Wir doch nicht

Wir doch nicht

Softcover
4.386

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Description

Hamburg, in der Zukunft. Die 37-jährige Mathilda lebt in einer Diktatur. Sie beendet ihre ungewollte Schwangerschaft heimlich mit einem Kleiderbügel – obwohl auf Abtreibungen in Deutschland eine lebenslange Haftstrafe steht. Das Gesetz hat die SfDD (Sieg für Deutschland und die Deutschen) unmittelbar nach ihrer Machtübernahme erlassen. Mit diesem drastischen Schritt beginnt Mathildas innere Rebellion gegen ein Regime, das sie zur Gebärmaschine degradieren will. Mathilda verrät ihrem Mann Finn nichts und spricht auch sonst mit niemandem, um ihr Verbrechen geheim zu halten. Doch dann entzünden sich ihre inneren Verletzungen. Wir doch nicht erzählt die Geschichte von Mathilda, beschreibt den Alltag in einer Diktatur, in der Frauen unterdrückt werden, und wie eine freie Demokratie zu einem totalitären Regime geworden ist.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Dystopias & Utopias
Format
Softcover
Pages
224
Price
18.50 €

Author Description

Nora Burgard-Arp, geboren 1985, ist Schriftstellerin und Journalistin. Sie studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Köln und Journalismus in Hamburg. Als Jour- nalistin schreibt sie unter anderem für ZEIT Online. Für ihre Arbeiten wurde sie mit dem Reportagepreis für junge Journalistinnen und Journalisten ausgezeichnet, für den Grimme Online Award nominiert und zweimal vom Medium Magazin unter die Journalistinnen und Journalisten des Jahres gewählt. Besonders wichtig sind ihr die Themen Geschlechtergerechtigkeit und Mental Health. Wir doch nicht ist ihr Debütroman. Nora Burgard-Arp lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
45%
1%
17%
N/A
100%
N/A
95%
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66%
2%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
71%
85%
74%
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Pace

Fast100%
Slow0%
Moderate0%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Außergewöhnlich (100%)

Posts

19
All
5

Ein Buch, dass einfach nur wütend macht

Gott, dieses Buch hat mich so wütend gemacht. Und das von Seite 1 an. Erzählt wird die Geschichte von Mathilda, die in einem faschistischen Deutschland in der Zukunft lebt. Frauen werden massiv unterdrückt und als Gebärmaschinen benutzt, was Mathilda dazu zwingt an sich selber eine Abtreibung vorzunehmen. In Rückblenden wird über ihr altes und aktuelles Leben erzählt. Und das ist echt düster. Die Autorin hat es wirklich gekonnt geschafft mit diesem Buch zu erläutern, was es für Frauen bedeutet, wenn der politische Rollback kommt, der sich ja auch der realen Welt leider zeigt. Komplette Überwachung, keine Eigenständigkeit und Reduzierung auf das Thema Hausfrau und Mutter. Man leidet mit der Protagonistin einfach nur mit. Ja, solche Dystopien gibt es schon mehrere auf dem Buchmarkt, dennoch konnte mich diese wirklich gut in ihren Bann ziehen und hat mir wieder deutlich vor Augen geführt, dass der feministische Kampf auch ein antifaschistischer Kampf ist, denn wir JETZT auch hier in unserer realen Welt kämpfen müssen. Bevor es zu spät ist mit AfD und Co. Beim lesen habe ich mich auch gefragt, warum es immer nur diese negativen Dystopien gibt, wo unsere Welt wieder im Totalitarismus und Faschismus versinkt. Warum gibt es keine positiven, progressiven, linken Utopien auf dem Buchmarkt. So als Aufmunterung und Aufzeigen, dass es auch anders, besser gehen könnte. Aber ich glaube, es braucht gerade jetzt genau solche Bücher, die die Schrecken zeigen und aufklären. Damit niemand sagen kann, wir wussten ja nichts. Mein Fazit: Ein großartiges Buch, was aufrüttelt und wehtut. Für mich eigentlich ein Buch, was in Schulen gehört.

