Buchland
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Description
Book Information
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Am Anfang war ich mitten drin im Buch. Hab mich gefreut: ‘endlich wieder eins über Bücher.’ Aber irgendwann hat mich die Arroganz von Herrn Plana, der die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt, genervt. Wie er sich über Selfpublisher hergemacht hat, die Widersprüche, die er an den Tag brachte: jeder kann ein Buch schreiben. Schreiben ist wichtig. Selfpublisher können nichts. Wer eine Geschichte in sich trägt, soll sie raus lassen. Aber ja nicht als Selfpublisher, denn sie scheinen sich selbst für besser zu finden. Natürlich ist Beatrice da anders. Denn sie scheint DAS wichtigste Buch ever zu schreiben und das Buchland damit retten. Herr Plana, der keinen Vornamen oder Vergangenheit zu haben sein, setzt alles daran Beatrice in sein Antiquariat zu bringen. Ein Buchladen, das mehr zu sein scheint, als es den Anfang macht. Denn im Keller verbirgt sich alles, was das Herz eines jeden Buchliebhabers begehrt. Einschließlich fliegender Pferde und Götter oder Bücher des Lebens. Es ist an sich eine schöne Idee, aber irgendwann hat es mich nur noch genervt wie herablassend der Autor sich über manche Gruppen der Literatur geäußert hat. Es gibt nicht nur die Bücher im Keller, sondern auch im Dachgeschoss und dort sind all jene Bücher, die ‘wertlos’ sind. Als Beatrice erfährt, dass ihr Mann nur noch kurz zu Leben hat und sie das Buch seines Lebens klaut und dort hinein schreibt / und ausradiert und sein Leben von da an bestimmt, wurde es definitiv zu viel des Guten.
Als Beatrice einen Job in dem kleinen Antiquariat von Herrn Plana bekommt, ist es genau die richtige Ablenkung, die sie im Moment gebrauchen kann. Doch hinter Herrn Plana und seinem Laden steht noch viel mehr, als man zuerst vermutet. Schnell öffnet sich vor ihren Augen das Buchland, eine Welt bestehend aus der gesamten Literatur der Weltgeschichte. Beatrice steht vor der schwierigen Aufgabe dieses Land zu retten, nur durch die Kraft eines Buches was sie noch gar nicht geschrieben hat. Eine Herausforderung die nicht einfacher wird als plötzlich das Leben ihres Mannes Ingo auf dem Spiel steht. Bücher über Bücher zu schreiben ist nicht einfach. Moment irgendwie hatten wir das schon einmal, oder? Ja wie es dem Zufall so wollte habe ich zwei Bücher mit sehr ähnlichen Motiven, in relativ kurzer Zeit hintereinander gelesen. Und ebenfalls rein zufällig befanden sich beide am genau gegenüberliegendem Ende des Qualitätsspektrums. Wer meine Review zu „Die unglaubliche Flucht des Uriah Hepp“ gelesen hat, kann sich bereits denke was ich über dieses Buch denke. Ich mach mal eine Ausnahme und gebe mein Fazit vorweg: Lauft einfach daran vorbei, wenn ihr es im Buchladen sehen solltet. Auch Leute, die das Buch mögen, sollten jetzt nicht weiterlesen. Ich freue mich für euch, dass ihr etwas darin gesehen habt, was ich nicht finden kann. Denn ich habe so einiges was ich über diesen Roman loswerden. An fast alles, was in diesem Buch steckt, kann die Frage „Ja aber warum denn?