Dame zu Fuchs
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Description
Book Information
Author Description
David Garnett, am 9. März 1892 in Brighton geboren, war Schriftsteller, Buchhändler, Verleger und Kritiker. »Dame zu Fuchs«(1922) war der erste Roman, den David Garnett unter eigenem Namen veröffentlichte. Er erhielt dafür mehrere Preise. In zweiter Ehe war er mit Angelica Bell verheiratet, der Tochter seiner Freunde aus der Bloomsbury-Gruppe, Vanessa Bell und Duncan Grant, mit denen er eine Zeit lang in Charleston Farmhouse zusammengelebt hatte. David Garnett verstarb am 17. Februar 1981.
Posts
Rückentext: "Aber die eigenartige Begebenheit, von der hier die Rede ist, kam allein, von selbst und unbegleitet in eine feindselige Welt, und genu aus diesem Grund erregte sie unter den Menschen keine grössere Aufmerksamkeit. Denn die plötzliche Verwandlung Mrs Tebricks in eine Fähe ist eine erwiesene Tatsache, die hier nun wiedergegeben werden soll..." Füchse gehören zu meinen Lieblingstieren und dieser hier sprang mich gleich mehrfach an. Einmal begegnete mir das Buch auf einem Blog und ein paar Tage später stand er einfach so im Regal meiner Bibliothek. Natürlich musste Mrs Tebrick mit nach Hause. David Garnett erzählt uns direkt die Geschichte der Mrs Tebrick, die sich während eines Spazierganges in einen Fuchs verwandelt. Da sich der Autor und Erzähler bloss an die Fakten hält, kann er uns nicht sagen, weshalb dies geschehen ist. Bewiesen ist nur, dass es passiert ist. Dabei entpuppt sich der mir bisher unbekannte Autor als heiterer, präziser und nicht wertender Beobachter. Manchmal unterbricht er seine Erzählung kurz, um uns Dinge zu verdeutlichen (z.B. weshalb er nicht alles glaubt, was die Leute erzählen). Dies führt dazu, dass Garnett sehr locker schreibt und trotz des Alters der Geschichte (erschien 1922, spielt 1880) stellen sich praktisch keine Stolpersteine ein. Das macht "Dame zu Fuchs" zu einem geeigneten Einstieg für Leute, die sich bisher noch nicht an frühere Texte herangewagt haben. Das Buch hat ausserdem nur einen Umfang von rund 150 Seiten, sodass die Geschichte gut an einem ruhigen Nachmittag durchgelesen werden kann. Dennoch wird dieses Büchlein einem im Kopf bleiben. Nicht nur der schönen Sprache wegen oder wegen der plötzlichen Umwandlung, sondern auch weil hier eine wundervolle, unkitschige Liebesgeschichte erzählt wird. Tatsächlich ist "Dame zu Fuchs" eine der schönsten Liebeserzählungen, die mir in der letzten Zeit begegnet sind. Silvias Verwandlung und ihr Verhalten stehen im Mittelpunkt, doch Mr Tebricks Treue und seine Ergebenheit können nicht anders als einen tief drinnen zu berühren. Seine Frau wehrt sich anfangs noch gegen die Wildheit, die ihre neue Form mit sich bringt, doch mehr und mehr wird sie zu dem, was sie nun ist: einem Fuchs. Und dennoch steht ihr Mann ihr zur Seite. Bis zum Schluss. Die Schilderungen, wie Mrs Tebrick mehr und mehr zu einem richtigen Fuchs wird, sind klar und äusserst eindrücklich. Anfangs sind es Kleinigkeiten, doch mehr und mehr sehnt sich das Tier nach der Freiheit des Waldes, dort wo ein Fuchs auch hingehört. Diese Zerrissenheit prägen das Buch und machen es unvergesslich. "Dame zu Fuchs" ist schlicht, aber elegant und ein wirklich herzliches Buch.
