Weißer Sommer
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Description
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Ein richtig guter Sommerschmöker, den man im Schatten an zwei Nachmittagen weglesen kann und sich wegträumen ins heiße Südfrankreich. Die Trägheit der Hitze und die Entschleunigung spiegeln sich auch in der Handlung wieder. Ein eher langsames, ruhiges Buch aber nicht weniger mitreißend. Die Geschichte über Alma und Théo fand ich sehr sympathisch, echt und rührend. Eine gefühlvolle Buch über eine junge Liebe und zwei Menschen die zwischen ihren großen Gefühlen und wichtigen Lebensentscheidungen stehen. An keiner Stelle zu kitschig und für mich immer nachvollziehbar. Mich hat die Geschichte der beiden sehr berührt. Mir hat nur am Ende gefehlt, wie Théos Weg weiter geht, mit ihm habe ich auch sehr mitgefiebert...
Dieser Sommer hat eine andere Farbe. Vielleicht Weiß, die Abwesenheit von Farbe. 🤍
Zwei Menschen, die sich lieben, aber nicht mehr wissen, ob Liebe allein reicht: Alma und Théo verbringen einen letzten Sommer gemeinsam in Frankreich, um herauszufinden, ob ihre Beziehung noch eine Zukunft hat oder ob Loslassen der bessere Weg wäre. 💭 „Weißer Sommer“ ist kein dramatisches Buch, das von unerwarteten Wendungen lebt, sondern von Gefühlen, Stimmung, Gesprächen, Erinnerungen und einer einzigartigen Intensität. Es liest sich ruhig und gelassen, und dennoch trägt es eine besondere Schwere in sich. 🌫️ Die Geschichte wechselt häufig zwischen den Perspektiven der Protagonisten und den verschiedenen Zeitebenen, wodurch sich ihre Beziehung allmählich entfaltet und sie an diesem entscheidenden Punkt ankommen. Diese Erzählweise bietet zwar tiefere Einblicke, unterbricht aber auch den Lesefluss. Obwohl die Rückblicke für die Geschichte unerlässlich sind, hätte ich mir mehr Zeit mit Alma und Théo in ihrem letzten Sommer in Frankreich gewünscht. Diese unsichere und zerbrechliche Stimmung zwischen ihnen fand ich besonders fesselnd. 🙈 Besonders beeindruckt hat mich die Authentizität der Beziehung zwischen Alma und Théo. Ihre tiefe Zuneigung ist spürbar, doch gleichzeitig driftet das Paar immer weiter auseinander. Nicht durch ein dramatisches Ereignis, sondern durch die vielen kleinen Missverständnisse und Differenzen im Alltag. Sie entwickeln sich zwar beide weiter, doch ihre Wege trennen sich allmählich. 💔 Das Buch verdeutlicht eindrucksvoll, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, wenn Menschen sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Das Ende wirkte auf mich sehr passend und realistisch. Emotional, intensiv und von Zweifeln geprägt, erzählt der Roman von Nähe, Konflikten und der schwierigen Entscheidung zwischen Festhalten und Loslassen. 🫂

Ein ruhiger, melancholischer Roman darüber, wie Menschen sich trotz Liebe langsam verlieren.
Weißer Sommer hat sich für mich beim Hören sehr ruhig und irgendwie melancholisch angefühlt. Kein dramatisches Buch, keine riesigen Wendungen, sondern eher eine Geschichte, die von Stimmung, Gesprächen, Erinnerungen und unausgesprochenen Gefühlen lebt. Ich mochte das Hörbuch insgesamt wirklich gerne und fand auch die Sprecherin sehr passend für diese leise Atmosphäre. Was mir besonders gefallen hat, war, wie real sich die Beziehung zwischen Alma und Théo angefühlt hat. Die beiden lieben sich und trotzdem merkt man immer mehr, wie sie sich langsam voneinander entfernen. Nicht wegen einer einzigen großen Sache, sondern wegen all der kleinen Dinge dazwischen. Weil sie sich weiterentwickeln, aber irgendwie nicht gemeinsam. Für mich war genau das der stärkste Punkt des Buches, weil es sich einfach unglaublich echt angefühlt hat. Man merkt total, wie unterschiedlich die beiden geprägt wurden und wie sehr das beeinflusst, wie sie mit Nähe, Konflikten oder ihren eigenen Gefühlen umgehen. Dadurch wirkte vieles nachvollziehbar und nie künstlich dramatisch. Ich mochte auch den Schreibstil sehr. Alles fühlt sich eher ruhig und beobachtend an und genau das hat gut zur Geschichte gepasst. Gleichzeitig hatte das Buch für mich aber auch ein paar Längen. Durch die Zeitsprünge war ich beim Hören manchmal kurz raus, weil nicht immer direkt klar war, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Das hat meinen Hörfluss etwas gestört. Und obwohl die Rückblicke wichtig für die Beziehung der beiden waren, hätte ich ehrlich gesagt gern noch mehr Zeit mit Alma und Théo in diesem letzten Sommer in Frankreich verbracht. Gerade diese Stimmung zwischen ihnen, dieses Unsichere und Zerbrechliche, fand ich eigentlich am spannendsten. Davon hätte ich gern noch mehr gehabt. Trotzdem mochte ich das Ende sehr, weil es sich für mich passend und realistisch angefühlt hat. Das Buch zeigt ziemlich gut, dass Liebe alleine manchmal eben nicht reicht, wenn Menschen anfangen, sich in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln. Für mich ein schönes, ruhiges Debüt, das nicht laut ist, aber trotzdem nachklingt.

Die erste große Liebe und ihre Stolpersteine
Unterhaltsam und lesenswert , positiv sind mir die Kontraste in der sozialen Herkunft aufgefallen, auch die Ansiedlung im künstlerischen Milieu hat mir gut gefallen. Herausragend ist die Sprache, malerisch-poetisch, zart und feinfühlig, alle Sinne ansprechend. Aus diesem Grund würde ich zukünftige Bücher der Autorin unbedingt auch lesen wollen. Der Aufbau und die Struktur des Romans kam mir bisweilen ein wenig ruckelig vor und es scheint doch eher ein Buch für junge Erwachsene zu sein. Nichtsdestotrotz lohnend und sprachlich ein Juwel ✨
Alma liebt Théo, Théo liebt Alma. Und trotzdem wissen sie nicht, ob ihre Gefühle noch ausreichen oder ob sie alleine glücklicher sein können. Um darauf eine Antwort zu finden, fahren sie ein letztes Mal gemeinsam in das abgelegene Ferienhaus ihrer Familie in Frankreich. Fern vom Alltag wollen sie herausfinden, ob ihre Beziehung noch eine Zukunft hat – oder ob es an der Zeit ist, einander loszulassen. Das Buch erzählt von Alma und Théo und wie unterschiedlich sie geprägt wurden und welchen Einfluss ihre Herkunft auf ihr Denken und Fühlen hat. Davon, wie sie sich zum ersten Mal begegnen, von der Anziehung, die sofort da ist. Wie sie sich immer näher kommen, gemeinsam wachsen und sich schließlich langsam voneinander entfernen. Von ihren Zweifeln und Ängsten, von ihren Hoffnungen und Wünschen. Durch die häufigen Perspektivenwechsel zwischen den beiden Charakteren und den verschiedenen Zeitebenen erfährt man nach und nach, wie sich ihre Beziehung entwickelt hat und wie sie an diesen Punkt gekommen sind. Auf diese Weise bekommt man einen tieferen Einblick, allerdings hat es für mich auch etwas den Lesefluss gestört. Das Buch überzeugt durch seinen ruhigen und gleichzeitig wunderschönen Schreibstil, konnte mich insgesamt jedoch nicht komplett begeistern, da die Charaktere, besonders Alma, für mich oft nicht richtig greifbar waren. Dennoch ist ‚Weisser Sommer‘ ein gelungener Debütroman, der durch seine Atmosphäre und seine leise Beobachtung von Beziehungen überzeugt. Mich hat die Geschichte und die Beziehung tatsächlich oft an Connell und Marianne aus ‚Normal People‘ erinnert.

Ruhig. Poetisch. Kraftvoll & Schwer.
“Weisser Sommer” ist ein Roman, der sich ruhig liest und gleichzeitig eine besondere Schwere und Intensität in sich trägt. Das Debüt von Eva Pramschüfer hat mir sehr gut gefallen, auch wenn mich die Geschichte zu Beginn noch nicht ganz erreicht hat. Mit der Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, dass genau darin die Stärke des Romans liegt: sich auf die Schwere, die Unsicherheit und die Dynamik einer Beziehung einzulassen, ohne sofort zu wissen, wohin die Geschichte führen wird. Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Schauplätze zwischen Paris, München und Berlin sowie die Einbindung von Kunst und Architektur, die der Geschichte eine besondere Atmosphäre verleihen. Ein stiller, nachdenklicher Roman, der weniger von großen Wendungen lebt, sondern vielmehr von Stimmung und Gefühl.
Einfühlsam und melancholisch
Chapeau Eva, was für ein gelungenes Debut! Eine wunderschöne, lyrische Sprache, die einfühlsame Schilderung der Hauptcharaktere, die genauen und immersiven Beschreibungen der Orte, Häuser und Städte, machen diesen Roman zu einem Leseerlebnis. Ganz klare Leseempfehlung.
Schöne Sprache, leere Gefühle
Weißer Sommer ist für mich leider ein klassischer Fall von: Not worth the hype. Ich wollte dieses Buch wirklich mögen – Frankreich-Setting, melancholische Stimmung, poetische Sprache, schwierige Beziehungskiste? Eigentlich komplett mein Ding. Aber Alma und Theo haben es geschafft, mich emotional ungefähr so sehr zu berühren wie die flirrende Sommerhitze auf einer verlassenen französischen Landstraße: irgendwie hübsch anzusehen, aber am Ende bleibt vor allem Leere. Die große Frage des Romans ist ja: Gehen oder bleiben? Nur habe ich mich die ganze Zeit eher gefragt: Warum seid ihr überhaupt zusammen? Zwischen den beiden wirkt einfach nichts echt oder tief genug, um diese Beziehung irgendwie nachvollziehbar zu machen. Kommunikation? Praktisch nicht vorhanden. Reflexion? Eher sporadisch. Statt emotionaler Spannung bekommt man vor allem zwei Menschen, die sehr literarisch aneinander vorbeileben. Und das soll die große Liebe sein? Dabei schreibt Eva Pramschüfer wirklich wunderschön – ruhig, poetisch und atmosphärisch. Aber schöne Sätze allein reichen mir halt nicht, wenn die Figuren mich komplett kalt lassen. Am Ende war das für mich leider mehr Stimmung als Substanz.

„Die Liebe, die zu eng geworden ist….“
in ruhiger melancholischer Roman über Alma und Théo, die sich lieben, aber nicht wissen, ob die Gefühle für ihre Beziehung reichen und die Beziehung zu ihrer beider Leben passt. Das Ende meiner Beziehung liegt noch nicht so weit zurück, deswegen treffen mich die Worte, Entscheidungen, Gespräche miteinander sehr.

