Das Patriarchat der Dinge
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Rebekka Endler arbeitet als freie Autorin, Journalistin und Podcasterin. ›Das Patriarchat der Dinge‹ ist ihr erstes Buch.
Posts
Sehr lehrreich und interessant
In dem Buch wird aufgezeigt warum Frauen die Welt nicht passt, wie es auf dem Cover steht. Von Wissenschaftlerinnnen, die betrogen wurden, Crashtestdummys die nur eine kleinere männliche Version sind und ausschließlich auf dem Beifahrersitz getestet werden, Fußballschuhen und Fahrradsätteln. Frauen die belächelt und geächtet wurden, weil sie Hosen für Frauen zum Radfahren designed haben, die Hosen trugen und die Missstände im Gesundheitswesen, weil Männer als das Maß der Dinge gesehen wurden/werden. Das Buch zu lesen lohnt sich.
Ich bin absoluter Rebekka Endler-Fan: Ihr Schreibstil ist super engaging, selbst schwierige Themen, die vor allem wütend machen, erzählt sie mit Humor und unter Beleuchten eigener (Fehl-)Verhalten, ohne die die Wichtigkeit der Thematik herunterzuspielen. "Witches, Bitches, It-Girls" fand ich schon wunderbar, aber "Das Patriarchat der Dinge" mochte ich sogar noch einmal mehr.
In diesem Werk beleuchtet Endler verschiedene Bereiche - bspw. Stadträume, Sprache, Medizin, Design etc. - und wie diese auf den cishet (mehrheitlich weißen) Mann ausgerichtet sind. Sie zeigt auf, wie dies by design ausgrenzt und diskriminiert und wie es auch teilweise tödlich enden kann. Und wie es vor allem historisch dazu kommen konnte und warum es weiterhin bestehen bleibt. Selbst für Menschen, die viele feministische Werke lesen, kann ich versprechen, dass neue, augenöffnende Elemente sich hier für euch verstecken werden. Must-Read! (Vielen Dank an Netgalley und DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG für das digitale Rezensionsexemplar, es hat meine Meinungsbildung nicht beeinflusst.)
Ich habe aus diesem Buch viel mitgenommen. Nicht nur die vielen spannenden Geschichten, sondern auch die Ausflugsempfehlung zum „Garten der Frauen“. Ich empfehle nicht nur dieses Buch, sondern noch dazu dem Garten einen Besuch abzustatten. Im Sommer geht sicherlich beides zusammen und man kann sich auf die tollen Sitzgelegenheiten setzen und ein interessantes Buch darüber lesen, warum wir Feminismus brauchen und in welchen Bereichen er noch nicht angekommen ist.

Soo viele Dinge sind nicht einfach nur „da“, sondern geprägt von jahrhundertealten Machtstrukturen. Genau das zeigt Rebekka Endler in diesem Buch. Die Autorin deckt auf, wie tief patriarchale Muster in den Dingen verankert sind, die uns im Alltag umgeben. Warum sind Städte oft für Männer gemacht? Warum fühlen sich viele Frauen in der Technikwelt nicht ernst genommen? Und warum scheinen manche Dinge „neutral“ zu sein, obwohl sie alles andere als das sind? Was ich besonders an diesem Buch mag, ist, dass es nicht voll von trockener Theorie ist, man quält sich nicht von Seite zu Seite, sondern es gibt jede Menge Beispiele, die man sofort nachvollziehen kann. Es ist klar und unterhaltsam geschrieben, regt aber immer zum Nachdenken an. Das Buch ist für alle interessant, die sich fragen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Auch wenn man bereits einige Bücher zu dem Thema gelesen hat, findet man hier immer noch einige neue Informationen. Fazit: Ein wichtiges, spannendes und absolut lesenswertes Buch!

Rebekka Endlers Sachbuch ist ein leidenschaftlicher, klug recherchierter und pointiert formulierter Weckruf gegen die unsichtbaren Strukturen des patriarchalen Designs. Mit einem scharfen Blick für Alltagsgegenstände und gesellschaftliche Normen zeigt sie, wie unsere Welt – von der Medizin über Architektur bis hin zu Crashtest-Dummys – auf den männlichen Körper und die männliche Perspektive ausgerichtet ist. Rebekka Endler stützt ihre Argumente auf zahlreiche Studien, historische Beispiele und persönliche Erfahrungen. Die Fülle an Quellen macht das Buch zu einem verlässlichen Einstieg in die Thematik. Ob es um die Gestaltung von Toiletten, die Dosierung von Medikamenten oder die Temperatur in Büros geht, Rebekka Endler zeigt, wie Designentscheidungen Frauen benachteiligen. Trotz der ernsten Thematik gelingt es der Autorin, mit Ironie und Sarkasmus zu unterhalten, ohne die Tiefe ihrer Kritik zu verlieren. Sie berücksichtigt auch Diskriminierungsformen jenseits des Geschlechts, etwa Hautfarbe und Ableismus, und plädiert für einen inklusiven Feminismus. Rebekka Endler gelingt mit 'Das Patriarchat der Dinge' ein aufrüttelndes, zugängliches und streitbares Sachbuch, das den Blick auf unsere Umgebung nachhaltig verändert. Es ist ein Muss für alle, die verstehen wollen, wie tief patriarchale Strukturen in unsere materielle Welt eingewoben sind – und warum das nicht nur unbequem, sondern mitunter lebensgefährlich sein kann.
Über Rebekka Endlers Buch ‘Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt’ wurde schon viel geschrieben, deshalb möchte ich euch gar nicht so viel von eurer wertvollen Zeit klauen, die ihr lieber in das Lesen dieser Lektüre investieren solltet. Ich bin jedenfalls froh, dass ich das Buch nach langer Zeit auf meiner Wunschliste endlich gelesen habe. Der Titel drückt bereits aus, worum es in dem Buch geht. Allerdings beschränkt sich das Patriarchat der Dinge nicht nur auf ästhetische Designentscheidungen, Blümchenkleider und den Komfort von Fußballschuhen, sondern es hat Auswirkungen auf Gesundheit, Leben und Tod aller Personen, die nicht der „männlichen Norm” entsprechen. Mir war nicht alles neu, aber das allermeiste. Eine - für mich - ganz wichtige Horizonterweiterung, die mich nach dem Lesen des Buches mit einem anderen, geschärften Blick durch die Welt wandeln lässt.

Ein wichtiges Buch, um sich ins Gedächtnis zu rufen, wie sehr das Patriarchat unser Leben prägt
Gerne würde ich sagen "wir sind doch alle längst gleichberechtigt". Doch ist das so? Es ist allein das Umfeld, was Frauen erschwert ihr Potenzial auszunutzen oder gar zu überleben. Das fängt bei männlich normierten Sätteln für Fahrräder an und geht so weit, dass mehr Frauen an Herzinfarkten sterben, weil sich die Symptome zu den bei Männern unterscheiden. Die Welt ist von und für Männer gemacht und um das zu ändern, ist es wichtig, sich das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Das Buch stellt dazu einen guten Ansatz dar. Auch wenn es mir inhaltlich wenig neues bot, hat es mir doch einiges zurück ins Gedächtnis gerufen und spricht Themen aus unterschiedlichen Lebensbereichen an. Es ist keine Hochanspruchsvolle thematische Auseinandersetzung, sondern setzt da an, wo es die meisten betrifft: im unmittelbaren Leben. Es kann auf jeden Fall nicht schaden, dieses Buch zu lesen.

Tolles Buch über patriarchale Strukturen mit gut historischer Aufarbeitung!
Habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen und muss sagen, ja.. wir haben noch immer patriarchale Strukturen die belastend sind, auch wenn man es nicht wahrhaben will. Aber alleine diverse Probleme beim Namen klar zu benennen, hilft aus Mustern auszubrechen. In unterschiedlichsten Kapiteln wird auf unterschiedliche Probleme eingegangen. Weibliche Crashtest Dummies? Fahrradsättel für Frauen? Modeentwicklung über die Jahrhunderte. Uvm! Ich würde dieses Buch jeden Menschen empfehlen um mal über seinen Tellerrand (oder Männerrand?) zu gucken.
