Incels
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Description
Book Information
Author Description
Veronika Kracher, 1990 in München geboren, beschäftigt sich mit der Incel-Subkultur, der Alt-Right, Imageboards wie 4chan und Rechtsterrorismus – irgendjemand muss es ja tun. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Feminismus und Patriarchatskritik, Antisemitismus, Literaturtheorie und Popkultur. Regelmäßige Publikationen u. a. in »konkret«, »Jungle World«, »Neues Deutschland« und »Antifaschistisches Infoblatt«. Wenn sie sich nicht gerade durch die Sümpfe toxischer Online-Kulturen wühlt, guckt sie Horrorfilme, liest Romane von Gisela Elsner, spielt Video- und Pen-and-Paper-Rollenspiele, besucht Postpunk-Konzerte und trinkt Wein.
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Incels: Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults – Veronika Kracher In diesem Buch geht es um die sogenannte Incel-Szene, also Online-Communities von Männern, die Frauen die Schuld daran geben, dass sie keine Beziehung oder keinen Sex haben. Veronika Kracher erklärt, wie diese Szene entstanden ist, welche Sprache und Memes dort benutzt werden und warum aus genau solchen Online-Welten immer wieder echte Gewalt entsteht. Dabei geht es auch um Attentäter wie Elliot Rodger oder Alek Minassian, die innerhalb der Szene teilweise bis heute gefeiert werden. Was mich beim Lesen ehrlich gesagt am meisten getroffen hat: Dieses Buch zeigt ziemlich deutlich, dass Incels kein komplett absurdes Randproblem aus irgendeiner dunklen Ecke des Internets sind. Vieles wirkt erstmal extrem oder vollkommen gestört und trotzdem erkennt man immer wieder bestimmte Denkweisen wieder, die gesellschaftlich längst normalisiert sind. Genau das fand ich richtig unangenehm. Besonders spannend fand ich die Kapitel über die Sprache und Dynamiken dieser Foren. Diese Mischung aus Ironie, Selbstmitleid, Frauenhass und angeblichem „Humor“ wirkt nach außen teilweise fast lächerlich und genau dadurch wird vieles verharmlost. Das Buch zeigt ziemlich gut, wie solche abgeschotteten Online-Gruppen funktionieren, in denen sich Menschen immer weiter gegenseitig in ihrem Hass bestätigen. Das Buch zeigt ziemlich deutlich, warum solche Ideologien überhaupt entstehen und warum sie so gefährlich werden können. Beim Lesen hatte ich oft dieses unangenehme Gefühl von: Man kennt Teile davon eigentlich schon. Vielleicht nicht in dieser extremen Form, aber bestimmte Frauenbilder, Ansprüche oder Abwertungen begegnen einem eben auch außerhalb solcher Foren ständig nur besser verpackt. Das Buch ist stellenweise wirklich hart zu lesen. Nicht, weil etwas künstlich dramatisch gemacht wird, sondern weil die Inhalte so offen menschenverachtend sind und genau solche Denkweisen eben real existieren. Gleichzeitig fand ich es unglaublich wichtig, weil über digitalen Frauenhass und solche Formen der Radikalisierung meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig gesprochen wird. Trotzdem fand ich es unglaublich wichtig und ehrlich gesagt auch längst überfällig, dass sich jemand im deutschsprachigen Raum so ausführlich mit diesem Thema beschäftigt. Für mich eines der wichtigsten Bücher über digitalen Frauenhass und moderne Misogynie. ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

Große Empfehlung, um gesellschaftliche Strukturen hinter der „Incel-Subkultur“ besser verstehen und erkennen zu können
Im Vergleich zu „Politische Männlichkeit“ (Susanne Kaiser), das ich vor kurzem auch beendet habe, gibt es bei Kracher ein lockereres (wenn auch nicht weniger emotional belastendes) Leseerlebnis. Das Buch ist in gut verständlicher, teilweise umgangssprachlicher Sprache gehalten, was ich sehr gut finde, da der Inhalt so einer breiten (nicht-akademischen) Leserschaft zugänglich gemacht werden kann. Kracher analysiert die gesellschaftlichen Begebenheiten, die Incels zu Incels machen und gibt auch Denkanstöße, wie diese extrem frauenfeindliche Kultur aufgebrochen werden kann. Sie analysiert das Manifest von Elliot Rodger (dem wohl leider bekanntesten und glorifiziertesten Incel) und arbeitet dabei genau heraus, welche Motive er hatte und welche Argumente er für sein menschenfeindliches Weltbild hat. Kracher argumentiert in ihrem Werk auf mit den Theorien vieler bekannter Forscher*innen aus der Männlichkeitsforschung (z.B. Klaus Theweleit, Raewyn Connell) und stützt sich damit auch intensiv auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Im Anhang ist der gesamte Umfang ihrer Sekundärliteratur aufgelistet, was ein tieferes Eintauchen in das Thema ermöglicht. Über diese Literatur kommt man auch nicht hinweg, wenn man an einem solchen Thema forscht. Auch ganz praktisch: Am Ende des Buches gibt es ein Incel-Wörterbuch für die typischen Begriffe und Phrasen. Das Buch richtet sich ganz klar an Neulinge im Thema, kann aber auf jeden Fall auch von fortgeschrittenen Lesern gelesen werden - denn trotz des bedrückenden Inhalts schafft es Kracher mit ihren satirischen Einwürfen und Seitenhieben den „Galgenhumor“ etwas zu befriedigen. :)

Große Empfehlung um das (leider) weitverbreitete Phänomen der Incels zu verstehen und die Gefahr dahinter zu erkennen!
