Crossroads

Crossroads

Hardback
4.0188
Great American NovelDrogenHildebrandtAmerikanische Literatur

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Description

Ein Roman über eine Familie am Scheideweg: über Sehnsucht und Geschwisterliebe, über Lügen, Geheimnisse und Rivalität. Der Auftakt zu Jonathan Franzens Opus magnum «Ein Schlüssel zu allen Mythologien» – einer Trilogie über drei Generationen einer Familie aus dem Mittleren Westen und einem der größten literarischen Projekte dieser Zeit.

Es ist der 23. Dezember 1971, und für Chicago sind Turbulenzen vorhergesagt. Russ Hildebrandt, evangelischer Pastor in einer liberalen Vorstadtgemeinde, steht im Begriff, sich aus seiner Ehe zu lösen – sofern seine Frau Marion, die ihr eigenes geheimes Leben lebt, ihm nicht zuvorkommt. Ihr ältester Sohn Clem kehrt von der Uni mit einer Nachricht nach Hause zurück, die seinen Vater moralisch schwer erschüttern wird. Clems Schwester Becky, lange Zeit umschwärmter Mittelpunkt ihres Highschool-Jahrgangs, ist in die Musikkultur der Ära ausgeschert, während ihr hochbegabter jüngerer Bruder Perry, der Drogen an Siebtklässler verkauft, den festen Vorsatz hat, ein besserer Mensch zu werden. Jeder der an einem Scheideweg stehenden Hildebrandts sucht eine Freiheit, die jeder der anderen zu durchkreuzen droht.

Jonathan Franzen ist berühmt für seine Gegenwartspanoramen mit ihren unvergesslich lebendigen Figuren. Jetzt, in «Crossroads», einer aus mehreren Perspektiven erzählten Geschichte, die sich im Großen und Ganzen an einem einzigen Wintertag entrollt, nimmt er den Leser mit in die Vergangenheit und beschwört eine Welt herauf, die in der heutigen noch nachhallt. Ein Familienroman von beispielloser Kraft und Tiefe, mal komisch, mal zutiefst bewegend und immer spannungsreich: ein fulminantes Werk, in dem Jonathan Franzens Gabe, im Kleinen das Große zu zeigen, in Erscheinung tritt wie nie zuvor.

«Jonathan Franzen ist einer der größten lebenden Schriftsteller, und seine Romane gehören zum Kanon der großen amerikanischen Familien- und Sozialepen.»
DER SPIEGEL

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
832
Price
28.80 €

Author Description

Jonathan Franzen, 1959 geboren, erhielt für seinen Weltbestseller «Die Korrekturen» 2001 den National Book Award. Er veröffentlichte außerdem die Romane «Die 27ste Stadt», «Schweres Beben», «Freiheit» und «Unschuld», das autobiographische Buch «Die Unruhezone», die Essaysammlungen «Anleitung zum Alleinsein», «Weiter weg» und «Das Ende vom Ende der Welt» sowie «Das Kraus-Projekt» und den Klima-Essay «Wann hören wir auf, uns etwas vorzumachen». Er ist Mitglied der amerikanischen Academy of Arts and Letters, der Berliner Akademie der Künste und des französischen Ordre des Arts et des Lettres. 2013 wurde ihm für sein Gesamtwerk der WELT-Literaturpreis verliehen, 2022 der Thomas-Mann-Preis. 2015 erhielt er für seinen Einsatz zum Schutz der Wildvögel den EuroNatur-Preis. Er lebt in Santa Cruz, Kalifornien.