Der Beliebigkeit entfliehen
Leider ist es im Leben manchmal so, dass die Liebe nicht funktioniert. Besonders wenn man jung zusammen kommt ist das Risiko, dass man sich auseinander entwickelt ziemlich groß. Und wenn man dann eh noch ein Päckchen mit sich rum zu tragen hat, dass man sowieso mal aufarbeiten müsste, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das mit dem „für immer“ nicht passieren wird. Alma und Théo sind so ein Paar. Alma, aus gutsituiertem Elternhaus. schlägt eine Karriere als Künstlerin ein. Sie wird „weich fallen“, wenn das alles nicht funktioniert, denn sie hat den finanziellen Background, sich das leisten zu können. Sie möchte das Leben in vollen Zügen genießen und dazu gehören verschiedene Auslandsaufenthalte. Théo der aus dem familiären Handwerksbetrieb aussteigt und sich an Almas Umgebung anpassen möchte, folgt ihrem Rat und versucht sich ebenfalls als Künstler. Doch man merkt sehr schnell, dass er Probleme hat. Er fühlt sich in ihrem Freundeskreis nicht wohl, trauert seiner Mutter nach, die irgendwann verschwand und hat eigentlich andere Ziele. Und dann ist da noch der Konsum von künstlichen Substanzen, für den er besonders empfänglich ist. In einem Sommer in Frankreich treffen die beiden nach einer räumlichen Trennung wieder aufeinander, um auszuloten, inwieweit sie eine gemeinsame Zukunft haben. Eva Pramschüfer erzählt uns eine Geschichte, die das Leben schreibt. Ich kenne viele Paare, die ähnliche Wege gegangen sind wie Alma und Théo. Um der Beliebigkeit zu entfliehen, haben wir hier ein paar interessante Details. Das Leben als Künstler, welches meinem Empfinden, nach aber doch eher intellektuell als realistisch konstruiert wurde, der französische Hintergrund, inklusive des Accents auf Théos Namen und die verschwundene Mutter die ihren Sohn ein psychisches Problem beschert, setzen kleine Lichtpunkte in das Beziehungsgemälde. Wäre ich anmaßend, so würde ich danach fragen, warum die beiden überhaupt zusammen sind und warum sie nicht offen miteinander reden, warum Théo sich nicht Hilfe holt und Alma das nicht sieht. Ich hab die tiefe Liebe, die im Buch häufig erwähnt wird nie gespürt. Mir kam es so vor, als ob sie irgendwie in diese Beziehung reingeschlittert sind, aus einer Laune heraus und es mehrere Jahre einfach ausgehalten haben. Von der Persönlichkeit her sind sie schon sehr unterschiedlich und machen es sich unnötig schwer. Alma wirkt auf mich leicht überheblich und bisweilen etwas naiv. Sie sieht Théo nicht wirklich, auch wenn sie das ein ums andere Mal beteuert. Ihre privilegierte Herkunft führt bei ihr zu einem Hauch von Arroganz, den sie bestimmt nicht mit Absicht raushängen lässt. Diese äußert sich in der Art der Kommunikation, der ihre mangelnde Erfahrung offen legt. Als ihr Vater ihr wohlwollend, aber doch mahnend offen legt, dass sie sich auf harte Zeiten einstellen muss, wenn sie den Weg einer Künstlerin gehen möchte und das finanziell eventuell nicht viel bringen wird, zumindest am Anfang, entgegnet sie, dass Gerhard Richter ja auch mal angefangen hat. Dass dieser aber erst eine Lehre gemacht hat und damit sein Geld verdiente, ist außerhalb ihrer Wahrnehmung. Théo piekst ihre Art und da er weiß, dass sie es nicht so meint, wie es bei ihm ankommt, schluckt er das lange runter oder lässt es dann plötzlich und unerwartet auf sehr pampige Art raus. Oder kompensiert es mit Drogen. Alles nicht so schön, oder? Doch: die Sprache! Eva Pramschüfer hat Talent. Man darf gespannt sein, was sie noch so zu Papier bringen wird. Es gibt ein paar Wiederholungen, die mich gestört haben (die Rillen der Lippen als Abdruck, der Duft nach Palo Santo), aber sie schafft es Bilder zu malen, die durch die Sprache lebendig werden. Damit transportiert sie die Stimmung perfekt, wenn diese auch meist sehr gedrückt und kein bisschen fröhlich ist. Am Ende bleibt mir ein Roman, der mit der Erkenntnis spielt, dass man Vieles haben möchte, aber nicht alles bekommen kann. Manchmal muss man sich entscheiden, und es ist immer wichtig, dies für sich selbst zu tun, um sich am Ende nicht zu verlieren. Ich glaube, für diese Art von Lektüre muss man im Stimmung sein und wenn es gerade passt, dann ist sie wahrscheinlich ein Augenöffner. Ist man aber so, wie ich gerade in einem ganz anderen Film oder sehr erfahren in Sachen Beziehung, dann kann es sein, dass einen das überhaupt nicht abholt. Eine Empfehlung ist er trotzdem, besonders für die, die das melancholische im Sommer mögen und vielleicht selber gerade in einer Beziehung nach Orientierung suchen
Für mich war Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ein Roman mit einem unerwartet intensiven und tiefgreifenden Ende. Ich war wirklich berührt von der Auflösung des Romans. „Was, wenn sie sich trennten? Was, wenn man nur eine Person im Leben so lieben kann?“ (S. 18) Zu Beginn war ich noch recht skeptisch ob der Liebesgeschichte, in die ich mich hineinbegeben habe. Nach Lektüre des Klappentextes habe ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet, nämlich eine intensive Auseinandersetzung, starke Dialoge, vielleicht sogar explosive Streits. Stattdessen wurde der Roman überwiegend in Rückblenden erzählt. Dabei wurden beide Perspektiven der Protagonist:innen Alma und Théo beachtet, sodass man sich einen Rundumblick verschaffen konnte. Im Verlauf der Erzählung werden verschiedene Nebenstränge eröffnet, die im Laufe der Zeit auch schön aufgegriffen und erklärt werden. So wird eine angenehme Spannung geschaffen. Sprachlich habe ich an verschiedenen Stellen gestaunt, wie intensiv einzelne Szene gestaltet wurden. Sehr passend für den künstlerischen Anspruch, der auch von den beiden Hauptfiguren an den Tag gelegt wird. Wunderbar, wie lebhaft die Beschreibung von Farben und Szenerie in die Kapitel einfließen konnte und die Stimmung beeinflusst hat. „Am Ende weißt du nie, was in einem anderen Kopf vorgeht. Es ist ‘ne Illusion zu glauben, dass man jemanden wirklich kennt.“ (S. 231) Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht über die Handlung verraten, sondern nur empfehlen, den Roman selbst in die Hand zu nehmen und sich selbst in die komplexe Liebesbeziehung von Alma und Théo zu begeben.
Das Debütwerk der jungen Autorin ist kein klassischer Liebesroman, sondern eine sehr genaue Beobachtung , wie Beziehungen funktionieren und manchmal eben nicht mehr funktionieren. Eva Pramschüfer erzählt mit einem ruhigen, entschleunigten Stil, der sich Zeit nimmt und genau darin seine Wirkung entfaltet. Wer eine dramatische Handlung erwartet, wird hier nicht fündig, dafür aber eine sehr feinfühlige Entwicklung, die sich aus vielen kleinen Momenten zusammensetzt. Die Stärke des Romans liegt darin, dass der Konflikt nie konstruiert wirkt. Es gibt keinen klaren Bruch, keinen offensichtlichen Schuldigen, kein relevantes Ereignis. Stattdessen entstehen Spannungen aus unterschiedlichen Bedürfnissen, Ängstwn, Erwartungen und Lebensentwürfen, die sich nicht mehr zusammenführen lassen. Genau das macht die Geschichte so glaubwürdig. Besonders gelungen ist, wie sich nicht nur die Beziehung zwischen Alma und Theo verändert, sondern auch ihr Blick aufeinander. Was anfangs für Freiheit, Aufbruch und Möglichkeiten steht, verschiebt sich mit der Zeit und bekommt eine andere Bedeutung. Diese Entwicklung passiert leise und nachvollziehbar, ohne dass sie je plakativ wird. Auch die Erzählstruktur trägt viel zur Wirkung bei. Der sehr plötzliche Einstieg in eine bereits brüchige Phase erzeugt eine unterschwellige Spannung, während sich nach und nach in Rückblenden erschließt, wie es dazu gekommen ist. Dadurch entsteht ein Sog, der weniger durch Handlung als durch emotionale Erkenntnis getragen wird. „Weißer Sommer“ zeigt eindrücklich, dass Beziehungen selten an einem einzigen Moment zerbrechen. Viel häufiger sind es die kleinen Dinge, das Nichtgesagte, das Zögern, der Stolz, die leisen Verletzungen und die Verwechslung von Bedürfnissen mit "Liebe". Gerade diese unspektakuläre, aber präzise Darstellung macht den Roman so stark. 4,5 von 5 ⭐️.
Eva, wie machst du das??!
Ich habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet, aber ich musste das erstmal sacken lassen. Die Sprache ist so außergewöhnlich und hat mich direkt in die Geschichte eingesaugt. Ich frag mich immer, wie man so tolle Worte finden kann?! So viele Passagen, wie in diesem Buch, habe ich glaube ich noch nie markiert. Die ganze Zeit über habe ich so mit Theo und Alma mitgefühlt und es kam mir einfach so real und nahbar rüber. Ich stand aber auch ein bisschen zwischen den Stühlen irgendwie, weil ich einerseits Theos Gedanken und Handlungen nachvollziehen konnte, aber genauso auch die von Alma. Bis zum Ende hin hat sich das durchgezogen und dennoch war ich persönlich sehr happy mit dem Ende. Ich kann’s nur jedem ans Herz legen! Für mich ein klares Jahreshighlight, was ich mit Sicherheit nochmal lesen werde. 🌊

Melancholie
Ein Coming-of-Age Roman mit anspruchsvoller Sprache, aber sehr poetisch. Anfangs musste ich mich an die Zeitsprünge gewöhnen, aber ich hab die Hürden der Beiden und ihrer jungen Liebe und die Zweifel wegen dieser etwas zu verpassen, so gut nachvollziehen können. Es war stellenweise sehr melancholisch, aber gleichzeitig auch so einfühlsam. Der Roman spielt im Sommer; aber zeigt sehr gut auf, wie es auch dort kalt sein kann.
»Im Sommer glaubt man, die Wärme würde ewig halten. Und dann kommt der Herbst. Unter welcher Last bricht bedingungslose Liebe?« (265) Was, wenn die Liebe nicht mehr reicht? </3 Was, wenn man mehr vom Leben will und es sich gerade einfach nicht passend anfühlt? Davon erzählt Eva Pramschüfer in ihrem Debütroman »WEISSER SOMMER«. Alma und Theo befinden sich im französischen Sommerhaus von Almas Familie, um gemeinsam herauszufinden, wie es mit ihrer Beziehung weitergehen soll. Es ist die erste große Liebe, all the feels, all the Struggles, die zur Liebe und zu den aufregenden Zwanzigern gehören. In alternierenden Erzählpassagen durchleben wir gemeinsam mit den beiden Protagonist*innen die erste Verliebtheit, das Zusammenziehen, ihre gemeinsame Vergangenheit & Erinnerungen. »Wenn er sie nicht mehr hätte, dann ist da niemand mehr, der ihn ansieht und nach einer Sekunde fragt: Was ist los? Weil sie immer merkt, auch ohne ein Wort, wenn ihm etwas auf dem Herzen liegt. Egoistisch ist das, ja, aber wie dumm wäre er, das aufzugeben.« (139) Eva beschreibt ihre Charaktere so authentisch und echt mit all ihren Sehnsüchten, Gefühlen, Verfehlungen, Wünschen, Träumen und Stärken, dass es direkt ins Herz geht 💘 und sich jede*r in diesen so realen Beschreibungen von Liebe, Gefühlen, Situationen wiederfinden kann. Was neben dieser so authentischen Story den Roman für mich zu einem Highlight gemacht hat: so viele feine, treffende Beobachtungen und wunderschöne Sätze und Sprache, die diese melancholische Story immer leicht, echt und emphatisch gemacht haben 🤍 Ein Roman, der mich sehr berührt hat. Liebe Eva, Du hast ein grandioses Debüt geschrieben. 🩵 Große Leseempfehlung 🌞 (be aware: you’ll need a pen and/or sticky notes.) »Bis zur Mitte der Woche war sie müde davon, ein Mensch zu sein.« (212)

Was für ein Debüt!
Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Der Schreibstil: so besonders, so berührend, so leicht und schwer zu gleich? Die Geschichte von Alma und Theo hat mich in gewisser Weise bedrückt, es waren die alltäglichen Situationen und Hürden, die eine Beziehung ins Wanken ziehen können. Kein großes Drama oder Schicksalsschläge. Eine Beziehung, wie wir sie vllt auch schon hatten. Gerade in den Zwanzigern, wo jeder seinen Weg und sich selbst finden möchte. Wo Beziehungen mitwachsen oder vielleicht daran zerbrechen können. So nah. Ich kann kaum glauben, dass das Buch ein Debüt war, man hat das Gefühl, die Autorin hat nie etwas anderes getan.
Schade, davon habe ich mir mehr erhofft
💭 M E I N U N G Bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, habe ich gewartet bis der Sommer auch endlich bei uns angekommen ist, mir dann noch die Playlist zum Buch angemacht und mich auf meinem Liegestuhl in die Sonne gelegt, um wirklich voll „in der mood“ für dieses Buch zu sein. Doch leider kam ich, trotz der passenden äußeren Umstände, überhaupt nicht in die Geschichte rein. Das lag zum einen daran, dass die Geschichte aus einer Beobachter-Perspektive erzählt wird und man als Leser von außen zuschaut, wodurch für mich eine gewisse Distanz bestand. Zum anderen war die Sprache total poetisch und einfachste Dinge und Abläufe wurden dermaßen ausgeschmückt, dass es sich zwar gut lesen lässt und schön im Kopf nachhallt, aber wenig auf der inhaltlichen Perspektive hängen bleibt. Auch die Zeitsprünge sind nicht klar herausgestellt, sodass zwar einerseits die Kapitel den jeweiligen Tag erkennen lassen, andererseits jedoch immer wieder in die Vergangenheit gesprungen wird, wodurch mir nicht klar war, wo wir uns auf dem Zeitstrahl der vierjährigen Beziehung uns gerade befinden. Zudem hätte ich mir mehr im „Hier und Jetzt“, also im aktuellen Sommer gewünscht. Weiterhin wurden immer wieder französische Sätze eingeworfen, die nicht übersetzt wurden, was ich störend fand bzw. wo ich mir zumindest eine Übersetzung in der Fußnote gewünscht hätte. Zum Inhalt: Die Beziehung der beiden wird bruchstückhaft dargestellt, dabei werden einige Unstimmigkeiten deutlich, die mich haben fragen lassen: warum seid ihr überhaupt ein paar?! Anstatt diese Unstimmigkeiten jedoch anzugehen, wird viel mehr drumherum gelebt und jeder geht seinen eigenen Weg. So richtig glücklich wirken die beiden zu keinem Zeitpunkt. Auch wenn ihre unterschiedlichen Ausgangslagen und Prägungen gut herausgearbeitet wurden, hätte ich mir mehr Fokus auf den Konflikten zwischen ihnen gewünscht und vor allem mehr KOMMUNIKATION - die bleibt fast ganz aus. 🙉 Das Buch stellt zwar viele elementare Fragen über die Beziehung, gibt aber keine Antworten und lässt mich unberührt zurück. ⭐️ F A Z I T Ein leiser melancholischer Roman über eine junge Liebe, der sprachlich zwar total schön war, mich inhaltlich jedoch nicht erreichen konnte. Ich habe das Gefühl dass das Buch eher aufgrund der Person der Autorin einen gewissen Hype erlebt, anstatt aufgrund seines Inhalts. Ja, die Sprache war schön, die Geschichte hatte ein tolles, sommerliches Setting, aber die Figuren waren für mich distanziert und unnahbar. Schade, davon habe ich mir wirklich mehr erhofft!

WEISSER SOMMER Eva Pramschüfer ET: 17.04.26 Almas Großvater, der seine letzten Jahre in Südfrankreich verbracht hat, ist gestorben. Auf der Suche nach einem Grabstein begegnet sie Théo, einem jungen Steinmetzmeister, der im Betrieb seines Vaters arbeitet. Zwischen ihnen ist sofort etwas da – dieses Gefühl füreinander bestimmt zu sein. Théos Mutter hat ihn und seinen Vater vor Jahren verlassen. Geblieben ist ein liebevoller Vater, bei dem er zu einem ruhigen, gewissenhaften und warmherzigen jungen Mann heranwächst. Alma dagegen kennt kein solches Zuhause. Ihr Vater, ein erfolgreicher Anwalt, ist kaum präsent, ihre Mutter kühl und distanziert. Es fehlt nicht an Geld, aber an Nähe. Als Alma für ihr Journalistikstudium zurück nach München geht, bleibt ihnen nur das Telefon. Sie sprechen jeden Tag, halten fest an dem, was zwischen ihnen entstanden ist. Und doch wächst mit der Entfernung auch die Sehnsucht – und die leise Angst, sich zu verlieren. Zwei Jahre später verbringen Alma und Théo einen weiteren gemeinsamen Sommer im Haus ihrer Eltern in Frankreich. Doch nichts ist mehr so unbeschwert wie damals. Entscheidungen, die sie getroffen haben, und die Zeit, die vergangen ist, haben Spuren hinterlassen. Zwischen ihnen ist etwas ins Wanken geraten. Und trotzdem ist da noch immer dieses Gefühl. Die Frage ist nur: Reicht es noch? Ob sie es schaffen, die Risse zwischen ihnen zu schließen, müsst ihr selbst herausfinden. Eva Pramschüfer erzählt diese Geschichte auf zwei Zeitebenen. Anfangs war ich kurz unsicher, wo ich mich gerade befinde, doch nachdem sich das gelegt hatte, konnte ich mich auf ihre wundervolle Sprache vollkommen einlassen. Sie schreibt ruhig, eindringlich und sehr nah an ihren Figuren. Eine Geschichte über zwei Menschen, die sich vielleicht genau dann begegneten, als es am wenigsten gepasst hat. Fazit: Ein intensives, gefühlvolles Debüt, das leise unter die Haut geht. Eine Liebesgeschichte, die anders ist und lange nachklingt. 4,5/5

