Aspergers Schüler
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Description
»Aspergers Schüler« | Aufwühlender historischer Roman auf zwei Zeitebenen
Beruhend auf wahren Ereignissen, erzählt SPIEGEL-Bestseller-Autorin Laura Baldini von einem berühmten Kinderarzt, seinen kleinen Patienten und einer mutigen Krankenschwester, die alles für die Kinder riskiert.
Als die junge Psychologin Sarah 1986 zu Forschungszwecken nach Wien zieht, kommt sie der erschütternden Geschichte einer Klinik während der Nazi-Zeit auf die Spur:
Wien, 1926: Erich ist acht Jahre alt, als er in die Uniklinik zu Dr. Hans Asperger kommt. Erich sieht die Welt nicht wie andere Kinder. Er kann hochkomplexe mathematische Probleme lösen, aber es fällt ihm schwer, seine Gefühle zu zeigen. Nach schrecklichen Jahren in einer Pflegefamilie wird er hier ganz anders behandelt. Man hört ihm zu, man versteht ihn. Die Krankenschwester Viktorine schließt Aspergers kleinen Schüler ganz besonders ins Herz. Für sie bricht eine Welt zusammen, als die bahnbrechende Arbeit ihrer Abteilung vom NS-Regime vereinnahmt wird. Während Asperger sich mit den neuen Machthabern arrangiert, ist Viktorine entsetzt, als sie erfährt, was an der Klinik am Spiegelgrund vor sich geht. Für Erich wird es lebensgefährlich.
Bewegender Roman über den Arzt, der den Autismus entdeckte: Für alle Fans von Susanne Abels Gretchen-Romanen, Geschichten mit wahrem Hintergrund und Tatsachenromanen.
Genial, gefeiert, umstritten: Dr. Hans Asperger (1906-1980) war ein österreichischer Kinderarzt und ab 1932 Leiter der heilpädagogischen Abteilung der Uniklinik in Wien. Dort führte man die Behandlung von psychisch kranken Kindern in eine völlig neue Richtung und begegnete ihnen mit Respekt. Als Erster beschrieb Hans Asperger Autismus und das Asperger-Syndrom, das nach ihm benannt wurde. 1938 musste ein großer Teil seiner Mitarbeiter vor den Nazis fliehen. Asperger selbst blieb und spielte eine bis heute fragwürdige Rolle.
Entdecken Sie in diesem fesselnden historischen Roman die wahre Geschichte des weltberühmten Kinderarztes.
Die SPIEGEL-Bestseller-Autorin Laura Baldini alias Beate Maly begeisterte die Leserinnen bereits mit ihren Romanbiografien (u.a. »Lehrerin einer neuen Zeit« über Maria Montessori). Neben der Schriftstellerei arbeitet sie mit Kindern, die das Asperger-Syndrom haben. Mit diesem Buch kehrt sie zu einem pädagogischen Thema zurück und erfüllt sich damit einen Herzenswunsch. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Wien.
Book Information
Author Description
Laura Baldini alias Beate Maly absolvierte eine Ausbildung zur Kindergartenpädagogin, arbeitete zunächst als Kindergärtnerin und veröffentlichte Kindergeschichten, Kinderbücher und pädagogische Fachbücher. 2007 erhielt sie das Wiener Autorenstipendium für den Entwurf zu ihrem ersten historischen Roman Die Hebamme von Wien. Mit dem Stipendium nahm sie sich eine Auszeit vom Kindergarten und beendete neben dem Roman auch eine Zusatzausbildung zur mobilen Frühförderin, seitdem ist sie in der Frühförderung tätig. Bei Piper erschienen bereits ihre Romane Lehrerin einer neuen Zeit über Maria Montessori, Ein Traum von Schönheit über Estée Lauder sowie Der strahlendste Stern von Hollywood über Katharine Hepburn. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Wien.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Was für ein historischer Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt! Nicht nur die Juden wurden verfolgt, gequält und getötet, sondern auch die geistig behinderten Kinder. Sie wurden aus den Familien gerissen und in Anstalten gesteckt! Beruhend auf wahren Ereignissen, wird die Geschichte eines acht Jahre alten Jungen mit Asperger-Syndrom, des behandelnden Kinderarztes und einer Krankenschwester im Jahre 1926 erzählt.
Ein wahnsinnig gutes Buch! Bewegend. Ergreifend. Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch sonst beschreiben soll. Es hat mich erschüttert, war zutiefst ergreifend, wie damals mit autistischen Kindern, genannt "autistische Psychopathen", umgegangen wurde. Die erste Hälfte habe ich als Hörbuch gehört. Dann hatte ich das dringende Bedürfnis, den Text selbst vor Augen zu haben, die Worte selbst lesen zu können. Und habe es mir noch als E-Book zugelegt. Das hat das ganze noch realer, noch bewegender, noch ergreifender werden lassen. Alles mit eigenen Augen zu lesen. Dieses Buch ist ein echtes Highlight, und ich werde noch lange daran denken! Eine Empfehlung ohnegleichen!
Historisch und fachlich fundiert hat mich diese Geschichte wirklich begeistert. Die Gräuel im Umgang mit sog. "unwertem Leben" wurden nur angerissen , haben mich aber sehr berührt. Eingebettet zwischen vielen realen Charakteren haben mir die fiktiven Protagonisten gut gefallen und mich gut durch die Story begleitet. Wie immer hätte ich auf die dazugehörende Lovestory verzichten können, aber sie trat nicht so sehr in den Vordergrund, dass sie noch ernstlich gestört hätte.
