Bei euch ist es immer so unheimlich still: Roman | »Unterhaltsam und bewegend – ein tolles Buch.« NDR Kultur

Bei euch ist es immer so unheimlich still: Roman | »Unterhaltsam und bewegend – ein tolles Buch.« NDR Kultur

Ebook
4.3676

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Book Information

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Ebook
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337
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10.99 €

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109
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4

Vor achtzehn Jahren hat Silvia zuletzt ihr Heimatdorf und ihre Mutter besucht. Jetzt ist sie selbst Mutter und muss ihre Tochter Hanna ohne Vater aufziehen. Sie flüchtet aus ihrer lauten WG in Berlin zu ihrer Mutter Evelyn. Dort stellen sich beide Frauen ihrer Vergangenheit und nähern sich langsam wieder an.

Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Die Nachkriegszeit, in der Evelyn und Karl Ihr Medizinstudium absolvieren, als Ärzte in der selben Klink arbeiten uns schließlich Ihr Wunschkind Silvia großeziehen - und in der Gegenwart, rund um die Wende, in der Silvia nach Hause zurückkehrt. Obwohl Silvia ein absolutes Wunschkind war, konnte Evelyn keine gute Beziehung zu ihrer Tochter aufbauen. Sie fühlt sich in der Mutterrolle als Versagerin. Vieles Ungesagte führte zu Schuldgefühlen, die sie nun beide abzustreifen versuchen. Das Buch erzählt von einem Mutter-Tochter-Verhältnis, das nachdenklich macht.

4

Gestörtes Mutter - Tochter Verhältnis „ Bei euch ist es immer so unheimlich still“ , dieser Roman mit dem etwas sperrigen ( superlangen) Titel handelt vom Zurückkommen, vom Neubeginn und dem Aufarbeiten einer gestörten Mutter -Tochter Beziehung. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt und führt die Leser in die Nachkriegszeit zurück bis in die 70er Jahre und in die Gegenwart von 1989 bis zum Fall des DDR Regimes. Silvia kehrt ihrer Westberliner WG den Rücken. Mit dem „ geliehenen“ Polo eines WG Mitbewohners macht sie sich auf den Weg ins schwäbische Ildingen und taucht nach Jahren der Abwesenheit im Haus ihrer Mutter auf und präsentiert ihr die Enkeltochter Hannah. Ohne diesen kleinen Menschen hätte Silvia diesen Schritt wohl nicht gewagt. Es ist zu viel passiert zwischen Mutter und Tochter. Evelyn hat in den 1950er Jahren als Ärztin im Krankenhaus gearbeitet, keine Selbstverständlichkeit für eine Frau in dieser Zeit. Mit der Geburt ihrer Tochter war ihre Karriere dann allerdings vorbei und sie wurde Hausfrau in der Kleinstadt Ildingen im eigenen Haus mit spießiger Nachbarschaft. Und dann ist da noch Betti ihre Freundin und inzwischen Schwägerin, ein quirliger, unverheirateter Freigeist. Betti sagt was sie denkt, kümmert sich nicht ums Gerede und kurvt mit ihrem roten Flitzer viel zu schnell durch die Gegend, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird. Betti und Evelyn, das war einmal ein untrennbares Gespann, doch die Freundschaft hat gelitten seit Evelyn Karl geheiratet hat. In der Geschichte war mir Silvia auf jeden Fall näher als die schweigsame Evelyn. Ich hatte mit Silvia auch viele Nostalgiemomente, die ich sehr genossen habe. Auch wenn der Roman ein 2.Teil ist, kann man ihn unabhängig vom ersten Buch gut lesen. Ich mochte Teil 1 und habe auch die Fortsetzung sehr gerne gelesen. Der flotte , unterhaltsame Schreibstil lässt einen beim Lesen durch die Seiten fliegen. Betti war auf jeden Fall eine Lieblingsfigur. Sie hat das verstaubte Ildingen ordentlich aufgemischt. Bei den Nebenfiguren waren mir Monika und Rüdiger sehr sympathisch, Schulfreunde von Silvia, denen sie bei ihrer Rückkehr in die Heimat wiederbegegnet. Wer Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen mag, der wird sicherlich Freude an der Geschichte haben. Zur Vertiefung gerne beide Bücher lesen!

4.5

So gut! Zwei Frauen, Mutter & Tochter… eine Familiengeschichte … eng miteinander verbunden und gleichzeitig durch langes Schweigen getrennt. Während man liest, merkt man nach und nach, wie viel Unausgesprochenes zwischen den Zeilen steckt. Wie sehr kann das, was nie ausgesprochen wurde, ein ganzes Leben beeinflussen? Brechen Sie das Schweigen?

