9 Grad

9 Grad

Hardback
3.7121

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Description

Über die Kraft der Kälte, das Zurückfinden zu sich selbst, echte und sprengbare Grenzen im Leben und Freundschaften, die bereichern

Neun Grad hat das Wasser, als Josie sich zum ersten Mal in den Fluss wagt, um ihrer schwer kranken Freundin Rena einen Wunsch zu erfüllen. Vielleicht betäubt der Kälteschmerz ja auch die Angst, sie zu verlieren. Doch was Josie dann erlebt, übersteigt alles, was sie sich erhofft hat. Beim Eisbaden spürt sie sich zum ersten Mal selbst, erlebt ihren Körper, mit dem sie immer gehadert hat, ganz neu . Und noch etwas ist neu: ihre Beziehung zu Lee, den sie über Tinder kennengelernt hat. Doch Lee kämpft mit seinen eigenen Dämonen, ist depressiv. Was bedeutet das für ihre Liebe - und was machen Grenzerfahrungen mit einem? Elli Kolb erzählt es in ihrem bewegenden Roman.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
256
Price
22.70 €

Author Description

Elli Kolb, geboren 1986, studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften sowie Nordische Philologie in München und Göteborg. Heute lebt sie in Fürth, nicht weit von einem Fluss entfernt. Wenn sie nicht gerade dort (eis)badet, bloggt sie auf understandingly.de über Mind-Body-Connections und mentale Gesundheit, vor allem auch über das Potenzial von Eisbaden bei Depressionen.

Posts

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Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr in eine Geschichte abtaucht und ihr den Schluss hinauszögert, um diese besondere Atmosphäre nicht zu verlassen. So ging es mir mit 9 Grad von Elli Kolb. Es war nicht die Geschichte an sich, die ich so besonders fand, sondern wie die Freundschaft zwischen Josie, Rena und Anton hier erzählt wurde. Ich wollte einfach nicht weg von dieser klaren, ehrlichen und wertvollen Freundschaft. Ich wollte die Ehrlichkeit zwischen diesen jungen Menschen weiter genießen, wollte ihren Gesprächen weiter folgen und das Ankommen bei sich selbst miterleben. Ja, es ist vielleicht nicht die neuste Story, die hier erzählt wird, junge studierende Menschen, die ihre Probleme mit sich und der Welt haben und bei dem einen oder anderen Dialogen hatte ich kurz Zweifel, ob Freunde das so miteinander besprechen würden und dann hab ich ein wenig Abstand zu den Figuren genommen, dass Alter der Protagonisten bedacht, mit meinen eigenen jungen Menschen in meinem Leben verglichen, an meine eigenen ehrlichen Freundschaften gedacht und festgestellt, ja, genau so würden sie diese Themen miteinander besprechen. Erzählt werden das Leben von Josie und ihren zwei Freund*innen Rena und Anton. Rena erzählt bei einem Besuch im Schwimmbad ihren Freund*innen, dass sie schwerkrank sie ist und das sie eine Nahtoderfahrung erlebt hat. Diese führt dazu, dass Rena ihr Studium und ihr Leben in Frage stellt und neue Herausforderungen im Leben sucht. Die erste ist das Baden im kalten Wasser mit Josie zusammen. Dieses Baden wird für Josie wie eine Art Sucht, die durch die körperliche Erfahrung im kalten Wasser immer mehr zu sich und ihrem Körper findet. Josie hat große Probleme, ihren Körper anzunehmen und durch die neue Liebschaft zu Lee, die wir hier von Anfang an miterleben dürfen, erkennen wir ihr Hadern noch deutlicher. Lee selbst hat Depressionen und befindet sich gerade in einer „schweren Phase“ und dieses unklare Verhältnis zwischen den Zweien verstärkt Josies Unsicherheiten. Anton verkörpert für mich den ruhigen und stabilen Part in der Freundschaft, hat immer einen guten Rat für die zwei und doch hat er auch einiges mit sich selbst auszumachen, hält seinen Freund erst mal geheim vor den zwei Freundinnen, weil er die Zweisamkeit erst mal für sich haben will. Viele schwere Themen, die authentisch erzählt werden und trotzdem leicht zu lesen sind. Ganz zart und einfühlsam werden sie mir nähergebracht, eingehüllt in eine sanfte, melancholische Stimmung. Sätze, in denen ich mein eigenes junges ich wiedererkannt habe und Themen, mit denen sich junge Menschen heute auseinandersetzen müssen. Stellenweise hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht, aber es ist ein starkes und vielversprechendes Debüt der Autorin, welches ich jungen Leser*innen empfehlen würde oder Menschen wie mir ;), die sich gerne in die inneren und äußeren Kämpfe der jüngeren Generation hineinversetzen wollen. S.44 „Ich wusste, dass es unfair war, aber ich mochte es nur, andere anzuschauen, nicht, selbst längere Zeit angeschaut zu werden. Sobald ich im Fokus von jemandem stand, hatte ich das Gefühl, mich langsam in eine Fotografie zu verwandeln - in etwas, das angeschaut und beurteilt werden, aber nicht zurückblicken kann.“ S.136 „Es kam mir vor, als sei ich eine fest umhüllte Einheit, die so durch Lee erst anstanden war, und ich wusste, dass daran nicht nur irgendetwas, sondern alles falsch war.“ S. 156 „Der Fluss floss um mich herum wie schweres graues Blei, das sich nicht gegen mich wehrte. Ich wehrte mich auch nicht. Irgendwann wurde ich mir bewusst, dass gerade die Zeit aufgehört hatte, und ich spürte nichts als eine unendliche Erleichterung.“