5,0 🌟 unfassbar lehrreich, interessant und so viele Sachen, die ich nicht wusste und über die ich nie nachgedacht hätte
Ich glaube das ist vermutlich das bisher beste feministische Buch, welches ich gelesen habe. Ich habe so unfassbar viel gelernt und konnte so viele wichtige Dinge mitnehmen. Ich habe de Öfteren meinem Freund einfach ein paar Passagen vorgelesen, die ich besonders schockierend oder interessant fand, weil ich einfach dann so ein Mitteilungsbedürfnis entwickelt habe - ich wollte einfach drüber reden. Es geht in diesem Buch um so viele Dinge, denen man alltäglich begegnet, aber man hat nie SO über diese Dinge nachgedacht, obwohls total plausibel ist. Ich freue mich weiter mit Fakten um mich zu werfen und meinen Umkreis mit diesem Thema zu nerven! But thats the only right way.
Lehrreich und Informativ
Mit „Das Patriarchat der Dinge“ hat Rebekka Endler ein Buch verfasst, das viele Ungerechtigkeiten auf eine fesselnde Art beschreibt. Auch wenn die meisten Menschen sich einiger der genannten Problemen wohl mehr oder weniger bewusst sind, so dürfte dieses Buch trotzdem als Augenöffner gelten. Ein sehr lesenswertes Buch, welches ich jedem Menschen wärmstens empfehle.
„Von einem Auto, das so designt ist, dass es bei einem Aufprall nicht nur den Fahrer, sondern auch die Fahrerin bestmöglich schützt, profitieren alle, die Männer inklusive. Denn wer hat nicht gerne eine lebendige Frau, Freundin, Mutter, Tochter, Schwester etc., und zwar ungeachtet ihrer Hautfarbe und Religion, ihres Kontostandes oder ihrer sexuellen Orientierung.“ Dieses Buch setzt sich mit Dingen auseinander, die für Frauen nicht passen, weil die Berücksichtigung Umstände machen würde, schonungslos auf den Punkt gebracht. Lesen!
Hey Männer, wisst ihr eigentlich, wie gut es Euch geht?
Wow, ich hätte nie gedacht, gleich so viele Beispiele zu finden, in denen männliche Normen und Vorgaben angelegt sind. Kleidung, Medizin, Politik, einfach alles vorhanden. Dabei wird nüchtern erzählt und berichtet, nicht hetzerisch geschrieben oder angeklagt. Harte Fakten für das 21. Jahrhundert!
Nachdem ich letztes Jahr Unsichtbare Frauen las und es mich nicht vollständig überzeugen konnte, wurde mir im Anschluss mehrfach Das Patriarchat der Dinge empfohlen. Dementsprechend war ich mehr als neugierig, ob dieses Buch das Thema überzeugender behandeln würde, als das vorherige. Eine Welt gemacht von Männern für Männer Worum geht es in diesem Sachbuch überhaupt? Hinter dem fast schon poetischen Titel versteckt sich im Grund eine einzige Geschichte, nämlich die, dass unsere Welt von Männer für Männer gestaltet wurde und noch immer wird. Sei es Stadtplanung, Medizin oder schlicht das Design von Alltagsgegenständen, der weiße cis Mann ist die Norm und Frauen werden entweder gar nicht extra berücksichtigt (häufigster Fall) oder werden als absonderliche Anomalie betrachtet und bekommen eine lediglich verkleinert und pink angemalte Version angeboten, Stichwort shrink it and pink it. Das ist im besten Fall ärgerlich und unpraktisch für Frauen, die Gegenstände nutzen müssen, die nicht für sie gedacht ist, im schlimmsten Fall ist es jedoch lebensbedrohlich, nämlich dann, wenn Sicherheitsvorkehrungen und Konzepte beispielsweise im Auto die weibliche Anatomie ignorieren oder in der Medizin die Wirkung von Medikamenten nur an männlichen Körpern (sowohl bei Versuchstieren, als Menschen) getestet werden. Wer da noch behauptet, wir bräuchten keine Feminismus Bewegung mehr, sollte dringend dieses Buch lesen, denn Endler führt wirklich zahlreiche Beispiele auf, die zeigen, wie sehr Frauen auch im Alltag noch benachteiligt werden. Was der Autorin ebenfalls gut gelingt ist, die Verknüpfungen des Patriarchats und des Kapitalismus aufzuzeigen. Es mag zwar wenig überraschen, dass beide Hand in Hand gehen, doch hier bekommt man nochmal genaustens die direkten Auswirkungen dieser unseligen Paarung aufgezeigt. Rebekka Endler ist wütend, sehr wütend Wenn man von eben erwähnten lebensgefährlichen Datenlücken in Medizin, Katastrophenschutz und Sicherheit absieht, mögen all diese kleinen und großen Benachteiligen im einzelnen vielleicht nicht dramatisch sein und nein, ich sterbe nicht, weil in meine Jeanstaschen nichts außer ein paar Münzen passt, nichtsdestotrotz macht die Summe all dieser Benachteiligungen wütend. Zumal ja vieles davon einfach zu lösen wäre, wenn Frauen nur endlich mal mitgedacht werden würde. Und nur weil es vielleicht nichts lebensentscheidendes ist, ob ich als Frau z.B bei einer Gesundheitsapp mitbedacht erde oder nicht, heißt es doch nicht, dass man dies nicht kritisieren darf und ob der Ungerechtigkeit nicht verärgert sein darf. Wir Frauen haben also einen guten Grund wütend zu sein und ein Recht, dass man unsere Wut wahrnimmt. Dementsprechend hat auch Rebekka Endler allen Grund dazu, wütend zu sein und ja auch, diese Wut in ihr Buch einfließen zu lassen und sprachlich auch mal ausfallend zu werden. Das muss nicht jeder mögen, ist aber zu akzeptieren. Was in meine Augen jedoch nicht ok ist, ist bei all der Emotionalität des Themas die Recherche zu vernachlässigen und das geschieht in diesem Buch leider ein paar mal. Häufiger betrachtet sie bestimmte Beispiele aus einem sehr einseitigen, ihrer Argumentation zuträglichem Blickwinkel und lässt größere Kontexte außer Blick. Zum Beispiel erwähnt sie ein in Frauenhaut gebundenes Medizinbuch aus dem 19. Jh. und wirft dem Arzt, der dieses herstellte die krudesten Gewalt- und Rachefantasien vor. Dass das Binden, gerade von Medizinbüchern in Menschenhaut im 19. Jh. zwar nicht in Massen geschah, aber doch gängige Praxis (und nicht mit denselben moralischen Tabus belegt war, wie heute) war und dafür mehrheitlich die Haut von verstorbenen Männern verwendet wurde, erwähnt sie nicht. Tatsächlich haben viele derjenigen, deren Haut nach ihrem Tod als Einband endete, diese zu Lebzeiten genau dafür verkauft. Daher stammt auch das Sprichwort “seine Haut zu Markte tragen“. Durch das Weglassen dieses Kontextes, erscheint Endlers Beispiel jedoch in einem ganz anderen Licht, liest sich ihr Text doch jetzt so, als ob ausschließlich Frauen von sadistischen Ärzten als Form von Rache an dem gesamten weiblichen Geschlecht, gegen ihren Willen gehäutet wurden. Und solcherart Beispiele finden sich häufiger. Es ist völlig ok auch in einem Sachbuch emotional zu sein, trotzdem sollte doch eine gewisse fachliche Professionalität gewahrt werden, und Kontexte nicht ignoriert werden, nur weil das Gesamtbild dann nicht zu dem passt, was man erzählen möchte. (K)ein Buch über Feminismus im Allgemeinen Leider ist das nicht mein einziger Kritikpunkt am Buch. Was mir ebenfalls nicht ganz zusagte, ist die Art und Weise, wie die Autorin ihr Buch strukturiert. Im Vorwort schrieb sie noch, sie wolle kein allgemeines Buch über Feminismus schreiben, sondern sich ganz auf das titelgebende Patriarchat der Dinge konzentrieren. Letztendlich hat sie sich an diesen Vorsatz aber nicht gehalten und irgendwie doch ein allgemeines Feminismusbuch geschrieben. Denn während sie zunächst doch noch sehr eng beim Thema vom patriarchistischem Design bleibt, weicht sie selbst diesen Begriff immer weiter auf und redet am Ende über viele Sachverhalte, in denen es zwar um die Unterdrückung der Frau geht, die mit patriarchistischem Design jedoch nichts mehr zu tun haben. Hinzu kommt ein ausgeprägter Drang zum Abschweifen. Endler beginnt mit einem Theme, führt dazu dann noch konkrete Beispiele auf, zu diesen Beispielen jedoch folgen weitere Beispiele und schwupps, ist sie vom eigentlichen Thema abgewichen und findet auch oft den Weg dahin nur mühsam oder gar nicht wieder zurück. Das gestaltet das Lesen dieses Buches oftmals mühsam und langatmig, da man sich des Öfteren fragt “Warum reden die Autorin jetzt nochmal von dem und dem?” Dieser Hang zum Abschweifen führt auch dazu, dass eigentlich treffende und gute Aussagen etwas untergehen. An dieser Stelle wäre es einfach besser gewesen enger beim Thema zu bleiben und dieses dafür akzentuierter zu besprechen. Fazit: Auch dieses Buch über Sexismus im Design und Alltag konnte mich nur halb überzeugen. Das Thema ist wichtig, ja und Rebekka Endler listet zahlreiche wachrüttelnde Beispiele auf, die wütend und nachdenklich zugleich machen und führt uns Leser*innen gut die fatalen Zusammenhänge von Patriarchat und Kapitalismus vor. Leider verliert sie bei all der Wut hin und wieder sowohl den Blick fürs Wesentliche, als auch den auf die großen Kontexte, was ihre Argumente einseitig werden lässt.