“ angehängt werden. Beatrice muss das Buchland mit ihrem noch ungeschriebenen Buch retten. Ja aber warum? Es leben die griechischen Götter im Buchland. Ja aber warum? Der Tod persönlich taucht im Buchland auf und wird zum Oberbösewicht. Warum, warum, warum? Nichts will hier zusammenpassen. Es sind nur einfach Ideen, die irgendwie zusammen geschmissen worden ohne sie auch ineinander zufügen. Warum weis Herr Plana mal alles und dann wieder nichts über Buchland? Beatrice kann nichts aus Büchern herauslesen wie in Tintenherz, bis sie es dann plötzlich doch kann. Nichts scheint auch nur irgendwie konsequent durchdacht worden zu sein. Ich bin mir sicher es gibt irgendwo Erklärungen. Nur die müssen in den endlosen philosophisch angestaubten Monologen untergegangen sein. Worldbuilding ist praktisch an keiner Stelle vorhanden. Wie auch bei nicht einmal 300 Seiten Länge. Ich weiß ich mache so etwas eigentlich nicht aber ich kann mir nicht helfen. Für mein Empfinden trieft diese Geschichte mit Arroganz. Nichts schreit mehr danach, wenn man ein ganzes Kapitel nur dafür verwendet sich über Autoren lustig zu machen, die ihre Bücher selbst herausbringen. Und damit meine ich nicht die Augenzwinkernde und herzliche Art von Lustig machen, die ich an meinen persönlichen Idolen wie Terry Pratchett so bewundere. Was der Autor über diese Art von Literatur zu sagen hat, ist so offensichtlich und so abwertend, dass ich darüber nur den Kopf schütteln kann. Über die Passagen, in denen sich darüber aufgeregt wird, dass die Leute das geschriebene Wort nicht mehr zu schätzen wissen, will ich gar nicht erst anfangen. Das ist praktisch das Gegenteil, von dem, was uns Michael Ende bereits vor so vielen Jahren gelehrt hat: Es ist doch eigentlich egal woher die Fantasie kommt so lange du glücklich damit bist. Ja ich habe auch meine ganz eigenen Gedanken über die Flut an Literatur, die den modernen Markt überschwemmt. Aber wer bin ich darüber zu urteilen. „Buchland“ maßt sich dies an und versagt dabei auf voller Länge in meinen Augen. Nichts was der Autor zu diesem Thema zu sagen hat, ist neu oder regte mich zum Nachdenken an. Gerade diese Stellen hätten gerne gestrichen werden können, damit vielleicht mal ein paar echte Aussagen über Bücher getroffen werden können. Auch hier Fehlanzeige. „Buchland“ ist vieles aber ein Loblied auf die Literatur ist es nicht. Ja es wandert Edgar Allen Poe in Herrn Planas Antiquariat herum. In den Regalen von Buchland stehen auch fiktive Bücher wie von Hildegunst von Mythenmetz herum. Ja ganz netter Referenz zu Walter Moers beliebter Figur nur eben nicht mehr als das, eine Referenz. Es ist nicht damit getan mit bekannten Autoren und Büchern um sich zu schmeißen. Ohne greifbare Aussage über diese Objekte, kann man noch so sehr versuchen zu beweisen wie belesen man doch ist. Ich als Leser empfinde dabei nichts. Das klingt ja alles schon ganz schlimm. Doch jetzt komme ich zum Abschluss noch zu den Figuren und da sitzt der wirkliche Kern meiner Wut. Zuerst einmal, wer kam bitte auf die Idee dieses Buch aus der Sicht von Herrn Plana zu schreiben? Das ist so ähnlich als, wenn Harry Potter aus der Sicht von Dumbledore geschrieben worden wäre. Das nächste ist, was Persönliches aber das war, wohl einer der schlimmsten Darstellungen, die ich von Tod je gesehen habe. Als Verehrer von Terry Pratchett und seinem TOD, verstehe ich nicht was man sich dabei gedacht hat. Doch die Schlimmste ist Beatrice selbst. Beatrice wäre in jedem anderen Buch nicht die Heldin, sondern der Bösewicht. Im ersten Drittel