Das Jahr magischen Denkens
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Description
"Vielleicht ist es Didions erschütterndstes und auch erbarmungslosestes Buch. Eine schriftstellerische Meisterleistung, auf die sie sich unwillentlich offenbar ihr ganzes Leben lang vorbereitet hatte." Daniel Schreiber
Die große amerikanische Schriftstellerin Joan Didion schreibt über die Trauer nach dem Tod ihres Ehemannes und über ihren Versuch, das Unfassbare begreiflich zu machen. Ein sehr offenes, sehr persönliches Buch, das zugleich von beeindruckender Allgemeingültigkeit ist. Joan Didion wurde dafür in den USA mit dem National Book Award ausgezeichnet.
Book Information
Author Description
Joan Didion, geboren 1934 in Sacramento, Kalifornien, arbeitete als Journalistin für verschiedene amerikanische Zeitungen und war Mitherausgeberin der Vogue. Sie gilt als eine der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Literatur, die mit ihren fünf Romanen und zahlreichen Essaybänden das intellektuelle Leben der USA im 20. Jahrhundert entscheidend prägte. Joan Didion starb im Dezember 2021 in New York.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Die Anatomie der Trauer: warum Selbstmitleid eben auch lebensnotwendig ist
Obwohl mir der trockene, journalistische Stil von Joan Didion keine unmittelbare Lesefreude bereitete, bin ich im Nachhinein dankbar, dieses Buch gelesen zu haben. Es fühlt sich an wie eine kleine Vorbereitung auf schwierige Zeiten. Gerade weil wir hier einen sehr analytischen Verstand einer großen amerikanischen Intellektuellen erleben, der fast gänzlich auf explizite Gefühlsdarlegungen verzichtet, wird ein beinahe medizinisches Muster der Trauerbewältigung erkennbar. Faszinierend ist dabei, wie Didion den Raum für Selbstmitleid nicht nur öffnet, sondern es förmlich einfordert. Sie macht deutlich, dass gerade dieses Zulassen notwendig ist, um mit seinen Emotionen überhaupt irgendwo landen zu können. Besonders beeindruckt hat mich zu sehen, wie ihr scharfer Intellekt phasenweise in absurde, realitätsferne und beinahe „verrückte“ Gedanken abtaucht und sie diesen Vorgang dann wiederum mit nüchternen Studien belegt. Diese Verbindung aus Wahnsinn und Wissenschaft zu erleben, vermittelt mir ein Wissen, das es mir ermöglicht, mehr Empathie und Einfühlungsvermögen für Menschen in solchen Ausnahmesituationen (und für mich selbst) aufzubringen. Wir gehen oft mit dem Selbstverständnis davon aus, dass man irgendwann einfach „darüber hinweg“ sein müsste. Die Ungeduld, zu der wir neigen, wenn wir glauben, es wäre doch längst an der Zeit mit dem Trauern abzuschließen, verliert sich hier.
"Leid kommt, wenn es eintrifft, in nichts dem gleich, was wir erwarten." - Joan Didion
Das Thema beschäftigt mich schon eine längere Zeit. Es ließ mich einfach nicht los und jetzt bin ich hier, philosophiere herum, ohne eine klaren Gedankengang für alles zu finden. Didion spricht in ihrem Buch davon, dass Leid einen im Leben trifft, ob man nun will oder nicht. Man hat keinen Einfluss auf den Schmerz, den wir Verspüren, wenn wir am zerbrechlichsten sind. Sie spricht von den Kummer, den sie nach dem Tod ihres Ehegatten erfahren hat. Ich würde weiter gehen und behaupten, dass nicht nur der Tod Leid verursacht, sondern auch der Verlust von Träumen, Wünschen die nicht in Erfüllung gehen, Erwartungen und vieles mehr. Kummer hat keine Grenze und jeder nimmt emotionales Leid unterschiedlich wahr. Und dennoch verbindet es durch die Tatsache, dass der Schmerz so stark ist, dass man den Eindruck hat, dass man daran ertrinkt. Man versinkt in den Gedanken, bis alles um einen herum nur noch Schwarz ist. »Wieso passiert das mir? Wurde ich bestraft? Wieso haben die das, nicht ich? Hätte ich etwas anders machen können?« So viele Fragen, die man in dem eigenen Kopf auskämpft. Und letztendlich können wir nicht akzeptieren was vor sich geht. Es ist schwer das loszulassen, was uns so sehnlichst nah war, was man sich Bedingungslos gewünscht hat und nun... fern ist. In einer Sekunde ist es noch da und nach einem Wimpernschlag zerrinnt es zwischen den Fingern, bis nichts mehr da ist und man sich bewusst werden muss... »Es ist weg.