Bonjour tristesse
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Description
Françoise Sagan war erst 19, als sie mit „Bonjour tristesse“ die Welt eroberte. Ihr Roman wurde in dutzende Sprachen übersetzt, millionenfach verkauft und verfilmt. Mit großer Treffsicherheit beschreibt sie darin die Befindlichkeiten ihrer jugendlichen Hauptfigur: Cécile ist ein launischer Teenager, scharfsinnig, egoistisch, manipulativ – und dazu verdammt, den Sommer mit ihrem eitlen Vater und seiner jungen, etwas einfältigen Geliebten Elsa in einem Haus an der Côte d’Azur zu verbringen. Zunächst jedoch gelingt es Cécile, die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen und den Aufenthalt nach ihrem Geschmack zu gestalten: in herrlicher Leichtigkeit und Freizügigkeit. Bis plötzlich die kluge Anne auftaucht, eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, und die sommerliche Idylle mit erzieherischer Strenge zu zerstören droht. Als der Vater Elsa verlässt und Anne heiraten will, schmiedet Cécile einen Plan – mit tragischen Konsequenzen.
Book Information
Author Description
Françoise Sagan wurde 1935 geboren. Mit achtzehn Jahren schrieb sie in wenigen Wochen ihren ersten Roman: Bonjour tristesse wurde 1954 mit dem Grand Prix des Critiques ausgezeichnet. Neben Romanen verfaßte sie Theaterstücke und Drehbücher. Françoise Sagan starb am 24. September 2004 in Honfleur.
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Die kurze, einprägsame und unkonventionelle Sprache macht das Buch so brillant und bis heute zeitlos.
Françoise Sagan - ,,bonjour tristesse" Übersetzer: Rainer Moritz Nachwort: Sibylle Berg Was habt ihr eigentlich mit 18 Jahren so gemacht? Françoise Sagan hat in diesem Alter ihren ersten Roman geschrieben. Viele weitere sollte folgen und sie zu einer angesehenen und erfolgreichen Schriftstellerin werden lassen. Der vorliegenden Band ist ihr Debütroman. Hier geht es um die junge Cécile, die das leichte und unkomplizierte Leben liebt, welches sie mit ihrem Vater verbringt. Dieser erfolgreiche und wohlhabende Mann lebt, seit dem Tod seiner Ehefrau und Mutter seiner Tochter, ein eher ausschweifendes Leben ohne wirkliche Verantwortung. Partys und ständig wechselnde meistens deutlich jüngere Partner bestimmen nun sein Leben. Nach einem schlechten Schuljahr verbringt Cécile ihre Ferien mit ihrem Vater und seiner jungen geliebten Elsa am Meer in einem Ferienhaus. Anfangs kann sie beiden gut aus dem Weg gehen und verliebt sich schnell in den jungen schönen Cyril. Zum ersten Mal scheint sie richtig verliebt zu sein. Mit der Idylle ist Schluss, als Anne zu Besuch kommt. Sie ist eine alte Freundin ihrer Mutter. Sie hat ein Auge auf ihren Vater geworfen. Dieser beginnt eine Beziehung mit ihr und verlässt seine junge Geliebte auf der Stelle. Die deutlich erfahrenere Anne wirft den Alltag völlig auf den Kopf. Sie zwingt Cécile mehr Verantwortung zu übernehmen und an ihre Zukunft zu denken. Dies gefällt der jungen Frau natürlich nicht. Sie beginnt alles daran zu setzten, diese Beziehung zu beenden. Sie schmiedet einen drastischen Plan, um ihr Vorhaben umzusetzen. Nach und nach kommen ihr allerdings Zweifel, ob sie wirklich das Richtige tut. Was für ein starkes Debüt der Autorin, welches erstmals 1954 in Frankreich erschienen ist. Françoise Sagan schafft es hervorragend Hauptfiguren zu skizzieren. Die anfängliche Leichtigkeit und spätere Unsicherheit, mit der sie Céciles Innenleben beschreibt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch die Handlung des Romans kann hier überzeugen. Der Roman wirkt auch über 60 Jahren nach Erscheinen immer noch frisch und leicht, was sicherlich auch mit dem jungen Alter der damaligen Autorin zusammenhängt. Die kurze, einprägsame und unkonventionelle Sprache macht das Buch so brillant und bis heute zeitlos. Eine große Empfehlung für dieses Werk. Zu loben ist die gut gelungene Übersetzung. Auch dem interessante Nachwort, welches das Werk und die Autorin einordnet, sollte man in jedem Fall Beachtung schenken.

Cecile verbringt den Sommer mit ihrem Vater und seiner Geliebten in einem Ferienhaus am Mittelmeer. Sie bekommen Besuch von einer Bekannten, die mit Ceciles Mutter befreundet war. Doch das bringt die Routine ins Wanken. Ceciles Vater wirft die Geliebte raus und beschließt Anne zu heiraten. Cecile fürchtet um ihre Unabhängigkeit und Freiheit. Ja sogar um die Liebe zu ihrem Vater. Sie schmiedet einen perfiden Plan um Anne loszuwerden. Ein wirklich sehr tiefgründiger Roman.
Ein dichtes Buch, dass durch die Ich Perspektive einen Sog in die Gedankenwelt einer 18-jährigen erzeugt. Ich mochte die grenzenlose Selbstsucht, die Teenager auszeichnet. Die Perspektive, die man selbst immer versucht zu wechseln, aber zu sehr von Cécile geprägt ist. Ein mutiges und freies Buch.
Nachdem ich Sturmhöhe gelesen habe, hatte ich nachdem ich einige Kritiken gelesen hatte, Sorge wieder nur auf unsympathische Charaktere zu treffen. Man mag das so sehen, aber hier war es leichter zumindest Cécile zu verstehen und ihre Innensicht als solche zu begreifen. Im Kontext der Zeit ein wahnsinnig progressives Buch, dass zeigt dass kurze Erzählungen große Kreise ziehen können. Ich bin begeistert.
Obwohl keine der beschriebenen Figuren sehr sympathisch ist, wurde ich doch von der Geschichte sofort in den Bann gezogen.
Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von der jugendlichen Cécile erzählt. Diese weilt mit ihrem Vater Raymond und dessen jüngerer Geliebten Elsa in Südfrankreich im Urlaub. Der Aufenthalt plätschert relativ nichtssagend vor sich hin, bis eines Tages Anne dort auftaucht. Sie ist eine Freundin von Céciles verstorbener Mutter und nimmt Raymond mit ihrer klugen, scharfsinnigen Art und ihrer Schönheit für sich ein. Anne nimmt außerdem mehr und mehr Einfluss auf Céciles Erziehung und leitet sie mit Strenge zu Fleiß und Ordnung an. Dies missfällt Cécile und sie beginnt einen Plan zu schmieden. Dieses Buch ist ein Debutroman, den die Autorin in den 1950ern mit 18 Jahren geschrieben hat. Die jugendliche Cécile wird mit Stimmungsschwankungen, Sehnsucht nach Liebe, Selbstzweifel, aber auch phasenweiser Überheblichkeit sehr realitätsnah dargestellt und auch die anderen Figuren werden facettenreich beschrieben. Der Vater ein eitler Frauenheld, der die Leichtigkeit des Lebens genießt, seine Geliebte Elsa mit schlichtem Gemüt, aber positiver Grundeinstellung und Anne, die eher kühl, reserviert und sehr scharfsinnig das Ruder in die Hand nimmt und den künftigen Kurs bestimmt. Der Schreibstil ist leicht und unterhaltsam mit viel Tiefe. Sagan findet treffende Worte, um ihre Charaktere bildhaft zu beschreiben und ihnen Leben einzuhauchen. Bei meinen Recherchen zu diesem Buch, bin ich darauf gestoßen, dass dieses damals der Kritik ausgesetzt war, weil die weiblichen Figuren zu selbstbewusst, zu emanzipiert und zu klug für die damalige Zeit dargestellt wurden. Auch die Weigerung von Cécile, sich den gesellschaftlichen Erwartungen zu fügen, wurde als skandalös befunden. Sagan war ihrer Zeit voraus und ebnete den Weg für emanzipiertere Frauendarstellungen in Romanen. Ein sehr lesenswerter Klassiker.
