DAVE - Österreichischer Buchpreis 2021
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Description
Irrwitzig, eindrücklich, abgründig. Raphaela Edelbauers Roman über Künstliche Intelligenz.
»Ein Geistesblitz von einem Roman!«
Denis Scheck, Druckfrisch (Das Erste), 24.01.2021
Was braucht es, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten? Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie die Beantwortung dieser Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein bedingungsloser Glaube an die Technik ins Wanken. Welchem Zweck dient DAVE wirklich und wer wird von ihm profitieren?
In der Welt von Syz dreht sich alles ums Programmieren. Geschlafen und gegessen wird hauptsächlich, um schnellstmöglich wieder in die Datenströme des Computers abzutauchen. Das Ziel des gesamten Labors ist nichts Geringeres als die Programmierung der ersten generellen Künstlichen Intelligenz, ausgestattet mit einer Höchstleistung an Rechenkraft und menschlichem Bewusstsein: DAVE. Dann allerdings bringen zwei Ereignisse Syz‘ geregeltes Leben ins Wanken. Erstens, Syz verliebt sich in eine junge Ärztin, und zweitens, DAVE droht ein Totalausfall. Der Strudel, in den Syz in der Folge gerät, katapultiert den Programmierer in unmittelbare Nähe der Machtzentrale. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der Künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, taucht Syz tief in die Geschichte des Labors ein und versucht herauszufinden, wessen Interessen DAVE am Ende eigentlich dient. Nach dem großen Erfolg von »Das flüssige Land« legt Raphaela Edelbauer einen einzigartigen Roman über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Künstlichen Intelligenz vor.
Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Buchpreis 2021
Aus der Begründung der Jury:
Raphaela Edelbauer hat mit DAVE einen raffinierten Science-Fiction-Roman mit eingebauter Liebesgeschichte geschaffen, der nach den Gesetzen des Thrillers funktioniert. Dabei unterhält man sich nicht nur, sondern erfährt dank Edelbauers erstaunlicher Belesenheit viel über philosophische Debatten, Bewusstseins- und Gedächtnisforschung, Informatik und lernende Systeme, deren Heilsversprechen die Autorin spürbar misstraut. Denn der Weg zu einer schmerzlosen und total vernünftigen Gesellschaft nach dem Ebenbild des Computers führt durch Überwachung und Repression. Edelbauer erzählt elegant und pointiert, mit galligem Witz, Lust an der Anspielung und immer wieder verblüffenden Wendungen von der Ohnmacht des einzelnen in einer Diktatur der Weltverbesserer.
Book Information
Author Description
Raphaela Edelbauer, geboren in Wien, studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. Für ihr Werk »Entdecker. Eine Poetik« wurde sie mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurde ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Ihr Debütroman »Das flüssige Land« stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, ihr dritter Roman »Die Inkommensurablen« auf der Longlist. Für ihren zweiten Roman »DAVE« erhielt sie den Österreichischen Buchpreis. Raphaela Edelbauer lebt in Wien.
Posts
Eine faszinierende Reise in ungeahnte (philosophische) Gefilde, spannend, fundiert & in seiner Komposition beeindruckend.