Posts

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All
5

Ganz viel (Familien-)Leben

Jonathan Franzen hat es wieder getan. Mit „Crossroads“ geht Franzen konsequent den Weg weiter, den er in „Die Korrekturen“ bereits äußerst erfolgreich beschritten hat. Er greift einmal mehr tief hinein in diesen Schmelztiegel an Schicksalen, den man schlichtweg Leben nennt. Sein Spezialgebiet: Familienleben. In Crossroads nimmt uns der Autor mit in das Leben der US- amerikanischen Familie Hildebrandt Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Pikant, wie Franzen bereits mit dem Titel spielt und Ahnungen generiert. Crossroads bedeutet im Englischen sowohl Wegkreuzung als auch Scheideweg. Nichts anderes passiert in dieser, nein doch eigentlich in jeder Familie. Zuerst treffen sich stets und überall Vater und Mutter, die aber auch beide ihre ganz individuelle Vergangenheit haben, ihre guten Seiten, aber auch ihre Marotten und Schattenseiten. Bei Franzen sind es Vater Russ, Pastor in einer Vorstadtgemeinde und Möchtegern-Gigolo, und Mutter Marion, die über die monotone Erfüllung mütterlicher und familiärer Pflichten äußerlich zur Matrone degeneriert ist. Und dann kommen natürlich wie immer früher oder später die Kinder dazu, die die Lebenswege der Eltern und ihrer Geschwister kreuzen. Mal für eine kürzere, mal für eine längere Zeit. Mal in Harmonie, oft aber wegen der divergierenden Persönlichkeitsentwicklung auch im Dissens, der bis zum Hass gehen kann. Wiedererkennungseffekte? Aber natürlich, alles andere wären erfolgreiche Verdrängungsmechanismen, um nicht von der rosa Wolke zu fallen. Clem, Becky, Perry und Judson heißen die vier beispielhaften Kinder-Charaktere bei Franzen. Dass Crossroads nebenbei auch der Name einer kirchlichen Jugendgruppe im Buch ist, gerät in Anbetracht der Metaphorik des Gesamtromans fast zur Nebensächlichkeit. Das Grundkonstrukt dieses Familien-Epos bietet Raum für alles, was Familien landläufig ausmacht. Da gibt es Ehebruch, Drogensucht, psychische Erkrankungen, Lebenssinnkrisen, Ablöungsprozesse, ungewollte Schwangerschaft, Geschwisterkonflikte, Trennungsabsichten, um nur die essentiellsten zu nennen. Einen erwähnenswerten zusätzlichen Fokus richtet der Autor in „Crossroads“ auf das Thema Glauben. Das Panoptikum religiöser Überzeugungen reicht von Religion als Job über eine völlig kritikunfähige Verblendung sowie die Rückkehr zum Glauben durch eine plötzliche, imaginäre Erleuchtung bis hin zum überzeugten Atheismus. Dabei nimmt Franzen scheinbar die Funktion des aussenstehenden Erzählers ein. Er scheint vordergründig nicht zu werten. Nicht immer kann man ihm diese Rolle abnehmen und fragt sich dann als Leser an der ein oder anderen Stelle, ob man sich nicht doch einer geschickt gewobenen Persiflage religiöser Geisteshaltungen gegenüber sieht. Wo ist der Roman einfach nur Storytelling oder wo sind die Messages versteckt? Ein guter Autor wie Franzen lässt das offen. All diese facettenreichen Komponenten einer Familiendynamik mixt Franzen mit einem Schuss Dramatik zu einem qualitativ hochwertigen Potpourri. Zusammen mit seinem schon in „Die Korrekturen“ bestechenden Gefühl für den richtigen Flow und das richtige Schreibtempo reiht sich Franzen mühelos ein in die lange Liste anderer großer US- amerikanischer Geschichtenerzähler wie John Steinbeck, T. C. Boyle, Ernest Hemingway und viele andere. Aber das wussten Franzen-Leser ja schon. In Summe beste Unterhaltung, viel Buch fürs Geld und ganz nebenbei eine ganze Menge philosophischer und sprachlicher Highlights. Drei verführerische Kostproben aus dem Schatzkästchen eines literarischen Ausnahmekönners: „Sein Schmerz und sein Hass waren von einer horizontlosen Totalität“, „Die Abwesenheit von Negativa ergab nicht zwingend ein Positivum“ und „Hoffnung war die Zuflucht der Dämlichen“. Und die Quelle Franzen scheint unerschöpflich. Sicherlich zur Freude des Verlags. Teil zwei und Teil drei der Generationen übergreifenden Saga sind angekündigt.

4

In Crossroads geht es um die Themen: Glauben, Schuld, Ehe, Selbstfindung und den Zerfall familiärer Strukturen. Er spielt in den 70erm, sowie in Rückbleneden auch in den 40er Jahren . Die damalige Zeit wird authentisch eingefangen. Franzen versteht es jeden Charakter tiefgründig und vielschichtig zu zeichnen, mit all ihren Stärken und Verfehlungen und der inneren Zerrissenheit. Ein gewohnt guter Franzen, aufgrund von einigen Längen, "nur" 4 Sterne. Wer gerne Epen liest und ein Faible für psychologisch komplexe Erzählungen hat, ist bei Franzen gut aufgehoben.