Vorreiterlektüre des Feminismus
Die 50er Jahre waren in Europa von großer Biederkeit geprägt, so dass dieses Jahrzehnt für mich, sollten Zeitreisen mal möglich sein, bestimmt nicht angesteuert wird. Obwohl Frauen während des zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach zu Hause alles wuppten, mussten sie ihren Platz räumen, sobald die Männer wieder da waren. Warum sie das ohne Aufbegehren taten erschließt sich mir bis heute nicht. Aber es gab sie, die rebellischen Frauen, die sich verschiedene Ausdrucksformen suchten, um auf ihren Autonomiewillen aufmerksam zu machen. Eine davon war die Urheberin dieses Werks. Cécile lebt mit ihrem Vater Raymond in den Tag hinein. Seine wechselnden Liebschaften mit Frauen, die seine Töchter sein könnten, nimmt sie lächelnd hin. Sie genießt sehr viel Freiheit an der Küste Südfrankreichs. Es sind Ferien, man lässt sie in Ruhe und sie kann machen, was sie will. Dann tritt Anne in ihr Leben, die eine Rolle besetzt die Cécile verunsichert. Sie möchte nicht nur die Frau an der Seite von Raymond sein, sondern der 17-jährigen durch Werte Orientierung geben. Dazu schränkt sie sie ein. Natürlich missfällt das dem Teenager. Cécile schmiedet Pläne wie sie ihr altes Leben wieder zurück erlangt. Wir erleben ein Wechselspiel aus unmoralischen Taten und Reue, in das nicht nur Cécile verstrickt ist. Als Mädchen, das sich noch in der Pubertät befindet, hat sie jedes Recht unstet zu sein. Dass sie trotz allem sehr reflektiert ist, hat mir richtig gut gefallen. Ihre Innenansichten sind oft nachvollziehbar, wenn man nicht verlernt hat, sich in die Gefühle junger Menschen zu versetzen. Sie denkt nicht viel nach und tut es irgendwie doch. Ihre Naivität wird abgelöst von sehr erwachsenen Sichtweisen, um dann wieder unbedacht zu handeln und danach zu bereuen. Sie beobachtet die Menschen um sich herum mit großer Präzision und zieht meist die richtigen Schlüsse. An Anne kam ich nicht so richtig ran. Sie wirkt androgyn und unnahbar und obwohl ihr übel mitgespielt wurde, konnte ich kaum Mitgefühl für sie entwickeln. Raymond hingegen hat große Emotionen bei mir ausgelöst. Leider keine positiven. Dieser erwachsene Mann, Partner und Vater wirkte auf mich, als hätte er keinen Knochen im Leib. Eitel und verantwortungslos lässt er sich von Impulsen steuern und vernichtet damit die Menschen, die er eigentlich liebt. Ich glaube dass Liebe in diesem Text sowieso keine besonders große Rolle spielt. Auch wenn sie so benannt wird, handelt es sich in erster Linie darum, Menschen zu brauchen oder zu benutzen. Es ist bekannt, dass Sagan dieses Buch in nur 8 Wochen schrieb. Sie war gerade 18 Jahre alt und musste dies zuerst unter einem Pseudonym tun. Ihre Eltern ahnten schon, dass dieses Buch einen Skandal auslösen würde. Diese Erzählung gilt als Vorreiter der feministischen Revolution. In einer Zeit in der konservative Werte und die klassische Rolle der Frau von Männern mit allen Mitteln manifestiert wurde, schrieb die junge Autorin über sexuelle Befreiung und Selbstbestimmtheit. Nach heutiger Lesart ist das kaum zu erkennen, doch im historischen Kontext ist das ein absolut fortschrittliches Buch. Dass sie einen Mann in den Mittelpunkt stellt, um den alle Frauen kreisen und der, wie auch immer, das Objekt der Begierde ist, verwundert da nicht. Das Nachwort von Sybille Berg ist diesbezüglich sehr aufschlussreich und hat für mich die Hintergründe noch mal ganz vorzüglich erhält. Stilistisch ist es zeitlos. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt, aber der Text hätte heute geschrieben sein können. Er wirkt bisweilen literarisch, ist aber in keinster Weise schwer zu lesen. Oft erinnerte mich die Umsetzung an einen Aufsatz einer sprachlich Hochbegabten. Das meine ich alles andere als abwertend. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dieses Buch, würde es heute erscheinen, als besonders oder skandalös gelesen werden würde. Das ist nur im Kontext der damaligen Zeit zu sehen und damit bleibt es ein sehr guter und empfehlenswerter moderner Klassiker
Ein Klassiker, …. Warum? Die 17jährige Cecile spinnt eine Intrige gegen die Frau, die ihr Vater heiraten möchte, da sie sich in ihrer Bequemlichkeit bedroht sieht. Als die Frau bei einem Unfall zu Tode kommt, macht sich Cecile Vorwürfe und tut sich selbst sehr leid - wie die ganze Zeit vorher auch schon. Das selbstsüchtige, geschraubte Gejammer von Cecile die ganze Zeit ging mir ziemlich auf die Nerven.
Vorahnung der weiblichen Emanzipation
Ein französischer Klassiker von 1950 der bereits erahnen lässt, wo die Bewegung der weiblichen Emanzipation hinführen kann. Eine junge Französin, die mehr an ihrer Unabhängigkeit interessiert ist, als an der Wahl des Ehemannes. Voller stilvoller französischer Poesie und mit der Frage, wohin Intrigen und der Wunsch nach zu viel Freiheit führen kann. Toller Einblick, spannende Geschichte.
Zurecht ein Klassiker
Die, gerade einmal 18 jährige, sagan, schrieb direkt mit ihrem Debüt einen Klassiker. Die Sprache ist sehr reif und nahezu von grandioser Schönheit, die die Melancholie und das Ausbrechen aus den gesellschaftlichen Zwängen, perfekt auf den Leser überträgt. Dieser kurze Text, hallt noch lange, in mir nach. Auch das Nachwort ist wichtig, um die Geschichte in einem richtigen Kontext betrachten zu können.
Die 17-jährige Cécile verbringt mit ihrem Vater Raymond und dessen Geliebter Elsa die Sommerferien an der Côte d’Azur. Cecile genießt das freie, ungezwungene Leben an der Seite ihres leichtlebigen Vaters, der seit dem Tod ihrer Mutter immer wieder neue junge Geliebte hat. Auch Cecile ist mit ihren 17 Jahren experimentierfreudig und lässt sich auf ein Verhältnis mit einem älteren Jurastudenten ein. Eines Tages bekommen sie Besuch von einer Freundin ihrer verstorbenen Mutter. Anne Larsen ist eine intelligente, schöne und selbstsichere Frau, die Raymond auf Augenhöhe begegnet, und ihn so von sich überzeugt. Elsa muss gehen und Raymond und Anne wollen urplötzlich heiraten. Anne greift mutterartig sofort in Ceciles Leben ein und versucht dieses in ernsthafte Bahnen zu lenken. Cecile fühlt sich in ihrer Freiheit und ihrem Hedonismus eingeschränkt und spinnt eine folgenschwere Intrige gegen Anne… Francoise Sagan veröffentlichte dieses schmale Drama mit nur 18 in den 50er Jahren. Dieser unkonventionelle, antibügerliche, aufmüpfige, erotische und hedonistische Text muss eingeschlagen sein, wie eine Bombe. Schnell wurde „Bonjour Tristesse“ weltberühmt und polarisierte bei den Leser*innen. Texte, die in ihrer Zeit Fesseln sprengten, müssen schon alleine deswegen gelesen und wertgeschätzt werden. Sprachlich fand ich den Roman überraschend einfach und trotzdem poetisch. Der Plot konnte mich nur bedingt überzeugen: etwas anstrengend und auch vorhersehbar. Die Intrige und die Dramaturgie waren flach, der Plot etwas schnell schnell. Am Ende überwiegt der Respekt für den Kontext der Veröffentlichung. Sehr stark!
Zu Recht ein Klassiker
Unglaublich, dass dieses kurze, aufregende Buch in den 50er Jahren geschrieben wurde. Ein moderner Klassiker der Emanzipation aus Sicht eines jungen Mädchens, das frei über ihren Körper bestimmt und eine Intrige spinnt, die tragisch endet. Eine flirrende Sommergeschichte, fieberhaft geschrieben. Ganz toll.
Anders als erwartet. Ein gutes Buch. Ich fand es schön und sehr unterhaltsam geschrieben. Kann man gut an einem Tag weglesen. Handlung: Cecils Vater ist Junggeselle durch und durch, hat ständig neue Frauen, doch dann will er plötzlich eine alte Freundin heiraten und „vernünftig“ werden. Cecil fast den Plan Anne loszuwerden, damit sie mit ihrem Vater wieder ihr gewohntes Leben führen kann...