Veronika Kracher klärt über sogenannte Incels im Buch auf, Incels eine Kurzform von Involuntary Celibate, also vor allem Männer die unfreiwillig im Zöllibat leben. Wie groß die Community ist, welche Gewalttat daraus bereits resultierten und aus welchen Überzeugungen diese Bewegung kommen, wurden informativ und spannend aufgezeigt. Ein absolutes Must-Read für alle die sich weiter in feministischen Themen bilden möchte, explizit auch für Männer eine große Empfehlung!

Was für ein Buch! Ich bin auf eine perverse Art gleichzeitig abgestoßen und fasziniert von dieser „Bewegung“, die harmlos begann und sich auf eine Art und Weise entwickelt hat, die beängstigend ist. Ich empfehle Veronika Krachers Buch aus vielen verschiedenen Gründen: Zum einen ist „Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ ein sehr gut recherchiertes Sachbuch. Und auch wenn wahrscheinlich viele – so wie ich, bevor ich das Buch gelesen hatte – davon ausgehen, dass Incels eine so genannte Randerscheinung sind, lohnt sich der Kauf des Buches. Denn Incels sind weit mehr als eine Randerscheinung. Kracher arbeitet unglaublich viele Aspekte dieser „Szene“ heraus: den Frauenhass, den Selbsthass, den Narzissmus, die Grenzüberschreitungen und so weiter und so fort. Vor allem aber zeigt Veronika Kracher auf, dass Incels auch brandgefährlich sein könnten – sowohl für andere (vorzugsweise Frauen), aber auch für sich selbst. Es ist eine Szene, die sich – ähnlich wie die rechte Szene – vor allem über den Hass definiert, diesen propagiert, bis zum äußersten auslebt und im schlimmsten Fall nicht vor Gewalt zurückschreckt. Kracher schafft es zudem, den gesellschaftlichen Kontext herauszuarbeiten, der einen Nährboden für Gruppierungen wie die Incels bereitet. Was das Buch aber auch sehr lesenswert macht: der Schreibstil. Der ist so locker und teilweise ironisch-sarkastisch, dass es mir regelmäßig schwer fiel, das Buch beiseite zu legen. Hätte ich keine Familie, ich hätte das Buch in einem Zug gelesen. Das heißt nicht, dass Kracher die Szene verharmlost. Aber sie schreibt ganz richtig im Vorwort, dass „manchmal (…) ironische Distanz die einzig mögliche Bewältigungsstrategie“ ist. Während ich das Buch las, konnte ich ihr nur zustimmen. Der Inhalt des Buchs ist heftig und folgerichtig weist Kracher im Vorwort darauf hin, auf welche Inhalte Leser“innen des Buches stoßen werden. So kann jede*r für sich entscheiden, das Buch zu lesen oder nicht. Ganz ehrlich: Es ist teilweise unglaublich, was in dieser „Bewegung“ abgeht. Es gab viele Momente in dem Buch, in dem ich nicht fassen konnte, was ich da lese, in denen mir ein von Herzen kommendes „WTF?!“ entfuhr. Aus meiner Sicht hat Kracher eine hervorragend geschriebene und recherchierte Analyse zu Incels und den zugrunde liegenden gesellschaftlichen (und, ja, patriarchalischen) Strukturen veröffentlicht. Ich wünschte, das Buch fände viele Leser*innen. „Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ ist neben den vielen interessanten Informationen aber auch ein unglaublich – mir fällt kein besseres Wort ein – unterhaltsames Buch geworden. Es wäre toll, mehr Sachbücher wären so flüssig und „untrocken“ geschrieben wie dieses. Von meiner Seite gibt es eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung. Das Buch ist eine echte Bereicherung!
