Der Zauberer
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Description
Book Information
Author Description
Colm Tóibín, 1955 in Enniscorthy geboren, ist einer der wichtigsten irischen Autoren der Gegenwart. Bereits sein erster Roman »Der Süden« (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem IMPAC-Preis, dem David Cohen Prize for Literature und dem Würth-Preis für Europäische Literatur. Bei Hanser erschienen zuletzt «Long Island« (Roman, 2024) sowie »Vinegar Hill« (Gedichte, 2025). Er wurde für 2022–2024 zum Laureate for Irish Fiction ernannt.
Posts
Ein flüssig geschriebener und auch gut lesbarer Roman, der Episoden aus dem Leben von Thomas Mann erzählt. Durchaus amüsant und auch lebensnah gestaltet, hat mich das Buch doch nur zum Teil überzeugen können. Ein klarer Schwerpunkt ist die Homosexualität Manns und sein Umgang mit dem unterdrückten Begehren. Demgegenüber treten andere Aspekte in den Hintergrund. Das Werk wird nur recht selektiv dargestellt und auch die Rivalität mit dem Bruder Heinrich nimmt eher wenig Raum ein. Detailliert ausgemalte Szenen wechseln mit kompletten Auslassungen, die Schlüssellochperspektive liegt dem Autor nach meinem Eindruck am meisten. Insgesamt bleibe ich eher enttäuscht zurück.
Der Zauberer beherrscht sein Metier Welcher Liebhaber ernsthafter, klassischer Literatur kennt nicht (mindestens) einen Roman von Thomas Mann? Seht ihr – ich sehe jetzt alle innerlich aufzählen, was der- oder diejenige bisher gelesen hat. Ich kannte bisher nur den großartigen Roman „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ und die nicht minder gelungene Novelle „Tod in Venedig“. Die „Buddenbrooks“ liegen noch auf dem „Berg ungelesener Bücher“, der nun aber nach der Lektüre von „Der Zauberer“ des irischen Schriftstellers Colm Tóibin (erschienen im Hanser-Verlag und anerkennungswürdig von Giovanni Bandini aus dem Englischen übersetzt!) wohl neu vermessen werden muss, wenn die anderen Romane Thomas Mann´s noch käuflich erworben sind. Colm Tóibin hat umfassende Recherche- und Lektürearbeit betrieben und geleistet – davon zeugt nicht nur das recht umfangreiche, am Ende des Buches aufgeführte Quellenverzeichnis, sondern auch der (biografische) Roman als solches. Dabei setzt der Roman erst 1891 ein – in dem Jahr also, in dem der Vater von Thomas Mann verstarb – und endet mit Thomas´ letztem Besuch in Lübeck kurz vor seinem Tod 1955. Der Autor spart also bewusst (oder unbewusst?) die ersten Lebensjahre und den Tod aus. Aber er hat auch so genug zu erzählen :-). Denn die geneigte Leserschaft wird Zeuge, wie die Mann´s von Lübeck nach München ziehen, wie sich die (lebenslange) Rivalität zwischen Thomas und seinem Bruder Heinrich entwickelt, lernt die (wahrlich) Großfamilie Mann kennen und taucht ein in die politischen Ansichten verschiedener Familienmitglieder. Dabei spart sich der Autor, nur eine Seite des Menschen zu betrachten – nein, Tóibin zeigt Thomas mit all seinen Ecken, Kanten, (fragwürdigen) Entscheidungen bzgl. der späten (politischen) Positionsbezüge und lässt häufig die Homosexualität „sprechen“. Aber auch hier zeigt sich der irische Autor von einer sprachlich-eleganten Seite; die entsprechenden Passagen driften nie in das Schmuddelige ab – auch wenn es an der ein oder anderen Stelle etwas weniger ausführlich hätte sein dürfen *g*. Das schmälert aber nicht meine sonstige Begeisterung. Denn natürlich erfährt der Leser auch, wie Thomas Mann seine Novellen und Romane geschrieben hat, welche persönlichen Bezüge sie enthalten, wie er als Vater und Ehemann agierte, wie er die schwierigen Umbrüche in seinem Leben gemeistert hat – das alles in einer dem Sprachstil Thomas Mann´ ähnelnden Erzählweise, die jedoch nie einfach nur „abgekupfert“ wirkt, sondern eher ehrerbietig und respektvoll. Ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll. Selten hat mir eine (Roman-)Biografie einen Menschen (und die Familie) so nahegebracht, wie es Colm Tóibin mit „Der Zauberer“ gelungen ist. In Verbindung mit der großartigen Gestaltung nicht nur des Schutzumschlags sondern auch dem Buch als solches muss und kann ich hier nur 5* aus meinem Hut zaubern und eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Kandidat für die „Top 3“ der „King´s Crown Juwels 2021“. ©kingofmusic
„Der Zauberer“ erzählt das Leben des weltberühmten Schriftstellers Thomas Mann in Romanform von seiner Kindheit bis zu seinem Tod - aus seiner von Colm Tóibín sehr realistisch beschriebenen Perspektive.