Der Titel dieses Klassikers aus dem Jahr 1954 ist etwas verwirrend, denn ich hatte eine kleine Novelle voller Traurigkeit und Schwermut erwartet. Tatsächlich ist diese Geschichte der 17jährigen Cecile, die mit ihrem Vater an der Cote d'Azur den Sommer verbringt, geprägt von Lebensfreude, Genuss und Freizügigkeit. Dies hat mich sehr überrascht, denn ich hatte mich auf ein Buch einer damals 19jährigen Autorin eingestellt, das aus einer jugendlichen Sicht die Probleme des Heranwachsens thematisiert. Ich fand das Buch ganz hervorragend und kann die Aufregung nachvollziehen, die es seinerzeit in Frankreich ausgelöst haben muss. Wir reden vom Anfang der 50er Jahre, da steckte die deutsche Nachkriegsliteratur noch schwer in der Aufarbeitung der nahen Vergangenheit und das Wunder von Bern war das erste Mal, dass wieder kollektive Freunde herrschen durfte. Und in dieser Zeit schreibt Francoise Sagan eine Geschichte, in dem mit vielen moralischen Wertvorstellung gebrochen wird, insbesondere das freizügige Erleben der eigenen Sexualität bei jungen Frauen und das positive Darstellung der wechselnden Liebschaften des Vaters. Dass das katholische geprägte Frankreich aufschrie, wen wundert es? Unter heutigen Gesichtspunkten wirken die Abenteuer von Vater und Tochter in diesem Sommer eher alltäglich und harmlos, was aber der Qualität des Buchs keinen Abbruch tut. Raymond, der Vater Ceciles, ist ein agiler 40jähriger, der eine junge Geliebte mit den Urlaub nimmt. Zudem lädt er aber auch eine ältere Freundin der verstorbenen Ehefrau in das Sommerhaus ein. Anne ist eine hübsche Pariserin, eine Dame von Welt, korrekt, strukturiert und besonnen. Die Vernunft in Person. Sie steht im Gegensatz zu den freien Geistern von Raymond und Cecile. Nachdem sich Raymond von seiner jungen Geliebten trennt und beschließt, Anne zu heiraten, bricht für die Cecile eine unbeschwerte Welt zusammen. Anne nimmt die Stellung einer strengen Stiefmutter ein und sie fühlt sich zwischen lockerer Jugend und verantwortungsvollem Erwachsenenleben hin und her gerissen. Hinzu kommt, dass sie die Genüsse der Liebe erstmals in diesem Sommer kennen lernt, als sie sich in den Studenten Cyril verliebt. Dieses Fünfergespann ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die letztlich in einer Tragödie endet, die ganz am Ende die Traurigkeit in Ceciles Leben Einzug halten lässt. Und so ist Bonjour Tristesse auch der letzte Satz des Romans. Mir hat vor allem dieser leichte und unbeschwerte Schreibstil der Autorin gefallen, so warm und luftig wie ein Passatwind, der über das Mittelmeer zieht. Das Lebensgefühl der jungen Französin wird hervorragend in Worte gefasst. Sehr schön.
Als das Buch 1954 erschien wurde es zu einem Skandalroman. Sagan beschreibt eine Protagonistin, die sich nicht in die damaligen Rollenbilder zwingen lässt. Vielmehr lebt die 17-Jährige Cécile ihre Sexualität aus und verstrickt sich in die wechselnden Liebesbeziehungen ihres Vaters. Aus heutiger Sicht genügt das Buch wohl kaum feministischen Ansprüchen aufgrund der Fixierung aller Frauen auf den Vater Céciles. Für die damalige Zeit war das Buch jedoch sehr progressiv und sorgte für viel Empörung, auch weil die Autorin gerade einmal 19 Jahre alt war.
Als ich hörte, dass die Autorin erst 18 Jahre alt war, als sie Bonjour Tristesse verfasste, war ich zunächst etwas skeptisch. Außerdem hatte ich nur wenige Tage zuvor ein anderes Buch über eine Vater-Tochter-Beziehung gelesen ([b:Blood and Guts in High School|321950|Blood and Guts in High School|Kathy Acker|https://images.gr-assets.com/books/1327880994s/321950.jpg|817580]), dass ich ganz schrecklich fand, sodass ich ein wenig Bedenken hatte, als ich mich an die Lektüre dieses Romans machte. Ich wurde jedoch sehr positiv überrascht. Das Buch liest sich locker leicht und ist nicht zu Unrecht ein moderner Klassiker. Warum es 1954, zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung, einen Skandal auslöste ist offensichtlich, heute würde die Geschichte wahrscheinlich nicht mehr viel Beachtung finden. Manches ist ein wenig veraltet, wirkt aber gerade dadurch charmant, beispielsweise dass sich die meisten Charaktere siezen. Insgesamt eine wunderbare Sommerlektüre, die aber dennoch ein bisschen philosophischen Tiefgang hat und deren Ende eigentlich so offensichtlich ist, dass man sich nachher wundert, wieso man es nicht vorhergesehen hat.
3.5 stars, rounding up because of the ending. I feared this would be another "Catcher in the Rye" for me, just with a female protagonist. But I'm glad to have been wrong. Though Cécile is an annoying brat for quite some of the time, she's far more reflective about her behaviour, even if at a loss about how to change what she identifies as problematic.
Eine beschwingte kurze Geschichte, die nett anzuhören war, mich aber emotional nicht erreicht hat. Das Nachwort von Sybille Berg fand ich hilfreich zur Würdigung - Bezug zum Leben in der Nachkriegszeit, Emanzipation der Frauen aus herkömmlichen Rollenzuschreibungen. Ich finde das Buch trotzdem hörens-/lesenswert, um in frühere Zeiten reinzuspüren.
Cecile fährt mit ihrem Vater und dessen Geliebten Elsa ans Meer, um dort die Ferien zu verbringen. Eines Tages taucht Anne auf, eine alte Freundin ihres Vaters, die Cecile schätzt, aber auch fürchtet. Als Ceciles Vater Elsa mit Anne betrügt, schmiedet Cecile einen Plan. Denn Anne würde, wenn sie bliebe, das unbeschwerliche, leichtsinnige Leben von ihr und ihrem Vater zerstören und sie zu zivilisierten, erwachsen handelnden und denkenden Menschen machen. Was Cecile nicht zulassen möchte. Das Buch ist in einem typisch altfranzösischen Stil geschrieben und wenn man den Film ‚Bonjour Sagan’ über die Autorin gesehen hat, wird man schnell einige Parallelen zu ihrem eigenen Leben bemerken. Sie trinkt gern viel, sie geht mit Menschen aus, die doppelt und dreifach so alt sind wie sie und redet ohne viel Verstand über die Liebe. Die Hauptperson Cecile hat diese Eigenschaften im Buch ebenfalls. Oft dachte ich, ich lese über die Autorin selbst und nicht über eine fiktive Person, aber das hat man ja auch oft, dass die Personen in Büchern Ähnlichkeiten mit den Autoren haben. Manche mehr und manche weniger. Vom Stil her war es eher leicht geschrieben, mit vielen altertümlichen Wörtern, die ich nicht kannte, was mir einige Momente bescherte, in denen ich etwas dazulernen konnte. Die Geschichte an sich hatte viel Ausdruck. Einen wirklichen Bezug konnte ich zu Cecile nicht aufbauen, da ich sie nicht gerade sympathisch fand, aber nachvollziehen konnte ich sie und ihren Vater schon. Ihre Lebensweise hat etwas Exzentrisches, etwas Künstlerisches, etwas Anziehendes. Menschen, die ihre innere Ruhe nur im Trubel finden. Menschen, die ihre Partner wechseln und Aufreißer sind, egal in welchem Alter. Menschen, die einfach genießen und nicht an die Zukunft denken. Es hat etwas Freies, Ungebundenes, was dieses Leben so reizvoll macht. Kein Wunder, dass Cecile es nicht unbedingt für ein stilles, vernünftiges Leben aufgeben will, auch wenn sie sich einerseits vielleicht sogar nach einem solchen Glück sehnen würde. Nach Vertrautheit, Geborgenheit, sinnvollen Zeitvertreiben und weiterem. Die Charaktere in diesem Buch sind gut ausgearbeitet, gerade auch Anne nimmt einen großen Teil des Buches für sich in Anspruch, einfach, weil sie so eine undurchschaubare Person ist, hinter deren Geheimnis man zu kommen versucht. Sie ist anders, als andere und trägt Eigenschaften mit sich, die beneidenswert sind. Gleichzeitig ist sie aber auch leicht herrisch, obwohl sie so gleichgültig tut. Ihre Handlungen waren für mich etwas gegensätzlich und sie war für mich eine Person, die ich nicht mögen konnte, trotz dass Cecile oft von ihr schwärmte, obgleich sie versuchte, sie aus dem Haus zu kriegen und ihr zu schaden. Zwischen den beiden herrschte eine Art Hassliebe, die ich nicht ganz zu verstehen wusste, aber mich neugierig hat sein lassen, das ganze Buch über. Im Grunde ging es in diesem Buch um Liebe, Treue, Untreue, verschiedene Lebensweisen, verschiedene Träume, Erziehung, verlorene Jugend, gelebte Jugend, aufrechterhaltene Jugend, Verstand, Gefühle, Intrigen und Verzweiflung. Das Wort Tristesse trifft die Stimmung des Buches eigentlich sehr gut. Es wog immer eine gewisse Traurigkeit, etwas Bedrückendes zwischen den Zeilen mit und das Buch hüllte dich sanft aber unweigerlich damit ein. Was die Autorin definitiv geschafft hat, war es die Atmosphäre aufzubauen. Dieses Buch lebt, wenn man es aufschlägt. Es lebt von den Erlebnissen, von den Gefühlen und den unerfüllten Wünschen der Protagonisten. Von der Stimmung her definitiv eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Von allem anderen her für mich nur mittelmäßig begeisternd, was aber nicht an der Qualität des Werkes lag, sondern einfach an meinem Geschmack. Dieses Buch war grandios in seiner Wirkung, aber es konnte mir nichts Positives geben, aber ein paar weitere Erfahrungen und Erkenntnisse im Thema Lieben, Leben und Leiden. Doch da es mir mehr Tristesse als irgendwas gebracht hat, vergebe ich wohlwollend gute drei Sterne, die mein Gefühl dem Buch gegenüber gut ausdrücken. Gespalten, traurig und widerstrebend.