DAVE ist die Abkürzung für – ja, wofür eigentlich? Wenn die Autorin das noch wüsste! Mit 19 kam ihr der Einfall zu diesem Roman. Nun, zehn Jahre später, wurde er in der dritten von ihr niedergeschriebenen Version endlich veröffentlicht. Und diese lange Genese merkt man ihm auch an, denn er ist äußerst komplex, verknotet das Gehirn, regt zu kreativen Spekulationen in diverse Richtungen an, verhandelt geschichtliche Entwicklungen der IT-Szene ebenso wie er philosophische Abhandlungen über Künstliches Bewusstsein liefert. Er ist gespickt von gesellschaftskritischen Elementen, die in Form von auf die Spitze getriebenen, bereits heute sich abzeichnenden Entwicklungen daherkommen und zumeist zu einem Schmunzeln einladen. Es gibt aber auch grotesk anmutende, subtile Schauer über den Rücken jagende Szenen, die dazu verleiten, eine Seite nach der anderen umzublättern und sich zu fragen, wie denn nun… und ob wirklich… oder doch nicht? Es sind dieses Hin-und-her-Geworfenwerden zwischen scheinbarer Gewissheit und erneuter Unsicherheit und dieser Wechsel von hochtrabend philosophischer Untermauerung der Thematik und atemberaubend spannender Handlung mit humorvollen Einsprengseln, die die Lektüre dieses Buches zu einer echten Herausforderung und gleichzeitig zu großartiger Unterhaltung auf hohem Niveau machen. Das beginnt bereits beim fulminanten Prolog, der nicht erst bei Adam und Eva ansetzt, sondern viel früher, ganz am Anfang, – als das Leben selbst, das erste Bewusstsein, sich seinen Weg bahnt, und erstreckt sich über die 14 Kapitel bis hin zum letzten Satz. Ich empfehle DAVE also gern – aber durchaus nicht jenen, die auf der Suche nach einem Easyread mit eindeutigen Erklärungen sind. DAVE ist ein Buch, das nur gefällt, wenn man Spaß daran hat, die vielen indirekten Verknüpfungen einzelner Textelemente ausfindig zu machen. Und nicht nur inhaltlich, auch sprachlich ist das Buch auf einem hohen Niveau – was insbesondere an dem einen oder anderen bildungssprachlichen Ausdruck und den zwischendurch auftauchenden fachsprachlichen Textstücken liegt. Die österreichischen Dialektwörter, die sporadisch ebenfalls auftauchen, haben durchaus ihren Charme, sind aber nicht jedem Leser aus Deutschland unmittelbar geläufig (wie etwa „Lurch“ für Staubflusen). Gerade im Kontext der Thematik des Buches empfand ich die insgesamt – trotz dieser kleinen dialektalen Ausflüge – irgendwie „technisiert“ wirkende Sprache mit der meist sehr präzisen Wortwahl jedoch als ausgesprochen gelungen. Ich hatte einen interessanten Roman über KI erwartet. Bekommen habe ich ein überbordendes, fulminantes Potpourri an Philosophie, Spannung, sprachlicher Virtuosität, popkulturellen Anspielungen, einen Hauch grotesker Fantastik und eine genial gewobene Geschichte – kurz: Unterhaltung auf hohem Niveau! Das Miträtseln, Dazulernen, Eingesogenwerden hat mir Spaß gemacht, überwiegend habe ich das Buch schlicht geliebt. Erst zum Ende hin wollte ich dann auch wirklich langsam mal, dass sich das Ganze endlich auflöst – und das Tat es auch. Ehrlicherweise nicht besonders unerwartet, aber wie das alles erklärt wird, auf welchen Ideenfundamenten das fußt, das ist genial, wirklich! Wenn du Interesse an dem Thema KI sowie eine gewisse Bereitschaft hast, dich ins Unbekannte fallen und in alle möglichen Denkecken entführen zu lassen, dann lies DAVE – „Jetzt DAVE, jetzt DAVE, jetzt DAVE!“
Auf dieses Buch war ich wirklich super gespannt. Ich habe ausschließlich Positives über dieses Buch gehört, habe darüber in mehreren Zeitungen gelesen und sogar einen Bericht im Fernsehen gesehen. Das ist auf jeden Fall etwas, worauf die Autorin stolz sein kann und soll! Ich will der Autorin auch auf gar keinen Fall mit dieser Rezension ihren Erfolg madig machen und ich will auch nicht, dass sie sich schlecht fühlt. Also, Frau Edelbauer, falls Sie irgendwie auf diese Rezension stoßen: Ich freue mich sehr für Sie und Ihr Buch! Nehmen Sie sich meine Bewertung bitte nicht zu Herzen und machen Sie einfach weiter, als hätten Sie sie nie gesehen. Immerhin gibt es viele Menschen, denen Ihr Buch gefällt und die Sie mit Ihrer Welt begeistern konnten! Doch mich konnte dieses Buch leider nicht begeistern. Es war mir persönlich einfach zu langatmig. Eigentlich bin ich ja ein großer Fan von Dystopien und von Science-Fiction aller Art. Aliens, tödliche Krankheiten, Atomkriege, Überwachungsstatten, übermächtige Technologien wie Dave... Ich habe schon so unglaublich viele sehr unterschiedliche Werke aus dieser Sparte gelesen. Viele davon haben mich begeistert. Andere - wie eben leider auch "Dave" - eben nicht. Ich muss dazu sagen, dass ich "Dave" auch nicht unbedingt schlecht fand. Zwischendurch gab es auch einige durchaus interessante Stellen, an denen man merkt, dass die Autorin ihr Handwerk beherrscht. Manchmal ging er Schreibstil fast schon ins Lyrische. Das fand ich dann spannend zum Lesen. Aber leider gab es dann eben auch lange Abschnitte, die in mir persönlich einfach nichts auslösten. Mein Fazit? Ich möchte nicht ausschließen, dass ich es irgendwann in der Zukunft nochmal mit diesem Buch versuchen werde. Im Moment ist es aber nicht das Richtige für mich.