Wer "Männer die Frauen Hassen" von Laura Bates gelesen hat, bekommt hier eine Vertiefung des Themas - bezogen auf Incels. Die Autorin erklärt kleinschrittig das Weltbild der Incels. Angefangen bei Memes, zu dem Sprachgebrauch der Incels und endet in Analysen zu den Ansichten der Incels und wie sie jenes begründen. Es wird nicht nur auf das Frauenbild bzw. auf die Ansichten zu Reproduktionsrechten oder Familienbildern, sondern auch auf die tief Rassistisch und Antisemitischen Ansichten bezogen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Ebenfalls positiv war die zwischendurch humoristische Beschreibung der Umstände, sowie der allgemein unterhaltsame Schreibstil. Man hat aufjedenfall kein trockenes Sachbuch vorliegen. Mein einziger Kritikpunkt war die doch ausschweifende Analyse anhand von Freud. Das hätte meiner Meinung nach kürzer gehalten werden können. Dennoch empfehle ich das Buch allen, die eine vertiefende Lektüre zum Thema Incels suchen. Auch angesichts der aktuellen Wahlergebnisse in den USA ein (leider) immernoch aktuelles Thema.
Veronika Kracher macht das Denken und die Funktionsweisen von Incels hier greifbar und ordnet diese gesamtgesellschaftlich und psychoanalytisch-soziologisch ein. Ebenfalls werden Männlichkeitstheorien verständlich erläutert. Besonders gelungen war der überhaupt nicht trockene Schreibstil, der dazu führte dass ich ihr bereitwillig und ungläubig in diesen Sumpf folgte, anstatt die Augen vor der erschreckenden Realität welche sie aufzeigt, verschloss. Ich habe wochenlang allen von diesem Buch erzählt.
Ein wirklich hochspannendes, in die Tiefe menschlicher Abgründe blickendes und gleichzeitig zutiefst empathisches Buch, über eine Szene, in der eben jenen Menschen wie der Autorin das komplette Gegenteil von Empathie entgegengebracht wird und die sich selbst und andere um das Glück in ihrem Leben bringt.
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Veronika Kracher, 1990 in München geboren, beschäftigt sich mit der Incel-Subkultur, der Alt-Right, Imageboards wie 4chan und Rechtsterrorismus – irgendjemand muss es ja tun. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Feminismus und Patriarchatskritik, Antisemitismus, Literaturtheorie und Popkultur. Regelmäßige Publikationen u. a. in »konkret«, »Jungle World«, »Neues Deutschland« und »Antifaschistisches Infoblatt«. Wenn sie sich nicht gerade durch die Sümpfe toxischer Online-Kulturen wühlt, guckt sie Horrorfilme, liest Romane von Gisela Elsner, spielt Video- und Pen-and-Paper-Rollenspiele, besucht Postpunk-Konzerte und trinkt Wein.
