Aufsteiger
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Description
Von einem Mann, der alles zu verlieren hat und einer Frau, die nur gewinnen kann ...
»Aufsteiger« ist eine klug beobachtete Geschichte über Ambition, Verblendung und Leute von Gestern, die verzweifelt versuchen, weiterhin oben zu schwimmen.
Felix Licht hat alles für die Karriere geopfert: Seine besten Jahre, lebenslange Freundschaften, die Zeit mit Frau und Kind. Jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt, die Berufung zum Chefredakteur des wichtigsten Magazins des Landes. Doch dann eröffnet ihm Verleger Christian Berg, einst Modezar der neurechten Szene, jetzt geläutert und selbsternannter Retter der Pressefreiheit, dass nicht Licht den Job bekommt, sondern Zoe Rauch. Ausgerechnet Zoe – jung, schön, woke. Die Frau, an die Felix seit zwölf Jahren immerzu denken muss.
Sein Leben zerbricht – und reißt alle um ihn herum in einen Mahlstrom aus gekränkten Eitelkeiten, brüchigen Lebenslügen, opportunistischer Lust an immer absurderen Fake News und Gutmenschen, die bereit sind, über Leichen zu gehen.
Er ist von Gestern, sie weiß, was Heute zählt. Und keiner ahnt, wer morgen das Sagen hat – hintergründige und intelligente Gegenwartsliteratur für die Leser*innen von Juli Zeh und Johanna Adorján
Ein pointierter Gesellschaftsroman für alle, die sich Gedanken über aktuelle Gesellschaftsphänomene und die eigenen Privilegien machen, ohne sich und andere dabei selbst zu wichtig zu nehmen.
»Ach, Evolution! Immer ein Drama, im Einzelfall aber – wie in diesem subtil-abgründigen Buch von Peter Huth – vor allem ein großes Vergnügen.« Benjamin von Stuckrad-Barre
»[…] als hätte Juli Zeh mit ›Unterleuten‹ im Hinterkopf das Drehbuch für einen ›Tatort‹ geschrieben.« Der SPIEGEL über Peter Huths ersten Roman bei Droemer »Der Honigmann«.
Book Information
Author Description
Peter Huth wuchs in Kleve auf und arbeitete nach dem Mauerfall zunächst in Halle an der Saale als Journalist. Weitere Stationen waren Köln, Hamburg, Warschau und Berlin. 2003 erschien sein erstes Buch, Infarkt, ein Jahr später erhielt Huth den Hamburger Förderpreis für Literatur. Heute arbeitet er als Unternehmenssprecher bei Axel Springer und als Autor. Bei Droemer sind die Romane »Der Honigmann« und »Aufsteiger« erschienen. Peter Huth lebt mit seiner Familie in Berlin.
Posts
Felix ist Journalist bei einem konservativen Magazin und sicher, den Posten des Chefredakteurs zu bekommen, doch dann bekommt die junge Zoe den Job. Sie war einst Praktikantin bei Felix, vertritt linke Werte und soll dem Magazin eine neue Ausrichtung geben. Eine schwierige Situation, denn Felix und Zoe haben großen Respekt voreinander und konnten die gemeinsame Zeit nie vergessen. Ohne verkopft zu sein und bei den vielen Themen sehr ins Detail zu gehen (Klimaaktivismus, Gender, Rassismus, Medien...), zeigt Peter Huth die Komplexität unserer Gesellschaft auf und dass nichts nur einseitig ist. Ich mochte Zoe als Charakter sehr und ich mochte sie in Kombination mit Felix' Charakter. Für mich ist es ein sehr versöhnliches Buch, dem ich viele nachdenkliche Leser*innen wünsche.
Aufstiege und Abstürze als spannende Gesellschaftskritik
Als Felix Licht den Chefredakteursposten eines der wichtigsten deutschen Magazine dicht vor Augen hat, vergibt der exzentrische Verleger Christian Berg die Stelle ausgerechnet an die woke Zoe Rauch, ehemals Praktikantin bei Licht, die für diesen aus mehreren Gründen unvergessen ist. Mehr möchte ich nicht verraten, denn durch die Verstrickung der Protagonisten in persönlich und moralisch fragwürdige Situationen, reißen sie sich nach und nach tiefer in Abgründe. Peter Huth hat brandaktuelle politische und gesellschaftliche Themen aufgegriffen und zu einem spannenden, durch unvermutete Wendungen teils atemlos machenden Roman verarbeitet. In einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, fundierten Journalismus mit eingehender Recherchearbeit zu unterscheiden von aufwiegelnden Fake News mit nur ausschnittweise präsentierten Wahrheiten, die Karriere oder Selbstdarstellung dienen, folgen selbst „Gutmenschen“ ihren Verblendungen und handeln am eigentlichen Thema vorbei. Ein sehr gelungener gesellschaftskritischer manchmal satirisch anmutender Roman, der noch länger zum Nachdenken anregt. Ich kann die Lektüre sehr empfehlen!
Intelligenter Liebesrachekrimi Viele Themen werden hier angeschnitten, der alte weiße Mann wird karrieremäßig von einer hippen Frau überholt, gleichzeitig der Versuch von Greenwashing neureicher Nazi-Gewinnler um in geschlossene Zirkel einflussreicher Gattinen zu kommen, dann mischen rechte Influenzer, die nichts anderes als Aufmerksamkeit generieren wollen, mit und daneben kochen noch viele weitere brisante Fragen hoch. Klingt überfrachtet, ist es aber nicht, sondern ziemlich spannend zu lesen. Leseempfehlung
Macht neugierig auf die anderen Bücher des Autors!
