Medusa in Paradise

Medusa in Paradise

Hardback
3.552

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Description

WTF! 20 Frauen stranden auf einer Insel

Nach einem Flugzeugabsturz finden sich 20 Frauen auf einer abgelegenen Insel wieder und fragen sich, ob sie im Paradies oder in der Hölle gelandet sind.

Sophie möchte Yoga machen und eine Menstruationshütte für alle bauen, Aurelia findet, das sei Cultural Appropriation, Bente will Lesbos ausrufen, Else ein Matriarchat errichten, hat aber kein Gegenüber, Noëlla möchte den Kommunismus ausprobieren, Nykki sucht ihr Drogentäschchen, Billie ist gar keine Frau, Evren ist wütend, Cara erscheint eine feministische Göttin, Nadja vermisst ihre Firma, Anne findet das alles nervig und Betty weiß nicht, wovon die anderen überhaupt sprechen, und will einfach nur nach Hause.
Die Welt steckt in einer Krise – die 20 Frauen nach dem Absturz auch. Wie viel Sinn machen ihre Grabenkämpfe und was braucht es, um gemeinsam etwas Neues zu schaffen? Und die vielleicht wichtigste Frage: Werden sie überleben?

1. Auflage mit Farbschnitt!

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
272
Price
25.50 €

Author Description

Laura Melina Berling war im Internet lange als feministische Bloggerin unterwegs. Zudem postete sie unter @ber._.ling, ehemals @littlefeministblog eine Menge ihrer Gedanken auf Instagram. Mittlerweile schreibt sie lieber Bücher und berät zudem hauptberuflich als Sozialpädagogin junge Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Zuletzt erschienen ihr Sachbuch »Modern Heartbreak« (2023) und das Kinderbuch »Kuscheln, Wut und Schabernack« (2025), beide bei Leykam. »Medusa Beach Club« ist ihr erster Roman.

Posts

13
All
3.5

„Medusa in Paradise“ ist laut, unbequem, emotional und voller Diskussionen. Es fordert heraus, bringt einen zum Nachdenken und zeigt, wie komplex Perspektiven sein können. Für mich war es stellenweise anstrengend, stellenweise richtig stark, aber auf jeden Fall ein Buch, das noch lange nachhallt. 📖