4

Psychologische Dynamiken innerhalb einer Chicagoer Pfarrersfamilie in den 70ern 🤩

Der US-Amerikanische Autor Jonathan Franzen gilt seit 2001 als er den Roman „Die Korrekturen“ veröffentlichte, als Bestsellergarant. Sein neuer Roman „Crossroads“ beschreibt das Leben einer Pfarrersfamilie in Chicago, spielt 1971 und schildert drei Generationen von Gottsuchern. Im Deutschen ist er 2021 bei Rowohlt erschienen. Es handelt sich um einen Familienroman - diese Familie besteht aus Russ, der Pfarrer ist, hierarchisch nicht sehr weit oben, er hat in der Gemeinde einen Pfarrer, der ihm vorgesetzt ist, was sein Ego kränkt. Gleichzeitig ist seine Ehefrau Marion, für ihn nicht mehr ein Objekt des Begehrens. Seither fängt er an, unter dem Deckmantel der Verbesserung der Welt und der Zustände, mit einem Gemeindemitglied, Frances, in einem schlechten Viertel von Chicago sich um eine arme Gemeinde zu kümmern. Er merkt selber, dass er darin nur ein Heuchler ist, er würde gerne noch gewissermaßen im Geiste Gottes handeln, aber handelt doch eher im Geiste seiner Versessenheit auf einen möglichen Ehebruch. Gleichzeitig ist er aber auch ein Puritaner, der sich dann selbst geißelt und bestraft für seine schlimmen Fantasien. Es gibt in dieser Kirche, in der „Hochwürden“ Russ arbeitet, eine Jugendgruppe, die sich Crossroads nennt und eigene Rituale hat. Da wird sich umarmt, da muss man sich Geständnisse aus seinem Seelenleben machen. Was zunächst eher befremdlich wirkt, wird zu einem großen Erfolg dieser Jugendgruppe. Er hat vier Kinder, von denen zumindest eins überdurchschnittlich genial ist - meine Lieblingsfigur ist der Sohn Perry, der sehr nach seiner Mutter kommt, der 15 ist und offenbar ein Drogenproblem hat und eine ziemliche psychische Herausforderung. Das könnte wiederum zurückgehen auf eine Traumavorgeschichte seiner Mutter Marion. Es gibt den Ältesten, Clem, der schon aus dem Haus raus ist und sein erstes Collegejahr macht und macht jetzt aber, weil er es falsch findet, dass nur die Armen nach Vietnam eingezogen werden, meldet er sich, obwohl eigentlich Pazifist, freiwillig beim Musterungsausschuss. Und es gibt Becky, die Schöne, die Glänzende, die alle lieben an der Schule, die aber auch irgendwie weiß, dass ihr Erfolg ein bisschen viel mit ihrem Aussehen zu tun hat, während es ihr an geistiger Tiefe fehlt. Die aber auch umgekehrt sich nicht von ihrem jüngeren Bruder Perry demütigen lassen will und das Gefühl hat, er würde mit seiner Intelligenz sie bewusst versuchen zu erniedrigen. Kurzum, wir haben ein unglaublich reiches Familienensemble versammelt. Jede Figur ist anders gestaltet, jede Figur ist so dass man nach drei Seiten deren Gewohnheiten, deren Denkweisen, deren Blick auf die Welt verstehen will. Es ist ein ungeheuer genaues Vollziehen von psychologischen Dynamiken zwischen Geschwistern, zwischen Eltern und Kindern. Das geht runter wie Honig, der Roman ist schlappe 800 Seiten lang, aber keine Seite ist zuviel, dadurch dass er immer von Kapitel zu Kapitel die Perspektiven der Figuren wechselt. Franzen ist ein Meister der Vereinfachung, darum funktioniert die Psychologie seiner Figuren so gut. In dem Titel „Crossroads“ steckt zum einen die Aneignung eines schwarzen Bluessongs durch die Hauptfigur des Pfarrers, auf der anderen Seite kann man ja auch Crossroads wörtlich nehmen: also da stehen wir am Scheideweg. Ich glaube das ist die Appellstruktur des Textes. Auf der einen Seite haben wir eine vereinfacht verstandene christliche Ethik, die in Eigennutz und Dogmatismus endet, auf der anderen Seite haben wir den Homo Ludens, also ludisches, spielerisches Handeln, als mögliche Form einer gesellschaftlichen Entwicklung. Und ich glaube, das ist es was Jonathan Franzen interessiert. Ich würde sagen, das was aus der christlichen Ethik folgt, geht hier nicht gut aus, er plädiert für mehr Spiel, für weniger Dogmatismus und da funktioniert dann natürlich auch die Betrachtung in einer in der Vergangenheit liegenden Zeit, in der man sich fragt: wo stehen wir denn heute am Scheideweg? Franzens Roman ist der erste Teil einer Trilogie - ich bin äußerst gespannt, wie es weitergeht und hoffe auf eine baldige Erscheinung des zweiten Teils. 😍

2.5

Jonathan Franzen ist ein guter Erzähler. Die Geschichte hat mich bis Seite 600 ungefähr, gut unterhalten. Danach wurde es sehr langatmig und die Kapitel aus Sicht des Vaters fand ich einfach nur schlimm. Dies war der Auftakt einer Trilogie. Ich werde keinen weiteren Band davon lesen.