Ein Buch, dass einfach nur wütend macht
5

WIR DOCH NICHT Nora Burgard-Arp TW: Schwangerschaftsabbruch Hamburg in der Zukunft: Die Partei SfDD („Sieg für Deutschland und die Deutschen“) hat die Macht übernommen und die bereits drakonischen Gesetze der vorherigen Regierung noch weiter verschärft. „Kontrollierte Rückführungen“ von Migranten gibt es nicht mehr - entscheidend ist nun allein die „deutsche Abstammung statt Pass“. Wer nicht in dieses Schema passt, muss das Land verlassen. Frauen werden auf ihre Rolle als Mütter reduziert: Sie haben zu gebären, berufliche Perspektiven gibt es für sie nicht. Verhütung ist verboten, Abtreibung wird mit lebenslanger Haft bestraft. Der Staat überwacht jeden Schritt - Handys werden abgehört, die Kontrolle ist allumfassend. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind untersagt, und die Männer bestimmen über das Land. Mathilda, 37 Jahre alt, lebt mit ihrem Mann Finn in Hamburg. Sie kennt ihn seit der Schulzeit - damals waren sie bereits ein Paar. Ihre Mutter hatte sie vor ihm gewarnt, doch Mathilda ignorierte alle Bedenken. Auch von Republikflucht wollte sie nichts hören - Deutschland verlassen? Für sie kam das nie infrage. Als ihre Mutter eines Tages verschwand, reagierte sie mit Wut und Unverständnis. Doch in letzter Zeit schleichen sich Zweifel ein: Hatte ihre Mutter vielleicht doch recht? Finn ist längst nicht mehr liebevoll, und Mathilda weigert sich vom Staat zur „Gebärmaschine“ degradieren zu lassen. Als sie unerwartet schwanger wird, trifft sie eine radikale Entscheidung: Finn darf nichts erfahren. Sie will die Schwangerschaft beenden und nimmt einen Kleiderbügel zur Hilfe. Doch ihre inneren Verletzungen entzünden sich und es gibt niemanden, den sich Mathilda anvertrauen kann. Was für eine Geschichte! Dieses intensive Buch mit seinem packenden Schreibstil hat mich von der ersten Seite an mitgerissen - ich konnte es nicht aus der Hand legen. Diese (viel zu realistische) Dystopie sollte gerade jetzt ganz viel Aufmerksamkeit erhalten - damit wir unsere Demokratie weiterhin schützen und unterstützen. Ein weiteres Highlight ist die liebevolle Gestaltung des Buches mit kleinen Illustrationen an jedem Kapitelende, die die düstere Atmosphäre perfekt unterstreicht. Fazit: Krass und eindringlich! Große Leseempfehlung. BITTE LEST DIESES BUCH! 5/5

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5

Ganz ganz erdrückend

In Deutschland regiert die Partei SfDD- Sieg für Deutschland und die Deutschen und Mathilda ist ungewollt schwanger. Sie will dieses Kind in diesem System nicht, einer immer fanatischer werdenden Diktatur. Das wird an einzelnen Frauen so gut erzählt, dass einem beim Lesen die Wut packt. Angesichts des immer stärker werdenden politischen Rechtsrucks sind manche dieser Maßnahmen, die die Regierung im Buch trifft, vorstellbar und einfach gruslig. Absolut lesenswert und wichtig!

4.5

Dystopie eines rechtsradikalen Patriarchats im Deutschland der (nahen) Zukunft - ein Roman, der wütend macht.