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen – in den 60er- und 70er-Jahren in einem badischen Dorf und dann wieder 1989, von Berlin ausgehend, kurz vor der deutschen Wende. Dieses Zusammenspiel hat mir richtig gut gefallen. Es ist nicht dramatisch im großen Stil, sondern eher leise erzählt – aber genau das hat mich berührt & auch gefesselt. Dieses Dorf… Fiktiv, alle Menschen mit badischem Dialekt, so gut beschrieben, dass ich ständig Bilder im Kopf hatte. Auch die unterschiedlichen Figuren sind einfach toll gezeichnet: Tante Betti, viel zu laut, viel zu emotional in ihrem knallroten BMW „Wolf“… Rüdiger, der Automechaniker von nebenan oder Monika, die Avon-Beraterin, auf dem schwarzen Kunstledersofa. Das sind keine Sidecharaktere, sondern Menschen mit Ecken, Kanten und ganz viel Herz. Und dann die vielen Alltagsmomente … Für mich Nostalgie pur. Abendliche Schnittchen mit Aufschnitt und Gürkchen. Fernsehabende mit der Lindenstraße, Herzblatt oder Liebling Kreuzberg. Auch die „Rudi Carrell Show“ läuft… und im Walkman läuft „Eternal Flame“ von The Bangles oder „In the Air Tonight“ von Phil Collins. Ich war sofort wieder in dieser Zeit. Meine Zeit. Vieles fühlte sich einfach sehr vertraut an, denn das Buch ist auch eine kleine Reise durch deutsche Geschichte. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Poetisch, anrührend, manchmal melancholisch, dann wieder klar und direkt. Diese Mischung aus leisen und malerischen Tönen. Es hat mich stellenweise an Mariana Leky und „Was man von hier aus sehen kann“ erinnert – dieses Warmherzige, dieses feine Beobachten. Ich mochte das Buch sehr!

4.5

Nostalgie pur „Was hätten die Leut wieder gedacht“ Um dieses Thema dreht sich in dieser emotionalen Familiengeschichte ganz viel. Die Geschichte spielt einerseits 1989 und zwar vor, während und nach der Wende und beginnt in Berlin Kreuzberg bei Silvia und Baby Hannah. Der zweite Handlungsstrang spielt von 1950-1971 in Ildingen, einem fiktiven Ort in Süddeutschland. Dort erfahren wir wie Evelyn, Silvia‘s Mutter gelebt hat. „Nicht verwöhnen, nicht verwöhnen, nicht verwöhnen“, murmelte Evelyn wie eine Beschwörung vor sich hin. Milch alle vier Stunde, nicht gleich beim ersten Weinen trösten, das Kind daran gewöhnen, dass es nicht ständig getragen wurde…“ „Das waren die Regeln für ein zufriedenes, gedeihendes Kind und Evelyn hielt sich präzise daran.“ Ihre Gedanken über eine Farbfotografie eines Fötus: „Unendlich allein, dachte Evelyn…“ „Dieses Kind ist wie ich, dachte sie. Behütet, versorgt und trotzdem allein, ausgeliefert und nutzlos.“ Mit dem Auftauchen der Enkeltochter Hannah ist Evelyn plötzlich mit neuen, ungewohnten Gefühlen konfrontiert. Und sie gelangt zudem zur Erkenntnis, dass sie genau wie ihre eigene Mutter agiert (hat). Ob die Mutter-Tochter Beziehung von Evelyn und Silvia heilen darf, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Nur soviel: die Reflexionen übers Muttersein sind gehaltvoll. Hervorzuheben sind auch die tollen Nebencharaktere: die lustige und liebenswerte Tante Betti, Nachbar Rüdiger und Freundin Monika, welche Ildingen bisher noch nie verlassen haben. Besonders gut gefallen hat mir die spürbare Nostalgie. Ein schönes Beispiel dafür ist Rüdiger. Die Sequenz, bei dem in der Kassette von seinem Walkman ein Kabelsalat entsteht. Aber auch das Wiederaufleben von Musik wie den Eternal Flames „do you feel the same“ und Phil Collins mit „in the air tonight“ oder Roxette tragen zum nostalgischen Erlebnis bei.

3

Deutsche Geschichte zum Anfassen

Ich mag Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven, die in unterschiedlichen Zeiten/Jahren spielen. Und dabei Geschichte erzählen- so wie sie vermutlich in vielen deutschen Familien war. Präsent und doch weit weg.... Schön zu lesen, ich mochte bereits den ersten Teil . Leider fehlt mir hier ein bisschen was am Ende, aber vielleicht plant die Autorin ja Teil 3😁 ...