So ein schwieriges und trotzdem gutes Buch. Glaube, dass die meisten, die "Das flüssige Land" lasen, vor allem in Raphaela Edelbauers Sprache wieder sehr zuhause sein, vom Thema aber schnell überfordert werden. Das ganze philosophische Konzept rund um Künstliche Intelligenz ist dermaßen dicht, dass man vieles mehrfach lesen muss. Bin froh, gerade etwas in antiker Philosophie zu stecken, sonst wäre mir hier einiges verborgen geblieben... Beim Ende fehlte mir aber trotz allem etwas Verständnis, fühlte sich sehr "schnell abgehandelt" an. 3.5 / 5.0 mit Tendenz nach oben.
Dieses Buch hat mich gefordert und lies meine Gedanken rotierten. Dieses und die Sprache hat das Buch zu einem Genuss gemacht . Wer Themen wie Matrix und die dazugehörige KI mag , sich gerne mit verschiedenen Ansichten auseinander setzt, kommt hier voll auf seine Kosten. Wenn du nur eine spannende Geschichte suchst, ist es nichts für dich .
Und wieder haben es die Österreicher geschafft - sie gehen ihrer eigenen Wege. Wählen frische, spannende Lektüre zu Preisträgern. Auch wenn es nicht unbedingt normkonform ist. Gut, Sci-Fi und künstliche Intelligenz sind tatsächlich salonfähig geworden, aber was Raphaela Edelbauer hier bietet, ist mehr als das. Es ist eben kein Buch, das einzig dafür geschrieben wurde, eine gewisse Zielgruppe zu befriedigen. Dafür ist es zu verdreht, zu wirr, zu irre. Und genau deshalb ist es ein so geniales Werk. Die Handlung dreht und windet sich, ist kaum zu fassen, reisst uns in die Tiefen der technischen (Un-)Möglichkeiten. Phantastisch, cineastisch, und doch klar gedacht - das beschreibt dieses Buch aus meiner Sicht. Edelbauer verzichtet auf Kulturpessimismus, schafft es aber trotzdem, leicht Kritik anzubringen. Doch diese findet der Leser in sich selbst, nicht im Text. Der steht für sich. Die Lektüre von "DAVE" war für mich ein Erlebnis sondergleichen. Auf das Buch angesprochen, konnte ich kaum mit meinen Gedanken und Ideen dazu an mich halten. Dabei muss ich wahrscheinlich genauso verwirrt erschienen sein, wie es der Protagonist im Buch oftmals war. Aber anders kann man nicht über dieses Werk sprechen. Wer es gelesen hat, wird mich verstehen. Herzlichen Dank nach Österreich für dieses Buch und die Auszeichnung, die mich dazu gebracht hat, es auch zu lesen. Davor hatte ich nämlich noch gar nichts davon mitbekommen und ehrlich gesagt, ohne Preis hätte ich auch so nicht nach diesem Werk gegriffen. Also, noch einmal: Danke Österreich!