Dystopie, Deutschland in der (nicht allzu fernen) Zukunft: die LfD wird abgelöst durch die SfDD - einer rechtsextremen Partei, die diktatorische Regeln aufstellt. Ein rechtsextremes Patriarchat herrscht, selbst die konservativ-rechte LfD wird abgesägt und hat nichts mehr zu vermelden. Frauen müssen "hauptberuflich" Kinder gebähren, ihrem Mann dienen, jeden Dienstag zum Frauenstammtisch und dort Rede und Antwort stehen und bloß nicht verplappern - sonst droht Haft oder Schlimmeres. Mathilda, deren Mutter sie freiheitlich demokratisch erzogen und bis zuletzt vor den Gefahren gewarnt hat, realisiert den Ernst der Lage erst, als sie - ungewollt schwanger und verzweifelt - zum Kleiderbügel greift, um das Einzige was ihr Ansatzweise geblieben ist, nämlich die Entscheidung über ihren Körper, nicht vollends aufzugeben. Dass das nicht unbemerkt verlaufen kann, ist jeder klar. Es beginnt ein nervenaufreibendes Versteckspiel - wem kann Mathilda noch trauen? Welche Perspektive hat sie noch? In verschiedenen Rückblenden und Zeitsprüngen in die Gegenwart erfahren wir von Mathildas Familie, ihrer Freundschaft zu Frida und ihrer Liebe zu Finn, der später treuer Beamter im diktatorischen Apparat wird und endlich Nachwuchs einfordert. Es ist schwer erträglich, wie Mathilda die Vorboten ignoriert und das Verhalten von Finn und seinen Freunden schönredet. Zum Verzweifeln, wie schnell sich das Leben von Frauen in wenigen Jahren zum Albtraum verwandelt. Die Wut gerade auf die Frauen im Roman, die zulassen, dass die Männer machen, was sie wollen, hält an bis zur letzten Seite. Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen, das Ende will erstmal verarbeitet werden und auch wenn (oder vielleicht gerade weil) ich meistens wütend und kopfschüttelnd von Kapitel zu Kapitel geblättert habe, möchte ich es allen weiterempfehlen.

4

Was, wenn das Unvorstellbare plötzlich Realität wird?

„Wir doch nicht“ ist eine Dystopie, die genau dort trifft, wo es wehtut: bei der Vorstellung, dass demokratische Werte nicht von heute auf morgen verschwinden, sondern leise ausgehöhlt werden. Nora Burgard-Arp zeigt, wie schnell aus einem „Das passiert uns nicht“ ein „Es ist längst passiert“ werden kann. In einem autoritären Deutschland werden Frauen ihrer Selbstbestimmung beraubt und auf ihre Körper reduziert. Im Mittelpunkt steht Mathilda, deren heimlicher Schwangerschaftsabbruch zu einem mutigen Akt des Widerstands wird. Der Einstieg fiel mir nicht ganz leicht, aber die beklemmende, dichte Atmosphäre entwickelt schnell einen Sog. Besonders zum Ende hin zieht die Spannung spürbar an und hinterlässt ein ungutes Gefühl, das noch lange in mir gearbeitet hat. So wichtig und aktuell das Thema ist, ganz ohne Schwächen kommt der Roman für mich nicht aus: Die unmarkierten Zeitsprünge erschweren den Lesefluss, einige Szenen sind sehr belastend und die Figuren bleiben teilweise eher funktional als wirklich greifbar. Auch der Stil wirkt stellenweise literarisch begrenzt und wenig subtil. Für mich ist „Wir doch nicht“ deshalb vor allem eines: eine eindringliche Mahnung. Kein perfekter Roman, aber ein wichtiger.

Was, wenn das Unvorstellbare plötzlich Realität wird?
5

Dieses Buch ist eine dystopische Version Deutschlands. Beängstigend, ekelerregend und gleichzeitig wirklich lesenswert.

5

Ich habe im DLF eine Besprechung zufällig gehört damals und dachte es könnte interessant sein .. und das ist es auch! Es war beklemmend.. es hat mich wütend gemacht und ich hatte an so vielen Stellen das Gefühl das wir davon nicht mehr weit entfernt sind .. Leseempfehlung aber nur wenn man sich psychisch bereit dazu fühlt ..