Der Roman hat mich gefesselt! Es war eine spannende Geschichte, in deren Hauptperson man sich perfekt hineinversetzen konnte. Plötzlich sind Thomas Mann und seine Familie nicht mehr unnahbar.
Nach allem, was man an Literatur über und von Thomas Mann und seinen Angehörigen und von Biografen gelesen hat, geht Tóibin einen weiteren Schritt - direkt in die Gedanken und Gefühlswelt von Thomas Mann. Er kleidet aus, differenziert die bekannten Charakterisierungen. Sprachlich hervorragend und wunderbar angelehnt an die Schriften von Mann und an den damaligen Zeitgeist. Besonders beeindruckend die Szene während des Konzerts in Pacific Palisades, als in seinem Kopf der Roman Dr. Faustus immer mehr Gestalt annimmt. Oder auch die Darstellung, wie man versucht hat, ihn davon abzubringen, Weimar zu besuchen. Die feine Ironie, die von den Romanen übertragen wird in Gespräche, Geschichten, seine inneren Monologe, seine Persönlichkeit. Ein absolut lohnendes Buch! Eine ganz neue Seite Tóibins, von dem ich bisher eine andere Erzählweise kannte. Bin überrascht über diese Art von dieser Lebensbeschreibung in Romanform.
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Colm Tóibín, 1955 in Enniscorthy geboren, ist einer der wichtigsten irischen Autoren der Gegenwart. Bereits sein erster Roman »Der Süden« (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem IMPAC-Preis, dem David Cohen Prize for Literature und dem Würth-Preis für Europäische Literatur. Bei Hanser erschienen zuletzt «Long Island« (Roman, 2024) sowie »Vinegar Hill« (Gedichte, 2025). Er wurde für 2022–2024 zum Laureate for Irish Fiction ernannt.
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Ein flüssig geschriebener und auch gut lesbarer Roman, der Episoden aus dem Leben von Thomas Mann erzählt. Durchaus amüsant und auch lebensnah gestaltet, hat mich das Buch doch nur zum Teil überzeugen können. Ein klarer Schwerpunkt ist die Homosexualität Manns und sein Umgang mit dem unterdrückten Begehren. Demgegenüber treten andere Aspekte in den Hintergrund. Das Werk wird nur recht selektiv dargestellt und auch die Rivalität mit dem Bruder Heinrich nimmt eher wenig Raum ein. Detailliert ausgemalte Szenen wechseln mit kompletten Auslassungen, die Schlüssellochperspektive liegt dem Autor nach meinem Eindruck am meisten. Insgesamt bleibe ich eher enttäuscht zurück.