4

Dichte Familiengeschichte über eitle Eltern und vernachlässigte Kinder

Wenn Jonathan Franzen über Familien schreibt, dann sind das nicht gerade Sympathieträger. So wie in Crossroads! Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass wir es hier nicht mit einem beschaulichen Familienidyll der 1970er zu tun haben, sondern mit anstrengenden Persönlichkeiten, die jede für sich mit Problemen struggelt, die keine wären, wenn man den Blick für andere nicht durch Egoismus verbauen würde. Russ ist der jung gebliebene, aber mit seiner Männlichkeit hadernde Pfarrer, einer Gemeinde im fiktiven New Prospect. Ein junger Emporkömmling macht ihm in der Beliebtheitskala der Gemeinde den Platz streitig. Er wird nur noch als das gesehen, was er wirklich ist, ein alternder weißer Cis Mann, der den attraktiven Mitgliedern seiner Gemeinde zu lange hinterher guckt. Dabei ist er verheiratet mit Marion, die sexuell viel erfahrener ist, als er und trotzdem Probleme mit ihrem Selbstbewusstsein hat. Sie haben vier Kinder: Clem, Becky, Perry und Judd. Besonders die Jungs stehen emotional auf ziemlich wackeligen Beinen. Becky erbt von ihrer Tante eine Menge Geld. Das verändert die Parameter in der Familie und führt zu merkwürdigen Entwicklungen. Franzen hat mal wieder ein Werk geschaffen, indem er die Charaktere genau unter die Lupe nimmt und ihre Zerrissenheit zwischen dem normalen Alltag einer Familie und dem Streben nach dem besonderen sichtbar macht. Die Protagonisten fahren emotional Achterbahn und reagieren dabei oft mit Selbstbetrug. Gepaart mit Scheinheiligkeit macht das auch den Außenstehenden zu schaffen. Man kann hier sehr gut beachten wie Eltern, die sich zu viel um sich selbst drehen ihre Kinder mit ins verderben reißen oder ihnen zumindest keine gute Stütze sind. Es war vorhersehbar, wie es Ihnen ergehen wird. Und ich hatte beim Lesen oft eine Sauwut auf Russ und Marion. Die Unfähigkeit, mit der sie ihren Kindern begegnen, tat mir manchmal fast körperlich weh. Besonders ihre Eitelkeit war manchmal zum brechen. Kaschieren tun sie es oft mit einer Überkompensation im Namen Jesus. Liebe und Betrug, Drogenkonsum und Pazifismus, alles wird entweder als von Gott gewollt betrachtet oder der selbige wird um Beistand gebeten. Ich kann nicht sagen, wer mein Lieblingscharakter war, aber mit Becky konnte ich mich am ehesten identifizieren. Die Konsequenz, die sie im Endeeffekt gezogen hat, ist für mich 100 % nachvollziehbar. Auch Clem ist einen Weg gegangen, der ihm gut tat. Der Rest des Personals zwar tendenziell so unsympathisch dass es piekst und kratzt, ihnen zu lauschen. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich es aushalten würde, dieses Buch bis zum Schluss zu lesen. Aber zum Ende hin wurde es richtig spannend. Und im Großen und Ganzen ist es wirklich ein gutes Buch und ich bin beeindruckt davon wie Franzen die Charaktere ausarbeitet Eine umfangreiche Geschichte über Eltern, die viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind als ihren Kindern eine gute Stütze zu sein und eine Empfehlung für alle, die amerikanische Familiengeschichten mit Tiefgang zu schätzen wissen.

4

Eindrucksvolles Familienportrait, bei dem jeder der Familienmitglieder, so verschieden sie auch sind, eins gemeinsam hat: sie stehen an entscheidenden Punkten in ihrem Leben.

3.5

Unglaubliche erzählerische Kraft, es gibt Abschnitte, die man verschlingt, teilweise aber auch Längen, das Ende ist irgendwie unbefriedigend, liegt aber wohl daran, dass noch zwei Bände der Familiensaga folgen; ingesamt kommt „Crossroads“ nicht an „Korrekturen“ heran.

4

Eine epische Familiensaga nimmt ihren Anfang und das auf eine mitreißende Art und Weise. Franzens Sprachgefühl ist wirklich fein und in jeder seiner Figuren steckt so viel Schmerz und Liebe zugleich.