5

Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen: in der Nachkriegszeit und in der Zeit der Wiedervereinigung. Ort der Handlung ist das fiktive Ildingen in der schwäbischen Provinz. In dieser Spießeridylle gelingt es Evelyn in den 50er Jahren protegiert durch ihren Mann, den Medizinprofessor Klaus, nach erfolgreichem Abschluss ihres Medizinstudiums eine Stelle als Ärztin am Krankenhaus im nahen Stuttgart zu besetzen. In dieser wird sie nie ernst genommen, ist es doch die Rolle der Frau, ihrem Mann als Mutter und Haushälterin zu dienen. Als dann 1956 endlich das lang erwartete Töchterchen Silvia zur Welt kommt, übernimmt sie natürlich diese Rolle, ohne ihr jemals gerecht zu werden. Heraus kommt eine völlig verkorkste Beziehung zu ihrer Tochter. Als diese endlich dazu in der Lage ist, bricht sie aus und flüchtet in die alternative Freiheit der Großstadt Berlin, "das beste Versteck, das sie je gefunden hatte". Als Silvia 1989 selbst Mutter einer Tochter namens Hannah, aber vom Erzeuger ihrer Tochter sitzen gelassen worden ist, packt sie das Baby ein und fährt los in die schwäbische Provinz. Das ist die Plattform, auf der die Autorin in zunehmend spannender, teils dramatischer Erzählweise die beiden Zeitebenen zusammenführt. Beeindruckend!

4.5

4,5 🌟🌟🌟🌟✨von 5! Ein tolles, emotionales Buch, das mich auch nach dem Lesen noch eine ganze Weile beschäftigt hat.

Ich gebe dem Buch 4,5 von 5 ⭐️ Auch wenn mir der erste Band noch ein kleines bisschen besser gefallen hat, ist auch Bei euch ist es immer so unheimlich still absolut lesenswert. Besonders die Zeitsprünge zwischen dem Ildingen der 1950er Jahre und Berlin/Ildingen 1989 haben für mich eine besondere Spannung erzeugt. Nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen und zeigen, wie sehr Entscheidungen, Geheimnisse und unausgesprochene Wahrheiten das Leben vieler Menschen beeinflussen können – ein Thema, das mich immer wieder fasziniert. Ich mag den Schreibstil von Alena Schröder sehr. Ich bin direkt gut in die Geschichte hineingekommen und habe die Figuren schnell ins Herz geschlossen. Gerade die Charaktere machen das Buch für mich besonders, weil sie so lebendig und nahbar wirken. Ein tolles, emotionales Buch, das mich auch nach dem Lesen noch eine ganze Weile beschäftigt hat. Für mich definitiv 4,5 von 5 Sternen wert.

4,5 🌟🌟🌟🌟✨von 5! Ein tolles, emotionales Buch, das mich auch nach dem Lesen noch eine ganze Weile beschäftigt hat.
4.5

Zwei Frauenleben, zwei Zeiten und die Suche nach Liebe und Verständnis. Als Sylvia 1989 in ihrem Heimatstädtchen ihre Mutter besucht, treffen zwei Welten aufeinander. Sylvia, selbst gerade Mutter geworden, sucht nach Antworten um ihre eigene Entwicklung zu verstehen und um von ihrer Mutter Antworten zu erhalten. Während der Wochen, die die beiden miteinander erleben, wird feinfühlig beschrieben wie Grenzen überwunden und Verständnis aufgebaut wird. Ein Buch, das nachwirkt, aber auch spannend, anschaulich geschrieben ist.

5

Alena Schröder macht in ihrem Roman „Bei euch ist es immer so unheimlich still“ damit weiter, womit sie bei ihren Debütroman „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ aufgehört hat; eine intensive und berührende Familiengeschichte zu schreiben. Wir dürfen eintauchen in diese Geschichte und erleben, was passiert, wenn ankommen nicht zu Hause ist und was generationsübergreifende Traumata und die Gesellschaft in der die handelnden Personen leben mit ihnen machen. Es ist der Blick vor allem auf die Frauen der Familie und somit auch ein Roman, welcher mit der Lupe einen Blick auf die vermeintliche Rolle der Frau in der jeweiligen Zeit wirft. Ich mag den Schreibstil von Alena Schröder und dass der Roman an den verschiedenen Ecken seiner Erzählung mit überraschenden Wendungen aufwartet.

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5

Eine gut geschriebene Familien Geschichte die die zeit von 1969 - 1989 erzählt

#Leseeindruck Bei euch ist es immer so unheimlich still von Alena Schröder Eine gut geschriebene Familien Geschichte die die Zeit von 1969 - 1989 erzählt Dies war mein erstes Buch von Alena Schröder und ich muss sagen es hat mir sehr gut gefallen. Der Zeitabschnitt der Erzählung hat mich total begeistert. Vieles aus der Zeit hat man ja selber Hautnah mitbekommen. Es geht in dieser Geschichte um die 33 jährige Silvia, Tochter eines Ärzte Ehepaar die nach vielen Jahren nach Hause zurückkehrt. Es ist ein Buch über Aufbruch und ankommen. Es geht um verstehen, Geheimnisse und das Schweigen der Menschen. Das Leben in einem kleinen schwäbischen Dorf, im krassen Gegensatz zum freien Berlin ist immer wieder Thema. Ich habe mich in der Geschichte trotz vieler Konflikte sehr wohl gefühlt. Das Buch bekommt 5 von 5 Sterne von mir.

