Der Leinwandmesser

Der Leinwandmesser

Softcover
4.34
Lebensgeschichte

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Description

Das titelgebende Pferd wird wegen seines langen, weit ausschreitenden Ganges Leinwandmesser genannt. Als alter, scheckiger Wallach erzählt es in seinem letzten Gestüt in fünf aufeinanderfolgenden Nächten seinen jüngeren Artgenossen seine Lebensgeschichte. Es war einst wegen seiner Kraft im ganzen Land berühmt und ging in jungen Jahren in den Besitz eines Husarenoffiziers über. Dieser draufgängerische Lebemann reitet Leinwandmesser in einer Nacht, in der er einer untreuen Geliebten hinterherjagt, dermaßen zugrunde, dass dieses von neuen Besitzern fortan hauptsächlich als Lasttier genutzt wird. Gegen Ende der Erzählung kommt der Offizier, inzwischen verfettet, hochverschuldet und von einstigen Geliebten endgültig verlassen, zum Besitzer des letzten Gestüts von Leinwandmesser. Er erinnert sich an seinen scheckigen Wallach und schwelgt in glorreichen Zeiten, was dem Leser den inzwischen eingetretenen Verfall nur umso mehr verdeutlicht. Tolstoi beschreibt zum Schluss das Sterben Leinwandmessers ebenso wie das Hinsiechen seines einstigen Herrn und setzt menschlichen und tierischen Niedergang in Beziehung zueinander.

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
68
Price
6.10 €

Author Description

Lew Tolstoj wurde am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana bei Tula geboren und starb am 20. November 1910 in Astapowo an einer Lungenentzündung. Tolstoj entstammte einem russischen Adelsgeschlecht. Als er mit neun Jahren Vollwaise wurde, übernahm die Schwester seines Vaters die Vormundschaft. An der Universität Kasan begann er 1844 das Studium orientalischer Sprachen. Nach einem Wechsel zur juristischen Fakultät brach er das Studium 1847 ab, um zu versuchen, die Lage der 350 geerbten Leibeigenen im Stammgut der Familie in Jasnaja Poljana mit Landreformen zu verbessern. Er erlebte von 1851 an in der zaristischen Armee die Kämpfe im Kaukasus und nach Ausbruch des Krimkriegs 1854 den Stellungskrieg in der belagerten Festung Sewastopol. Die Berichte aus diesem Krieg machten ihn als Schriftsteller früh bekannt. Er bereiste aus pädagogischem Interesse westeuropäische Länder und traf dort auf Künstler und Pädagogen. Nach der Rückkehr verstärkte er die reformpädagogischen Bestrebungen und richtete Dorfschulen nach dem Vorbild Rousseaus ein. Seit 1855 lebte er abwechselnd auf dem Gut Jasnaja Poljana, in Moskau, und in Sankt Petersburg. Im Jahre 1862 heiratete er die 18-jährige deutschstämmige Sofja Andrejewna Behrs, mit der er insgesamt 13 Kinder hatte. In den folgenden Jahren seiner Ehe schrieb er die monumentalen Romane Krieg und Frieden sowie Anna Karenina.

Posts

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All
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Die Geschichte des Pferdes namens Leinwandmesser ist keine gängige Tier- oder Gestüterzählung, mit der man kleinen pferdevernarrten Mädchen eine Freude machen kann. Leinwandmesser war früher ein stolzer, schneller Schecke, der aufgrund seiner ungewöhnlichen Fellfärbung immer auffiel und auch immer eine Außenseiterrolle unter den Pferden genoß. Jetzt im hohen Pferdealter hat sich das nicht geändert. Er befindet sich bei seinem letzten Besitzer, doch ist dies kein Gnadenhof, sondern ein Hof, wo er nach wie vor die volle menschliche Brutalität abbekommt. Peitsche, wenn er nicht gehorcht oder unerlaubt wiehert. Von den jungen Pferden wird er respektlos behandelt. Doch dann ändert sich die Erzählweise und plötzlich spricht Leinwandmesser am Abend zu den anderen Pferden und erzählt seine tragische Lebensgeschichte. Bis dahin ist es eine normale Pferdegeschichte, doch wenn Leinwandmesser auf einmal über den eigentümlichen Gebrauch des Begriffs „Eigentum“ bei den Menschen philosophiert, merkt man, dass Tolstoi seine Gesellschaftskritik tierisch gut verpackt hat. Sehr geschickt zieht er dann Parallelen und Unterschiede zwischen Mensch und Tier beim Altern auf. Während Leinwandmessers früherer wohlhabendener Besitzer verarmt und übergewichtig stirbt und seine Gebeine mit Uniform geziert nutzlos der Erde übergeben werden, kommt dem tragischen Ende des Pferdes noch eine Art Sinn im Lebenskreislauf zu. Das Ende des Buchs ist sehr eindrucksvoll und berührt auch Menschen wie mich, die Pferden zwar respektvoll, aber vergleichsweise gleichgültig gegenüber stehen.