« Didion konnte dies dadurch deutlich machen, dass sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen konnte. Der Kummer zog sie zurück, warf sie in Erinnerungen, die sich tief ihre Seele geritzt hatten. Erinnerungen, die so viel Bedeutung trugen, dass sie unvergesslich sind. Und dann soll man plötzlich alles löschen? Nein, man klammert sich an dem was war, was man so sehr wollte, fest. Versucht eine Form von Gleichgewicht für die entstandene Lücke zu schaffen oder sie sogar wiederherzustellen. »Mach es wieder rückgängig.« Vielleicht ist das der Gedanke, an den man sich selbst verliert. »Ich will es wieder haben. Es war doch so schön.« Man blockiert bewusst das offensichtliche, denn die Einsicht ist viel schwerer. Nichtsdestotrotz dreht sich die Zeit weiter, wenn auch ohne einen. Wie soll man denn den Verlust verarbeiten, wenn gleichzeitig erwartet wird, dass man sich schnellstens anpasst. Die Zeit zum akzeptieren wird uns genommen, selbst wenn man sie am meisten benötigt. Nur Heilung kann helfen. Doch Heilung ist komplizierter. Trauern, etwas, was so oft verpönt wird. Denn wir müssen oft funktionieren, bemühen uns und dennoch geht es nicht. Denn letztendlich ist nichts, wie es einmal war und es wird auch nicht mehr so sein. "Leid ist anders." - Joan Didion. •●•●•●•●•●•●•●●•●•●•●•●•●•●●•●• Meinungen können sich unterscheiden, deswegen muss jede:r wohl selbst entscheiden, welcher er/sie/div es hat. MEINE MEINUNG IST NICHT EURE. Die Autoren sollen nicht schlecht geredet werden. Jeder hat sein eigenes Sprachgefühl. •●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●

Ich kann den Schmerz, die Trauer, den Verlust so nachempfinden. Das Hin- und Herdrehen und -wenden, nach einer Lösung suchend das Geschehene rückgängig zu machen, zu begreifen. Orte der Erinnerung aus Angst meidend. Und Szenen um Szenen immer wieder durchgehend. Sich in den unterschiedlichsten Momenten daran erinnern, was er gesagt hat. Was er gesagt hätte, gedacht hätte, tun würde. In Das Jahr magischen Denkens verarbeitet Joan Didion, aus dem Englischen übersetzt von Antje Rávic Strubel, den Tod ihres Ehemannes John Gregory Dunne, mit dem sie fast 40 Jahre verheiratet war. Wir bekommen Einblick in ein besonderes Künstler*innen-/Intellektuellenleben voller Privilegien, Beziehungen, Reichtum und auch etwas Glamour, gemischt mit ganz bodenständigen, aber auch tiefgründig philosophischen Gedanken und Gefühlen. Es muss furchtbar für Joan Didion gewesen sein, den Lebenspartner zu verlieren, während auch das Leben der Adoptivtochter am seidenen Faden hing. Den Schreibstil mochte ich sehr, auch wenn die Zeit-/Gedankensprünge mich schon etwas mitgenommen haben und ich irgendwann echt genervt war, dass sie immer wieder die Namen der verschiedenen Krankenhäuser aufgezählt hat 🙈😅 Stellenweise war ich manchmal kurz vorm Tränchen vergießen, hab‘s dann aber doch geschafft, weiter zu lesen 🤗
Das erlebte Leid der Autorin tut einem natürlich leid. Literarisch ist das Werk nicht besonders anspruchsvoll und verworren. Sie schreibt viel darüber was andere über Leid schreiben. Es gibt nahezu keine Handlung. Würde das Buch nur an jemanden empfehlen, der gerne traurige Stimmung verspüren möchte, da diese sich durch das ganze Buch zieht (logischerweise, da es um den Verlust ihres Ehemanns und die Krankengeschichte ihrer Tochter geht). „Magisches“ Denken konnte ich hierbei leider nicht erkennen. Vielleicht hilft es, wenn das Buch selbst zur Trauerbewältigung gelesen wird …
Joan Didion beschreibt das Unbeschreibliche. Nie zuvor habe ich über Trauer und Verlust in dieser Art und Weise gelesen. Am Ende fühlte ich mich in ihren Gedankengängen derart zu Hause, dass es mir fast unheimlich erschien. Ich weiß, dass ich zu diesem Buch noch viele Male zurückkommen werde im Verlauf meines Lebens. Es ist über alle Maßen großartig.
