Blutsschwestern

Blutsschwestern

Hardback
3.89

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Description


Shortlist zum Rauriser Literaturpreis 2025


Wann schlägst du zurück? Blut ist dicker als Wasser. Ein feministisches Roadmovie zwischen Wien und dem Balkan.

Übel zugerichtet muss Ljiljana untertauchen. Ihre erfolgreiche Schwester Sanja überredet sie, in die alte Heimat Serbien zu verschwinden. Doch statt Zuflucht und Hilfe zu finden, geraten die beiden in eine Fehde zwischen einer Mafia-Patin und ihren Widersachern. Die höllische Gewalt droht die Schwestern in tiefste moralische Abgründe zu reißen – nur die Verbindung zueinander kann sie noch retten.

Der kraftvolle Debütroman von Ana Wetherall-Grujić zerschmettert das Klischee der unterwürfigen, friedvollen Frau. Schnörkellos und mit bitterbösem Humor erzählt sie von Schwesternschaft, Heimat und kaltblütiger Rache.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
192
Price
24.00 €

Author Description

Kurz vor Kriegsbeginn in Jugoslawien geboren, wuchs Ana Wetherall-Grujić in Tirol auf. Nach Umwegen über Graz und Wien lebte sie fünf Jahre lang als Journalistin in Berlin. Ihre Arbeit fokussierte sich auf die Menschen am Rand und erschien unter anderem bei ze.tt, bento und VICE. 2023 erschien mit „Das Baby ist nicht das verdammte Problem“ (Kremayr & Scheriau) ihr erstes Sachbuch zu moderner Elternschaft. „Blutsschwestern“ ist ihr erster Roman.

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Ana Wetherall-Grujić liefert mit ihrem Debütroman „Blutsschwestern“ eine wütende, schockierende und absolut coole Erzählung über Gewalt, Trauma und weibliche Selbstermächtigung. Der Roman, der sich an Leser*innen mit einer Vorliebe für drastische Schilderungen richtet, ist nichts für schwache Nerven. Wetherall-Grujić kombiniert blutigen Splatter mit einer düsteren Familiengeschichte, die bis in die Nachwehen des Jugoslawien-Krieges reicht. Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Sanja und Ljiljana, die seit Jahren keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Nachdem Ljiljana von ihrem gewalttätigen Freund beinahe totgeschlagen wurde, sucht sie ausgerechnet bei ihrer entfremdeten Schwester Hilfe. Sanja, die in Wien lebt und sich eigentlich auf ihre Karriere konzentrieren will, lässt alles stehen und liegen, um ihre Schwester zu schützen. Die Flucht führt sie nach Serbien, in die Heimat ihrer Eltern – doch was als Schutzsuche beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum. Auf ihrer Reise begegnen sie brutalen und weisen älteren Frauen, die ihnen die düstere Vergangenheit ihrer Familie und die Schrecken des Krieges offenbaren. „Blutsschwestern“ ist in vielerlei Hinsicht ein radikaler Roman. Die Gewalt wird nicht beschönigt, sondern in all ihrer Härte dargestellt. Wetherall-Grujić zeigt schonungslos, was es heißt, in einer Welt zu leben, in der Frauen nicht nur Opfer, sondern auch Täterinnen sein können – und vielleicht sogar müssen, um zu überleben. Der Roman fragt, was passiert, wenn Frauen nicht nur zurückschlagen, sondern präventiv zuschlagen, um sich gegen eine von Gewalt und Missbrauch geprägte Welt zu wehren. Wetherall-Grujić schafft es, in nur knapp 200 Seiten eine Geschichte zu erzählen, die lange nachhallt. Die düsteren, manchmal fast surrealen Bilder aus den serbischen Wäldern und den brutalen Auseinandersetzungen sind stark und eindringlich. Der Roman entfaltet seine volle Kraft in den blutigen, dramatischen Passagen, in denen die Schwestern immer tiefer in die Hölle ihrer eigenen Vergangenheit gezogen werden. Gleichzeitig ist die Geschichte auch eine Hommage an die Solidarität zwischen Frauen und die Komplexität von Schwesternbeziehungen. Trotz aller Differenzen zwischen Sanja und Ljiljana ist ihr Band letztlich unzerbrechlich, und es ist diese Verbindung, die ihnen die Kraft gibt, weiterzukämpfen. Ein zentrales Thema des Romans ist der Krieg und seine langfristigen Auswirkungen. Die Schrecken des Jugoslawien-Krieges sind allgegenwärtig, auch wenn sie oft nur in Andeutungen und Rückblicken auftauchen. Die Autorin zeigt, wie tief die Narben des Krieges in den Menschen und ihren Beziehungen verankert sind. Die Gewalt, die die Schwestern erfahren haben, wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines größeren historischen Traumas, das sich über Generationen hinweg fortsetzt. Stilistisch erinnert der Roman an einen Tarantino-Film – brutal, direkt, aber zugleich durchzogen von einer schwarzen, fast makabren Komik. Die Protagonistinnen sind vielschichtig und interessant. Vor allem Sanja, die zwischen Karriereambitionen und der Verantwortung für ihre Schwester hin- und hergerissen ist, bleibt eine Figur, die lange im Gedächtnis bleibt. Sie ist nicht perfekt, aber genau diese Fehlerhaftigkeit macht sie menschlich und nahbar. „Blutsschwestern“ ist ein wütender feministischer Roman, der die herrschenden Machtstrukturen gnadenlos hinterfragt. Wetherall-Grujić zeigt auf, dass Frauen in einer Welt, in der Gewalt an ihnen zur Normalität geworden ist, nicht länger die passiven Opfer sein müssen. Sie können zurückschlagen – und in manchen Fällen schlagen sie zuerst zu. Verstörend, packend und kompromisslos nimmt dieser Roman seine Leser*innen mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Eine aufregende neue Stimme in der deutschsprachigen Literatur, ich freu mich auf mehr. Brutal gut! 🔪🩸

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