Nach einem Absturz wacht Cara auf, ohne Erinnerungen daran, wer sie ist oder wo sie herkommt. Alles, was sie weiß: Sie ist auf einer Insel gestrandet, zusammen mit einer Gruppe Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Jede von ihnen bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Überzeugungen und ihr eigenes Päckchen mit. Und genau dort beginnt das eigentliche Chaos. Während Cara versucht herauszufinden, wer sie ist und wo sie hingehört, prallen auf dieser Insel ständig Meinungen, Erfahrungen und Emotionen aufeinander. Jede kämpft für ihre Sichtweise, jede ist überzeugt davon, im Recht zu sein. Und Cara? Sie steht mittendrin, mit tausend Fragezeichen im Kopf und diesem Gefühl: Bin ich hier fehl am Platz oder überfordert mich einfach alles? Ich sage es ganz ehrlich: Beim Lesen ging es mir teilweise genauso. 😅 Nicht, weil das Buch schlecht geschrieben ist, im Gegenteil. Der Schreibstil ist wirklich stark und die Dialoge zwischen den Frauen sind unglaublich fesselnd. Aber dieses Buch will sehr viel auf einmal. So viele Perspektiven, so viele Konflikte, so viele Emotionen. Man sitzt manchmal da und denkt sich: Moment… habe ich gerade etwas verpasst? Was mich besonders beschäftigt hat, war das ständige Gegeneinander. Viele der Frauen kämpfen eher miteinander als miteinander für etwas. Natürlich treffen hier völlig unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander, jede mit ihrer eigenen Vergangenheit und ihren eigenen Erfahrungen. Trotzdem habe ich mich beim Lesen oft gefragt: Sollten Frauen nicht eigentlich mehr zusammenhalten? Jede Meinung in diesem Buch entsteht aus echten Erfahrungen und oft auch aus Schmerz. Aber anstatt dass daraus ein gemeinsames Verständnis entsteht, prallen diese Perspektiven häufig hart aufeinander. Viel „Du solltest das wissen“, aber wenig „Lass mich dir erklären“. Und genau das macht die Dynamik in der Gruppe so intensiv, aber auch manchmal anstrengend. Beim Lesen hatte ich immer wieder ein Bild im Kopf: Alle halten ein großes Tuch fest und ziehen daran, jeder in eine andere Richtung. Irgendwann reißt das Tuch in der Mitte. Und dann sitzt man da, mit den Stofffetzen in der Hand und fragt sich, ob genau dieses Zerreißen vielleicht die eigentliche Botschaft ist. Die Protagonistin Cara fand ich dabei besonders interessant. Durch ihren Gedächtnisverlust ist für sie alles neu. Sie kennt viele Begriffe nicht, versteht vieles nicht sofort und ist eher eine Beobachterin. Sie redet wenig, hört viel zu und stellt nur ab und zu Fragen. Genau das macht sie für mich unglaublich greifbar. Ich konnte mich tatsächlich ein bisschen in ihr wiederfinden, weil ich selbst auch eher ein Mensch bin, der erstmal beobachtet. Ich brauche Zeit, um zu schauen: Kann ich hier so sein, wie ich wirklich bin? Erst wenn ich mich sicher fühle, öffne ich mich. Und genau diese Zurückhaltung spiegelt Cara für mich sehr gut wider. Spannend fand ich auch den Aspekt mit den Göttinnen. Obwohl Cara sich an fast nichts erinnern kann, scheint dieser Gedanke tief in ihr verankert zu sein. Immer wenn etwas Unerklärliches passiert, wie zum Beispiel das plötzliche Auftauchen der Axt, interpretiert sie es als eine Art Zeichen oder Gabe der Göttin. Diese mystische Ebene fand ich wirklich faszinierend. ✨ Auch der Aufbau des Buches hat mir gut gefallen. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen Beschreibungen des Geschehens und intensiven Dialogen zwischen den Frauen. Dieses Hin und Her macht das Lesen lebendig und sorgt dafür, dass man nicht nur sieht, was passiert, sondern auch direkt versteht, wie jede einzelne Figur darüber denkt Eine Figur, die definitiv heraussticht, ist Nykki. 🔥 Sie ist laut, eigen, manchmal sogar ziemlich absurd, aber genau deshalb bleibt sie im Kopf. Ich fand sie auf eine gewisse Art unglaublich mutig. Sie bleibt sich selbst treu und nimmt die Meinung anderer einfach nicht so ernst. Unter den Umständen auf der Insel sorgt das natürlich für Konflikte, aber genau dadurch wird sie zu einer Figur, die man nicht vergisst. Was mir allerdings wirklich den Kopf zerbrochen hat, war der Tod des Mannes. Er wird zwar erwähnt, man verabschiedet sich, aber niemand stellt wirklich Fragen dazu. Niemand scheint ernsthaft zu überlegen, wie es passiert ist oder ob so etwas auch ihnen passieren könnte. Das hat mich beim Lesen wirklich beschäftigt. Vielleicht habe ich den Sinn dahinter nicht komplett verstanden. Vielleicht geht es weniger um den Mann selbst, sondern eher um das, was er symbolisiert. Alte Strukturen? Kontrolle? Oder darum zu zeigen, was passiert, wenn eine bisherige Ordnung plötzlich wegfällt? Wenn ihr das Buch gelesen habt, würde mich wirklich interessieren, wie ihr das interpretiert habt. 🤔 Leider muss ich auch sagen, dass mich das Ende nicht komplett überzeugen konnte. Gerade der Teil mit der anderen Insel wirkte für mich ein bisschen zu plötzlich und so, als wäre er kurz vor Schluss noch schnell eingefügt worden. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Aspekt mehr Raum bekommt und stärker in die Geschichte eingebunden ist. Trotzdem bleibt dieses Buch definitiv im Kopf. Ich habe nicht jede Figur komplett verstanden. Ich habe nicht jede Perspektive gefühlt. Aber ich habe beim Lesen unglaublich viel nachgedacht und manchmal ist genau das das Ziel eines Buches.

„Medusa in Paradise“ ist laut, unbequem, emotional und voller Diskussionen. Es fordert heraus, bringt einen zum Nachdenken und zeigt, wie komplex Perspektiven sein können. Für mich war es stellenweise anstrengend, stellenweise richtig stark, aber auf jeden Fall ein Buch, das noch lange nachhallt. 📖
3

✈️🏝️🚺🐒☁️

•Rezensionsexemplar• Ich war am Anfang total in Medusa in Paradise drin & richtig gespannt, was da noch alles passiert. Die Idee & der Einstieg haben mich echt neugierig gemacht. Leider bin ich mit dem Schreibstil nicht so richtig warm geworden. Viele Begriffe & Formulierungen waren für mich ziemlich rätselhaft, sodass ich öfter dachte: Hä, was genau soll das jetzt bedeuten? Trotzdem war es keine schlechte Lektüre. Für zwischendurch fand ich das Buch ganz unterhaltsam & an manchen Stellen musste ich auch schmunzeln. Die Botschaft, dass wir alle mehr zusammenhalten & aufeinander eingehen sollten, fand ich auch schön. Vielleicht brauche ich auch noch einen Moment, um das in meinem Kopf zu sortieren. Insgesamt hatte ich mir das Buch aber irgendwie anders vorgestellt. Es war definitiv nicht grottenschlecht, aber auch kein neues Lieblingsbuch für mich. Ich bleibe dann doch lieber bei meinen Fantasy-Büchern.