Mir fällt es grundsätzlich schwer, persönliche und autobiographische Erzählung zu bewerten - umso mehr, wenn es um die großen Tragödien eines Lebens geht. Joan Didions Bericht über das erste Jahr nach dem Tod ihres Mannes, der durchzogen ist von Rückblicken auf das gemeinsame Leben, hat ohne Zweifel seine Längen. Besonders haben mich streckenweise die vielen Namen Prominenter irritiert. Es fühlte sich an wie Name-Dropping ohne jeden Mehrwert für die Geschichte. Vielleicht haben diese Namen aber ihre Berechtigung, vielleicht vermitteln sie Zeitzeugen der 60er- und 70er-Jahre ein noch besseres Gefühl für die Atmosphäre dieses gemeinsamen Lebens. In jedem Fall waren Passagen dabei, die mich nicht interessiert haben. Dort haben mich nur der wunderschöne, flüssige und klare Stil, die auffällig exakte, starke Wortwahl Didions gerettet. Und dann waren da auch die wirklich starken Passagen, die Abschnitte, in denen Didion Betrachtungen über Trauer und Schmerz im Allgemeinen anstellt. Abschnitte, die ich wieder und wieder lesen musste und die nie an Wirkung verloren haben. Und diese Abschnitte haben mir den Atem verschlagen, mich so unmittelbar und direkt getroffen und sind so unbeschreiblich gut, dass sie die schwächeren Teile vollkommen aufwiegen. Allein wegen dieser Stellen hätte das Buch insgesamt noch deutlich schwächer sein dürfen und ich hätte ihm trotzdem nicht weniger als 4 Sterne gegeben. Wer jemals einen lieben Menschen durch den Tod verloren hat, dem ist dieses kluge und besondere Buch nur dringend zu empfehlen. Denn letztlich ist es dann doch so viel mehr als „nur“ der Bericht einer persönlichen Katastrophe. Mein erstes Buch von Joan Didion, aber definitiv nicht mein letztes!
This books is incredibly heartbreaking but also incredibly repetitive. Didion probably wrote 10 times in the first view chapters that her husband died on december 30 2004 and that her daughter was in the hosptal close to death wich is sad and as a mother propaly drives you insane but as a reader this book became more boring with each chapter.
"I know why we try to keep the dead alive: we try to keep them alive in order to keep them with us. I also know that if we are to live ourselves there comes a point at which we must relinquish the dead, let them go, keep them dead. Let them become the photograph on the table. Let them become the name on the trust accounts. Let go of them in the water. Knowing this, does not make it easier to let go of him in the water."
I liked it, but I did not LOVE it. Didion’s writing style is without a doubt remarkable. She has a way with words that not many writers have and manages to put so much meaning into very few pages. And who knows, maybe, in a few decades (hopefully not sooner), when I too, have lost someone I love, I will turn to this again and find solace in her words. For now, it remains a beautiful book, but not one that swept me off my feet.
Keine leichte Kost
Joan Didion schreibt in ‚Das Jahr magischen Denkens‘ über den plötzliche Tod ihres Mannes, über die Verbindung, die sie miteinander hatten durch 40-Jahre Ehe und zusammenleben wie auch arbeiten. Dabei erweckt der Schreibstil manchmal ein wenig den Eindruck von Kühle und Distanziertheit zum Verlust. Gleichzeitig nimmt die Autorin Leser:innen mit in die Vergangenheit und die Erlebnisse, die sie mit John und Tochter Quintana erlebt hat, immer mit dem Hintergrund eigene Schlüsse und ich würde auch sagen Lebensweisheiten daraus zu ziehen.

Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
"Vielleicht ist es Didions erschütterndstes und auch erbarmungslosestes Buch. Eine schriftstellerische Meisterleistung, auf die sie sich unwillentlich offenbar ihr ganzes Leben lang vorbereitet hatte." Daniel Schreiber
Die große amerikanische Schriftstellerin Joan Didion schreibt über die Trauer nach dem Tod ihres Ehemannes und über ihren Versuch, das Unfassbare begreiflich zu machen. Ein sehr offenes, sehr persönliches Buch, das zugleich von beeindruckender Allgemeingültigkeit ist. Joan Didion wurde dafür in den USA mit dem National Book Award ausgezeichnet.
Book Information
Author Description
Joan Didion, geboren 1934 in Sacramento, Kalifornien, arbeitete als Journalistin für verschiedene amerikanische Zeitungen und war Mitherausgeberin der Vogue. Sie gilt als eine der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Literatur, die mit ihren fünf Romanen und zahlreichen Essaybänden das intellektuelle Leben der USA im 20. Jahrhundert entscheidend prägte. Joan Didion starb im Dezember 2021 in New York.
Posts
Die Anatomie der Trauer: warum Selbstmitleid eben auch lebensnotwendig ist
Obwohl mir der trockene, journalistische Stil von Joan Didion keine unmittelbare Lesefreude bereitete, bin ich im Nachhinein dankbar, dieses Buch gelesen zu haben. Es fühlt sich an wie eine kleine Vorbereitung auf schwierige Zeiten. Gerade weil wir hier einen sehr analytischen Verstand einer großen amerikanischen Intellektuellen erleben, der fast gänzlich auf explizite Gefühlsdarlegungen verzichtet, wird ein beinahe medizinisches Muster der Trauerbewältigung erkennbar. Faszinierend ist dabei, wie Didion den Raum für Selbstmitleid nicht nur öffnet, sondern es förmlich einfordert. Sie macht deutlich, dass gerade dieses Zulassen notwendig ist, um mit seinen Emotionen überhaupt irgendwo landen zu können. Besonders beeindruckt hat mich zu sehen, wie ihr scharfer Intellekt phasenweise in absurde, realitätsferne und beinahe „verrückte“ Gedanken abtaucht und sie diesen Vorgang dann wiederum mit nüchternen Studien belegt. Diese Verbindung aus Wahnsinn und Wissenschaft zu erleben, vermittelt mir ein Wissen, das es mir ermöglicht, mehr Empathie und Einfühlungsvermögen für Menschen in solchen Ausnahmesituationen (und für mich selbst) aufzubringen. Wir gehen oft mit dem Selbstverständnis davon aus, dass man irgendwann einfach „darüber hinweg“ sein müsste. Die Ungeduld, zu der wir neigen, wenn wir glauben, es wäre doch längst an der Zeit mit dem Trauern abzuschließen, verliert sich hier.
"Leid kommt, wenn es eintrifft, in nichts dem gleich, was wir erwarten." - Joan Didion
Das Thema beschäftigt mich schon eine längere Zeit. Es ließ mich einfach nicht los und jetzt bin ich hier, philosophiere herum, ohne eine klaren Gedankengang für alles zu finden. Didion spricht in ihrem Buch davon, dass Leid einen im Leben trifft, ob man nun will oder nicht. Man hat keinen Einfluss auf den Schmerz, den wir Verspüren, wenn wir am zerbrechlichsten sind. Sie spricht von den Kummer, den sie nach dem Tod ihres Ehegatten erfahren hat. Ich würde weiter gehen und behaupten, dass nicht nur der Tod Leid verursacht, sondern auch der Verlust von Träumen, Wünschen die nicht in Erfüllung gehen, Erwartungen und vieles mehr. Kummer hat keine Grenze und jeder nimmt emotionales Leid unterschiedlich wahr. Und dennoch verbindet es durch die Tatsache, dass der Schmerz so stark ist, dass man den Eindruck hat, dass man daran ertrinkt. Man versinkt in den Gedanken, bis alles um einen herum nur noch Schwarz ist. »Wieso passiert das mir? Wurde ich bestraft? Wieso haben die das, nicht ich? Hätte ich etwas anders machen können?« So viele Fragen, die man in dem eigenen Kopf auskämpft. Und letztendlich können wir nicht akzeptieren was vor sich geht. Es ist schwer das loszulassen, was uns so sehnlichst nah war, was man sich Bedingungslos gewünscht hat und nun... fern ist. In einer Sekunde ist es noch da und nach einem Wimpernschlag zerrinnt es zwischen den Fingern, bis nichts mehr da ist und man sich bewusst werden muss... »Es ist weg.