Geschichte fing fesselnd an. Interessante Einblicke in Verlag, Podcast, Nachrichten usw. Ungefähr in der Mitte hatte ich den Eindruck, als würde sich alles wiederholen und ich wollte schon abbrechen. Die interessanten Einblicke verwandelten sich in etwas, das man eigentlich gar nicht wissen möchte. Zum Glück habe ich nicht abgebrochen, ca. Das letzte Drittel entwickelte sich in eine völlig andere Richtung, da hatte ich partout nicht mit gerechnet. Und diese Entwicklung lässt mich sehr nachdenklich zurück.
Zeitgemäßer Gesellschaftsroman
Felix Licht hat nur einen Traum - nach jahrelanger harter Arbeit möchte er endlich den Posten des Chefredakteurs antreten. Doch dann, kurz vor dem langersehnten Höhepunkt seiner Karriere kommt alles anders, die Wahl für den Posten fällt auf eine Frau. Eine ganz besondere Frau. Bis auf die Grundmauern erschüttert, sind nicht nur seine besten Jahre seiner Karriere zum Opfer gefallen, sondern ebenso seine Ehe und echte Freundschaften. Mit „Aufsteiger“ ist Peter Huth eine sehr pointierte und vielumfassende Gesellschaftskritik in unterhaltsamer Romanform gelungen. Einmal mehr führt er uns, unsere skrupellose Welt vor Augen, wobei er sich hauptsächlich auf das Medien - und Verlagswesen bezieht. Dabei greift er u.a. Themen wie Feminismus, Cancel Culture, Transsexualität, Rechts - Links Positionen, Klimakleber, Diskriminierung auf, was für meinen Geschmack etwas viel auf einmal war. Sein Schreibstil ist vielgestaltig, ironisch und lebendig, wobei die von ihm gezeichneten Akteure eher klischeebehaftet dargestellt sind und mir nicht ans Herz wachsen konnten. In Sachen Spannung beinhaltet die Story interessante Plot-Twists und hält sich eigentlich durchweg konstant, wobei sich die Ereignisse zum Ende hin dann extrem überschlagen und mir etwas zu dramatisch und überspitzt waren. Fazit: Alles in Allem ein empfehlenswerter, unterhaltsamer und zudem absolut zeitgemäßer Gesellschaftsroman, der mich zwar nicht vollends packen konnte, jedoch einen interessanten Einblick in die Verlags- und Medienbranche verleiht, zum Nachdenken anregt und Fragen aufwirft.
Aufsteiger - viel Mehr als ein Karriereroman Dieses Buch hat mich mehrfach überrascht – und zwar auf eine Weise, die ich nicht erwartet hätte. Der Klappentext lässt zunächst einen typischen Karriereroman vermuten, doch Aufsteiger ist so viel mehr und vor allem so viel besser, als er ankündigt. Ich bin sehr froh, es gelesen zu haben. Im Mittelpunkt steht Felix Licht, der nach Jahren harter Arbeit die Krönung seiner Laufbahn erwartet: die Ernennung zum Chefredakteur. Doch an dem Tag, an dem er fest mit dieser Position rechnet, wird nicht er, sondern Zoe Rauch ernannt – jene Frau, die einst als Praktikantin bei ihm angefangen hat. Man könnte meinen, die Handlung beschränke sich nun auf gekränkte Eitelkeiten und verletzte Gefühle in einer von Konkurrenz geprägten Medienwelt. Doch Peter Huth gelingt es, sehr viel tiefer zu gehen. Die Figuren sind mit einer Intensität gezeichnet, die sie äußerst nahbar und sympathisch macht – sowohl Felix als auch Zoe, die als gleichwertige Hauptfiguren auftreten. Selbst der Verleger Berg, der auf den ersten Blick als kantige, beinahe bedrohliche Gestalt wirkt, überrascht mit einer feinfühligen, tiefgründigen Seite, die ihn zu einer vielschichtigen Persönlichkeit macht. Aufsteiger ist damit keineswegs nur eine Geschichte über Frauenquoten oder den Kampf um Führungspositionen. Es ist auch ein Roman über Liebe, Respekt und den Wandel unserer Gesellschaft. Huth gelingt ein spannendes Spannungsfeld zwischen traditionellem Journalismus und digitaler Meinungsbildung durch Influencer und soziale Medien. Gleichzeitig verwebt er aktuelle politische Themen – zum Beispiel Klimaproteste – geschickt in die Handlung. Das Buch beginnt so, wie man es nach dem Klappentext erwarten würde: Felix als ehrgeiziger Karrieremann, gefangen zwischen Job und Familie, kurz vor seinem vermeintlich sicheren Aufstieg. Doch schon bald entwickelt sich daraus eine Geschichte, die breiter und tiefer ist, voller Wendungen und kluger Beobachtungen. Auch das Cover passt wunderbar zum Inhalt. Die Farben und das Motiv haben mich sofort angesprochen – und erst im Laufe der Lektüre wurde mir klar, wie stimmig das Bild des Reihers ist. Dass dieses Motiv gewählt wurde, halte ich für eine großartige Entscheidung. Peter Huth zeigt hier sein ganzes Können: Aufsteiger ist nicht nur hervorragend erzählt, sondern auch sprachlich ein Genuss. Ein Roman, der intelligent, berührend und gleichzeitig hochaktuell ist – und der mich noch lange nach dem Zuklappen beschäftigt hat.