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Die Geschichte des Pferdes namens Leinwandmesser ist keine gängige Tier- oder Gestüterzählung, mit der man kleinen pferdevernarrten Mädchen eine Freude machen kann. Leinwandmesser war früher ein stolzer, schneller Schecke, der aufgrund seiner ungewöhnlichen Fellfärbung immer auffiel und auch immer eine Außenseiterrolle unter den Pferden genoß. Jetzt im hohen Pferdealter hat sich das nicht geändert. Er befindet sich bei seinem letzten Besitzer, doch ist dies kein Gnadenhof, sondern ein Hof, wo er nach wie vor die volle menschliche Brutalität abbekommt. Peitsche, wenn er nicht gehorcht oder unerlaubt wiehert. Von den jungen Pferden wird er respektlos behandelt. Doch dann ändert sich die Erzählweise und plötzlich spricht Leinwandmesser am Abend zu den anderen Pferden und erzählt seine tragische Lebensgeschichte. Bis dahin ist es eine normale Pferdegeschichte, doch wenn Leinwandmesser auf einmal über den eigentümlichen Gebrauch des Begriffs „Eigentum“ bei den Menschen philosophiert, merkt man, dass Tolstoi seine Gesellschaftskritik tierisch gut verpackt hat. Sehr geschickt zieht er dann Parallelen und Unterschiede zwischen Mensch und Tier beim Altern auf. Während Leinwandmessers früherer wohlhabendener Besitzer verarmt und übergewichtig stirbt und seine Gebeine mit Uniform geziert nutzlos der Erde übergeben werden, kommt dem tragischen Ende des Pferdes noch eine Art Sinn im Lebenskreislauf zu. Das Ende des Buchs ist sehr eindrucksvoll und berührt auch Menschen wie mich, die Pferden zwar respektvoll, aber vergleichsweise gleichgültig gegenüber stehen.

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Die Geschichte des Pferdes namens Leinwandmesser ist keine gängige Tier- oder Gestüterzählung, mit der man kleinen pferdevernarrten Mädchen eine Freude machen kann. Leinwandmesser war früher ein stolzer, schneller Schecke, der aufgrund seiner ungewöhnlichen Fellfärbung immer auffiel und auch immer eine Außenseiterrolle unter den Pferden genoß. Jetzt im hohen Pferdealter hat sich das nicht geändert. Er befindet sich bei seinem letzten Besitzer, doch ist dies kein Gnadenhof, sondern ein Hof, wo er nach wie vor die volle menschliche Brutalität abbekommt. Peitsche, wenn er nicht gehorcht oder unerlaubt wiehert. Von den jungen Pferden wird er respektlos behandelt. Doch dann ändert sich die Erzählweise und plötzlich spricht Leinwandmesser am Abend zu den anderen Pferden und erzählt seine tragische Lebensgeschichte. Bis dahin ist es eine normale Pferdegeschichte, doch wenn Leinwandmesser auf einmal über den eigentümlichen Gebrauch des Begriffs „Eigentum“ bei den Menschen philosophiert, merkt man, dass Tolstoi seine Gesellschaftskritik tierisch gut verpackt hat. Sehr geschickt zieht er dann Parallelen und Unterschiede zwischen Mensch und Tier beim Altern auf. Während Leinwandmessers früherer wohlhabendener Besitzer verarmt und übergewichtig stirbt und seine Gebeine mit Uniform geziert nutzlos der Erde übergeben werden, kommt dem tragischen Ende des Pferdes noch eine Art Sinn im Lebenskreislauf zu. Das Ende des Buchs ist sehr eindrucksvoll und berührt auch Menschen wie mich, die Pferden zwar respektvoll, aber vergleichsweise gleichgültig gegenüber stehen.

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