Poetisch und bildgewaltig erzählt
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ist ein Buch, das sich leise entfaltet und dabei eine ganz eigene Sogwirkung entwickelt. Vor allem die Sprache hat mich sofort gepackt: so besonders, so fein und poetisch, dass ich am liebsten darin versunken wäre. Es ist eine dieser Geschichten, bei denen man nicht einfach nur liest, sondern regelrecht eintaucht. Vor meinem inneren Auge lief dabei ständig ein Film voller wunderschöner Bilder ab. Im Zentrum stehen Theo und Alma, die sich in ihrer ersten großen Liebe begegnen. Vier Jahre später stehen sie an einem Punkt, an dem sie sich fragen müssen, ob Liebe allein noch reicht, um ihre Beziehung zu tragen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: im Jetzt, während eines Urlaubs in Frankreich, und in der Vergangenheit, in der sich Stück für Stück Theos und Almas gemeinsame Geschichte entfaltet. Am Anfang brauchte ich einen Moment, um mich in dieser Struktur zurechtzufinden, doch das hat sich schnell gelegt. Danach hat sich alles sehr stimmig angefühlt und die beiden Ebenen haben sich wunderbar ergänzt. Was besonders hängen bleibt, ist die dichte Atmosphäre, die die Autorin erschafft. Alles wirkt ruhig, beinahe zart, und gleichzeitig liegt eine unterschwellige Spannung in der Luft. Der poetische Schreibstil verstärkt dieses Gefühl noch und macht das Buch zu einem sehr intensiven Leseerlebnis. „Weißer Sommer“ ist keine laute Geschichte, sondern eine, die zwischen den Zeilen wirkt und genau darin liegt seine Stärke. 4,5/5 Sterne
Die ideale Lektüre für die wärmer werdende Jahreszeit! Über Veränderung, Erwachsen werden, die Liebe und ihre Kompromisse!
Die Kunst im Leben und der Liebe Jeder Sommer hat eine andere Farbe, nur dieser nicht, er ist Weiß. In der Zeitspanne von ein paar Tagen folgen wir dem von Zerwürfnis geplagten Paar Alma und Theo, die in Südfrankreich jeder für sich ihre Gedanken an ihre gemeinsame Vergangenheit schweifen lassen. Während die pessimistisch, realistische Alma ein Porträt von dem radikal, selbstbewussten Theo malt, zeichnet die Autorin Eva Pramschüfer gleichzeitig mit sanften, feinfühligen Worten und zahlreichen, anschaulichen Metaphern die Entstehung ihrer Liebesbeziehung. In der Gegenwart erleben beide Wut und Enttäuschung über die Veränderung des geliebten Menschen, fehlende Kommunikation und Ehrlichkeit sowie den generellen Lauf der Dinge. Gleichzeitig liest man spürbar über die Schönheit des ersten nervösen Kennenlernen, die selektive Wahrnehmung beim Verlieben und, dass Nähe sich stets auch wie Risiko anfühlt. Zugleich stellen sich die Protagonisten glaubhaft Thematiken wie Sucht und die damit verbundene, zerrissene Gedankenwelt, falschen Freunden bzw. wahren Freunden, schwierigen, abwesenden Eltern, Zukunftsfragen zu Ausbildung und Arbeit und sozialer Ungleichheit in ihrer Beziehung. Großartig gefallen hat mir persönlich die vielen Aspekte der Kunst, die einen erheblichen Anteil im Roman einnahmen und das Buch selbst in ein malerisches Licht rückten. "Du redest mit mir in Worten und ich in Gefühlen." Plötzlich fehlten ihnen jedoch die Worte, wenn auch nicht die Gefühle und es bleibt die Frage, besteht Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft?! Die Stimme von Jodie Ahlborn transportiert die richtige Sanftheit, um die wärmende Atmosphäre der Tage im Sommer zwischen Alma und Theo wiederzugeben! Fazit: Ein berührend, sanfter Roman über die Entwicklung einer Beziehung zwischen Entscheidungen, Wachstum und Veränderung! Die richtige Person zu falschen Zeit und vielleicht doch Kompromisse sehen, Erwachsen werden und dabei sich selbst nicht verlieren!
Der letzte gemeinsame Sommer? Ich hatte grosse Mühe in die Geschichte reinzufinden. Einerseits konnte ich keine emotionale Verbindung zu Alma und/oder Théo aufbauen. Andererseits hatte ich Schwierigkeiten mit den vielen Zeitsprüngen. Die bildhafte und beschreibende Sprache der Autorin hat mir ebenfalls nicht so zugesagt. Es wirkt teilweise zu konstruiert und überladen. Als Alma sich entscheidet für ein halbes Jahr nach Paris zu gehen, wird es interessant. Die junge Liebe wird auf die Probe gestellt. Théo, der für Alma nach München gezogen ist, bleibt zurück. Es bleibt so viel Unausgesprochenes zwischen den beiden. Und genau dieser Einblick in Théo’s Gedankenwelt hat mir sehr gut gefallen. Mehrmals habe ich mich gefragt: aus welchem Grund ist er Alma gegenüber nicht ehrlich? Mit der Zeit werden seine Beweggründe dann klarer. Gut gefallen hat mir auch das überraschende Ende der Geschichte. Aber ist das wirklich Théo? Das habe ich mich jetzt im Nachhinein nochmals gefragt. Sprachlich sehr gelungen finde ich den Ein- und Ausstieg in die Geschichte. „Das Haus ist das letzte am Ende der Straße. Es kennt sie, denn das Haus ist Schauplatz ihrer ersten wackeligen Schritte gewesen. Auf der Haut des Hauses wurde ihr Wachstum festgehalten, markiert in seinen Türrahmen. Ihre Geschichte war seine Geschichte.“ Alles in allem eine feine Erzählung über die Suche nach der eigenen Identität sowie über die erste grosse Liebe!
Ich bin gefesselt, ich bin emotional, ich bin mitgerissen.
Zwei sich liebende Menschen reisen noch einmal gemeinsam nach Frankreich, um sich selbst und einander ehrlich zu begegnen. Dabei entsteht ein Raum, in dem Erinnerungen, Gefühle und unausgesprochene Wahrheiten ganz behutsam und trotzdem mit einer Wucht an die Oberfläche treten. Schreibstil: So fein beobachtend, so nah an den innersten Regungen der Figuren, dass selbst kleinste Gedanken oder Gesten eine enorme (!) emotionale Tiefe entfalten. Es ist kein lautes Erzählen oder dramatisches Aufbäumen, Eva Prafmschüfer hat es geschafft, ein stilles und gleichzeitig so lautes Umkreisen von Gefühlen auf Papier zu bringen, das durch seine Zurückhaltung eine besondere Intensität entwickelt. Man spürt zwischen den Zeilen SO viel: die Liebe, das Zögern, das Verstehen, aber auch das leise Auseinanderdriften. Wirkung: Die Geschichte nimmt sich Zeit, sie erlaubt es, ganz nah bei den Figuren zu sein, ihre Entwicklung Schritt für Schritt mitzuerleben und sich in ihren Gedanken wiederzufinden. Dieses Erzählen wirkt filmisch, wie eine Abfolge von Momentaufnahmen, die sich wie Szenen im Kopf und im Herzen einbrennen. Auch die Frage, die sich am Ende stellt – ob es mutiger ist festzuhalten oder loszulassen – bleibt lange nach dem Lesen bestehen. Fazit: Was mir besonders gefallen hat, sind die (vielen) Passagen, die sich mehr auf Erinnerungen als auf unmittelbare Handlung stützen. Sie haben für mich etwas sehr Intimes, als würde man direkt in das emotionale Gedächtnis der Figuren eintauchen und alles mitfühlen, miterleben. Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Ich bin gefesselt, ich bin emotional, ich bin mitgerissen. Ganz ganz große Empfehlung.

Bester Epilog den ich bisher gelesen habe
Ich die ich mit Romance selten etwas anfangen kann aber diese Liebesgeschichte von Seite 1 an gefühlt habe. Denn dieses Buch ist keine Romance Geschichte sondern die Beleuchtung tiefer realistischer Gefühle ohne kitschigen zu sein. Ein Buch das ich auf jeden Fall ein zweites Mal lesen werde ganz langsam um jedes Wort noch besser zu erfassen und zu markieren.

„Eigentlich lieben Alma und Théo einander.“ heißt es im Klappentext, aber stimmt das auch?
Ich bin ehrlich unschlüssig, was ich zu diesem Roman sagen soll. Am Ende bin ich etwas traurig, weiß aber noch nicht genau warum. Ich habe Alma nicht wirklich kennengelernt, konnte ihr Handeln oft nicht nachvollziehen. Théo kam ich ein bisschen näher, aber insgesamt waren wohl beide Charaktere zu komplex, als dass ich sie verstanden hätte. Und ich ärgere mich immer darüber, wenn Menschen übereinander denken statt miteinander zu reden - erst recht, wenn ihnen eine tiefe Vertrautheit angedichtet wird (oder ist das eine Frage des Alters?). Andererseits ist die Sprache grandios und die Bilder, die Eva Pramschüfer zeichnet wunderschön: „In gewisser Weise fühlt sich Sechsundzwanzig-Sein an wie der August, und der August fühlt sich an wie ein Sonntagnachmittag - das Gefühl von Freiheit, kurz bevor sie verschwindet.“
Weißer Sommer ist basically diese eine Beziehung, die sich richtig anfühlt, aber irgendwie trotzdem nicht funktioniert. Alma und Théo lieben sich, aber es ist kompliziert geworden. Zu viele unausgesprochene Dinge, Zweifel und dieses Gefühl von reichen wir uns noch. Anstatt einfach Schluss zu machen, entscheiden sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in Frankreich, um sich noch einmal intensiv mit sich selbst, ihren Wünschen und Vorstellungen auseinanderzusetzen. Die beiden erinnern sich daran, warum sie sich lieben, aber gleichzeitig merken sie auch, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist. Es ist viel stilles Nachdenken, viel Gefühl und wir verfolgen eine wirklich schöne persönliche Entwicklung der Charaktere. Am Ende des Buches geht es eigentlich um diese eine Frage: Hält man fest, weil man liebt oder lässt man los, weil es besser ist? Mir persönlich hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Diese Ruhe und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber war total mitreißend und man konnte in vielen Momenten richtig mitfühlen. Hier wird nichts beschönigt, sondern einfach eine realistische Geschichte erzählt, die am Ende nichts romantisiert, sondern Mut macht, für sich und die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört und fand sowohl die Synchronsprecherin als auch den allgemeinen Flow in der Erzählweise perfekt für die Story.
Entscheidungen
Themen, die sicher viele Paare betreffen. So jung, werden sie vielleicht nicht immer bis zu Ende gedacht. Aber wo ist das Ende? Was wäre wenn? Wie viele Entscheidungen werden getroffen, um die Beziehung zu halten. Nach Jahren stellt man vielleicht fest, dass man sich selbst verloren hat und den Partner unter Umständen auch. Darf ich egoistisch sein? Wie groß dürfen/sollen/müssen Kompromisse sein? Emotionale Abhängigkeit. Soziale Ungleichheit. Was treibt mich wirklich an? Was ist mein Partner wirklich für mich? Ihr merkt, es rattert im Kopf. 😅
Eva Pramschüfers „Weißer Sommer“ ist ein stiller, intensiver Roman über die erste große Liebe – und über den ebenso schmerzhaften wie notwendigen Moment, in dem man sich fragen muss, ob Liebe allein ausreicht. Im Mittelpunkt stehen Alma und Théo, zwei junge Menschen, die sich tief verbunden fühlen und doch an den Realitäten des Lebens und ihren eigenen Bedürfnissen zu scheitern drohen. Ihre Beziehung ist geprägt von Nähe, Sehnsucht und gegenseitigem Verständnis – aber auch von Unsicherheit, unterschiedlichen Lebensentwürfen und unausgesprochenen Erwartungen. Der gemeinsame Sommer in Frankreich wird zur letzten Bewährungsprobe: ein Innehalten zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Festhalten und Loslassen. Was diesen Roman besonders macht, ist weniger die Handlung als die Art, wie erzählt wird. Eva Pramschüfer schreibt mit einer bemerkenswerten sprachlichen Feinheit. Ihre Sätze sind klar, poetisch und oft von einer stillen Wucht, die lange nachhallt. Gefühle werden nicht dramatisiert, sondern präzise beobachtet und behutsam entfaltet. Man liest nicht einfach über Alma und Théo – man fühlt mit ihnen, zweifelt mit ihnen, verliert sich in ihren Gedanken. Die sommerliche Kulisse wirkt dabei fast wie ein Gegenpol zur inneren Zerrissenheit der Figuren. Licht, Hitze, Weite – all das steht im Kontrast zu den leisen Spannungen, die sich zwischen den beiden aufbauen. Diese Atmosphäre verleiht dem Roman eine schwebende, fast zeitlose Qualität. Auch strukturell überzeugt das Buch: Perspektivwechsel und Zeitsprünge fügen sich stimmig zusammen und vertiefen das Verständnis für beide Figuren. Dabei bleibt vieles unausgesprochen – und genau darin liegt eine große Stärke. „Weißer Sommer“ vertraut darauf, dass zwischen den Zeilen oft mehr geschieht als in klar formulierten Aussagen. Thematisch bewegt sich der Roman nah an universellen Fragen: Wie viel Raum braucht Liebe? Wann wird Nähe zur Einschränkung? Und kann man gemeinsam wachsen, ohne sich selbst zu verlieren? „Weißer Sommer“ ist ein leises, aber eindringliches Debüt über die Zerbrechlichkeit der ersten großen Liebe. Kein klassischer Liebesroman mit klaren Antworten, sondern eine feinfühlige, kluge Erzählung über Zweifel, Entwicklung und das Erwachsenwerden in Beziehungen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