Es muss doch noch besser werden, dachte ich mir und quälte mich immer weiter durch dieses Buch, auf das ich durch Literatursendungen aufmerksam wurde und von dem ich mir so viel versprochen hatte. Denn es geht um künstliche Intelligenz, ein Thema, das ich spannend finde und mich darauf freute, in Romanform unterhaltsam beleuchtet darüber zu lesen. Doch stattdessen hat mir dieses Buch noch einmal überdeutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, im Vorfeld in die Leseprobe zu schauen um eine Kostprobe davon zu erhalten, ob einem der Schreibstil liegt, bevor man sich dafür entscheidet ein Buch zu lesen. Ich hatte das bei „Dave“ leider nicht gemacht, sondern mich von Buchbesprechungen im TV und nicht zuletzt von Interviews mit der Autorin mitreißen lassen. Dabei klang der Klappentext durchaus vielversprechend. Denn es geht um die Frage, was es braucht, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten. Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie die Beantwortung dieser Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein bedingungsloser Glaube an die Technik ins Wanken. Der Strudel, in den Syz gerät, katapultiert den Programmierer in unmittelbare Nähe der Machtzentrale. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der Künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, taucht Syz tief in die Geschichte des Labors ein und versucht herauszufinden, wessen Interessen DAVE am Ende eigentlich dient. Als durchaus technikaffinem Menschen sind mir viele Bezeichnungen aus dem Computerbereich zwar geläufig, aber die Sprache strotzt von übermäßigem Fremdwortgebrauch und sonderbaren Wortkreationen neben denen außerdem landestypische österreichische Ausdrucksweisen der Autorin mitschwingen. Das ergibt in der Gesamtsumme einen nicht gerade einfachen Sprachgebrauch, der sich für mich kaum flüssig lesen und verstehen lässt. Die Sprache wirkt dabei auf mich nicht gehoben oder als etwas, auf das man sich als Leser einlassen und vielleicht erst hineinfinden muss, sondern unverhältnismäßig gestelzt und überkompliziert. Mir ist das von allem zu viel und ich bin regelrecht dankbar, wenn die Wortwahl gelegentlich aufklart. Weil ich hoffe, dass mich die Geschichte vielleicht doch noch packen kann, lese ich das Buch bis zur Hälfte weiter. Aber weder die Charaktere noch die kaum vorhandene Handlung können mein Interesse aufrecht erhalten, so dass ich mich schließlich dabei erwische, wie ich seitenweise den Text nur noch überfliege, bevor ich das Buch nach reiflicher Überlegung doch endlich abbreche. Im Nachgang schaue ich mir andere Rezensionen zu „Dave“ an, kann die positiven Stimmen jedoch nicht nachvollziehen. Raphaela Edelbauer, geboren 1990 in Wien, studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst und hat bereits einige Literaturpreise und Nominierungen für ihre bisherigen Werke erhalten. Eigentlich mag ich es ja auch, wenn Menschen mit Sprache ungewöhnliche Dinge anstellen, doch zu Raphaela Edelbauers Sprachkunst scheint mir einfach der Zugang zu fehlen.
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Irrwitzig, eindrücklich, abgründig. Raphaela Edelbauers Roman über Künstliche Intelligenz.
»Ein Geistesblitz von einem Roman!«
Denis Scheck, Druckfrisch (Das Erste), 24.01.2021
Was braucht es, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten? Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie die Beantwortung dieser Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein bedingungsloser Glaube an die Technik ins Wanken. Welchem Zweck dient DAVE wirklich und wer wird von ihm profitieren?
In der Welt von Syz dreht sich alles ums Programmieren. Geschlafen und gegessen wird hauptsächlich, um schnellstmöglich wieder in die Datenströme des Computers abzutauchen. Das Ziel des gesamten Labors ist nichts Geringeres als die Programmierung der ersten generellen Künstlichen Intelligenz, ausgestattet mit einer Höchstleistung an Rechenkraft und menschlichem Bewusstsein: DAVE. Dann allerdings bringen zwei Ereignisse Syz‘ geregeltes Leben ins Wanken. Erstens, Syz verliebt sich in eine junge Ärztin, und zweitens, DAVE droht ein Totalausfall. Der Strudel, in den Syz in der Folge gerät, katapultiert den Programmierer in unmittelbare Nähe der Machtzentrale. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der Künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, taucht Syz tief in die Geschichte des Labors ein und versucht herauszufinden, wessen Interessen DAVE am Ende eigentlich dient. Nach dem großen Erfolg von »Das flüssige Land« legt Raphaela Edelbauer einen einzigartigen Roman über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Künstlichen Intelligenz vor.
Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Buchpreis 2021
Aus der Begründung der Jury:
Raphaela Edelbauer hat mit DAVE einen raffinierten Science-Fiction-Roman mit eingebauter Liebesgeschichte geschaffen, der nach den Gesetzen des Thrillers funktioniert. Dabei unterhält man sich nicht nur, sondern erfährt dank Edelbauers erstaunlicher Belesenheit viel über philosophische Debatten, Bewusstseins- und Gedächtnisforschung, Informatik und lernende Systeme, deren Heilsversprechen die Autorin spürbar misstraut. Denn der Weg zu einer schmerzlosen und total vernünftigen Gesellschaft nach dem Ebenbild des Computers führt durch Überwachung und Repression. Edelbauer erzählt elegant und pointiert, mit galligem Witz, Lust an der Anspielung und immer wieder verblüffenden Wendungen von der Ohnmacht des einzelnen in einer Diktatur der Weltverbesserer.