3

Das Buch liest sich gut und schnell. Es weckt die Neugier durch die Aufteilung in zwei Zeitstränge, die auch historische Ereignisse einfließen lassen. Das große Thema ist das Schweigen über Ereignisse in der Familie. Mich hat die Geschichte nicht erreicht , da mir die Personen fremd blieben. Vor allem die Haltung und Härte von Evelyn konnte ich nicht nachvollziehen. Es ist eine seltsame Distanz die ich zu fast allen Personen empfand, ohne dass ich genau sagen kann, woran das liegt. Sprachlich bot das Buch für mich ebenfalls keine Herausforderung.

4

Ein gelungenes Werk über das, was in Familien unausgesprochen bleibt. Sehr empfehlenswert!

4.5

Eine bewegende Geschichte mit Charakteren, die man allesamt zu lieben lernt. In einem melancholischen Grundton lacht und weint man sich durch die Erzählung, deren Ende sich einfach richtig anfühlt. Die stilistischen Zeitsprünge fühlten sich erst ungewohnt an, haben jedoch für unaufgeregte Spannung gesorgt, durch die man das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Einfach gut.

4

Interessanter Roman über familiäre Probleme der Vergangenheit und deren Aufarbeitung im Erwachsenenalter

3

Eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung, Verletzungen, Enttäuschungen und Familiäre Geheimnisse prägen dieses Buch. Hat mich nicht so überzeugen können.

3.5

Ein Buch, welches erst später nachwirkte

Besonders die Mutter-Tochter-Beziehung von Evelyn und Sylvia hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ihre Distanz, ihre Unausgesprochenheit und die Last der eigenen Geschichte ziehen sich wie ein feiner Faden durch die Erzählung. Es war ein Buch, in das ich anfangs schwer reingefunden habe, weil ich Evelyn oft nicht verstand und ihre Entscheidungen mich manchmal ratlos zurückließen. Durch Sylvias Urvertrauen in ihr Muttersein und die Liebe zu ihrer Tochter – „…ich werde Hanna mit so viel Liebe überschütten…“ – wurde ich selbst noch einmal daran erinnert, wie wichtig es ist, Liebe nicht nur zu fühlen, sondern sie auch zu zeigen und zu kommunizieren. Ein leises, aber nachhallendes Buch, das innerlich viel in Bewegung setzt – auch wenn nicht jede Figur leicht zugänglich ist.

5

Noch mehr Familiengeheimnisse spannend erzählt!

4.5

Wow, was für eine beinahe-Fortsetzung!

Ich bin fast durch diesen Roman geflogen und begeistert. Auch "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" hatte mir schon gut gefallen, aber dieses Buch schließt Lücken aus dem Vorgänger, die nicht mal da gewesen sind. Das Buch ist eigenständig lesbar, entwickelt seine ganze Kraft aber erst im Paar. Leider sind mir manche Charakterbrüche bezüglich Silvia zwischen den beiden Büchern unklar, aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt.

4

„Bei Euch ist es immer so unheimlich still“ ist der zweite Roman von Alena Schröder, die mich mit ihrem Romandebut „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ vor zwei Jahren schon überzeugen konnte. Daher habe ich mich auch sehr gefreut, dass in ihrem neuen Roman die Geschichte von Evelyn Borowski weitererzählt wird. „Bei Euch ist immer alles so unheimlich still“ beleuchtet Evelyns Leben zwischen den beiden Zeitebenen aus „Junge Frau, am Fenster stehend…“ und macht Evelyns Lebensgeschichte dadurch wunderbar rund. Vor allem geht es hier um Evelyns Verhältnis zu ihrer Tochter Silvia, das alles andere als einfach ist. Wie ich es mir erhofft habe, bin ich sehr gut in das Buch reingekommen. Die schöne, leicht zu lesende, vor allem aber auch sehr bildhafte Sprache und das 80er-Jahre Feeling mit bekannten Hits, der nervigen Avon-Beraterin und den Schnittchen (das kenne ich alles!) haben mich richtig in die Zeit und das Buch eintauchen und versinken lassen. Doch auch wenn ich wirklich gerne zu dem Buch gegriffen habe, so kann es leider doch nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten. Es ist gut möglich, dass Menschen, die weniger lesen als ich, das Buch total überzeugend finden, während ich es in weiten Teilen vorhersehbar fand und oft erahnen konnte, wohin die Reise geht. Auch die teilweise extrem klischeehaften Nebenfiguren außerhalb von Evelyn Familie fand ich echt anstrengend und nervig. Aber ich muss der Autorin zu Gute halten, dass zumindest eine Nebenfigur mich dann noch ein wenig überraschen konnte. Im Gegensatz zu den Nebenfiguren sind die Figuren der Familie Borowski gut und glaubhaft dargestellt. Ich bin schon oft sehr nah an ihnen dran. Evelyn, die sich so oft selbst im Weg steht mit ihrer Beherrschtheit und Silvia, die so viel Liebe zu geben hat, aber selbst so viel Liebe und Anerkennung in ihrem Leben sucht, nicht nur von Männern. Gerade die Mutter-Tochter-Beziehung, die Konflikte und Missverständnisse sind richtig gut dargestellt. Das war mitunter sehr intensiv und hat mir Tränen – teilweise auch Tränen der Wut – in die Augen getrieben. Auch wenn mein Leben glücklicherweise so gar nichts mit dem Leben von Evelyn oder Silvia gemeinsam hat, so konnte ich ihre Gefühle wirklich gut verstehen, konnte mich so gut in sie reinversetzen. Mit etwas Abstand bewerte ich das Buch inzwischen besser, als direkt nachdem ich es beendet habe. Ich mag es, dass Evelyns Geschichte aus „Junge Frau …“ hier so glaubhaft abgerundet geworden ist. Auch wenn man die Bücher grundsätzlich unabhängig voneinander lesen kann, weil sie unterschiedliche Fokusse haben., gehören sie für mich definitiv zusammen und ich bin froh, sie gelesen zu haben.