4

Jonathan Franzens Romane sind für mich immer ein Highlight im Bücherregal. Sie bieten Einblicke ins amerikanische Familienleben wie kaum ein anderer Autor. Diesmal sehr religionsbezogen war die Geschichte streckenweise ebenso eintönig wie faszinierend.

4.5

Ein toller Franzen

Das Buch stand lange in meinem Regal, aber endlich habe ich es gelesen und was soll ich sagen? Nach "Die Korrekturen" ist es mein zweiter Franzen, der wieder einmal eine total kaputte Familie in den USA beschreibt. Man hofft am Ende auf ein Happy End, was es aber nicht gibt. Das Ende bleibt sogar offen und da es eine Trilogie werden soll, bin ich gespannt, wie es weitergeht. Kann ich das Buch empfehlen? Ja! Die 800 Seiten lesen sich sehr schnell weg.

3.5

Jonathan Franzens Crossroads ist ein Roman, der einmal mehr zeigt, warum er als einer der bedeutendsten amerikanischen Erzähler gilt. Mit sprachlicher Brillanz und psychologischer Schärfe zeichnet er das Porträt einer Familie, die sich in den frühen 1970er Jahren an einem Wendepunkt befindet. Im Mittelpunkt steht die Familie Hildebrandt: Russ, ein Pastor, der sich in seinem Glauben und seinen moralischen Überzeugungen zunehmend verliert, seine Frau Marion, die mit einer schmerzhaften Vergangenheit ringt, und ihre Kinder Becky, Clem und Perry, die alle auf ihre Weise nach Identität und Sinn suchen. Besonders eindrucksvoll sind die Charakterstudien von Becky und Marion. Becky, die charismatische Tochter, erlebt eine Entwicklung, die sie zwischen jugendlicher Unbeschwertheit, ersten großen Entscheidungen und einer tiefen Suche nach Orientierung hin- und herwirft. Sie ist eine der vielschichtigsten Figuren des Romans, weil sie nicht nur mit ihrer Rolle in der Familie, sondern auch mit den gesellschaftlichen Veränderungen ihrer Zeit hadert. Marion wiederum ist eine Figur, deren Geschichte mit zunehmendem Verlauf des Romans an Komplexität gewinnt. Ihre inneren Konflikte, geprägt von alten Wunden und neuen Erkenntnissen, machen sie zu einer der stärksten Stimmen in dieser vielstimmigen Erzählung. Franzen verwebt geschickt die persönliche Geschichte der Hildebrandts mit den großen Themen der damaligen Zeit: Religion, soziale Bewegungen, die Auswirkungen des Vietnamkriegs und der Einfluss von Drogen auf eine ganze Generation. Der Jugendkreis Crossroads, der Russ’ Kirche angehört, steht symbolisch für die Suche nach einer neuen, authentischen Form von Glauben und Gemeinschaft – eine Suche, die nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Erwachsenen vor große Fragen stellt. So meisterhaft Crossroads erzählt ist, hat der Roman für mich auch Schwächen. Besonders im mittleren Teil zieht sich die Geschichte zu sehr in die Länge, vor allem in Passagen, die sich mit Russ’ Vergangenheit beschäftigen. Hier verliert das Buch an Spannung und hätte mit einer strafferen Erzählweise noch stärker gewirkt. Auch das Ende, so realistisch es in den historischen Kontext passt, hinterlässt eine gewisse Unzufriedenheit – nicht, weil es schlecht geschrieben wäre, sondern weil es einen mit dem Gefühl zurücklässt, dass viele Konflikte ungelöst bleiben. Dennoch ist Crossroads ein beeindruckender Roman, der auf kluge Weise persönliche und gesellschaftliche Themen miteinander verknüpft. Franzen zeigt Menschen, die mit ihrem Glauben, ihren Sehnsüchten und ihren Schwächen kämpfen, und schafft es, ihre Geschichten mit großer Tiefe und Menschlichkeit zu erzählen. Trotz seiner Stärken vergebe ich nur 3,5 von 5 Sternen, da die Überlänge des Romans und die erzählerischen Abschweifungen das Lesevergnügen stellenweise beeinträchtigen.