Book Information
Author Description
Raphaela Edelbauer, geboren in Wien, studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. Für ihr Werk »Entdecker. Eine Poetik« wurde sie mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurde ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Ihr Debütroman »Das flüssige Land« stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises, ihr dritter Roman »Die Inkommensurablen« auf der Longlist. Für ihren zweiten Roman »DAVE« erhielt sie den Österreichischen Buchpreis. Raphaela Edelbauer lebt in Wien.
Posts
Eine faszinierende Reise in ungeahnte (philosophische) Gefilde, spannend, fundiert & in seiner Komposition beeindruckend.
DAVE ist die Abkürzung für – ja, wofür eigentlich? Wenn die Autorin das noch wüsste! Mit 19 kam ihr der Einfall zu diesem Roman. Nun, zehn Jahre später, wurde er in der dritten von ihr niedergeschriebenen Version endlich veröffentlicht. Und diese lange Genese merkt man ihm auch an, denn er ist äußerst komplex, verknotet das Gehirn, regt zu kreativen Spekulationen in diverse Richtungen an, verhandelt geschichtliche Entwicklungen der IT-Szene ebenso wie er philosophische Abhandlungen über Künstliches Bewusstsein liefert. Er ist gespickt von gesellschaftskritischen Elementen, die in Form von auf die Spitze getriebenen, bereits heute sich abzeichnenden Entwicklungen daherkommen und zumeist zu einem Schmunzeln einladen. Es gibt aber auch grotesk anmutende, subtile Schauer über den Rücken jagende Szenen, die dazu verleiten, eine Seite nach der anderen umzublättern und sich zu fragen, wie denn nun… und ob wirklich… oder doch nicht? Es sind dieses Hin-und-her-Geworfenwerden zwischen scheinbarer Gewissheit und erneuter Unsicherheit und dieser Wechsel von hochtrabend philosophischer Untermauerung der Thematik und atemberaubend spannender Handlung mit humorvollen Einsprengseln, die die Lektüre dieses Buches zu einer echten Herausforderung und gleichzeitig zu großartiger Unterhaltung auf hohem Niveau machen. Das beginnt bereits beim fulminanten Prolog, der nicht erst bei Adam und Eva ansetzt, sondern viel früher, ganz am Anfang, – als das Leben selbst, das erste Bewusstsein, sich seinen Weg bahnt, und erstreckt sich über die 14 Kapitel bis hin zum letzten Satz. Ich empfehle DAVE also gern – aber durchaus nicht jenen, die auf der Suche nach einem Easyread mit eindeutigen Erklärungen sind. DAVE ist ein Buch, das nur gefällt, wenn man Spaß daran hat, die vielen indirekten Verknüpfungen einzelner Textelemente ausfindig zu machen. Und nicht nur inhaltlich, auch sprachlich ist das Buch auf einem hohen Niveau – was insbesondere an dem einen oder anderen bildungssprachlichen Ausdruck und den zwischendurch auftauchenden fachsprachlichen Textstücken liegt. Die österreichischen Dialektwörter, die sporadisch ebenfalls auftauchen, haben durchaus ihren Charme, sind aber nicht jedem Leser aus Deutschland unmittelbar geläufig (wie etwa „Lurch“ für Staubflusen). Gerade im Kontext der Thematik des Buches empfand ich die insgesamt – trotz dieser kleinen dialektalen Ausflüge – irgendwie „technisiert“ wirkende Sprache mit der meist sehr präzisen Wortwahl jedoch als ausgesprochen gelungen. Ich hatte einen interessanten Roman über KI erwartet. Bekommen habe ich ein überbordendes, fulminantes Potpourri an Philosophie, Spannung, sprachlicher Virtuosität, popkulturellen Anspielungen, einen