3

Zwischen Kälte und Selbstsuche

Der Roman über das Eisbaden hat hat mich echt neugierig gemacht. Aber das Winterschwimmen spielt zwar eine Rolle, bleibt aber lange eher im Hintergrund Es ist nur ein kurzer Moment im Wasser, doch diese Erfahrung begleitet Josie durch das folgende Jahr. Das Winterschwimmen wird für sie zugleich Sucht und Befreiung. Früher hatte sie Probleme mit ihrer Ernährung, verlor dabei nicht nur Gewicht, sondern auch ein Stück von sich selbst. Auch die Begegnung mit Lee, der mit seiner eigenen mentalen Gesun dheit ringt, fügt dieser Suche eine weitere Ebene hinzu. Und was passiert nun eigentlich mit Rena? Die für mich übrigens gar nicht so eine wichtige Rolle spielt. Das eisige Wasser steht für Umhüllung, Widerstand und Schmerz. Aber auch für Klarheit. Trotz der tiefgründigen Themen konnte mich der Roman nicht vollständig packen. Wer jedoch eine ruhige, sensible Auseinandersetzung mit mentaler und körperlicher Gesundheit sucht, wird hier fündig.

Zwischen Kälte und Selbstsuche
5

„Dein Körperbild ist nur eine Folge von Marketingstrategien.“ ~ S. 12

Wer „22 Bahnen“ von Caroline Wahl mochte, hätte hier ein gelungenes Äquivalent. Elli Kolb spricht in ihrem Roman auch viele wichtige Themen an, darunter sind Essstörungen, Depressionen und Schicksalsschläge vorzufinden. Josie steht kurz davor, ihren Masterstudiengang abzuschließen. Sie befindet sich in den Zwanzigern und wird von Selbstzweifeln zerfressen.. schlimmer gesagt, sie hasst ihren Körper regelrecht. Ihre beste Freundin Rena versucht sie zu bestärken, jedoch scheint diese schwer krank zu sein und Josie macht sich zunehmend Sorgen. Auch ihr gemeinsamer Freund Anton macht sich Sorgen, da er Renas Verhaltensweise nach einem Vorfall bedenklich findet. Josie lernt währenddessen einen Jungen namens Lee kennen. Aus dem Tinder-Date entwickelt sich eine zarte Liebe, allerdings leidet Lee unter seiner derzeitigen Lebensweise, da er depressiv ist. Josie versucht die Krankheit zu verstehen, dennoch treten viele Probleme auf. Nicht nur durch die Depressionen, sondern auch durch ihr verzerrtes Körperbild und den schlechten gesundheitlichen Zustand ihrer Freundin. Dabei entdeckt Josie das Eisbaden für sich. Im eiskalten Wasser kann sie alles vergessen.. die Gedanken stehen still und sie lernt sich selbst neu kennen.. in diesem Moment achtet sie nicht darauf, wie ihr Körper wirkt oder wie ihn andere bewerten. Vielmehr scheint sie mit sich zum ersten Mal im Einklang zu sein.. Das Buch beschönigt nichts, es beschreibt die Problematik, wenn eine Beziehung entsteht und eine Person Depressionen hat. In Filmen und Büchern wird vieles romantisiert. Sobald die Personen zusammen sind, sind auch die psychischen Erkrankungen weg und das stimmt nicht. Partner*innen können unterstützen, aber nicht komplett heilen. Das Eisbaden wirkte wirklich sehr reizend bei der malerischen Beschreibung, irgendwie konnte man diese Empfindungen gut nachvollziehen. Diese Stille und das Gefühl nach der Kälte. Die Autorin hat das sehr gut beschrieben. Dementsprechend ist dieser Titel schwerere Kost, allerdings kann ich ihn nur empfehlen. Es ist aufschlussreich, vor allem um die verschiedenen Krankheitsbilder besser zu verstehen.

„Dein Körperbild ist nur eine Folge von Marketingstrategien.“ ~ S. 12
4

lesenswert- ein Buch über Freundschaft/Depression u schwerer Erkrankung

4

Ein Roman über Körpergefühl, Selbstwahrnehmung und Freundschaft. Josies Freundin Rena ist schwer krank. Da macht sich Josie schon große Sorgen und als sie bei Tinder den depressiven Lee kennengelernt wird es nicht einfacher. Sie nähern sich langsam an aber Lee möchte sich Josie nicht zumuten und zieht sich immer wieder zurück. Rena und Josie wagen sich ans Eisbaden und bald schon ist es wie ein Rausch. Sie erleben ein bis dahin nie gekanntes Körpergefühl. Ein toll geschriebener Roman, der sich ganz leicht lesen lässt. Eine sanfte Melancholie zieht sich durch die ganze Story und lässt den Leser mit Josie mitfühlen. Für mich persönlich hätte das Buch gern dicker sein können und Themen wie Depression, Essstörung und die Krankheit der Freundin auch noch mehr vertieft werden. Das Ende wird die meisten Leser sehr nachdenklich zurücklassen. Bücher, die einen dazu anstupsen mal intensiver über das eigene Leben nachzudenken mag ich ja sowieso immer sehr gern.

3.5

Eine schöne, wohltuende Abkühlung hat der Roman '9 Grad' von der Autorin Elli Kolb mir geboten. Die Beschreibungen des Eisbadens ist so bildhaft beschrieben, man kann die klirrende Kälte des Wasser quasi spüren. Am Anfang lernen wir das befreundete Trio bestehend aus Josie, Rena und Anton kennen. Alle drei empfand ich als extrem unterschiedlich und doch oder vielleicht gerade deshalb verbindet sie so viel. Als Rena schwer erkrankt, kommt das Eisbaden mit ins Spiel und besonders die anfangs eher skeptische Josie findet Gefallen daran. Schön fand ich besonders das Weltkugel Spiel zwischen Josie und Rena. Tatsächlich hätte ich gerne mehr über die Freundschaft der zwei gelesen und mir ein tieferes eintauchen in diese Verbundenheit, gerade auch während Renas schwieriger Phase, gewünscht. Es wurden noch weitere wichtige Themen wie Depressionen und Selbstwahrnehmung/ Selbstliebe aufgegriffen und ich mochte diesen realistischen Umgang damit. Ein Roman der mich über einiges hat nachdenken lassen und ja... ich glaube Eisbaden mag ich nun auch gerne mal ausprobieren. 😅