4

Für mich kommt das Buch nicht an "Junge Frau..." heran, ich fand's aber trotzdem gut. Wirklich packend wurde es erst ab der Hälfte, da hier kein Aufhänger wie das verschwundene Bild im ersten Buch war, kein richtiger roter Faden, sondern eher chronologisch erzählt wurde, was über die Jahre passiert ist. Für mich war es ganz interessant, einfach weil ich das erste Buch gelesen hab, mir die Figuren bekannt waren und ich wissen wollte, wie ihre Geschichte aussieht. Ob das Buch für Menschen, die "Junge Frau..." nicht gelesen haben, auch so ist, weiß ich nicht. Ich würde sagen Nein, aber das muss jede*r selbst wissen.

5

Mindestens ebenso gut, wie der Vorgängerroman.

3

Nach dem beeindruckenden Debüt "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" setzt Alena Schröder in diesem Roman die deutsche Familiengeschichte fort. Die Handlung findet auf zwei Zeitebebenen statt, einmal begegnen wir der Arztfamilie Borowski im beschaulichen Kleinbürgertum der 1950/1960er Jahre und Ende der 1980er Jahre düst Silvia Borowski mit Baby im Gepäck von Berlin in die schwäbische Heimat zurück, um sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen. Evelyn, Silvia und Hannah Borowski sind für die Leserschaft von Alena Schröders erstem Roman natürlich keine Unbekannten. Auch neue Figuren fügen sich ganz natürlich in die Geschichte ein. Hier stehen besonders die unangepasste Tante Betti, der Nachbar Rüdiger und der mysteriöse Georg im Fokus. Zwischen der Zeit von Dr. Oetker Rezepten mit Gelinggarantie bis hin zu den Diskosongs von Roxette u.a. entwirrt die Autorin das Knäuel aus unausgesprochenen Gefühlen, unangenehmen Wahrheiten und Geheimnissen. Auch wenn man den Vorgänger nicht gelesen hat, wird man hier eine eigenständige, abgeschlossene Erzählung vor finden. Soweit so gut, mag man jetzt denken. Aber das Gefühl, etwas Wichtiges würde dieser Geschichte fehlen, will auch nach Abschluss der Lektüre nicht weichen. Ist es der "Zauber des Anfangs", der diesem Roman ganz natürlich fehlt? Oder die hohen Erwartungen, die durch das Debüt geweckt wurden und nicht erfüllt werden können? Auch wenn der Finger nicht ganz sicher auf den vermeintlichen Mangel gelegt werden kann, kommen nach etwas Nachdenken doch einige Irritationen zu Tage. Die Figuren sind zwar nett gezeichnet, bleiben aber doch etwas zu glatt. Klischeehaft ist vielleicht etwas zu hart, aber insgesamt bleibt man als Leser doch innerlich auf Distanz. Auch werden einige Ereignisse im Leben der Protagonisten aus dem 1. Roman nicht ganz harmonisch in die Weiterführung der Geschichte übernommen. Keine Frage: bei diesem Roman handelt es sich um eine solide Erzählung, der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte schlüssig erzählt mit ganz vielen zeitgenössischen Aspekten deutscher Historie. Aber das Besondere, welches im Debüt lebhafte Bilder vor dem inneren Auge entstehen ließ, fehlt. FAZIT So sehr ich den aktuellen Roman von Alena Schröder lieben wollte, konnte ich das Gefühl der Enttäuschung leider nicht ganz abstreifen. Sehr schade.

3

Ein wirklich gutes Buch über eine Mutter-Tochter-Beziehung, Schuld und Vergebung, über Liebe und Verletzungen. Leicht und flüssig geschrieben. Man konnte leicht eintauchen und mitschwimmen. Allerdings auch etwas vorhersehbar. So richtig gepackt hat es mich nicht. Dennoch empfehlenswert für leichte Sommertage in der Hängematte.

5

Toll erzählter Mutter-Tochter-Roman, die sich beide ihrer Vergangenheit stellen müssen, um sich eine neue Zukunft zu bauen.

5

Was für ein gutes Buch! Von Anfang bis Ende mitreißend teilweise spannend. Eine tragische Familiengeschichte, die vielschichtig ist und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird. Eine absolute Leseempfehlung.

