About Shame
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Laura Späth hat Soziologie, Philosophie und Literatur-wissenschaft in München studiert. Sie forscht zur Scham und setzt sich mit ihr als sozialem Phänomen und ihrem Wandel in der gegenwärtigen Gesellschaft auseinander. Auch in ihrem Podcast Unverschämt & Unbesprochen unterhält sie sich mit verschiedenen Gästen über unterschiedliche Formen der individuellen und gesellschaftlichen Scham. Sie schreibt seit vielen Jahren feministische und politische Texte für Magazine und Blogs und steht immer wieder mit ihren Poetry Slams auf der Bühne.
Posts
In "About Shame" (2021) schreibt Laura Späth über die Emotion Scham und ihre psychologische und gesellschaftliche Bedeutung. Wir schämen uns, wenn wir gegen äußere oder internalisierte Regeln verstoßen. Scham ist also eine soziale Emotion, denn sie entsteht durch die realen oder imaginierten Blicke von außen. Insofern ist Scham eng verknüpft mit gesellschaftlichen Vorstellung von Normalität. Internalisierte Scham und Beschämung halten Menschen in den Grenzen, die ihnen die Gesellschaft steckt. Anhand ihrer eigenen Biografie zeigt Späth auf, wie geschlechtsspezifisch der Umgang mit Scham ist: Da etwa Wut für weiblich gelesene Personen nicht sozial akzeptiert ist, ist sie häufig schambehaftet und wird nach innen gerichtet. Ausdruck hiervon können Essstörungen und Selbstverletzungen sein. Späth beschreibt, wie lähmend Scham sein kann, wenn sie dazu führt, dass der wertende Blick von außen immer mitgedacht wird und alles überschattet. Aber Scham ist nicht per se schlecht - im Gegenteil: Sie ermöglicht erst das Zusammenleben in einer empathischen Gesellschaft mit geteilten Werten. Schamlosigkeit ist nicht die Abwesenheit von Scham (das wäre Schamfreiheit), sondern bedeutet, die Scham zu ignorieren und mit Deckaffekten abzuwehren - etwa indem man andere beschämt oder aggressiv wird. Späths Analysen sind auch für den aktuellen politischen Diskurs interessant: Wenn Menschen eine vermeintliche "Cancel Culture" kritisieren und für sich in Anspruch nehmen, schamlos alles sagen zu dürfen, negieren sie den gesellschaftlichen Grundkonsens, dass wir einander moralisch verpflichtet sind, respektvoll miteinander umgehen und andere nicht unnötig verletzen. Schamabwehr dient hier also dazu, sich der eigenen Verantwortung zu entziehen. Wer sich schämt, will sich isolieren, sich verstecken, verschwinden. Umso mutiger ist es, dass Späth hier ihre eigenen Erfahrungen mit Scham teilt. Vor allem aber ist das Buch lesenswert, weil es aufzeigt, wie Scham gesellschaftlich als Macht- und Kontrollinstrument wirkt - im Guten wie im Schlechten. Wir sollten uns also individuell und kollektiv fragen, welche Normen wir richtig finden und durch wen wir uns wofür beschämen lassen wollen.
Heftig
Die Autorin erzählt ungeschönt aus ihrem Leben, geht auf ihre eigene Geschichte mit der Scham ein und setzt diese auch in größere Zusammenhänge. Ich hab ein paar Mal unterbrechen müssen, um besonders heftige Abschnitte erstmal sacken zu lassen. Und ich habe im Nachgang wirklich noch sehr viel über das Buch und die Scham nachgedacht.
Description
Book Information
Author Description
Laura Späth hat Soziologie, Philosophie und Literatur-wissenschaft in München studiert. Sie forscht zur Scham und setzt sich mit ihr als sozialem Phänomen und ihrem Wandel in der gegenwärtigen Gesellschaft auseinander. Auch in ihrem Podcast Unverschämt & Unbesprochen unterhält sie sich mit verschiedenen Gästen über unterschiedliche Formen der individuellen und gesellschaftlichen Scham. Sie schreibt seit vielen Jahren feministische und politische Texte für Magazine und Blogs und steht immer wieder mit ihren Poetry Slams auf der Bühne.
Posts
In "About Shame" (2021) schreibt Laura Späth über die Emotion Scham und ihre psychologische und gesellschaftliche Bedeutung. Wir schämen uns, wenn wir gegen äußere oder internalisierte Regeln verstoßen. Scham ist also eine soziale Emotion, denn sie entsteht durch die realen oder imaginierten Blicke von außen. Insofern ist Scham eng verknüpft mit gesellschaftlichen Vorstellung von Normalität. Internalisierte Scham und Beschämung halten Menschen in den Grenzen, die ihnen die Gesellschaft steckt. Anhand ihrer eigenen Biografie zeigt Späth auf, wie geschlechtsspezifisch der Umgang mit Scham ist: Da etwa Wut für weiblich gelesene Personen nicht sozial akzeptiert ist, ist sie häufig schambehaftet und wird nach innen gerichtet. Ausdruck hiervon können Essstörungen und Selbstverletzungen sein. Späth beschreibt, wie lähmend Scham sein kann, wenn sie dazu führt, dass der wertende Blick von außen immer mitgedacht wird und alles überschattet. Aber Scham ist nicht per se schlecht - im Gegenteil: Sie ermöglicht erst das Zusammenleben in einer empathischen Gesellschaft mit geteilten Werten. Schamlosigkeit ist nicht die Abwesenheit von Scham (das wäre Schamfreiheit), sondern bedeutet, die Scham zu ignorieren und mit Deckaffekten abzuwehren - etwa indem man andere beschämt oder aggressiv wird. Späths Analysen sind auch für den aktuellen politischen Diskurs interessant: Wenn Menschen eine vermeintliche "Cancel Culture" kritisieren und für sich in Anspruch nehmen, schamlos alles sagen zu dürfen, negieren sie den gesellschaftlichen Grundkonsens, dass wir einander moralisch verpflichtet sind, respektvoll miteinander umgehen und andere nicht unnötig verletzen. Schamabwehr dient hier also dazu, sich der eigenen Verantwortung zu entziehen. Wer sich schämt, will sich isolieren, sich verstecken, verschwinden. Umso mutiger ist es, dass Späth hier ihre eigenen Erfahrungen mit Scham teilt. Vor allem aber ist das Buch lesenswert, weil es aufzeigt, wie Scham gesellschaftlich als Macht- und Kontrollinstrument wirkt - im Guten wie im Schlechten. Wir sollten uns also individuell und kollektiv fragen, welche Normen wir richtig finden und durch wen wir uns wofür beschämen lassen wollen.
Heftig
Die Autorin erzählt ungeschönt aus ihrem Leben, geht auf ihre eigene Geschichte mit der Scham ein und setzt diese auch in größere Zusammenhänge. Ich hab ein paar Mal unterbrechen müssen, um besonders heftige Abschnitte erstmal sacken zu lassen. Und ich habe im Nachgang wirklich noch sehr viel über das Buch und die Scham nachgedacht.