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4

Gelungenes Debüt

Josie strugglet mit ihrem Körper und den gesellschaftlichen Erwartungen an eben diesen. Rena stellt sich selbst und ihr Leben durch ein einschneidendes Erlebnis komplett in Frage und Lee steckt tief in einer Depression. Einzig Anton scheint mit sich im Reinen zu sein. Rena bringt die Idee des Eisbadens auf und drängt ihre Freunde, es doch unbedingt mit ihr zusammen auszuprobieren. Doch Josie ist es, die sich wirklich damit auseinandersetzt und durch die wir den Prozess des Eisbadens und dem, was das Eisbaden mit Körper und Seele tun kann, erleben. Das Eisbaden, der Weg dahin, die Grenzerfahrung, den Sinn, habe ich durch Josies Erlebnisse als faszinierend empfunden und wirklich nachvollziehen können. Rena und Josie werfen im Verlauf interessante Gedanken auf, die aber nicht direkt weiter ausgeführt oder interpretiert werden. Erst durch die Interaktion der beiden, ihre Gespräche und die wertschätzende Art füreinander wurden die nicht auserzählten gesellschaftlichen Probleme ausgearbeitet. Ich empfand diese Herangehensweise sehr spannend, lässt sie doch einerseits Raum zur eigenen Interpretation, ohne die Problematiken an sich zu vernachlässigen. In der ersten Hälfte des Buches fiel mir auf, dass es kaum echte Übergänge zwischen den einzelnen Szenen gab, was ich sehr riskant fand. Dieses Stilmittel funktionierte für mich dann aber total gut, weil das Hauptthema der einen Szene Nebenthema der anderen war und die Geschichte dadurch flüssig und chronologisch sinnvoll wurde. Keine Szene wirkt inszeniert, sondern so, als könnte ich sie grad selbst durchleben. Ich glaube, so leicht es sich liest, so schwer ist es auch, auf diese Art zu schreiben. Elli Kolb kann Alltagssituationen wirklich toll einfangen und macht Geschichte wie Protagonist:innen dadurch greifbar. Eine gewisse Melancholie schwebt Seite für Seite mit, wird aber beispielsweise durch Anton als witziges, regulierendes Element nie zu schwer. Für mich war 9 Grad ein gelungenes Debüt.

4.5

Eine Geschichte, die mich mit ihrer Stimmung und Ruhe in ihren Bann gezogen hat. Flüssiger Schreibstil und ehrliche, authentische Charaktere, die ich gerne begleitet habe.

5

5- Sterne Lebenshighlight

4.5

Insgesamt hat mich @understandingly mit diesem Debüt also wirklich überzeugt! Lediglich etwas mehr Hintergrund und Tiefe hinsichtlich der psychischen Probleme der Charaktere wäre für mich das I-Tüpfelchen gewesen. Vielleicht hätte dies aber auch das Phänomen des Eisbadens in den Schatten gestellt; und dieses hat für mich zurecht die Hauptrolle in dieser Geschichte! Insofern: Leseempfehlung für die kommende Jahreszeit, in der sich die Wassertemperatur 9 Grad nähert!

4.5

Gerade diese Eisbaden Thematik hat mich interessiert und hat mich sehr gut unterhalten. Nur mit diesen "Problemen" von den Protagonisten und deren Denkweise, das ist mir einfach zu viel Psychologisches, deswegen schalte ich beim Lesen leider ab. Ansonsten ich es richtig schön.

4

Obwohl mir bis zum Schluss „irgendetwas Kleines“ fehlte, gefiel mir das Buch wirklich gut. Flüssiger Schreibstil, viele Textpassagen die einen kurz innehalten ließen und einem liebenswürdigen Nebencharakter, von dem ich wirklich gerne mehr gelesen hätte. Ich würde ein weiteres Buch der Autorin definitiv lesen wollen.

3.5

Das Buch ist ein einfühlsamer Roman über Liebe, Freundschaft, psychischen Herausforderung und körperliche Grenzerfahrung. Es besticht durch seinen ruhigen und auch atmosphärischen Stil und behandelt wichtige Themen. Vorallem die besondere Freundschaft zwischen den 3 Freunden hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte gut in die Geschichte eintauchen und die Beschreibungen zum Eisbaden waren schon sehr eindrucksvoll…aber nichts für mich 🫣🥶😅. Insgesamt ein schöner Roman. 3,5 ⭐️

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5

9 Grad von Elli Kolb erzählt die Geschichte von Josie, die sich beim Eisbaden einer extremen Erfahrung stellt, um ihrer schwer kranken Freundin Rena einen Wunsch zu erfüllen. Dabei entdeckt sie nicht nur ihren Körper neu, sondern erlebt auch eine komplexe Beziehung mit Lee, der mit Depressionen zu kämpfen hat. Der Roman thematisiert auf einfühlsame Weise die Themen Selbstfindung, Freundschaft und den Umgang mit psychischen Belastungen, was ihn zu einer nachdenklich stimmenden Lektüre macht.