Buch zu Highlight Das Buch: Das junge Ehepaar Tebrick zieht in eine abgelegene Villa im ländlichen Oxfordshire. Doch dich glückliche Zweisamkeit wird schnell zerstört. Silvia Tebrick verwandelt sich bei einem winterlichen Waldspaziergang plötzlich in einen Fuchs. Und Richard Tebrick kümmert sich rührend um den Fuchs, seine Frau. Erst liebevoll, später verzweifelt. Denn irgendwie verwandelt sich Silvia nicht zurück in einen Menschen…. und wird immer mehr Fuchs. Das Fazit: Wow. Es wird nicht lange um den heißen Brei geschrieben. Kaum hat das Buch begonnen, da ist die Dame auch schon ein Fuchs geworden. Wie und warum diese plötzliche Verwandlung überhaupt passierte ist nebensächlich. Der Autor weist auch extra auf diese Sache hin. Und im weiteren Verlauf des Buches ist dieser ungenannte Aspekt auch gar nicht mehr notwendig. Der Scheinwerfer dieses Buches liegt nun auf Herrn Richard Tebrick. Es ist eine Studie über einem Menschen, der verzweifelt versucht, mit dieser sehr kuriosen Situation klar zu kommen. Denn er liebt seine Frau. Auch als Fuchs. Und anfangs ist der Fuchs auch noch sehr menschlich. D.h. Karten spielen, Tee trinken und Kleidung sind da noch kein Problem. Doch Richard ahnt schon, dass ein Fuchs als Ehefrau kaum in der Welt annerkannt werden würde. So schottet er sich im Verlauf des Buches immer mehr ab. Ja schon verrückt erscheint er. Am Ende weiß er selbst nicht mehr, ob er wirklich verrückt geworden ist. Das liegt natürlich auch an dem Verhalten der Füchsin. Was anfangs noch sehr menschlich erscheint, wird schleichend zur Gefahr. Der Fuchs wird immer mehr zum Fuchs. Und reißt aus. Eine Flucht in die Freiheit und weg von Richard, der alles daransetzt, die Füchsin bei sich zu behalten. Er muss erkennen, dass seine Frau wohl nie mehr in der Gestalt einer Frau zurückkehren würde. Und doch liebt er sie. Fast schon abgöttisch. Dem Leser tut Richard mehr als Leid. Man weiß ja, warum er immer einem Fuchs hinterherrennt, sucht und vor den Jägern schützen möchte. Denn da liegt die größte Gefahr: dass Richards Dame könnte erschossen werden. Der Leser zweifelt mit Richard und steht ihm stets bei. Denn Richard hat sich definitiv einen Freund in dieser Not verdient. Zusammenfassend ist es eine kleine Tragikomödie, die einem sehr ans Herz geht. Lesen!!! https://commigratio.com/2018/01/25/david-garnett-dame-zu-fuchs/
TOP-Buch, super geschrieben und zum Nachdenken / Spekulieren anregend: Was bedeutet die Verwandlung der Frau in einen Fuchs? Wofür steht der Fuchs? Und der Ehemann? Geht es nur um die Frauen, oder hat es auch ein autobiographisches Anliegen des Autors? Hierzu wichtig: er gehörte der Bloomsbury Gruppe, wie Virginia Woolf.
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David Garnett, am 9. März 1892 in Brighton geboren, war Schriftsteller, Buchhändler, Verleger und Kritiker. »Dame zu Fuchs«(1922) war der erste Roman, den David Garnett unter eigenem Namen veröffentlichte. Er erhielt dafür mehrere Preise. In zweiter Ehe war er mit Angelica Bell verheiratet, der Tochter seiner Freunde aus der Bloomsbury-Gruppe, Vanessa Bell und Duncan Grant, mit denen er eine Zeit lang in Charleston Farmhouse zusammengelebt hatte. David Garnett verstarb am 17. Februar 1981.
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Rückentext: "Aber die eigenartige Begebenheit, von der hier die Rede ist, kam allein, von selbst und unbegleitet in eine feindselige Welt, und genu aus diesem Grund erregte sie unter den Menschen keine grössere Aufmerksamkeit. Denn die plötzliche Verwandlung Mrs Tebricks in eine Fähe ist eine erwiesene Tatsache, die hier nun wiedergegeben werden soll..." Füchse gehören zu meinen Lieblingstieren und dieser hier sprang mich gleich mehrfach an. Einmal begegnete mir das Buch auf einem Blog und ein paar Tage später stand er einfach so im Regal meiner Bibliothek. Natürlich musste Mrs Tebrick mit nach Hause. David Garnett erzählt uns direkt die Geschichte der Mrs Tebrick, die sich während eines Spazierganges in einen Fuchs verwandelt. Da sich der Autor und Erzähler bloss an die Fakten hält, kann er uns nicht sagen, weshalb dies geschehen ist. Bewiesen ist nur, dass es passiert ist. Dabei entpuppt sich der mir bisher unbekannte Autor als heiterer, präziser und nicht wertender Beobachter. Manchmal unterbricht er seine Erzählung