Interesante reale Story mit Geschichtlichem Hintergrund
Leseeindruck für Aspergers Schüler von Laura Baldini Mehrere Interessante Themen begegnen einen in diesem Buch. Die Handlung ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt Einmal im Zeitrahmen von 1932-1944 Zum anderen im Jahr 1986 Aus Sicht einer Studentin die ihre Doktorarbeit über Dr. Asperger zu schreibt und in ihrer Recherche einiges zutage fördert. Es geht um Autismus und wie die Krankheit erforscht wird. Das alleine wäre schon ein gutes Thema für einen Roman. Hier rutscht die Forschung jedoch mitten in die Kriegszeit. Dr. Asperger arbeitet mit Autistischen Kindern und versucht zu erforschen was in diesen Kindern vorgeht. Wo liegen die Stärken und Schwächen. Dazu kommt dann aber das Euthanasie Programm des Krieges. Das Buch ist eine Gratwanderung zwischen Hoffnung und Traurigkeit und Grausamkeit. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten. Hat mir aber sehr gut gefallen. Ein schweres Thema wird hier respektvoll erzählt.Man bekommt Gelegenheit aus verschiedenen sichten die Geschichte zu erleben. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle die Bücher mit realem Geschichtlichem Hintergrund mögen. Von mir bekommt das Buch 4½ von 5⭐️
Ein äusserst informativer historischer Roman mit Tiefgang und sehr emotionalen Passagen. Die Autorin geht der Entdeckung des Autismus auf den Grund und es kommen schockierende Wahrheiten ans Licht. Während der Zeit des Nationalsozialismus mussten nicht nur die Juden leiden, sondern auch Kinder mit Einschränkungen, die man für "unbrauchbar" hielt. Um das Volk rein zu halten, mussten sie weg, und das auf eine unmenschliche höchst verwerfliche Art. Die Autorin hinterlässt im Epilog weitere Buchempfehlungen über Autismus während der NS-Zeit und deren ausführende Kliniken. Definitiv etwas, das mein Interesse weiter geweckt hat.
Sehr lesenswert!
Ein herzzerreissender historischer Roman: Wien, 1926. Der achtjährige Erich kann hochkomplexe mathematische Probleme lösen, aber sonst ist ihm vieles im Leben zu kompliziert. Nach traumatischen Jahren in einer Pflegefamilie kommt er in die Klinik am Spiegelgrund und in die Obhut des empathischen und modernen Dr. Asperger bzw. der fürsorglichen Krankenschwester Viktorine. Die Klinik wird kurz darauf vom NS-Regime vereinnahmt, der leitende Arzt arrangiert sich damit, Viktorine hält mit aller Kraft dagegen. Auf einer zweiten Zeitebene forscht die junge Sarah 1986 in Wien über Dr. Asperger und seine bahnbrechende Forschung. Sie deckt den menschenunwürdigen Umgang mit autistischen Kindern in der Nazi-Zeit auf: schockierend. Eine absolut lesenswerte Reise durch Zeiten, Gefühle und Haltungen. 👍👍👍👍👍
Gut geschrieben und informativ
Im Großen und Ganzen finde ich das Buch sehr gut geschrieben. Am Anfang noch etwas holprig, aber es wurde immer besser. Den letzten Teil fand ich am emotionalsten, da stiegen mir Tränen hoch. Ich erfuhr, obwohl ein Roman, viel über Asperger und die Zeit, was ich so noch nicht wusste. Die Sprecherin hat das Buch sehr gut und mit angenehmen Ton gelesen .
Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, dieses Buch zu beurteilen. Die Autorin Laura Baldini beschreibt die schaurigen Zeiten der Weltgeschichte um die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Und den Fokus ihrer Geschichte schenkt sie Hans Asperger, der Entdeckung des Autismus und was es für diese Zeit bedeutet. Zunächst lernt man den Jungen Erich kennen. Erich ist schnell überfordert, wenn zu viele Reize auf ihn einströmen. Doch schnell entdeckt die Krankenschwester Viktorine, dass in den kleinen Jungen ein besonderes Talent schlummert. Viktorine hat den Jungen sofort in ihr Herz geschlossen und kümmert sich liebevoll um ihn. Und außerdem verehrt sie die behandelnden Arzt, Dr. Hans Asperger. Er erforscht das Verhalten der Kinder, die bislang nur als „psychopathische Autisten“ abgestempelt wurden. Doch als der Nationalsozialismus Einzug hält, verändern sich diese Zeiten. In der Erzählschiene der Gegenwart, genauer 1986, lernt man die junge Psychologiestudentin Sarah aus England kennen. Sie möchte gern ihre Doktorarbeit über das Leben und Wirken von Dr. Hans Asperger schreiben. Mit Hilfe des Journalisten Stefan findet sie schnell mehr heraus, als ihr lieb ist. Die Autorin erzählt abwechselnd aus der Sicht von Sarah, Viktorine und Erich. Aspekte, die dem Ganzen eine ganz besondere Entwicklung und Tiefe geben. Oft stellte sich mir beim Lesen die Frage, ob nicht vielleicht auch Asperger selbst Autist war. Und dann wird auch von Protagonistin Sarah die Vermutung geäußert. Wie oft hat er wohl die Kinder direkt in die Heilanstalt „Spiegelgrund“ überwiesen, obwohl er doch immer so verständnisvoll getan hat. Fragen, die heute keiner mehr beantworten kann. Aber die in dem Roman einen Ton erzeugen, der zu Herzen geht und zum Nachdenken anregt. Alles in Allem ist „Aspergers Schüler“ ein Roman, den man beim Lesen einfach nicht aus der Hand legen kann. Definitiv eine Geschichte, die gegen das Vergessen der Vergangenheit ankämpft, und von mir eine absolute Leseempfehlung bekommt. Absolut ein Jahreshighlight für mich.
Große Empfehlung!
Auch wenn ich glaube, dass der Roman noch besser ohne das kleine Liebesdrama ausgekommen wäre, finde ich die Geschichte großartig! Die Zeiten sind wunderbar miteinander verknüpft und ergänzen sich. Zusätzlich wird das immer größer werdende Thema Autismus wertschätzend vermittelt. Ich wollte das Hörnuch gar nicht pausieren und konnte der Leserin sehr gut zuhören.
Sehr interessante Zeitgeschichte mit Beginn der 30ger Jahre des vorherigen Jahrhunderts in Wien. Zweite Zeitschiene in den 80ger Jahren. Hier erschien mir alles zu glatt und vorhersehbar, ohne Tiefe der Charaktere. Teilweise fehlte mir insgesamt etwas Tiefe und ich hätte gern einige Protagonisten und deren Geschichte näher kennen gelernt. Sehr interessant war die Beschreibung der österreichischen Nazibefürworter. Da war mir manches neu. Auch der Umgang mit psychisch auffälligen Kindern war sehr interessant und natürlich der angerissen Charakter Dr. Aspergers. Von ihm möchte ich gern mehr wissen! Insgesamt: lesenswert.
Ein wichtiges Buch, ein schreckliches Thema. Ich hatte eigentlich eine Geschichte zum Namensgeber des Asperger Syndroms erwartet, genau wie die Protagonistin Sarah. Doch es geht auch um den schrecklichen Umgang der Nazis mit aus ihrer Sicht unwürdigem Leben mit leider realem Hintergrund. Das Buch lässt sich flüssig lesen, da die Geschichte auf unterschiedlichen Zeitebenen spielt und mehrere Hauptpersonen in relativ kurzen Kapiteln ihre jeweiligen Sicht und ihre (Alltags-)Erfahrungen schildern. Leicht zu ertragen ist es aber nicht und wird sicher noch eine Weile nachwirken.
