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Eine faszinierende Reise in ungeahnte (philosophische) Gefilde, spannend, fundiert & in seiner Komposition beeindruckend.
DAVE ist die Abkürzung für – ja, wofür eigentlich? Wenn die Autorin das noch wüsste! Mit 19 kam ihr der Einfall zu diesem Roman. Nun, zehn Jahre später, wurde er in der dritten von ihr niedergeschriebenen Version endlich veröffentlicht. Und diese lange Genese merkt man ihm auch an, denn er ist äußerst komplex, verknotet das Gehirn, regt zu kreativen Spekulationen in diverse Richtungen an, verhandelt geschichtliche Entwicklungen der IT-Szene ebenso wie er philosophische Abhandlungen über Künstliches Bewusstsein liefert. Er ist gespickt von gesellschaftskritischen Elementen, die in Form von auf die Spitze getriebenen, bereits heute sich abzeichnenden Entwicklungen daherkommen und zumeist zu einem Schmunzeln einladen. Es gibt aber auch grotesk anmutende, subtile Schauer über den Rücken jagende Szenen, die dazu verleiten, eine Seite nach der anderen umzublättern und sich zu fragen, wie denn nun… und ob wirklich… oder doch nicht? Es sind dieses Hin-und-her-Geworfenwerden zwischen scheinbarer Gewissheit und erneuter Unsicherheit und dieser Wechsel von hochtrabend philosophischer Untermauerung der Thematik und atemberaubend spannender Handlung mit humorvollen Einsprengseln, die die Lektüre dieses Buches zu einer echten Herausforderung und gleichzeitig zu großartiger Unterhaltung auf hohem Niveau machen. Das beginnt bereits beim fulminanten Prolog, der nicht erst bei Adam und Eva ansetzt, sondern viel früher, ganz am Anfang, – als das Leben selbst, das erste Bewusstsein, sich seinen Weg bahnt, und erstreckt sich über die 14 Kapitel bis hin zum letzten Satz. Ich empfehle DAVE also gern – aber durchaus nicht jenen, die auf der Suche nach einem Easyread mit eindeutigen Erklärungen sind. DAVE ist ein Buch, das nur gefällt, wenn man Spaß daran hat, die vielen indirekten Verknüpfungen einzelner Textelemente ausfindig zu machen. Und nicht nur inhaltlich, auch sprachlich ist das Buch auf einem hohen Niveau – was insbesondere an dem einen oder anderen bildungssprachlichen Ausdruck und den zwischendurch auftauchenden fachsprachlichen Textstücken liegt. Die österreichischen Dialektwörter, die sporadisch ebenfalls auftauchen, haben durchaus ihren Charme, sind aber nicht jedem Leser aus Deutschland unmittelbar geläufig (wie etwa „Lurch“ für Staubflusen). Gerade im Kontext der Thematik des Buches empfand ich die insgesamt – trotz dieser kleinen dialektalen Ausflüge – irgendwie „technisiert“ wirkende Sprache mit der meist sehr präzisen Wortwahl jedoch als ausgesprochen gelungen. Ich hatte einen interessanten Roman über KI erwartet. Bekommen habe ich ein überbordendes, fulminantes Potpourri an Philosophie, Spannung, sprachlicher Virtuosität, popkulturellen Anspielungen, einen Hauch grotesker Fantastik und eine genial gewobene Geschichte – kurz: Unterhaltung auf hohem Niveau! Das Miträtseln, Dazulernen, Eingesogenwerden hat mir Spaß gemacht, überwiegend habe ich das Buch schlicht geliebt. Erst zum Ende hin wollte ich dann auch wirklich langsam mal, dass sich das Ganze endlich auflöst – und das Tat es auch. Ehrlicherweise nicht besonders unerwartet, aber wie das alles erklärt wird, auf welchen Ideenfundamenten das fußt, das ist genial, wirklich! Wenn du Interesse an dem Thema KI sowie eine gewisse Bereitschaft hast, dich ins Unbekannte fallen und in alle möglichen Denkecken entführen zu lassen, dann lies DAVE – „Jetzt DAVE, jetzt DAVE, jetzt DAVE!“
Feb 15, 2023
Eine faszinierende Reise in ungeahnte (philosophische) Gefilde, spannend, fundiert & in seiner Komposition beeindruckend.