Medienzirkus mit Schleudergang
Karriere, Macht, Eitelkeiten – Peter Huth haut in Aufsteiger richtig auf den Putz. Diese Geschichte ist wie ein Espresso-Shot mit Pfeffer drin: scharf, wachmachend und irgendwie unangenehm ehrlich. Felix Licht, einst goldenes Kind des Journalismus, steht kurz vor dem Ziel, als man ihm die Chefredakteursstelle vor der Nase wegschnappt. Und wer kriegt sie? Natürlich Zoe Rauch – jung, brillant, wunderschön und exakt die Frau, die ihm nie aus dem Kopf ging. So nimmt das Chaos seinen Lauf. Huth zeichnet seine Figuren so scharf, dass man sich fast schneidet. Jeder will glänzen, keiner will verlieren – und am Ende verlieren sie alle ein Stück Würde. Das ist bitter, aber verdammt gut beobachtet. Der Autor weiß, wie Medienmenschen ticken, wie Eitelkeit sich tarnt und wie leicht Moral zur Pose wird. Dabei schreibt er mit einem süffisanten Witz, der oft weh tut, aber immer Spaß macht. Manchmal dreht Huth etwas zu sehr auf – ein bisschen weniger Rasanz hätte der Story gutgetan, um den Figuren noch mehr Tiefe zu geben. Aber hey, wer will schon Tiefenbohrungen, wenn die Oberfläche so schön glitzert? Aufsteiger ist ein bissiger, sarkastischer Rundumschlag über die Medienwelt, den Selbstbetrug und das bittersüße Gefühl, wenn man merkt: Das Leben ist kein Leitartikel. Kurz gesagt: ein modernes Gesellschaftsdrama, das mit Tempo, Witz und Abgrund unterhält – perfekt für alle, die ihre Satire gern mit einem Schuss Wahrheit trinken.

"Wer nichts mehr hat, dachte Felix, der kann auch nichts mehr verlieren. Großer Verlust ist maximale Freiheit." Wie schnell jemand nach einer jahrelang sorgsam aufgebauten Karriere ins Bodenlose fallen kann, skizziert Peter Huth in seinem gesellschaftskritischen Roman 'Aufsteiger'. Dabei packt er viele, vielleicht zu viele Themen ins Geschehen: Wokeness, Klima-Aktivismus, Cancel Culture, Feminismus, Genderdiskussion, politisches Rechts und Links und Rassismus. Alles soll seinen Platz finden und so wirkt es leider extrem konstruiert. Die Nähe zu real existierenden Personen ist nicht zufällig, und so zeichnet der Roman womöglich ein sehr reales Abbild unserer Zeit. Huth ist dennoch ein guter Beobachter und mitreißender journalistischer Erzähler.
Der vermeintliche Versuch weiter oben zu schwimmen
In dem Roman geht es um Felix Licht. Er hat alles, vermeintlich alles. Eine tolle Frau, eine süße, kleine Tochter und einen super Job. Er hat sich in den letzten Jahren als Journalist bei einem sehr wichtigen Magazin in Berlin hochgearbeitet. Er steht kurz vor der Übernahme der Stelle als Chefredakteur. Im Gespräch mit seinem Chef Christian Berg wird ihm aber mitgeteilt, dass die neue Chefredakteurin Zoe ist. Zoe ist Felix’ ehemalige Praktikantin. Seine Zoe. Sie haben eine gemeinsame Geschichte. Und so bricht das vermeintlich tolle und vollständige Leben von Felix auseinander und darf sich neu puzzeln… „Arroganz war immer ihr wirksamstes Schutzschild gewesen.“ Der verzweifelte Versuch weiter oben zu schwimmen. Für Felix bricht alles zusammen als er erfährt, dass er nicht der neue Chefredakteur wird. Er hat alles auf eine Karte gesetzt. Plötzlich ist er seiner Ehe überdrüssig und dreht sich um 180° in Richtung Zoe. Ich fand diesen Wandel etwas schnell, auch wenn die Beiden eine Vergangenheit haben. Das Buch entwickelt sich dann zu einer Geschichte, die ich so gar nicht erwartet hatte. Es wird vielschichtig und es gibt überraschende Wendungen. Mich hat der Roman sehr gut unterhalten. Ein bissiger Gesellschaftsroman über Lebensziele, die eigentlich keine sind, Verblendung, Ambition und die Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft. Der Autor teilt Gedanken über aktuelle Gesellschaftsphänomene und bringt auch den ein oder anderen Witz mit rein. Danke für das Buch. „Er heulte wie ein Kind um den Mann, der er nicht mehr war.“
Regt zum nachdenken an
n diesem Buch von Peter Huth werden wirklich einige an aktuellen Themen behandelt: Kampf gegen das Patriarchat, Diskriminierung, Transsexualität, Hetze im Internet. Die Klimakleber kommen darin genauso vor wie die rechte Szene. Und doch wirkt das Buch nicht überladen. Die Themen werden so gut miteinander verbunden, dass es am Ende eine runde Geschichte ist. Nichtsdestotrotz liegt dem Ganzen eine gewisse Schwere zugrunde. Die Stimmung ist meist bedrückt, die Charaktere durch ihre Probleme geprägt. Mich hat gerade die Internethetze sehr aufgewühlt, weil mich diese Menschen grundsätzlich in Rage bringen. Das Ende habe ich so nicht kommen gesehen und fand ich richtig gut. Und wie im wirklichen Leben endet nicht immer alles in einem Happy End. Ich mochte das Buch, hat es doch zum Nachdenken angeregt. Und ich fand es amüsant, dass sich mal ein alter, weißer Mann diskriminiert gefühlt hat.
