Beim Lösen der Knoten

Beim Lösen der Knoten

Hardback
4.32

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Narrative einer Krankheit Im Sommer 2008 wurde bei Simon Sahner fälschlicherweise die Diagnose Knochenkrebs gestellt, dabei handelte es sich eigentlich nur um eine harmlose Erkrankung am Knie. Unerwartet entwickelte sich jedoch innerhalb von neun Jahren tatsächlich ein bösartiger Tumor an dieser Stelle, der mit Chemotherapien und einer Operation behandelt werden musste. Der Autor erlebte die Krankheit als etwas, das von Geschichten umgeben ist, von Mythen und Bildern, die sein Erleben dieser Zeit stark beeinflusst haben. In "Beim Lösen der Knoten" geht Simon Sahner dem eigenen Erleben auf den Grund - der Unsicherheit vor der Diagnose, dem Schock, den die Krankheit auslöst, den Monaten der Therapie und dem Leben danach. Seine individuellen Erfahrungen verknüpft er dabei mit anderen autobiografischen und fiktionalen sowie dokumentarischen Erzählungen über Krebs.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
234
Price
24.70 €

Author Description

Simon Sahner, 1989 in Heidelberg geboren, ist freier Autor, Literaturwissenschaftler, und leitender Redakteur beim feuilletonistischen Online-Magazin "54books". Außerdem schreibt und spricht er als Literaturexperte und Kritiker u.a. bei DLF Kultur, ZeitOnline und Die Presse. Er lebt in Freiburg im Breisgau. simon-sahner.de

Posts

1
All
5

Eine kluge Mischung aus autobiographischer Erzählung und kulturwissenschaftlichem Essay, in dessen Mittelpunkt Sahners überstandene Krebserkrankung steht. Wie beeinflussen (pop)kulturelle Narrative der Erkrankung das Erleben der eigenen Erkrankung? Sind sie hinderlich? Erweisen sie sich, einmal auf dem Prüfstand realer Erfahrung, als fadenscheinig? Kann man das überhaupt allgemeingültig beantworten? Sahner analysiert dafür Krankheitsberichte und -erzählungen genauso wie Filme und populäre Topoi rund um lebensverändernde Krankheiten im Allgemeinen und Krebs im Besonderen. Dabei geht es nicht nur darum, die vorherrschenden Erzählungen als solche zu identifizieren, sondern auch darum, ihre Funktion zu entschlüsseln. Oder ihre Gefahren zu zu erkennen. Kulturell eingeschriebene Erzählungen über Krebs erzeugen Erwartungen, nicht nur im erkrankten Menschen, sondern auch in dessen Umfeld. Erwartungen an einen bestimmten Umgang, Erwartungen an den Ablauf der Behandlung, Erwartungen an die Deutung des Erlebten. Im Vorhinein bestehende Narrative sorgen für eine Veränderung sozialer Dynamiken, für neue Rollen, die ausgefüllt werden müssen – von den Erkrankten, aber auch von den Gesunden, die ihm nahestehen. Ich habe diesen Bericht, diese vielseitige Auseinandersetzung mit dem eigenen Erleben vor dem Hintergrund kultureller Schablonen sehr gern gelesen. Lange Rede, kurzer Sinn: sehr lohnenswerte Lektüre!

Create Post