Selten habe ich eine Geschichte so sehr gefühlt wie diese hier. 🥹❤️🩹
Was für ein ergreifender Debütroman, wow! Das, was Theo und Alma erlebt haben, habe ich letztes Jahr auch erfahren. Für viele wäre der Ausgang der Geschichte vielleicht nicht perfekt, für mich war er jedoch absolut gelungen, weil es einfach nur authentisch und logisch war. Auch ich habe lernen müssen, das Liebe nicht immer alles heilen kann. Liebe tut weh, ist unfair und ist nicht immer rosarot. Dennoch kann sie dir vieles lehren und dich an einen anderen Punkt in deinen Leben bringen. Mir persönlich war das Ende etwas zu abrupt, da hätte gerne mehr kommen dürfen. Eva‘s Schreibstil ist wahnsinnig ergreifend, beschreibend & ehrlich. Auf der einen Seite auch so nüchtern, auf der anderen so emotional. „Weißer Sommer“ zeigt, dass man nicht jede Liebesgeschichte ein Happy End hat und dass auch nicht jede Liebesgeschichte 1000 Seiten benötigt. Wie sagt man manchmal so schön „kurz und schmerzlos“? Naja, weh getan hat es trotzdem. 🥹 Von mir gibt‘s eine Leseempfehlung!
Alma und Théo verbringen, wie jedes Jahr, den Sommer im Ferienhaus von Almas Familie in Südfrankreich. Dort haben sie sich vor 4 Jahren kennen und lieben gelernt. Dieser Sommer ist aber anders. In diesem Sommer möchten sie herausfinden, ob ihre Beziehung weiterhin Bestand haben kann. In Rückblenden erfahren wir von dem ersten Sommer, in dem sie sich kennenlernten. Théo fertigt Grabsteine an, ist ein begnadeter Bildhauer und Künstler, der aber aufgrund seiner familiären Situation einen „richtigen“ Beruf ausüben muss. Alma ist die wohlhabende Tochter, die sich auch künstlerisch entwickelt und der alle Türen offenstehen. Beide verbindet die Leidenschaft für Kunst. Es ist Liebe auf den ersten Blick, alles fühlt sich leicht an. Nach und nach erfahren wir mehr über ihre Liebesgeschichte, über ihre Träume, ihre unterschiedlichen Lebenswege und darüber, was sie verbindet und was vielleicht ein Ablösen verursacht hat. Die Liebe wandelt sich. Da ist diese tiefe Zuneigung, aber auch so viel Unterschiedliches, so viel Unausgesprochenes. Was bleibt, wenn das erste Verliebtsein nachlässt? Reicht das, was bleibt, für eine gemeinsame Zukunft? Sind sie noch glücklich zu zweit oder wären sie alleine glücklicher? Wieviel Freiraum braucht eine Beziehung? Eva Pramschüfers poetische Schreibweise lässt uns eintauchen in die innere Zerrissenheit der beiden Hauptfiguren. Es gelingt ihr wunderbar die melancholische, zarte Stimmung einzufangen und sensibel über Hoffnungen und Erwartungen zu schreiben. Der Roman hat seine Stärke in den inneren Dialogen, den Zweifeln. Er besticht nicht durch eine umfangreiche Handlung, sondern durch die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfiguren. Die Perspektivwechsel sind gekonnt eingesetzt, lassen die Figuren sehr glaubwürdig wirken und sich ruhig entwickeln. Es ist eine moderne Liebesgeschichte, die mich direkt in ihren Bann gezogen hat, die mich mit ihrer Sanftheit auf besondere Weise berührt hat. Das Cover zum Buch ist sehr passend gewählt. So wie die Dame sich auf dem Cover im Wasser treiben lässt, so liest sich das Buch, so eine Atmosphäre kreiert das Buch.
„Weißer Sommer“ hat mich allein optisch direkt angesprochen. Das Cover und die Aufmachung ist wirklich wunderschön. Leider konnte mich der Inhalt dann nicht ganz so überzeugen. Dabei muss ich sagen, der Schreibstil ist wirklich stark und man merkt sofort, dass die Autorin Talent hat. Alles ist sehr atmosphärisch geschrieben. Für mich persönlich war die Geschichte aber einfach zu langatmig. Auch mit den Protagonisten bin ich leider nicht warm geworden. Da sich ja alles um ihre Beziehung dreht, hätte ich gerne mehr Verbindung zwischen den beiden gespürt. Stattdessen wirkte es auf mich eher so, als hätte es dieses echte „Wir“ eigentlich nie wirklich gegeben und als wäre jeder die ganze Zeit eher für sich allein unterwegs gewesen. Dadurch erschien mir der ganze Konflikt leider von Anfang an etwas sinnlos. Insgesamt wirklich schade, weil das Buch äußerlich und sprachlich so viel mitbringt, mich emotional aber leider nicht erreichen konnte.
An alle, die mich immer ganz verwundert anstarren, wenn ich sage, dass ich keine Romance Bücher mag: Das ist die Art Liebesgeschichte die ich lesen will! So echt, tief und ehrlich. Wunderschön erzählt. Ich habe mich sehr lange auf dieses Buch von Eva Pramschüfer gefreut und wurde keineswegs enttäuscht. Für einen Debütroman eigentlich fast schon 5 Sterne.
Wunderschöner Roman über das (Ent-)Lieben
Mir hat die poetische Sprache sehr gut gefallen, ebenso wie das Erzähltempo und die Beschreibung der Charaktere. Mir fiel es leichter, mich in Théo hineinzuversetzen, Alma blieb für mich eher unergründlich. Teilweise hatte ich Probleme der zeitlichen Struktur zu folgen aber insgesamt hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht!
Festhalten oder loslassen?
Die Liebe zwischen Alma und Théo ist intensiv. Sie beginnt in einem Sommer in Frankreich und genau hier, im Haus von Almas Eltern, treffen sich die beiden einige Jahre später wieder. Mit dabei die allesverzehrende Frage: Gehen oder bleiben, festhalten oder loslassen? Aus wechselnden Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen (das Jetzt, aber auch die Vergangenheit) nähern wir uns der Beziehung der beiden an, die so groß beginnt und dann so große Lücken und Risse bekommt. Beide haben einen Hang fürs Künstlerische, der große Unterschied: Alma kommt aus gutem Haus und "fällt weich", sollte es mit dem Journalismus oder der Malerei nichts werden. Théo hingegen fühlt sich als gelernter Steinmetz in seinem Architekturstudium oft verloren – besonders, nachdem er für Alma extra von Frankreich nach München gezogen ist. Mit der Zeit leben die beiden immer mehr aneinander vorbei, sich schließlich auch auseinander, vor allem räumlich. Sie in Paris, er in Berlin. Inhaltlich fand ich den Roman extrem spannend, denn dieser Scheideweg, an dem Alma und Théo stehen, ist einer, der sehr viel Mut und Reife erfordert. Genau deswegen hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit im "Jetzt", im Wiederaufeinandertreffen der beiden, gewünscht. Denn die 8 Tage, die die beiden im Haus von Almas Eltern verbringen, kamen mir irgendwie zu kurz und angedeutet vor. Zudem war für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum beide sich hier überhaupt noch mal treffen. Für mich waren sie zu diesem Zeitpunkt irgendwie schon lange kein Paar mehr. Schön fand ich die wechselnden und fließenden Zeitebenen, allerdings war nicht immer leicht zu erkennen, in welcher man sich gerade befindet. Zumal auch noch wechselnde Perspektiven dazu kamen. Sprachlich ist der Debütroman für mich aber ohne Frage ein kleines Meisterwerk. Die Sprache ist vorsichtig, fast schon fragil. Sie bringt die Bedachtheit und manchmal auch den Übermut mit, den ich mir von der Geschichte selbst noch etwas mehr gewünscht hätte. Denn auch nach dem Zuklappen bleibt eine gewisse Distanz zu Alma und Théo, die ich gern noch besser kennengelernt und verstanden hätte. Trotzdem ein fulminantes Debüt, das keine kitschige Liebesgeschichte erzählt, sondern eine mit Ecken und Kanten, mit Makeln und sehr viel Verletzlichkeit.

»So viel Zeit ihrer Zwanziger hatte sie bisher mit Théo verbracht. Wo fing sie an und wo hörte er auf?«
Sprachlich gelungenes Debüt In Eva Pramschüfers Debütroman „Weisser Sommer“ lernen wir die Beziehung von Alma und Théo kennen. Die beiden sind seit einigen Jahren ein Paar und lieben sich, eigentlich. Allerdings beginnen beide auf ihre Art und Weise die Beziehung zu hinterfragen, ausgehend von der Frage, ob sie wirklich glücklich zusammen sind oder glücklicher getrennt wären. Während sie einen letzten gemeinsamen Sommer zusammen verbringen wollen, um diese Fragen für sich beantworten zu können, lernen wir als Leser:innen die Beziehung der beiden in Rückblenden retrospektiv kennen. Was diesen Roman besonders für mich gemacht hat, war auf jeden Fall die Sprache, in die ich mich direkt auf der ersten Seite verliebt habe. Pramschüfer gelingt es durch ihre präzise Wortwahl und ihr atmosphärisches Schreiben Bilder und Orte im Kopf entstehen zu lassen, sodass ich mich sehr gut in das Setting hineinversetzen konnte und den Sommer beinahe fühlen konnte. Auch konnte ich sehr gut Almas Gedankengänge, Sorgen und Ängste nachvollziehen. Woher soll man denn in einer langjährigen Beziehung auch wissen, ob man glücklicher mit oder ohne den Partner wäre? Und wie soll man sich entscheiden, wenn man sich doch eigentlich liebt und aus rationalen Gründen gut zusammenpasst, aber gleichzeitig immer wieder den Drang hat, wegzulaufen? Eigentlich erfüllte das Buch also alle Voraussetzungen ein Highlight zu werden und doch hat mir etwas gefehlt: der Plot. Natürlich war mir bereits im Vorfeld klar, dass das Buch eher charaktergetrieben sein würde, aber mir hat trotzdem ein bisschen die Geschichte gefehlt. Beziehungsweise mochte ich diese (trotz dem Schreibstil, Setting und den Charakteren, die ich sehr mochte!) irgendwie nicht. Außerdem konnte ich mich durch die ständigen, nicht linearen Zeitsprünge oft nicht in der Geschichte verorten, und musste mich immer wieder neu orientieren. Das hat meinen Lesefluss so gestört, dass ich trotz der Kürze des Romans, ewig dafür gebraucht habe. Leider bin ich auch immer wieder über vereinzelte Rechtschreib- und Grammatikfehler gestolpert, die den Lesefluss zusätzlich gestört haben. Trotz meiner Kritik an diesem Debüt hat mich Eva Pramschüfers Sprache und Schreibstil hier so überzeugt, dass ich immer wieder ein Buch von ihr lesen würde! Ich hoffe, wir werden zukünftig noch mehr von ihr hören und zu lesen bekommen.

Welche Farbe hat die Liebe, wenn Gewissheit schwindet?
In ihrem Debütroman „Weißer Sommer“ erzählt Eva Pramschüfer von Alma und Théo: zwei Individualisten, verbunden durch Liebe, durch Gewohnheit und durch die Frage, ob beides noch trägt. Im Sommerhaus von Almas Eltern kommen sie ein letztes Mal zusammen, um sich ihrer Gefühle füreinander zu vergewissern. Zwischen der Sehnsucht nach Nähe und dem Bedürfnis nach Selbstentfaltung beginnen sie, ihre Beziehung zu vermessen. Erinnerung für Erinnerung. Als ließe sich Nähe berechnen. Als hätte Liebe eine Halbwertszeit. Die eigentliche Auseinandersetzung bleibt dabei weitgehend in der Vergangenheit. In Rückblenden setzt sich die Geschichte von Alma und Théo zusammen: fragmentarisch, kreisend, suchend. Wir erfahren, was sie verbindet und was längst begonnen hat, sie voneinander zu lösen. Pramschüfers Sprache ist von beeindruckender Feinheit. Poetisch, tastend, beinahe zärtlich im Blick auf die Dinge. Szenen entfalten sich wie Gemälde: detailreich und vielschichtig. Und doch bleibt eine gewisse Distanz. Das bewusste Umkreisen statt klarer Zuspitzung und der ruhige Erzählfluss lassen wenig Raum für Dynamik. So entsteht zwar eine eigene, fast filmische Bewegung, aber auch eine spürbare Skizzenhaftigkeit. Gern wäre ich tiefer in die Auseinandersetzung der beiden Figuren eingetaucht, hätte mir gewünscht, dass sich das Beziehungsdrama stärker entfaltet und mich mitreißt, statt über weite Strecken an der Oberfläche zu bleiben. Ich hätte mir mehr Gegenwart gewünscht, mehr unmittelbares Erleben statt überwiegend erinnerter Momente. Einige Szenen sind wundervoll detailreich, verlieren dabei jedoch den Fokus auf den zentralen Konflikt und schwächen so die emotionale Bindung zum Text. So bleibt für mich am Ende ein flüchtiger Eindruck. Sprachlich schön, in seinen Bildern und in seiner Zurückhaltung überzeugend und doch ohne nachhaltige Wirkung. Vielleicht ist genau das die Absicht dieses Textes: nicht festzuhalten, sondern zu streifen; nicht zu überwältigen, sondern offen zu lassen. „Weißer Sommer“ ist ein Roman für Leser:innen, die atmosphärische, szenische Erzählweisen schätzen und sich gern auf eine reduzierte, offene Form des Erzählens einlassen.

WEISSER SOMMER - Eva Pramschüfer - Rowohlt Hundert Augen - ET 17.04.2026 - 272 Seiten Mein Leseeindruck: In ihrem Roman geht Eva Pramschüfer auf Spurensuche. Große Gefühle werden smart und feinsinnig beobachtet, sie wühlt auf und berührt zugleich. Sie lässt den Leser eintauchen in eine Geschichte um die Beziehung von Alma und Théo zwischen Liebe und Kunst, Nähe und Sehnsüchten und lässt viel Platz für Reflexion und Anregung. Horizonterweiternd, leise, intensiv, zweifelnd. Stellt die schmerzhafte Frage, ob das Sein genügt, um gemeinsam glücklich zu sein. Für Fans von Sally Rooney und für laue Sommertage.
Eben lege ich den Debütroman von Eva Pramschüfer aus der Hand. Vier Tage habe ich Alma und Théo begleitet, bin zwischen den Zeilen mit beiden nach Frankreich, München und Berlin gereist. Ich habe ihre Liebe beobachtet, Gefühle verstanden, Erinnerungen geteilt – und allem still beigewohnt. Ich wollte gerne ganz in ihre Geschichte eintauchen, habe aber nur mein Gesicht unter die Wasseroberfläche gehalten. Der Roman ist wunderschön geschrieben: poetisch, literarisch klug, bildhaft – und das hat mir sehr gefallen. Er ist unaufgeregt, leise, manchmal zu leise. Viele Knoten, keiner löst sich ganz. Gern hätte ich mehr Zeit mit Alma und Théo in der Gegenwart verbracht, mehr im Jetzt, mehr im Konflikt. Aber vielleicht ist genau das ein bewusstes Stilmittel: Beziehungen zerbrechen nicht immer laut, sondern oft schleichend – ihre Bruchstellen liegen tief in der Verbindung zweier Menschen. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin – ein Auftakt, der neugierig macht.
⭐️ Schreibstil: 5/5 ⭐️ Figuren: 5/5 ⭐️ Handlung: 5/5 ⭐️ Spannung: 5/5 ⭐️ Emotionale Wirkung: 5/5 Fazit - 5 ⭐️ Ich habe mich komplett in den bildlichen, poetischen Schreibstil verloren. Manche Sätze musste ich mehrfach lesen, einfach weil sie so schön geschrieben waren und so viel Stimmung transportiert haben. Besonders geliebt habe ich auch, dass man nicht nur Alma und Théo in der Gegenwart begleitet, sondern zwischendurch immer wieder ihre Kennenlerngeschichte erfährt. Dadurch hat sich ihre Beziehung nochmal viel greifbarer angefühlt und mich emotional komplett abgeholt. Dieses Buch fühlt sich an wie Sommermelancholie, Sehnsucht und dieses leise Wissen, dass manche Menschen einen für immer prägen werden. Ein absolutes Highlight, dass mich mit einem Gefühl zurücklässt, dass nur wenige Bücher in mir auslösen. 🌊 🩵
Weisser Sommer, alles andere als ein Sommerbuch.
Auch wenn wir uns im Sommer in Frankreich befinden, hat sich Theos und Almas Sommer so kalt angefühlt stellenweise. Wo fang ich an ? Evas Schreibstil ist anspruchsvoll. Hier ist Aufmerksamkeit gefordert sonst kommt man nicht mit. Ich liebe die Sprache es ist sehr literarisch, an manchen Stellen schön poetisch und an den richtigen Stellen präzise. Ich hatte alles direkt vor Augen: München, Berlin, Paris. Die Story hat mich mehr mitgenommen als erwartet. Am Anfang war ich skeptisch. Mein Gedanke war : Naja, halt ne Love Story. Mit Höhen und Tiefen. Wird mich warsch nicht so doll emotional catchen. PUSTEKUCHEN! Vorallem Theo hat es mir an getan. Es gab Stellen in denen mir Theo so leid tat. Ich hab gespürt wie er leidet. Hatte sogar mitten im Buch Trãnen in den Augen. BERLIN war hart für mich. Ihm dabei zu zusehen, wie er sich verwandelt ...das Telefonat mit Arthur ich könnt grad wieder heulen. Alma hingegen ist für mich ein schwieriger Charakter. Es gab Stellen im Buch, da hab ich sie verstanden, aber unterm Strich ist sie mir hart unsympathisch. Ich hab während dem Buch immer wieder gedacht, was hält die zwei eigentlich zusammen? Dann gabs wieder Momente wo ich es verstanden habe. Liebe Eva, das Ende hat mir weh getan. Ich hab geweint. Was komisch ist den irgendwie hab ich damit gerechnet und doch hat ein kleiner Teil von mir gehofft es kommt anders.