Meinungsmache im Wandel
Manchmal gibt es Videos, die einen ganz klaren Sachverhalt völlig verkehrt herum darstellen. Ich schaue den Inhalt und denke mir: Das fühlt sich völlig falsch an. Beispielsweise werden Frauen oft gecatcalled, doch dann schaue ich ein Video, wie ein Mann gecatcalled wird. Es soll aufweisen, wie unnatürlich sich eine Situation anfühlt, die man jahrelang auf eine bestimmte Weise getan hat. Und genau so hat sich Peter Huths Roman für mich angefühlt. Da kommt eine schwarze Frau an die Spitze eines Verlags und der weiße Mann klagt. Er klagt wegen ungerechter Behandlung. Er klagt, weil er nur wegen seiner Hautfarbe und seines Alters nicht an die Spitze befördert wurde. Sollte darüber überhaupt debattiert werden? Ehrlich gesagt, bin ich am Ende des Buches nicht schlauer. Huth bringt Diskussionen wie "Diskriminierung" und "Transsexualität" mit klaren Worten auf den Punkt und versucht dies auch mit anderen gesellschaftskritischen Themen. Dabei fehlte mir die Aktualität des Buches, denn auch "Klimakleber", "Indianer" und "Windräder" nahmen viel Platz im Buch ein. Dies mag 2022 - in dem Jahr spielt das Buch - noch aktuell gewesen sein, aber in 2025 sind wir über die Themen weit hinaus. Huth bringt viele Meinungsmacher in sein Buch ein. Wie wir es aus dem Internet gewöhnt sind, will jeder davon seine Sichtweise durchbringen. Gerade die Feministin Zoe Rauch - neue Chefredakteurin - stößt auf sehr viel Gegenwind und scheint mit ihrer "woken" Art anzuecken. Ein ewiger Kampf. (Hallo Milram-Käse). Der Roman zeigt klug auf, welche Parteien kämpfen und wie Stimmungsmache funktioniert. Letzten Endes bin ich mir jedoch unsicher, ob Huth selbst für oder gegen Veränderung ist. Sein Roman hat mich oft zum Überdenken einiger heutiger Meinungen gebracht. Das Buch zu beenden lies mich etwas leer zurück. Ich musste erst überdenken, was die Botschaft ist. Ob ich gerade einen gewaltigen Epos oder ein standardisiertes weißes Gedankengut gelesen habe. Der Inhalt war spannend, flüssig zu lesen und ich spreche eine Empfehlung dafür aus - einfach um sich und das gesellschaftliche Denken zu reflektieren.
Erste Hälfte zäh, danach sehr gut
Felix ist sich absolut sicher, dass er den vakanten Posten als Chefredakteur bekommt. Seit Jahren arbeitet er darauf hin. Aber dann kommt es anders. Die Stelle bekommt Zoe, eine junge Frau, die früher schon einmal für die Zeitung tätig war und zu der Felix eine besondere Verbindung hat. Nach dieser Enttäuschung stellt Felix alles in Frage und dann kommt es auch noch zu einem großen Streit mit seiner Frau. Die erste Hälfte des Buches konnte mich nicht begeistern. Obwohl flüssig geschrieben, zog sich die Geschichte hin und Felix nervte mich mit seiner Wehleidigkeit. Doch dann wurde es deutlich besser. Der Charakter Felix wurde mir zunehmend sympathischer und die Geschichte entwickelte sich, bis hin zu einem gelungenen Ende. Von mir gibt es wegen der zähen ersten Hälfte 3,5 Sterne. Das Cover passt hervorragend zu dem Buch und gefällt mir ausgesprochen gut.
Abgebrochen - undurchsichtige Message
Ich würde hier eigentlich auf eine Sternebewertung verzichten, denn ich breche das Buch nicht ab, weil es schlecht geschrieben ist. Natürlich kann der Autor schreiben - er hat es jahrelang getan. Und zwar für Axel Springer. Hier liegt auch mein Knackpunkt, denn als Teil dieser Verlagsgruppe versteht er es aufs Genauste, einen gewissen Vibe anklingen zu lassen, der hinterrücks ganz anders gemeint ist. Und da mir nach und nach beim Lesen Zweifel kamen, wie ernsthaft hier feministisch-aktivistische Themen besprochen werden oder ob hier nur ein weiterer weißer Mann sein Ego streichelt (genau wie der Protagonist Felix Licht), möchte ich eigentlich nicht weiter eintauchen in den undurchdringlichen Rhetoriksumpf. Der ist, zugegeben, von einer gut geschriebenen Geschichte umwoben. Niveau ungefähr ARD-Abendfilm. Kein Banger, aber läuft gut nebenbei. Das Lektorat hätte besser sein können. Manchmal wird ein Karl plötzlich zu einem Kurt und ein Herr Sender zu einem Herrn Sander. Tippfehler waren auch an Bord. Die politischen Themen, die im Kontext eines wichtigen Magazins alá Stern angesprochen werden, polarisieren natürlich krass und ich will nicht behaupten, dass im Buch nicht die gesellschaftliche Wahrheit gezeigt wird. Ich arbeite selbst in der Branche, das ist alles nicht weit hergeholt. Aber wie es gezeigt wird, welche Schlüsse daraus gezogen werden, wie die Charaktere damit umgehen, war zuweilen einfach cringe. Selbst die ach-so-"woke" Zoe wirkt oft heuchlerisch, und ist das nicht das Narrativ, das man intersektionalen Feminist*innen gern anhängen will? Unter dem Deckmantel der "bösen" bzw "ewig gestrigen" Charaktere werden N- und I-Wort reproduziert - aber klar, ist ja realistisch, wenn es um eben diese Debatte geht, oder? Zur Mitte hin habe ich bei jeder progressive Sichtweise das joviale, ironische Zwinkern des Autors vor meinem inneren Auge gesehen. Mag sein, dass ich hier biased bin, weil ich so 'ne woke Feministin bin, aber es gibt definitiv bessere Geschichten, wenn man sich dieser Konflikte wirklich progressiv annähern will.