Dieses Buch sollte wirklich jede Person gelesen haben!
Hatte Angst, ich könnte es langweilig finden, weil ich „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez schon kannte - aber nichts da. Rebekka Endler bringt noch mal ganz andere Aspekte des Patriarchats auf den Tisch. Super spannend (und natürlich auch frustrierend).
Der Gedanke, das feministische Theorien etc. wie ein Muskel sind, den wir trainieren, finde ich gut. Ich habe teilweise Dinge gelesen, die ich schon wusste, aber auch viel neues dazu gelernt und gerade in Kombi mit @heeyleonie s „Beklaute Frauen“ hat sich das nochmal gut ergänzt. Und mich trotzdem wütend und traurig gemacht because so little has changed.
Kleine Dinge, große Wirkung
Tolles und wichtiges Buch. Rebekka Endler schafft es, ein riesiges, oft schwer greifbares Thema so runterzubrechen, dass es wirklich überall spürbar wird, in den ganz großen Fragen, aber eben auch in den scheinbar kleinen Alltagsdingen. Genau das macht den Rundumblick so deutlich und macht sichtbar, wie tief das Patriarchat in Dingen steckt, die man sonst nie hinterfragt hätte. Besonders gefallen hat mir, dass es nicht nur um die „offensichtlichen Riesenprobleme“ geht, sondern auch um die vielen Details, die uns tagtäglich beeinflussen, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen. Es ist spannend, manchmal witzig, oft schmerzhaft ehrlich und vor allem extrem wichtig. Für mich ein absolutes Must-Read, wenn man verstehen will, wie strukturelle Ungleichheit funktioniert und warum es sich lohnt, selbst bei den „kleinen“ Dingen genau hinzusehen.
Worum geht es? Die Autorin Rebekka Endler stellt die These auf, dass unsere Welt und Gesellschaft nach einem patriarchalen Grundgedanken aufgebaut ist. Dazu liefert sie in Bezug auf verschiedene Aspekte ebenso spannende Fakten wie Anekdoten aus der jüngeren und älteren Geschichte, von WissenschaftlerInnen und aus ihrem eigenen Leben. Das Buch ist dabei in verschiedene Abschnitte unterteilt: Es geht von Sprache über den öffentlichen Raum, geschlechtsspezifisches Produktdesign in allen Bereichen (zum Beispiel Kleidung) bis hin zu medizinischen Fragen. Die einzelnen Aspekte sind weiter in verschiedene Gesichtspunkte ausdifferenziert. Rezension Das Patriarchat der Dinge ist ein Buch, das sich komplett lesen lässt, aber auch in einzelnen Etappen, je nachdem, welcher Bereich interessant wirkt. Ich habe es komplett gelesen, musste aber jedes Kapitel für sich „nachwirken“ lassen. Über manche Aspekte habe ich mir noch nie Gedanken gemacht – Thema Male Gaze… da musste ich nach jedem Kapitel erstmal durchatmen, nachdem ich fertig war, mich über ein System zu ärgern, das seit Generationen von Männern für Männer gemacht ist, gefördert durch den Kapitalismus. Superspannend und zugleich auch ein wenig verstörend. Ein weiterer Grund, aus dem ich die Kapitel einzeln gelesen habe, war allerdings der, dass mir ein wenig der rote Faden gefehlt hat. Klar, es geht um das Patriarchat und um die Bereiche, in die es ausstrahlt (kleiner Spoiler: alle). Trotzdem hätte ich mir hier ein wenig mehr Orientierung und Anleitung gewünscht. Der Schreibstil von Rebekka hat mir sehr gefallen. Überwiegend schreibt sie sehr wissenschaftlich, dabei aber immer auch für Personen, die sich mit dem Thema nicht auskennen. Besonders gefallen hat mir ihr Sarkasmus, der immer wieder einfließt. Da hat man auch bei diesem schwierigen Thema Spaß beim Lesen! Das Cover ist mir persönlich leider etwas zu nichtssagend, allein vom Umschlag her, wäre es für mich nicht interessant gewesen. Mich hat da eher der Titel begeistert, der ist wirklich genial. Fazit Insgesamt fand ich die Thematik und auch die inhaltlichen Aspekte, die Rebekka hier verknüpft hat, wahnsinnig spannend, wenn ich auch emotional ziemlich damit zu kämpfen hatte. Dennoch denke ich, dass dieses Buch in das Bücherregal von ganz vielen Menschen gehört, denn Aufklärung ist der erste Schritt, um Dinge zu ändern. Lediglich ein wenig mehr Struktur hätte es für mich noch etwas besser gemacht. Daher bewerte ich das Buch mit 4/5 Sternen.
Bei diesem Buch hatte ich Angst, dass es zu viele Ähnlichkeiten zum Buch "Unsichtbare Frauen" haben könnte, das ich letztes Jahr gelesen habe. Doch diese Angst hat sich als unbegründet erwiesen. Die beiden Texte ergänzen einander gut und die Autorin macht weiter hinten im Buch sogar auf dieses Sachbuch aufmerksam. Sie scheint es selbst gelesen zu haben - daher gab es auch nur wenige Überschneidungen. Ich muss sagen, dass ich sehr überrascht war, wieviel ich durch dieses Buch gelernt habe. Wusstet ihr zum Beispiel, dass eine FFP2-Maske Frauen meist schlechter passt als Männern? Ich nicht - und dabei muss ich im Moment fast täglich eine tragen! Oder dass Frauen, die ein bestimmtes Medikament nach einem Herzinfarkt bekommen, eher sterben als die Placebogruppe, während die Männer eine höhere Überlebenschance haben? Spannend finde ich, dass die Autorin dieses Buch ganz eindeutig während der COVID 19-Pandemie geschrieben hat. Sie verweist immer wieder darauf, was im Moment um sie herum passiert und wie sich das auf das Leben von Frauen auswirkt. Das fand ich interessant! Doch natürlich beschäftigt sich die Autorin nicht nur mit Medizin. Sie schreibt zum Beispiel auch über Stehklos und warum es im öffentlichen Raum so viel weniger Toiletten für Frauen gibt oder über Filme. Hier habe ich den Bechdel-Wallace-Test kennengelernt. Den habe ich seitdem auf jeden einzelnen Film angewendet, den ich mit meiner Familie angesehen habe und musste leider feststellen, dass kein einziger Film alle Kriterien erfüllen könnte. Ich könnte heulen! Dieser Test besteht aus drei Fragen und ich kann euch nur empfehlen, euch die auch mal durchzulesen. Außerdem: Diese Autorin hat es geschafft, vor bedenklichen Abschnitten Triggerwarnungen einzubauen. Das kritisiere ich ja gefühlt ständig bei allen möglichen Büchern. Hier hat das geklappt und dafür möchte ich der Autorin ein großes Lob aussprechen! Danke! Mein Fazit? Tolles Buch, das ihr euch dringend auch mal ansehen solltet!