findet Beatrice das sogenannte Lebensbuch ihres alkoholkranken Ehemannes. Indem sie dort hineinschreibt verändert sie sein Leben „zum Guten“. Sie macht ihren Mann zu einer willenlosen Marionette der nicht mehr ohne ihre Befehle funktioniert. Sie befreit ihn vom seiner Alkoholsucht aber nicht durch harte Arbeit, sondern einfach in dem sie ihm das ganze mit einer höheren Macht aufzwingt. Am Ende kann er gar nicht mehr ohne sie funktionieren. Sie geht sogar so weit ihn dazu zu zwingen mit ihr zu schlafen und nimmt sich noch heraus seine Leistungen im Bett zu verbessern. Was im Buch als lustiger Scherz abgetan wird, hat mich nur angewidert, denn das einzige Wort, was mir hierfür einfällt, ist Missbrauch. Und das Traurigste? Dem Autor scheint selber bewusst zu sein, dass dies alles nicht ganz so richtig ist und verweist darauf. Anstatt das, dass ganze jedoch Konsequenzen hat, ist ihr Mann sogar noch froh über ihre Taten und Beatrice wird als Heldin gefeiert. Was soll man dazu noch sagen? So ich glaube ich das reicht langsam mal (auch wenn mir noch einiges einfallen würde). Jedem sollte klar geworden sein was ich über diesen Roman denke. Ich möchte ihm wirklich nicht weiterempfehlen. Eher im Gegenteil. Dieses Buch ist nicht nur furchtbar konstruiert in meinen Augen, sondern vertritt auch noch Motive und Themen die in meinen Augen einfach nicht in Ordnung sind. Über eines bin ich mir jedoch ganz sicher. Ich werde nicht eine der zwei Fortsetzungen in die Hand nehmen.
In diesem Buch steckt gefühlt alles, was in der Buchwelt vorkommt. Aber nur gefühlt, sonst wäre das Buch ja unendlich dick. Im Buchland reden die Bücher. Um schneller vorwärts zu kommen, kann man sich ein Märchen- oder Fantasybuch zur Hand nehmen und eine Stelle laut vorlesen, so erscheint beispielsweise ein Hippogryph. Es gibt die Halle der entbehrlichen Bücher, geflügelte Worte fliegen durch die Gegend und und und. Es ist also eine wunderbare fantastische bibliophile Welt. Es gab aber zwei,drei Momente, in denen ich dachte: jetzt wirds mir zu viel, muss das jetzt auch noch sein? Und deswegen wars dann am Ende eben nur okay. Es war einfach zu viel
Ein unscheinbares Antiquariat, in einer Straße in der immer mehr Geschäfte schließen müssen. Doch innen verbirgt sich ein Schatz. Die Bücher sprechen zu ihrem Besitzer und unterhalb des Gebäudes erstreckt sich das sagenhafte, phantastische Buchland. In dem jedes Buch das je geschrieben oder erdacht wurde seinen Platz hat. Nur sehr langsam kann sich die neue Angestellte Beatrice an das Eigenleben der Bücher und die Kauzigkeit des Besitzers Herr Plana gewöhnen. Immer wieder drängen die Bücher sie dazu ihr eigenes Werk zu verfassen, damit das Buchland im neuen Glanz erstrahlt. Doch dann pfuscht sie dem Tod ins Handwerk um ihren Mann Ingo zu retten. Schon lange lechzt Gevatter Tod nach all den von Schriftstellern erdachten Leben, die sich seiner Rechnung entziehen und es beginnt eine Jagd, die das Buchland zu vernichten droht.. Einem jeden Bibliophilen wird die Idee eines Buchlandes, in dem jedes mögliche und unmögliche Buch zu finden ist, begeistern und so ging es auch mir, als ich die Zusammenfassung des Plots las. Das Werk begann auch viel versprechend, wenn der Schreibstil des Autors mir auch nicht so lag. Viel zu unreif, zu amateurhaft. Aber ab der Hälfte bin ich ausgestiegen. Erstens