechterrollen nimmt Perkins-Gilman erstaunlich klar vorweg. Ein inhaltlich sehr interessantes Buch (die Sprache ist natürlich etwas altmodisch).
𝒲𝑒𝓇𝒷𝓊𝓃𝑔[Rezensionsexemplar] >>...Wenn sich doch bloß das obere Muster von dem unteren lösen ließe! Ich werde es versuchen, Stück für Stück.<< "Die gelbe Tapete" von Charlotte Perkins Gilman war 1892 ihr Durchbruch. Zur damaligen Zeit eine verpönte vermeidliche Horrorerzählung über eine Frau, die nach der Geburt ihres Kindes in einer Dachkammer zur Schonung gezwungen wird. Von objektiven Beschreibungen des Raumes schweift man schnell zur Gedankenwelt der Frau und das empfand ich als sehr interessant! Zum einen wird hier deutlich, dass Schonung zwar positives generiert, gleichzeitig aber eben auch (wie hier in diesem Fall) zu einer Isolation wird, die der Gesundheit, insbesondere der mentalen Gesundheit alles andere als gut tut. Ein Aspekt, der mich hier beim Lesen immer wieder unheimlich geärgert hat, war, wie lapidar mit den Ängsten und Gedanken der Frau umgegangen wird und wie simpel ihre Empfindungen abgetan werden. Insbesondere von den Herren der Schöpfung, die sich für den alleswissenden Nabel der Welt zu halten scheinen. Gleichzeitig spiegelt genau das meiner Meinung nach auch unsere heutige Gesellschaft gut wieder. Denn mentale "Schwächen" werden auch heute noch viel zu wenig ernst genommen und belächelt... Charlotte Perkins Gilman hat das damals schon erkannt und durch eigene Erfahrungen motiviert diese Geschichte geschrieben und damit tatsächlich ein kleines Stück weit in die richtige Richtung ausrichten können, wie sie selbst im Anhang der Geschichte erzählt. "Die gelbe Tapete" empfand ich als unheimlich atmosphärisch und prägnant in den Details, die mehr und mehr beklemmender zu werden scheinen. Nicht nur für die junge Frau, auch für mich als Leser wurde die Tapete ein Stück weit lebendig. Für mich persönlich zeigt diese Kurzgeschichte sehr eindrucksvoll, wie man trotz weniger Seiten ganz viel und vor allem eindringlich erzählen kann! Auf "Herland" bin ich nun noch gespannter! __ #diegelbetapete #anaconda #gedankenlabor #charlotteperkinsgilman #erzählung #bücherliebe #bookworm #bibliophile #lesetipp #leseempfehlung #buchempfehlung #vielleser

Warum man sehr genau nachdenken sollte, ehe man ein Zimmer mit gelber Tapete ausstattet.
Schonmal zu Beginn, ich hatte das Buch nur wegen der Kurzgeschichte „die gelbe Tapete“ gelesen. Es geht um eine Frau deren geistlicher Zustand nach der Geburt ihres Kindes etwas angeschlagen ist. Ihr man ist Arzt und verschreibt ihr viel Luft und wenig sonst. Sie soll nicht arbeiten, sich nicht mit Menschen treffen und am besten auch garnicht denken. Trotz Einwände wird sie in ein Schlafzimmer gelegt, mit einer gelben Tapete die alles andere als hilfreich zu sein scheint. Es ist eine Erzählung einer Frau die langsam ihren Verstand verliert und wie selbst ihre liebsten Menschen, ihn nicht zuhören und so nicht helfen. Ich kann die Kurzgeschichte sehr empfehlen. Wie nah sie an die Wirklichkeit eines „schwindenden Geist“ kommt erklärt die Autorin selbst, die Ähnliches durchgestanden hatte.
"Das führte mich jedoch schnell zu der Überzeugung, dass dieser >feminine Charme<, den wir so schön finden, im Wirklichkeit gar nicht feminin ist, sondern nur die männlichen Wunschvorstellungen widerspiegelt - von den Frauen entwickelt, um uns zu gefallen, weil sie gezwungen werden, uns zu gefallen - und in gar keiner Weise grundsätzlich zur weiblichen Natur gehört."