Tolles feministisches Sachbuch, gut zu lesen, mit viel Witz geschrieben. Große Leseempfehlung!
„Weltweit haben jede dritte Frau und jedes dritte Mädchen im Alltag keinen sicheren Zugang zu einer Toilette.“ S. 56 Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Mit dem Thema war ich schon etwas vertraut und einige Beispiele kannte ich. Doch das ist nichts im Vergleich dazu, über patriarchales Design so geballt zu lesen. „Wer sein Kind in genderkonforme Klamotten steckt, […] stattet sie mit unterschiedlichen Möglichkeiten aus. Während es für kleine Jungs robuste Hosen für Beinfreiheit […] gibt, finden sich für gleichaltrige Mädchen vor allem körperbetonte Leggings. […] Es ist schwer, die Botschaft der Designer:innen anders zu deuten als so: Jungs machen Sachen, Mädchen sehen hübsch aus.“ S. 196 Ich musste beim Lesen viel an meine Kindheit und Jugend denken und mich fragen, wo ich überall unbewusst beeinflusst wurde und wo die Welt für mich nicht gepasst hat. Das Buch hat mich mal wütend, mal überrascht oder ohnmächtig zurückgelassen. Doch am Ende bin ich froh, so viel neues Wissen zu haben und mehr zu verstehen. Große Leseempfehlung. Smash the patriarchy!
Ich bin sehr hin und her gerissen … „Das Patriarchat der Dinge“ spricht ein sehr wichtiges Thema an, über welches viel mehr gesprochen werden muss. Daher fand ich die Vielfalt der bearbeiteten Bereiche in diesem Buch sehr spannend und informativ und sinnvoll strukturiert. Besonders gut gefallen haben mir auch die kleinen Zusammenfassungen am Ende der einzelnen Kapitel. Leider wirkt vieles teilweise sehr verallgemeinert und viele Dinge über einen Kamm geschert. Man merkt, dass die Autorin wütend ist, allerdings schreibt sie damit manchmal auch sehr locker und ungezwungen, was für mich nicht zu einem solchen Buch und Thema passt. Außerdem wird oft über viel geschrieben, allerdings kommt am Ende nicht viel dabei rum und es wird oft über andere Dinge geschrieben, die nichts mehr per se mit dem Patriarchat zu tun haben. Das ist nicht langweilig, aber wenn man erwartet, ein Buch über das Patriarchat zu lesen, wird man dann doch etwas enttäuscht. In den relativ kurzen Kapiteln werden viele verschiedene Punkte angesprochen, was aber an der ein oder anderen Stelle etwas durcheinander wirkt und sich nichts als richtig fertig erzählt anfühlt. Trotzdem habe ich viel beim Lesen des Buches gelernt und mir wurden viele neue Perspektiven und Ansatzpunkte für weitere Lektüren eröffnet.
Warum haben Männer-Pyjamas Taschen, Frauen-Pyjamas aber nicht?
Warum ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen an einem Herzinfarkt sterben, doppelt so hoch wie bei Männern? Warum erleiden bei Autounfällen Fahrerinnen schwerere Verletzungen als Fahrer? Und warum springen bei der Vierschanzentournee eigentlich keine Frauen? Weil die Welt, in der wir leben, von Männern für Männer gemacht ist. Dieses Buch macht mich an vielen Stellen wütend, an manchen Stellen aber auch zuversichtlich. Es enthält unzählige Geschichten von unterdrückten Frauen, aber auch von Frauen, die Meilensteine für die Frauen nach ihnen gesetzt haben. Cool. Aber nicht cool, dass Frauen immer die Scheiße wegräumen müssen, die von Männern produziert wurde. So wird es halt nichts. Großartig recherchiert und erzählt (aber warum so viele Fußnoten?) Buch 1/24 in 2026

Lange Schlangen vor den Damentoiletten und fehlende Taschen an Frauenmode – das sind nur zwei Themen, die Rebekka Endler in ihrem Sachbuch „Das Patriarchat der Dinge“ anspricht. Vor einigen Monaten hatte ich schon „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez gelesen, in welchem sie sich mit der so genannten Gender Data Gap befasst. Rebekka Endler zeigt uns jetzt sehr anschaulich, wie genau diese fehlenden Daten über weibliche Körper und Lebensrealitäten, sich ganz konkret im täglichen Leben auswirken. Ihre Sprache ist gut verständlich und verdeutlicht durch Beispiele, wo es im ach so gleichberechtigten Deutschland (und auf der ganzen Welt) noch „Verbesserungsbedarf“ gibt. Dabei macht sie etwas richtig, was Criado-Perez leider versäumt hat: Ihre Sprache ist inklusiv, sie schreibt konsequent gendergerecht und übergeht vor allem marginalisierte Gruppen nicht. Denn wo weiße Frauen schon zu kämpfen haben, ist die Situation für trans und nicht-binäre Menschen oder People of Colour noch viel schwieriger. In insgesamt neun Kapiteln bewegt sie sich durch eine Vielzahl von gesellschaftlichen Bereichen. Von öffentlichen Toiletten, die durch ihre Gestaltung und Verfügbarkeit eindeutig an männliche Bedürfnisse angepasst sind. Über Firmen, die glauben, man brauche ein „Männerprodukt“ nur etwas verkleinern und pink anzumalen und schon spreche es eine weibliche Zielgruppe an. Oder der Modebranche, die gefühlt alle Outfitkomponenten eines Mannes mit Taschen versorgt, während Frauen ihre Wertsachen anderswo verstauen oder mit Taschen an den unpassendsten Stellen leben müssen. Was für einige sicherlich nur nach Ärgernissen klingt, wird im medizinischen Bereich im wörtlichen Sinne lebensbedrohlich. Viele Krankheiten drücken sich bei Frauen in anderen Symptomen aus, weshalb beispielsweise Schlaganfälle viel später erkannt werden, als bei Männern. Und auch hier weitet Rebekka Endler das Thema wieder aus: Hautveränderungen sind bisher nur an weißen Personen beschrieben, so dass People of Colour oft falsch behandelt werden. Ein Buch, das vieles aufdeckt und wütend macht, aber auch vor Augen führt, dass sich hier endlich etwas ändern muss.
Sehr interessant und toll recherchiert. Vieles weiß man/frau ja schon irgendwie, aber es dann nochmal mit mehr Belegen und Ausführungen zu lesen rüttelt schon wach. Wie traurig ist es, dass wir im Jahr 2021 noch immer so viel Ungleichheit und Ungerechtigkeit haben?! Das Buch hat mich oft sehr berührt und wütend gemacht. Andererseits sehe ich aber auch ein wenig die Gefahr, dass Bücher /Diskussionen / Auflistungen wie diese vielleicht bei einigen Personen dazu führen könnten, dass sie resignieren und sich denken "Wenn ich schon keine Chance in dieser kapitalistischen von weißen Männern dominierten Welt habe, warum soll ich mich dann noch anstrengen, Visionen, Träume habe...." Andererseits, wie soll eine Gegebenheit bewusst gemacht, diskutiert und geändert werden, wenn man sie nicht vorher zusammenträgt und thematisiert??! Schwierig. Dieses Buch würde ich am liebsten jedem/jeder empfehlen (denn es fällt leider auf, dass die Kommentare nur von Frauen stammen, wohl keine wirkliche Überraschung) Es öffnet Augen!