Ich bin hin- und hergerissen. Die Geschichte um den achtjährigen Erich und die Krankenschwester Viktorine im Wien der 1920er Jahre unter Dr. Asperger ist packend und der Schreibstil ist angenehm flüssig und man ist emotional sofort drin, besonders als die Bedrohung durch das NS-Regime und die Klinik am Spiegelgrund zunimmt. Das war die große Stärke des Romans. Aber um ehrlich zu sein, habe ich mir von dieser Geschichte etwas ganz anderes erwartet. Der Titel und das Setting implizieren eine tiefere Auseinandersetzung mit der Forschung rund um das Asperger-Syndrom und dem komplexen Charakter des Arztes selbst, der ja eng mit der NS-Zeit verstrickt war. Leider bleibt das alles eher im Hintergrund, fast schon an der Oberfläche gekratzt, was ich wirklich schade fand. Man erfährt kaum etwas über die bahnbrechende Arbeit oder die Persönlichkeit Aspergers. Stattdessen wird die Handlung durch eine zweite Zeitebene ergänzt, die in den 80ern spielt, wo die junge Psychologin Sarah den Spuren der Vergangenheit nachgeht. Und genau da liegt mein größter Kritikpunkt: Sarahs Perspektive hat mich oft genervt. Es gab einfach viel zu viel Kitsch und Beziehungsdrama, was ich in einem Roman mit einem so ernsten, historischen Hintergrund einfach nicht gebraucht hätte. Im Endeffekt war es ein kurzweiliger Roman, der spannende Momente hatte und als Schicksalsgeschichte funktioniert. Aber es war eben nicht das, was ich erhofft hatte. Wer eine tiefgehende historische oder wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Asperger sucht, wird hier keinen Mehrwert finden. Wer einfach einen gut geschriebenen, emotionalen Roman mit historischer Kulisse lesen möchte, kann zugreifen.

Traurig und trotzdem schön!
Ein sehr gutes Buch! Es werden sehr interessante und wichtige Themen angesprochen und das Buch führt einen in die Vergangenheit. Es regt zum nachdenken an und berührt einen sehr. Würde ich jedem empfehlen, der sich für geschichtliche Bücher interessiert, welche allerdings nicht nur stumpf die Fakten eröffnen, sondern auf interessante Weise die Geschichte näher bringen.

Tolles geschichtliches Buch
Nicht nur stumpfe Fakten sondern toll in ein Roman eingearbeitet! Sehr traurig wie mit den Kindern, die nicht in das Weltbild der Nazis passten, umgegangen worden ist. Erschütternde Fakten, die einen traurig stimmen und zum nachdenken anregen. Man merkt dass das Thema auch der Autorin sehr am Herzen liegt.
Ein großartiger der mir ans Herz ging und ich mit den Tränen gekämpft habe
Ich habe als ich mir das Buch gekauft habe nicht den Kalppentext durchgelesen, aber auch wenn man den Klappentext liest wird man nicht auf den kompletten Inhalt den man bekommt vorbereitet. Die Charaktere wachsen einem ans Herz und man weiß, dass es für manche nicht gut ausgeht. Die Gräueltaten werden beschrieben und man muss sich mit dem 2 Weltkrieg wieder genauestens befassen. Mir ging das Buch glaube ich noch mehr ans Herz da oftmals von Friedrich Zawrell gesprochen wurde und ich diesen Mann noch kennenlernen durfte und dessen Geschichte. Deshalb ganz klar 5 Sterne

Highlight
Mein erstes Buch in 2024 ist direkt ein Highlight. Es liest sich sehr schnell, ist aber auch groß gedruckt. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Hauptsächlich aus Sicht einer Krankenschwester die mit Dr Asperger zusammen in der Abteilung "autistische Psychopathen" gearbeitet hat, aus Sicht eines autistischen Kindes in dieser Klinik und aus Sicht von Sarah, die über Dr Asperger forscht. Es werden wieder mal Einblicke in die dunkle Vergangenheit des Nationalsozialismus und den Umgang mit beeinträchtigten Kindern gewährt.
Da wir innerhalb der Familie auch mit Autismus/Asperger Syndrom zu tun haben, hat mich das Buch brennend interessiert. Ich bin allerdings eher durch Zufall zunächst auf das Hörbuch gestoßen, dass von der wunderbaren Tanja Fornaro gesprochen wird, die auch hier durch ihre angenehme Stimme genau die richtige Wahl für dieses emotionale, ergreifende Buch ist. Gleich nach dem Einstieg war mir klar, das Buch brauche ich unbedingt und hab es nach Ankunft regelrecht verschlungen. Aufgrund des Engagements der Autorin und ihrer Tätigkeit als Frühförderin im Bereich Autismus berichtet sie hier über die Heilpädagogische Abteilung in der Uniklinik in Wien zur Zeit vor und während des 2.Weltkrieges. In zwei Zeitebenen erfährt man mehr über die Tätigkeit des berühmten, aber auch berüchtigten Arztes Dr. Hans Asperger, seinen Kollegen, die auch historisch belegt sind und der fiktiven aber wunderbaren, mutigen Viktorine Zak. In kleinen Einschüben erzählt der kleine Junge Erich von seinen Erlebnissen und Empfindungen in der Klinik und später auch in der Fürsorgeanstalt Spiegelgrund. In der 2.Ebene kommt man ins Jahr 1986, wo die Psychologiestudentin Sarah nach Wien reist, um für ihre Doktorarbeit zu recherchieren, bei der sie sich auf Autismus spezialisiert hat. Zusammen mit dem Assistenten Johannes und dem Publizistikstudenten Stefan deckt sie nach und nach immer mehr über die Hintergründe und Beobachtungen von Dr.Asperger, Schwester Viktorine und dem restlichen Ärzteteam auf, auch inwieweit die Kliniken in die Euthanasieverbrechen der Nazis verwickelt waren. Diese Kombi ist äußerst gelungen, wie beide Zeitebenen nach und nach ein Ganzes bilden, bei dem einen der Atem stockt, bei dem man des Öfteren mit den Tränen kämpft und auch hier die berechtigte Frage, besonders bei all den Betroffenen und Überlebenden entsteht, aufdecken oder diesen Teil der Geschichte ruhen lassen.Mir ist es eiskalt den Rücken runtergelaufen, zu was Menschen fähig sind, wie schnell Urteile gefällt werden und mit welcher Willkür das Leben eines Menschen beurteilt wird. Mich hat dieser Roman begeistert, beeindruckt, an meine Grenzen gebracht und doch bin ich froh, das Buch gelesen zu haben, denn lässt den Leser einen Blick hinter die Kulissen werfen, was mit diesem Syndrom verbunden ist, wie es sich auswirkt, wie viel Talente und Intelligenz dahinter schlummern und doch so verkannt wurden. Durch die Recherche und Aufdeckungen, dem Einfluss und Vorgehen der Nazis, wie sie nach und nach auch ihr Denken in die Kliniken geschleust haben und damit eine Welle losgetreten haben, die einen schockiert und zerreißt. Trotz all der Dramatik gibt es allerdings auch einige lustige Elemente und auch wenn mir die Liebesgeschichte von Sarah anfangs etwas plump und trocken vorkam, passte sie dennoch gut in die Geschichte, denn nach und nach erfährt man auch hier die Gründe für ihr Verhalten. Insgesamt eine beeindruckende, nachdenklich stimmende Geschichte, die man nicht so schnell vergisst, die einem mehr Verständnis für Menschen gibt, die ihre Umgebung anders sehen und empfinden als wir. Gleichzeitig es ist ein Aufruf, achtsam und verständnisvoll zu sein, Rücksicht zu nehmen und jeden Menschen als wertvoll und besonders zu sehen, denn in jedem stecken Talente, die zu dieser Vielfalt, die uns umgibt, beitragen.

