Der Mann im roten Rock

Der Mann im roten Rock

Hardback
4.016
Marcel ProustChirurgie1918Sarah Bernhardt

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Description

Die wahre Geschichte des französischen Arztes Samuel Pozzi und ein einzigartiger Einblick in das Paris der Belle Époque – eine Zeit des Wandels, der Wissenschaft und der Entdeckungen

Dr. Samuel Pozzi (1846–1918) war Arzt, Pionier auf dem Gebiet der Gynäkologie und Freigeist, ein intellektueller Wissenschaftler, der seiner Zeit weit voraus war: So führte er Hygienevorschriften vor Operationen in Frankreich ein und übersetzte Darwin ins Französische.

Ebenso reiste Dr. Pozzi, um Erkenntnisse zu gewinnen, und stand für einen engen Austausch zwischen England und dem Kontinent. Julian Barnes beleuchtet diese fruchtbaren Beziehungen und schreibt zugleich ein spannendes Plädoyer, an der Idee Europas festzuhalten.

Kenntnisreich, elegant und akribisch recherchiert, beschreibt Julian Barnes das privat turbulente Leben Dr. Pozzis und erzählt die Kulturgeschichte des Fin de Siècle und seiner Protagonistinnen und Protagonisten: Maler, Politiker, Künstler, Schauspieler, Schriftsteller. Von Robert de Montesquiou und Émile Zola bis hin zu Sarah Bernhardt und Marcel Proust.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Science & Technology
Format
Hardback
Pages
304
Price
24.70 €

Author Description

Julian Barnes, 1946 in Leicester geboren, arbeitete nach dem Studium moderner Sprachen als Lexikograf, dann als Journalist. Von Barnes, der zahlreiche internationale Literaturpreise erhielt, liegt ein umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk vor, darunter »Flauberts Papagei«, »Eine Geschichte der Welt in 10 ½ Kapiteln« und »Lebensstufen«. Für seinen Roman »Vom Ende einer Geschichte« wurde er mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet. Julian Barnes lebt in London.

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Ein literarisches Puzzle Julian Barnes war mir bisher eher als Romanautor bekannt. Dass er jedoch auch andere "Gattungen" erfolgreich "bedienen" kann, beweist er mit seinem famosen Portrait über den französischen Arzt Samuel Pozzi (1846-1918) mit dem Titel "Der Mann im roten Rock", welches in hochwertiger Qualität vom Kiepenheuer&Witsch-Verlag herausgebracht wurde. Ein definitives Schmuckstück in jeder Sammlung! Barnes schreibt allerdings keine schnöde 08/15 Biografie über einen Arzt, der mir (zugegeben) bis zum jetzigen Zeitpunkt völlig unbekannt war. Stattdessen entwirft er zusätzlich zu den biografischen Einsprengseln Kaleidoskop artig ein Portrait der sog. „Belle Èpoque“, verbindet nützliches Wissen über Kunst, Literatur, Politik etc. mit anekdotischen Absätzen, über die man bei der Lektüre schmunzeln oder den Kopf schütteln kann und schafft es trotzdem, die geneigte Leserschaft „bei der Stange“ zu halten, indem er immer wieder den „Running Gag“-Satz „Wir wissen es nicht.“ einstreut. Am Ende trägt er alles „Nichtwissen“ mit einem Augenzwinkern noch einmal zusammen. Ein zusätzlicher Pluspunkt dieses einzigartigen Portraits sind die vielen Abbildungen, die das Buch und die Lektüre „lebendig“ gestalten. Man lernt dadurch viele Zeitgenossen von Dr. Pozzi und seinen beiden Begleitern, dem Grafen Montesquiou und dem Prinzen Edmonde Polignac kennen, trifft auf (literarische) Bekannte wie Oscar Wilde, Marcel Proust, die Brüder Goncourt und Gustave Flaubert (um nur ein paar zu nennen) und wird „Zeuge“ von fortschrittlichen Entwicklungen im Gesundheitswesen, für die sich Samuel Pozzi vehement eingesetzt hat. Auch werden die teilweise gravierenden Unterschiede zwischen Frankreich und England (etwa im Prozesswesen) eingestreut. Den Abschluss des Buches bildet ein leidenschaftliches Plädoyer Julian Barnes´ für Europa; wer mag es ihm verübeln, wo sein Heimatland doch gerade erst aus der EU ausgetreten ist… Obwohl die Lektüre an der ein oder anderen Stelle alles andere als leicht ist, sei dieses Buch all jenen empfohlen, die gerne „puzzeln“ und ein wenig Geduld aufbringen. Volle Leseempfehlung und entsprechend 5*. ©kingofmusic

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Im Juni 1885 kamen drei Franzosen in London an. Einer war ein Prinz, einer ein Graf und der dritte war ein bürgerlicher mit italienischen Nachnamen. Der Graf bezeichnete ihre Absicht als intellektuelle und dekorative Einkaufstour. (Meine Übersetzung des ersten Absatzes.) Die drei Männer waren: Edmond de Polignac Robert de Montesquiou-Fezensac Dr. Samuel Jean Pozzi - der Mann im roten Rock Julian Barnes nimmt diese Reise zum Anlaß, über das gesellschaftliche Leben der Zeit und das Verständnis von Kunst, insbesondere der Literatur zu schreiben. Denn der Graf de Montesquiou war Vorlage für ein Buch, den Roman „À Rebours“ von Joris-Karl Huysmans. Die dortige Hauptfigur namens Des Esseintes – ein Herzog – ist ein Dandy, Ästhet und Décadent. Dieses Buch wiederum verschenkt Lord Henry in Oskar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“ an den jungen Protagonisten, und es verändert dessen Lebensführung nachhaltig. Lord Henry leugnet dies: Art has no influence on action. Auf den verschlungenen Pfaden von Kunst und Laster schreitet Barnes voran, durchwandert sein Gelände also kreuz und quer und besichtigt solchermaßen ein Zeitalter, breitet farbenprächtige Details aus und stellt vielfache Bezüge zu den literarischen und gesellschaftlichen Zeitgenossen seiner drei Protagonisten her. Mehr auf meinem Blog "Notizhefte" unter: https://notizhefte.com/2021/09/16/uneindeutigkeit-von-lebensstilen/

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