Der schwedische Reiter

Der schwedische Reiter

Softcover
3.98
BischofHistorischer RomanIdentitätSchlesien

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Description

Eine Geschichte von vertauschter Identität, Liebe und Schuld – in Form eines perfekt konstruierten Thrillers.

Die Welt ist aus den Fugen in diesem historisch-fantastischen Roman: Der Krieg zwischen August dem Starken und Karl XII. von Schweden hat Schlesien um 1700 im Würgegriff. Regimenter durchziehen das Land und üben erbarmungslose Lynchjustiz. Die Bauern, aber auch Banden von Räubern und Vagabunden kämpfen ums nackte Überleben. Ein christlicher Bischof bietet den Verfolgten letzte Zuflucht: In seinen Steinbrüchen und Schmelzöfen »stöhnen an Karren geschmiedet die Lebendig-Toten, die sich vor dem Galgen in die Hölle geflüchtet haben«. Zwei Männer, ein adeliger Deserteur und ein namenloser Vagabund, stehen am Scheideweg. Der Weg des ersten führt zur feindlichen schwedischen Armee, zu Kriegsruhm, Reichtum und zur schönen Maria Agneta, seiner Kusine. Der Weg des anderen führt in die Feuerhölle des Bischofs. Doch die Schicksale kreuzen und vertauschen sich.
Der kunstvoll geometrische Aufbau dieses Plots gehört zu den ästhetisch beglückendsten Erfindungen des Mathematikers Perutz. Und in der Figur des namenlosen Vagabunden hat er eine Gestalt erschaffen, die in Charisma und Dämonie den berühmten Helden der schwarzen Romantik gleicht – von Byrons Manfred bis zu Dumas' Grafen von Monte Christo.

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
256
Price
14.40 €

Author Description

Leo Perutz wurde am 2. November 1882 in Prag geboren und siedelte 1899 mit seiner Familie nach Wien über. In der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg zählte er zu den meistgelesenen Erzählern deutscher Sprache. 1938 emigrierte Perutz nach Tel Aviv. Er starb 1957 während eines Österreichbesuchs in Bad Ischl. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane und Erzählungen und wurde in viele Sprachen übersetzt. In seinen Romanen begegnen sich Historisches und Phantastisches, Traum und Wirklichkeit verschmelzen.Sein gesamtes Romanwerk sowie ein Nachlassband sind als Taschenbuch bei dtv in der Leo-Perutz-Edition lieferbar. Allesamt herausgegeben und mit einem neuen Nachwort von Hans-Harald Müller. Im Februar 2008 erscheint der Roman ›Der Meister des Jüngsten Tages‹ außerdem in der Edition der AutorenBibliothek.»Leo Perutz ist der größte magische Realist unserer Sprache, ein Virtuose des Rätsels.« Daniel Kehlmann»Er ist ein Dichter mit der Fähigkeit, ungewöhnlich fesselnde Romane zu schreiben. Ich betone: ein Dichter.« Carl von Ossietzky

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Das Buch habe ich im Rahmen eines Geschichtsdidaktikseminars gelesen welches zum Ziel hatte, historische Jugendromane in den Unterricht einzugliedern. Bereits von Anfang an hat mich das Buch verzaubert. Bereits als ich in der Liste der Lektürevorschläge der Dozentin die Cover der vielen Bücher überflogen habe, ist man Auge an diesem hängen geblieben. In Verbindung mit dem sehr vielversprechenden und mysteriösen Titel "Der schwedische Reiter" wollte irgendetwas in mir dieses Buch lesen, obwohl das Setting laut Klapptext nicht mein Fall ist. Zur Story: Die hervorragende Geschichte wird bereits im Prolog brillant eingeleitet. Die schlesische Edeldame Maria Christine zu Tornefeld erzählt von ihrem Vater Christian Tornefeld, der von den meisten aber einfach nur "der schwedische Reiter" genannt wird. Sie erzählt vor allem davon wie ihr Vater in den Krieg seines Herren Karl den XII von Schweden gegen August den Starken auszieht als sie noch ein Kind war. Obwohl er viele Meilen weit weg im Krieg kämpft, kommt ihr Vater jede Nacht zu ihr ans Fenster und redet mit seiner Tochter. Sogar als die Nachricht kam, ihr Vater sei vor Wochen im Krieg gefallen, weiß Maria Christine dass das nicht stimmen kann, denn er hat sie ja gestern Nacht noch besucht. Die Einleitung endet mit dem vielversprechenden Satz. "Die Geschichte des schwedischen Reiters soll nun erzählt werden, es ist die Geschichte zweier Männer." Damit hat Perutz das Rätsel bereits in der Einleitung aufgelöst. Was in den folgenden 200 Seiten folgt ist eine Geschichte voller moralischer Gradwanderungen, Erfolg, Verlust, Lügen, Liebe, Glück und Schuld. Zur historischen Authentizität: Bereits mit seinem Altertümlichen Schreibstil überzeugt Perutz voll und ganz. Im Nachwort schreibt er, dass er versucht hat die Geschichte so zu erzählen, wie seine Großmutter immer Geschichten erzählt hat. Ganz Zeittypisch ist der Roman vollgestopft mit Gallizismen, was die Sprache sehr authentisch wirken lässt. Auf den ersten paar Seiten wirkt es zwar etwas befremdlich, aber sobald man sich reingelesen hat, meint man, dass das Buch von jemanden aus dem 18. Jahrhundert geschrieben worden ist und nicht von Leo Perutz kurz vor dem zweiten Weltkrieg. Außerdem sind die Themen die Perutz in seinem Roman aufgreift, ausschlaggebend für die Zeit. Von religiösen Aberglauben bis unheimlicher Bauernschläue ist alles dabei was man im 18 Jahrhundert erwartet. Im Bezug zu meinem Seminar muss ich allerdings sagen, dass das Buch nicht als Schullektüre geeignet ist, zumindest nicht für die 7./8. Klasse in der die frühe Neuzeit laut Lehrplan behandelt wird. Das Buch ist rein historisch zu subtil und passiv, um großen Gewinn für einen Geschichtsunterricht zu ziehen. Das, was den Roman zu einem Meisterwerk macht, nämlich der Schreibstil, die Perspektiven, die Charaktere und die zahlreichen literarischen Kniffe, sind mehr Stoff für ein Literaturseminar an der Oberstufe oder der Uni.

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