Description
Book Information
Author Description
Rebekka Endler arbeitet als freie Autorin, Journalistin und Podcasterin. ›Das Patriarchat der Dinge‹ ist ihr erstes Buch.
Posts
Sehr lehrreich und interessant
In dem Buch wird aufgezeigt warum Frauen die Welt nicht passt, wie es auf dem Cover steht. Von Wissenschaftlerinnnen, die betrogen wurden, Crashtestdummys die nur eine kleinere männliche Version sind und ausschließlich auf dem Beifahrersitz getestet werden, Fußballschuhen und Fahrradsätteln. Frauen die belächelt und geächtet wurden, weil sie Hosen für Frauen zum Radfahren designed haben, die Hosen trugen und die Missstände im Gesundheitswesen, weil Männer als das Maß der Dinge gesehen wurden/werden. Das Buch zu lesen lohnt sich.
Ich bin absoluter Rebekka Endler-Fan: Ihr Schreibstil ist super engaging, selbst schwierige Themen, die vor allem wütend machen, erzählt sie mit Humor und unter Beleuchten eigener (Fehl-)Verhalten, ohne die die Wichtigkeit der Thematik herunterzuspielen. "Witches, Bitches, It-Girls" fand ich schon wunderbar, aber "Das Patriarchat der Dinge" mochte ich sogar noch einmal mehr.
In diesem Werk beleuchtet Endler verschiedene Bereiche - bspw. Stadträume, Sprache, Medizin, Design etc. - und wie diese auf den cishet (mehrheitlich weißen) Mann ausgerichtet sind. Sie zeigt auf, wie dies by design ausgrenzt und diskriminiert und wie es auch teilweise tödlich enden kann. Und wie es vor allem historisch dazu kommen konnte und warum es weiterhin bestehen bleibt. Selbst für Menschen, die viele feministische Werke lesen, kann ich versprechen, dass neue, augenöffnende Elemente sich hier für euch verstecken werden. Must-Read! (Vielen Dank an Netgalley und DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG für das digitale Rezensionsexemplar, es hat meine Meinungsbildung nicht beeinflusst.)
Ich habe aus diesem Buch viel mitgenommen. Nicht nur die vielen spannenden Geschichten, sondern auch die Ausflugsempfehlung zum „Garten der Frauen“. Ich empfehle nicht nur dieses Buch, sondern noch dazu dem Garten einen Besuch abzustatten. Im Sommer geht sicherlich beides zusammen und man kann sich auf die tollen Sitzgelegenheiten setzen und ein interessantes Buch darüber lesen, warum wir Feminismus brauchen und in welchen Bereichen er noch nicht angekommen ist.

Soo viele Dinge sind nicht einfach nur „da“, sondern geprägt von jahrhundertealten Machtstrukturen. Genau das zeigt Rebekka Endler in diesem Buch. Die Autorin deckt auf, wie tief patriarchale Muster in den Dingen verankert sind, die uns im Alltag umgeben. Warum sind Städte oft für Männer gemacht? Warum fühlen sich viele Frauen in der Technikwelt nicht ernst genommen? Und warum scheinen manche Dinge „neutral“ zu sein, obwohl sie alles andere als das sind? Was ich besonders an diesem Buch mag, ist, dass es nicht voll von trockener Theorie ist, man quält sich nicht von Seite zu Seite, sondern es gibt jede Menge Beispiele, die man sofort nachvollziehen kann. Es ist klar und unterhaltsam geschrieben, regt aber immer zum Nachdenken an. Das Buch ist für alle interessant, die sich fragen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Auch wenn man bereits einige Bücher zu dem Thema gelesen hat, findet man hier immer noch einige neue Informationen. Fazit: Ein wichtiges, spannendes und absolut lesenswertes Buch!

Rebekka Endlers Sachbuch ist ein leidenschaftlicher, klug recherchierter und pointiert formulierter Weckruf gegen die unsichtbaren Strukturen des patriarchalen Designs. Mit einem scharfen Blick für Alltagsgegenstände und gesellschaftliche Normen zeigt sie, wie unsere Welt – von der Medizin über Architektur bis hin zu Crashtest-Dummys – auf den männlichen Körper und die männliche Perspektive ausgerichtet ist. Rebekka Endler stützt ihre Argumente auf zahlreiche Studien, historische Beispiele und persönliche Erfahrungen. Die Fülle an Quellen macht das Buch zu einem verlässlichen Einstieg in die Thematik. Ob es um die Gestaltung von Toiletten, die Dosierung von Medikamenten oder die Temperatur in Büros geht, Rebekka Endler zeigt, wie Designentscheidungen Frauen benachteiligen. Trotz der ernsten Thematik gelingt es der Autorin, mit Ironie und Sarkasmus zu unterhalten, ohne die Tiefe ihrer Kritik zu verlieren. Sie berücksichtigt auch Diskriminierungsformen jenseits des Geschlechts, etwa Hautfarbe und Ableismus, und plädiert für einen inklusiven Feminismus. Rebekka Endler gelingt mit 'Das Patriarchat der Dinge' ein aufrüttelndes, zugängliches und streitbares Sachbuch, das den Blick auf unsere Umgebung nachhaltig verändert. Es ist ein Muss für alle, die verstehen wollen, wie tief patriarchale Strukturen in unsere materielle Welt eingewoben sind – und warum das nicht nur unbequem, sondern mitunter lebensgefährlich sein kann.
Über Rebekka Endlers Buch ‘Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt’ wurde schon viel geschrieben, deshalb möchte ich euch gar nicht so viel von eurer wertvollen Zeit klauen, die ihr lieber in das Lesen dieser Lektüre investieren solltet. Ich bin jedenfalls froh, dass ich das Buch nach langer Zeit auf meiner Wunschliste endlich gelesen habe. Der Titel drückt bereits aus, worum es in dem Buch geht. Allerdings beschränkt sich das Patriarchat der Dinge nicht nur auf ästhetische Designentscheidungen, Blümchenkleider und den Komfort von Fußballschuhen, sondern es hat Auswirkungen auf Gesundheit, Leben und Tod aller Personen, die nicht der „männlichen Norm” entsprechen. Mir war nicht alles neu, aber das allermeiste. Eine - für mich - ganz wichtige Horizonterweiterung, die mich nach dem Lesen des Buches mit einem anderen, geschärften Blick durch die Welt wandeln lässt.

Ein wichtiges Buch, um sich ins Gedächtnis zu rufen, wie sehr das Patriarchat unser Leben prägt
Gerne würde ich sagen "wir sind doch alle längst gleichberechtigt". Doch ist das so? Es ist allein das Umfeld, was Frauen erschwert ihr Potenzial auszunutzen oder gar zu überleben. Das fängt bei männlich normierten Sätteln für Fahrräder an und geht so weit, dass mehr Frauen an Herzinfarkten sterben, weil sich die Symptome zu den bei Männern unterscheiden. Die Welt ist von und für Männer gemacht und um das zu ändern, ist es wichtig, sich das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Das Buch stellt dazu einen guten Ansatz dar. Auch wenn es mir inhaltlich wenig neues bot, hat es mir doch einiges zurück ins Gedächtnis gerufen und spricht Themen aus unterschiedlichen Lebensbereichen an. Es ist keine Hochanspruchsvolle thematische Auseinandersetzung, sondern setzt da an, wo es die meisten betrifft: im unmittelbaren Leben. Es kann auf jeden Fall nicht schaden, dieses Buch zu lesen.

Tolles Buch über patriarchale Strukturen mit gut historischer Aufarbeitung!
Habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen und muss sagen, ja.. wir haben noch immer patriarchale Strukturen die belastend sind, auch wenn man es nicht wahrhaben will. Aber alleine diverse Probleme beim Namen klar zu benennen, hilft aus Mustern auszubrechen. In unterschiedlichsten Kapiteln wird auf unterschiedliche Probleme eingegangen. Weibliche Crashtest Dummies? Fahrradsättel für Frauen? Modeentwicklung über die Jahrhunderte. Uvm! Ich würde dieses Buch jeden Menschen empfehlen um mal über seinen Tellerrand (oder Männerrand?) zu gucken.