Zwei absolut lesenswerte Geschichten. Die gelbe Tapete hat mir extrem gut gefallen. Kurzweilig, interessant und auf seine Weise spannend. Die Seiten sind nur so verflogen und die Geschichte hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt. Vor allem der Bezug zur Lebenswelt der Autorin ist erschreckend, macht die Geschichte aber umso bedeutender. Herland war speziell. Der Schreibstil entspricht eher einem Bericht (was die Geschichte auch eigentlich ist) als einer Kurzgeschichte oder einem Roman. Immer wieder blieb mir der Mund offen stehen und ich fragte mich, wie es einer Autorin in der damaligen Zeit gelingen konnte, patriachale und hetero-normative Strukturen derart scharfsinnig zu beobachten und zu beschreiben. Diese Beschreibung dann wiederum aus der Perspektive eines Mannes zu lesen, war total spannend. Teilweise hat sich die Erzählung für mich etwas gezogen, aber insgesamt bin ich trotz allem positiv überrascht. Gleichzeitig ist es erschreckend festzustellen, wie wenig sich die Ansichten und Meinungen bis heute (scheinen?) verändert zu haben.
3⭐️ für Herland 4⭐️ für die gelbe Tapete
Beide Geschichten haben mir gut gefallen. Herland war nicht besonders spannend im eigentlichen Sinne, trotzdem sehr interessant zu lesen. Die gelbe Tapete fand ich noch um einiges besser. Trotz der Kürze konnte die Erzählung perfekt das vermitteln, was vermittelt werden sollte. Die beiden Erzählungen zusammen zeigen sehr geschickt die Frustration der Frauen in unserer Welt (früher sehr extrem und teilweise natürlich auch noch heute) und in krassem Kontrast dazu das, was möglich wäre, wenn es wirklich ein „Frauenland“ gäbe. Sehr empfehlenswerte, feministische Literatur.
In dieser Kollektion sind zwei Werke der amerikanischen Frauenrechtlerin Charlotte Perkins Gilman zusammengefasst. „Die gelbe Tapete“ ist eine Kurzgeschichte, in der von den Folgen von der Praxis der strikten Schonung berichtet wurde, die häufig für Frauen angeordnet wurde und bei der diese tagelang nichts tun durften, als im Bett zu liegen. „Herland“ dagegen ist eine Novelle, in welcher drei junge Männer ein Land finden, in welchem nur Frauen leben. Dabei müssen sie sich ihren eigenen Vorurteilen stellen und so einiges überdenken. Die beiden Geschichten wurden zum ersten Mal 1892 und 1915 veröffentlicht. Charlotte Perkins Gilman war amerikanische Frauenrechtlerin, was stark in beiden Geschichten mitschwingt. Während „Die gelbe Tapete“ eine Kritik an einer ärztlichen Behandlungsmethode war, welche vielen Frauen mehr schadete, als ihnen zu helfen, zeigt „Herland“ ihre Meinung zum damals vertretenen Frauen- und Männerbild. Gerade bei „Herland“ habe ich vor allem zu Beginn gemerkt, dass sich viele der Ansichten aus heutiger Sicht gesehen nicht besonders gut gehalten haben. Das soll natürlich keine Kritik an der Geschichte darstellen, immerhin hatte die Autorin eine völlig andere Sozialisation zu ihrer Zeit. Dennoch ist mir beim Lesen immer wieder aufgefallen, dass es zwar viele Punkte gab, die damals sicher revolutionär waren und auch heute noch interessant zu lesen sind, aber eben genauso welche, die man heutzutage als „white feminism“ bezeichnen würde. Als Blick in diese Zeit und auf den Feminismus eben dieser Zeit hat mir das Buch aber wirklich sehr gut gefallen! Ich habe nebenbei so viel über gesellschaftliche Normen von damals gelernt. Da in „Herland“ drei Männer in diese völlig andere Gesellschaft kommen, gibt es immer wieder Situationen, in welchen sie erklären, wie ihre eigene Gesellschaft funktioniert. Dies zu lesen hat mich sehr fasziniert. Was ich jedoch tatsächlich an „Herland“ kritisieren möchte, ist die Tatsache, dass kaum ein Spannungsbogen vorhanden ist. Es geht im Buch mehr um die Beschreibung dieser Gesellschaft und auch wenn das interessant ist, hätte ich mir gewünscht, dass die tatsächliche Handlung dabei nicht so untergegangen wäre. Es gibt etwa eine Art Liebesgeschichte, wenn man es denn so nennen kann, die jedoch nur sehr zusammengefasst beschrieben wird, obwohl sie im letzten Drittel eigentlich der Fokus der Geschichte ist. Zudem hat mich der Unterschied von dem, was gesagt und gezeigt wurde, teilweise sehr irritiert. Oft wurden Aussagen getroffen, die vom Text aber nicht gestützt wurden. Etwa wurde gesagt, dass die Gesellschaft der Frauen einen sehr großen Wert auf Unterschiede zwischen den Kindern und dadurch auf Individualität legen würde. Was wir aber zu sehen bekamen, ist eine stark homogene Gesellschaft, in welcher es für die Charaktere schwer ist, von sich als Individuum ohne die Bedürfnisse der Gesellschaft zu denken. Diese Kritikpunkte beziehen sich aber alle rein auf „Herland“. „Die gelbe Tapete“ dagegen war eine wirklich großartige und erschreckende Kurzgeschichte, welche Gemeinsamkeiten mit Gothic Horror Geschichten hatte. Ich kann diese wirklich nur weiterempfehlen! Fazit: Diese Kollektion zweier feministischer Geschichten kann ich als Blick in diese Zeit nur wärmstens empfehlen. Während „Die gelbe Tapete“ eine erschreckende Kurzgeschichte ist, bietet „Herland“ eine interessante Utopie, welche zwar einen besseren Spannungsbogen gebrauchen könnte, die aber dennoch interessante Einblicke in die Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts bietet.