ging es nur noch um Beatrice und Ingo, die mir beide als handelnde Personen nicht wirklich sympathisch waren. Sie launisch und herrisch, er ein Egoist, der den Tod seines Kindes in Alkohol ertränkt. Und Zweitens wurde mir die Erzählung zu metaphysisch. Realität und Buchland vermischten sich, ohne dass mir gewisse Gesetzmäßigkeiten klar wurden. Genervt hat mich Herr Walther mit seinen Ausführungen, an welche Regeln sich ein Autor zu halten hat und dass man einer Geschichte Raum geben muss, um die Phantasie des Lesers anzuregen. Das weniger einfach mal mehr ist. Warum zum Teufel hielt er sich aber nicht an seinen eigenen schlauen Rat. Auch die unterschwellige Kritik an elektronischen Büchern und Selbstverlegern, fand ich doof, zumal ich erst durch mein Kindle auf dieses Buch aufmerksam geworden bin. Aber gut sei es drum. Richtig Spaß gemacht, haben seine Erklärungen am Ende des Buches. Da zeigt sich das der Autor durchaus in der Lage ist, mit Wortwitz und eloquent zu erzählen. Warum Zur Hölle konnte er das nicht auf den über 200 Seiten davor umsetzen? Alles in allem war das Werk nicht das meine. Ich hatte immer das Gefühl Moers träumende Bücher hätten sich in die Matrix verirrt und keiner weiß mehr, was Realität ist und was Ausgeburten eines Autorenhirns.
Die ersten Seiten fingen schön an, doch dann wurden Charaktere und Welt nicht ausreichend ausgebaut und letztlich wurde der Protagonist auch noch zu einem störenden, versnobten Oberlehrer. Bis zum Schluss erfährt man nicht, was es mit dem Hauptkonflikt überhaupt auf sich hat, den GRUND, warum er nötig ist. 'Es muss ein Buch geschrieben werden, um das Buchland zu retten.' Ja, aber warum? Und wie soll da ein einzelnes Buch helfen? Suspension of Disbelief ist dem Autor hier leider gar nicht gelungen.
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Am Anfang war ich mitten drin im Buch. Hab mich gefreut: ‘endlich wieder eins über Bücher.’ Aber irgendwann hat mich die Arroganz von Herrn Plana, der die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt, genervt. Wie er sich über Selfpublisher hergemacht hat, die Widersprüche, die er an den Tag brachte: jeder kann ein Buch schreiben. Schreiben ist wichtig. Selfpublisher können nichts. Wer eine Geschichte in sich trägt, soll sie raus lassen. Aber ja nicht als Selfpublisher, denn sie scheinen sich selbst für besser zu finden. Natürlich ist Beatrice da anders. Denn sie scheint DAS wichtigste Buch ever zu schreiben und das Buchland damit retten. Herr Plana, der keinen Vornamen oder Vergangenheit zu haben sein, setzt alles daran Beatrice in sein Antiquariat zu bringen. Ein Buchladen, das mehr zu sein scheint, als es den Anfang macht. Denn im Keller verbirgt sich alles, was das Herz eines jeden Buchliebhabers begehrt. Einschließlich fliegender Pferde und Götter oder Bücher des Lebens. Es ist an sich eine schöne Idee, aber irgendwann hat es mich nur noch genervt wie herablassend der Autor sich über manche Gruppen der Literatur geäußert hat. Es gibt nicht nur die Bücher im Keller, sondern auch im Dachgeschoss und dort sind all jene Bücher, die ‘wertlos’ sind. Als Beatrice erfährt, dass ihr Mann nur noch kurz zu Leben hat und sie das Buch seines Lebens klaut und dort hinein schreibt / und ausradiert und sein Leben von da an bestimmt, wurde es definitiv zu viel des Guten.