5

Erschreckend real wirkende Dystopie über ein Deutschland der Zukunft

Mathilda ist 37, lebt in Hamburg und beendet ihre ungewollte Schwangerschaft heimlich mit einem Kleiderbügel. Deutschland ist zur Diktatur geworden und die Machthaber der SfDD (Sieg für Deutschland und die Deutschen) haben neue Gesetze erlassen: Frauen dürfen nur noch in Ausnahmefällen Berufe ausüben, sie sollen sich stattdessen darauf konzentrieren Mutter zu werden. Sie müssen an regelmäßigen "Beratungstreffen" zur Mutterschaft und zur Haushaltsführung teilnehmen, ihr Zyklus wird per App überwacht und auf Abtreibungen steht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Mit ihrer illegalen Abtreibung, von der sie niemandem, auch nicht ihrem Mann Finn, erzählt, beginnt Mathildas innere Rebellion gegen das System. Der Roman ist eine Dystopie und erinnerte mich in einigen Teilen an den "Report der Magd" von Margaret Atwood, aber trotzdem ist er nicht so weit von der Realität entfernt - wenn man beispielsweise an die USA und ihre Abtreibungsverbote denkt. In Rückblicken und ausgehend von den Protesten während der Corona-Pandemie wird zudem sehr gut beschrieben, wie der schleichende Prozess dieser Radikalisierung in Deutschland vonstattengegangen ist. Auch das hat den Roman für mich so erschreckend real wirken lassen und aufgezeigt, wie schnell sich Dinge ändern können. Ich fand das Buch spannend geschrieben und bin, trotz der schweren Thematik, durch die Seiten gerast. Die Vorstellung, dass so etwas Realität sein könnte, hat mir etwas Angst, aber vor allem hat es mich einfach so wütend gemacht! Erwähnen möchte ich auch noch das tolle Erscheinungsbild des Buchs: Die Illustratorin Iris Ott hat nicht nur ein super Cover für das Buch entworfen, sondern auch noch wunderbare, sehr minimalistisch gehaltene Illustrationen im Buch beigesteuert. Für mich war das Buch ein Highlight, zwar ein sehr bedrückendes, aber trotzdem: klare Leseempfehlung von mir!

5

Man möchte einfach nur schreien...

Danke für dieses grandiose Buch - danke für diese Dystopie, die so real wirkt und so erschreckend nachvollziehbar ist. Das Buch erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die in einem totalitären Regime mit einem Mann gefangen ist, der dieses auch noch unterstützt. Sie geht an ihre eigenen Grenzen, um sich selbst nicht zu verlieren. Für mich hätten es deutlich mehr als die 200 Seiten sein dürfen, die auch in der Wendung nochmals die Kälte der Realität zutage brachten. Das Buch sollte von viel mehr Menschen, vor allem Mädchen und jungen Frauen gelesen werden, die vielleicht selbst einen Hang zu bestimmten extremistischen Parteien haben.

Man möchte einfach nur schreien...
5

Jede*r sollte das Buch lesen, wer noch nicht begriffen hat, was diese #fckafd vor hat. Absolut empfehlenswert!