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Ein richtig guter Sommerschmöker, den man im Schatten an zwei Nachmittagen weglesen kann und sich wegträumen ins heiße Südfrankreich. Die Trägheit der Hitze und die Entschleunigung spiegeln sich auch in der Handlung wieder. Ein eher langsames, ruhiges Buch aber nicht weniger mitreißend. Die Geschichte über Alma und Théo fand ich sehr sympathisch, echt und rührend. Eine gefühlvolle Buch über eine junge Liebe und zwei Menschen die zwischen ihren großen Gefühlen und wichtigen Lebensentscheidungen stehen. An keiner Stelle zu kitschig und für mich immer nachvollziehbar. Mich hat die Geschichte der beiden sehr berührt. Mir hat nur am Ende gefehlt, wie Théos Weg weiter geht, mit ihm habe ich auch sehr mitgefiebert...
Dieser Sommer hat eine andere Farbe. Vielleicht Weiß, die Abwesenheit von Farbe. 🤍
Zwei Menschen, die sich lieben, aber nicht mehr wissen, ob Liebe allein reicht: Alma und Théo verbringen einen letzten Sommer gemeinsam in Frankreich, um herauszufinden, ob ihre Beziehung noch eine Zukunft hat oder ob Loslassen der bessere Weg wäre. 💭 „Weißer Sommer“ ist kein dramatisches Buch, das von unerwarteten Wendungen lebt, sondern von Gefühlen, Stimmung, Gesprächen, Erinnerungen und einer einzigartigen Intensität. Es liest sich ruhig und gelassen, und dennoch trägt es eine besondere Schwere in sich. 🌫️ Die Geschichte wechselt häufig zwischen den Perspektiven der Protagonisten und den verschiedenen Zeitebenen, wodurch sich ihre Beziehung allmählich entfaltet und sie an diesem entscheidenden Punkt ankommen. Diese Erzählweise bietet zwar tiefere Einblicke, unterbricht aber auch den Lesefluss. Obwohl die Rückblicke für die Geschichte unerlässlich sind, hätte ich mir mehr Zeit mit Alma und Théo in ihrem letzten Sommer in Frankreich gewünscht. Diese unsichere und zerbrechliche Stimmung zwischen ihnen fand ich besonders fesselnd. 🙈 Besonders beeindruckt hat mich die Authentizität der Beziehung zwischen Alma und Théo. Ihre tiefe Zuneigung ist spürbar, doch gleichzeitig driftet das Paar immer weiter auseinander. Nicht durch ein dramatisches Ereignis, sondern durch die vielen kleinen Missverständnisse und Differenzen im Alltag. Sie entwickeln sich zwar beide weiter, doch ihre Wege trennen sich allmählich. 💔 Das Buch verdeutlicht eindrucksvoll, dass Liebe allein nicht immer ausreicht, wenn Menschen sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Das Ende wirkte auf mich sehr passend und realistisch. Emotional, intensiv und von Zweifeln geprägt, erzählt der Roman von Nähe, Konflikten und der schwierigen Entscheidung zwischen Festhalten und Loslassen. 🫂

Ein ruhiger, melancholischer Roman darüber, wie Menschen sich trotz Liebe langsam verlieren.
Weißer Sommer hat sich für mich beim Hören sehr ruhig und irgendwie melancholisch angefühlt. Kein dramatisches Buch, keine riesigen Wendungen, sondern eher eine Geschichte, die von Stimmung, Gesprächen, Erinnerungen und unausgesprochenen Gefühlen lebt. Ich mochte das Hörbuch insgesamt wirklich gerne und fand auch die Sprecherin sehr passend für diese leise Atmosphäre. Was mir besonders gefallen hat, war, wie real sich die Beziehung zwischen Alma und Théo angefühlt hat. Die beiden lieben sich und trotzdem merkt man immer mehr, wie sie sich langsam voneinander entfernen. Nicht wegen einer einzigen großen Sache, sondern wegen all der kleinen Dinge dazwischen. Weil sie sich weiterentwickeln, aber irgendwie nicht gemeinsam. Für mich war genau das der stärkste Punkt des Buches, weil es sich einfach unglaublich echt angefühlt hat. Man merkt total, wie unterschiedlich die beiden geprägt wurden und wie sehr das beeinflusst, wie sie mit Nähe, Konflikten oder ihren eigenen Gefühlen umgehen. Dadurch wirkte vieles nachvollziehbar und nie künstlich dramatisch. Ich mochte auch den Schreibstil sehr. Alles fühlt sich eher ruhig und beobachtend an und genau das hat gut zur Geschichte gepasst. Gleichzeitig hatte das Buch für mich aber auch ein paar Längen. Durch die Zeitsprünge war ich beim Hören manchmal kurz raus, weil nicht immer direkt klar war, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Das hat meinen Hörfluss etwas gestört. Und obwohl die Rückblicke wichtig für die Beziehung der beiden waren, hätte ich ehrlich gesagt gern noch mehr Zeit mit Alma und Théo in diesem letzten Sommer in Frankreich verbracht. Gerade diese Stimmung zwischen ihnen, dieses Unsichere und Zerbrechliche, fand ich eigentlich am spannendsten. Davon hätte ich gern noch mehr gehabt. Trotzdem mochte ich das Ende sehr, weil es sich für mich passend und realistisch angefühlt hat. Das Buch zeigt ziemlich gut, dass Liebe alleine manchmal eben nicht reicht, wenn Menschen anfangen, sich in unterschiedliche Richtungen zu entwickeln. Für mich ein schönes, ruhiges Debüt, das nicht laut ist, aber trotzdem nachklingt.

Die erste große Liebe und ihre Stolpersteine
Unterhaltsam und lesenswert , positiv sind mir die Kontraste in der sozialen Herkunft aufgefallen, auch die Ansiedlung im künstlerischen Milieu hat mir gut gefallen. Herausragend ist die Sprache, malerisch-poetisch, zart und feinfühlig, alle Sinne ansprechend. Aus diesem Grund würde ich zukünftige Bücher der Autorin unbedingt auch lesen wollen. Der Aufbau und die Struktur des Romans kam mir bisweilen ein wenig ruckelig vor und es scheint doch eher ein Buch für junge Erwachsene zu sein. Nichtsdestotrotz lohnend und sprachlich ein Juwel ✨
Alma liebt Théo, Théo liebt Alma. Und trotzdem wissen sie nicht, ob ihre Gefühle noch ausreichen oder ob sie alleine glücklicher sein können. Um darauf eine Antwort zu finden, fahren sie ein letztes Mal gemeinsam in das abgelegene Ferienhaus ihrer Familie in Frankreich. Fern vom Alltag wollen sie herausfinden, ob ihre Beziehung noch eine Zukunft hat – oder ob es an der Zeit ist, einander loszulassen. Das Buch erzählt von Alma und Théo und wie unterschiedlich sie geprägt wurden und welchen Einfluss ihre Herkunft auf ihr Denken und Fühlen hat. Davon, wie sie sich zum ersten Mal begegnen, von der Anziehung, die sofort da ist. Wie sie sich immer näher kommen, gemeinsam wachsen und sich schließlich langsam voneinander entfernen. Von ihren Zweifeln und Ängsten, von ihren Hoffnungen und Wünschen. Durch die häufigen Perspektivenwechsel zwischen den beiden Charakteren und den verschiedenen Zeitebenen erfährt man nach und nach, wie sich ihre Beziehung entwickelt hat und wie sie an diesen Punkt gekommen sind. Auf diese Weise bekommt man einen tieferen Einblick, allerdings hat es für mich auch etwas den Lesefluss gestört. Das Buch überzeugt durch seinen ruhigen und gleichzeitig wunderschönen Schreibstil, konnte mich insgesamt jedoch nicht komplett begeistern, da die Charaktere, besonders Alma, für mich oft nicht richtig greifbar waren. Dennoch ist ‚Weisser Sommer‘ ein gelungener Debütroman, der durch seine Atmosphäre und seine leise Beobachtung von Beziehungen überzeugt. Mich hat die Geschichte und die Beziehung tatsächlich oft an Connell und Marianne aus ‚Normal People‘ erinnert.

Ruhig. Poetisch. Kraftvoll & Schwer.
“Weisser Sommer” ist ein Roman, der sich ruhig liest und gleichzeitig eine besondere Schwere und Intensität in sich trägt. Das Debüt von Eva Pramschüfer hat mir sehr gut gefallen, auch wenn mich die Geschichte zu Beginn noch nicht ganz erreicht hat. Mit der Zeit hatte ich jedoch das Gefühl, dass genau darin die Stärke des Romans liegt: sich auf die Schwere, die Unsicherheit und die Dynamik einer Beziehung einzulassen, ohne sofort zu wissen, wohin die Geschichte führen wird. Besonders gefallen haben mir die verschiedenen Schauplätze zwischen Paris, München und Berlin sowie die Einbindung von Kunst und Architektur, die der Geschichte eine besondere Atmosphäre verleihen. Ein stiller, nachdenklicher Roman, der weniger von großen Wendungen lebt, sondern vielmehr von Stimmung und Gefühl.
Einfühlsam und melancholisch
Chapeau Eva, was für ein gelungenes Debut! Eine wunderschöne, lyrische Sprache, die einfühlsame Schilderung der Hauptcharaktere, die genauen und immersiven Beschreibungen der Orte, Häuser und Städte, machen diesen Roman zu einem Leseerlebnis. Ganz klare Leseempfehlung.
Schöne Sprache, leere Gefühle
Weißer Sommer ist für mich leider ein klassischer Fall von: Not worth the hype. Ich wollte dieses Buch wirklich mögen – Frankreich-Setting, melancholische Stimmung, poetische Sprache, schwierige Beziehungskiste? Eigentlich komplett mein Ding. Aber Alma und Theo haben es geschafft, mich emotional ungefähr so sehr zu berühren wie die flirrende Sommerhitze auf einer verlassenen französischen Landstraße: irgendwie hübsch anzusehen, aber am Ende bleibt vor allem Leere. Die große Frage des Romans ist ja: Gehen oder bleiben? Nur habe ich mich die ganze Zeit eher gefragt: Warum seid ihr überhaupt zusammen? Zwischen den beiden wirkt einfach nichts echt oder tief genug, um diese Beziehung irgendwie nachvollziehbar zu machen. Kommunikation? Praktisch nicht vorhanden. Reflexion? Eher sporadisch. Statt emotionaler Spannung bekommt man vor allem zwei Menschen, die sehr literarisch aneinander vorbeileben. Und das soll die große Liebe sein? Dabei schreibt Eva Pramschüfer wirklich wunderschön – ruhig, poetisch und atmosphärisch. Aber schöne Sätze allein reichen mir halt nicht, wenn die Figuren mich komplett kalt lassen. Am Ende war das für mich leider mehr Stimmung als Substanz.

„Die Liebe, die zu eng geworden ist….“
in ruhiger melancholischer Roman über Alma und Théo, die sich lieben, aber nicht wissen, ob die Gefühle für ihre Beziehung reichen und die Beziehung zu ihrer beider Leben passt. Das Ende meiner Beziehung liegt noch nicht so weit zurück, deswegen treffen mich die Worte, Entscheidungen, Gespräche miteinander sehr.