Da ich beruflich viel mit ASS zu tun habe, war ich schon lange an dem historischen Kontext und der Person Dr. Hans Asperger interessiert, von dem ich bisher nicht viel wusste. • "Aspergers Schüler" ist ein aufwühlender, nach wahren Ereignissen beruhender Roman über den früheren Umgang mit Asperger Autisten, ihrem „Entdecker“ Dr. H. Asperger und dessen zweifelhafter Rolle während der NS-Zeit. • Die beiden Zeitebenen ( 1936 / 1986 ) und die zahlreichen Perspektiven greifen harmonisch ineinander und ergänzen sich. Österreichische Klischees (Speisen, Schauplätze, Alltag) wurden eingearbeitet und auch die Rahmenhandlung ist durchschaubar, dennoch ist der Roman keine leichte Kost. • Die NS-Zeit wird unbeschönigt dargestellt und ich bekam einen ganz neuen Blickwinkel auf Österreichs geschichtliche Vergangenheit und den Gräueltaten, wenn das Verhalten von Kindern, sich nicht in das System fügen kann. Absolut beeindruckend, wie geschickt hier eine Menge historisches Sachwissen lebendig in die Geschichte eingebettet wurde. Fachlich absolut bereichernd, merkt man sehr deutlich, wie sehr der Autorin das Thema am Herzen liegt, da sie selbst seit Jahren als Frühförderin mit Kindern mit dem Autismus-Spektrum arbeitet. Ungeachtet dessen liegt der Fokus auf dem historischen Aspekt. • Für mich waren die Informationen über den zweifelhaften Arzt Dr. H. Asperger sehr interessant. Die furchtbaren Gräueltaten in der Kinderklinik Am Spiegelgrund machte das Grauen erlebbar, erschütterte mich und war bedrückend. An der Kinderklinik, die zu den dunkelsten Kapiteln der österreichischen Geschichte gehört, wurden rund 800 Kinder/ Jugendliche kaltblütig aussortiert. Manche lies man verhungern, andere bekamen Injektionen mit Schlafmitteln. • Ein bewegender Roman gegen das Vergessen den man so schnell nicht vergisst.
Autistische Psychopathen - so wurden in den 1930er Jahren die Kinder genannt, die in der Heilpädagogischen Abteilung der Uniklinik in Wien von Dr. Hans Asperger und anderen Ärzten behandelt wurden. Wenn die Kinder in die Fürsorgeanstalt Am Spiegelgrund überwiesen wurden, war das ein Todesurteil, denn für die Nazis waren sie nicht lebenswert. 1986: Sarah möchte ihre Doktorarbeit über Dr.Asperger schreiben, bei ihrer Forschung stellt sich ihr die Frage, ob er ein Wohltäter oder ein Mitläufer war. Sehr spannende und fesselnde Lektüre, nicht nur für diejenigen, die sich für den Autismus interessieren.
Interessante Lektüre mit einer mitreißenden Geschichte
Definitiv empfehlenswert für Alle, die sich für das Thema Autismus und die Geschichte des 2. Weltkriegs interessieren. Die Geschichte wird in verschiedenen Perspektiven und Zeitabschnitten erzählt. Damit kommt man schnell durch das Buch. Zudem ist die Romangeschichte rund um die junge Studentin eine angenehme Auflockerung zwischen den doch teilweise grausam geschilderten Kapiteln.
Erschreckende Realität in einem fesselnden Roman
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Gerade Personen, die schonmal mit (Kindern mit) ASS im Kontakt waren, ist dieses Buch ein interessanter Einblick in die Forschung und Entstehung zum Asberger Snydrom. Die Geschichte um Viktorine und Erich hat die Realität der NS-Zeit erschrecken nahe gebracht. Als Wienerin läuft man jetzt anders an einigen Orten vorbei.
Erschreckend ergreifender historischer Roman über Aspergers Arbeit und eine sehr dunkle Seite Wiens, die unglaublich schrecklich ist.
Aspergers Arbeit steht im Mittelpunkt dieses historischen Romans. In einer Zeit, die es hoffentlich so nicht mehr geben wird. Ein Holocaust Roman über Kinder, die anders sind als gewollt und Menschen, die sie zerstören. Aber es gibt auch die Beschützer. Eine tieftraurige Geschichte über eine sehr dunkle Vergangenheit von Wien. Aber es gab auch Hoffnung. Frau Baldini hat einen ergreifenden Roman mit zwei Zeitsträngen geschaffen, bei dem ich nichts vermisst habe. Danke für dieses Leseerlebnis in die Vergangenheit, das ich mit einem Buch aus unserer Stadtbücherei erleben durfte.