Der Zauberer beherrscht sein Metier Welcher Liebhaber ernsthafter, klassischer Literatur kennt nicht (mindestens) einen Roman von Thomas Mann? Seht ihr – ich sehe jetzt alle innerlich aufzählen, was der- oder diejenige bisher gelesen hat. Ich kannte bisher nur den großartigen Roman „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ und die nicht minder gelungene Novelle „Tod in Venedig“. Die „Buddenbrooks“ liegen noch auf dem „Berg ungelesener Bücher“, der nun aber nach der Lektüre von „Der Zauberer“ des irischen Schriftstellers Colm Tóibin (erschienen im Hanser-Verlag und anerkennungswürdig von Giovanni Bandini aus dem Englischen übersetzt!) wohl neu vermessen werden muss, wenn die anderen Romane Thomas Mann´s noch käuflich erworben sind. Colm Tóibin hat umfassende Recherche- und Lektürearbeit betrieben und geleistet – davon zeugt nicht nur das recht umfangreiche, am Ende des Buches aufgeführte Quellenverzeichnis, sondern auch der (biografische) Roman als solches. Dabei setzt der Roman erst 1891 ein – in dem Jahr also, in dem der Vater von Thomas Mann verstarb – und endet mit Thomas´ letztem Besuch in Lübeck kurz vor seinem Tod 1955. Der Autor spart also bewusst (oder unbewusst?) die ersten Lebensjahre und den Tod aus. Aber er hat auch so genug zu erzählen :-). Denn die geneigte Leserschaft wird Zeuge, wie die Mann´s von Lübeck nach München ziehen, wie sich die (lebenslange) Rivalität zwischen Thomas und seinem Bruder Heinrich entwickelt, lernt die (wahrlich) Großfamilie Mann kennen und taucht ein in die politischen Ansichten verschiedener Familienmitglieder. Dabei spart sich der Autor, nur eine Seite des Menschen zu betrachten – nein, Tóibin zeigt Thomas mit all seinen Ecken, Kanten, (fragwürdigen) Entscheidungen bzgl. der späten (politischen) Positionsbezüge und lässt häufig die Homosexualität „sprechen“. Aber auch hier zeigt sich der irische Autor von einer sprachlich-eleganten Seite; die entsprechenden Passagen driften nie in das Schmuddelige ab – auch wenn es an der ein oder anderen Stelle etwas weniger ausführlich hätte sein dürfen *g*. Das schmälert aber nicht meine sonstige Begeisterung. Denn natürlich erfährt der Leser auch, wie Thomas Mann seine Novellen und Romane geschrieben hat, welche persönlichen Bezüge sie enthalten, wie er als Vater und Ehemann agierte, wie er die schwierigen Umbrüche in seinem Leben gemeistert hat – das alles in einer dem Sprachstil Thomas Mann´ ähnelnden Erzählweise, die jedoch nie einfach nur „abgekupfert“ wirkt, sondern eher ehrerbietig und respektvoll. Ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll. Selten hat mir eine (Roman-)Biografie einen Menschen (und die Familie) so nahegebracht, wie es Colm Tóibin mit „Der Zauberer“ gelungen ist. In Verbindung mit der großartigen Gestaltung nicht nur des Schutzumschlags sondern auch dem Buch als solches muss und kann ich hier nur 5* aus meinem Hut zaubern und eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Kandidat für die „Top 3“ der „King´s Crown Juwels 2021“. ©kingofmusic
„Der Zauberer“ erzählt das Leben des weltberühmten Schriftstellers Thomas Mann in Romanform von seiner Kindheit bis zu seinem Tod - aus seiner von Colm Tóibín sehr realistisch beschriebenen Perspektive.
Der Roman hat mich gefesselt! Es war eine spannende Geschichte, in deren Hauptperson man sich perfekt hineinversetzen konnte. Plötzlich sind Thomas Mann und seine Familie nicht mehr unnahbar.
Nach allem, was man an Literatur über und von Thomas Mann und seinen Angehörigen und von Biografen gelesen hat, geht Tóibin einen weiteren Schritt - direkt in die Gedanken und Gefühlswelt von Thomas Mann. Er kleidet aus, differenziert die bekannten Charakterisierungen. Sprachlich hervorragend und wunderbar angelehnt an die Schriften von Mann und an den damaligen Zeitgeist. Besonders beeindruckend die Szene während des Konzerts in Pacific Palisades, als in seinem Kopf der Roman Dr. Faustus immer mehr Gestalt annimmt. Oder auch die Darstellung, wie man versucht hat, ihn davon abzubringen, Weimar zu besuchen. Die feine Ironie, die von den Romanen übertragen wird in Gespräche, Geschichten, seine inneren Monologe, seine Persönlichkeit. Ein absolut lohnendes Buch! Eine ganz neue Seite Tóibins, von dem ich bisher eine andere Erzählweise kannte. Bin überrascht über diese Art von dieser Lebensbeschreibung in Romanform.