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Von einem Mann, der alles zu verlieren hat und einer Frau, die nur gewinnen kann ...
»Aufsteiger« ist eine klug beobachtete Geschichte über Ambition, Verblendung und Leute von Gestern, die verzweifelt versuchen, weiterhin oben zu schwimmen.
Felix Licht hat alles für die Karriere geopfert: Seine besten Jahre, lebenslange Freundschaften, die Zeit mit Frau und Kind. Jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt, die Berufung zum Chefredakteur des wichtigsten Magazins des Landes. Doch dann eröffnet ihm Verleger Christian Berg, einst Modezar der neurechten Szene, jetzt geläutert und selbsternannter Retter der Pressefreiheit, dass nicht Licht den Job bekommt, sondern Zoe Rauch. Ausgerechnet Zoe – jung, schön, woke. Die Frau, an die Felix seit zwölf Jahren immerzu denken muss.
Sein Leben zerbricht – und reißt alle um ihn herum in einen Mahlstrom aus gekränkten Eitelkeiten, brüchigen Lebenslügen, opportunistischer Lust an immer absurderen Fake News und Gutmenschen, die bereit sind, über Leichen zu gehen.
Er ist von Gestern, sie weiß, was Heute zählt. Und keiner ahnt, wer morgen das Sagen hat – hintergründige und intelligente Gegenwartsliteratur für die Leser*innen von Juli Zeh und Johanna Adorján
Ein pointierter Gesellschaftsroman für alle, die sich Gedanken über aktuelle Gesellschaftsphänomene und die eigenen Privilegien machen, ohne sich und andere dabei selbst zu wichtig zu nehmen.
»Ach, Evolution! Immer ein Drama, im Einzelfall aber – wie in diesem subtil-abgründigen Buch von Peter Huth – vor allem ein großes Vergnügen.« Benjamin von Stuckrad-Barre
»[…] als hätte Juli Zeh mit ›Unterleuten‹ im Hinterkopf das Drehbuch für einen ›Tatort‹ geschrieben.« Der SPIEGEL über Peter Huths ersten Roman bei Droemer »Der Honigmann«.
Book Information
Author Description
Peter Huth wuchs in Kleve auf und arbeitete nach dem Mauerfall zunächst in Halle an der Saale als Journalist. Weitere Stationen waren Köln, Hamburg, Warschau und Berlin. 2003 erschien sein erstes Buch, Infarkt, ein Jahr später erhielt Huth den Hamburger Förderpreis für Literatur. Heute arbeitet er als Unternehmenssprecher bei Axel Springer und als Autor. Bei Droemer sind die Romane »Der Honigmann« und »Aufsteiger« erschienen. Peter Huth lebt mit seiner Familie in Berlin.
Posts
Felix ist Journalist bei einem konservativen Magazin und sicher, den Posten des Chefredakteurs zu bekommen, doch dann bekommt die junge Zoe den Job. Sie war einst Praktikantin bei Felix, vertritt linke Werte und soll dem Magazin eine neue Ausrichtung geben. Eine schwierige Situation, denn Felix und Zoe haben großen Respekt voreinander und konnten die gemeinsame Zeit nie vergessen. Ohne verkopft zu sein und bei den vielen Themen sehr ins Detail zu gehen (Klimaaktivismus, Gender, Rassismus, Medien...), zeigt Peter Huth die Komplexität unserer Gesellschaft auf und dass nichts nur einseitig ist. Ich mochte Zoe als Charakter sehr und ich mochte sie in Kombination mit Felix' Charakter. Für mich ist es ein sehr versöhnliches Buch, dem ich viele nachdenkliche Leser*innen wünsche.
Aufstiege und Abstürze als spannende Gesellschaftskritik
Als Felix Licht den Chefredakteursposten eines der wichtigsten deutschen Magazine dicht vor Augen hat, vergibt der exzentrische Verleger Christian Berg die Stelle ausgerechnet an die woke Zoe Rauch, ehemals Praktikantin bei Licht, die für diesen aus mehreren Gründen unvergessen ist. Mehr möchte ich nicht verraten, denn durch die Verstrickung der Protagonisten in persönlich und moralisch fragwürdige Situationen, reißen sie sich nach und nach tiefer in Abgründe. Peter Huth hat brandaktuelle politische und gesellschaftliche Themen aufgegriffen und zu einem spannenden, durch unvermutete Wendungen teils atemlos machenden Roman verarbeitet. In einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, fundierten Journalismus mit eingehender Recherchearbeit zu unterscheiden von aufwiegelnden Fake News mit nur ausschnittweise präsentierten Wahrheiten, die Karriere oder Selbstdarstellung dienen, folgen selbst „Gutmenschen“ ihren Verblendungen und handeln am eigentlichen Thema vorbei. Ein sehr gelungener gesellschaftskritischer manchmal satirisch anmutender Roman, der noch länger zum Nachdenken anregt. Ich kann die Lektüre sehr empfehlen!
Intelligenter Liebesrachekrimi Viele Themen werden hier angeschnitten, der alte weiße Mann wird karrieremäßig von einer hippen Frau überholt, gleichzeitig der Versuch von Greenwashing neureicher Nazi-Gewinnler um in geschlossene Zirkel einflussreicher Gattinen zu kommen, dann mischen rechte Influenzer, die nichts anderes als Aufmerksamkeit generieren wollen, mit und daneben kochen noch viele weitere brisante Fragen hoch. Klingt überfrachtet, ist es aber nicht, sondern ziemlich spannend zu lesen. Leseempfehlung
Macht neugierig auf die anderen Bücher des Autors!