Characteristics
4 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Aspergers Schüler« | Aufwühlender historischer Roman auf zwei Zeitebenen
Beruhend auf wahren Ereignissen, erzählt SPIEGEL-Bestseller-Autorin Laura Baldini von einem berühmten Kinderarzt, seinen kleinen Patienten und einer mutigen Krankenschwester, die alles für die Kinder riskiert.
Als die junge Psychologin Sarah 1986 zu Forschungszwecken nach Wien zieht, kommt sie der erschütternden Geschichte einer Klinik während der Nazi-Zeit auf die Spur:
Wien, 1926: Erich ist acht Jahre alt, als er in die Uniklinik zu Dr. Hans Asperger kommt. Erich sieht die Welt nicht wie andere Kinder. Er kann hochkomplexe mathematische Probleme lösen, aber es fällt ihm schwer, seine Gefühle zu zeigen. Nach schrecklichen Jahren in einer Pflegefamilie wird er hier ganz anders behandelt. Man hört ihm zu, man versteht ihn. Die Krankenschwester Viktorine schließt Aspergers kleinen Schüler ganz besonders ins Herz. Für sie bricht eine Welt zusammen, als die bahnbrechende Arbeit ihrer Abteilung vom NS-Regime vereinnahmt wird. Während Asperger sich mit den neuen Machthabern arrangiert, ist Viktorine entsetzt, als sie erfährt, was an der Klinik am Spiegelgrund vor sich geht. Für Erich wird es lebensgefährlich.
Bewegender Roman über den Arzt, der den Autismus entdeckte: Für alle Fans von Susanne Abels Gretchen-Romanen, Geschichten mit wahrem Hintergrund und Tatsachenromanen.
Genial, gefeiert, umstritten: Dr. Hans Asperger (1906-1980) war ein österreichischer Kinderarzt und ab 1932 Leiter der heilpädagogischen Abteilung der Uniklinik in Wien. Dort führte man die Behandlung von psychisch kranken Kindern in eine völlig neue Richtung und begegnete ihnen mit Respekt. Als Erster beschrieb Hans Asperger Autismus und das Asperger-Syndrom, das nach ihm benannt wurde. 1938 musste ein großer Teil seiner Mitarbeiter vor den Nazis fliehen. Asperger selbst blieb und spielte eine bis heute fragwürdige Rolle.
Entdecken Sie in diesem fesselnden historischen Roman die wahre Geschichte des weltberühmten Kinderarztes.
Die SPIEGEL-Bestseller-Autorin Laura Baldini alias Beate Maly begeisterte die Leserinnen bereits mit ihren Romanbiografien (u.a. »Lehrerin einer neuen Zeit« über Maria Montessori). Neben der Schriftstellerei arbeitet sie mit Kindern, die das Asperger-Syndrom haben. Mit diesem Buch kehrt sie zu einem pädagogischen Thema zurück und erfüllt sich damit einen Herzenswunsch. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Wien.
Book Information
Author Description
Laura Baldini alias Beate Maly absolvierte eine Ausbildung zur Kindergartenpädagogin, arbeitete zunächst als Kindergärtnerin und veröffentlichte Kindergeschichten, Kinderbücher und pädagogische Fachbücher. 2007 erhielt sie das Wiener Autorenstipendium für den Entwurf zu ihrem ersten historischen Roman Die Hebamme von Wien. Mit dem Stipendium nahm sie sich eine Auszeit vom Kindergarten und beendete neben dem Roman auch eine Zusatzausbildung zur mobilen Frühförderin, seitdem ist sie in der Frühförderung tätig. Bei Piper erschienen bereits ihre Romane Lehrerin einer neuen Zeit über Maria Montessori, Ein Traum von Schönheit über Estée Lauder sowie Der strahlendste Stern von Hollywood über Katharine Hepburn. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Wien.
Posts
Was für ein historischer Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt! Nicht nur die Juden wurden verfolgt, gequält und getötet, sondern auch die geistig behinderten Kinder. Sie wurden aus den Familien gerissen und in Anstalten gesteckt! Beruhend auf wahren Ereignissen, wird die Geschichte eines acht Jahre alten Jungen mit Asperger-Syndrom, des behandelnden Kinderarztes und einer Krankenschwester im Jahre 1926 erzählt.
Ein wahnsinnig gutes Buch! Bewegend. Ergreifend. Ich weiß gar nicht, wie ich dieses Buch sonst beschreiben soll. Es hat mich erschüttert, war zutiefst ergreifend, wie damals mit autistischen Kindern, genannt "autistische Psychopathen", umgegangen wurde. Die erste Hälfte habe ich als Hörbuch gehört. Dann hatte ich das dringende Bedürfnis, den Text selbst vor Augen zu haben, die Worte selbst lesen zu können. Und habe es mir noch als E-Book zugelegt. Das hat das ganze noch realer, noch bewegender, noch ergreifender werden lassen. Alles mit eigenen Augen zu lesen. Dieses Buch ist ein echtes Highlight, und ich werde noch lange daran denken! Eine Empfehlung ohnegleichen!
Historisch und fachlich fundiert hat mich diese Geschichte wirklich begeistert. Die Gräuel im Umgang mit sog. "unwertem Leben" wurden nur angerissen , haben mich aber sehr berührt. Eingebettet zwischen vielen realen Charakteren haben mir die fiktiven Protagonisten gut gefallen und mich gut durch die Story begleitet. Wie immer hätte ich auf die dazugehörende Lovestory verzichten können, aber sie trat nicht so sehr in den Vordergrund, dass sie noch ernstlich gestört hätte.