Der Beliebigkeit entfliehen
Leider ist es im Leben manchmal so, dass die Liebe nicht funktioniert. Besonders wenn man jung zusammen kommt ist das Risiko, dass man sich auseinander entwickelt ziemlich groß. Und wenn man dann eh noch ein Päckchen mit sich rum zu tragen hat, dass man sowieso mal aufarbeiten müsste, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das mit dem „für immer“ nicht passieren wird. Alma und Théo sind so ein Paar. Alma, aus gutsituiertem Elternhaus. schlägt eine Karriere als Künstlerin ein. Sie wird „weich fallen“, wenn das alles nicht funktioniert, denn sie hat den finanziellen Background, sich das leisten zu können. Sie möchte das Leben in vollen Zügen genießen und dazu gehören verschiedene Auslandsaufenthalte. Théo der aus dem familiären Handwerksbetrieb aussteigt und sich an Almas Umgebung anpassen möchte, folgt ihrem Rat und versucht sich ebenfalls als Künstler. Doch man merkt sehr schnell, dass er Probleme hat. Er fühlt sich in ihrem Freundeskreis nicht wohl, trauert seiner Mutter nach, die irgendwann verschwand und hat eigentlich andere Ziele. Und dann ist da noch der Konsum von künstlichen Substanzen, für den er besonders empfänglich ist. In einem Sommer in Frankreich treffen die beiden nach einer räumlichen Trennung wieder aufeinander, um auszuloten, inwieweit sie eine gemeinsame Zukunft haben. Eva Pramschüfer erzählt uns eine Geschichte, die das Leben schreibt. Ich kenne viele Paare, die ähnliche Wege gegangen sind wie Alma und Théo. Um der Beliebigkeit zu entfliehen, haben wir hier ein paar interessante Details. Das Leben als Künstler, welches meinem Empfinden, nach aber doch eher intellektuell als realistisch konstruiert wurde, der französische Hintergrund, inklusive des Accents auf Théos Namen und die verschwundene Mutter die ihren Sohn ein psychisches Problem beschert, setzen kleine Lichtpunkte in das Beziehungsgemälde. Wäre ich anmaßend, so würde ich danach fragen, warum die beiden überhaupt zusammen sind und warum sie nicht offen miteinander reden, warum Théo sich nicht Hilfe holt und Alma das nicht sieht. Ich hab die tiefe Liebe, die im Buch häufig erwähnt wird nie gespürt. Mir kam es so vor, als ob sie irgendwie in diese Beziehung reingeschlittert sind, aus einer Laune heraus und es mehrere Jahre einfach ausgehalten haben. Von der Persönlichkeit her sind sie schon sehr unterschiedlich und machen es sich unnötig schwer. Alma wirkt auf mich leicht überheblich und bisweilen etwas naiv. Sie sieht Théo nicht wirklich, auch wenn sie das ein ums andere Mal beteuert. Ihre privilegierte Herkunft führt bei ihr zu einem Hauch von Arroganz, den sie bestimmt nicht mit Absicht raushängen lässt. Diese äußert sich in der Art der Kommunikation, der ihre mangelnde Erfahrung offen legt. Als ihr Vater ihr wohlwollend, aber doch mahnend offen legt, dass sie sich auf harte Zeiten einstellen muss, wenn sie den Weg einer Künstlerin gehen möchte und das finanziell eventuell nicht viel bringen wird, zumindest am Anfang, entgegnet sie, dass Gerhard Richter ja auch mal angefangen hat. Dass dieser aber erst eine Lehre gemacht hat und damit sein Geld verdiente, ist außerhalb ihrer Wahrnehmung. Théo piekst ihre Art und da er weiß, dass sie es nicht so meint, wie es bei ihm ankommt, schluckt er das lange runter oder lässt es dann plötzlich und unerwartet auf sehr pampige Art raus. Oder kompensiert es mit Drogen. Alles nicht so schön, oder? Doch: die Sprache! Eva Pramschüfer hat Talent. Man darf gespannt sein, was sie noch so zu Papier bringen wird. Es gibt ein paar Wiederholungen, die mich gestört haben (die Rillen der Lippen als Abdruck, der Duft nach Palo Santo), aber sie schafft es Bilder zu malen, die durch die Sprache lebendig werden. Damit transportiert sie die Stimmung perfekt, wenn diese auch meist sehr gedrückt und kein bisschen fröhlich ist. Am Ende bleibt mir ein Roman, der mit der Erkenntnis spielt, dass man Vieles haben möchte, aber nicht alles bekommen kann. Manchmal muss man sich entscheiden, und es ist immer wichtig, dies für sich selbst zu tun, um sich am Ende nicht zu verlieren. Ich glaube, für diese Art von Lektüre muss man im Stimmung sein und wenn es gerade passt, dann ist sie wahrscheinlich ein Augenöffner. Ist man aber so, wie ich gerade in einem ganz anderen Film oder sehr erfahren in Sachen Beziehung, dann kann es sein, dass einen das überhaupt nicht abholt. Eine Empfehlung ist er trotzdem, besonders für die, die das melancholische im Sommer mögen und vielleicht selber gerade in einer Beziehung nach Orientierung suchen
Für mich war Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ein Roman mit einem unerwartet intensiven und tiefgreifenden Ende. Ich war wirklich berührt von der Auflösung des Romans. „Was, wenn sie sich trennten? Was, wenn man nur eine Person im Leben so lieben kann?“ (S. 18) Zu Beginn war ich noch recht skeptisch ob der Liebesgeschichte, in die ich mich hineinbegeben habe. Nach Lektüre des Klappentextes habe ich eigentlich etwas ganz anderes erwartet, nämlich eine intensive Auseinandersetzung, starke Dialoge, vielleicht sogar explosive Streits. Stattdessen wurde der Roman überwiegend in Rückblenden erzählt. Dabei wurden beide Perspektiven der Protagonist:innen Alma und Théo beachtet, sodass man sich einen Rundumblick verschaffen konnte. Im Verlauf der Erzählung werden verschiedene Nebenstränge eröffnet, die im Laufe der Zeit auch schön aufgegriffen und erklärt werden. So wird eine angenehme Spannung geschaffen. Sprachlich habe ich an verschiedenen Stellen gestaunt, wie intensiv einzelne Szene gestaltet wurden. Sehr passend für den künstlerischen Anspruch, der auch von den beiden Hauptfiguren an den Tag gelegt wird. Wunderbar, wie lebhaft die Beschreibung von Farben und Szenerie in die Kapitel einfließen konnte und die Stimmung beeinflusst hat. „Am Ende weißt du nie, was in einem anderen Kopf vorgeht. Es ist ‘ne Illusion zu glauben, dass man jemanden wirklich kennt.“ (S. 231) Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht über die Handlung verraten, sondern nur empfehlen, den Roman selbst in die Hand zu nehmen und sich selbst in die komplexe Liebesbeziehung von Alma und Théo zu begeben.
Das Debütwerk der jungen Autorin ist kein klassischer Liebesroman, sondern eine sehr genaue Beobachtung , wie Beziehungen funktionieren und manchmal eben nicht mehr funktionieren. Eva Pramschüfer erzählt mit einem ruhigen, entschleunigten Stil, der sich Zeit nimmt und genau darin seine Wirkung entfaltet. Wer eine dramatische Handlung erwartet, wird hier nicht fündig, dafür aber eine sehr feinfühlige Entwicklung, die sich aus vielen kleinen Momenten zusammensetzt. Die Stärke des Romans liegt darin, dass der Konflikt nie konstruiert wirkt. Es gibt keinen klaren Bruch, keinen offensichtlichen Schuldigen, kein relevantes Ereignis. Stattdessen entstehen Spannungen aus unterschiedlichen Bedürfnissen, Ängstwn, Erwartungen und Lebensentwürfen, die sich nicht mehr zusammenführen lassen. Genau das macht die Geschichte so glaubwürdig. Besonders gelungen ist, wie sich nicht nur die Beziehung zwischen Alma und Theo verändert, sondern auch ihr Blick aufeinander. Was anfangs für Freiheit, Aufbruch und Möglichkeiten steht, verschiebt sich mit der Zeit und bekommt eine andere Bedeutung. Diese Entwicklung passiert leise und nachvollziehbar, ohne dass sie je plakativ wird. Auch die Erzählstruktur trägt viel zur Wirkung bei. Der sehr plötzliche Einstieg in eine bereits brüchige Phase erzeugt eine unterschwellige Spannung, während sich nach und nach in Rückblenden erschließt, wie es dazu gekommen ist. Dadurch entsteht ein Sog, der weniger durch Handlung als durch emotionale Erkenntnis getragen wird. „Weißer Sommer“ zeigt eindrücklich, dass Beziehungen selten an einem einzigen Moment zerbrechen. Viel häufiger sind es die kleinen Dinge, das Nichtgesagte, das Zögern, der Stolz, die leisen Verletzungen und die Verwechslung von Bedürfnissen mit "Liebe". Gerade diese unspektakuläre, aber präzise Darstellung macht den Roman so stark. 4,5 von 5 ⭐️.
Eva, wie machst du das??!
Ich habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet, aber ich musste das erstmal sacken lassen. Die Sprache ist so außergewöhnlich und hat mich direkt in die Geschichte eingesaugt. Ich frag mich immer, wie man so tolle Worte finden kann?! So viele Passagen, wie in diesem Buch, habe ich glaube ich noch nie markiert. Die ganze Zeit über habe ich so mit Theo und Alma mitgefühlt und es kam mir einfach so real und nahbar rüber. Ich stand aber auch ein bisschen zwischen den Stühlen irgendwie, weil ich einerseits Theos Gedanken und Handlungen nachvollziehen konnte, aber genauso auch die von Alma. Bis zum Ende hin hat sich das durchgezogen und dennoch war ich persönlich sehr happy mit dem Ende. Ich kann’s nur jedem ans Herz legen! Für mich ein klares Jahreshighlight, was ich mit Sicherheit nochmal lesen werde. 🌊

Melancholie
Ein Coming-of-Age Roman mit anspruchsvoller Sprache, aber sehr poetisch. Anfangs musste ich mich an die Zeitsprünge gewöhnen, aber ich hab die Hürden der Beiden und ihrer jungen Liebe und die Zweifel wegen dieser etwas zu verpassen, so gut nachvollziehen können. Es war stellenweise sehr melancholisch, aber gleichzeitig auch so einfühlsam. Der Roman spielt im Sommer; aber zeigt sehr gut auf, wie es auch dort kalt sein kann.
»Im Sommer glaubt man, die Wärme würde ewig halten. Und dann kommt der Herbst. Unter welcher Last bricht bedingungslose Liebe?« (265) Was, wenn die Liebe nicht mehr reicht? </3 Was, wenn man mehr vom Leben will und es sich gerade einfach nicht passend anfühlt? Davon erzählt Eva Pramschüfer in ihrem Debütroman »WEISSER SOMMER«. Alma und Theo befinden sich im französischen Sommerhaus von Almas Familie, um gemeinsam herauszufinden, wie es mit ihrer Beziehung weitergehen soll. Es ist die erste große Liebe, all the feels, all the Struggles, die zur Liebe und zu den aufregenden Zwanzigern gehören. In alternierenden Erzählpassagen durchleben wir gemeinsam mit den beiden Protagonist*innen die erste Verliebtheit, das Zusammenziehen, ihre gemeinsame Vergangenheit & Erinnerungen. »Wenn er sie nicht mehr hätte, dann ist da niemand mehr, der ihn ansieht und nach einer Sekunde fragt: Was ist los? Weil sie immer merkt, auch ohne ein Wort, wenn ihm etwas auf dem Herzen liegt. Egoistisch ist das, ja, aber wie dumm wäre er, das aufzugeben.« (139) Eva beschreibt ihre Charaktere so authentisch und echt mit all ihren Sehnsüchten, Gefühlen, Verfehlungen, Wünschen, Träumen und Stärken, dass es direkt ins Herz geht 💘 und sich jede*r in diesen so realen Beschreibungen von Liebe, Gefühlen, Situationen wiederfinden kann. Was neben dieser so authentischen Story den Roman für mich zu einem Highlight gemacht hat: so viele feine, treffende Beobachtungen und wunderschöne Sätze und Sprache, die diese melancholische Story immer leicht, echt und emphatisch gemacht haben 🤍 Ein Roman, der mich sehr berührt hat. Liebe Eva, Du hast ein grandioses Debüt geschrieben. 🩵 Große Leseempfehlung 🌞 (be aware: you’ll need a pen and/or sticky notes.) »Bis zur Mitte der Woche war sie müde davon, ein Mensch zu sein.« (212)

Was für ein Debüt!
Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Der Schreibstil: so besonders, so berührend, so leicht und schwer zu gleich? Die Geschichte von Alma und Theo hat mich in gewisser Weise bedrückt, es waren die alltäglichen Situationen und Hürden, die eine Beziehung ins Wanken ziehen können. Kein großes Drama oder Schicksalsschläge. Eine Beziehung, wie wir sie vllt auch schon hatten. Gerade in den Zwanzigern, wo jeder seinen Weg und sich selbst finden möchte. Wo Beziehungen mitwachsen oder vielleicht daran zerbrechen können. So nah. Ich kann kaum glauben, dass das Buch ein Debüt war, man hat das Gefühl, die Autorin hat nie etwas anderes getan.
Schade, davon habe ich mir mehr erhofft
💭 M E I N U N G Bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, habe ich gewartet bis der Sommer auch endlich bei uns angekommen ist, mir dann noch die Playlist zum Buch angemacht und mich auf meinem Liegestuhl in die Sonne gelegt, um wirklich voll „in der mood“ für dieses Buch zu sein. Doch leider kam ich, trotz der passenden äußeren Umstände, überhaupt nicht in die Geschichte rein. Das lag zum einen daran, dass die Geschichte aus einer Beobachter-Perspektive erzählt wird und man als Leser von außen zuschaut, wodurch für mich eine gewisse Distanz bestand. Zum anderen war die Sprache total poetisch und einfachste Dinge und Abläufe wurden dermaßen ausgeschmückt, dass es sich zwar gut lesen lässt und schön im Kopf nachhallt, aber wenig auf der inhaltlichen Perspektive hängen bleibt. Auch die Zeitsprünge sind nicht klar herausgestellt, sodass zwar einerseits die Kapitel den jeweiligen Tag erkennen lassen, andererseits jedoch immer wieder in die Vergangenheit gesprungen wird, wodurch mir nicht klar war, wo wir uns auf dem Zeitstrahl der vierjährigen Beziehung uns gerade befinden. Zudem hätte ich mir mehr im „Hier und Jetzt“, also im aktuellen Sommer gewünscht. Weiterhin wurden immer wieder französische Sätze eingeworfen, die nicht übersetzt wurden, was ich störend fand bzw. wo ich mir zumindest eine Übersetzung in der Fußnote gewünscht hätte. Zum Inhalt: Die Beziehung der beiden wird bruchstückhaft dargestellt, dabei werden einige Unstimmigkeiten deutlich, die mich haben fragen lassen: warum seid ihr überhaupt ein paar?! Anstatt diese Unstimmigkeiten jedoch anzugehen, wird viel mehr drumherum gelebt und jeder geht seinen eigenen Weg. So richtig glücklich wirken die beiden zu keinem Zeitpunkt. Auch wenn ihre unterschiedlichen Ausgangslagen und Prägungen gut herausgearbeitet wurden, hätte ich mir mehr Fokus auf den Konflikten zwischen ihnen gewünscht und vor allem mehr KOMMUNIKATION - die bleibt fast ganz aus. 🙉 Das Buch stellt zwar viele elementare Fragen über die Beziehung, gibt aber keine Antworten und lässt mich unberührt zurück. ⭐️ F A Z I T Ein leiser melancholischer Roman über eine junge Liebe, der sprachlich zwar total schön war, mich inhaltlich jedoch nicht erreichen konnte. Ich habe das Gefühl dass das Buch eher aufgrund der Person der Autorin einen gewissen Hype erlebt, anstatt aufgrund seines Inhalts. Ja, die Sprache war schön, die Geschichte hatte ein tolles, sommerliches Setting, aber die Figuren waren für mich distanziert und unnahbar. Schade, davon habe ich mir wirklich mehr erhofft!

WEISSER SOMMER Eva Pramschüfer ET: 17.04.26 Almas Großvater, der seine letzten Jahre in Südfrankreich verbracht hat, ist gestorben. Auf der Suche nach einem Grabstein begegnet sie Théo, einem jungen Steinmetzmeister, der im Betrieb seines Vaters arbeitet. Zwischen ihnen ist sofort etwas da – dieses Gefühl füreinander bestimmt zu sein. Théos Mutter hat ihn und seinen Vater vor Jahren verlassen. Geblieben ist ein liebevoller Vater, bei dem er zu einem ruhigen, gewissenhaften und warmherzigen jungen Mann heranwächst. Alma dagegen kennt kein solches Zuhause. Ihr Vater, ein erfolgreicher Anwalt, ist kaum präsent, ihre Mutter kühl und distanziert. Es fehlt nicht an Geld, aber an Nähe. Als Alma für ihr Journalistikstudium zurück nach München geht, bleibt ihnen nur das Telefon. Sie sprechen jeden Tag, halten fest an dem, was zwischen ihnen entstanden ist. Und doch wächst mit der Entfernung auch die Sehnsucht – und die leise Angst, sich zu verlieren. Zwei Jahre später verbringen Alma und Théo einen weiteren gemeinsamen Sommer im Haus ihrer Eltern in Frankreich. Doch nichts ist mehr so unbeschwert wie damals. Entscheidungen, die sie getroffen haben, und die Zeit, die vergangen ist, haben Spuren hinterlassen. Zwischen ihnen ist etwas ins Wanken geraten. Und trotzdem ist da noch immer dieses Gefühl. Die Frage ist nur: Reicht es noch? Ob sie es schaffen, die Risse zwischen ihnen zu schließen, müsst ihr selbst herausfinden. Eva Pramschüfer erzählt diese Geschichte auf zwei Zeitebenen. Anfangs war ich kurz unsicher, wo ich mich gerade befinde, doch nachdem sich das gelegt hatte, konnte ich mich auf ihre wundervolle Sprache vollkommen einlassen. Sie schreibt ruhig, eindringlich und sehr nah an ihren Figuren. Eine Geschichte über zwei Menschen, die sich vielleicht genau dann begegneten, als es am wenigsten gepasst hat. Fazit: Ein intensives, gefühlvolles Debüt, das leise unter die Haut geht. Eine Liebesgeschichte, die anders ist und lange nachklingt. 4,5/5