2-3 Sterne Liest sich fließend und leicht, aber die Handlung erscheint mir sehr unrealistisch und lächerlich Eine fast 18 Jährige, die unglaublich naiv, selbstverliebt und egoistisch ist, die sich, obwohl fast erwachsen, wie ein zwölfjähriges Gör verhält Erwachsene, die sich problemlos manipulieren lassen und selbst wirken wie Teenager Die gesamte Handlung würde in eine Highschool passen, aber nicht zu erwachsenen Menschen Zu viel gossip girl, zu viel Melodrama, zu unglaubwürdige Charaktere
Der Titel dieses Klassikers aus dem Jahr 1954 ist etwas verwirrend, denn ich hatte eine kleine Novelle voller Traurigkeit und Schwermut erwartet. Tatsächlich ist diese Geschichte der 17jährigen Cecile, die mit ihrem Vater an der Cote d'Azur den Sommer verbringt, geprägt von Lebensfreude, Genuss und Freizügigkeit. Dies hat mich sehr überrascht, denn ich hatte mich auf ein Buch einer damals 19jährigen Autorin eingestellt, das aus einer jugendlichen Sicht die Probleme des Heranwachsens thematisiert. Ich fand das Buch ganz hervorragend und kann die Aufregung nachvollziehen, die es seinerzeit in Frankreich ausgelöst haben muss. Wir reden vom Anfang der 50er Jahre, da steckte die deutsche Nachkriegsliteratur noch schwer in der Aufarbeitung der nahen Vergangenheit und das Wunder von Bern war das erste Mal, dass wieder kollektive Freunde herrschen durfte. Und in dieser Zeit schreibt Francoise Sagan eine Geschichte, in dem mit vielen moralischen Wertvorstellung gebrochen wird, insbesondere das freizügige Erleben der eigenen Sexualität bei jungen Frauen und das positive Darstellung der wechselnden Liebschaften des Vaters. Dass das katholische geprägte Frankreich aufschrie, wen wundert es? Unter heutigen Gesichtspunkten wirken die Abenteuer von Vater und Tochter in diesem Sommer eher alltäglich und harmlos, was aber der Qualität des Buchs keinen Abbruch tut. Raymond, der Vater Ceciles, ist ein agiler 40jähriger, der eine junge Geliebte mit den Urlaub nimmt. Zudem lädt er aber auch eine ältere Freundin der verstorbenen Ehefrau in das Sommerhaus ein. Anne ist eine hübsche Pariserin, eine Dame von Welt, korrekt, strukturiert und besonnen. Die Vernunft in Person. Sie steht im Gegensatz zu den freien Geistern von Raymond und Cecile. Nachdem sich Raymond von seiner jungen Geliebten trennt und beschließt, Anne zu heiraten, bricht für die Cecile eine unbeschwerte Welt zusammen. Anne nimmt die Stellung einer strengen Stiefmutter ein und sie fühlt sich zwischen lockerer Jugend und verantwortungsvollem Erwachsenenleben hin und her gerissen. Hinzu kommt, dass sie die Genüsse der Liebe erstmals in diesem Sommer kennen lernt, als sie sich in den Studenten Cyril verliebt. Dieses Fünfergespann ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die letztlich in einer Tragödie endet, die ganz am Ende die Traurigkeit in Ceciles Leben Einzug halten lässt. Und so ist Bonjour Tristesse auch der letzte Satz des Romans. Mir hat vor allem dieser leichte und unbeschwerte Schreibstil der Autorin gefallen, so warm und luftig wie ein Passatwind, der über das Mittelmeer zieht. Das Lebensgefühl der jungen Französin wird hervorragend in Worte gefasst. Sehr schön.
Review longer than the book.
It’s short, and no time is wasted. Cécile’s character journey and regrets were very interesting, as were the differences in character between Raymond, Cécile, and Anne. Beautiful writing, a scenic setting, and flawed characters. What a great book to read in general, but especially when you’re on vacation in France. Favorite quotes: “She is cold, we are warm-hearted, she is possessive, we are independent. She is indifferent; other people don't interest her, we love them. She is reserved, we are gay. We are full of life and she will slink in between us with her sobriety; she will warm herself at our fire and gradually rob us of our enthusiasm; like a beautiful serpent she will rob us of everything” “One gets used to other people's faults if one does not feel it a duty to correct them.” “if at all cost she wished to be in the right, she must allow us to be in the wrong.” “Then I realized that I had attacked a living, sensitive creature, not just an entity.”
Dieses Buch scheint die Überraschung des Jahres für mich zu werden. Eigentlich hatte ich nie grosses Interesse, diesen Titel zu lesen. Nur schon die Rückentexte klangen scheusslich in meinen Ohren. Aber dank meiner Mutter gelangte ein altes Exemplar von ihr in meinen Besitz. Und dankeiner Challenge überwand ich mich dazu, es zu lesen. Aber eigentlich musste ich mich bloss dazu überwinden, es aufzuschlagen, denn kaum hatte ich zu lesen begonnen, konnte ich nur noch staunen. Ich hatte mit etwas Ähnlichem wie "Lolita" gerechnet (das ich entsetzlich langweilig fand), erhielt aber etwas völlig Anderes. Schon nach den ersten Sätzen war ich begeistert und fasziniert. Sagan liess mich gar nicht mehr los. Es war eine unheimlich packende Lektüre. Die psychologische Tiefe dieses Werks riss mich mit. Diese Ambivalenz, dieser Dualismus überall, die Zerrissenheit - unglaublich lebhaft und eindrücklich geschildert. Céciles uterschiedliche Verhaltens- und Denkweisen brachten mich dazu, an meine eigene Teenagerzeit zu denken. Dieses Beziehungsgeflecht wird von Seite zu Seite interessanter und vielschichtiger. Eine tolle Entdeckung!
Went in expecting to love this but was left a bit disappointed. The narration felt almost superficial and brushed over, borderline boring at times. The ending was somehow also not much of a surprise to me and seemed a bit pseudo shocking. The writing wasn’t bad and this was written by an 18 year old so the introspections of Cecile redeemed it a bit.
Das Buch ist hauptsächlich eine Erzählung über die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin, eine junge Französin, die mit ihrem Vater ein zwangloses Leben führt. Hier geht es viel (so deute ich es zumindest) um die Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein und dem Erwachsenwerden, aber auch der Verdrängung von Schuld. Ich hatte es mir spannender vorgestellt.
Das Buch lag viel zu lange auf meinem SuB aber ich habe auf den richtigen Moment gewartet. Es ist definitiv ein Sommerbuch für mich, auch wenn die Handlung (Spoiler: Willkommen Traurigkeit) nicht immer fröhlich ist. Beim Googlen bekam ich auch die Übersetzung Tristesse = Eintönigkeit, was für mich eine weitere Bedeutung des Titels hervorbringt: der gleiche, triste Alltag des langen Urlaubs an der Côte d'Azur und die daraus entstehenden Gedanken und Handlungen. Céciles Verhalten fand ich super spannend und musste das Buch öfters weglegen, um meine Gedanken zu sortieren und habe es doch irgendwie in einem Rutsch gelesen. Super gelungen finde ich die Veränderung von Cécile im Umgang mit Anne - autoritär und konservativ - und Elsa - laissez faire und liberal - obwohl beide Partnerinnen ihres Vaters sind. In Verbindung mit der besonderen Beziehung zu diesem und vor dem Hintergrund, dass ihre Mutter früh verstorben ist und sie lange im Internat war, fand ich ihre Entwicklung und Selbstbeobachtung klug. Ich kann mir gut vorstellen, immer wieder zu dem Buch zu greifen, vielleicht liest man in einer anderen Lebenssituation auch was anderes. Langsam entdecke ich Klassiker für mich – ohne Druck, was man gelesen haben muss, sondern einfach, weil sie mich wirklich interessieren.