5,0 🌟 unfassbar lehrreich, interessant und so viele Sachen, die ich nicht wusste und über die ich nie nachgedacht hätte
Ich glaube das ist vermutlich das bisher beste feministische Buch, welches ich gelesen habe. Ich habe so unfassbar viel gelernt und konnte so viele wichtige Dinge mitnehmen. Ich habe de Öfteren meinem Freund einfach ein paar Passagen vorgelesen, die ich besonders schockierend oder interessant fand, weil ich einfach dann so ein Mitteilungsbedürfnis entwickelt habe - ich wollte einfach drüber reden. Es geht in diesem Buch um so viele Dinge, denen man alltäglich begegnet, aber man hat nie SO über diese Dinge nachgedacht, obwohls total plausibel ist. Ich freue mich weiter mit Fakten um mich zu werfen und meinen Umkreis mit diesem Thema zu nerven! But thats the only right way.
Lehrreich und Informativ
Mit „Das Patriarchat der Dinge“ hat Rebekka Endler ein Buch verfasst, das viele Ungerechtigkeiten auf eine fesselnde Art beschreibt. Auch wenn die meisten Menschen sich einiger der genannten Problemen wohl mehr oder weniger bewusst sind, so dürfte dieses Buch trotzdem als Augenöffner gelten. Ein sehr lesenswertes Buch, welches ich jedem Menschen wärmstens empfehle.
„Von einem Auto, das so designt ist, dass es bei einem Aufprall nicht nur den Fahrer, sondern auch die Fahrerin bestmöglich schützt, profitieren alle, die Männer inklusive. Denn wer hat nicht gerne eine lebendige Frau, Freundin, Mutter, Tochter, Schwester etc., und zwar ungeachtet ihrer Hautfarbe und Religion, ihres Kontostandes oder ihrer sexuellen Orientierung.“ Dieses Buch setzt sich mit Dingen auseinander, die für Frauen nicht passen, weil die Berücksichtigung Umstände machen würde, schonungslos auf den Punkt gebracht. Lesen!
Hey Männer, wisst ihr eigentlich, wie gut es Euch geht?
Wow, ich hätte nie gedacht, gleich so viele Beispiele zu finden, in denen männliche Normen und Vorgaben angelegt sind. Kleidung, Medizin, Politik, einfach alles vorhanden. Dabei wird nüchtern erzählt und berichtet, nicht hetzerisch geschrieben oder angeklagt. Harte Fakten für das 21. Jahrhundert!
Nachdem ich letztes Jahr Unsichtbare Frauen las und es mich nicht vollständig überzeugen konnte, wurde mir im Anschluss mehrfach Das Patriarchat der Dinge empfohlen. Dementsprechend war ich mehr als neugierig, ob dieses Buch das Thema überzeugender behandeln würde, als das vorherige. Eine Welt gemacht von Männern für Männer Worum geht es in diesem Sachbuch überhaupt? Hinter dem fast schon poetischen Titel versteckt sich im Grund eine einzige Geschichte, nämlich die, dass unsere Welt von Männer für Männer gestaltet wurde und noch immer wird. Sei es Stadtplanung, Medizin oder schlicht das Design von Alltagsgegenständen, der weiße cis Mann ist die Norm und Frauen werden entweder gar nicht extra berücksichtigt (häufigster Fall) oder werden als absonderliche Anomalie betrachtet und bekommen eine lediglich verkleinert und pink angemalte Version angeboten, Stichwort shrink it and pink it. Das ist im besten Fall ärgerlich und unpraktisch für Frauen, die Gegenstände nutzen müssen, die nicht für sie gedacht ist, im schlimmsten Fall ist es jedoch lebensbedrohlich, nämlich dann, wenn Sicherheitsvorkehrungen und Konzepte beispielsweise im Auto die weibliche Anatomie ignorieren oder in der Medizin die Wirkung von Medikamenten nur an männlichen Körpern (sowohl bei Versuchstieren, als Menschen) getestet werden. Wer da noch behauptet, wir bräuchten keine Feminismus Bewegung mehr, sollte dringend dieses Buch lesen, denn Endler führt wirklich zahlreiche Beispiele auf, die zeigen, wie sehr Frauen auch im Alltag noch benachteiligt werden. Was der Autorin ebenfalls gut gelingt ist, die Verknüpfungen des Patriarchats und des Kapitalismus aufzuzeigen. Es mag zwar wenig überraschen, dass beide Hand in Hand gehen, doch hier bekommt man nochmal genaustens die direkten Auswirkungen dieser unseligen Paarung aufgezeigt. Rebekka Endler ist wütend, sehr wütend Wenn man von eben erwähnten lebensgefährlichen Datenlücken in Medizin, Katastrophenschutz und Sicherheit absieht, mögen all diese kleinen und großen Benachteiligen im einzelnen vielleicht nicht dramatisch sein und nein, ich sterbe nicht, weil in meine Jeanstaschen nichts außer ein paar Münzen passt, nichtsdestotrotz macht die Summe all dieser Benachteiligungen wütend. Zumal ja vieles davon einfach zu lösen wäre, wenn Frauen nur endlich mal mitgedacht werden würde. Und nur weil es vielleicht nichts lebensentscheidendes ist, ob ich als Frau z.B bei einer Gesundheitsapp mitbedacht erde oder nicht, heißt es doch nicht, dass man dies nicht kritisieren darf und ob der Ungerechtigkeit nicht verärgert sein darf. Wir Frauen haben also einen guten Grund wütend zu sein und ein Recht, dass man unsere Wut wahrnimmt. Dementsprechend hat auch Rebekka Endler allen Grund dazu, wütend zu sein und ja auch, diese Wut in ihr Buch einfließen zu lassen und sprachlich auch mal ausfallend zu werden. Das muss nicht jeder mögen, ist aber zu akzeptieren. Was in meine Augen jedoch nicht ok ist, ist bei all der Emotionalität des Themas die Recherche zu vernachlässigen und das geschieht in diesem Buch leider ein paar mal. Häufiger betrachtet sie bestimmte Beispiele aus einem sehr einseitigen, ihrer Argumentation zuträglichem Blickwinkel und lässt größere Kontexte außer Blick. Zum Beispiel erwähnt sie ein in Frauenhaut gebundenes Medizinbuch aus dem 19. Jh. und wirft dem Arzt, der dieses herstellte die krudesten Gewalt- und Rachefantasien vor. Dass das Binden, gerade von Medizinbüchern in Menschenhaut im 19. Jh. zwar nicht in Massen geschah, aber doch gängige Praxis (und nicht mit denselben moralischen Tabus belegt war, wie heute) war und dafür mehrheitlich die Haut von verstorbenen Männern verwendet wurde, erwähnt sie nicht. Tatsächlich haben viele derjenigen, deren Haut nach ihrem Tod als Einband endete, diese zu Lebzeiten genau dafür verkauft. Daher stammt auch das Sprichwort “seine Haut zu Markte tragen“. Durch das Weglassen dieses Kontextes, erscheint Endlers Beispiel jedoch in einem ganz anderen Licht, liest sich ihr Text doch jetzt so, als ob ausschließlich Frauen von sadistischen Ärzten als Form von Rache an dem gesamten weiblichen Geschlecht, gegen ihren Willen gehäutet wurden. Und solcherart Beispiele finden sich häufiger. Es ist völlig ok auch in einem Sachbuch emotional zu sein, trotzdem sollte doch eine gewisse fachliche Professionalität gewahrt werden, und Kontexte nicht ignoriert werden, nur weil das Gesamtbild dann nicht zu dem passt, was man erzählen möchte. (K)ein Buch über Feminismus im Allgemeinen Leider ist das nicht mein einziger Kritikpunkt am Buch. Was mir ebenfalls nicht ganz zusagte, ist die Art und Weise, wie die Autorin ihr Buch strukturiert. Im Vorwort schrieb sie noch, sie wolle kein allgemeines Buch über Feminismus schreiben, sondern sich ganz auf das titelgebende Patriarchat der Dinge konzentrieren. Letztendlich hat sie sich an diesen Vorsatz aber nicht gehalten und irgendwie doch ein allgemeines Feminismusbuch geschrieben. Denn während sie zunächst doch noch sehr eng beim Thema vom patriarchistischem Design bleibt, weicht sie selbst diesen Begriff immer weiter auf und redet am Ende über viele Sachverhalte, in denen es zwar um die Unterdrückung der Frau geht, die mit patriarchistischem Design jedoch nichts mehr zu tun haben. Hinzu kommt ein ausgeprägter Drang zum Abschweifen. Endler beginnt mit einem Theme, führt dazu dann noch konkrete Beispiele auf, zu diesen Beispielen jedoch folgen weitere Beispiele und schwupps, ist sie vom eigentlichen Thema abgewichen und findet auch oft den Weg dahin nur mühsam oder gar nicht wieder zurück. Das gestaltet das Lesen dieses Buches oftmals mühsam und langatmig, da man sich des Öfteren fragt “Warum reden die Autorin jetzt nochmal von dem und dem?” Dieser Hang zum Abschweifen führt auch dazu, dass eigentlich treffende und gute Aussagen etwas untergehen. An dieser Stelle wäre es einfach besser gewesen enger beim Thema zu bleiben und dieses dafür akzentuierter zu besprechen. Fazit: Auch dieses Buch über Sexismus im Design und Alltag konnte mich nur halb überzeugen. Das Thema ist wichtig, ja und Rebekka Endler listet zahlreiche wachrüttelnde Beispiele auf, die wütend und nachdenklich zugleich machen und führt uns Leser*innen gut die fatalen Zusammenhänge von Patriarchat und Kapitalismus vor. Leider verliert sie bei all der Wut hin und wieder sowohl den Blick fürs Wesentliche, als auch den auf die großen Kontexte, was ihre Argumente einseitig werden lässt.