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Endlich eine deutsche Ausgabe mit beiden Schlüsseltexten der großen amerikanischen Frauenrechtlerin Aufrüttelnd, fesselnd und schnell gelesen: zwei feministische Klassiker der Weltliteratur Für Leser*innen von Edgar Allen Poe und Virginia Woolf
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Charlotte Perkins Gilman (1860–1935) war eine amerikanische Schriftstellerin und Feministin. 1892 gelang ihr mit der Erzählung »Die gelbe Tapete« der literarische Durchbruch; ihre Utopie um eine nur von Frauen gebildete Gesellschaft im südamerikanischen Regenwald, »Herland«, wurde ebenfalls vielfach rezipiert und gilt als erste feministische Utopie. Ebenso erregten die politischen Schriften der Frauenrechtlerin große Aufmerksamkeit. 1935 nahm sie sich aufgrund einer Krebserkrankung das Leben.
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Hellsichtige feministische Utopie aus dem Jahr 1915 (Herland) und Schauerroman (die gelbe Tapete)
Von Herland war ich wirklich beeindruckt. Ein 110 Jahre altes Buch, das erstaunlich aktuell ist. Perkins Gilman beschreibt eine Nation, die abgeschottet lebt und seit Jahrhunderten nur aus Frauen besteht. Diese utopische Gesellschaft erscheint in vielem ganz modern (heutzutage vielleicht eher "woke"): die Frauen leben friedlich in Gemeinschaft in Einklang mit der Natur, sind vegan, rational, atheistisch. Jeder darf sich entsprechend seiner Fähigkeiten selbst entwickeln und die Kinder werden bedürfnisorientiert Homeschool-erzogen. 1915 war das sicher reaktionär. Auch die modernen Probleme in Partnerschaften / Geschlechterrollen nimmt Perkins-Gilman erstaunlich klar vorweg. Ein inhaltlich sehr interessantes Buch (die Sprache ist natürlich etwas altmodisch).