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Françoise Sagan war erst 19, als sie mit „Bonjour tristesse“ die Welt eroberte. Ihr Roman wurde in dutzende Sprachen übersetzt, millionenfach verkauft und verfilmt. Mit großer Treffsicherheit beschreibt sie darin die Befindlichkeiten ihrer jugendlichen Hauptfigur: Cécile ist ein launischer Teenager, scharfsinnig, egoistisch, manipulativ – und dazu verdammt, den Sommer mit ihrem eitlen Vater und seiner jungen, etwas einfältigen Geliebten Elsa in einem Haus an der Côte d’Azur zu verbringen. Zunächst jedoch gelingt es Cécile, die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen und den Aufenthalt nach ihrem Geschmack zu gestalten: in herrlicher Leichtigkeit und Freizügigkeit. Bis plötzlich die kluge Anne auftaucht, eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, und die sommerliche Idylle mit erzieherischer Strenge zu zerstören droht. Als der Vater Elsa verlässt und Anne heiraten will, schmiedet Cécile einen Plan – mit tragischen Konsequenzen.
Book Information
Author Description
Françoise Sagan wurde 1935 geboren. Mit achtzehn Jahren schrieb sie in wenigen Wochen ihren ersten Roman: Bonjour tristesse wurde 1954 mit dem Grand Prix des Critiques ausgezeichnet. Neben Romanen verfaßte sie Theaterstücke und Drehbücher. Françoise Sagan starb am 24. September 2004 in Honfleur.
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Die kurze, einprägsame und unkonventionelle Sprache macht das Buch so brillant und bis heute zeitlos.
Françoise Sagan - ,,bonjour tristesse" Übersetzer: Rainer Moritz Nachwort: Sibylle Berg Was habt ihr eigentlich mit 18 Jahren so gemacht? Françoise Sagan hat in diesem Alter ihren ersten Roman geschrieben. Viele weitere sollte folgen und sie zu einer angesehenen und erfolgreichen Schriftstellerin werden lassen. Der vorliegenden Band ist ihr Debütroman. Hier geht es um die junge Cécile, die das leichte und unkomplizierte Leben liebt, welches sie mit ihrem Vater verbringt. Dieser erfolgreiche und wohlhabende Mann lebt, seit dem Tod seiner Ehefrau und Mutter seiner Tochter, ein eher ausschweifendes Leben ohne wirkliche Verantwortung. Partys und ständig wechselnde meistens deutlich jüngere Partner bestimmen nun sein Leben. Nach einem schlechten Schuljahr verbringt Cécile ihre Ferien mit ihrem Vater und seiner jungen geliebten Elsa am Meer in einem Ferienhaus. Anfangs kann sie beiden gut aus dem Weg gehen und verliebt sich schnell in den jungen schönen Cyril. Zum ersten Mal scheint sie richtig verliebt zu sein. Mit der Idylle ist Schluss, als Anne zu Besuch kommt. Sie ist eine alte Freundin ihrer Mutter. Sie hat ein Auge auf ihren Vater geworfen. Dieser beginnt eine Beziehung mit ihr und verlässt seine junge Geliebte auf der Stelle. Die deutlich erfahrenere Anne wirft den Alltag völlig auf den Kopf. Sie zwingt Cécile mehr Verantwortung zu übernehmen und an ihre Zukunft zu denken. Dies gefällt der jungen Frau natürlich nicht. Sie beginnt alles daran zu setzten, diese Beziehung zu beenden. Sie schmiedet einen drastischen Plan, um ihr Vorhaben umzusetzen. Nach und nach kommen ihr allerdings Zweifel, ob sie wirklich das Richtige tut. Was für ein starkes Debüt der Autorin, welches erstmals 1954 in Frankreich erschienen ist. Françoise Sagan schafft es hervorragend Hauptfiguren zu skizzieren. Die anfängliche Leichtigkeit und spätere Unsicherheit, mit der sie Céciles Innenleben beschreibt, hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch die Handlung des Romans kann hier überzeugen. Der Roman wirkt auch über 60 Jahren nach Erscheinen immer noch frisch und leicht, was sicherlich auch mit dem jungen Alter der damaligen Autorin zusammenhängt. Die kurze, einprägsame und unkonventionelle Sprache macht das Buch so brillant und bis heute zeitlos. Eine große Empfehlung für dieses Werk. Zu loben ist die gut gelungene Übersetzung. Auch dem interessante Nachwort, welches das Werk und die Autorin einordnet, sollte man in jedem Fall Beachtung schenken.

Cecile verbringt den Sommer mit ihrem Vater und seiner Geliebten in einem Ferienhaus am Mittelmeer. Sie bekommen Besuch von einer Bekannten, die mit Ceciles Mutter befreundet war. Doch das bringt die Routine ins Wanken. Ceciles Vater wirft die Geliebte raus und beschließt Anne zu heiraten. Cecile fürchtet um ihre Unabhängigkeit und Freiheit. Ja sogar um die Liebe zu ihrem Vater. Sie schmiedet einen perfiden Plan um Anne loszuwerden. Ein wirklich sehr tiefgründiger Roman.
Ein dichtes Buch, dass durch die Ich Perspektive einen Sog in die Gedankenwelt einer 18-jährigen erzeugt. Ich mochte die grenzenlose Selbstsucht, die Teenager auszeichnet. Die Perspektive, die man selbst immer versucht zu wechseln, aber zu sehr von Cécile geprägt ist. Ein mutiges und freies Buch.
Nachdem ich Sturmhöhe gelesen habe, hatte ich nachdem ich einige Kritiken gelesen hatte, Sorge wieder nur auf unsympathische Charaktere zu treffen. Man mag das so sehen, aber hier war es leichter zumindest Cécile zu verstehen und ihre Innensicht als solche zu begreifen. Im Kontext der Zeit ein wahnsinnig progressives Buch, dass zeigt dass kurze Erzählungen große Kreise ziehen können. Ich bin begeistert.
Obwohl keine der beschriebenen Figuren sehr sympathisch ist, wurde ich doch von der Geschichte sofort in den Bann gezogen.
Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von der jugendlichen Cécile erzählt. Diese weilt mit ihrem Vater Raymond und dessen jüngerer Geliebten Elsa in Südfrankreich im Urlaub. Der Aufenthalt plätschert relativ nichtssagend vor sich hin, bis eines Tages Anne dort auftaucht. Sie ist eine Freundin von Céciles verstorbener Mutter und nimmt Raymond mit ihrer klugen, scharfsinnigen Art und ihrer Schönheit für sich ein. Anne nimmt außerdem mehr und mehr Einfluss auf Céciles Erziehung und leitet sie mit Strenge zu Fleiß und Ordnung an. Dies missfällt Cécile und sie beginnt einen Plan zu schmieden. Dieses Buch ist ein Debutroman, den die Autorin in den 1950ern mit 18 Jahren geschrieben hat. Die jugendliche Cécile wird mit Stimmungsschwankungen, Sehnsucht nach Liebe, Selbstzweifel, aber auch phasenweiser Überheblichkeit sehr realitätsnah dargestellt und auch die anderen Figuren werden facettenreich beschrieben. Der Vater ein eitler Frauenheld, der die Leichtigkeit des Lebens genießt, seine Geliebte Elsa mit schlichtem Gemüt, aber positiver Grundeinstellung und Anne, die eher kühl, reserviert und sehr scharfsinnig das Ruder in die Hand nimmt und den künftigen Kurs bestimmt. Der Schreibstil ist leicht und unterhaltsam mit viel Tiefe. Sagan findet treffende Worte, um ihre Charaktere bildhaft zu beschreiben und ihnen Leben einzuhauchen. Bei meinen Recherchen zu diesem Buch, bin ich darauf gestoßen, dass dieses damals der Kritik ausgesetzt war, weil die weiblichen Figuren zu selbstbewusst, zu emanzipiert und zu klug für die damalige Zeit dargestellt wurden. Auch die Weigerung von Cécile, sich den gesellschaftlichen Erwartungen zu fügen, wurde als skandalös befunden. Sagan war ihrer Zeit voraus und ebnete den Weg für emanzipiertere Frauendarstellungen in Romanen. Ein sehr lesenswerter Klassiker.