Dieses Buch sollte wirklich jede Person gelesen haben!
Hatte Angst, ich könnte es langweilig finden, weil ich „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez schon kannte - aber nichts da. Rebekka Endler bringt noch mal ganz andere Aspekte des Patriarchats auf den Tisch. Super spannend (und natürlich auch frustrierend).
Der Gedanke, das feministische Theorien etc. wie ein Muskel sind, den wir trainieren, finde ich gut. Ich habe teilweise Dinge gelesen, die ich schon wusste, aber auch viel neues dazu gelernt und gerade in Kombi mit @heeyleonie s „Beklaute Frauen“ hat sich das nochmal gut ergänzt. Und mich trotzdem wütend und traurig gemacht because so little has changed.
Kleine Dinge, große Wirkung
Tolles und wichtiges Buch. Rebekka Endler schafft es, ein riesiges, oft schwer greifbares Thema so runterzubrechen, dass es wirklich überall spürbar wird, in den ganz großen Fragen, aber eben auch in den scheinbar kleinen Alltagsdingen. Genau das macht den Rundumblick so deutlich und macht sichtbar, wie tief das Patriarchat in Dingen steckt, die man sonst nie hinterfragt hätte. Besonders gefallen hat mir, dass es nicht nur um die „offensichtlichen Riesenprobleme“ geht, sondern auch um die vielen Details, die uns tagtäglich beeinflussen, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen. Es ist spannend, manchmal witzig, oft schmerzhaft ehrlich und vor allem extrem wichtig. Für mich ein absolutes Must-Read, wenn man verstehen will, wie strukturelle Ungleichheit funktioniert und warum es sich lohnt, selbst bei den „kleinen“ Dingen genau hinzusehen.
Worum geht es? Die Autorin Rebekka Endler stellt die These auf, dass unsere Welt und Gesellschaft nach einem patriarchalen Grundgedanken aufgebaut ist. Dazu liefert sie in Bezug auf verschiedene Aspekte ebenso spannende Fakten wie Anekdoten aus der jüngeren und älteren Geschichte, von WissenschaftlerInnen und aus ihrem eigenen Leben. Das Buch ist dabei in verschiedene Abschnitte unterteilt: Es geht von Sprache über den öffentlichen Raum, geschlechtsspezifisches Produktdesign in allen Bereichen (zum Beispiel Kleidung) bis hin zu medizinischen Fragen. Die einzelnen Aspekte sind weiter in verschiedene Gesichtspunkte ausdifferenziert. Rezension Das Patriarchat der Dinge ist ein Buch, das sich komplett lesen lässt, aber auch in einzelnen Etappen, je nachdem, welcher Bereich interessant wirkt. Ich habe es komplett gelesen, musste aber jedes Kapitel für sich „nachwirken“ lassen. Über manche Aspekte habe ich mir noch nie Gedanken gemacht – Thema Male Gaze… da musste ich nach jedem Kapitel erstmal durchatmen, nachdem ich fertig war, mich über ein System zu ärgern, das seit Generationen von Männern für Männer gemacht ist, gefördert durch den Kapitalismus. Superspannend und zugleich auch ein wenig verstörend. Ein weiterer Grund, aus dem ich die Kapitel einzeln gelesen habe, war allerdings der, dass mir ein wenig der rote Faden gefehlt hat. Klar, es geht um das Patriarchat und um die Bereiche, in die es ausstrahlt (kleiner Spoiler: alle). Trotzdem hätte ich mir hier ein wenig mehr Orientierung und Anleitung gewünscht. Der Schreibstil von Rebekka hat mir sehr gefallen. Überwiegend schreibt sie sehr wissenschaftlich, dabei aber immer auch für Personen, die sich mit dem Thema nicht auskennen. Besonders gefallen hat mir ihr Sarkasmus, der immer wieder einfließt. Da hat man auch bei diesem schwierigen Thema Spaß beim Lesen! Das Cover ist mir persönlich leider etwas zu nichtssagend, allein vom Umschlag her, wäre es für mich nicht interessant gewesen. Mich hat da eher der Titel begeistert, der ist wirklich genial. Fazit Insgesamt fand ich die Thematik und auch die inhaltlichen Aspekte, die Rebekka hier verknüpft hat, wahnsinnig spannend, wenn ich auch emotional ziemlich damit zu kämpfen hatte. Dennoch denke ich, dass dieses Buch in das Bücherregal von ganz vielen Menschen gehört, denn Aufklärung ist der erste Schritt, um Dinge zu ändern. Lediglich ein wenig mehr Struktur hätte es für mich noch etwas besser gemacht. Daher bewerte ich das Buch mit 4/5 Sternen.
Bei diesem Buch hatte ich Angst, dass es zu viele Ähnlichkeiten zum Buch "Unsichtbare Frauen" haben könnte, das ich letztes Jahr gelesen habe. Doch diese Angst hat sich als unbegründet erwiesen. Die beiden Texte ergänzen einander gut und die Autorin macht weiter hinten im Buch sogar auf dieses Sachbuch aufmerksam. Sie scheint es selbst gelesen zu haben - daher gab es auch nur wenige Überschneidungen. Ich muss sagen, dass ich sehr überrascht war, wieviel ich durch dieses Buch gelernt habe. Wusstet ihr zum Beispiel, dass eine FFP2-Maske Frauen meist schlechter passt als Männern? Ich nicht - und dabei muss ich im Moment fast täglich eine tragen! Oder dass Frauen, die ein bestimmtes Medikament nach einem Herzinfarkt bekommen, eher sterben als die Placebogruppe, während die Männer eine höhere Überlebenschance haben? Spannend finde ich, dass die Autorin dieses Buch ganz eindeutig während der COVID 19-Pandemie geschrieben hat. Sie verweist immer wieder darauf, was im Moment um sie herum passiert und wie sich das auf das Leben von Frauen auswirkt. Das fand ich interessant! Doch natürlich beschäftigt sich die Autorin nicht nur mit Medizin. Sie schreibt zum Beispiel auch über Stehklos und warum es im öffentlichen Raum so viel weniger Toiletten für Frauen gibt oder über Filme. Hier habe ich den Bechdel-Wallace-Test kennengelernt. Den habe ich seitdem auf jeden einzelnen Film angewendet, den ich mit meiner Familie angesehen habe und musste leider feststellen, dass kein einziger Film alle Kriterien erfüllen könnte. Ich könnte heulen! Dieser Test besteht aus drei Fragen und ich kann euch nur empfehlen, euch die auch mal durchzulesen. Außerdem: Diese Autorin hat es geschafft, vor bedenklichen Abschnitten Triggerwarnungen einzubauen. Das kritisiere ich ja gefühlt ständig bei allen möglichen Büchern. Hier hat das geklappt und dafür möchte ich der Autorin ein großes Lob aussprechen! Danke! Mein Fazit? Tolles Buch, das ihr euch dringend auch mal ansehen solltet!