Interesante reale Story mit Geschichtlichem Hintergrund
Leseeindruck für Aspergers Schüler von Laura Baldini Mehrere Interessante Themen begegnen einen in diesem Buch. Die Handlung ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt Einmal im Zeitrahmen von 1932-1944 Zum anderen im Jahr 1986 Aus Sicht einer Studentin die ihre Doktorarbeit über Dr. Asperger zu schreibt und in ihrer Recherche einiges zutage fördert. Es geht um Autismus und wie die Krankheit erforscht wird. Das alleine wäre schon ein gutes Thema für einen Roman. Hier rutscht die Forschung jedoch mitten in die Kriegszeit. Dr. Asperger arbeitet mit Autistischen Kindern und versucht zu erforschen was in diesen Kindern vorgeht. Wo liegen die Stärken und Schwächen. Dazu kommt dann aber das Euthanasie Programm des Krieges. Das Buch ist eine Gratwanderung zwischen Hoffnung und Traurigkeit und Grausamkeit. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten. Hat mir aber sehr gut gefallen. Ein schweres Thema wird hier respektvoll erzählt.Man bekommt Gelegenheit aus verschiedenen sichten die Geschichte zu erleben. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für alle die Bücher mit realem Geschichtlichem Hintergrund mögen. Von mir bekommt das Buch 4½ von 5⭐️
Ein äusserst informativer historischer Roman mit Tiefgang und sehr emotionalen Passagen. Die Autorin geht der Entdeckung des Autismus auf den Grund und es kommen schockierende Wahrheiten ans Licht. Während der Zeit des Nationalsozialismus mussten nicht nur die Juden leiden, sondern auch Kinder mit Einschränkungen, die man für "unbrauchbar" hielt. Um das Volk rein zu halten, mussten sie weg, und das auf eine unmenschliche höchst verwerfliche Art. Die Autorin hinterlässt im Epilog weitere Buchempfehlungen über Autismus während der NS-Zeit und deren ausführende Kliniken. Definitiv etwas, das mein Interesse weiter geweckt hat.
Sehr lesenswert!
Ein herzzerreissender historischer Roman: Wien, 1926. Der achtjährige Erich kann hochkomplexe mathematische Probleme lösen, aber sonst ist ihm vieles im Leben zu kompliziert. Nach traumatischen Jahren in einer Pflegefamilie kommt er in die Klinik am Spiegelgrund und in die Obhut des empathischen und modernen Dr. Asperger bzw. der fürsorglichen Krankenschwester Viktorine. Die Klinik wird kurz darauf vom NS-Regime vereinnahmt, der leitende Arzt arrangiert sich damit, Viktorine hält mit aller Kraft dagegen. Auf einer zweiten Zeitebene forscht die junge Sarah 1986 in Wien über Dr. Asperger und seine bahnbrechende Forschung. Sie deckt den menschenunwürdigen Umgang mit autistischen Kindern in der Nazi-Zeit auf: schockierend. Eine absolut lesenswerte Reise durch Zeiten, Gefühle und Haltungen. 👍👍👍👍👍
Gut geschrieben und informativ
Im Großen und Ganzen finde ich das Buch sehr gut geschrieben. Am Anfang noch etwas holprig, aber es wurde immer besser. Den letzten Teil fand ich am emotionalsten, da stiegen mir Tränen hoch. Ich erfuhr, obwohl ein Roman, viel über Asperger und die Zeit, was ich so noch nicht wusste. Die Sprecherin hat das Buch sehr gut und mit angenehmen Ton gelesen .
Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, dieses Buch zu beurteilen. Die Autorin Laura Baldini beschreibt die schaurigen Zeiten der Weltgeschichte um die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Und den Fokus ihrer Geschichte schenkt sie Hans Asperger, der Entdeckung des Autismus und was es für diese Zeit bedeutet. Zunächst lernt man den Jungen Erich kennen. Erich ist schnell überfordert, wenn zu viele Reize auf ihn einströmen. Doch schnell entdeckt die Krankenschwester Viktorine, dass in den kleinen Jungen ein besonderes Talent schlummert. Viktorine hat den Jungen sofort in ihr Herz geschlossen und kümmert sich liebevoll um ihn. Und außerdem verehrt sie die behandelnden Arzt, Dr. Hans Asperger. Er erforscht das Verhalten der Kinder, die bislang nur als „psychopathische Autisten“ abgestempelt wurden. Doch als der Nationalsozialismus Einzug hält, verändern sich diese Zeiten. In der Erzählschiene der Gegenwart, genauer 1986, lernt man die junge Psychologiestudentin Sarah aus England kennen. Sie möchte gern ihre Doktorarbeit über das Leben und Wirken von Dr. Hans Asperger schreiben. Mit Hilfe des Journalisten Stefan findet sie schnell mehr heraus, als ihr lieb ist. Die Autorin erzählt abwechselnd aus der Sicht von Sarah, Viktorine und Erich. Aspekte, die dem Ganzen eine ganz besondere Entwicklung und Tiefe geben. Oft stellte sich mir beim Lesen die Frage, ob nicht vielleicht auch Asperger selbst Autist war. Und dann wird auch von Protagonistin Sarah die Vermutung geäußert. Wie oft hat er wohl die Kinder direkt in die Heilanstalt „Spiegelgrund“ überwiesen, obwohl er doch immer so verständnisvoll getan hat. Fragen, die heute keiner mehr beantworten kann. Aber die in dem Roman einen Ton erzeugen, der zu Herzen geht und zum Nachdenken anregt. Alles in Allem ist „Aspergers Schüler“ ein Roman, den man beim Lesen einfach nicht aus der Hand legen kann. Definitiv eine Geschichte, die gegen das Vergessen der Vergangenheit ankämpft, und von mir eine absolute Leseempfehlung bekommt. Absolut ein Jahreshighlight für mich.
Große Empfehlung!
Auch wenn ich glaube, dass der Roman noch besser ohne das kleine Liebesdrama ausgekommen wäre, finde ich die Geschichte großartig! Die Zeiten sind wunderbar miteinander verknüpft und ergänzen sich. Zusätzlich wird das immer größer werdende Thema Autismus wertschätzend vermittelt. Ich wollte das Hörnuch gar nicht pausieren und konnte der Leserin sehr gut zuhören.
Sehr interessante Zeitgeschichte mit Beginn der 30ger Jahre des vorherigen Jahrhunderts in Wien. Zweite Zeitschiene in den 80ger Jahren. Hier erschien mir alles zu glatt und vorhersehbar, ohne Tiefe der Charaktere. Teilweise fehlte mir insgesamt etwas Tiefe und ich hätte gern einige Protagonisten und deren Geschichte näher kennen gelernt. Sehr interessant war die Beschreibung der österreichischen Nazibefürworter. Da war mir manches neu. Auch der Umgang mit psychisch auffälligen Kindern war sehr interessant und natürlich der angerissen Charakter Dr. Aspergers. Von ihm möchte ich gern mehr wissen! Insgesamt: lesenswert.
Ein wichtiges Buch, ein schreckliches Thema. Ich hatte eigentlich eine Geschichte zum Namensgeber des Asperger Syndroms erwartet, genau wie die Protagonistin Sarah. Doch es geht auch um den schrecklichen Umgang der Nazis mit aus ihrer Sicht unwürdigem Leben mit leider realem Hintergrund. Das Buch lässt sich flüssig lesen, da die Geschichte auf unterschiedlichen Zeitebenen spielt und mehrere Hauptpersonen in relativ kurzen Kapiteln ihre jeweiligen Sicht und ihre (Alltags-)Erfahrungen schildern. Leicht zu ertragen ist es aber nicht und wird sicher noch eine Weile nachwirken.