Vorreiterlektüre des Feminismus
Die 50er Jahre waren in Europa von großer Biederkeit geprägt, so dass dieses Jahrzehnt für mich, sollten Zeitreisen mal möglich sein, bestimmt nicht angesteuert wird. Obwohl Frauen während des zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach zu Hause alles wuppten, mussten sie ihren Platz räumen, sobald die Männer wieder da waren. Warum sie das ohne Aufbegehren taten erschließt sich mir bis heute nicht. Aber es gab sie, die rebellischen Frauen, die sich verschiedene Ausdrucksformen suchten, um auf ihren Autonomiewillen aufmerksam zu machen. Eine davon war die Urheberin dieses Werks. Cécile lebt mit ihrem Vater Raymond in den Tag hinein. Seine wechselnden Liebschaften mit Frauen, die seine Töchter sein könnten, nimmt sie lächelnd hin. Sie genießt sehr viel Freiheit an der Küste Südfrankreichs. Es sind Ferien, man lässt sie in Ruhe und sie kann machen, was sie will. Dann tritt Anne in ihr Leben, die eine Rolle besetzt die Cécile verunsichert. Sie möchte nicht nur die Frau an der Seite von Raymond sein, sondern der 17-jährigen durch Werte Orientierung geben. Dazu schränkt sie sie ein. Natürlich missfällt das dem Teenager. Cécile schmiedet Pläne wie sie ihr altes Leben wieder zurück erlangt. Wir erleben ein Wechselspiel aus unmoralischen Taten und Reue, in das nicht nur Cécile verstrickt ist. Als Mädchen, das sich noch in der Pubertät befindet, hat sie jedes Recht unstet zu sein. Dass sie trotz allem sehr reflektiert ist, hat mir richtig gut gefallen. Ihre Innenansichten sind oft nachvollziehbar, wenn man nicht verlernt hat, sich in die Gefühle junger Menschen zu versetzen. Sie denkt nicht viel nach und tut es irgendwie doch. Ihre Naivität wird abgelöst von sehr erwachsenen Sichtweisen, um dann wieder unbedacht zu handeln und danach zu bereuen. Sie beobachtet die Menschen um sich herum mit großer Präzision und zieht meist die richtigen Schlüsse. An Anne kam ich nicht so richtig ran. Sie wirkt androgyn und unnahbar und obwohl ihr übel mitgespielt wurde, konnte ich kaum Mitgefühl für sie entwickeln. Raymond hingegen hat große Emotionen bei mir ausgelöst. Leider keine positiven. Dieser erwachsene Mann, Partner und Vater wirkte auf mich, als hätte er keinen Knochen im Leib. Eitel und verantwortungslos lässt er sich von Impulsen steuern und vernichtet damit die Menschen, die er eigentlich liebt. Ich glaube dass Liebe in diesem Text sowieso keine besonders große Rolle spielt. Auch wenn sie so benannt wird, handelt es sich in erster Linie darum, Menschen zu brauchen oder zu benutzen. Es ist bekannt, dass Sagan dieses Buch in nur 8 Wochen schrieb. Sie war gerade 18 Jahre alt und musste dies zuerst unter einem Pseudonym tun. Ihre Eltern ahnten schon, dass dieses Buch einen Skandal auslösen würde. Diese Erzählung gilt als Vorreiter der feministischen Revolution. In einer Zeit in der konservative Werte und die klassische Rolle der Frau von Männern mit allen Mitteln manifestiert wurde, schrieb die junge Autorin über sexuelle Befreiung und Selbstbestimmtheit. Nach heutiger Lesart ist das kaum zu erkennen, doch im historischen Kontext ist das ein absolut fortschrittliches Buch. Dass sie einen Mann in den Mittelpunkt stellt, um den alle Frauen kreisen und der, wie auch immer, das Objekt der Begierde ist, verwundert da nicht. Das Nachwort von Sybille Berg ist diesbezüglich sehr aufschlussreich und hat für mich die Hintergründe noch mal ganz vorzüglich erhält. Stilistisch ist es zeitlos. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt, aber der Text hätte heute geschrieben sein können. Er wirkt bisweilen literarisch, ist aber in keinster Weise schwer zu lesen. Oft erinnerte mich die Umsetzung an einen Aufsatz einer sprachlich Hochbegabten. Das meine ich alles andere als abwertend. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dieses Buch, würde es heute erscheinen, als besonders oder skandalös gelesen werden würde. Das ist nur im Kontext der damaligen Zeit zu sehen und damit bleibt es ein sehr guter und empfehlenswerter moderner Klassiker
Ein Klassiker, …. Warum? Die 17jährige Cecile spinnt eine Intrige gegen die Frau, die ihr Vater heiraten möchte, da sie sich in ihrer Bequemlichkeit bedroht sieht. Als die Frau bei einem Unfall zu Tode kommt, macht sich Cecile Vorwürfe und tut sich selbst sehr leid - wie die ganze Zeit vorher auch schon. Das selbstsüchtige, geschraubte Gejammer von Cecile die ganze Zeit ging mir ziemlich auf die Nerven.
Vorahnung der weiblichen Emanzipation
Ein französischer Klassiker von 1950 der bereits erahnen lässt, wo die Bewegung der weiblichen Emanzipation hinführen kann. Eine junge Französin, die mehr an ihrer Unabhängigkeit interessiert ist, als an der Wahl des Ehemannes. Voller stilvoller französischer Poesie und mit der Frage, wohin Intrigen und der Wunsch nach zu viel Freiheit führen kann. Toller Einblick, spannende Geschichte.
Zurecht ein Klassiker
Die, gerade einmal 18 jährige, sagan, schrieb direkt mit ihrem Debüt einen Klassiker. Die Sprache ist sehr reif und nahezu von grandioser Schönheit, die die Melancholie und das Ausbrechen aus den gesellschaftlichen Zwängen, perfekt auf den Leser überträgt. Dieser kurze Text, hallt noch lange, in mir nach. Auch das Nachwort ist wichtig, um die Geschichte in einem richtigen Kontext betrachten zu können.
Die 17-jährige Cécile verbringt mit ihrem Vater Raymond und dessen Geliebter Elsa die Sommerferien an der Côte d’Azur. Cecile genießt das freie, ungezwungene Leben an der Seite ihres leichtlebigen Vaters, der seit dem Tod ihrer Mutter immer wieder neue junge Geliebte hat. Auch Cecile ist mit ihren 17 Jahren experimentierfreudig und lässt sich auf ein Verhältnis mit einem älteren Jurastudenten ein. Eines Tages bekommen sie Besuch von einer Freundin ihrer verstorbenen Mutter. Anne Larsen ist eine intelligente, schöne und selbstsichere Frau, die Raymond auf Augenhöhe begegnet, und ihn so von sich überzeugt. Elsa muss gehen und Raymond und Anne wollen urplötzlich heiraten. Anne greift mutterartig sofort in Ceciles Leben ein und versucht dieses in ernsthafte Bahnen zu lenken. Cecile fühlt sich in ihrer Freiheit und ihrem Hedonismus eingeschränkt und spinnt eine folgenschwere Intrige gegen Anne… Francoise Sagan veröffentlichte dieses schmale Drama mit nur 18 in den 50er Jahren. Dieser unkonventionelle, antibügerliche, aufmüpfige, erotische und hedonistische Text muss eingeschlagen sein, wie eine Bombe. Schnell wurde „Bonjour Tristesse“ weltberühmt und polarisierte bei den Leser*innen. Texte, die in ihrer Zeit Fesseln sprengten, müssen schon alleine deswegen gelesen und wertgeschätzt werden. Sprachlich fand ich den Roman überraschend einfach und trotzdem poetisch. Der Plot konnte mich nur bedingt überzeugen: etwas anstrengend und auch vorhersehbar. Die Intrige und die Dramaturgie waren flach, der Plot etwas schnell schnell. Am Ende überwiegt der Respekt für den Kontext der Veröffentlichung. Sehr stark!
Zu Recht ein Klassiker
Unglaublich, dass dieses kurze, aufregende Buch in den 50er Jahren geschrieben wurde. Ein moderner Klassiker der Emanzipation aus Sicht eines jungen Mädchens, das frei über ihren Körper bestimmt und eine Intrige spinnt, die tragisch endet. Eine flirrende Sommergeschichte, fieberhaft geschrieben. Ganz toll.
Anders als erwartet. Ein gutes Buch. Ich fand es schön und sehr unterhaltsam geschrieben. Kann man gut an einem Tag weglesen. Handlung: Cecils Vater ist Junggeselle durch und durch, hat ständig neue Frauen, doch dann will er plötzlich eine alte Freundin heiraten und „vernünftig“ werden. Cecil fast den Plan Anne loszuwerden, damit sie mit ihrem Vater wieder ihr gewohntes Leben führen kann...