Geschichte fing fesselnd an. Interessante Einblicke in Verlag, Podcast, Nachrichten usw. Ungefähr in der Mitte hatte ich den Eindruck, als würde sich alles wiederholen und ich wollte schon abbrechen. Die interessanten Einblicke verwandelten sich in etwas, das man eigentlich gar nicht wissen möchte. Zum Glück habe ich nicht abgebrochen, ca. Das letzte Drittel entwickelte sich in eine völlig andere Richtung, da hatte ich partout nicht mit gerechnet. Und diese Entwicklung lässt mich sehr nachdenklich zurück.
Zeitgemäßer Gesellschaftsroman
Felix Licht hat nur einen Traum - nach jahrelanger harter Arbeit möchte er endlich den Posten des Chefredakteurs antreten. Doch dann, kurz vor dem langersehnten Höhepunkt seiner Karriere kommt alles anders, die Wahl für den Posten fällt auf eine Frau. Eine ganz besondere Frau. Bis auf die Grundmauern erschüttert, sind nicht nur seine besten Jahre seiner Karriere zum Opfer gefallen, sondern ebenso seine Ehe und echte Freundschaften. Mit „Aufsteiger“ ist Peter Huth eine sehr pointierte und vielumfassende Gesellschaftskritik in unterhaltsamer Romanform gelungen. Einmal mehr führt er uns, unsere skrupellose Welt vor Augen, wobei er sich hauptsächlich auf das Medien - und Verlagswesen bezieht. Dabei greift er u.a. Themen wie Feminismus, Cancel Culture, Transsexualität, Rechts - Links Positionen, Klimakleber, Diskriminierung auf, was für meinen Geschmack etwas viel auf einmal war. Sein Schreibstil ist vielgestaltig, ironisch und lebendig, wobei die von ihm gezeichneten Akteure eher klischeebehaftet dargestellt sind und mir nicht ans Herz wachsen konnten. In Sachen Spannung beinhaltet die Story interessante Plot-Twists und hält sich eigentlich durchweg konstant, wobei sich die Ereignisse zum Ende hin dann extrem überschlagen und mir etwas zu dramatisch und überspitzt waren. Fazit: Alles in Allem ein empfehlenswerter, unterhaltsamer und zudem absolut zeitgemäßer Gesellschaftsroman, der mich zwar nicht vollends packen konnte, jedoch einen interessanten Einblick in die Verlags- und Medienbranche verleiht, zum Nachdenken anregt und Fragen aufwirft.
Aufsteiger - viel Mehr als ein Karriereroman Dieses Buch hat mich mehrfach überrascht – und zwar auf eine Weise, die ich nicht erwartet hätte. Der Klappentext lässt zunächst einen typischen Karriereroman vermuten, doch Aufsteiger ist so viel mehr und vor allem so viel besser, als er ankündigt. Ich bin sehr froh, es gelesen zu haben. Im Mittelpunkt steht Felix Licht, der nach Jahren harter Arbeit die Krönung seiner Laufbahn erwartet: die Ernennung zum Chefredakteur. Doch an dem Tag, an dem er fest mit dieser Position rechnet, wird nicht er, sondern Zoe Rauch ernannt – jene Frau, die einst als Praktikantin bei ihm angefangen hat. Man könnte meinen, die Handlung beschränke sich nun auf gekränkte Eitelkeiten und verletzte Gefühle in einer von Konkurrenz geprägten Medienwelt. Doch Peter Huth gelingt es, sehr viel tiefer zu gehen. Die Figuren sind mit einer Intensität gezeichnet, die sie äußerst nahbar und sympathisch macht – sowohl Felix als auch Zoe, die als gleichwertige Hauptfiguren auftreten. Selbst der Verleger Berg, der auf den ersten Blick als kantige, beinahe bedrohliche Gestalt wirkt, überrascht mit einer feinfühligen, tiefgründigen Seite, die ihn zu einer vielschichtigen Persönlichkeit macht. Aufsteiger ist damit keineswegs nur eine Geschichte über Frauenquoten oder den Kampf um Führungspositionen. Es ist auch ein Roman über Liebe, Respekt und den Wandel unserer Gesellschaft. Huth gelingt ein spannendes Spannungsfeld zwischen traditionellem Journalismus und digitaler Meinungsbildung durch Influencer und soziale Medien. Gleichzeitig verwebt er aktuelle politische Themen – zum Beispiel Klimaproteste – geschickt in die Handlung. Das Buch beginnt so, wie man es nach dem Klappentext erwarten würde: Felix als ehrgeiziger Karrieremann, gefangen zwischen Job und Familie, kurz vor seinem vermeintlich sicheren Aufstieg. Doch schon bald entwickelt sich daraus eine Geschichte, die breiter und tiefer ist, voller Wendungen und kluger Beobachtungen. Auch das Cover passt wunderbar zum Inhalt. Die Farben und das Motiv haben mich sofort angesprochen – und erst im Laufe der Lektüre wurde mir klar, wie stimmig das Bild des Reihers ist. Dass dieses Motiv gewählt wurde, halte ich für eine großartige Entscheidung. Peter Huth zeigt hier sein ganzes Können: Aufsteiger ist nicht nur hervorragend erzählt, sondern auch sprachlich ein Genuss. Ein Roman, der intelligent, berührend und gleichzeitig hochaktuell ist – und der mich noch lange nach dem Zuklappen beschäftigt hat.