Hauch grotesker Fantastik und eine genial gewobene Geschichte – kurz: Unterhaltung auf hohem Niveau! Das Miträtseln, Dazulernen, Eingesogenwerden hat mir Spaß gemacht, überwiegend habe ich das Buch schlicht geliebt. Erst zum Ende hin wollte ich dann auch wirklich langsam mal, dass sich das Ganze endlich auflöst – und das Tat es auch. Ehrlicherweise nicht besonders unerwartet, aber wie das alles erklärt wird, auf welchen Ideenfundamenten das fußt, das ist genial, wirklich! Wenn du Interesse an dem Thema KI sowie eine gewisse Bereitschaft hast, dich ins Unbekannte fallen und in alle möglichen Denkecken entführen zu lassen, dann lies DAVE – „Jetzt DAVE, jetzt DAVE, jetzt DAVE!“
Auf dieses Buch war ich wirklich super gespannt. Ich habe ausschließlich Positives über dieses Buch gehört, habe darüber in mehreren Zeitungen gelesen und sogar einen Bericht im Fernsehen gesehen. Das ist auf jeden Fall etwas, worauf die Autorin stolz sein kann und soll! Ich will der Autorin auch auf gar keinen Fall mit dieser Rezension ihren Erfolg madig machen und ich will auch nicht, dass sie sich schlecht fühlt. Also, Frau Edelbauer, falls Sie irgendwie auf diese Rezension stoßen: Ich freue mich sehr für Sie und Ihr Buch! Nehmen Sie sich meine Bewertung bitte nicht zu Herzen und machen Sie einfach weiter, als hätten Sie sie nie gesehen. Immerhin gibt es viele Menschen, denen Ihr Buch gefällt und die Sie mit Ihrer Welt begeistern konnten! Doch mich konnte dieses Buch leider nicht begeistern. Es war mir persönlich einfach zu langatmig. Eigentlich bin ich ja ein großer Fan von Dystopien und von Science-Fiction aller Art. Aliens, tödliche Krankheiten, Atomkriege, Überwachungsstatten, übermächtige Technologien wie Dave... Ich habe schon so unglaublich viele sehr unterschiedliche Werke aus dieser Sparte gelesen. Viele davon haben mich begeistert. Andere - wie eben leider auch "Dave" - eben nicht. Ich muss dazu sagen, dass ich "Dave" auch nicht unbedingt schlecht fand. Zwischendurch gab es auch einige durchaus interessante Stellen, an denen man merkt, dass die Autorin ihr Handwerk beherrscht. Manchmal ging er Schreibstil fast schon ins Lyrische. Das fand ich dann spannend zum Lesen. Aber leider gab es dann eben auch lange Abschnitte, die in mir persönlich einfach nichts auslösten. Mein Fazit? Ich möchte nicht ausschließen, dass ich es irgendwann in der Zukunft nochmal mit diesem Buch versuchen werde. Im Moment ist es aber nicht das Richtige für mich.
So ein schwieriges und trotzdem gutes Buch. Glaube, dass die meisten, die "Das flüssige Land" lasen, vor allem in Raphaela Edelbauers Sprache wieder sehr zuhause sein, vom Thema aber schnell überfordert werden. Das ganze philosophische Konzept rund um Künstliche Intelligenz ist dermaßen dicht, dass man vieles mehrfach lesen muss. Bin froh, gerade etwas in antiker Philosophie zu stecken, sonst wäre mir hier einiges verborgen geblieben... Beim Ende fehlte mir aber trotz allem etwas Verständnis, fühlte sich sehr "schnell abgehandelt" an. 3.5 / 5.0 mit Tendenz nach oben.
Dieses Buch hat mich gefordert und lies meine Gedanken rotierten. Dieses und die Sprache hat das Buch zu einem Genuss gemacht . Wer Themen wie Matrix und die dazugehörige KI mag , sich gerne mit verschiedenen Ansichten auseinander setzt, kommt hier voll auf seine Kosten. Wenn du nur eine spannende Geschichte suchst, ist es nichts für dich .