Poetisch und bildgewaltig erzählt
Weißer Sommer von Eva Pramschüfer ist ein Buch, das sich leise entfaltet und dabei eine ganz eigene Sogwirkung entwickelt. Vor allem die Sprache hat mich sofort gepackt: so besonders, so fein und poetisch, dass ich am liebsten darin versunken wäre. Es ist eine dieser Geschichten, bei denen man nicht einfach nur liest, sondern regelrecht eintaucht. Vor meinem inneren Auge lief dabei ständig ein Film voller wunderschöner Bilder ab. Im Zentrum stehen Theo und Alma, die sich in ihrer ersten großen Liebe begegnen. Vier Jahre später stehen sie an einem Punkt, an dem sie sich fragen müssen, ob Liebe allein noch reicht, um ihre Beziehung zu tragen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: im Jetzt, während eines Urlaubs in Frankreich, und in der Vergangenheit, in der sich Stück für Stück Theos und Almas gemeinsame Geschichte entfaltet. Am Anfang brauchte ich einen Moment, um mich in dieser Struktur zurechtzufinden, doch das hat sich schnell gelegt. Danach hat sich alles sehr stimmig angefühlt und die beiden Ebenen haben sich wunderbar ergänzt. Was besonders hängen bleibt, ist die dichte Atmosphäre, die die Autorin erschafft. Alles wirkt ruhig, beinahe zart, und gleichzeitig liegt eine unterschwellige Spannung in der Luft. Der poetische Schreibstil verstärkt dieses Gefühl noch und macht das Buch zu einem sehr intensiven Leseerlebnis. „Weißer Sommer“ ist keine laute Geschichte, sondern eine, die zwischen den Zeilen wirkt und genau darin liegt seine Stärke. 4,5/5 Sterne
Die ideale Lektüre für die wärmer werdende Jahreszeit! Über Veränderung, Erwachsen werden, die Liebe und ihre Kompromisse!
Die Kunst im Leben und der Liebe Jeder Sommer hat eine andere Farbe, nur dieser nicht, er ist Weiß. In der Zeitspanne von ein paar Tagen folgen wir dem von Zerwürfnis geplagten Paar Alma und Theo, die in Südfrankreich jeder für sich ihre Gedanken an ihre gemeinsame Vergangenheit schweifen lassen. Während die pessimistisch, realistische Alma ein Porträt von dem radikal, selbstbewussten Theo malt, zeichnet die Autorin Eva Pramschüfer gleichzeitig mit sanften, feinfühligen Worten und zahlreichen, anschaulichen Metaphern die Entstehung ihrer Liebesbeziehung. In der Gegenwart erleben beide Wut und Enttäuschung über die Veränderung des geliebten Menschen, fehlende Kommunikation und Ehrlichkeit sowie den generellen Lauf der Dinge. Gleichzeitig liest man spürbar über die Schönheit des ersten nervösen Kennenlernen, die selektive Wahrnehmung beim Verlieben und, dass Nähe sich stets auch wie Risiko anfühlt. Zugleich stellen sich die Protagonisten glaubhaft Thematiken wie Sucht und die damit verbundene, zerrissene Gedankenwelt, falschen Freunden bzw. wahren Freunden, schwierigen, abwesenden Eltern, Zukunftsfragen zu Ausbildung und Arbeit und sozialer Ungleichheit in ihrer Beziehung. Großartig gefallen hat mir persönlich die vielen Aspekte der Kunst, die einen erheblichen Anteil im Roman einnahmen und das Buch selbst in ein malerisches Licht rückten. "Du redest mit mir in Worten und ich in Gefühlen." Plötzlich fehlten ihnen jedoch die Worte, wenn auch nicht die Gefühle und es bleibt die Frage, besteht Hoffnung für eine gemeinsame Zukunft?! Die Stimme von Jodie Ahlborn transportiert die richtige Sanftheit, um die wärmende Atmosphäre der Tage im Sommer zwischen Alma und Theo wiederzugeben! Fazit: Ein berührend, sanfter Roman über die Entwicklung einer Beziehung zwischen Entscheidungen, Wachstum und Veränderung! Die richtige Person zu falschen Zeit und vielleicht doch Kompromisse sehen, Erwachsen werden und dabei sich selbst nicht verlieren!
Der letzte gemeinsame Sommer? Ich hatte grosse Mühe in die Geschichte reinzufinden. Einerseits konnte ich keine emotionale Verbindung zu Alma und/oder Théo aufbauen. Andererseits hatte ich Schwierigkeiten mit den vielen Zeitsprüngen. Die bildhafte und beschreibende Sprache der Autorin hat mir ebenfalls nicht so zugesagt. Es wirkt teilweise zu konstruiert und überladen. Als Alma sich entscheidet für ein halbes Jahr nach Paris zu gehen, wird es interessant. Die junge Liebe wird auf die Probe gestellt. Théo, der für Alma nach München gezogen ist, bleibt zurück. Es bleibt so viel Unausgesprochenes zwischen den beiden. Und genau dieser Einblick in Théo’s Gedankenwelt hat mir sehr gut gefallen. Mehrmals habe ich mich gefragt: aus welchem Grund ist er Alma gegenüber nicht ehrlich? Mit der Zeit werden seine Beweggründe dann klarer. Gut gefallen hat mir auch das überraschende Ende der Geschichte. Aber ist das wirklich Théo? Das habe ich mich jetzt im Nachhinein nochmals gefragt. Sprachlich sehr gelungen finde ich den Ein- und Ausstieg in die Geschichte. „Das Haus ist das letzte am Ende der Straße. Es kennt sie, denn das Haus ist Schauplatz ihrer ersten wackeligen Schritte gewesen. Auf der Haut des Hauses wurde ihr Wachstum festgehalten, markiert in seinen Türrahmen. Ihre Geschichte war seine Geschichte.“ Alles in allem eine feine Erzählung über die Suche nach der eigenen Identität sowie über die erste grosse Liebe!
Ich bin gefesselt, ich bin emotional, ich bin mitgerissen.
Zwei sich liebende Menschen reisen noch einmal gemeinsam nach Frankreich, um sich selbst und einander ehrlich zu begegnen. Dabei entsteht ein Raum, in dem Erinnerungen, Gefühle und unausgesprochene Wahrheiten ganz behutsam und trotzdem mit einer Wucht an die Oberfläche treten. Schreibstil: So fein beobachtend, so nah an den innersten Regungen der Figuren, dass selbst kleinste Gedanken oder Gesten eine enorme (!) emotionale Tiefe entfalten. Es ist kein lautes Erzählen oder dramatisches Aufbäumen, Eva Prafmschüfer hat es geschafft, ein stilles und gleichzeitig so lautes Umkreisen von Gefühlen auf Papier zu bringen, das durch seine Zurückhaltung eine besondere Intensität entwickelt. Man spürt zwischen den Zeilen SO viel: die Liebe, das Zögern, das Verstehen, aber auch das leise Auseinanderdriften. Wirkung: Die Geschichte nimmt sich Zeit, sie erlaubt es, ganz nah bei den Figuren zu sein, ihre Entwicklung Schritt für Schritt mitzuerleben und sich in ihren Gedanken wiederzufinden. Dieses Erzählen wirkt filmisch, wie eine Abfolge von Momentaufnahmen, die sich wie Szenen im Kopf und im Herzen einbrennen. Auch die Frage, die sich am Ende stellt – ob es mutiger ist festzuhalten oder loszulassen – bleibt lange nach dem Lesen bestehen. Fazit: Was mir besonders gefallen hat, sind die (vielen) Passagen, die sich mehr auf Erinnerungen als auf unmittelbare Handlung stützen. Sie haben für mich etwas sehr Intimes, als würde man direkt in das emotionale Gedächtnis der Figuren eintauchen und alles mitfühlen, miterleben. Zum Schluss bleibt mir nur zu sagen: Ich bin gefesselt, ich bin emotional, ich bin mitgerissen. Ganz ganz große Empfehlung.

Bester Epilog den ich bisher gelesen habe
Ich die ich mit Romance selten etwas anfangen kann aber diese Liebesgeschichte von Seite 1 an gefühlt habe. Denn dieses Buch ist keine Romance Geschichte sondern die Beleuchtung tiefer realistischer Gefühle ohne kitschigen zu sein. Ein Buch das ich auf jeden Fall ein zweites Mal lesen werde ganz langsam um jedes Wort noch besser zu erfassen und zu markieren.

„Eigentlich lieben Alma und Théo einander.“ heißt es im Klappentext, aber stimmt das auch?
Ich bin ehrlich unschlüssig, was ich zu diesem Roman sagen soll. Am Ende bin ich etwas traurig, weiß aber noch nicht genau warum. Ich habe Alma nicht wirklich kennengelernt, konnte ihr Handeln oft nicht nachvollziehen. Théo kam ich ein bisschen näher, aber insgesamt waren wohl beide Charaktere zu komplex, als dass ich sie verstanden hätte. Und ich ärgere mich immer darüber, wenn Menschen übereinander denken statt miteinander zu reden - erst recht, wenn ihnen eine tiefe Vertrautheit angedichtet wird (oder ist das eine Frage des Alters?). Andererseits ist die Sprache grandios und die Bilder, die Eva Pramschüfer zeichnet wunderschön: „In gewisser Weise fühlt sich Sechsundzwanzig-Sein an wie der August, und der August fühlt sich an wie ein Sonntagnachmittag - das Gefühl von Freiheit, kurz bevor sie verschwindet.“
Weißer Sommer ist basically diese eine Beziehung, die sich richtig anfühlt, aber irgendwie trotzdem nicht funktioniert. Alma und Théo lieben sich, aber es ist kompliziert geworden. Zu viele unausgesprochene Dinge, Zweifel und dieses Gefühl von reichen wir uns noch. Anstatt einfach Schluss zu machen, entscheiden sie sich für einen letzten gemeinsamen Sommer in Frankreich, um sich noch einmal intensiv mit sich selbst, ihren Wünschen und Vorstellungen auseinanderzusetzen. Die beiden erinnern sich daran, warum sie sich lieben, aber gleichzeitig merken sie auch, was zwischen ihnen kaputtgegangen ist. Es ist viel stilles Nachdenken, viel Gefühl und wir verfolgen eine wirklich schöne persönliche Entwicklung der Charaktere. Am Ende des Buches geht es eigentlich um diese eine Frage: Hält man fest, weil man liebt oder lässt man los, weil es besser ist? Mir persönlich hat diese Geschichte sehr gut gefallen. Diese Ruhe und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber war total mitreißend und man konnte in vielen Momenten richtig mitfühlen. Hier wird nichts beschönigt, sondern einfach eine realistische Geschichte erzählt, die am Ende nichts romantisiert, sondern Mut macht, für sich und die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört und fand sowohl die Synchronsprecherin als auch den allgemeinen Flow in der Erzählweise perfekt für die Story.
Entscheidungen
Themen, die sicher viele Paare betreffen. So jung, werden sie vielleicht nicht immer bis zu Ende gedacht. Aber wo ist das Ende? Was wäre wenn? Wie viele Entscheidungen werden getroffen, um die Beziehung zu halten. Nach Jahren stellt man vielleicht fest, dass man sich selbst verloren hat und den Partner unter Umständen auch. Darf ich egoistisch sein? Wie groß dürfen/sollen/müssen Kompromisse sein? Emotionale Abhängigkeit. Soziale Ungleichheit. Was treibt mich wirklich an? Was ist mein Partner wirklich für mich? Ihr merkt, es rattert im Kopf. 😅
Eva Pramschüfers „Weißer Sommer“ ist ein stiller, intensiver Roman über die erste große Liebe – und über den ebenso schmerzhaften wie notwendigen Moment, in dem man sich fragen muss, ob Liebe allein ausreicht. Im Mittelpunkt stehen Alma und Théo, zwei junge Menschen, die sich tief verbunden fühlen und doch an den Realitäten des Lebens und ihren eigenen Bedürfnissen zu scheitern drohen. Ihre Beziehung ist geprägt von Nähe, Sehnsucht und gegenseitigem Verständnis – aber auch von Unsicherheit, unterschiedlichen Lebensentwürfen und unausgesprochenen Erwartungen. Der gemeinsame Sommer in Frankreich wird zur letzten Bewährungsprobe: ein Innehalten zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Festhalten und Loslassen. Was diesen Roman besonders macht, ist weniger die Handlung als die Art, wie erzählt wird. Eva Pramschüfer schreibt mit einer bemerkenswerten sprachlichen Feinheit. Ihre Sätze sind klar, poetisch und oft von einer stillen Wucht, die lange nachhallt. Gefühle werden nicht dramatisiert, sondern präzise beobachtet und behutsam entfaltet. Man liest nicht einfach über Alma und Théo – man fühlt mit ihnen, zweifelt mit ihnen, verliert sich in ihren Gedanken. Die sommerliche Kulisse wirkt dabei fast wie ein Gegenpol zur inneren Zerrissenheit der Figuren. Licht, Hitze, Weite – all das steht im Kontrast zu den leisen Spannungen, die sich zwischen den beiden aufbauen. Diese Atmosphäre verleiht dem Roman eine schwebende, fast zeitlose Qualität. Auch strukturell überzeugt das Buch: Perspektivwechsel und Zeitsprünge fügen sich stimmig zusammen und vertiefen das Verständnis für beide Figuren. Dabei bleibt vieles unausgesprochen – und genau darin liegt eine große Stärke. „Weißer Sommer“ vertraut darauf, dass zwischen den Zeilen oft mehr geschieht als in klar formulierten Aussagen. Thematisch bewegt sich der Roman nah an universellen Fragen: Wie viel Raum braucht Liebe? Wann wird Nähe zur Einschränkung? Und kann man gemeinsam wachsen, ohne sich selbst zu verlieren? „Weißer Sommer“ ist ein leises, aber eindringliches Debüt über die Zerbrechlichkeit der ersten großen Liebe. Kein klassischer Liebesroman mit klaren Antworten, sondern eine feinfühlige, kluge Erzählung über Zweifel, Entwicklung und das Erwachsenwerden in Beziehungen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