Ich bin hin- und hergerissen. Die Geschichte um den achtjährigen Erich und die Krankenschwester Viktorine im Wien der 1920er Jahre unter Dr. Asperger ist packend und der Schreibstil ist angenehm flüssig und man ist emotional sofort drin, besonders als die Bedrohung durch das NS-Regime und die Klinik am Spiegelgrund zunimmt. Das war die große Stärke des Romans. Aber um ehrlich zu sein, habe ich mir von dieser Geschichte etwas ganz anderes erwartet. Der Titel und das Setting implizieren eine tiefere Auseinandersetzung mit der Forschung rund um das Asperger-Syndrom und dem komplexen Charakter des Arztes selbst, der ja eng mit der NS-Zeit verstrickt war. Leider bleibt das alles eher im Hintergrund, fast schon an der Oberfläche gekratzt, was ich wirklich schade fand. Man erfährt kaum etwas über die bahnbrechende Arbeit oder die Persönlichkeit Aspergers. Stattdessen wird die Handlung durch eine zweite Zeitebene ergänzt, die in den 80ern spielt, wo die junge Psychologin Sarah den Spuren der Vergangenheit nachgeht. Und genau da liegt mein größter Kritikpunkt: Sarahs Perspektive hat mich oft genervt. Es gab einfach viel zu viel Kitsch und Beziehungsdrama, was ich in einem Roman mit einem so ernsten, historischen Hintergrund einfach nicht gebraucht hätte. Im Endeffekt war es ein kurzweiliger Roman, der spannende Momente hatte und als Schicksalsgeschichte funktioniert. Aber es war eben nicht das, was ich erhofft hatte. Wer eine tiefgehende historische oder wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Asperger sucht, wird hier keinen Mehrwert finden. Wer einfach einen gut geschriebenen, emotionalen Roman mit historischer Kulisse lesen möchte, kann zugreifen.

Traurig und trotzdem schön!
Ein sehr gutes Buch! Es werden sehr interessante und wichtige Themen angesprochen und das Buch führt einen in die Vergangenheit. Es regt zum nachdenken an und berührt einen sehr. Würde ich jedem empfehlen, der sich für geschichtliche Bücher interessiert, welche allerdings nicht nur stumpf die Fakten eröffnen, sondern auf interessante Weise die Geschichte näher bringen.

Tolles geschichtliches Buch
Nicht nur stumpfe Fakten sondern toll in ein Roman eingearbeitet! Sehr traurig wie mit den Kindern, die nicht in das Weltbild der Nazis passten, umgegangen worden ist. Erschütternde Fakten, die einen traurig stimmen und zum nachdenken anregen. Man merkt dass das Thema auch der Autorin sehr am Herzen liegt.
Ein großartiger der mir ans Herz ging und ich mit den Tränen gekämpft habe
Ich habe als ich mir das Buch gekauft habe nicht den Kalppentext durchgelesen, aber auch wenn man den Klappentext liest wird man nicht auf den kompletten Inhalt den man bekommt vorbereitet. Die Charaktere wachsen einem ans Herz und man weiß, dass es für manche nicht gut ausgeht. Die Gräueltaten werden beschrieben und man muss sich mit dem 2 Weltkrieg wieder genauestens befassen. Mir ging das Buch glaube ich noch mehr ans Herz da oftmals von Friedrich Zawrell gesprochen wurde und ich diesen Mann noch kennenlernen durfte und dessen Geschichte. Deshalb ganz klar 5 Sterne

Highlight
Mein erstes Buch in 2024 ist direkt ein Highlight. Es liest sich sehr schnell, ist aber auch groß gedruckt. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Hauptsächlich aus Sicht einer Krankenschwester die mit Dr Asperger zusammen in der Abteilung "autistische Psychopathen" gearbeitet hat, aus Sicht eines autistischen Kindes in dieser Klinik und aus Sicht von Sarah, die über Dr Asperger forscht. Es werden wieder mal Einblicke in die dunkle Vergangenheit des Nationalsozialismus und den Umgang mit beeinträchtigten Kindern gewährt.
Da wir innerhalb der Familie auch mit Autismus/Asperger Syndrom zu tun haben, hat mich das Buch brennend interessiert. Ich bin allerdings eher durch Zufall zunächst auf das Hörbuch gestoßen, dass von der wunderbaren Tanja Fornaro gesprochen wird, die auch hier durch ihre angenehme Stimme genau die richtige Wahl für dieses emotionale, ergreifende Buch ist. Gleich nach dem Einstieg war mir klar, das Buch brauche ich unbedingt und hab es nach Ankunft regelrecht verschlungen. Aufgrund des Engagements der Autorin und ihrer Tätigkeit als Frühförderin im Bereich Autismus berichtet sie hier über die Heilpädagogische Abteilung in der Uniklinik in Wien zur Zeit vor und während des 2.Weltkrieges. In zwei Zeitebenen erfährt man mehr über die Tätigkeit des berühmten, aber auch berüchtigten Arztes Dr. Hans Asperger, seinen Kollegen, die auch historisch belegt sind und der fiktiven aber wunderbaren, mutigen Viktorine Zak. In kleinen Einschüben erzählt der kleine Junge Erich von seinen Erlebnissen und Empfindungen in der Klinik und später auch in der Fürsorgeanstalt Spiegelgrund. In der 2.Ebene kommt man ins Jahr 1986, wo die Psychologiestudentin Sarah nach Wien reist, um für ihre Doktorarbeit zu recherchieren, bei der sie sich auf Autismus spezialisiert hat. Zusammen mit dem Assistenten Johannes und dem Publizistikstudenten Stefan deckt sie nach und nach immer mehr über die Hintergründe und Beobachtungen von Dr.Asperger, Schwester Viktorine und dem restlichen Ärzteteam auf, auch inwieweit die Kliniken in die Euthanasieverbrechen der Nazis verwickelt waren. Diese Kombi ist äußerst gelungen, wie beide Zeitebenen nach und nach ein Ganzes bilden, bei dem einen der Atem stockt, bei dem man des Öfteren mit den Tränen kämpft und auch hier die berechtigte Frage, besonders bei all den Betroffenen und Überlebenden entsteht, aufdecken oder diesen Teil der Geschichte ruhen lassen.Mir ist es eiskalt den Rücken runtergelaufen, zu was Menschen fähig sind, wie schnell Urteile gefällt werden und mit welcher Willkür das Leben eines Menschen beurteilt wird. Mich hat dieser Roman begeistert, beeindruckt, an meine Grenzen gebracht und doch bin ich froh, das Buch gelesen zu haben, denn lässt den Leser einen Blick hinter die Kulissen werfen, was mit diesem Syndrom verbunden ist, wie es sich auswirkt, wie viel Talente und Intelligenz dahinter schlummern und doch so verkannt wurden. Durch die Recherche und Aufdeckungen, dem Einfluss und Vorgehen der Nazis, wie sie nach und nach auch ihr Denken in die Kliniken geschleust haben und damit eine Welle losgetreten haben, die einen schockiert und zerreißt. Trotz all der Dramatik gibt es allerdings auch einige lustige Elemente und auch wenn mir die Liebesgeschichte von Sarah anfangs etwas plump und trocken vorkam, passte sie dennoch gut in die Geschichte, denn nach und nach erfährt man auch hier die Gründe für ihr Verhalten. Insgesamt eine beeindruckende, nachdenklich stimmende Geschichte, die man nicht so schnell vergisst, die einem mehr Verständnis für Menschen gibt, die ihre Umgebung anders sehen und empfinden als wir. Gleichzeitig es ist ein Aufruf, achtsam und verständnisvoll zu sein, Rücksicht zu nehmen und jeden Menschen als wertvoll und besonders zu sehen, denn in jedem stecken Talente, die zu dieser Vielfalt, die uns umgibt, beitragen.