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Incels: Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults – Veronika Kracher In diesem Buch geht es um die sogenannte Incel-Szene, also Online-Communities von Männern, die Frauen die Schuld daran geben, dass sie keine Beziehung oder keinen Sex haben. Veronika Kracher erklärt, wie diese Szene entstanden ist, welche Sprache und Memes dort benutzt werden und warum aus genau solchen Online-Welten immer wieder echte Gewalt entsteht. Dabei geht es auch um Attentäter wie Elliot Rodger oder Alek Minassian, die innerhalb der Szene teilweise bis heute gefeiert werden. Was mich beim Lesen ehrlich gesagt am meisten getroffen hat: Dieses Buch zeigt ziemlich deutlich, dass Incels kein komplett absurdes Randproblem aus irgendeiner dunklen Ecke des Internets sind. Vieles wirkt erstmal extrem oder vollkommen gestört und trotzdem erkennt man immer wieder bestimmte Denkweisen wieder, die gesellschaftlich längst normalisiert sind. Genau das fand ich richtig unangenehm. Besonders spannend fand ich die Kapitel über die Sprache und Dynamiken dieser Foren. Diese Mischung aus Ironie, Selbstmitleid, Frauenhass und angeblichem „Humor“ wirkt nach außen teilweise fast lächerlich und genau dadurch wird vieles verharmlost. Das Buch zeigt ziemlich gut, wie solche abgeschotteten Online-Gruppen funktionieren, in denen sich Menschen immer weiter gegenseitig in ihrem Hass bestätigen. Das Buch zeigt ziemlich deutlich, warum solche Ideologien überhaupt entstehen und warum sie so gefährlich werden können. Beim Lesen hatte ich oft dieses unangenehme Gefühl von: Man kennt Teile davon eigentlich schon. Vielleicht nicht in dieser extremen Form, aber bestimmte Frauenbilder, Ansprüche oder Abwertungen begegnen einem eben auch außerhalb solcher Foren ständig nur besser verpackt. Das Buch ist stellenweise wirklich hart zu lesen. Nicht, weil etwas künstlich dramatisch gemacht wird, sondern weil die Inhalte so offen menschenverachtend sind und genau solche Denkweisen eben real existieren. Gleichzeitig fand ich es unglaublich wichtig, weil über digitalen Frauenhass und solche Formen der Radikalisierung meiner Meinung nach immer noch viel zu wenig gesprochen wird. Trotzdem fand ich es unglaublich wichtig und ehrlich gesagt auch längst überfällig, dass sich jemand im deutschsprachigen Raum so ausführlich mit diesem Thema beschäftigt. Für mich eines der wichtigsten Bücher über digitalen Frauenhass und moderne Misogynie. ★★★★★ (5 von 5 Sternen)

Große Empfehlung, um gesellschaftliche Strukturen hinter der „Incel-Subkultur“ besser verstehen und erkennen zu können
Im Vergleich zu „Politische Männlichkeit“ (Susanne Kaiser), das ich vor kurzem auch beendet habe, gibt es bei Kracher ein lockereres (wenn auch nicht weniger emotional belastendes) Leseerlebnis. Das Buch ist in gut verständlicher, teilweise umgangssprachlicher Sprache gehalten, was ich sehr gut finde, da der Inhalt so einer breiten (nicht-akademischen) Leserschaft zugänglich gemacht werden kann. Kracher analysiert die gesellschaftlichen Begebenheiten, die Incels zu Incels machen und gibt auch Denkanstöße, wie diese extrem frauenfeindliche Kultur aufgebrochen werden kann. Sie analysiert das Manifest von Elliot Rodger (dem wohl leider bekanntesten und glorifiziertesten Incel) und arbeitet dabei genau heraus, welche Motive er hatte und welche Argumente er für sein menschenfeindliches Weltbild hat. Kracher argumentiert in ihrem Werk auf mit den Theorien vieler bekannter Forscher*innen aus der Männlichkeitsforschung (z.B. Klaus Theweleit, Raewyn Connell) und stützt sich damit auch intensiv auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Im Anhang ist der gesamte Umfang ihrer Sekundärliteratur aufgelistet, was ein tieferes Eintauchen in das Thema ermöglicht. Über diese Literatur kommt man auch nicht hinweg, wenn man an einem solchen Thema forscht. Auch ganz praktisch: Am Ende des Buches gibt es ein Incel-Wörterbuch für die typischen Begriffe und Phrasen. Das Buch richtet sich ganz klar an Neulinge im Thema, kann aber auf jeden Fall auch von fortgeschrittenen Lesern gelesen werden - denn trotz des bedrückenden Inhalts schafft es Kracher mit ihren satirischen Einwürfen und Seitenhieben den „Galgenhumor“ etwas zu befriedigen. :)

Große Empfehlung um das (leider) weitverbreitete Phänomen der Incels zu verstehen und die Gefahr dahinter zu erkennen!
Veronika Kracher klärt über sogenannte Incels im Buch auf, Incels eine Kurzform von Involuntary Celibate, also vor allem Männer die unfreiwillig im Zöllibat leben. Wie groß die Community ist, welche Gewalttat daraus bereits resultierten und aus welchen Überzeugungen diese Bewegung kommen, wurden informativ und spannend aufgezeigt. Ein absolutes Must-Read für alle die sich weiter in feministischen Themen bilden möchte, explizit auch für Männer eine große Empfehlung!