Als Beatrice einen Job in dem kleinen Antiquariat von Herrn Plana bekommt, ist es genau die richtige Ablenkung, die sie im Moment gebrauchen kann. Doch hinter Herrn Plana und seinem Laden steht noch viel mehr, als man zuerst vermutet. Schnell öffnet sich vor ihren Augen das Buchland, eine Welt bestehend aus der gesamten Literatur der Weltgeschichte. Beatrice steht vor der schwierigen Aufgabe dieses Land zu retten, nur durch die Kraft eines Buches was sie noch gar nicht geschrieben hat. Eine Herausforderung die nicht einfacher wird als plötzlich das Leben ihres Mannes Ingo auf dem Spiel steht. Bücher über Bücher zu schreiben ist nicht einfach. Moment irgendwie hatten wir das schon einmal, oder? Ja wie es dem Zufall so wollte habe ich zwei Bücher mit sehr ähnlichen Motiven, in relativ kurzer Zeit hintereinander gelesen. Und ebenfalls rein zufällig befanden sich beide am genau gegenüberliegendem Ende des Qualitätsspektrums. Wer meine Review zu „Die unglaubliche Flucht des Uriah Hepp“ gelesen hat, kann sich bereits denke was ich über dieses Buch denke. Ich mach mal eine Ausnahme und gebe mein Fazit vorweg: Lauft einfach daran vorbei, wenn ihr es im Buchladen sehen solltet. Auch Leute, die das Buch mögen, sollten jetzt nicht weiterlesen. Ich freue mich für euch, dass ihr etwas darin gesehen habt, was ich nicht finden kann. Denn ich habe so einiges was ich über diesen Roman loswerden. An fast alles, was in diesem Buch steckt, kann die Frage „Ja aber warum denn?“ angehängt werden. Beatrice muss das Buchland mit ihrem noch ungeschriebenen Buch retten. Ja aber warum? Es leben die griechischen Götter im Buchland. Ja aber warum? Der Tod persönlich taucht im Buchland auf und wird zum Oberbösewicht. Warum, warum, warum? Nichts will hier zusammenpassen. Es sind nur einfach Ideen, die irgendwie zusammen geschmissen worden ohne sie auch ineinander zufügen. Warum weis Herr Plana mal alles und dann wieder nichts über Buchland? Beatrice kann nichts aus Büchern herauslesen wie in Tintenherz, bis sie es dann plötzlich doch kann. Nichts scheint auch nur irgendwie konsequent durchdacht worden zu sein. Ich bin mir sicher es gibt irgendwo Erklärungen. Nur die müssen in den endlosen philosophisch angestaubten Monologen untergegangen sein. Worldbuilding ist praktisch an keiner Stelle vorhanden. Wie auch bei nicht einmal 300 Seiten Länge. Ich weiß ich mache so etwas eigentlich nicht aber ich kann mir nicht helfen. Für mein Empfinden trieft diese Geschichte mit Arroganz. Nichts schreit mehr danach, wenn man ein ganzes Kapitel nur dafür verwendet sich über Autoren lustig zu machen, die ihre Bücher selbst herausbringen. Und damit meine ich nicht die Augenzwinkernde und herzliche Art von Lustig machen, die ich an meinen persönlichen Idolen wie Terry Pratchett so bewundere. Was der Autor über diese Art von Literatur zu sagen hat, ist so offensichtlich und so abwertend, dass ich darüber nur den Kopf schütteln kann. Über die Passagen, in denen sich darüber aufgeregt wird, dass die Leute das geschriebene Wort nicht mehr zu schätzen wissen, will ich gar nicht erst anfangen. Das ist praktisch das Gegenteil, von dem, was uns Michael Ende bereits vor so vielen Jahren gelehrt hat: Es ist doch eigentlich egal woher die Fantasie kommt so