4

Der Klappentext von »9 Grad« von Elli Kolb hat mich sehr angesprochen. Der Schreibstil ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, hat für mich aber zur Geschichte gepasst. Ich konnte mich mit Rena identifizieren und ihre Gedanken oftmals nachvollziehen. Sowohl Rena als auch die Nebencharaktere waren sehr nahbar und lebensecht. Das Buch behandelt viele wichtige Themen, die realistisch umgesetzt wurden. Der Buchtitel wird zum zentralen Thema und ich fand das Eisbaden interessant und faszinierend. Ich kann das Buch empfehlen. :)

4

Eisbaden als Heilung

Ja, das ist ein Buch über das Eisbaden. Aber es ist auch soviel mehr. Es ist ein Buch über tiefe Freundschaft, über Selbstliebe und der Liebe zum Leben. Es ist ein Buch, dass beschreibt wie schwer es ist, sich selbst mit dem Druck der Gesellschaft genau so zu lieben wie man ist und diese Liebe nach außen zu tragen. Und es ist ein Buch, dass beschreibt wie sehr das Eisbaden dabei helfen kann. Ich brauchte ein bisschen um rein zu kommen, da es tatsächlich in der ersten Hälfte ein sehr langsamer und ruhiger Roman ist. Die zweite Hälfte hat mich aber sehr gepackt und JA! Ich hab jetzt Lust auf Eisbaden!

3.5

Regt auf jeden Fall zum Denken an. Viele wichtige Themen werden angesprochen

Das Buch hat mir gut gefallen, jedoch hatte ich besonders am Anfang mit dem Schreibstil ein bisschen Probleme. Die Dialoge wirkten für mich unecht/unrealistisch, so dass ich mehrmals fragen musste, ob wirklich jemand so miteinander redet. Vieles wurde angesprochen, aber nie weiter verfolgt und so wirkte es etwas wirr auf mich. Das hat sich im Laufe jedoch gelegt, vielleicht weil ich mit der Schreibart warm wurde? Die Thematik hat mir sehr gefallen und auch der Verlauf der Geschichte hat mir gefallen. Es werden sehr viele Themen behandelt wie u.a. Kapitalismus, Essstörungen, Depressionen, der Sinn des Lebens,.. Ich hätte mir noch etwas mehr Tiefe hinsichtlich der Freundschaft zwischen unserer Protagonistin und ihrer besten Freundin gewünscht und besonders zum Ende hin hätte ich gern noch mal mehr dazu erfahren. Ich habe mir auch einige Stellen markiert, die ich besonders nachfühlen konnte oder die mich bewegt haben/mich länger nachdenken lassen haben.

2.5

Leider nicht komplett überzeugt

Am Anfang war ich ein riesiger Fan von dem Buch und musste bereits auf den ersten Seiten lachen. Die Freundesgruppe ist mir direkt ans Herz gewachsen, wobei Anton bis zum Schluss mein Lieblingscharakter blieb. 9 Grad ist stellenweise wirklich sehr intensiv und stimmt einen nachdenklich, lenkt aber gelegentlich völlig ab und beschäftigt sich mit Themen, die meiner Meinung nach (für den weiteren Verlauf) total uninteressant sind. Josie (bemit)leidet (sich) für meinen Geschmack zu viel. Erst ist es die Essstörung, dann ist es ihr Übergewicht, dann ist es die Bindungsangst. Sie wirkt einfach wie ein sehr unzufriedener Mensch. Auch der ständig wiederholende Wunsch sich von Lee, den sie über Tinder kennengelernt hat, sich irgendwo gegendrücken zu lassen um die Grenzen ihres Körpers zu spüren, fand ich irgendwann zu viel. Das Buch liest sich bis auf einige Stellen flüssig, trotzdem konnte es mich nicht überzeugen. Die Charaktere waren für mich allesamt nicht wirklich ausgearbeitet.

Leider nicht komplett überzeugt
5

Bewegend, aktuell, nachhallend!

**** Worum geht es? **** Ein Buch über Freundschaft, der inneren Leere, Selbstzweifeln und den Weg zurück ins Leben über Eisbaden in 9 Grad kaltem Flusswasser. Doch was tun, wenn der Freund depressiv und die beste Freundin ernsthaft krank ist? **** Mein Eindruck **** Diese Geschichte wirkte beim Lesen zeitlos und trotzdem brandaktuell. Die Themen bewegen unsere Gesellschaft auf soziologischer Ebene jeden Tag, in den Charakteren lebt das Zeitgefühl, der Wandel der Einstellungen und das alltägliche Leben mit. Das Buch bringt eine dauerhafte Schwere mit sich, sowie kleine Lichtpunkte an Hoffnung. Das 9 Grad kalte Wasser wird hier zu einem bewegenden Schlüsselelement. Zwischen heiß und kalt, holte mich hier vor allem das Leben in allen Facetten ab und ließ mich nachdenklich zurück. Ich schloss das Buch mit einer angenehmen Traurigkeit in mir, dem Gefühl, dass ich etwas wichtiges gelernt habe und einen neuen Blickwinkel hinzugewonnen habe. Sprachlich, wie auch inhaltlich hat mich das Buch vollends überzeugt. Die Charaktere in ihren Mittzwanzigern haben sich unglaublich nahbar angefühlt und das Geschehen realitätsnah. Erwachsen und doch auch nicht, genau dazwischen eben. Dieses Debüt war für mich absolut authentisch und einmalig in seiner Tonität. Ich bin von dem Buch sehr angetan. **** Empfehlung? **** Wer hier eine lockerleichte Sommerlektüre erwartet oder eine Wohlfühlliebesgeschichte, ist hier schlichtweg an der falschen Stelle. Das Buch ist Literatur, zeitgenössisch durch und durch, und vor allem nachhallend mit einer gewissen Schwere. Wer sowas mag, kann hier ganz besondere Lektüre entdecken.