« Didion konnte dies dadurch deutlich machen, dass sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen konnte. Der Kummer zog sie zurück, warf sie in Erinnerungen, die sich tief ihre Seele geritzt hatten. Erinnerungen, die so viel Bedeutung trugen, dass sie unvergesslich sind. Und dann soll man plötzlich alles löschen? Nein, man klammert sich an dem was war, was man so sehr wollte, fest. Versucht eine Form von Gleichgewicht für die entstandene Lücke zu schaffen oder sie sogar wiederherzustellen. »Mach es wieder rückgängig.« Vielleicht ist das der Gedanke, an den man sich selbst verliert. »Ich will es wieder haben. Es war doch so schön.« Man blockiert bewusst das offensichtliche, denn die Einsicht ist viel schwerer. Nichtsdestotrotz dreht sich die Zeit weiter, wenn auch ohne einen. Wie soll man denn den Verlust verarbeiten, wenn gleichzeitig erwartet wird, dass man sich schnellstens anpasst. Die Zeit zum akzeptieren wird uns genommen, selbst wenn man sie am meisten benötigt. Nur Heilung kann helfen. Doch Heilung ist komplizierter. Trauern, etwas, was so oft verpönt wird. Denn wir müssen oft funktionieren, bemühen uns und dennoch geht es nicht. Denn letztendlich ist nichts, wie es einmal war und es wird auch nicht mehr so sein. "Leid ist anders." - Joan Didion. •●•●•●•●•●•●•●●•●•●•●•●•●•●●•●• Meinungen können sich unterscheiden, deswegen muss jede:r wohl selbst entscheiden, welcher er/sie/div es hat. MEINE MEINUNG IST NICHT EURE. Die Autoren sollen nicht schlecht geredet werden. Jeder hat sein eigenes Sprachgefühl. •●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●•●

Ich kann den Schmerz, die Trauer, den Verlust so nachempfinden. Das Hin- und Herdrehen und -wenden, nach einer Lösung suchend das Geschehene rückgängig zu machen, zu begreifen. Orte der Erinnerung aus Angst meidend. Und Szenen um Szenen immer wieder durchgehend. Sich in den unterschiedlichsten Momenten daran erinnern, was er gesagt hat. Was er gesagt hätte, gedacht hätte, tun würde. In Das Jahr magischen Denkens verarbeitet Joan Didion, aus dem Englischen übersetzt von Antje Rávic Strubel, den Tod ihres Ehemannes John Gregory Dunne, mit dem sie fast 40 Jahre verheiratet war. Wir bekommen Einblick in ein besonderes Künstler*innen-/Intellektuellenleben voller Privilegien, Beziehungen, Reichtum und auch etwas Glamour, gemischt mit ganz bodenständigen, aber auch tiefgründig philosophischen Gedanken und Gefühlen. Es muss furchtbar für Joan Didion gewesen sein, den Lebenspartner zu verlieren, während auch das Leben der Adoptivtochter am seidenen Faden hing. Den Schreibstil mochte ich sehr, auch wenn die Zeit-/Gedankensprünge mich schon etwas mitgenommen haben und ich irgendwann echt genervt war, dass sie immer wieder die Namen der verschiedenen Krankenhäuser aufgezählt hat 🙈😅 Stellenweise war ich manchmal kurz vorm Tränchen vergießen, hab‘s dann aber doch geschafft, weiter zu lesen 🤗
Das erlebte Leid der Autorin tut einem natürlich leid. Literarisch ist das Werk nicht besonders anspruchsvoll und verworren. Sie schreibt viel darüber was andere über Leid schreiben. Es gibt nahezu keine Handlung. Würde das Buch nur an jemanden empfehlen, der gerne traurige Stimmung verspüren möchte, da diese sich durch das ganze Buch zieht (logischerweise, da es um den Verlust ihres Ehemanns und die Krankengeschichte ihrer Tochter geht). „Magisches“ Denken konnte ich hierbei leider nicht erkennen. Vielleicht hilft es, wenn das Buch selbst zur Trauerbewältigung gelesen wird …
Joan Didion beschreibt das Unbeschreibliche. Nie zuvor habe ich über Trauer und Verlust in dieser Art und Weise gelesen. Am Ende fühlte ich mich in ihren Gedankengängen derart zu Hause, dass es mir fast unheimlich erschien. Ich weiß, dass ich zu diesem Buch noch viele Male zurückkommen werde im Verlauf meines Lebens. Es ist über alle Maßen großartig.