DAVE ist die Abkürzung für – ja, wofür eigentlich? Wenn die Autorin das noch wüsste! Mit 19 kam ihr der Einfall zu diesem Roman. Nun, zehn Jahre später, wurde er in der dritten von ihr niedergeschriebenen Version endlich veröffentlicht. Und diese lange Genese merkt man ihm auch an, denn er ist äußerst komplex, verknotet das Gehirn, regt zu kreativen Spekulationen in diverse Richtungen an, verhandelt geschichtliche Entwicklungen der IT-Szene ebenso wie er philosophische Abhandlungen über Künstliches Bewusstsein liefert. Er ist gespickt von gesellschaftskritischen Elementen, die in Form von auf die Spitze getriebenen, bereits heute sich abzeichnenden Entwicklungen daherkommen und zumeist zu einem Schmunzeln einladen. Es gibt aber auch grotesk anmutende, subtile Schauer über den Rücken jagende Szenen, die dazu verleiten, eine Seite nach der anderen umzublättern und sich zu fragen, wie denn nun… und ob wirklich… oder doch nicht? Es sind dieses Hin-und-her-Geworfenwerden zwischen scheinbarer Gewissheit und erneuter Unsicherheit und dieser Wechsel von hochtrabend philosophischer Untermauerung der Thematik und atemberaubend spannender Handlung mit humorvollen Einsprengseln, die die Lektüre dieses Buches zu einer echten Herausforderung und gleichzeitig zu großartiger Unterhaltung auf hohem Niveau machen. Das beginnt bereits beim fulminanten Prolog, der nicht erst bei Adam und Eva ansetzt, sondern viel früher, ganz am Anfang, – als das Leben selbst, das erste Bewusstsein, sich seinen Weg bahnt, und erstreckt sich über die 14 Kapitel bis hin zum letzten Satz. Ich empfehle DAVE also gern – aber durchaus nicht jenen, die auf der Suche nach einem Easyread mit eindeutigen Erklärungen sind. DAVE ist ein Buch, das nur gefällt, wenn man Spaß daran hat, die vielen indirekten Verknüpfungen einzelner Textelemente ausfindig zu machen. Und nicht nur inhaltlich, auch sprachlich ist das Buch auf einem hohen Niveau – was insbesondere an dem einen oder anderen bildungssprachlichen Ausdruck und den zwischendurch auftauchenden fachsprachlichen Textstücken liegt. Die österreichischen Dialektwörter, die sporadisch ebenfalls auftauchen, haben durchaus ihren Charme, sind aber nicht jedem Leser aus Deutschland unmittelbar geläufig (wie etwa „Lurch“ für Staubflusen). Gerade im Kontext der Thematik des Buches empfand ich die insgesamt – trotz dieser kleinen dialektalen Ausflüge – irgendwie „technisiert“ wirkende Sprache mit der meist sehr präzisen Wortwahl jedoch als ausgesprochen gelungen. Ich hatte einen interessanten Roman über KI erwartet. Bekommen habe ich ein überbordendes, fulminantes Potpourri an Philosophie, Spannung, sprachlicher Virtuosität, popkulturellen Anspielungen, einen Hauch grotesker Fantastik und eine genial gewobene Geschichte – kurz: Unterhaltung auf hohem Niveau! Das Miträtseln, Dazulernen, Eingesogenwerden hat mir Spaß gemacht, überwiegend habe ich das Buch schlicht geliebt. Erst zum Ende hin wollte ich dann auch wirklich langsam mal, dass sich das Ganze endlich auflöst – und das Tat es auch. Ehrlicherweise nicht besonders unerwartet, aber wie das alles erklärt wird, auf welchen Ideenfundamenten das fußt, das ist genial, wirklich! Wenn du Interesse an dem Thema KI sowie eine gewisse Bereitschaft hast, dich ins Unbekannte fallen und in alle möglichen Denkecken entführen zu lassen, dann lies DAVE – „Jetzt DAVE, jetzt DAVE, jetzt DAVE!“
Feb 15, 2023