4

Grenzgängerinnen

„Auf dem Weg zum Kanal erklärte ich ihm die gesundheitlichen Vorzüge des Eisschwimmens, die ich mir in der Zwischenzeit ergoogelt hatte. Es klang, als wäre mein Wunsch, schwimmen zu gehen, eine logische Folge aus meinen wissenschaftlichen Recherchen. Dabei war es das genaue Gegenteil: eine Obsession. Etwas hatte mich im Griff und ließ mich nicht los, ehe ich nicht inmitten einer Strömung stand und mich ergab.“ 🫧 Um wen geht’s? Um Josie, die Erzählerin, und ihre beste Freundin Rena, die plötzlich schwer erkrankt. Kurz zuvor hat Rena Josie einen Weg aufgezeigt, sich ihren Körper zurückzuholen, den eine Essstörung seit Jahren fest im Griff hält - das Eisbaden. Und während Rena gegen ihre Krankheit kämpft, geht Josie im eiskalten Novemberflusswasser baden, und verliebt sich auf mehr als nur eine Art. 🫧 Meine Meinung „9 Grad“ war ein ruhiger Roman, der viele unterschiedliche Themen aufgriff: Mut, Freundschaft, psychische Erkrankungen und das Erwachsenwerden. Er kam ohne Dramen aus und lebte stattdessen von leisen Tönen und den Beziehungen zwischen den Protagonist:innen. Und natürlich vom Eisbaden als zentralem Element - das war für mich der spannendste Aspekt, denn das Thema ist mir so noch nie begegnet. Elli Kolb schrieb dabei in einer Sprache, die leicht war zu lesen, und an das fließende Wasser erinnerte, in dem Josie sich ihren Ängsten und inneren Dämonen stellt. Die Dialoge fühlten sich anfangs ungewöhnlich an, verschmolzen dann aber mit den Figuren, zwischen denen sie stattfanden. Und ob ich jetzt Lust habe, das Eisbaden auszuprobieren? Vielleicht. ❄️ 🫧 Fazit Ein ungewöhnliches Debüt, eine super sympathische Autorin und ein Thema, das mir so noch nicht begegnet ist und noch einige Zeit in mir nachwirken wird.

Grenzgängerinnen
4

Interessantes Thema und Sichtweise.

5

Eine Geschichte die einen wirklich mitnimmt

Das Buch würde ich denn Leute empfehlen die Probleme haben sich selber zu finden. In dem Buch geht es um eine wie ich finde wichtige Thematik die einen im Alltag immer wieder über dem weg läuft. Die zwei Freundinnen in dem Buch könnten unterschiedlicher nicht sein, als dann plötzlich ein Schicksalsschlag kommt ist nichts mehr wie es wahr und wie bekommen wichtige Gefühle und Situationen beschrieben die sooo wichtig sind ! Ich habe selber bei dem Buch Lust bekommen Eisbaden zu gehen 😂

5

Ich mochte alles an diesem Buch!

Ein wundervoll geschriebener Roman über Freundschaft, Liebe und Einsamkeit. Ich mochte einfach alles an diesem Buch! Große Empfehlung!

4

Ein Buch mit “Windstärke 17”-Vibes

Eigentlich geht’s ums Eisbaden, uneigentlich geht es darum, aus seiner eigenen Lethargie zu erwachen. Zu spüren, wo man aufhört und wo man anfängt. Wie man richtig lebt. Ein wirklich schön geschriebenes und schnell verschlingbares Buch. Für meinen Geschmack nur mit eeeetwas zu viel Schwere, zu viel Melancholie (daher auch der Vergleich mit “Windstärke 17”). Trotzdem: Lesenswert! Und es macht definitiv neugierig aufs Eisbaden.

4.5

Eine berührende Geschichte über ein wunderbare Freundschaft, eine schwierige Liebe und das Eisbaden.

In “9 Grad” begleitet man die Ich-Erzählerin Josie durch einige besonders aufreibende und emotionale Monate. Josie ist Studentin und eine besonders wichtige Rolle spielen ihre Freund:innen Rena und Anton in ihrem Leben. Die drei waren schon Schulfreund:innen und studieren jetzt in der selben Stadt. Wenn ich Josie so zuhöre, bin ich irgendwie froh, dass ich das Jungsein schon hinter mir habe. Aber ihre Unsicherheiten, ihr vermurkstes Körpergefühl und die Energie, die es sie kostet, gegen beide anzukämpfen, sind mir dennoch nicht fremd. Eine Freundin, wie Rena zu haben ist ein großes Glück für Josie. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Josies Alltag aus den Fugen gerät, als Rena schwer erkrankt. Nachdem Rena eine Bucketlist geschrieben hat, kommt es u.a. dazu, dass die beiden im herbstkalten Fluss Schwimmen gehen. Auch wenn Rena dann nicht wirklich Gefallen daran findet, wird es hingegen für Josie nicht der letzte Badegang bleiben. Sie entdeckt für sich ein ganz neues Körpergefühl, eine neue Welt geradezu. Während Rena mit durchaus sehr amüsanten Ergebnissen weiter an ihrer Bucketlist arbeitet, begleiten wir Josie zu Dates mit Lee. Lee wird in der Folge ein weiterer wichtiger Charakter der Geschichte, der Josies Leben nicht eben einfacher macht. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Ich habe “9 Grad” sehr gerne gelesen und mich Josie recht schnell verbunden gefühlt. Einige Nebenstränge hätten wegen mir noch ein bisschen ausführlicher betrachtet werden dürfen. Vor allem über die sehr unterschiedlichen familiären Hintergründe der beiden jungen Frauen und ihre Außenseiterinnen-Rolle in der Schulzeit hätte ich gerne noch mehr gelesen. Triggerwarnung: Depression, lebensbedrohliche Erkrankungen

4

Liebe die vorsichtig eingewobenen Themen des Buches, hab es mir jedoch emotional packender vorgestellt, mochte die Sicht und den Umgang der Protagonistin mit dem Thema Depressionen leider gar nicht

3

Leicht, berührend und schnell gelesen

9 Grad ist eine angenehme, ruhige Geschichte, die sich gut in einem Rutsch lesen lässt – bei mir war es tatsächlich an einem Tag durch. Sie bringt ein paar schöne Gedanken zum Nachdenken mit, vor allem rund um Freundschaft, Selbstfindung und den Mut, Neues auszuprobieren. Die Atmosphäre am Wasser ist schön beschrieben und hat etwas Beruhigendes. Natürlich ist es keine tiefgreifende, weltbewegende Lektüre – dafür fehlt es der Handlung an manchen Stellen an Spannung oder Komplexität. Aber wer eine einfühlsame, leicht lesbare Geschichte für zwischendurch sucht, wird hier sicher ein paar schöne Lesestunden haben. ☺️