Was für ein Buch! Ich bin auf eine perverse Art gleichzeitig abgestoßen und fasziniert von dieser „Bewegung“, die harmlos begann und sich auf eine Art und Weise entwickelt hat, die beängstigend ist. Ich empfehle Veronika Krachers Buch aus vielen verschiedenen Gründen: Zum einen ist „Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ ein sehr gut recherchiertes Sachbuch. Und auch wenn wahrscheinlich viele – so wie ich, bevor ich das Buch gelesen hatte – davon ausgehen, dass Incels eine so genannte Randerscheinung sind, lohnt sich der Kauf des Buches. Denn Incels sind weit mehr als eine Randerscheinung. Kracher arbeitet unglaublich viele Aspekte dieser „Szene“ heraus: den Frauenhass, den Selbsthass, den Narzissmus, die Grenzüberschreitungen und so weiter und so fort. Vor allem aber zeigt Veronika Kracher auf, dass Incels auch brandgefährlich sein könnten – sowohl für andere (vorzugsweise Frauen), aber auch für sich selbst. Es ist eine Szene, die sich – ähnlich wie die rechte Szene – vor allem über den Hass definiert, diesen propagiert, bis zum äußersten auslebt und im schlimmsten Fall nicht vor Gewalt zurückschreckt. Kracher schafft es zudem, den gesellschaftlichen Kontext herauszuarbeiten, der einen Nährboden für Gruppierungen wie die Incels bereitet. Was das Buch aber auch sehr lesenswert macht: der Schreibstil. Der ist so locker und teilweise ironisch-sarkastisch, dass es mir regelmäßig schwer fiel, das Buch beiseite zu legen. Hätte ich keine Familie, ich hätte das Buch in einem Zug gelesen. Das heißt nicht, dass Kracher die Szene verharmlost. Aber sie schreibt ganz richtig im Vorwort, dass „manchmal (…) ironische Distanz die einzig mögliche Bewältigungsstrategie“ ist. Während ich das Buch las, konnte ich ihr nur zustimmen. Der Inhalt des Buchs ist heftig und folgerichtig weist Kracher im Vorwort darauf hin, auf welche Inhalte Leser“innen des Buches stoßen werden. So kann jede*r für sich entscheiden, das Buch zu lesen oder nicht. Ganz ehrlich: Es ist teilweise unglaublich, was in dieser „Bewegung“ abgeht. Es gab viele Momente in dem Buch, in dem ich nicht fassen konnte, was ich da lese, in denen mir ein von Herzen kommendes „WTF?!“ entfuhr. Aus meiner Sicht hat Kracher eine hervorragend geschriebene und recherchierte Analyse zu Incels und den zugrunde liegenden gesellschaftlichen (und, ja, patriarchalischen) Strukturen veröffentlicht. Ich wünschte, das Buch fände viele Leser*innen. „Incels – Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ ist neben den vielen interessanten Informationen aber auch ein unglaublich – mir fällt kein besseres Wort ein – unterhaltsames Buch geworden. Es wäre toll, mehr Sachbücher wären so flüssig und „untrocken“ geschrieben wie dieses. Von meiner Seite gibt es eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung. Das Buch ist eine echte Bereicherung!
Wer "Männer die Frauen Hassen" von Laura Bates gelesen hat, bekommt hier eine Vertiefung des Themas - bezogen auf Incels. Die Autorin erklärt kleinschrittig das Weltbild der Incels. Angefangen bei Memes, zu dem Sprachgebrauch der Incels und endet in Analysen zu den Ansichten der Incels und wie sie jenes begründen. Es wird nicht nur auf das Frauenbild bzw. auf die Ansichten zu Reproduktionsrechten oder Familienbildern, sondern auch auf die tief Rassistisch und Antisemitischen Ansichten bezogen auf Gesellschaft und Wirtschaft. Ebenfalls positiv war die zwischendurch humoristische Beschreibung der Umstände, sowie der allgemein unterhaltsame Schreibstil. Man hat aufjedenfall kein trockenes Sachbuch vorliegen. Mein einziger Kritikpunkt war die doch ausschweifende Analyse anhand von Freud. Das hätte meiner Meinung nach kürzer gehalten werden können. Dennoch empfehle ich das Buch allen, die eine vertiefende Lektüre zum Thema Incels suchen. Auch angesichts der aktuellen Wahlergebnisse in den USA ein (leider) immernoch aktuelles Thema.