𝒲𝑒𝓇𝒷𝓊𝓃𝑔[Rezensionsexemplar] >>...Wenn sich doch bloß das obere Muster von dem unteren lösen ließe! Ich werde es versuchen, Stück für Stück.<< "Die gelbe Tapete" von Charlotte Perkins Gilman war 1892 ihr Durchbruch. Zur damaligen Zeit eine verpönte vermeidliche Horrorerzählung über eine Frau, die nach der Geburt ihres Kindes in einer Dachkammer zur Schonung gezwungen wird. Von objektiven Beschreibungen des Raumes schweift man schnell zur Gedankenwelt der Frau und das empfand ich als sehr interessant! Zum einen wird hier deutlich, dass Schonung zwar positives generiert, gleichzeitig aber eben auch (wie hier in diesem Fall) zu einer Isolation wird, die der Gesundheit, insbesondere der mentalen Gesundheit alles andere als gut tut. Ein Aspekt, der mich hier beim Lesen immer wieder unheimlich geärgert hat, war, wie lapidar mit den Ängsten und Gedanken der Frau umgegangen wird und wie simpel ihre Empfindungen abgetan werden. Insbesondere von den Herren der Schöpfung, die sich für den alleswissenden Nabel der Welt zu halten scheinen. Gleichzeitig spiegelt genau das meiner Meinung nach auch unsere heutige Gesellschaft gut wieder. Denn mentale "Schwächen" werden auch heute noch viel zu wenig ernst genommen und belächelt... Charlotte Perkins Gilman hat das damals schon erkannt und durch eigene Erfahrungen motiviert diese Geschichte geschrieben und damit tatsächlich ein kleines Stück weit in die richtige Richtung ausrichten können, wie sie selbst im Anhang der Geschichte erzählt. "Die gelbe Tapete" empfand ich als unheimlich atmosphärisch und prägnant in den Details, die mehr und mehr beklemmender zu werden scheinen. Nicht nur für die junge Frau, auch für mich als Leser wurde die Tapete ein Stück weit lebendig. Für mich persönlich zeigt diese Kurzgeschichte sehr eindrucksvoll, wie man trotz weniger Seiten ganz viel und vor allem eindringlich erzählen kann! Auf "Herland" bin ich nun noch gespannter! __ #diegelbetapete #anaconda #gedankenlabor #charlotteperkinsgilman #erzählung #bücherliebe #bookworm #bibliophile #lesetipp #leseempfehlung #buchempfehlung #vielleser

Warum man sehr genau nachdenken sollte, ehe man ein Zimmer mit gelber Tapete ausstattet.
Schonmal zu Beginn, ich hatte das Buch nur wegen der Kurzgeschichte „die gelbe Tapete“ gelesen. Es geht um eine Frau deren geistlicher Zustand nach der Geburt ihres Kindes etwas angeschlagen ist. Ihr man ist Arzt und verschreibt ihr viel Luft und wenig sonst. Sie soll nicht arbeiten, sich nicht mit Menschen treffen und am besten auch garnicht denken. Trotz Einwände wird sie in ein Schlafzimmer gelegt, mit einer gelben Tapete die alles andere als hilfreich zu sein scheint. Es ist eine Erzählung einer Frau die langsam ihren Verstand verliert und wie selbst ihre liebsten Menschen, ihn nicht zuhören und so nicht helfen. Ich kann die Kurzgeschichte sehr empfehlen. Wie nah sie an die Wirklichkeit eines „schwindenden Geist“ kommt erklärt die Autorin selbst, die Ähnliches durchgestanden hatte.
"Das führte mich jedoch schnell zu der Überzeugung, dass dieser >feminine Charme<, den wir so schön finden, im Wirklichkeit gar nicht feminin ist, sondern nur die männlichen Wunschvorstellungen widerspiegelt - von den Frauen entwickelt, um uns zu gefallen, weil sie gezwungen werden, uns zu gefallen - und in gar keiner Weise grundsätzlich zur weiblichen Natur gehört."
Zwei absolut lesenswerte Geschichten. Die gelbe Tapete hat mir extrem gut gefallen. Kurzweilig, interessant und auf seine Weise spannend. Die Seiten sind nur so verflogen und die Geschichte hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt. Vor allem der Bezug zur Lebenswelt der Autorin ist erschreckend, macht die Geschichte aber umso bedeutender. Herland war speziell. Der Schreibstil entspricht eher einem Bericht (was die Geschichte auch eigentlich ist) als einer Kurzgeschichte oder einem Roman. Immer wieder blieb mir der Mund offen stehen und ich fragte mich, wie es einer Autorin in der damaligen Zeit gelingen konnte, patriachale und hetero-normative Strukturen derart scharfsinnig zu beobachten und zu beschreiben. Diese Beschreibung dann wiederum aus der Perspektive eines Mannes zu lesen, war total spannend. Teilweise hat sich die Erzählung für mich etwas gezogen, aber insgesamt bin ich trotz allem positiv überrascht. Gleichzeitig ist es erschreckend festzustellen, wie wenig sich die Ansichten und Meinungen bis heute (scheinen?) verändert zu haben.
3⭐️ für Herland 4⭐️ für die gelbe Tapete
Beide Geschichten haben mir gut gefallen. Herland war nicht besonders spannend im eigentlichen Sinne, trotzdem sehr interessant zu lesen. Die gelbe Tapete fand ich noch um einiges besser. Trotz der Kürze konnte die Erzählung perfekt das vermitteln, was vermittelt werden sollte. Die beiden Erzählungen zusammen zeigen sehr geschickt die Frustration der Frauen in unserer Welt (früher sehr extrem und teilweise natürlich auch noch heute) und in krassem Kontrast dazu das, was möglich wäre, wenn es wirklich ein „Frauenland“ gäbe. Sehr empfehlenswerte, feministische Literatur.