Medienzirkus mit Schleudergang
Karriere, Macht, Eitelkeiten – Peter Huth haut in Aufsteiger richtig auf den Putz. Diese Geschichte ist wie ein Espresso-Shot mit Pfeffer drin: scharf, wachmachend und irgendwie unangenehm ehrlich. Felix Licht, einst goldenes Kind des Journalismus, steht kurz vor dem Ziel, als man ihm die Chefredakteursstelle vor der Nase wegschnappt. Und wer kriegt sie? Natürlich Zoe Rauch – jung, brillant, wunderschön und exakt die Frau, die ihm nie aus dem Kopf ging. So nimmt das Chaos seinen Lauf. Huth zeichnet seine Figuren so scharf, dass man sich fast schneidet. Jeder will glänzen, keiner will verlieren – und am Ende verlieren sie alle ein Stück Würde. Das ist bitter, aber verdammt gut beobachtet. Der Autor weiß, wie Medienmenschen ticken, wie Eitelkeit sich tarnt und wie leicht Moral zur Pose wird. Dabei schreibt er mit einem süffisanten Witz, der oft weh tut, aber immer Spaß macht. Manchmal dreht Huth etwas zu sehr auf – ein bisschen weniger Rasanz hätte der Story gutgetan, um den Figuren noch mehr Tiefe zu geben. Aber hey, wer will schon Tiefenbohrungen, wenn die Oberfläche so schön glitzert? Aufsteiger ist ein bissiger, sarkastischer Rundumschlag über die Medienwelt, den Selbstbetrug und das bittersüße Gefühl, wenn man merkt: Das Leben ist kein Leitartikel. Kurz gesagt: ein modernes Gesellschaftsdrama, das mit Tempo, Witz und Abgrund unterhält – perfekt für alle, die ihre Satire gern mit einem Schuss Wahrheit trinken.

"Wer nichts mehr hat, dachte Felix, der kann auch nichts mehr verlieren. Großer Verlust ist maximale Freiheit." Wie schnell jemand nach einer jahrelang sorgsam aufgebauten Karriere ins Bodenlose fallen kann, skizziert Peter Huth in seinem gesellschaftskritischen Roman 'Aufsteiger'. Dabei packt er viele, vielleicht zu viele Themen ins Geschehen: Wokeness, Klima-Aktivismus, Cancel Culture, Feminismus, Genderdiskussion, politisches Rechts und Links und Rassismus. Alles soll seinen Platz finden und so wirkt es leider extrem konstruiert. Die Nähe zu real existierenden Personen ist nicht zufällig, und so zeichnet der Roman womöglich ein sehr reales Abbild unserer Zeit. Huth ist dennoch ein guter Beobachter und mitreißender journalistischer Erzähler.
Der vermeintliche Versuch weiter oben zu schwimmen
In dem Roman geht es um Felix Licht. Er hat alles, vermeintlich alles. Eine tolle Frau, eine süße, kleine Tochter und einen super Job. Er hat sich in den letzten Jahren als Journalist bei einem sehr wichtigen Magazin in Berlin hochgearbeitet. Er steht kurz vor der Übernahme der Stelle als Chefredakteur. Im Gespräch mit seinem Chef Christian Berg wird ihm aber mitgeteilt, dass die neue Chefredakteurin Zoe ist. Zoe ist Felix’ ehemalige Praktikantin. Seine Zoe. Sie haben eine gemeinsame Geschichte. Und so bricht das vermeintlich tolle und vollständige Leben von Felix auseinander und darf sich neu puzzeln… „Arroganz war immer ihr wirksamstes Schutzschild gewesen.“ Der verzweifelte Versuch weiter oben zu schwimmen. Für Felix bricht alles zusammen als er erfährt, dass er nicht der neue Chefredakteur wird. Er hat alles auf eine Karte gesetzt. Plötzlich ist er seiner Ehe überdrüssig und dreht sich um 180° in Richtung Zoe. Ich fand diesen Wandel etwas schnell, auch wenn die Beiden eine Vergangenheit haben. Das Buch entwickelt sich dann zu einer Geschichte, die ich so gar nicht erwartet hatte. Es wird vielschichtig und es gibt überraschende Wendungen. Mich hat der Roman sehr gut unterhalten. Ein bissiger Gesellschaftsroman über Lebensziele, die eigentlich keine sind, Verblendung, Ambition und die Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft. Der Autor teilt Gedanken über aktuelle Gesellschaftsphänomene und bringt auch den ein oder anderen Witz mit rein. Danke für das Buch. „Er heulte wie ein Kind um den Mann, der er nicht mehr war.“
Regt zum nachdenken an
n diesem Buch von Peter Huth werden wirklich einige an aktuellen Themen behandelt: Kampf gegen das Patriarchat, Diskriminierung, Transsexualität, Hetze im Internet. Die Klimakleber kommen darin genauso vor wie die rechte Szene. Und doch wirkt das Buch nicht überladen. Die Themen werden so gut miteinander verbunden, dass es am Ende eine runde Geschichte ist. Nichtsdestotrotz liegt dem Ganzen eine gewisse Schwere zugrunde. Die Stimmung ist meist bedrückt, die Charaktere durch ihre Probleme geprägt. Mich hat gerade die Internethetze sehr aufgewühlt, weil mich diese Menschen grundsätzlich in Rage bringen. Das Ende habe ich so nicht kommen gesehen und fand ich richtig gut. Und wie im wirklichen Leben endet nicht immer alles in einem Happy End. Ich mochte das Buch, hat es doch zum Nachdenken angeregt. Und ich fand es amüsant, dass sich mal ein alter, weißer Mann diskriminiert gefühlt hat.