kurz, um uns Dinge zu verdeutlichen (z.B. weshalb er nicht alles glaubt, was die Leute erzählen). Dies führt dazu, dass Garnett sehr locker schreibt und trotz des Alters der Geschichte (erschien 1922, spielt 1880) stellen sich praktisch keine Stolpersteine ein. Das macht "Dame zu Fuchs" zu einem geeigneten Einstieg für Leute, die sich bisher noch nicht an frühere Texte herangewagt haben. Das Buch hat ausserdem nur einen Umfang von rund 150 Seiten, sodass die Geschichte gut an einem ruhigen Nachmittag durchgelesen werden kann. Dennoch wird dieses Büchlein einem im Kopf bleiben. Nicht nur der schönen Sprache wegen oder wegen der plötzlichen Umwandlung, sondern auch weil hier eine wundervolle, unkitschige Liebesgeschichte erzählt wird. Tatsächlich ist "Dame zu Fuchs" eine der schönsten Liebeserzählungen, die mir in der letzten Zeit begegnet sind. Silvias Verwandlung und ihr Verhalten stehen im Mittelpunkt, doch Mr Tebricks Treue und seine Ergebenheit können nicht anders als einen tief drinnen zu berühren. Seine Frau wehrt sich anfangs noch gegen die Wildheit, die ihre neue Form mit sich bringt, doch mehr und mehr wird sie zu dem, was sie nun ist: einem Fuchs. Und dennoch steht ihr Mann ihr zur Seite. Bis zum Schluss. Die Schilderungen, wie Mrs Tebrick mehr und mehr zu einem richtigen Fuchs wird, sind klar und äusserst eindrücklich. Anfangs sind es Kleinigkeiten, doch mehr und mehr sehnt sich das Tier nach der Freiheit des Waldes, dort wo ein Fuchs auch hingehört. Diese Zerrissenheit prägen das Buch und machen es unvergesslich. "Dame zu Fuchs" ist schlicht, aber elegant und ein wirklich herzliches Buch.
Buch zu Highlight Das Buch: Das junge Ehepaar Tebrick zieht in eine abgelegene Villa im ländlichen Oxfordshire. Doch dich glückliche Zweisamkeit wird schnell zerstört. Silvia Tebrick verwandelt sich bei einem winterlichen Waldspaziergang plötzlich in einen Fuchs. Und Richard Tebrick kümmert sich rührend um den Fuchs, seine Frau. Erst liebevoll, später verzweifelt. Denn irgendwie verwandelt sich Silvia nicht zurück in einen Menschen…. und wird immer mehr Fuchs. Das Fazit: Wow. Es wird nicht lange um den heißen Brei geschrieben. Kaum hat das Buch begonnen, da ist die Dame auch schon ein Fuchs geworden. Wie und warum diese plötzliche Verwandlung überhaupt passierte ist nebensächlich. Der Autor weist auch extra auf diese Sache hin. Und im weiteren Verlauf des Buches ist dieser ungenannte Aspekt auch gar nicht mehr notwendig. Der Scheinwerfer dieses Buches liegt nun auf Herrn Richard Tebrick. Es ist eine Studie über einem Menschen, der verzweifelt versucht, mit dieser sehr kuriosen Situation klar zu kommen. Denn er liebt seine Frau. Auch als Fuchs. Und anfangs ist der Fuchs auch noch sehr menschlich. D.h. Karten spielen, Tee trinken und Kleidung sind da noch kein Problem. Doch Richard ahnt schon, dass ein Fuchs als Ehefrau kaum in der Welt annerkannt werden würde. So schottet er sich im Verlauf des Buches immer mehr ab. Ja schon verrückt erscheint er. Am Ende weiß er selbst nicht mehr, ob er wirklich verrückt geworden ist. Das liegt natürlich auch an dem Verhalten der Füchsin. Was anfangs noch sehr menschlich erscheint, wird schleichend zur Gefahr. Der Fuchs wird immer mehr zum Fuchs. Und reißt aus. Eine Flucht in die Freiheit und weg von Richard, der alles daransetzt, die Füchsin bei sich zu behalten. Er muss erkennen, dass seine Frau wohl nie mehr in der Gestalt einer Frau zurückkehren würde. Und doch liebt er sie. Fast schon abgöttisch. Dem Leser tut Richard mehr als Leid. Man weiß ja, warum er immer einem Fuchs hinterherrennt, sucht und vor den Jägern schützen möchte. Denn da liegt die größte Gefahr: dass Richards Dame könnte erschossen werden. Der Leser zweifelt mit Richard und steht ihm stets bei. Denn Richard hat sich definitiv einen Freund in dieser Not verdient. Zusammenfassend ist es eine kleine Tragikomödie, die einem sehr ans Herz geht. Lesen!!! https://commigratio.com/2018/01/25/david-garnett-dame-zu-fuchs/
TOP-Buch, super geschrieben und zum Nachdenken / Spekulieren anregend: Was bedeutet die Verwandlung der Frau in einen Fuchs? Wofür steht der Fuchs? Und der Ehemann? Geht es nur um die Frauen, oder hat es auch ein autobiographisches Anliegen des Autors? Hierzu wichtig: er gehörte der Bloomsbury Gruppe, wie Virginia Woolf.