5

Erinnert mich ein wenig an Dörte Hansen. Wirklich schön zu lesen und mit einer gewaltigen Sogwirkung.

3

Liest sich gut, doch leider sind mir die Charaktere etwas zu platt. Story ein wenig lahm.

4.5

Es ist im eigentlichen Sinne die Fortsetzung von „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“. Man kann beide Bücher ohne das Vorwissen des anderen lesen. Mich hat „Junge Frau, am Fenster stehend …“ tatsächlich einen Tick mehr gefesselt. Trotzdem war dieses Buch ein Highlight. Viele Fragen, die im ersten Teil offen geblieben sind, wurden beantwortet. Im Mittelpunkt steht die Mutter-Tochter- Beziehung von Evelyn und Sylvia. In zwei Zeitebenen (1989 und 50/60er Jahre) wird beeindruckend dargestellt, warum diese so belastet ist. Das einengende und festgelegte Leben in einer schwäbischen Kleinstadt wird ebenso gut dargestellt wie die Grenzen für eine Karriere einer Frau in der früheren Zeit. Ich habe das Buch gelesen und gehört. Als Hörbuch fand ich es einen Genuss … Von mir gibts eine klare Leseempfehlung für ein stilles Buch über viele Facetten des Lebens.

5

Super!!! Die Personen sind sehr gut dargestellt. Ich habe mitgefühlt und es war wirklich sehr bewegend. Absolute Empfehlung!

5

Das zweite tolle Buch von Alena Schröder

Zwei Handlungsstränge. Einmal in den 60/ 70ern und einmal in den späten 80ern. Mutter und Tochter führen eine schwierige Beziehung, wenn man es lange Zeit überhaupt so nennen kann. Die Geburt der Enkelin verändert etwas bei beiden Frauen und sie nähern sich auf ihre eigene Art und Weise an. Auch das zweite Buch von Alena Schröder hat mich erneut in den Bann der geschilderten Familiengeschichte, gezogen.

4

Ein wirklich gelungenes Prequel zu „Junge Frau am Fenster stehend Abendlicht blaues Kleid“. Es hat mich nicht ganz so gepackt wie sein Vorgänger aber die Geschichte ist schön und lässt einen ein bisschen in die Nachkriegsjahre und die Zeit um die Wende 1989 eintauchen. Mir hat es gefallen.

4

Hat mir auch wieder gut gefallen, liest sich wirklich nett. Es kommt nicht ganz an den ersten Teil heran, aber besonders die zweite Hälfte des Buches deckt Hintergründe auf.

5

Tiefgründige Mutter-Tochter-Geschichte

Alena Schröder erzählt die Vorgeschichte zu "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid". Der Roman steht aber für sich und erzählt eine abgeschlossene Geschichte. Silvia Borowski verlässt Berlin in einem "geliehenen" Auto mit ihrer vaterlosen Tochter auf dem Beifahrersitz und fährt zum ersten Mal seit Jahrzehnten in ihre Heimat in der süddeutschen Provinz. Dort trifft sie auf ihre Mutter Evelyn, von deren Leben in den 1950er Jahren in Rückblicken erzählt wird. Eigentlich hat sie alles erreicht, was man sich als Frau in diesen Zeiten wünschen konnte (ein liebevoller Mann, ein Haus, ein Kind), aber ihren Beruf als Ärztin übt sie nicht mehr aus. Und die Freundschaft zu ihrer Schwägerin Betty ist auch getrübt. Wie der Titel schon sagt, gibt es zwischen Mutter und Tochter viel Unausgesprochenes, viele Verletzungen und bei beiden das Gefühl, versagt zu haben. Der Autorin gelingt es sowohl die Nachkriegszeit als auch die Wendezeit lebendig werden zu lassen und gleichzeitig die beiden Hauptfiguren trotz aller Schwächen den Leser*innen nahe zu bringen. 5 von 5 Sternen

Tiefgründige Mutter-Tochter-Geschichte
3.5

So toll ich "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" fand, so schwach fand ich dieses hier. Schade.

3

Kann man bzw. frau lesen, kann es aber auch bleiben lassen Eines der Bücher, die hinterher so ein schales Gefühl hinterlassen Das Beste am Buch ist der Titel

5

Das zweite Buch, das ich im Rahmen des Buchclubs gelesen habe. Bis auf die Storyline um Georg, die ich wirklich nicht gebraucht hätte, hat mich das Buch sehr gepackt. Eine wirklich schöne Schilderung komplexer Familienverhältnisse und einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung, hab das Buch nicht oft aus der Hand gelegt und fand das Lesen sehr kurzweilig.