Und wieder haben es die Österreicher geschafft - sie gehen ihrer eigenen Wege. Wählen frische, spannende Lektüre zu Preisträgern. Auch wenn es nicht unbedingt normkonform ist. Gut, Sci-Fi und künstliche Intelligenz sind tatsächlich salonfähig geworden, aber was Raphaela Edelbauer hier bietet, ist mehr als das. Es ist eben kein Buch, das einzig dafür geschrieben wurde, eine gewisse Zielgruppe zu befriedigen. Dafür ist es zu verdreht, zu wirr, zu irre. Und genau deshalb ist es ein so geniales Werk. Die Handlung dreht und windet sich, ist kaum zu fassen, reisst uns in die Tiefen der technischen (Un-)Möglichkeiten. Phantastisch, cineastisch, und doch klar gedacht - das beschreibt dieses Buch aus meiner Sicht. Edelbauer verzichtet auf Kulturpessimismus, schafft es aber trotzdem, leicht Kritik anzubringen. Doch diese findet der Leser in sich selbst, nicht im Text. Der steht für sich. Die Lektüre von "DAVE" war für mich ein Erlebnis sondergleichen. Auf das Buch angesprochen, konnte ich kaum mit meinen Gedanken und Ideen dazu an mich halten. Dabei muss ich wahrscheinlich genauso verwirrt erschienen sein, wie es der Protagonist im Buch oftmals war. Aber anders kann man nicht über dieses Werk sprechen. Wer es gelesen hat, wird mich verstehen. Herzlichen Dank nach Österreich für dieses Buch und die Auszeichnung, die mich dazu gebracht hat, es auch zu lesen. Davor hatte ich nämlich noch gar nichts davon mitbekommen und ehrlich gesagt, ohne Preis hätte ich auch so nicht nach diesem Werk gegriffen. Also, noch einmal: Danke Österreich!
Es muss doch noch besser werden, dachte ich mir und quälte mich immer weiter durch dieses Buch, auf das ich durch Literatursendungen aufmerksam wurde und von dem ich mir so viel versprochen hatte. Denn es geht um künstliche Intelligenz, ein Thema, das ich spannend finde und mich darauf freute, in Romanform unterhaltsam beleuchtet darüber zu lesen. Doch stattdessen hat mir dieses Buch noch einmal überdeutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, im Vorfeld in die Leseprobe zu schauen um eine Kostprobe davon zu erhalten, ob einem der Schreibstil liegt, bevor man sich dafür entscheidet ein Buch zu lesen. Ich hatte das bei „Dave“ leider nicht gemacht, sondern mich von Buchbesprechungen im TV und nicht zuletzt von Interviews mit der Autorin mitreißen lassen. Dabei klang der Klappentext durchaus vielversprechend. Denn es geht um die Frage, was es braucht, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten. Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie die Beantwortung dieser Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein bedingungsloser Glaube an die Technik ins Wanken. Der Strudel, in den Syz gerät, katapultiert den Programmierer in unmittelbare Nähe der Machtzentrale. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der Künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, taucht Syz tief in die Geschichte des Labors ein und versucht herauszufinden, wessen Interessen DAVE am Ende eigentlich dient. Als durchaus technikaffinem Menschen sind mir viele Bezeichnungen aus dem Computerbereich zwar geläufig, aber die Sprache strotzt von übermäßigem Fremdwortgebrauch und sonderbaren Wortkreationen neben denen außerdem landestypische österreichische Ausdrucksweisen der Autorin mitschwingen. Das ergibt in der Gesamtsumme einen nicht gerade einfachen Sprachgebrauch, der sich für mich kaum flüssig lesen und verstehen lässt. Die Sprache wirkt dabei auf mich nicht gehoben oder als etwas, auf das man sich als Leser einlassen und vielleicht erst hineinfinden muss, sondern unverhältnismäßig gestelzt und überkompliziert. Mir ist das von allem zu viel und ich bin regelrecht dankbar, wenn die Wortwahl gelegentlich aufklart. Weil ich hoffe, dass mich die Geschichte vielleicht doch noch packen kann, lese ich das Buch bis zur Hälfte weiter. Aber weder die Charaktere noch die kaum vorhandene Handlung können mein Interesse aufrecht erhalten, so dass ich mich schließlich dabei erwische, wie ich seitenweise den Text nur noch überfliege, bevor ich das Buch nach reiflicher Überlegung doch endlich abbreche. Im Nachgang schaue ich mir andere Rezensionen zu „Dave“ an, kann die positiven Stimmen jedoch nicht nachvollziehen. Raphaela Edelbauer, geboren 1990 in Wien, studierte Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst und hat bereits einige Literaturpreise und Nominierungen für ihre bisherigen Werke erhalten. Eigentlich mag ich es ja auch, wenn Menschen mit Sprache ungewöhnliche Dinge anstellen, doch zu Raphaela Edelbauers Sprachkunst scheint mir einfach der Zugang zu fehlen.