4.5

"Wir doch nicht" von Nora Burgard-Arp ist ein Buch, von dem dir einfach nur schlecht wird, das zu lesen aber leider absolut notwendig ist. Diese dystopische Zukunftsvision fühlt sich so erschreckend real an, dass ich mir beim Lesen tatsächlich Fluchtszenarien ausgemalt habe. In einer faschistischen Diktatur der nahen Zukunft regiert die Partei SfDD. Frauen sind zu Gebärmaschinen degradiert, Abtreibung mit lebenslanger Haft bestraft, Zyklus-Apps werden überwacht. Die 37-jährige Mathilda aus Hamburg führt eine heimliche, lebensgefährliche Abtreibung durch und beginnt damit ihre stille Rebellion, die selbst (oder vor allem) vor ihrem regimetreuen Mann verbergen muss. Rückblenden zeigen erschreckend authentisch, wie aus Demokratie Diktatur wurde. Burgard-Arp erzählt die mögliche „Machtergreifung“ einer bestimmten Partei mit einer Wucht, die unter die Haut geht. So viele Szenen und Dialoge kommen einem (leider) bekannt vor und man möchte die Menschen schütteln und an ihr letztes Fünkchen Verstand appellieren. Kein Thriller, sondern ein Mahnruf, der nicht loslässt. Starke Punkte: - erschreckend realistische Dystopie - authentische politische Eskalation  - starke weibliche Perspektive Kleiner Minuspunkt: Die Düsternis ist mitunter schwer erträglich, aber genau das macht die Wirkung aus. Für Fans von: - dystopischen Romanen - feministischer Gesellschaftskritik - Geschichten über Widerstand

5

Deutschland in naher Zukunft. Nachdem die SfDD (Sieg für Deutschland und die Deutschen) die Macht übernommen hat ist das Leben für alle, die keine weißen cis Männer sind unerträglich geworden. Frauen sollen in dieser Diktatur nur noch gebären und sich um die Kinder kümmern. Mathilda 37 verhindert seit 5 Jahren schwanger zu werden, indem sie u. a. die vorgeschriebene Zyklus-App manipuliert. Als sie dann doch eine Schwangerschaft feststellen muss, greift sie zum äußersten Mittel. Dieses Buch habe ich letztes Jahr häufig bei Instagram gesehen und nun endlich auch selbst gelesen. Nora Burgard-Arp hat eine beklemmende und erschreckend reale Dystrophie geschrieben, die klare Anleihen an „the Handsmaid tale“ hat (z.b. phlegmatische Hauptfigur, feministische-politische Mutter) und dennoch etwas Eigenes erschafft. Der Focus liegt stark auf die Reproduktionsrechte bzw. nicht mehr vorhandenen Rechten von Frauen, daher werden viele anderen Themen nur angerissen oder angedeutet, dabei hätte ich gerne mehr darüber erfahren, was mit Migranten, POCs oder queers passiert und wie versucht wird Widerstand zu organisieren. Ich war beim Lesen die meiste Zeit wütend. Wütend auf Charaktere wie Finn oder Frieda, die bereits vor der Diktatur teilweise widerliche Dinge von sich gegeben haben, aber auch auf Mathilda, die viel zu lange ihre Augen von den offensichtlichen red flags in ihrem Umfeld verschließt und nie die Konfrontation sucht.

5

Für mich ein Highlight

Hamburg, irgendwann in der Zukunft. Mathilda ist 37 und liebt Finn. Sie sind verheiratet und eigentlich glücklich. Eigentlich. Vielleicht auch nicht mehr. Denn im Hamburg dieser Zukunft regiert die SfDD - eine Diktatur, die Frauen (und alle Andersdenkenden und -lebenden) unterdrückt und ihnen jegliche Selbstbestimmung nimmt. Und Finn akzeptiert dies, scheint die Entwicklung sogar zu begrüßen, geht mit. Dann ist Mathilda schwanger. Doch sie möchte kein Kind, möchte selbst über ihren Körper, ihr Leben entscheiden und das, obwohl eine Abtreibung eine lebenslange Haftstrafe nach sich ziehen würde. Aber wem kann Mathilda noch trauen? Ihrer besten Freundin Frieda? Finn? Der freundlichen Nachbarin? Was für eine Zukunft gibt es für Mathilda in einem Staat, der alles Fremde verurteilt, alle Andersdenkenden bestraft, alle Menschen unterdrückt? Eine unglaublich gutes Buch. Obwohl ich mich sehr, sehr „gegruselt“ habe, denn ich befürchte, sooooo weit hergeholt sind die beschriebenen Geschehnisse leider nicht. Das Szenario, das die Autorin hier kreiert, ist beängstigend und hat mich schockiert. Ein sehr bedrohlicher Ausblick in eine durchaus nicht unmögliche Zukunft.