Der Titel dieses Klassikers aus dem Jahr 1954 ist etwas verwirrend, denn ich hatte eine kleine Novelle voller Traurigkeit und Schwermut erwartet. Tatsächlich ist diese Geschichte der 17jährigen Cecile, die mit ihrem Vater an der Cote d'Azur den Sommer verbringt, geprägt von Lebensfreude, Genuss und Freizügigkeit. Dies hat mich sehr überrascht, denn ich hatte mich auf ein Buch einer damals 19jährigen Autorin eingestellt, das aus einer jugendlichen Sicht die Probleme des Heranwachsens thematisiert. Ich fand das Buch ganz hervorragend und kann die Aufregung nachvollziehen, die es seinerzeit in Frankreich ausgelöst haben muss. Wir reden vom Anfang der 50er Jahre, da steckte die deutsche Nachkriegsliteratur noch schwer in der Aufarbeitung der nahen Vergangenheit und das Wunder von Bern war das erste Mal, dass wieder kollektive Freunde herrschen durfte. Und in dieser Zeit schreibt Francoise Sagan eine Geschichte, in dem mit vielen moralischen Wertvorstellung gebrochen wird, insbesondere das freizügige Erleben der eigenen Sexualität bei jungen Frauen und das positive Darstellung der wechselnden Liebschaften des Vaters. Dass das katholische geprägte Frankreich aufschrie, wen wundert es? Unter heutigen Gesichtspunkten wirken die Abenteuer von Vater und Tochter in diesem Sommer eher alltäglich und harmlos, was aber der Qualität des Buchs keinen Abbruch tut. Raymond, der Vater Ceciles, ist ein agiler 40jähriger, der eine junge Geliebte mit den Urlaub nimmt. Zudem lädt er aber auch eine ältere Freundin der verstorbenen Ehefrau in das Sommerhaus ein. Anne ist eine hübsche Pariserin, eine Dame von Welt, korrekt, strukturiert und besonnen. Die Vernunft in Person. Sie steht im Gegensatz zu den freien Geistern von Raymond und Cecile. Nachdem sich Raymond von seiner jungen Geliebten trennt und beschließt, Anne zu heiraten, bricht für die Cecile eine unbeschwerte Welt zusammen. Anne nimmt die Stellung einer strengen Stiefmutter ein und sie fühlt sich zwischen lockerer Jugend und verantwortungsvollem Erwachsenenleben hin und her gerissen. Hinzu kommt, dass sie die Genüsse der Liebe erstmals in diesem Sommer kennen lernt, als sie sich in den Studenten Cyril verliebt. Dieses Fünfergespann ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die letztlich in einer Tragödie endet, die ganz am Ende die Traurigkeit in Ceciles Leben Einzug halten lässt. Und so ist Bonjour Tristesse auch der letzte Satz des Romans. Mir hat vor allem dieser leichte und unbeschwerte Schreibstil der Autorin gefallen, so warm und luftig wie ein Passatwind, der über das Mittelmeer zieht. Das Lebensgefühl der jungen Französin wird hervorragend in Worte gefasst. Sehr schön.
Als das Buch 1954 erschien wurde es zu einem Skandalroman. Sagan beschreibt eine Protagonistin, die sich nicht in die damaligen Rollenbilder zwingen lässt. Vielmehr lebt die 17-Jährige Cécile ihre Sexualität aus und verstrickt sich in die wechselnden Liebesbeziehungen ihres Vaters. Aus heutiger Sicht genügt das Buch wohl kaum feministischen Ansprüchen aufgrund der Fixierung aller Frauen auf den Vater Céciles. Für die damalige Zeit war das Buch jedoch sehr progressiv und sorgte für viel Empörung, auch weil die Autorin gerade einmal 19 Jahre alt war.
Als ich hörte, dass die Autorin erst 18 Jahre alt war, als sie Bonjour Tristesse verfasste, war ich zunächst etwas skeptisch. Außerdem hatte ich nur wenige Tage zuvor ein anderes Buch über eine Vater-Tochter-Beziehung gelesen ([b:Blood and Guts in High School|321950|Blood and Guts in High School|Kathy Acker|https://images.gr-assets.com/books/1327880994s/321950.jpg|817580]), dass ich ganz schrecklich fand, sodass ich ein wenig Bedenken hatte, als ich mich an die Lektüre dieses Romans machte. Ich wurde jedoch sehr positiv überrascht. Das Buch liest sich locker leicht und ist nicht zu Unrecht ein moderner Klassiker. Warum es 1954, zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung, einen Skandal auslöste ist offensichtlich, heute würde die Geschichte wahrscheinlich nicht mehr viel Beachtung finden. Manches ist ein wenig veraltet, wirkt aber gerade dadurch charmant, beispielsweise dass sich die meisten Charaktere siezen. Insgesamt eine wunderbare Sommerlektüre, die aber dennoch ein bisschen philosophischen Tiefgang hat und deren Ende eigentlich so offensichtlich ist, dass man sich nachher wundert, wieso man es nicht vorhergesehen hat.
3.5 stars, rounding up because of the ending. I feared this would be another "Catcher in the Rye" for me, just with a female protagonist. But I'm glad to have been wrong. Though Cécile is an annoying brat for quite some of the time, she's far more reflective about her behaviour, even if at a loss about how to change what she identifies as problematic.
Eine beschwingte kurze Geschichte, die nett anzuhören war, mich aber emotional nicht erreicht hat. Das Nachwort von Sybille Berg fand ich hilfreich zur Würdigung - Bezug zum Leben in der Nachkriegszeit, Emanzipation der Frauen aus herkömmlichen Rollenzuschreibungen. Ich finde das Buch trotzdem hörens-/lesenswert, um in frühere Zeiten reinzuspüren.
Cecile fährt mit ihrem Vater und dessen Geliebten Elsa ans Meer, um dort die Ferien zu verbringen. Eines Tages taucht Anne auf, eine alte Freundin ihres Vaters, die Cecile schätzt, aber auch fürchtet. Als Ceciles Vater Elsa mit Anne betrügt, schmiedet Cecile einen Plan. Denn Anne würde, wenn sie bliebe, das unbeschwerliche, leichtsinnige Leben von ihr und ihrem Vater zerstören und sie zu zivilisierten, erwachsen handelnden und denkenden Menschen machen. Was Cecile nicht zulassen möchte. Das Buch ist in einem typisch altfranzösischen Stil geschrieben und wenn man den Film ‚Bonjour Sagan’ über die Autorin gesehen hat, wird man schnell einige Parallelen zu ihrem eigenen Leben bemerken. Sie trinkt gern viel, sie geht mit Menschen aus, die doppelt und dreifach so alt sind wie sie und redet ohne viel Verstand über die Liebe. Die Hauptperson Cecile hat diese Eigenschaften im Buch ebenfalls. Oft dachte ich, ich lese über die Autorin selbst und nicht über eine fiktive Person, aber das hat man ja auch oft, dass die Personen in Büchern Ähnlichkeiten mit den Autoren haben. Manche mehr und manche weniger. Vom Stil her war es eher leicht geschrieben, mit vielen altertümlichen Wörtern, die ich nicht kannte, was mir einige Momente bescherte, in denen ich etwas dazulernen konnte. Die Geschichte an sich hatte viel Ausdruck. Einen wirklichen Bezug konnte ich zu Cecile nicht aufbauen, da ich sie nicht gerade sympathisch fand, aber nachvollziehen konnte ich sie und ihren Vater schon. Ihre Lebensweise hat etwas Exzentrisches, etwas Künstlerisches, etwas Anziehendes. Menschen, die ihre innere Ruhe nur im Trubel finden. Menschen, die ihre Partner wechseln und Aufreißer sind, egal in welchem Alter. Menschen, die einfach genießen und nicht an die Zukunft denken. Es hat etwas Freies, Ungebundenes, was dieses Leben so reizvoll macht. Kein Wunder, dass Cecile es nicht unbedingt für ein stilles, vernünftiges Leben aufgeben will, auch wenn sie sich einerseits vielleicht sogar nach einem solchen Glück sehnen würde. Nach Vertrautheit, Geborgenheit, sinnvollen Zeitvertreiben und weiterem. Die Charaktere in diesem Buch sind gut ausgearbeitet, gerade auch Anne nimmt einen großen Teil des Buches für sich in Anspruch, einfach, weil sie so eine undurchschaubare Person ist, hinter deren Geheimnis man zu kommen versucht. Sie ist anders, als andere und trägt Eigenschaften mit sich, die beneidenswert sind. Gleichzeitig ist sie aber auch leicht herrisch, obwohl sie so gleichgültig tut. Ihre Handlungen waren für mich etwas gegensätzlich und sie war für mich eine Person, die ich nicht mögen konnte, trotz dass Cecile oft von ihr schwärmte, obgleich sie versuchte, sie aus dem Haus zu kriegen und ihr zu schaden. Zwischen den beiden herrschte eine Art Hassliebe, die ich nicht ganz zu verstehen wusste, aber mich neugierig hat sein lassen, das ganze Buch über. Im Grunde ging es in diesem Buch um Liebe, Treue, Untreue, verschiedene Lebensweisen, verschiedene Träume, Erziehung, verlorene Jugend, gelebte Jugend, aufrechterhaltene Jugend, Verstand, Gefühle, Intrigen und Verzweiflung. Das Wort Tristesse trifft die Stimmung des Buches eigentlich sehr gut. Es wog immer eine gewisse Traurigkeit, etwas Bedrückendes zwischen den Zeilen mit und das Buch hüllte dich sanft aber unweigerlich damit ein. Was die Autorin definitiv geschafft hat, war es die Atmosphäre aufzubauen. Dieses Buch lebt, wenn man es aufschlägt. Es lebt von den Erlebnissen, von den Gefühlen und den unerfüllten Wünschen der Protagonisten. Von der Stimmung her definitiv eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Von allem anderen her für mich nur mittelmäßig begeisternd, was aber nicht an der Qualität des Werkes lag, sondern einfach an meinem Geschmack. Dieses Buch war grandios in seiner Wirkung, aber es konnte mir nichts Positives geben, aber ein paar weitere Erfahrungen und Erkenntnisse im Thema Lieben, Leben und Leiden. Doch da es mir mehr Tristesse als irgendwas gebracht hat, vergebe ich wohlwollend gute drei Sterne, die mein Gefühl dem Buch gegenüber gut ausdrücken. Gespalten, traurig und widerstrebend.