5

Auch der zweite Teil ist gut gelungen, auch wennnimmer noch einige Fragen offen bleiben. Was schweigen so alles anstellen kann, das verdeutlich dieses Buch ganz gut. Was auch Generationen später noch aufgearbeitet werden kann und muss aber auch

4.5

Inhalt: 1989: Silvia wohnt als Hausbesetzerin in einer WG in Berlin. Ihr Baby ist nun wenige Monate alt, der Vater des Kindes möchte nichts mit ihr zutun haben und auch bei ihren Mitbewohnern eckt sie zunehmend an. Kurzerhand wird einem davon der Polo geklaut, ihre Tochter Hannah in einen Wäschekorb gelegt und die lange Fahrt in die Heimatstadt Ildingen angetreten. Ihren Heimatort hat Silvia nach ihrer Zeit im Internat nicht ohne Grund komplett hinter sich gelassen, den Kontakt zu ihrer wohlhabenden Familie abgebrochen. Doch vielleicht ist es genau jetzt an der Zeit, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Silvias Mutter Evelyn lebt nach wie vor in Ildigen, ihr Mann ist verstorben und die Ärztin inzwischen in Pension. Dass ihre Tochter – und dann auch noch mit Enkeltochter – plötzlich nach so langer Zeit wieder vor ihr steht, tritt einiges in ihrem Leben los. In emotionalen Rückblicken in die 50er und 60er Jahre erfahren wir stückweise immer mehr über Evelyns Vergangenheit und Silvias Kindheit und Jugend. Auch für Evelyn bricht nun eine Zeit der Veränderung an. Hier können Mutter und Tochter auf jeden Fall beide noch etwas voneinander lernen und eventuell ja sogar gemeinsam einen weiteren Schritt nach vorne machen. Meine Meinung: Dieses Buch ist einfach wundervoll. Alena Schröder erzählt in "Bei euch ist es immer so unheimlich still" eine Familiengeschichte, die mit unterschiedlichen Zeitsträngen, tiefen Emotionen und gut ausgestalteten Charakteren überzeugen kann. Dass Mutter und Tochter sich doch nicht so unähnlich sind, wie zumindest eine von ihnen immer geglaubt hat, dürfen wir im Laufe der Geschichte auch aus Rückblenden erfahren. Gerade Evelyns Erzählstrang lässt uns spüren, wie schwer es eine emanzipierte Frau in den 50er und 60er Jahren hatte, selbst mit einem liebevollen und offenen Ehemann an ihrer Seite. Doch auch Ende der 80er hat Silvia es als alleinerziehende Mutter mit unkonventionellem Lebensstil in ihrem beschaulichen Heimatort wahrlich nicht leicht. Die Ausreißerin kommt nach Hause, was ohnehin in den seltensten Fällen leicht ist, aber dann auch noch mit Baby und ohne Mann dazu? Fast schon ein Skandal, auch noch 1989! Die Einblicke in die Vergangenheit beider Hauptfiguren haben mich von Seite eins an mitfühlen lassen, sodass sich eine regelrechte Sogwirkung aufgebaut hat. Auch die Nebencharaktere sind gut gezeichnet und erhalten viel Tiefe, wodurch ein umfassendes Bild der jeweiligen Zeit und vor allem auch der Heimatstadt Ildingen vermittelt wird. Der Roman überzeugt mit Authentizität, Emotionen und Zeitgeist. Wir möchten das Buch unbedingt allen Belletristik-Freunden ans Herz legen, es ist einfach wundervoll. „Silvia ahnte, was die alteingesessenen Ildinger von ihnen hielten: gar nichts.“

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2

Enttäuschung

Band 1 habe ich geliebt und auch sehr oft weiter empfohlen. Hier habe ich mich bald gelangweilt und es zweimal versucht mich nicht zu langweilen. DNF.

4

Schöne Vorgeschichte zu" Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid." hat mir gut gefallen.

5

Mit viel Aufmerksamkeit und Liebe für die Protagonistinnen

Ich hab mich sehr auf die Fortsetzung der Geschichte gefreut. „Junge Frau am Fenster stehend…“ war für mich ein paar Jahre davor absolut der Roman des Jahres, als es erschien. „Bei euch ist es immer…“ fand ich nicht ganz so stark, aber auch richtig gut. Das Buch erzählt auch ganz anders, langsamer, mit mehr Details und Aufmerksamkeit für die Protagonistinnen. Genau das mochte ich aber sehr. Was ich auch sehr mag an beiden Büchern: dass das Ende einen sehr versöhnt zurücklässt, ohne total überzogen zu sein oder das ultra-Happy-End zu feiern. Alena Schröder kann einfach richtig gut schreiben. Punkt.

5

Alena Schröder hat wieder einen wunderschönen Roman geschrieben. Silvia und Evelyns Geschichte zu lesen war ein Erlebnis

5

Sehr gutes Hörbuch. Ich glaub ich muss "Junge Frau, am Fenster stehend......" nochmal lesen.....bzw. hören.

