Agonie des Eros
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Description
Book Information
Author Description
Byung-Chul Han, 1959 in Seoul geboren, studierte in Freiburg im Breisgau und München Philosophie, deutschsprachige Literatur und katholische Theologie. Er war Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Seine Publikationen, die sich u. a. mit der Kritik am Neoliberalismus beschäftigen, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ohne dass es in Deutschland zur Kenntnis genommen worden ist, hat sich Byung-Chul Han inzwischen zu einem Philosophen internationalen Ranges entwickelt: »Der meistgelesene lebende deutsche Philosoph der Gegenwart ist Koreaner: Byung-Chul Han.« (El Pais)
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Nachtrag: Desto mehr ich über das Buch nachdenke, desto schlechter finde ich es. Hier wird eine pauschale Ursache eines vermeintlichen pauschalen Problems ausgemacht und anhand dessen argumentiert. Es gibt keine Anfängliche Definition der Begriffe, die der Autor nutzt, so dass es zu Verwirrung kommt, da ua. der Positivismus in Philosophie ursprünglich eine komplett andere Bedeutung hat, als er ihn gebraucht. Wen das generelle Problem von Han's Schriften interessiert, kann das in meiner Besprechung zu Hyperkulturalität nachlesen: https://www.goodreads.com/review/show/5452395543?type=review#rating_609050474 Buch wurde jetzt nochmal abgewertet von mir. Ursprungsrezi: Anspruchsvolle Gedanken, elegant formuliert, mit der Extraportion Bildungssprache und Begriffen versehen, die teils recht wage ausdefiniert oder erklärt werden. Das Buch zu erschließen ist harte Arbeit. Bin froh zuvor schon ein bisschen in die Gedankenwelt der Philosophen eingetaucht zu sein. So konnte ich ihm zu 50% folgen. Hab das Buch 2 mal gelesen. Durch seine sehr anspruchsvolle ,elegante Ausdrucksweise, neige ich dazu, ihn sehr schnell misszuverstehen, bzw. erst gar nicht ganz zu begreifen worauf er hinaus möchte. Sehr gut gefallen haben mir die Bezüge zu Filmen und Literarischen Werken, die er ausführlich auf die Bedeutung des Eros, der Fantasie und der Dialektik des Desasters hin analysiert. Er sagst, dass unsere heutige kapitalistische, neoliberale Welt, vom Positivismus ,"Du kannst", geprägt ist und damit die Negativität ," nicht können können", der Andersheit, die sich jedem Können entzieht und wesentlich für die erotische Erfahrung ist, nicht erfährt oder erfahren kann. Es ginge beim Kapitalerwerb nicht um "das gute Leben", sondern um das "Bloße Leben", dessen "einzige Sorge" es sei "das Überleben in der Diskontuität zu sichern", "ein lebloses Leben". Bei dem Gedankengang ploppte direkt die Aussage von Norbert Bolz aus [b:Keine Macht der Moral!: Politik jenseits von Gut und Böse|60066877|Keine Macht der Moral! Politik jenseits von Gut und Böse (Fröhliche Wissenschaft)|Norbert Bolz|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1641692869l/60066877._SY75_.jpg|94716733] auf, der die These vertritt, dass eine Politik des "guten Lebens" zu Moralismus führe, der in der Politik nix zu suchen habe. Am interessantesten und nachdenkenswertesten waren für mich die Ausführungen zur Fantasie, in der u.a.auf ein Werk J.G. Ballards einging. Wir benötigen die Negativität des visuellen Entzugs. Wir benötigen die Grenzen und Schwellen, den Raum der Traumbilder und des Begehrens, sonst verschwindet die Fantasie für den Anderen und wir erleben die Agonie des Eros und damit die aktuelle Kunst-/und Literaturkrise. Heutige Grenzräume, seinen keine Schwellen und Übergänge, sondern ausgrenzende Trennungen zwischen arm und reich. Ich habe da noch keine Haltung zu. Ist jedenfalls ein Gedankengang den ich weiter verfolgen werde. Im letzten Gedankengang zur Informationsmasse und den Daten, die wir sammeln, würde ich ihm widersprechen. Kann auch dort seiner "Logik" nicht folgen. Er behauptet, dass die Informationsmasse eine Krise des Geistes auslöse, da sie entropisch sei, zu viel Lärm produziere und nur das menschliche Denken, dem Erfahrungswerte vorausgehen, eine Erkenntnis hervorbringen könne und die Entropie abschwäche. Informationen an sich seien folgenlos und verändern nichts. Ja, in komplexen Systemen sind Daten entropisch, neigen also dazu keiner Logik zu folgen, aber eben nicht in jedem Fall. Daten in medizinischen Fragen machen es möglich Granular jeden Patienten individuell behandeln zu können. [b:Die granulare Gesellschaft: Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst|24025606|Die granulare Gesellschaft Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst (German Edition)|Christoph