Leicht, berührend und schnell gelesen
5

Ein toller Debütroman von Elli Kolb über Freundschaft, Liebe, Depression und Selbstwahrnehmung. Ich habe das Buch zufällig beim Stöbern im Buchladen entdeckt, das Cover sprach mich an. Heute habe ich es innerhalb von einem Tag gelesen - die Story hat mich sofort gefesselt und die Charaktere waren für mich authentisch und sympathisch. An manchen Stellen ist die Zeitschiene etwas unklar, aber das tut der gesamten Geschichte keinen Abbruch. Viel wichtiger ist, wie die Autorin die Freundschaft zwischen Josie, Rena und Anton beschreibt, Renas Gefühlswelt und Änderung ihrer Einstellung während und durch ihre Erkrankung, Josies Selbstwahrnehmung und Selbtszweifel, was das Eisbaden mit ihr macht und auch ihre Beziehung zu Lee der mit seiner Depression kämpft. Ich hoffe es folgen weitere solcher Geschichten!

4

Der Schreibstil hat mir gut gefallen

𝐌𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐌𝐞𝐢𝐧𝐮𝐧𝐠: Elli Kolbs Roman "9 Grad" ist ein berührendes Buch und zeigt uns das Innenleben seiner Figuren und gleichzeitig universelle Themen wie Verlust, Selbstfindung und die Kraft der Kälte. Die Geschichte beginnt mit Josies Entscheidung, ihrer schwerkranken Freundin Rena einen letzten Wunsch zu erfüllen, indem sie sich in den eiskalten Fluss stürzt. Doch was als Akt der Freundschaft und Flucht vor der Angst beginnt, wird zu einer tiefgreifenden Selbsterfahrung. Die Kälte des Wassers scheint nicht nur ihren Körper, sondern auch ihre Seele zu berühren und zu verändern. Josie hat bislang mit ihrem Körper und ihrem Selbstbild gehadert und findet durch das Eisbaden einen neuen Zugang zu sich selbst. Ich finde das wurde in dem Roman gut umgesetzt. Kolb versteht es, die Kälte als Symbol für Josies inneren Wandel zu nutzen. Die Schmerzen und die Herausforderung, die mit dem Eisbaden einhergehen, spiegeln die inneren Kämpfe wider, die Josie durchlebt. Diese metaphorische Ebene des Romans hat mir besonders gut gefallen und verleiht der Geschichte etwas Poetisches. Auch die anderen Figuren, wie Josies Freundin Rena und Lee, den sie über Tinder kennengelernt hat, tragen zur Erzählung bei. Während Rena zunächst schwer greifbar für mich war, entwickelt sich ihre Figur im Verlauf der Geschichte und wird zu einem wichtigen Ankerpunkt für Josies Entwicklung. Die Beziehung zwischen Josie und Lee hingegen ist kompliziert. Lee kämpft mit Depressionen, was die Beziehung zwischen den beiden sehr beeinflusst. Obwohl die Beziehung für mich nicht immer ganz nachvollziehbar war, wird doch deutlich, wie psychische Erkrankungen das Leben und die Liebe prägen können. Der Schreibstil von Elli Kolb hat mir gut gefallen, er ist oft von einer subtilen Poesie durchzogen. Es gelingt ihr, viel zwischen den Zeilen zu transportieren. Die melancholische Grundstimmung des Romans kam bei mir auf jeden Fall an. Die Dialoge hätten für mich manchmal etwas tiefgreifender sein können. Manchmal wirkte es einfach etwas platt. Mir ist auch aufgefallen, dass man die Figuren für wesentlich jünger halten könnte, als sie sind. Ich habe es mir durch ihre Kindheit erklärt. Das Ende des Romans hat mit gut gefallen und zum Nachdenken angeregt. Es ist nicht nur ein Abschluss der Erzählung, sondern öffnet auch den Raum für Reflexion über das eigene Leben und die eigenen Grenzen. Ich habe einige Zitate in dem Buch markiert. 𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: Insgesamt ist "9 Grad" ein gelungenes und tiefgründiges Buch, das auf einfühlsame Weise Themen wie Freundschaft, Selbstfindung und die Herausforderungen von Beziehungen behandelt.

4.5

,,Ich dachte nicht an meinen Körper als etwas, dessen Fehler ich ausgleichen musste, wenn ich dazugehören wollte." S.74

Authentische Charaktere, die den Inhalt dieses Buches so greifbar machen. Durch ihre Erfahrungen sowie das Aufwachsen in der Leistungsgesellschaft kämpfen die jungen Leute mit ihren Dämonen. Die schwere Erkrankung eines Charakteres bringt ein Umdenken mit sich und die Leser:innen können miterleben, wie sie sukzessiv mehr für sich einstehen und nicht nur nach Perfektion streben.

4.5

Die Protagonistin war doll relatable!

Ich mochte nicht immer jede Ansicht, aber ich fands schön realistisch und hab mich oft zwischen den Seiten wiedererkannt. Auch Eisbaden: Spannendes Thema! Besonders interessant war aber die Freundschaft.

