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Alfred Adlers Das Problem der Homosexualität ist ein historisch bedeutsamer, heute kritisch zu lesender Beitrag zur frühen Sexualpsychologie und Individualpsychologie. Der Text untersucht Homosexualität nicht als bloß biologisches Faktum, sondern im Zusammenhang von Lebensstil, Minderwertigkeitsgefühl, Kompensation und sozialer Einordnung. Stilistisch verbindet Adler klinische Fallbetrachtung, theoretische Zuspitzung und polemische Abgrenzung von zeitgenössischen Deutungsmustern. Gerade darin spiegelt sich der wissenschaftliche Kontext des frühen 20. Jahrhunderts, dessen Begriffe und Wertungen aus heutiger Perspektive problematisch und überholt sind. Adler, ursprünglich im Umfeld Sigmund Freuds tätig und später Begründer der Individualpsychologie, interessierte sich besonders für die Frage, wie Menschen auf empfundene Schwäche, soziale Erwartungen und Machtverhältnisse reagieren. Seine ärztliche Praxis, seine Auseinandersetzung mit Neurose, Erziehung und Gemeinschaftsgefühl sowie seine Distanz zur orthodoxen Psychoanalyse prägten auch diese Schrift. Sie zeigt den Versuch, Sexualität in eine umfassendere Theorie der Persönlichkeit und Lebensführung einzuordnen. Empfohlen sei dieses Buch vor allem Leserinnen und Lesern, die sich für Wissenschaftsgeschichte, Psychoanalyse, Sexualitätsdiskurse und die Genealogie psychologischer Kategorien interessieren. Es verlangt kritische Lektüre, bietet jedoch wertvolles Material zum Verständnis einer einflussreichen, zugleich historisch begrenzten Denkweise.
ISBN9788028392635
PublisherCopycat
Publication Date06/24/25
Pages76
Main GenreSpecialized Books
Sub GenreSociety & Social Sciences
FormatSoftcover
LanguageGerman
Price9.00 €
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