2-3 Sterne Liest sich fließend und leicht, aber die Handlung erscheint mir sehr unrealistisch und lächerlich Eine fast 18 Jährige, die unglaublich naiv, selbstverliebt und egoistisch ist, die sich, obwohl fast erwachsen, wie ein zwölfjähriges Gör verhält Erwachsene, die sich problemlos manipulieren lassen und selbst wirken wie Teenager Die gesamte Handlung würde in eine Highschool passen, aber nicht zu erwachsenen Menschen Zu viel gossip girl, zu viel Melodrama, zu unglaubwürdige Charaktere
Der Titel dieses Klassikers aus dem Jahr 1954 ist etwas verwirrend, denn ich hatte eine kleine Novelle voller Traurigkeit und Schwermut erwartet. Tatsächlich ist diese Geschichte der 17jährigen Cecile, die mit ihrem Vater an der Cote d'Azur den Sommer verbringt, geprägt von Lebensfreude, Genuss und Freizügigkeit. Dies hat mich sehr überrascht, denn ich hatte mich auf ein Buch einer damals 19jährigen Autorin eingestellt, das aus einer jugendlichen Sicht die Probleme des Heranwachsens thematisiert. Ich fand das Buch ganz hervorragend und kann die Aufregung nachvollziehen, die es seinerzeit in Frankreich ausgelöst haben muss. Wir reden vom Anfang der 50er Jahre, da steckte die deutsche Nachkriegsliteratur noch schwer in der Aufarbeitung der nahen Vergangenheit und das Wunder von Bern war das erste Mal, dass wieder kollektive Freunde herrschen durfte. Und in dieser Zeit schreibt Francoise Sagan eine Geschichte, in dem mit vielen moralischen Wertvorstellung gebrochen wird, insbesondere das freizügige Erleben der eigenen Sexualität bei jungen Frauen und das positive Darstellung der wechselnden Liebschaften des Vaters. Dass das katholische geprägte Frankreich aufschrie, wen wundert es? Unter heutigen Gesichtspunkten wirken die Abenteuer von Vater und Tochter in diesem Sommer eher alltäglich und harmlos, was aber der Qualität des Buchs keinen Abbruch tut. Raymond, der Vater Ceciles, ist ein agiler 40jähriger, der eine junge Geliebte mit den Urlaub nimmt. Zudem lädt er aber auch eine ältere Freundin der verstorbenen Ehefrau in das Sommerhaus ein. Anne ist eine hübsche Pariserin, eine Dame von Welt, korrekt, strukturiert und besonnen. Die Vernunft in Person. Sie steht im Gegensatz zu den freien Geistern von Raymond und Cecile. Nachdem sich Raymond von seiner jungen Geliebten trennt und beschließt, Anne zu heiraten, bricht für die Cecile eine unbeschwerte Welt zusammen. Anne nimmt die Stellung einer strengen Stiefmutter ein und sie fühlt sich zwischen lockerer Jugend und verantwortungsvollem Erwachsenenleben hin und her gerissen. Hinzu kommt, dass sie die Genüsse der Liebe erstmals in diesem Sommer kennen lernt, als sie sich in den Studenten Cyril verliebt. Dieses Fünfergespann ist der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die letztlich in einer Tragödie endet, die ganz am Ende die Traurigkeit in Ceciles Leben Einzug halten lässt. Und so ist Bonjour Tristesse auch der letzte Satz des Romans. Mir hat vor allem dieser leichte und unbeschwerte Schreibstil der Autorin gefallen, so warm und luftig wie ein Passatwind, der über das Mittelmeer zieht. Das Lebensgefühl der jungen Französin wird hervorragend in Worte gefasst. Sehr schön.
Review longer than the book.
It’s short, and no time is wasted. Cécile’s character journey and regrets were very interesting, as were the differences in character between Raymond, Cécile, and Anne. Beautiful writing, a scenic setting, and flawed characters. What a great book to read in general, but especially when you’re on vacation in France. Favorite quotes: “She is cold, we are warm-hearted, she is possessive, we are independent. She is indifferent; other people don't interest her, we love them. She is reserved, we are gay. We are full of life and she will slink in between us with her sobriety; she will warm herself at our fire and gradually rob us of our enthusiasm; like a beautiful serpent she will rob us of everything” “One gets used to other people's faults if one does not feel it a duty to correct them.” “if at all cost she wished to be in the right, she must allow us to be in the wrong.” “Then I realized that I had attacked a living, sensitive creature, not just an entity.”
Dieses Buch scheint die Überraschung des Jahres für mich zu werden. Eigentlich hatte ich nie grosses Interesse, diesen Titel zu lesen. Nur schon die Rückentexte klangen scheusslich in meinen Ohren. Aber dank meiner Mutter gelangte ein altes Exemplar von ihr in meinen Besitz. Und dankeiner Challenge überwand ich mich dazu, es zu lesen. Aber eigentlich musste ich mich bloss dazu überwinden, es aufzuschlagen, denn kaum hatte ich zu lesen begonnen, konnte ich nur noch staunen. Ich hatte mit etwas Ähnlichem wie "Lolita" gerechnet (das ich entsetzlich langweilig fand), erhielt aber etwas völlig Anderes. Schon nach den ersten Sätzen war ich begeistert und fasziniert. Sagan liess mich gar nicht mehr los. Es war eine unheimlich packende Lektüre. Die psychologische Tiefe dieses Werks riss mich mit. Diese Ambivalenz, dieser Dualismus überall, die Zerrissenheit - unglaublich lebhaft und eindrücklich geschildert. Céciles uterschiedliche Verhaltens- und Denkweisen brachten mich dazu, an meine eigene Teenagerzeit zu denken. Dieses Beziehungsgeflecht wird von Seite zu Seite interessanter und vielschichtiger. Eine tolle Entdeckung!
Went in expecting to love this but was left a bit disappointed. The narration felt almost superficial and brushed over, borderline boring at times. The ending was somehow also not much of a surprise to me and seemed a bit pseudo shocking. The writing wasn’t bad and this was written by an 18 year old so the introspections of Cecile redeemed it a bit.
Das Buch ist hauptsächlich eine Erzählung über die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin, eine junge Französin, die mit ihrem Vater ein zwangloses Leben führt. Hier geht es viel (so deute ich es zumindest) um die Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein und dem Erwachsenwerden, aber auch der Verdrängung von Schuld. Ich hatte es mir spannender vorgestellt.
Das Buch lag viel zu lange auf meinem SuB aber ich habe auf den richtigen Moment gewartet. Es ist definitiv ein Sommerbuch für mich, auch wenn die Handlung (Spoiler: Willkommen Traurigkeit) nicht immer fröhlich ist. Beim Googlen bekam ich auch die Übersetzung Tristesse = Eintönigkeit, was für mich eine weitere Bedeutung des Titels hervorbringt: der gleiche, triste Alltag des langen Urlaubs an der Côte d'Azur und die daraus entstehenden Gedanken und Handlungen. Céciles Verhalten fand ich super spannend und musste das Buch öfters weglegen, um meine Gedanken zu sortieren und habe es doch irgendwie in einem Rutsch gelesen. Super gelungen finde ich die Veränderung von Cécile im Umgang mit Anne - autoritär und konservativ - und Elsa - laissez faire und liberal - obwohl beide Partnerinnen ihres Vaters sind. In Verbindung mit der besonderen Beziehung zu diesem und vor dem Hintergrund, dass ihre Mutter früh verstorben ist und sie lange im Internat war, fand ich ihre Entwicklung und Selbstbeobachtung klug. Ich kann mir gut vorstellen, immer wieder zu dem Buch zu greifen, vielleicht liest man in einer anderen Lebenssituation auch was anderes. Langsam entdecke ich Klassiker für mich – ohne Druck, was man gelesen haben muss, sondern einfach, weil sie mich wirklich interessieren.
















