5

Kleinstadtleben im Amerika der 70er

Ein großartiges Werk! Ich bin begeistert, wie Franzen es schafft die Gedankenwelt der so unterschiedlichen Protagonisten so detailliert wiederzugeben Ich freue mich auf Teil 2 und 3

3

The first 20% of this book were pretty boring. There was hardly anything happening and nothing that got me hooked to the book. Fortunately it got better after the first quarter mark. I don't know if it is realistic that two grown suddenly discover their gay side at the age of 30 without ever having had any thoughts about it. It doesn't sound very realistic to me, even though I enjoyed the two discovering each other and being on the same sexual level. Finding out about everything and what they enjoy. The sex scenes were definetely hot. I did like Nick and Bryce, but they didn't have an overwhelming chemistry. I liked the two together but it didn't give hearts in the eyes. There were some eyeroll moments with their families but luckily there wasn't that much drama and it was easily solved most of the times. Overall I enjoyed this book and I liked the author's fast paced writing style.

4.5

Über 800 Seiten im Hardcover. Ich habe mich sehr auf diesen dicken Schinken gefreut und wurde nicht enttäuscht. Die ersten rund 200 Seiten habe ich noch etwas gebraucht, um in die Geschichte einzutauchen, dann war ich voll in der Welt der Familie angekommen. Jeder Charakter bringt seine eigene Geschichte, seine eigenen Gedanken, Sorgen, Nöte und Charakterzüge mit. Ich wollte bei allen unbedingt wissen wie sie sich weiterentwickeln. Einen halben Stern Abzug gibt es, weil ich die Geschichte von Vater und Mutter gegen Ende nicht glaubhaft fand. Sonst unglaublich empfehlenswertes Buch. Ich freue mich schon auf die - hoffentlich bald - erscheinende Fortsetzung.

3.5

In this book, five out of six family members of a dysfunctional family write about... Hardly anything? To me, the book felt like a long introduction to a plot of no more than 100 pages. 

Nachdem ich das Buch nen paar Tage interesselos konnte liegen sehen und auf Seite 191 nun auch noch Marion mich mit Abnehmklischees und Glaubensgequatsche um den Verstand bringt, beende ich das hier. Das Buch ist auf eine konventionelle Art ganz großartig geschrieben. Tolle Beobachtungen, komplexe Figuren. Meine Persönlichkeit scheitert an dem Buch. Ich kann ein so intensives religiöses Gebaren und die ganzen Alltagsproblemchen auf dieser formalen Ebene nicht ertragen. Mich machen die Figuren wahnsinnig und sie interessieren mich nicht. Die einzige Figur, die mich bei der Stange gehalten hätte, wäre die tote Tante Shirley gewesen. Sollte die wider Erwarten nochmal im Buch auftauchen, gebt Bescheid, dann les ich den Teil noch

4

Beeindruckende Sprache. Franzen schreibt wirklich außergewöhnlich gut. Allerdings gibt es keinen richtigen Spannungsbogen, weshalb ich mich durch diesen dicken Schinken schon quälen musste. Es soll ja noch 2 weitere Teile geben. Ich denke, dass ich die auch lesen werde.

4

„Selbst wenn man achtzig Jahre lang lebte, war die Dauer eines Lebens verschwindet gering, man schaute sich einmal um, schon waren achtzig Jahre mit all ihren Sonntagen vorüber. Das Leben hatte keine Länge; nur in der Tiefe lag die Rettung.“ (S. 779) CROSSROADS Jonathan Franzen, aus dem Englischen von Bettina Abarbanell Eine Familiengeschichte mit all ihren Problemen: - Vater und Pastor Russ Hildebrandt hat nur ein Ziel: die gutaussehende, verwitwete Frances, Gemeindemitglied, zu beeindrucken. Mit dem Hintergedanken, mit ihr zu schlafen, sie zu ehelichen und ein neues Leben zu beginnen. Auf diesem Weg ignoriert er alles, schlägt Warnungen in den Wind, hört keinem zu und übersieht alle Befindlichkeiten seiner Mitmenschen. - Mutter Marion, die psychisch labil ist, an Fettsucht leidet und von ihrem Mann abgelehnt wird. - Sohn Clem, der sein Studium hinwirft und sich freiwillig für den Vietnamkrieg meldet, ohne das Einverständnis seiner Eltern einzuholen. - Tochter Becky, super Star der Schule, verliebt sich in den coolen Gitarrenspieler und spannt ihn kurzer Hand Laura aus. - Sohn Perry, hoch intelligent, aber drogen- und alkoholabhängig. Die Probleme der Familie Hildebrandt konnten mich nicht immer in ihren Bann ziehen. Einige Passagen waren so spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, bei andern Familienmitgliedern wurde das Buch zum Kaugummi. Aber wenn ich das gesamte Buch bewerten sollte, so ist es ein gutes Buch mit einem grandiosen Erzählstil. Fazit: 800 Seiten-Bücher sind schwer, aber meine Muskeln sind gestärkt und ich weiß jetzt, was in den Köpfen von Pastoren vorgeht ;) 4 Sterne