3

Ich bin totaler Fan von dem Genre Dystopie, allerdings hat mich das Buch wenig überzeugt. Ich fand die Idee fantastisch, erinnerte auch ein wenig an „Der Report der Magd“, aber irgendwie war die Story für mich nicht rund.

4

Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Auch wenn es mir zeitlich zu oft hin und her sprang, teilweise ohne neue Absätze, wodurch ich verwirrt war, fand ich es super spannend. Auch wenn es Dystopie ist, erscheint es mir gar nicht allzu unrealistisch… Zu den Charakteren konnte ich nicht wirklich eine Bindung aufbauen, irgendwie blieb die Narrative dafür zu flach. Dennoch super spannend und empfehlenswert.

4

Eine xtrem rechte Partei ist in Deutschland an der Macht. Sie strebt nach einem homogenen V0lk und policed zu diesem Zweck Frauen in die Rolle der Gebärmaschinen. Abtr31bung ist bei Gefängnisstrafe verboten. Hom0seggsualität ist die Norm, Queers müssen in Sorge leben und PoC haben das Land schon in vielen Fällen verlassen. Als "Wir doch nicht" (Reziexemplar) von @nora_burgardarp 2022 erschien, war diese Idee für viele vermutlich auch schon ein bedrohliche Szenario, aber in gewissem Sinn wurden Teile des Buchs schon von der Realität überholt. Denn während im Roman erst eine sehr radikale Partei auftaucht, die dann aber von einer fasch1st1schen autoritären SFDD (Sieg für Deutschland und die Deutschen) ausgebootet wird, schafft die unschwer als Vorlage der Vorläuferpartei zu erkennende AfD diesen Radikalisierungsprozess ganz gut selbst. Trotzdem oder gerade deshalb wird dieses Buch mit den Jahren ganz offensichtlich immer aktueller. Wir begleiten Mathilda, die in diesem System lebt, mit Finn verheiratet ist und seit Jahren ihren heimlichen Widerstand kämpft, den sie aber v.a. auf sich selbst und ihre eigene körperliche Selbstbestimmung beschränkt. Denn sie will nicht schwanger werden. Was schwer ist, wenn staatlich kontrollierte Apps den Zyklus verfolgen und es wöchentliche verpflichtende Frauentreffs gibt, in denen geburtsfähige Frauen engmaschigst kontrolliert werden, damit sie auch ja Nachwuchs produzieren. Mathilda fälscht ihren Zyklus, aber, damit beginnt das Buch, das ging schief und sie ist schwanger. Und sie versucht, das mit dem altbekannten Kleiderbügel rückgängig zu machen, denn natürlich gibt es kein Recht auf Schwangerschaftsabbrüche mehr und anvertrauen kann sie sich bei all der Überwachung selbst ihrer besten Freundin nicht mehr. Aber während sich die Wunde entzündet, nimmt ihr Widerstand zu. Dystopien über die Widerkehr des F4sch1smus gibt es viele und so stellt sich die berechtigte Frage, warum man jetzt diesen Roman lesen sollte. Zunächst einmal ist er wirklich zugänglich geschrieben und illustriert, weshalb ich sofort an eine mögliche Schullektüre dachte. Dazu passt auch die sehr klare und direkte Sprache. Wenn man sich mit dem Thema xtreme Rechte & Diktaturen schon befasst hat, bietet einem der Roman inhaltlich möglicherweise nicht super viel Neues. Er ist relativ didaktisch und nimmt sehr viele Anleihen beim historischen Nationalsozialismus, die mir manchmal etwas zu einfach und eindeutig waren. So stimmt es zwar natürlich, dass Abtreibung von einer extremen Rechten potentiell unterbunden wird, aber eben doch vor allem wenn es um die angeblich zum Volk gehörenden Frauen geht. Wer als PoC, behinderter Mensch oder Queer nicht dazuzählt, wurde auch im histor. NS verfolgt und konnte zwangssterilisiert oder zur Abtreibung gezwungen werden. Zugleich ist es - leider - nicht so, dass der Zwang zur Mutterschaft für alle Frauen per se negativ ist. Leider gibt es in solchen Systemen genug, die darin ihre Erfüllung finden. Das wird auch in "Wir doch nicht" angedeutet, aber hier hätte ich mir etwas mehr Graubereich gewünscht. Aber es gibt zwei Punkte, die mir sehr gefallen haben und weshalb man den Roman denke ich mit Gewinn lesen kann. Der erste ist, dass die Protagonistin Mathilda eine Entwicklung von Verharmlosung zur Abwehr durchmacht. Häufig hat man in solchen Büchern ja Protagonist*innen, die immer schon von Anfang an dagegen waren. Hier ist das anders: Während sich die politische Situation immer weiter verschärft hat und Mathildas beide Mütter sie frühzeitig gewarnt haben, hat sie verharmlost und fand es nicht so schlimm. Während ihr Mann im System immer weiter aufgestiegen ist, hat sie gedacht, er sei doch einer von den Guten. Erst, als es sie nun selbst trifft, kommt sie gezwungenermaßen ins Nachdenken. Das macht das Buch dann nochmal deutlich realistischer und die Protagonistin nahbarer und moralisch ausdifferenzierter und das war glaube ich auch das, was mir vom Buch am meisten hängen geblieben ist. Und zweitens: Es geht im Roman sehr viel um die staatliche Kontrolle heteroseggsueller weiblicher Reproduktivität und zwar einerseits in Verbindung mit gemeinschaftlicher gegenseitiger Kontrolle durch bspw. die verpflichtenden Termine und andererseits durch technische Möglichkeiten wie Zyklus-Apps und Standortverfolgung. Ihr seht also, "Wir doch nicht" ist ein hochaktuelles Buch und das macht seinen Reiz aus. Außerdem liest es sich sehr flüssig und gut. #backlistlesen #wereadindie #feministischebücher