lange du glücklich damit bist. Ja ich habe auch meine ganz eigenen Gedanken über die Flut an Literatur, die den modernen Markt überschwemmt. Aber wer bin ich darüber zu urteilen. „Buchland“ maßt sich dies an und versagt dabei auf voller Länge in meinen Augen. Nichts was der Autor zu diesem Thema zu sagen hat, ist neu oder regte mich zum Nachdenken an. Gerade diese Stellen hätten gerne gestrichen werden können, damit vielleicht mal ein paar echte Aussagen über Bücher getroffen werden können. Auch hier Fehlanzeige. „Buchland“ ist vieles aber ein Loblied auf die Literatur ist es nicht. Ja es wandert Edgar Allen Poe in Herrn Planas Antiquariat herum. In den Regalen von Buchland stehen auch fiktive Bücher wie von Hildegunst von Mythenmetz herum. Ja ganz netter Referenz zu Walter Moers beliebter Figur nur eben nicht mehr als das, eine Referenz. Es ist nicht damit getan mit bekannten Autoren und Büchern um sich zu schmeißen. Ohne greifbare Aussage über diese Objekte, kann man noch so sehr versuchen zu beweisen wie belesen man doch ist. Ich als Leser empfinde dabei nichts. Das klingt ja alles schon ganz schlimm. Doch jetzt komme ich zum Abschluss noch zu den Figuren und da sitzt der wirkliche Kern meiner Wut. Zuerst einmal, wer kam bitte auf die Idee dieses Buch aus der Sicht von Herrn Plana zu schreiben? Das ist so ähnlich als, wenn Harry Potter aus der Sicht von Dumbledore geschrieben worden wäre. Das nächste ist, was Persönliches aber das war, wohl einer der schlimmsten Darstellungen, die ich von Tod je gesehen habe. Als Verehrer von Terry Pratchett und seinem TOD, verstehe ich nicht was man sich dabei gedacht hat. Doch die Schlimmste ist Beatrice selbst. Beatrice wäre in jedem anderen Buch nicht die Heldin, sondern der Bösewicht. Im ersten Drittel findet Beatrice das sogenannte Lebensbuch ihres alkoholkranken Ehemannes. Indem sie dort hineinschreibt verändert sie sein Leben „zum Guten“. Sie macht ihren Mann zu einer willenlosen Marionette der nicht mehr ohne ihre Befehle funktioniert. Sie befreit ihn vom seiner Alkoholsucht aber nicht durch harte Arbeit, sondern einfach in dem sie ihm das ganze mit einer höheren Macht aufzwingt. Am Ende kann er gar nicht mehr ohne sie funktionieren. Sie geht sogar so weit ihn dazu zu zwingen mit ihr zu schlafen und nimmt sich noch heraus seine Leistungen im Bett zu verbessern. Was im Buch als lustiger Scherz abgetan wird, hat mich nur angewidert, denn das einzige Wort, was mir hierfür einfällt, ist Missbrauch. Und das Traurigste? Dem Autor scheint selber bewusst zu sein, dass dies alles nicht ganz so richtig ist und verweist darauf. Anstatt das, dass ganze jedoch Konsequenzen hat, ist ihr Mann sogar noch froh über ihre Taten und Beatrice wird als Heldin gefeiert. Was soll man dazu noch sagen? So ich glaube ich das reicht langsam mal (auch wenn mir noch einiges einfallen würde). Jedem sollte klar geworden sein was ich über diesen Roman denke. Ich möchte ihm wirklich nicht weiterempfehlen. Eher im Gegenteil. Dieses Buch ist nicht nur furchtbar konstruiert in meinen Augen, sondern vertritt auch noch Motive und Themen die in meinen Augen einfach nicht in Ordnung sind. Über eines bin ich mir jedoch ganz sicher. Ich werde nicht eine der zwei Fortsetzungen in die Hand nehmen.