Die Protagonistin war doll relatable!
2

*Werbung/ Rezensionsexemplar 🏊‍♀️🗺🌏📝🌊❄️ "Das Leben ist einfach zu kurz, um in Schnörkeln zu reden, die am Ende niemand versteht." "'Hauptsache, man führt ein Leben, in dem man selbst auch vorkommt.'" "Es ist wirklich Wunder, dass man lächelt und lächelt und irgendwann selbst glaubt, dass es wichtiger ist, wie wir von außen wirken, als wie man sich innerlich fühlt." "Schönheit war nicht greifbar. Sie war einfach nur da." "Fernweh. Es klänge sehnsuchtsvoll und hübsch, dieses Wort, dabei beudeutete es auch, dass man fast nie an dem Ort sein wollte, an dem man gerade war." "Wir wollten einfach nur das Gefühl haben, an jedem Ort sein zu können. Und das hatten wir, denn in der Dunkelheit war das Meeresrauschen überall gleich." „Liebe ist kein Kapitalismus. Liebe wird einem geschenkt, man muss sie sich nicht verdienen. Sie ist am Ende immer geschenkt, egal, was du machst.“ 🏊‍♀️🗺🌏📝🌊❄️ Zuallererst wurden sehr viele wichtige Themen in diesem Buch angesprochen, was mir wirklich gefallen hat. Um einfach mal ein paar der Themen zu nennen: • Selbstliebe und sich im eigenen Körper wohlfühlen, beziehungsweise den eigenen Körper richtig kennenlernen • Das Leben zu nutzen und überhaupt der Sinn des Lebens • Einfach mal etwas zu tun, ohne darüber nachzudenken, was andere denken • Das es manchmal schneller zuende sein kann, als man denkt • Depressionen und die daraus resultierenden Probleme • Kapitalismus und unsere Leistungsgesellschaft Der Schreibstil war wirklich wahnsinnig poetisch und ich habe unfassbar viele schöne Zitate markieren können, die sehr bedeutungsvoll waren und mich emotional berührt haben. Es war sehr schön wie Josie durch das Wasser und die Kälte endlich zu sich selbst zurückgefunden hat und sich dadurch lebendig gefühlt hat. Und es war auch toll, Josie auf dieser Reise begleiten zu können und dem Lauf dieser Geschichte zu folgen und vor allem zu beobachten, wie sich das Wasser/Eisbaden thematisch durch das ganze Buch zieht. Die Charaktere waren allerdings leider überhaupt nicht greifbar für mich, ich hätte mir gewünscht, dass ich mehr Bezug zu Josie oder Rena finden würde, aber leider war das nicht der Fall. Am meisten konnte ich mich tatsächlich mit Lee identifizieren und auch Anton war mir sehr sympathisch. Aber auch die Beziehungen zwischen Josie und Lee konnte ich nicht so richtig wahrnehmen, bzw. sind diese Gefühle einfach nicht richtig bei mir angekommen. Die Freundschaft zwischen Rena, Josie und Anton hat mir schon etwas besser gefallen, aber auch dort hat mir noch irgendetwas gefehlt. Und Josie als Protagonistin fand ich leider auch nicht wirklich toll, an den meisten Stellen fand ich sie tatsächlich zu verständnislos und unsensibel gegenüber den Problemen anderer Menschen. Die Dialoge kamen mir oft auch einfach sehr stumpf, trocken und unecht vor, weil die meisten Menschen glaube ich niemals so reden würden, wie es in diesem Buch der Fall war. Das ganze Sprechverhalten der Charaktere(ausgenommen Anton) wirkte auf mich einfach sehr monton und emotionslos, vor allem da das Buch ja eigentlich sehr emotionale Themen behandelt. Generell war einfach alles sehr weit weg für mich, als würde es in einer weit entfernten Welt spielen. Also genau wie die Charaktere nicht wirklich greifbar für mich. Insgesamt hatte ich auch einfach keinen richtigen Bezug zu der Geschichte und haben bis zum Schluss nicht wirklich in das Buch hineingefunden. Ich hatte auch einfach das Gefühl, dass die Autorin zu viel aufeinmal vermitteln wollte. Es war so als wären einfach jegliche Themen die einem in den Sinn kommen und dieses Buch gepackt worde. Insgesamt war es einfach eine völlige Reizüberflutung, man wusste als Leser überhaupt nicht auf welches Thema man sich konzentrieren soll. Es wurden zwar wirklich viele Themen angesprochen, allerdings wurden die meisten auch nicht weiter vertieft. An der Stelle hätte ich mir einfach gewünscht, dass man sich ein oder zwei wichtige Themen raussucht und diese dann wirklich ausführlich bespricht. Aber auch der Schreibstil hat mich teils wirklich überfordert, was vielleicht auch dazu geführt hat, dass ich überhaupt nicht in das Buch reingekommen bin. Schlussendlich kann ich also nur sagen, dass es mir wirklich Leid tut für die Autorin, denn ich wollte das Buch unbedingt mögen. Es hat sich so gut angehört und ich war sehr gespannt auf Josies Weg zur Selbstliebe, aber leider konnte mich "9 Grad" nicht überzeugen. 🥹

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"Wie konnte es sein, dass man so in Blicken anderer Menschen lebte und sich, wenn einen niemand sah, so fühlte, als würde man gar nicht existieren?" (S. 155) Seit sie denken kann, fühlt Josies Körper sich falsch an. Viel zu weich und raumeinnehmend will er einfach nicht in die von aller Welt vorgegebenen Schablonen passen. Als ihre Freundin Rena ihr nach einem körperlichen Zusammenbruch eröffnet, schwer krank zu sein, wagen die beiden ein Experiment. Gemeinsam steigen sie in das winterliche Wasser eines neun Grad kalten Flusses. Für Josie ist es DIE Offenbarung. Zum ersten Mal nimmt sie ihren Körper als ein starkes Zuhause wahr und spürt, wie sie sich ein gesundes Körpergefühl zurückholen kann. Kurz darauf lernt sie über Tinder Lee kennen. In seiner Gegenwart fühlt Josie sich sofort sicher und geborgen. Allerdings kann Lee sich nicht recht auf Josie einlassen. Zu tief steckt er in immer wiederkehrenden depressiven Episoden. Können sich die beiden gegenseitig Halt geben und hat Josies Obsession für das eiskalte Wasser vielleicht auch einen positiven Aspekt für Lee? Hm ... Elli Kolbs Debütroman lässt mich etwas ratlos zurück. Stellenweise konnte ich mich sehr gut in Josies Wunsch, nicht länger den Ansprüchen anderer nachkommen zu wollen, und in die düstere Welt des depressiven Lee hineinfühlen. Aber es hat mich nie wirklich gepackt. Kaum dachte ich: "Spannender Gedanke", war die Szene auch schon wieder vorbei. Fuß ins Wasser und schnell wieder raus. Mir waren es zu viele Handlungsstränge, die aneinander vorbei fließen und keiner davon geht so richtig in die Tiefe. Sie wollen zwar offensichtlich alle auf dasselbe hinaus, kriegen aber irgendwie nicht die Kurve. An mir ist die befreiende Wirkung leider vorbeigegangen.