4

" Mein Bauch, meine Entscheidung."

Das Buch erzählt von einer patriachalen rechtsextremen Diktatur in Deutschland. Mathilda wird in ihrem Leben begleitet doch leider ist es zu spät, als sie merkt in welchem System sie gefangen ist. Oder doch noch nicht? Ein spannendes "what if" Szenario indem besonders die Rolle der Frauen als "Gebährmaschinen" in den Vordergrund gestellt wird. Ich fand das Buch sehr toll, es war fesselnd aber auch emotional. Inhaltlich war es top, obwohl das Ende offen ist. Der Schreibstil ist nicht unbedingt besonders aber die kleinen Illustrationen und die Farbe Rot schmücken das Buch sehr schön. Ich hoffe, dass es in Zukunft noch einen zweiten Band geben wird , indem die Geschichte von Mathilda weiter erzählt wird.

" Mein Bauch, meine Entscheidung."
5

Unfassbar gutes Buch. Es ist spannend, unheimlich, empowernd und sollte von jeder FLINTA gelesen werden. Besser als Handmaids Tale, beste Dystopie des Jahres 2022, vielleicht des ganzen Jahrzehnts. Ich konnte es einfach nicht mehr weglegen. Empfehle aber genügend Kraft und Kapazitäten dafür zu haben, es ist schon ganz schön heftig.

5

Unfassbar gutes Buch. Es ist spannend, unheimlich, empowernd und sollte von jeder FLINTA gelesen werden. Besser als Handmaids Tale, beste Dystopie des Jahres 2022, vielleicht des ganzen Jahrzehnts. Ich konnte es einfach nicht mehr weglegen. Empfehle aber genügend Kraft und Kapazitäten dafür zu haben, es ist schon ganz schön heftig.

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