Mir fällt es grundsätzlich schwer, persönliche und autobiographische Erzählung zu bewerten - umso mehr, wenn es um die großen Tragödien eines Lebens geht. Joan Didions Bericht über das erste Jahr nach dem Tod ihres Mannes, der durchzogen ist von Rückblicken auf das gemeinsame Leben, hat ohne Zweifel seine Längen. Besonders haben mich streckenweise die vielen Namen Prominenter irritiert. Es fühlte sich an wie Name-Dropping ohne jeden Mehrwert für die Geschichte. Vielleicht haben diese Namen aber ihre Berechtigung, vielleicht vermitteln sie Zeitzeugen der 60er- und 70er-Jahre ein noch besseres Gefühl für die Atmosphäre dieses gemeinsamen Lebens. In jedem Fall waren Passagen dabei, die mich nicht interessiert haben. Dort haben mich nur der wunderschöne, flüssige und klare Stil, die auffällig exakte, starke Wortwahl Didions gerettet. Und dann waren da auch die wirklich starken Passagen, die Abschnitte, in denen Didion Betrachtungen über Trauer und Schmerz im Allgemeinen anstellt. Abschnitte, die ich wieder und wieder lesen musste und die nie an Wirkung verloren haben. Und diese Abschnitte haben mir den Atem verschlagen, mich so unmittelbar und direkt getroffen und sind so unbeschreiblich gut, dass sie die schwächeren Teile vollkommen aufwiegen. Allein wegen dieser Stellen hätte das Buch insgesamt noch deutlich schwächer sein dürfen und ich hätte ihm trotzdem nicht weniger als 4 Sterne gegeben. Wer jemals einen lieben Menschen durch den Tod verloren hat, dem ist dieses kluge und besondere Buch nur dringend zu empfehlen. Denn letztlich ist es dann doch so viel mehr als „nur“ der Bericht einer persönlichen Katastrophe. Mein erstes Buch von Joan Didion, aber definitiv nicht mein letztes!
This books is incredibly heartbreaking but also incredibly repetitive. Didion probably wrote 10 times in the first view chapters that her husband died on december 30 2004 and that her daughter was in the hosptal close to death wich is sad and as a mother propaly drives you insane but as a reader this book became more boring with each chapter.
"I know why we try to keep the dead alive: we try to keep them alive in order to keep them with us. I also know that if we are to live ourselves there comes a point at which we must relinquish the dead, let them go, keep them dead. Let them become the photograph on the table. Let them become the name on the trust accounts. Let go of them in the water. Knowing this, does not make it easier to let go of him in the water."
I liked it, but I did not LOVE it. Didion’s writing style is without a doubt remarkable. She has a way with words that not many writers have and manages to put so much meaning into very few pages. And who knows, maybe, in a few decades (hopefully not sooner), when I too, have lost someone I love, I will turn to this again and find solace in her words. For now, it remains a beautiful book, but not one that swept me off my feet.
Keine leichte Kost
Joan Didion schreibt in ‚Das Jahr magischen Denkens‘ über den plötzliche Tod ihres Mannes, über die Verbindung, die sie miteinander hatten durch 40-Jahre Ehe und zusammenleben wie auch arbeiten. Dabei erweckt der Schreibstil manchmal ein wenig den Eindruck von Kühle und Distanziertheit zum Verlust. Gleichzeitig nimmt die Autorin Leser:innen mit in die Vergangenheit und die Erlebnisse, die sie mit John und Tochter Quintana erlebt hat, immer mit dem Hintergrund eigene Schlüsse und ich würde auch sagen Lebensweisheiten daraus zu ziehen.



