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Sehr interessant

9 Grad ist ein leiser, ruhiger Roman, der viele unterschiedliche Themen aufgreift: Mut, Freundschaft, psychische Belastungen und das langsame Erwachsenwerden. Die Geschichte kommt ohne große Dramen aus und lebt stattdessen von Zwischentönen, Momenten der Nähe und den Beziehungen zwischen den Figuren. Besonders das Eisbaden als zentrales Element hat mich fasziniert. Dieses Thema war für mich etwas völlig Neues und wurde sensibel und eindringlich in die Handlung eingebettet. Elli Kolb erzählt in einer Sprache, die sich leicht und fließend liest und dabei gut zu Josies innerem Weg passt, auf dem sie sich ihren Ängsten und inneren Dämonen stellt. Die Dialoge wirkten anfangs ungewohnt, entwickelten aber schnell eine eigene Natürlichkeit und verschmolzen zunehmend mit den Figuren und ihren Emotionen. Und ob ich nach der Lektüre Lust habe, Eisbaden selbst auszuprobieren? Vielleicht. Fazit: Ein ungewöhnliches Debüt mit einer sehr sympathischen Autorin und einem Thema, das mir so noch nie begegnet ist und das noch lange nachwirkt.

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Kein schlechtes Buch und ich habe den Schreibstil irgendwie sehr gemocht. Es gab wirklich ein paar schöne Zitat Stellen in diesem Buch. Elli Kolb hat hier wirklich wichtige Themen besprochen: Tod und Depressionen ganz oben dabei, aber auch Essstörungen, Kapitalismus etc. Ihr ist es gelungen das Ganze sensibel & dennoch teilweise sehr anschaulich dem Leser nahe zu bringen. Lee's Art seine Depression und seine entsprechenden Gefühle mit einem leeren Haus zu beschreiben war unglaublich treffend, definitiv eine meiner Lieblingsstellen. Das Buch setzt sich auch extrem mit den eigenen Grenzen auseinander und die Suche nach sich selbst. Auch das ist für mich ein großer Pluspunkt, genau das ist nämlich eines der größten Themen, das uns in unseren 20igern beschäftigt. Gefühle hat die Autorin wirklich immer wieder sehr gut beschrieben, insbesondere Josies beim Eisbaden. Dennoch hat mir irgendwie auf eine Art oft die Tiefe bei den Charakteren gefehlt, ich hätte Sie und Ihre Dynamik miteinander einfach gerne besser kennen gelernt. Es wirkte, trotz dieser oft gut beschriebenen Gefühle, auf eine andere Art häufig oberflächig. Dazu fand ich Josie manchmal etwas unsensibel gegenüber anderen (zB Lee), anderseits fand ich schön, dass Sie aus diesen Momenten etwas gelernt hat und sich entsprechend weiter entwickeln konnte. Ich würde dem Buch eine 3.5/5 geben.

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3 Freunde und das Eisbaden

„9 Grad“ erzählt die Geschichte von drei Freunden, die – jeder auf seine Weise – mit persönlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. Im Mittelpunkt steht dabei das Eisbaden. Dieses wird im Buch sehr detailliert beschrieben – so sehr, dass man beim Lesen fast selbst den Drang verspürt ins kalte Wasser zu steigen. Die Grundidee der Geschichte finde ich gelungen. Leider konnte mich die Umsetzung der Geschichte nicht überzeugen. Der Schreibstil ist teilweise etwas sperrig, wodurch sich das Buch nicht ganz flüssig lesen lässt. Auch die Charaktere bleiben recht blass – ich konnte keine tiefere Verbindung zu ihnen aufbauen, was es schwer machte, emotional in die Geschichte einzutauchen. Trotz dieser Schwächen ist 9 Grad ein Buch, das man gut zwischendurch lesen kann – vor allem in der kalten Jahreszeit.

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Eine Story über Freundschaft, Stumpfsinn im Leben und Liebe, Eigenwahrnehmung und - Liebe und dem immer gesuchten Sinn des Lebens in den Anfangs 20er

Ich habe super gerne über die 3er-Konstellation-Freundschaft zwischen Josie, Rena und Anton gelesen und wie sie sich in den unterschiedlichsten Lebenssituation - Anfang 20 - unterstützen, Rat geben oder aber auch kein Verständnis zeigen und dies dann zu Zweifeln an ihnen als Freunde führt. Wenn dann noch Themen wie Depressionen, bodyposivity und Nahtoterlebnis um die Ecke kommen, kann man schon erst mal tief durchatmen und etwas überfordert wirken aber es wird sehr authentisch, symbolisierend und mitfühlend im Roman verarbeitet. Und sind wir ganz ehrlich, Anfang 20 ist das Leben wirklich noch sehr konfus und undurchsichtig und das ist in dem Buch literarisch sehr gut verarbeitet - ich hab mich wiedererkannt. Ein toller Lesefluss und mit vielen wenn, warum und aber - die man dann auch für sich immer wieder hinterfragt. Das einzige Manko an diesem Roman ist, dass ich zu wenig über Anton als Charakter herausfinden konnte. Ich finde diese Person sehr spannend und hatte gerne mehr fahren. Ansonsten ein must-read💜

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