Selten habe ich eine Geschichte so sehr gefühlt wie diese hier. 🥹❤️🩹
Was für ein ergreifender Debütroman, wow! Das, was Theo und Alma erlebt haben, habe ich letztes Jahr auch erfahren. Für viele wäre der Ausgang der Geschichte vielleicht nicht perfekt, für mich war er jedoch absolut gelungen, weil es einfach nur authentisch und logisch war. Auch ich habe lernen müssen, das Liebe nicht immer alles heilen kann. Liebe tut weh, ist unfair und ist nicht immer rosarot. Dennoch kann sie dir vieles lehren und dich an einen anderen Punkt in deinen Leben bringen. Mir persönlich war das Ende etwas zu abrupt, da hätte gerne mehr kommen dürfen. Eva‘s Schreibstil ist wahnsinnig ergreifend, beschreibend & ehrlich. Auf der einen Seite auch so nüchtern, auf der anderen so emotional. „Weißer Sommer“ zeigt, dass man nicht jede Liebesgeschichte ein Happy End hat und dass auch nicht jede Liebesgeschichte 1000 Seiten benötigt. Wie sagt man manchmal so schön „kurz und schmerzlos“? Naja, weh getan hat es trotzdem. 🥹 Von mir gibt‘s eine Leseempfehlung!
Alma und Théo verbringen, wie jedes Jahr, den Sommer im Ferienhaus von Almas Familie in Südfrankreich. Dort haben sie sich vor 4 Jahren kennen und lieben gelernt. Dieser Sommer ist aber anders. In diesem Sommer möchten sie herausfinden, ob ihre Beziehung weiterhin Bestand haben kann. In Rückblenden erfahren wir von dem ersten Sommer, in dem sie sich kennenlernten. Théo fertigt Grabsteine an, ist ein begnadeter Bildhauer und Künstler, der aber aufgrund seiner familiären Situation einen „richtigen“ Beruf ausüben muss. Alma ist die wohlhabende Tochter, die sich auch künstlerisch entwickelt und der alle Türen offenstehen. Beide verbindet die Leidenschaft für Kunst. Es ist Liebe auf den ersten Blick, alles fühlt sich leicht an. Nach und nach erfahren wir mehr über ihre Liebesgeschichte, über ihre Träume, ihre unterschiedlichen Lebenswege und darüber, was sie verbindet und was vielleicht ein Ablösen verursacht hat. Die Liebe wandelt sich. Da ist diese tiefe Zuneigung, aber auch so viel Unterschiedliches, so viel Unausgesprochenes. Was bleibt, wenn das erste Verliebtsein nachlässt? Reicht das, was bleibt, für eine gemeinsame Zukunft? Sind sie noch glücklich zu zweit oder wären sie alleine glücklicher? Wieviel Freiraum braucht eine Beziehung? Eva Pramschüfers poetische Schreibweise lässt uns eintauchen in die innere Zerrissenheit der beiden Hauptfiguren. Es gelingt ihr wunderbar die melancholische, zarte Stimmung einzufangen und sensibel über Hoffnungen und Erwartungen zu schreiben. Der Roman hat seine Stärke in den inneren Dialogen, den Zweifeln. Er besticht nicht durch eine umfangreiche Handlung, sondern durch die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfiguren. Die Perspektivwechsel sind gekonnt eingesetzt, lassen die Figuren sehr glaubwürdig wirken und sich ruhig entwickeln. Es ist eine moderne Liebesgeschichte, die mich direkt in ihren Bann gezogen hat, die mich mit ihrer Sanftheit auf besondere Weise berührt hat. Das Cover zum Buch ist sehr passend gewählt. So wie die Dame sich auf dem Cover im Wasser treiben lässt, so liest sich das Buch, so eine Atmosphäre kreiert das Buch.
„Weißer Sommer“ hat mich allein optisch direkt angesprochen. Das Cover und die Aufmachung ist wirklich wunderschön. Leider konnte mich der Inhalt dann nicht ganz so überzeugen. Dabei muss ich sagen, der Schreibstil ist wirklich stark und man merkt sofort, dass die Autorin Talent hat. Alles ist sehr atmosphärisch geschrieben. Für mich persönlich war die Geschichte aber einfach zu langatmig. Auch mit den Protagonisten bin ich leider nicht warm geworden. Da sich ja alles um ihre Beziehung dreht, hätte ich gerne mehr Verbindung zwischen den beiden gespürt. Stattdessen wirkte es auf mich eher so, als hätte es dieses echte „Wir“ eigentlich nie wirklich gegeben und als wäre jeder die ganze Zeit eher für sich allein unterwegs gewesen. Dadurch erschien mir der ganze Konflikt leider von Anfang an etwas sinnlos. Insgesamt wirklich schade, weil das Buch äußerlich und sprachlich so viel mitbringt, mich emotional aber leider nicht erreichen konnte.
An alle, die mich immer ganz verwundert anstarren, wenn ich sage, dass ich keine Romance Bücher mag: Das ist die Art Liebesgeschichte die ich lesen will! So echt, tief und ehrlich. Wunderschön erzählt. Ich habe mich sehr lange auf dieses Buch von Eva Pramschüfer gefreut und wurde keineswegs enttäuscht. Für einen Debütroman eigentlich fast schon 5 Sterne.
Wunderschöner Roman über das (Ent-)Lieben
Mir hat die poetische Sprache sehr gut gefallen, ebenso wie das Erzähltempo und die Beschreibung der Charaktere. Mir fiel es leichter, mich in Théo hineinzuversetzen, Alma blieb für mich eher unergründlich. Teilweise hatte ich Probleme der zeitlichen Struktur zu folgen aber insgesamt hat mir das Buch sehr viel Spaß gemacht!
Festhalten oder loslassen?
Die Liebe zwischen Alma und Théo ist intensiv. Sie beginnt in einem Sommer in Frankreich und genau hier, im Haus von Almas Eltern, treffen sich die beiden einige Jahre später wieder. Mit dabei die allesverzehrende Frage: Gehen oder bleiben, festhalten oder loslassen? Aus wechselnden Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen (das Jetzt, aber auch die Vergangenheit) nähern wir uns der Beziehung der beiden an, die so groß beginnt und dann so große Lücken und Risse bekommt. Beide haben einen Hang fürs Künstlerische, der große Unterschied: Alma kommt aus gutem Haus und "fällt weich", sollte es mit dem Journalismus oder der Malerei nichts werden. Théo hingegen fühlt sich als gelernter Steinmetz in seinem Architekturstudium oft verloren – besonders, nachdem er für Alma extra von Frankreich nach München gezogen ist. Mit der Zeit leben die beiden immer mehr aneinander vorbei, sich schließlich auch auseinander, vor allem räumlich. Sie in Paris, er in Berlin. Inhaltlich fand ich den Roman extrem spannend, denn dieser Scheideweg, an dem Alma und Théo stehen, ist einer, der sehr viel Mut und Reife erfordert. Genau deswegen hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit im "Jetzt", im Wiederaufeinandertreffen der beiden, gewünscht. Denn die 8 Tage, die die beiden im Haus von Almas Eltern verbringen, kamen mir irgendwie zu kurz und angedeutet vor. Zudem war für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum beide sich hier überhaupt noch mal treffen. Für mich waren sie zu diesem Zeitpunkt irgendwie schon lange kein Paar mehr. Schön fand ich die wechselnden und fließenden Zeitebenen, allerdings war nicht immer leicht zu erkennen, in welcher man sich gerade befindet. Zumal auch noch wechselnde Perspektiven dazu kamen. Sprachlich ist der Debütroman für mich aber ohne Frage ein kleines Meisterwerk. Die Sprache ist vorsichtig, fast schon fragil. Sie bringt die Bedachtheit und manchmal auch den Übermut mit, den ich mir von der Geschichte selbst noch etwas mehr gewünscht hätte. Denn auch nach dem Zuklappen bleibt eine gewisse Distanz zu Alma und Théo, die ich gern noch besser kennengelernt und verstanden hätte. Trotzdem ein fulminantes Debüt, das keine kitschige Liebesgeschichte erzählt, sondern eine mit Ecken und Kanten, mit Makeln und sehr viel Verletzlichkeit.

»So viel Zeit ihrer Zwanziger hatte sie bisher mit Théo verbracht. Wo fing sie an und wo hörte er auf?«
Sprachlich gelungenes Debüt In Eva Pramschüfers Debütroman „Weisser Sommer“ lernen wir die Beziehung von Alma und Théo kennen. Die beiden sind seit einigen Jahren ein Paar und lieben sich, eigentlich. Allerdings beginnen beide auf ihre Art und Weise die Beziehung zu hinterfragen, ausgehend von der Frage, ob sie wirklich glücklich zusammen sind oder glücklicher getrennt wären. Während sie einen letzten gemeinsamen Sommer zusammen verbringen wollen, um diese Fragen für sich beantworten zu können, lernen wir als Leser:innen die Beziehung der beiden in Rückblenden retrospektiv kennen. Was diesen Roman besonders für mich gemacht hat, war auf jeden Fall die Sprache, in die ich mich direkt auf der ersten Seite verliebt habe. Pramschüfer gelingt es durch ihre präzise Wortwahl und ihr atmosphärisches Schreiben Bilder und Orte im Kopf entstehen zu lassen, sodass ich mich sehr gut in das Setting hineinversetzen konnte und den Sommer beinahe fühlen konnte. Auch konnte ich sehr gut Almas Gedankengänge, Sorgen und Ängste nachvollziehen. Woher soll man denn in einer langjährigen Beziehung auch wissen, ob man glücklicher mit oder ohne den Partner wäre? Und wie soll man sich entscheiden, wenn man sich doch eigentlich liebt und aus rationalen Gründen gut zusammenpasst, aber gleichzeitig immer wieder den Drang hat, wegzulaufen? Eigentlich erfüllte das Buch also alle Voraussetzungen ein Highlight zu werden und doch hat mir etwas gefehlt: der Plot. Natürlich war mir bereits im Vorfeld klar, dass das Buch eher charaktergetrieben sein würde, aber mir hat trotzdem ein bisschen die Geschichte gefehlt. Beziehungsweise mochte ich diese (trotz dem Schreibstil, Setting und den Charakteren, die ich sehr mochte!) irgendwie nicht. Außerdem konnte ich mich durch die ständigen, nicht linearen Zeitsprünge oft nicht in der Geschichte verorten, und musste mich immer wieder neu orientieren. Das hat meinen Lesefluss so gestört, dass ich trotz der Kürze des Romans, ewig dafür gebraucht habe. Leider bin ich auch immer wieder über vereinzelte Rechtschreib- und Grammatikfehler gestolpert, die den Lesefluss zusätzlich gestört haben. Trotz meiner Kritik an diesem Debüt hat mich Eva Pramschüfers Sprache und Schreibstil hier so überzeugt, dass ich immer wieder ein Buch von ihr lesen würde! Ich hoffe, wir werden zukünftig noch mehr von ihr hören und zu lesen bekommen.

Welche Farbe hat die Liebe, wenn Gewissheit schwindet?
In ihrem Debütroman „Weißer Sommer“ erzählt Eva Pramschüfer von Alma und Théo: zwei Individualisten, verbunden durch Liebe, durch Gewohnheit und durch die Frage, ob beides noch trägt. Im Sommerhaus von Almas Eltern kommen sie ein letztes Mal zusammen, um sich ihrer Gefühle füreinander zu vergewissern. Zwischen der Sehnsucht nach Nähe und dem Bedürfnis nach Selbstentfaltung beginnen sie, ihre Beziehung zu vermessen. Erinnerung für Erinnerung. Als ließe sich Nähe berechnen. Als hätte Liebe eine Halbwertszeit. Die eigentliche Auseinandersetzung bleibt dabei weitgehend in der Vergangenheit. In Rückblenden setzt sich die Geschichte von Alma und Théo zusammen: fragmentarisch, kreisend, suchend. Wir erfahren, was sie verbindet und was längst begonnen hat, sie voneinander zu lösen. Pramschüfers Sprache ist von beeindruckender Feinheit. Poetisch, tastend, beinahe zärtlich im Blick auf die Dinge. Szenen entfalten sich wie Gemälde: detailreich und vielschichtig. Und doch bleibt eine gewisse Distanz. Das bewusste Umkreisen statt klarer Zuspitzung und der ruhige Erzählfluss lassen wenig Raum für Dynamik. So entsteht zwar eine eigene, fast filmische Bewegung, aber auch eine spürbare Skizzenhaftigkeit. Gern wäre ich tiefer in die Auseinandersetzung der beiden Figuren eingetaucht, hätte mir gewünscht, dass sich das Beziehungsdrama stärker entfaltet und mich mitreißt, statt über weite Strecken an der Oberfläche zu bleiben. Ich hätte mir mehr Gegenwart gewünscht, mehr unmittelbares Erleben statt überwiegend erinnerter Momente. Einige Szenen sind wundervoll detailreich, verlieren dabei jedoch den Fokus auf den zentralen Konflikt und schwächen so die emotionale Bindung zum Text. So bleibt für mich am Ende ein flüchtiger Eindruck. Sprachlich schön, in seinen Bildern und in seiner Zurückhaltung überzeugend und doch ohne nachhaltige Wirkung. Vielleicht ist genau das die Absicht dieses Textes: nicht festzuhalten, sondern zu streifen; nicht zu überwältigen, sondern offen zu lassen. „Weißer Sommer“ ist ein Roman für Leser:innen, die atmosphärische, szenische Erzählweisen schätzen und sich gern auf eine reduzierte, offene Form des Erzählens einlassen.

WEISSER SOMMER - Eva Pramschüfer - Rowohlt Hundert Augen - ET 17.04.2026 - 272 Seiten Mein Leseeindruck: In ihrem Roman geht Eva Pramschüfer auf Spurensuche. Große Gefühle werden smart und feinsinnig beobachtet, sie wühlt auf und berührt zugleich. Sie lässt den Leser eintauchen in eine Geschichte um die Beziehung von Alma und Théo zwischen Liebe und Kunst, Nähe und Sehnsüchten und lässt viel Platz für Reflexion und Anregung. Horizonterweiternd, leise, intensiv, zweifelnd. Stellt die schmerzhafte Frage, ob das Sein genügt, um gemeinsam glücklich zu sein. Für Fans von Sally Rooney und für laue Sommertage.
Eben lege ich den Debütroman von Eva Pramschüfer aus der Hand. Vier Tage habe ich Alma und Théo begleitet, bin zwischen den Zeilen mit beiden nach Frankreich, München und Berlin gereist. Ich habe ihre Liebe beobachtet, Gefühle verstanden, Erinnerungen geteilt – und allem still beigewohnt. Ich wollte gerne ganz in ihre Geschichte eintauchen, habe aber nur mein Gesicht unter die Wasseroberfläche gehalten. Der Roman ist wunderschön geschrieben: poetisch, literarisch klug, bildhaft – und das hat mir sehr gefallen. Er ist unaufgeregt, leise, manchmal zu leise. Viele Knoten, keiner löst sich ganz. Gern hätte ich mehr Zeit mit Alma und Théo in der Gegenwart verbracht, mehr im Jetzt, mehr im Konflikt. Aber vielleicht ist genau das ein bewusstes Stilmittel: Beziehungen zerbrechen nicht immer laut, sondern oft schleichend – ihre Bruchstellen liegen tief in der Verbindung zweier Menschen. Ich freue mich auf weitere Bücher der Autorin – ein Auftakt, der neugierig macht.
⭐️ Schreibstil: 5/5 ⭐️ Figuren: 5/5 ⭐️ Handlung: 5/5 ⭐️ Spannung: 5/5 ⭐️ Emotionale Wirkung: 5/5 Fazit - 5 ⭐️ Ich habe mich komplett in den bildlichen, poetischen Schreibstil verloren. Manche Sätze musste ich mehrfach lesen, einfach weil sie so schön geschrieben waren und so viel Stimmung transportiert haben. Besonders geliebt habe ich auch, dass man nicht nur Alma und Théo in der Gegenwart begleitet, sondern zwischendurch immer wieder ihre Kennenlerngeschichte erfährt. Dadurch hat sich ihre Beziehung nochmal viel greifbarer angefühlt und mich emotional komplett abgeholt. Dieses Buch fühlt sich an wie Sommermelancholie, Sehnsucht und dieses leise Wissen, dass manche Menschen einen für immer prägen werden. Ein absolutes Highlight, dass mich mit einem Gefühl zurücklässt, dass nur wenige Bücher in mir auslösen. 🌊 🩵
Weisser Sommer, alles andere als ein Sommerbuch.
Auch wenn wir uns im Sommer in Frankreich befinden, hat sich Theos und Almas Sommer so kalt angefühlt stellenweise. Wo fang ich an ? Evas Schreibstil ist anspruchsvoll. Hier ist Aufmerksamkeit gefordert sonst kommt man nicht mit. Ich liebe die Sprache es ist sehr literarisch, an manchen Stellen schön poetisch und an den richtigen Stellen präzise. Ich hatte alles direkt vor Augen: München, Berlin, Paris. Die Story hat mich mehr mitgenommen als erwartet. Am Anfang war ich skeptisch. Mein Gedanke war : Naja, halt ne Love Story. Mit Höhen und Tiefen. Wird mich warsch nicht so doll emotional catchen. PUSTEKUCHEN! Vorallem Theo hat es mir an getan. Es gab Stellen in denen mir Theo so leid tat. Ich hab gespürt wie er leidet. Hatte sogar mitten im Buch Trãnen in den Augen. BERLIN war hart für mich. Ihm dabei zu zusehen, wie er sich verwandelt ...das Telefonat mit Arthur ich könnt grad wieder heulen. Alma hingegen ist für mich ein schwieriger Charakter. Es gab Stellen im Buch, da hab ich sie verstanden, aber unterm Strich ist sie mir hart unsympathisch. Ich hab während dem Buch immer wieder gedacht, was hält die zwei eigentlich zusammen? Dann gabs wieder Momente wo ich es verstanden habe. Liebe Eva, das Ende hat mir weh getan. Ich hab geweint. Was komisch ist den irgendwie hab ich damit gerechnet und doch hat ein kleiner Teil von mir gehofft es kommt anders.
























































