Als hätte jemals ein Vogel verlangt, dass man ihm ein Haus baut

Als hätte jemals ein Vogel verlangt, dass man ihm ein Haus baut

Hardback
3.33
MutterschaftBeziehungenAdoptionGemeinschaft

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Description

Iona, hochschwanger und obdachlos, bricht eines Nachts bei strömendem Regen in ein leerstehendes Haus in einem süddeutschen Dorf ein. Sie sucht dort ihren Vater Tahvo, den sie nie kennengelernt hat, nie kennenlernen wollte. Doch nun braucht sie Geld. Tahvo aber ist verschwunden – stattdessen trifft Iona auf seine Nachbarin. Tine, die ihre Adoptivtochter über alles liebt, aber nie verwunden hat, keine leiblichen Kinder bekommen zu können, hatte eine Affäre mit Tahvo, und sie vermisst ihn. Karolin, die Tavho vor vielen Jahren in Berlin kannte, führt die einzige Gaststätte des Dorfes. Auch sie kämpft mit den Geistern der Vergangenheit und ihren Erinnerungen. Die drei Frauen machen sich auf in Tahvos Heimat Finnland, um dort nach ihm zu suchen. Auf der Reise geraten ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Mutterschaft, vom Leben und davon, wer Tahvo eigentlich ist, mehr und mehr aneinander. Aber sie machen auch die Erfahrung, dass es nicht der abwesende Mann ist, der ihre Leben bestimmt, und dass sie manche Illusionen besser begraben sollten.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
224
Price
22.70 €

Author Description

Marie Malcovati, geboren 1982, studierte Theater- und Filmwissenschaften an der University of Manchester und Drehbuch an der Filmakademie Baden-Württemberg. Nach längeren Aufenthalten in Italien, Frankreich und Großbritannien arbeitet sie auch als Übersetzerin. Neben Drehbüchern und Radiofeatures schreibt sie Kurzgeschichten und Romane. Ihr Debütroman »Nach allem, was ich beinahe für dich getan hätte« erschien 2016. Marie Malcovati lebt in der Nähe von Freiburg.

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„Es war einmal ein Vogel“, begann sie, obwohl Sams Augen geschlossen waren. „Der geriet in einen Hurrikan. Darin waren schon Autos und Feuerwehrleute und Lampen, Ärzte, Hunde, Klaviere, Priester und Fotoalben und … Sofas.“ (S. 61) Iona wollte ihren Vater Tahvo, der von ihr nichts weiß, nie kennenlernen. Doch jetzt ist sie hochschwanger und auf der Suche nach ihm. Sie benötigt Geld. Doch statt ihn in seinem Haus zu finden, muss sie in selbiges einbrechen. Da tritt Tine auf die Bühne, die Nachbarin (mit ihrer Tochter Clara), die Tahvo ebenfalls seit geraumer Zeit sucht. Auf der gemeinsamen Suche gesellt sich eine weitere Person ins Boot, Karoline. Nach anfänglichen Schwierigkeiten machen sich die Frauen auf den Weg nach Finnland, denn dort vermuten sie Tahvo, in einer Kommune, von der er einst sprach. „[…] Jedenfalls glaube ich mittlerweile, dass es nicht möglich ist, einfach alles hinter sich zu lassen. Solange man am Leben ist, kann man nicht aus der Welt fallen, so wie man in sie hineingefallen ist. [...] Das heißt aber auch nicht, dass man alles mitmachen soll. Man muss gehen und bleiben, gleichzeitig […] für manche Leute ist das nicht radikal genug.“ (S. 213) Die Autorin liefert eine auch aufwühlende Geschichte, die mit feinen Spitzen und Humor gespickt ist; die trotz ihrer gefühlten Einfachheit, die ungleichen Protagonistinnen klar zeichnet. Und trotzdem die drei Frauen so unterschiedlich sind, verbinden sie viele Themen. Ihre unterschiedlichen Ansichten vom Leben lassen sie aneinander reiben, aber auch wachsen. Mit feiner Klinge seziert die Autorin die Figuren. Die Geschichte hat Tiefe, denn offensichtlich kennen alle den gleichen Mann, und eigentlich doch nicht. Die Autorin arbeitet mit Bildern, was mich persönlich ja immer sehr anspricht. Zum Ende hin hat mich die Geschichte ein wenig verloren, da es so ein dahinplätschern wurde, und das Ende mag offenbleiben, Tahvo diffus in der Geschichte leben … doch mit einem klaren Ende würde es sich vermutlich nicht so fein anfühlen. Leseempfehlung - … und Tahvo hätte ich irgendwie gerne kennengelernt.

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2,5 Sterne; hat mich nicht abgeholt und/oder berührt; Rezi folgt.

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