In diesem Buch steckt gefühlt alles, was in der Buchwelt vorkommt. Aber nur gefühlt, sonst wäre das Buch ja unendlich dick. Im Buchland reden die Bücher. Um schneller vorwärts zu kommen, kann man sich ein Märchen- oder Fantasybuch zur Hand nehmen und eine Stelle laut vorlesen, so erscheint beispielsweise ein Hippogryph. Es gibt die Halle der entbehrlichen Bücher, geflügelte Worte fliegen durch die Gegend und und und. Es ist also eine wunderbare fantastische bibliophile Welt. Es gab aber zwei,drei Momente, in denen ich dachte: jetzt wirds mir zu viel, muss das jetzt auch noch sein? Und deswegen wars dann am Ende eben nur okay. Es war einfach zu viel
Ein unscheinbares Antiquariat, in einer Straße in der immer mehr Geschäfte schließen müssen. Doch innen verbirgt sich ein Schatz. Die Bücher sprechen zu ihrem Besitzer und unterhalb des Gebäudes erstreckt sich das sagenhafte, phantastische Buchland. In dem jedes Buch das je geschrieben oder erdacht wurde seinen Platz hat. Nur sehr langsam kann sich die neue Angestellte Beatrice an das Eigenleben der Bücher und die Kauzigkeit des Besitzers Herr Plana gewöhnen. Immer wieder drängen die Bücher sie dazu ihr eigenes Werk zu verfassen, damit das Buchland im neuen Glanz erstrahlt. Doch dann pfuscht sie dem Tod ins Handwerk um ihren Mann Ingo zu retten. Schon lange lechzt Gevatter Tod nach all den von Schriftstellern erdachten Leben, die sich seiner Rechnung entziehen und es beginnt eine Jagd, die das Buchland zu vernichten droht.. Einem jeden Bibliophilen wird die Idee eines Buchlandes, in dem jedes mögliche und unmögliche Buch zu finden ist, begeistern und so ging es auch mir, als ich die Zusammenfassung des Plots las. Das Werk begann auch viel versprechend, wenn der Schreibstil des Autors mir auch nicht so lag. Viel zu unreif, zu amateurhaft. Aber ab der Hälfte bin ich ausgestiegen. Erstens ging es nur noch um Beatrice und Ingo, die mir beide als handelnde Personen nicht wirklich sympathisch waren. Sie launisch und herrisch, er ein Egoist, der den Tod seines Kindes in Alkohol ertränkt. Und Zweitens wurde mir die Erzählung zu metaphysisch. Realität und Buchland vermischten sich, ohne dass mir gewisse Gesetzmäßigkeiten klar wurden. Genervt hat mich Herr Walther mit seinen Ausführungen, an welche Regeln sich ein Autor zu halten hat und dass man einer Geschichte Raum geben muss, um die Phantasie des Lesers anzuregen. Das weniger einfach mal mehr ist. Warum zum Teufel hielt er sich aber nicht an seinen eigenen schlauen Rat. Auch die unterschwellige Kritik an elektronischen Büchern und Selbstverlegern, fand ich doof, zumal ich erst durch mein Kindle auf dieses Buch aufmerksam geworden bin. Aber gut sei es drum. Richtig Spaß gemacht, haben seine Erklärungen am Ende des Buches. Da zeigt sich das der Autor durchaus in der Lage ist, mit Wortwitz und eloquent zu erzählen. Warum Zur Hölle konnte er das nicht auf den über 200 Seiten davor umsetzen? Alles in allem war das Werk nicht das meine. Ich hatte immer das Gefühl Moers träumende Bücher hätten sich in die Matrix verirrt und keiner weiß mehr, was Realität ist und was Ausgeburten eines Autorenhirns.
Die ersten Seiten fingen schön an, doch dann wurden Charaktere und Welt nicht ausreichend ausgebaut und letztlich wurde der Protagonist auch noch zu einem störenden, versnobten Oberlehrer. Bis zum Schluss erfährt man nicht, was es mit dem Hauptkonflikt überhaupt auf sich hat, den GRUND, warum er nötig ist. 'Es muss ein Buch geschrieben werden, um das Buchland zu retten.' Ja, aber warum? Und wie soll da ein einzelnes Buch helfen? Suspension of Disbelief ist dem Autor hier leider gar nicht gelungen.