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4

Gewohnte Qualität von Franzen

Franzens Auftakt einer neuen Familiensaga-Trilogie ist sprachlich hervorragend und besticht durch sehr detailliert ausgearbeitete Charaktere bzw. deren Konstellationen und Konflikte. All das kennt man von Franzen bzw. erwartet es natürlich auch. Und hier liefert der Autor mal wieder ab, keine Frage. Mir persönlich waren in diesem Roman die religiösen Motive und Aspekte zu stark, teilweise an der Grenze zum nervigen Element. Dennoch ein tolles und sehr wohliges Buch. Ich werde definitiv auch die kommenden Teile lesen.

2

Leider kam ich überhaupt nicht in einen schönen Lesefluss. Das Buch hat mir überhaupt keine Lesemotivation gegeben. Ich habe es dann weggelegt. Sehr wirr am Anfang.

2.5

Ich habe eine Weile gebraucht um mich an den Schreibstil zu gewöhnen, es war teilweise sehr langatmig, einige Teile dagegen interessant und nachvollziehbar. Die Charaktere sind schwierig, Niemand ist sympathisch eigentlich eine Familie von A...das macht die Geschichte aber aus.

4

„Selbst wenn man achtzig Jahre lang lebte, war die Dauer eines Lebens verschwindet gering, man schaute sich einmal um, schon waren achtzig Jahre mit all ihren Sonntagen vorüber. Das Leben hatte keine Länge; nur in der Tiefe lag die Rettung.“ (S. 779) CROSSROADS Jonathan Franzen, aus dem Englischen von Bettina Abarbanell Eine Familiengeschichte mit all ihren Problemen: - Vater und Pastor Russ Hildebrandt hat nur ein Ziel: die gutaussehende, verwitwete Frances, Gemeindemitglied, zu beeindrucken. Mit dem Hintergedanken, mit ihr zu schlafen, sie zu ehelichen und ein neues Leben zu beginnen. Auf diesem Weg ignoriert er alles, schlägt Warnungen in den Wind, hört keinem zu und übersieht alle Befindlichkeiten seiner Mitmenschen. - Mutter Marion, die psychisch labil ist, an Fettsucht leidet und von ihrem Mann abgelehnt wird. - Sohn Clem, der sein Studium hinwirft und sich freiwillig für den Vietnamkrieg meldet, ohne das Einverständnis seiner Eltern einzuholen. - Tochter Becky, super Star der Schule, verliebt sich in den coolen Gitarrenspieler und spannt ihn kurzer Hand Laura aus. - Sohn Perry, hoch intelligent, aber drogen- und alkoholabhängig. Die Probleme der Familie Hildebrandt konnten mich nicht immer in ihren Bann ziehen. Einige Passagen waren so spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, bei andern Familienmitgliedern wurde das Buch zum Kaugummi. Aber wenn ich das gesamte Buch bewerten sollte, so ist es ein gutes Buch mit einem grandiosen Erzählstil. Fazit: 800 Seiten-Bücher sind schwer, aber meine Muskeln sind gestärkt und ich weiß jetzt, was in den Köpfen von Pastoren vorgeht ;) 4 Sterne

3

toooo long but cute

2

Jonathan Franzen: Crossroads This novel doesn’t have much to say. At least nothing profound or enlightening. It tells the boring story of the sex-driven lives of the (sometimes more other times less religious) Hildenbrand family members. Adultery here, mental illness there. All the while feelings of (religious/ moral) guilt and matters of sex plague these characters, which are not really well-constructed. To me, they are laughable, two-dimensional cardboard characters — neither they nor the situations they are put in offer depth or feel authentic. Parts of this read like a bad teenager movie form the 90s/ early aughts. Cringeworthy passages that are overly dramatic in an otherwise uneventful storyline (this seems to be the ebb and flow of the novel. Nothing happens and all of sudden there is a great calamity). Some sentences made me shake my head and I was close to putting the novel down (“The letter he’d written had elements of aggression, and aggression was known to induce erections in men.”). Here‘s an awful passage that reads as if it were taken directly from an overly dramatic teenie-flick: “ It wasn’t enough. She picked up a rag and returned to the dining room to wipe down tables. It wasn’t enough, and then she heard how hard he slammed the front door behind him. She heard the hurt of his having called her house and come looking for her, only to be treated so meanly, and suddenly the person she was but didn’t understand was running out into the night. Tanner was slumped against the side of his Volkswagen bus, his head bowed. At the sound of her feet, as they out ran her better judgment, he looked up. She ran straight into his arms. A breeze from the south had risen, more springlike than autumnal. The hands she’d dreamed of were on her head, in her hair. And then, just like that, in the most unplanned and unconsidered way, it had happened.” In terms of style and language: There are awful personifications and similes that come out of nowhere and seem misplaced in the larger context: “The throat of the mailbox made a rusty-jointed gulp as the letter went in. He turned away and broke into a sprint, as if he might outrun what he’d done.” „Her brain felt like a banana in a blender“ Quite a few passages feel awfully constructed and are cringeworthy. The dialogues feel inauthentic at times. The choice of language sometimes feels amateurish. „With some foreboding, he agreed to meet her on Ash Wednesday. There was a foretaste of ash in his days of waiting for the date.” Really? Wow! Overall, the plot is really thin and becomes more boring as you read on. I don’t know if I want to read the second part of this snoozefest.

