Bekenntnisse einer Maske

Bekenntnisse einer Maske

Hardback
4.041
AußenseiterKlassikerModerneSelbstentdeckung

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Description

Kochan wächst, abgeschirmt von Jungen seines Alters, im imperialistischen Japan auf. Doch er merkt, dass er nicht das ist, was man von ihm erwartet: Nicht nur ist er körperlich schwächer als andere, er entwickelt auch eine Faszination für Tod, Gewalt, Sex und den männlichen Körper. Unter den strengen Blicken der japanischen Gesellschaft beginnt er, sich eine Maske zu formen, die sein wahres Selbst verbergen soll. Mehr noch: Er will sie sich als neue Identität aufzwingen. Das Mädchen Sonoko und die Heirat mit ihr soll alle, einschließlich ihn selbst, hinters Licht führen.
Yukio Mishimas autobiografischer Roman thematisiert offen, was es bedeutet, nicht dazuzugehören und sich Zwängen zu unterwerfen, die einen zerreißen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
224
Price
22.70 €

Author Description

YUKIO MISHIMA wurde 1925 in Tokio geboren und war Autor zahlreicher Romane, Dramen, Kurzgeschichten, Essays und Gedichte. Nobelpreisträger Yasunari Kawabata war sein Mentor. Sein Werk überschreitet bis heute inhaltliche und stilistische Grenzen und macht ihn zu einem der wichtigsten japanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Als politisch umstrittene Persönlichkeit beging Mishima 1970, nach einem gescheiterten Aufruf zur Wiedereinsetzung des japanischen Kaisers, rituellen Selbstmord.

Posts

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All
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Voller Poesie, schwermütig, leidend und niemals selbstmitleidig.

Yukio Mishima: Bekenntnisse einer Maske Protagonist Kochan kommt im erzkonservativen Japan im Jahr 1925 zur Welt. Seine Entwicklung, Vorlieben und Wünsche unterscheiden sich komplett denen seiner Altersgenossen. Homosexuelle Wünsche die er nicht ausleben kann und darf, dazu eine Faszination für Gewalt und Blut die er in Tagträumen durchlebt - all das schützt er mit einer unsichtbaren Maske die Kochan sich im bürgerlichen Leben aufsetzt. Doch immer mehr wird ihm seine selbst gewählte Maskerade zur Last. Als er zum Krieg eingezogen wird wünscht er sich nichts mehr als dass ihn der Feind doch endlich von seinem Leid erlösen und ihm einen Tod an der Front bescheren möge. Als er die junge Sonoko kennenlernt versucht er ein weiteres Mal seine Maske zum Leben zu erwecken und entwickelt tatsächlich so etwas wie eine Art Zuneigung, gar Liebe zu der jungen Frau. Diese etwas groteske Art der Beziehung kommt jedoch ohne jeglichen körperlichen Kontakt aus. Denn Kochan ist nicht im Stande Begehren gegenüber Frauen zu entwickeln. So sehr er es auch versucht, der weibliche Körper setzt in ihm keinerlei Lust frei. Und so weiß er, dass hinter seiner Maske ganz andere Bedürfnisse und Begierden warten. Aber diese Maske ist er nun scheinbar nicht mehr im Stande abzunehmen. --- Yukio Mishimas Sprache ist direkt, niemals von Selbstmitleid geprägt und voller Poesie. Der Autor der im Jahr 1970 nach einem gescheiterten Putschversuch öffentlich rituellen Suizid in Form von Seppuku beging, diente u.a. als Inspiration für viele Musiker. So auch natürlich im Neofolk. Douglas Pearce der mit seinem Projekt Death in June zu den Mitbegründern des Neofolk gilt, verwendete Motive und Textzeilen von Mishima als Inspiration für sein Album "The Wörld Thät Sümmer". So handelt dieses Werk, ähnlich wie die Texte von Mishima von der Zerstörung des Schönen und der Todessehnsucht welche in seinen Werken Bestandteil der Lust ist. So hört man beispielsweise im Song "Death of a Man" die Hymne der "Schildwache", Yukio Mishimas Privatarmee die er seinerzeit für seinen Putschversuch einsetzte.

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Ein mitreissendes Meisterwerk. In dieser autobiographisch angelegten Geschichte schildert Mishima in schlichten teils poetischen teils brutalen Sätzen die Kinder- und Jugendjahre von Kochan. Hauptthema ist die Entdeckung seiner Homosexualität und sein Ringen mit ihr, wobei er zwischen Akzeptanz/Stolz und Verdammung/Selbstverachtung schwankt. Dieser Seiltanz sowie das soziale Tabu der Homosexualität bewegen Kochan dazu, sich in eine heterosexuelle Beziehung zu stürzen. Denn nur mit seiner sozialen Maske ist er gesellschaftstauglich. Neben der präzisen Sprache besticht die Geschichte durch die scharfsinnige Selbstanalyse des Erzählers sowie dessen Hang zur exzessiven Gewalt. Vor dem Hintergrund des 2. Weltkriegs und Mishimas eigenem rituellen Selbstmord (seppuku) gewinnen diese Aspekte an grauenhafter Tragik. Mehr zum Buch in meiner Video-Rezension: https://youtu.be/tM6Y9eb1B08

4

Ein sehr bedrückendes Zeugnis eines in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg in Japan aufwachsenden jungen Mannes, der sich, aufgrund seiner als Perversion wahrgenommenen sexuellen Orientierung, gezwungen sieht, sein wahres Ich hinter einer sorgfältig konstruierten Maske zu verbergen.

3

Interessanter Einblick in die japanische Gesellschaft (v.a. die Jugend) in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Apokalyptik und Todessehnsucht durch die Augen eines jungen schwulen Mannes. Ich bin sicher, sprachlich geht in der Übersetzung einiges verloren - der Wiederholungsdrang der Maskerade ließ mich allerdings stellenweise nur matt zurück.

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