Da ich beruflich viel mit ASS zu tun habe, war ich schon lange an dem historischen Kontext und der Person Dr. Hans Asperger interessiert, von dem ich bisher nicht viel wusste. • "Aspergers Schüler" ist ein aufwühlender, nach wahren Ereignissen beruhender Roman über den früheren Umgang mit Asperger Autisten, ihrem „Entdecker“ Dr. H. Asperger und dessen zweifelhafter Rolle während der NS-Zeit. • Die beiden Zeitebenen ( 1936 / 1986 ) und die zahlreichen Perspektiven greifen harmonisch ineinander und ergänzen sich. Österreichische Klischees (Speisen, Schauplätze, Alltag) wurden eingearbeitet und auch die Rahmenhandlung ist durchschaubar, dennoch ist der Roman keine leichte Kost. • Die NS-Zeit wird unbeschönigt dargestellt und ich bekam einen ganz neuen Blickwinkel auf Österreichs geschichtliche Vergangenheit und den Gräueltaten, wenn das Verhalten von Kindern, sich nicht in das System fügen kann. Absolut beeindruckend, wie geschickt hier eine Menge historisches Sachwissen lebendig in die Geschichte eingebettet wurde. Fachlich absolut bereichernd, merkt man sehr deutlich, wie sehr der Autorin das Thema am Herzen liegt, da sie selbst seit Jahren als Frühförderin mit Kindern mit dem Autismus-Spektrum arbeitet. Ungeachtet dessen liegt der Fokus auf dem historischen Aspekt. • Für mich waren die Informationen über den zweifelhaften Arzt Dr. H. Asperger sehr interessant. Die furchtbaren Gräueltaten in der Kinderklinik Am Spiegelgrund machte das Grauen erlebbar, erschütterte mich und war bedrückend. An der Kinderklinik, die zu den dunkelsten Kapiteln der österreichischen Geschichte gehört, wurden rund 800 Kinder/ Jugendliche kaltblütig aussortiert. Manche lies man verhungern, andere bekamen Injektionen mit Schlafmitteln. • Ein bewegender Roman gegen das Vergessen den man so schnell nicht vergisst.
Autistische Psychopathen - so wurden in den 1930er Jahren die Kinder genannt, die in der Heilpädagogischen Abteilung der Uniklinik in Wien von Dr. Hans Asperger und anderen Ärzten behandelt wurden. Wenn die Kinder in die Fürsorgeanstalt Am Spiegelgrund überwiesen wurden, war das ein Todesurteil, denn für die Nazis waren sie nicht lebenswert. 1986: Sarah möchte ihre Doktorarbeit über Dr.Asperger schreiben, bei ihrer Forschung stellt sich ihr die Frage, ob er ein Wohltäter oder ein Mitläufer war. Sehr spannende und fesselnde Lektüre, nicht nur für diejenigen, die sich für den Autismus interessieren.
Interessante Lektüre mit einer mitreißenden Geschichte
Definitiv empfehlenswert für Alle, die sich für das Thema Autismus und die Geschichte des 2. Weltkriegs interessieren. Die Geschichte wird in verschiedenen Perspektiven und Zeitabschnitten erzählt. Damit kommt man schnell durch das Buch. Zudem ist die Romangeschichte rund um die junge Studentin eine angenehme Auflockerung zwischen den doch teilweise grausam geschilderten Kapiteln.
Erschreckende Realität in einem fesselnden Roman
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Gerade Personen, die schonmal mit (Kindern mit) ASS im Kontakt waren, ist dieses Buch ein interessanter Einblick in die Forschung und Entstehung zum Asberger Snydrom. Die Geschichte um Viktorine und Erich hat die Realität der NS-Zeit erschrecken nahe gebracht. Als Wienerin läuft man jetzt anders an einigen Orten vorbei.
Erschreckend ergreifender historischer Roman über Aspergers Arbeit und eine sehr dunkle Seite Wiens, die unglaublich schrecklich ist.
Aspergers Arbeit steht im Mittelpunkt dieses historischen Romans. In einer Zeit, die es hoffentlich so nicht mehr geben wird. Ein Holocaust Roman über Kinder, die anders sind als gewollt und Menschen, die sie zerstören. Aber es gibt auch die Beschützer. Eine tieftraurige Geschichte über eine sehr dunkle Vergangenheit von Wien. Aber es gab auch Hoffnung. Frau Baldini hat einen ergreifenden Roman mit zwei Zeitsträngen geschaffen, bei dem ich nichts vermisst habe. Danke für dieses Leseerlebnis in die Vergangenheit, das ich mit einem Buch aus unserer Stadtbücherei erleben durfte.























