Tolles feministisches Sachbuch, gut zu lesen, mit viel Witz geschrieben. Große Leseempfehlung!
„Weltweit haben jede dritte Frau und jedes dritte Mädchen im Alltag keinen sicheren Zugang zu einer Toilette.“ S. 56 Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen. Mit dem Thema war ich schon etwas vertraut und einige Beispiele kannte ich. Doch das ist nichts im Vergleich dazu, über patriarchales Design so geballt zu lesen. „Wer sein Kind in genderkonforme Klamotten steckt, […] stattet sie mit unterschiedlichen Möglichkeiten aus. Während es für kleine Jungs robuste Hosen für Beinfreiheit […] gibt, finden sich für gleichaltrige Mädchen vor allem körperbetonte Leggings. […] Es ist schwer, die Botschaft der Designer:innen anders zu deuten als so: Jungs machen Sachen, Mädchen sehen hübsch aus.“ S. 196 Ich musste beim Lesen viel an meine Kindheit und Jugend denken und mich fragen, wo ich überall unbewusst beeinflusst wurde und wo die Welt für mich nicht gepasst hat. Das Buch hat mich mal wütend, mal überrascht oder ohnmächtig zurückgelassen. Doch am Ende bin ich froh, so viel neues Wissen zu haben und mehr zu verstehen. Große Leseempfehlung. Smash the patriarchy!
Ich bin sehr hin und her gerissen … „Das Patriarchat der Dinge“ spricht ein sehr wichtiges Thema an, über welches viel mehr gesprochen werden muss. Daher fand ich die Vielfalt der bearbeiteten Bereiche in diesem Buch sehr spannend und informativ und sinnvoll strukturiert. Besonders gut gefallen haben mir auch die kleinen Zusammenfassungen am Ende der einzelnen Kapitel. Leider wirkt vieles teilweise sehr verallgemeinert und viele Dinge über einen Kamm geschert. Man merkt, dass die Autorin wütend ist, allerdings schreibt sie damit manchmal auch sehr locker und ungezwungen, was für mich nicht zu einem solchen Buch und Thema passt. Außerdem wird oft über viel geschrieben, allerdings kommt am Ende nicht viel dabei rum und es wird oft über andere Dinge geschrieben, die nichts mehr per se mit dem Patriarchat zu tun haben. Das ist nicht langweilig, aber wenn man erwartet, ein Buch über das Patriarchat zu lesen, wird man dann doch etwas enttäuscht. In den relativ kurzen Kapiteln werden viele verschiedene Punkte angesprochen, was aber an der ein oder anderen Stelle etwas durcheinander wirkt und sich nichts als richtig fertig erzählt anfühlt. Trotzdem habe ich viel beim Lesen des Buches gelernt und mir wurden viele neue Perspektiven und Ansatzpunkte für weitere Lektüren eröffnet.
Warum haben Männer-Pyjamas Taschen, Frauen-Pyjamas aber nicht?
Warum ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen an einem Herzinfarkt sterben, doppelt so hoch wie bei Männern? Warum erleiden bei Autounfällen Fahrerinnen schwerere Verletzungen als Fahrer? Und warum springen bei der Vierschanzentournee eigentlich keine Frauen? Weil die Welt, in der wir leben, von Männern für Männer gemacht ist. Dieses Buch macht mich an vielen Stellen wütend, an manchen Stellen aber auch zuversichtlich. Es enthält unzählige Geschichten von unterdrückten Frauen, aber auch von Frauen, die Meilensteine für die Frauen nach ihnen gesetzt haben. Cool. Aber nicht cool, dass Frauen immer die Scheiße wegräumen müssen, die von Männern produziert wurde. So wird es halt nichts. Großartig recherchiert und erzählt (aber warum so viele Fußnoten?) Buch 1/24 in 2026

Lange Schlangen vor den Damentoiletten und fehlende Taschen an Frauenmode – das sind nur zwei Themen, die Rebekka Endler in ihrem Sachbuch „Das Patriarchat der Dinge“ anspricht. Vor einigen Monaten hatte ich schon „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez gelesen, in welchem sie sich mit der so genannten Gender Data Gap befasst. Rebekka Endler zeigt uns jetzt sehr anschaulich, wie genau diese fehlenden Daten über weibliche Körper und Lebensrealitäten, sich ganz konkret im täglichen Leben auswirken. Ihre Sprache ist gut verständlich und verdeutlicht durch Beispiele, wo es im ach so gleichberechtigten Deutschland (und auf der ganzen Welt) noch „Verbesserungsbedarf“ gibt. Dabei macht sie etwas richtig, was Criado-Perez leider versäumt hat: Ihre Sprache ist inklusiv, sie schreibt konsequent gendergerecht und übergeht vor allem marginalisierte Gruppen nicht. Denn wo weiße Frauen schon zu kämpfen haben, ist die Situation für trans und nicht-binäre Menschen oder People of Colour noch viel schwieriger. In insgesamt neun Kapiteln bewegt sie sich durch eine Vielzahl von gesellschaftlichen Bereichen. Von öffentlichen Toiletten, die durch ihre Gestaltung und Verfügbarkeit eindeutig an männliche Bedürfnisse angepasst sind. Über Firmen, die glauben, man brauche ein „Männerprodukt“ nur etwas verkleinern und pink anzumalen und schon spreche es eine weibliche Zielgruppe an. Oder der Modebranche, die gefühlt alle Outfitkomponenten eines Mannes mit Taschen versorgt, während Frauen ihre Wertsachen anderswo verstauen oder mit Taschen an den unpassendsten Stellen leben müssen. Was für einige sicherlich nur nach Ärgernissen klingt, wird im medizinischen Bereich im wörtlichen Sinne lebensbedrohlich. Viele Krankheiten drücken sich bei Frauen in anderen Symptomen aus, weshalb beispielsweise Schlaganfälle viel später erkannt werden, als bei Männern. Und auch hier weitet Rebekka Endler das Thema wieder aus: Hautveränderungen sind bisher nur an weißen Personen beschrieben, so dass People of Colour oft falsch behandelt werden. Ein Buch, das vieles aufdeckt und wütend macht, aber auch vor Augen führt, dass sich hier endlich etwas ändern muss.
Sehr interessant und toll recherchiert. Vieles weiß man/frau ja schon irgendwie, aber es dann nochmal mit mehr Belegen und Ausführungen zu lesen rüttelt schon wach. Wie traurig ist es, dass wir im Jahr 2021 noch immer so viel Ungleichheit und Ungerechtigkeit haben?! Das Buch hat mich oft sehr berührt und wütend gemacht. Andererseits sehe ich aber auch ein wenig die Gefahr, dass Bücher /Diskussionen / Auflistungen wie diese vielleicht bei einigen Personen dazu führen könnten, dass sie resignieren und sich denken "Wenn ich schon keine Chance in dieser kapitalistischen von weißen Männern dominierten Welt habe, warum soll ich mich dann noch anstrengen, Visionen, Träume habe...." Andererseits, wie soll eine Gegebenheit bewusst gemacht, diskutiert und geändert werden, wenn man sie nicht vorher zusammenträgt und thematisiert??! Schwierig. Dieses Buch würde ich am liebsten jedem/jeder empfehlen (denn es fällt leider auf, dass die Kommentare nur von Frauen stammen, wohl keine wirkliche Überraschung) Es öffnet Augen!










