3

dnf, read 75 %.​If you enjoy social realism where the point is to observe the mundane tragedy of everyday life, you might appreciate Franzen’s craft. However, if you want a book that respects the story part of storytelling, Crossroads is likely to leave you frustrated. For a 1970s period piece that actually moves, skip the Hildebrandts and look toward authors who prioritize narrative tension over academic character dissection.Official reviews often claim that the Hildebrandts are a mirror of 1970s America, a typical interpretation to cast Franzen as the "Great American Novelist." ​Russ represents the dying authority of the Church and the patriarchy, ​Clem the moral inner conflict surrounding the Vietnam War, ​Becky the emerging consumer society and the turning away from old values, whereas Perry represents the drug crisis and the failure of 1960s optimism.When you actually read the book, it doesn't feel like "all of America" at all. Instead, it feels like a very narrow, stifling suburban hell.​Franzen is so preoccupied with dissecting the smallest psychological neuroses of these five people that the view of the "big picture" is often lost. As a reader, you feel stuck and can't look at a panorama. The "problems of America" are an endless family therapy session.Crossroads is a 600-page exercise/marathon in psychological endurance. While it is marketed as a grand family epic set in the 1970s, many readers will find that it functions less like a story and more like a slow-motion autopsy of five deeply unhappy people. Franzen employs a style of hyper-interiority, meaning we spend hundreds of pages trapped inside the repetitive, often petty thoughts of the Hildebrandt family. ​Russ, the father, is a pastor obsessed with a younger parishioner. ​Marion, the mother, is haunted by a secret past. ​The children are caught in various states of moral and spiritual rebellion.There is a difference between a "flawed" character and a "repellent" one. In Crossroads, the characters are so relentlessly self-absorbed that it becomes difficult to care about their eventual "grace" or "redemption." Without a character to root for, or at least one whose company is tolerable, the book feels like a chore.

3

dnf, read 75 %. ​If you enjoy social realism where the point is to observe the mundane tragedy of everyday life, you might appreciate Franzen’s craft. However, if you want a book that respects the story part of storytelling, Crossroads is likely to leave you frustrated. For a 1970s period piece that actually moves, skip the Hildebrandts and look toward authors who prioritize narrative tension over academic character dissection. Official reviews often claim that the Hildebrandts are a mirror of 1970s America, a typical interpretation to cast Franzen as the "Great American Novelist." ​Russ represents the dying authority of the Church and the patriarchy, ​Clem the moral inner conflict surrounding the Vietnam War, ​Becky the emerging consumer society and the turning away from old values, whereas Perry represents the drug crisis and the failure of 1960s optimism. When you actually read the book, it doesn't feel like "all of America" at all. Instead, it feels like a very narrow, stifling suburban hell. ​Franzen is so preoccupied with dissecting the smallest psychological neuroses of these five people that the view of the "big picture" is often lost. As a reader, you feel stuck and can't look at a panorama. The "problems of America" are an endless family therapy session. Crossroads is a 600-page exercise/marathon in psychological endurance. While it is marketed as a grand family epic set in the 1970s, many readers will find that it functions less like a story and more like a slow-motion autopsy of five deeply unhappy people. Franzen employs a style of hyper-interiority, meaning we spend hundreds of pages trapped inside the repetitive, often petty thoughts of the Hildebrandt family. ​Russ, the father, is a pastor obsessed with a younger parishioner. ​Marion, the mother, is haunted by a secret past. ​The children are caught in various states of moral and spiritual rebellion. There is a difference between a "flawed" character and a "repellent" one. In Crossroads, the characters are so relentlessly self-absorbed that it becomes difficult to care about their eventual "grace" or "redemption." Without a character to root for, or at least one whose company is tolerable, the book feels like a chore.

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