5

Ich habe den Vorgängerroman "Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" sehr geliebt, und deshalb war für mich auch klar, dass ich "Bei euch ist es immer so unheimlich still" lesen würde. Vor allem, weil hier Silvia betrachtet wird, die im anderen Buch bereits tot ist. Ich war sicher, dass ich hier ein weiteres Puzzlestück für die komplexe Familiengeschichte erhalten würde. Wie schon bei "Junge Frau..." spielt der Roman zu verschiedenen Zeitebenen. Die erste beginnt in den 50er und zieht sich bis in die 70er Jahre. Evelyn hat es geschafft: Sie hat ihr Medizinstudium beendet und arbeitet zusammen mit ihrem Mann, der ebenfalls Arzt ist, in einem Krankenhaus. Was macht es da schon aus, dass sie in dem süddeutschen Örtchen Ildingen als Zugezogene nie richtig ankommt? Als Evelyn dann auch mit Silvia ein Kind bekommt, scheint alles perfekt. Doch Evelyn merkt schnell, dass Hausfrau und Mutter sein sie nicht ausfüllen, und sie vermisst ihre Arbeit. Hinzu kommt, dass Evelyn keine richtige Verbindung zu ihrer Tochter findet. Ende der 80er Jahre reist Silvia von Berlin nach Ildingen. Seit über 15 Jahren ist sie nicht mehr dort gewesen, und sie kommt nicht allein. Silvia hat kürzlich ihre Tochter Hannah bekommen. Der Vater hat kein Interesse, mit beiden eine Familie zu sein, und die hippe WG scheint Silvia plötzlich nicht mehr der richtige Ort, um ihre Tochter aufzuziehen. In Ildingen wird Silvia dann von der Vergangenheit eingeholt, und nach und nach erfahren die Lesenden, warum sie damals verschwunden ist. Das Buch ist leiser als "Junge Frau..." und konzentriert sich stark auf die komplexe Beziehung zwischen Evelyn und Silvia. Ich war betroffen zu lesen, wie Evelyn aus Angst, keine gute Mutter zu sein, die Ratschläge aus diesen schrecklichen Erziehungsratgebern von Johanna Haarer befolgt, und dass, obwohl sie sich sichtlich unwohl damit fühlt. Auch später will sie vor allem, dass Silvia "funktioniert", da es der Beweis für ihre gute Mutterschaft ist. Zu lesen, wie dann später eine Annäherung zwischen Mutter und Tochter stattfindet und das trotz aller Unfähigkeit, offen zu kommunizieren, die Gräben zwischen den beiden zumindest etwas schmaler werden, hat mich berührt. Die beiden Frauen fühlen sich authentisch und dreidimensional an. Aber auch die anderen Charaktere, insbesondere Betti und Rüdiger, sind gut ausgearbeitet und mir schnell an Herz gewachsen. Zudem fängt der Roman gut die Atmosphäre in einem kleinen Dorf zur Zeit des Wirtschaftswunders ein: Unter aller gutbürgerlichen Bequemlichkeit lauern die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und der Nazizeit direkt unter der Oberfläche und beeinflussen das Verhalten der Figuren maßgeblich.

4

Toll geschriebene, auf jeden Fall lesenswerte Mutter-Tochter- Geschichte zum Fühlen, Schmunzeln, Nachdenken. Ich bin so gerne in die schicksalhaften Lebensabschnitte der verschiedenen Familiemitglieder eingetaucht, so authentisch und nah. Auf Anrat im Podcast Zwei Seiten habe ich dieses Buch vor dem Roman "Junge Frau, am Fenster stehend..." gelesen, obwohl er früher erschienen ist. Somit freue ich mich jetzt noch auf die "Fortsetzung" der Familiengeschichte. Ich glaube, es kann nur gut werden

4.5

Gelungene Fortsetzung mit vielen Facetten und interessanten Einblicken in die Gesellschaft der 60er bzw. Wendezeit.

5

Drei Frauen und ihre miteinander verwobenen Geschichten. Geschichten voller Schweigen, voller Ansprüche, Geschichten des Scheiterns, aber auch Geschichten des Weitermachens. Silvia verlässt 1989 mit ihrer Tochter Hannah die WG in Westberlin, um wieder Kontakt mit ihrer Mutter Evelin aufzunehmen. Evelin hat Medizin studiert, musste dann nach der Geburt ihrer Tochter aber Ehefrau und Mutter werden, weil das in der Kleinstadt in den 50ern halt so war. Glücklich war sie aber nur in ihrem Beruf. Silvias Tante Betti, lange das schwarze Schaf der Familie, kümmert sich gerne um ihre kleine Nichte. Hier bekommt Silvia, was die Mutter ihr nicht geben kann: Liebe. Im Laufe des Buches erfahren wir zunächst, welche Abgründe es in einer Familie gibt. Im letzten Viertel gibt es dann einige überraschende Wendungen, die einerseits erklären, wie es zu diesen Verwerfungen kommen konnte und andererseits gibt es neue Hoffnung. Ein ganz hervorragendes Buch mit stark gezeichneten Figuren, einem Einblick in die Moralvorstellungen der Zeit vor 1968 und einem deutlichen Spannungsbogen, der mich schon an einen guten Krimi erinnert.

5

Ein tolles Buch!!! Eine Beziehung zwischen Mutter und Tochter die langsam auftaut. So viel ungesagtes und viele Missverständnisse zwischen den Generationen.

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