Kucklick|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1419331800l/24025606._SY75_.jpg|43624289] ist nen tolles Buch dazu. Aber ich vermute, er meint so etwas nicht, sondern hat nur die philosophischen, sozialen , ökonomischen Systeme im Kopf. Das meinte ich zu Beginn damit, dass er leider oft zu unklar bleibt, was er ausdrücken möchte. Aber er kommt mit dem Erfahrungswert des Menschen auch nicht weiter. Es vermindert jedenfalls nicht die Entropie. Hilfreich könnte hier zum Verständnis das Buch [b:Der Schwarze Schwan|5226454|Der Schwarze Schwan|Nassim Nicholas Taleb|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1437824581l/5226454._SY75_.jpg|2157806] sein. Daten sammeln und die Erfahrung des Menschen finden nur in der Vergangenheit statt. Wir können alle Modelle die wir entwickeln immer nur im Rückspiegel durchführen. Diese geben nie ein verlässliches Bild oder Voraussage für die Zukunft ab. Erfahrungen sind subjektiv geprägt und ebenfalls vielen Faktoren ausgeliefert, wie ua. dem Zufall, dass diese keinen Mehrwert liefern. Menschliches Verhalten ist generell extrem zufällig und folgt deutlich weniger einer Logik, als der ein oder andere annimmt. Daher geht es beim sammeln von Daten darum, diese sinnvoll zu clustern und Korrelationen und Feinheiten zu finden, die dem Menschen beim Erfassen der Welt überhaupt nicht auffallen würden. Dh. der "Lärmpegel" von dem er spricht, der durch Daten entsteht, kann durch Methoden deutlich reduziert werden. Aber da sich anscheinend aus seiner Sicht alles irgendwie transzendental zusammenfügen muss und er Informationen klar den Stempel von Positivismus = kapitalistisch= kein Eros aufdrückt, ist damit die Symbiose aus Daten und Menschlicher Erfahrung unmöglich. Warum muss denn ständig das eine gegen das andere ausgespielt werden? Mag natürlich auch sein, dass ich ihn hier missverstehe, da er zu vage und schwammig in der Ausführung bleibt.
Interessante Ansichten, wieder sehr gut dargelegt ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn ich in mehreren Punkten anderer Meinung bin. Aber ich finde, gerade das macht den Autor für mich so interessant, seine Sicht der Dinge nachzuvollziehen. Warum keine 4 Sterne? Wenn dies das erste Buch des Autors für mich gewesen wäre, sicher. So aber haben sich einige Teilargumentationen für mich wiederholt.
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Byung-Chul Han, 1959 in Seoul geboren, studierte in Freiburg im Breisgau und München Philosophie, deutschsprachige Literatur und katholische Theologie. Er war Professor für Philosophie und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Seine Publikationen, die sich u. a. mit der Kritik am Neoliberalismus beschäftigen, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ohne dass es in Deutschland zur Kenntnis genommen worden ist, hat sich Byung-Chul Han inzwischen zu einem Philosophen internationalen Ranges entwickelt: »Der meistgelesene lebende deutsche Philosoph der Gegenwart ist Koreaner: Byung-Chul Han.« (El Pais)
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Nachtrag: Desto mehr ich über das Buch nachdenke, desto schlechter finde ich es. Hier wird eine pauschale Ursache eines vermeintlichen pauschalen Problems ausgemacht und anhand dessen argumentiert. Es gibt keine Anfängliche Definition der Begriffe, die der Autor nutzt, so dass es zu Verwirrung kommt, da ua. der Positivismus in Philosophie ursprünglich eine komplett andere Bedeutung hat, als er ihn gebraucht. Wen das generelle Problem von Han's Schriften interessiert, kann das in meiner Besprechung zu Hyperkulturalität nachlesen: https://www.goodreads.com/review/show/5452395543?type=review#rating_609050474 Buch wurde jetzt nochmal abgewertet von mir. Ursprungsrezi: Anspruchsvolle Gedanken, elegant formuliert, mit der Extraportion Bildungssprache und Begriffen versehen, die teils recht wage ausdefiniert oder erklärt werden. Das Buch zu erschließen ist harte Arbeit. Bin froh zuvor schon ein bisschen in die Gedankenwelt der Philosophen eingetaucht zu sein. So konnte ich ihm zu 50% folgen. Hab das Buch 2 mal gelesen. Durch seine sehr anspruchsvolle ,elegante Ausdrucksweise, neige ich dazu, ihn sehr schnell misszuverstehen, bzw. erst gar nicht ganz zu begreifen worauf er hinaus möchte. Sehr gut gefallen haben mir die Bezüge zu Filmen und Literarischen Werken, die er ausführlich auf die Bedeutung des Eros, der Fantasie und der Dialektik des Desasters hin analysiert. Er sagst, dass unsere heutige kapitalistische, neoliberale Welt, vom Positivismus ,"Du kannst", geprägt ist und damit die Negativität ," nicht können können", der