Meinungsmache im Wandel
Manchmal gibt es Videos, die einen ganz klaren Sachverhalt völlig verkehrt herum darstellen. Ich schaue den Inhalt und denke mir: Das fühlt sich völlig falsch an. Beispielsweise werden Frauen oft gecatcalled, doch dann schaue ich ein Video, wie ein Mann gecatcalled wird. Es soll aufweisen, wie unnatürlich sich eine Situation anfühlt, die man jahrelang auf eine bestimmte Weise getan hat. Und genau so hat sich Peter Huths Roman für mich angefühlt. Da kommt eine schwarze Frau an die Spitze eines Verlags und der weiße Mann klagt. Er klagt wegen ungerechter Behandlung. Er klagt, weil er nur wegen seiner Hautfarbe und seines Alters nicht an die Spitze befördert wurde. Sollte darüber überhaupt debattiert werden? Ehrlich gesagt, bin ich am Ende des Buches nicht schlauer. Huth bringt Diskussionen wie "Diskriminierung" und "Transsexualität" mit klaren Worten auf den Punkt und versucht dies auch mit anderen gesellschaftskritischen Themen. Dabei fehlte mir die Aktualität des Buches, denn auch "Klimakleber", "Indianer" und "Windräder" nahmen viel Platz im Buch ein. Dies mag 2022 - in dem Jahr spielt das Buch - noch aktuell gewesen sein, aber in 2025 sind wir über die Themen weit hinaus. Huth bringt viele Meinungsmacher in sein Buch ein. Wie wir es aus dem Internet gewöhnt sind, will jeder davon seine Sichtweise durchbringen. Gerade die Feministin Zoe Rauch - neue Chefredakteurin - stößt auf sehr viel Gegenwind und scheint mit ihrer "woken" Art anzuecken. Ein ewiger Kampf. (Hallo Milram-Käse). Der Roman zeigt klug auf, welche Parteien kämpfen und wie Stimmungsmache funktioniert. Letzten Endes bin ich mir jedoch unsicher, ob Huth selbst für oder gegen Veränderung ist. Sein Roman hat mich oft zum Überdenken einiger heutiger Meinungen gebracht. Das Buch zu beenden lies mich etwas leer zurück. Ich musste erst überdenken, was die Botschaft ist. Ob ich gerade einen gewaltigen Epos oder ein standardisiertes weißes Gedankengut gelesen habe. Der Inhalt war spannend, flüssig zu lesen und ich spreche eine Empfehlung dafür aus - einfach um sich und das gesellschaftliche Denken zu reflektieren.
Erste Hälfte zäh, danach sehr gut
Felix ist sich absolut sicher, dass er den vakanten Posten als Chefredakteur bekommt. Seit Jahren arbeitet er darauf hin. Aber dann kommt es anders. Die Stelle bekommt Zoe, eine junge Frau, die früher schon einmal für die Zeitung tätig war und zu der Felix eine besondere Verbindung hat. Nach dieser Enttäuschung stellt Felix alles in Frage und dann kommt es auch noch zu einem großen Streit mit seiner Frau. Die erste Hälfte des Buches konnte mich nicht begeistern. Obwohl flüssig geschrieben, zog sich die Geschichte hin und Felix nervte mich mit seiner Wehleidigkeit. Doch dann wurde es deutlich besser. Der Charakter Felix wurde mir zunehmend sympathischer und die Geschichte entwickelte sich, bis hin zu einem gelungenen Ende. Von mir gibt es wegen der zähen ersten Hälfte 3,5 Sterne. Das Cover passt hervorragend zu dem Buch und gefällt mir ausgesprochen gut.
Abgebrochen - undurchsichtige Message
Ich würde hier eigentlich auf eine Sternebewertung verzichten, denn ich breche das Buch nicht ab, weil es schlecht geschrieben ist. Natürlich kann der Autor schreiben - er hat es jahrelang getan. Und zwar für Axel Springer. Hier liegt auch mein Knackpunkt, denn als Teil dieser Verlagsgruppe versteht er es aufs Genauste, einen gewissen Vibe anklingen zu lassen, der hinterrücks ganz anders gemeint ist. Und da mir nach und nach beim Lesen Zweifel kamen, wie ernsthaft hier feministisch-aktivistische Themen besprochen werden oder ob hier nur ein weiterer weißer Mann sein Ego streichelt (genau wie der Protagonist Felix Licht), möchte ich eigentlich nicht weiter eintauchen in den undurchdringlichen Rhetoriksumpf. Der ist, zugegeben, von einer gut geschriebenen Geschichte umwoben. Niveau ungefähr ARD-Abendfilm. Kein Banger, aber läuft gut nebenbei. Das Lektorat hätte besser sein können. Manchmal wird ein Karl plötzlich zu einem Kurt und ein Herr Sender zu einem Herrn Sander. Tippfehler waren auch an Bord. Die politischen Themen, die im Kontext eines wichtigen Magazins alá Stern angesprochen werden, polarisieren natürlich krass und ich will nicht behaupten, dass im Buch nicht die gesellschaftliche Wahrheit gezeigt wird. Ich arbeite selbst in der Branche, das ist alles nicht weit hergeholt. Aber wie es gezeigt wird, welche Schlüsse daraus gezogen werden, wie die Charaktere damit umgehen, war zuweilen einfach cringe. Selbst die ach-so-"woke" Zoe wirkt oft heuchlerisch, und ist das nicht das Narrativ, das man intersektionalen Feminist*innen gern anhängen will? Unter dem Deckmantel der "bösen" bzw "ewig gestrigen" Charaktere werden N- und I-Wort reproduziert - aber klar, ist ja realistisch, wenn es um eben diese Debatte geht, oder? Zur Mitte hin habe ich bei jeder progressive Sichtweise das joviale, ironische Zwinkern des Autors vor meinem inneren Auge gesehen. Mag sein, dass ich hier biased bin, weil ich so 'ne woke Feministin bin, aber es gibt definitiv bessere Geschichten, wenn man sich dieser Konflikte wirklich progressiv annähern will.

