In dieser Kollektion sind zwei Werke der amerikanischen Frauenrechtlerin Charlotte Perkins Gilman zusammengefasst. „Die gelbe Tapete“ ist eine Kurzgeschichte, in der von den Folgen von der Praxis der strikten Schonung berichtet wurde, die häufig für Frauen angeordnet wurde und bei der diese tagelang nichts tun durften, als im Bett zu liegen. „Herland“ dagegen ist eine Novelle, in welcher drei junge Männer ein Land finden, in welchem nur Frauen leben. Dabei müssen sie sich ihren eigenen Vorurteilen stellen und so einiges überdenken. Die beiden Geschichten wurden zum ersten Mal 1892 und 1915 veröffentlicht. Charlotte Perkins Gilman war amerikanische Frauenrechtlerin, was stark in beiden Geschichten mitschwingt. Während „Die gelbe Tapete“ eine Kritik an einer ärztlichen Behandlungsmethode war, welche vielen Frauen mehr schadete, als ihnen zu helfen, zeigt „Herland“ ihre Meinung zum damals vertretenen Frauen- und Männerbild. Gerade bei „Herland“ habe ich vor allem zu Beginn gemerkt, dass sich viele der Ansichten aus heutiger Sicht gesehen nicht besonders gut gehalten haben. Das soll natürlich keine Kritik an der Geschichte darstellen, immerhin hatte die Autorin eine völlig andere Sozialisation zu ihrer Zeit. Dennoch ist mir beim Lesen immer wieder aufgefallen, dass es zwar viele Punkte gab, die damals sicher revolutionär waren und auch heute noch interessant zu lesen sind, aber eben genauso welche, die man heutzutage als „white feminism“ bezeichnen würde. Als Blick in diese Zeit und auf den Feminismus eben dieser Zeit hat mir das Buch aber wirklich sehr gut gefallen! Ich habe nebenbei so viel über gesellschaftliche Normen von damals gelernt. Da in „Herland“ drei Männer in diese völlig andere Gesellschaft kommen, gibt es immer wieder Situationen, in welchen sie erklären, wie ihre eigene Gesellschaft funktioniert. Dies zu lesen hat mich sehr fasziniert. Was ich jedoch tatsächlich an „Herland“ kritisieren möchte, ist die Tatsache, dass kaum ein Spannungsbogen vorhanden ist. Es geht im Buch mehr um die Beschreibung dieser Gesellschaft und auch wenn das interessant ist, hätte ich mir gewünscht, dass die tatsächliche Handlung dabei nicht so untergegangen wäre. Es gibt etwa eine Art Liebesgeschichte, wenn man es denn so nennen kann, die jedoch nur sehr zusammengefasst beschrieben wird, obwohl sie im letzten Drittel eigentlich der Fokus der Geschichte ist. Zudem hat mich der Unterschied von dem, was gesagt und gezeigt wurde, teilweise sehr irritiert. Oft wurden Aussagen getroffen, die vom Text aber nicht gestützt wurden. Etwa wurde gesagt, dass die Gesellschaft der Frauen einen sehr großen Wert auf Unterschiede zwischen den Kindern und dadurch auf Individualität legen würde. Was wir aber zu sehen bekamen, ist eine stark homogene Gesellschaft, in welcher es für die Charaktere schwer ist, von sich als Individuum ohne die Bedürfnisse der Gesellschaft zu denken. Diese Kritikpunkte beziehen sich aber alle rein auf „Herland“. „Die gelbe Tapete“ dagegen war eine wirklich großartige und erschreckende Kurzgeschichte, welche Gemeinsamkeiten mit Gothic Horror Geschichten hatte. Ich kann diese wirklich nur weiterempfehlen! Fazit: Diese Kollektion zweier feministischer Geschichten kann ich als Blick in diese Zeit nur wärmstens empfehlen. Während „Die gelbe Tapete“ eine erschreckende Kurzgeschichte ist, bietet „Herland“ eine interessante Utopie, welche zwar einen besseren Spannungsbogen gebrauchen könnte, die aber dennoch interessante Einblicke in die Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts bietet.