Andersheit, die sich jedem Können entzieht und wesentlich für die erotische Erfahrung ist, nicht erfährt oder erfahren kann. Es ginge beim Kapitalerwerb nicht um "das gute Leben", sondern um das "Bloße Leben", dessen "einzige Sorge" es sei "das Überleben in der Diskontuität zu sichern", "ein lebloses Leben". Bei dem Gedankengang ploppte direkt die Aussage von Norbert Bolz aus [b:Keine Macht der Moral!: Politik jenseits von Gut und Böse|60066877|Keine Macht der Moral! Politik jenseits von Gut und Böse (Fröhliche Wissenschaft)|Norbert Bolz|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1641692869l/60066877._SY75_.jpg|94716733] auf, der die These vertritt, dass eine Politik des "guten Lebens" zu Moralismus führe, der in der Politik nix zu suchen habe. Am interessantesten und nachdenkenswertesten waren für mich die Ausführungen zur Fantasie, in der u.a.auf ein Werk J.G. Ballards einging. Wir benötigen die Negativität des visuellen Entzugs. Wir benötigen die Grenzen und Schwellen, den Raum der Traumbilder und des Begehrens, sonst verschwindet die Fantasie für den Anderen und wir erleben die Agonie des Eros und damit die aktuelle Kunst-/und Literaturkrise. Heutige Grenzräume, seinen keine Schwellen und Übergänge, sondern ausgrenzende Trennungen zwischen arm und reich. Ich habe da noch keine Haltung zu. Ist jedenfalls ein Gedankengang den ich weiter verfolgen werde. Im letzten Gedankengang zur Informationsmasse und den Daten, die wir sammeln, würde ich ihm widersprechen. Kann auch dort seiner "Logik" nicht folgen. Er behauptet, dass die Informationsmasse eine Krise des Geistes auslöse, da sie entropisch sei, zu viel Lärm produziere und nur das menschliche Denken, dem Erfahrungswerte vorausgehen, eine Erkenntnis hervorbringen könne und die Entropie abschwäche. Informationen an sich seien folgenlos und verändern nichts. Ja, in komplexen Systemen sind Daten entropisch, neigen also dazu keiner Logik zu folgen, aber eben nicht in jedem Fall. Daten in medizinischen Fragen machen es möglich Granular jeden Patienten individuell behandeln zu können. [b:Die granulare Gesellschaft: Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst|24025606|Die granulare Gesellschaft Wie das Digitale unsere Wirklichkeit auflöst (German Edition)|Christoph Kucklick|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1419331800l/24025606._SY75_.jpg|43624289] ist nen tolles Buch dazu. Aber ich vermute, er meint so etwas nicht, sondern hat nur die philosophischen, sozialen , ökonomischen Systeme im Kopf. Das meinte ich zu Beginn damit, dass er leider oft zu unklar bleibt, was er ausdrücken möchte. Aber er kommt mit dem Erfahrungswert des Menschen auch nicht weiter. Es vermindert jedenfalls nicht die Entropie. Hilfreich könnte hier zum Verständnis das Buch [b:Der Schwarze Schwan|5226454|Der Schwarze Schwan|Nassim Nicholas Taleb|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1437824581l/5226454._SY75_.jpg|2157806] sein. Daten sammeln und die Erfahrung des Menschen finden nur in der Vergangenheit statt. Wir können alle Modelle die wir entwickeln immer nur im Rückspiegel durchführen. Diese geben nie ein verlässliches Bild oder Voraussage für die Zukunft ab. Erfahrungen sind subjektiv geprägt und ebenfalls vielen Faktoren ausgeliefert, wie ua. dem Zufall, dass diese keinen Mehrwert liefern. Menschliches Verhalten ist generell extrem zufällig und folgt deutlich weniger einer Logik, als der ein oder andere annimmt. Daher geht es beim sammeln von Daten darum, diese sinnvoll zu clustern und Korrelationen und Feinheiten zu finden, die dem Menschen beim Erfassen der Welt überhaupt nicht auffallen würden. Dh. der "Lärmpegel" von dem er spricht, der durch Daten entsteht, kann durch Methoden deutlich reduziert werden. Aber da sich anscheinend aus seiner Sicht alles irgendwie transzendental zusammenfügen muss und er Informationen klar den Stempel von Positivismus = kapitalistisch= kein Eros aufdrückt, ist damit die Symbiose aus Daten und Menschlicher Erfahrung unmöglich. Warum muss denn ständig das eine gegen das andere ausgespielt werden? Mag natürlich auch sein, dass ich ihn hier missverstehe, da er zu vage und schwammig in der Ausführung bleibt.
Interessante Ansichten, wieder sehr gut dargelegt ich habe das Buch gerne gelesen, auch wenn ich in mehreren Punkten anderer Meinung bin. Aber ich finde, gerade das macht den Autor für mich so interessant, seine Sicht der Dinge nachzuvollziehen. Warum keine 4 Sterne? Wenn dies das erste Buch des Autors für mich gewesen wäre, sicher. So aber haben sich einige Teilargumentationen für mich wiederholt.