✈️🏝️🚺🐒☁️
3.5

Provokant, überspitzt und politisch

20 Frauen stranden nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel. Statt sich auf den Überlebenskampf zu konzentrieren, entstehen schnell hitzige Debatten über Genderinklusivität, Sexualität, Rassismus oder Ableismus. Mittendrin Cara, die ihr Gedächtnis verloren hat und versucht, sich zwischen all den Meinungen zurechtzufinden, ohne anzuecken. Das Buch ist eine bewusst überspitzte Satire, die aktuelle Diskussionen rund um Feminismus und Inklusivität aufgreift. Anhand sehr unterschiedlicher Figuren wird gezeigt, wie schwer es sein kann, miteinander ins Gespräch zu kommen, wenn jede ihre feste Meinung hat. Echte Diskussionen bleiben selten, dafür gibt es jede Menge Streit. Cara ist dabei wie ein neutraler Beobachter, der selbst nicht weiß, wer nun „recht“ hat. Eine klassische Handlung darf man hier allerdings nicht erwarten. Der Fokus liegt fast ausschließlich auf den Gesprächen und Auseinandersetzungen. Es wirkt stellenweise eher wie eine fortlaufende Diskussion am Lagerfeuer als wie eine Geschichte mit Spannungsbogen. Auch der Überlebenskampf bleibt eher Nebensache. Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen. Die Idee ist spannend, die Dialoge teilweise sehr treffend, und der knappe, direkte Schreibstil sorgt für ein gutes Lesetempo. Nach dem Klappentext hatte ich mir die Umsetzung etwas extremer gewünscht und auch das Setting der Insel hätte für mich stärker genutzt werden können. *unbezahlte Werbung – Rezensionsexemplar

3.5

Als Geschichte eher mau, aber die Themen echt gut!

Ich hatte zuerst echt Schwierigkeiten, "Medusa in Paradise" zu lesen. Zuviele Namen, Begriffe, Diskussion, ein ständiges gegeneinander. Irgendwann habe ich dann aber das Buch sozusagen als Sachbuch in einen Roman verpackt gelesen und gemerkt, wie viel ich eigentlich daraus lernen kann. Feminismus, Rassismus, diverse weitere -ismen, Streitkultur. Viele Dinge, die angesprochen werden, habe ich noch nie so gesehen oder waren mir bewusst. Dieser Perspektivenwechsel war für mich wichtig, um dieses Buch als gut zu bewerten.

4

Sowas habe ich definitiv noch nicht so gelesen und alleine dafür finde ich das Buch sehr gut. Ich mochte die verschenken Charaktere und auch die Ausgangssituation an sich. Die überspitzten Einstellungen und Dialoge haben mich sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachdenken gebracht. Allerdings muss ich einigen Rezensionen Recht geben, dass auch mir das Ende etwas zu abrupt kam. Es hat mir dennoch viel Spaß gemacht es zu lesen und auch vom Schreibstil sehr angenehm. Und definitiv eine ganz neue Sichtweise auf die feministische Diskussion.

5

Eine gelungene Diskursanalogie!

"Medusa in Paradise" handelt von einem Flugzeugabsturz, durch den 20 Frauen auf einer verlassenen Insel stranden. Hier müssten sie eigentlich ums Überleben kämpfen, doch stattdessen führen sie feministische Grundsatzdiskussionen. Wer ist eine Frau? Gendern wir? Jede politische Ideologie und Generation aus dem aktuellen feministischen Diskurs ist vertreten! Die Geschichte wird aus der Sicht von Cara erzählt, der eine feministische Göttin erscheint. Da Cara ihr Gedächtnis verloren hat, ist sie angesichts der Streitereien sehr verwirrt, hat keine Meinung und versucht verzweifelt, nirgendwo anzuecken und nichts "Falsches" zu sagen oder zu machen. Zwar steht vorne im Buch drin, dass "jede Ähnlichkeit mit real existierenden Personen nicht beabsichtigt und rein zufällig ist", aber ich habe doch ein paar Personen erkannt. Else hat mich ein bisschen an Alice Schwarzer erinnert und Nykki ist eine Version von Ikkimel. Ansonsten haben wir noch eine Kommunistin, eine Trad Wife (die von den anderen nur "Nazibraut" genannt wird), eine Girlboss-Feministin mit eigenem Unternehmen, mehrere Queers und PoCs, die auf Mehrfachdiskriminierungen aufmerksam machen, eine esoterische Feministin, die von "weiblicher Energie" spricht und viele mehr... Da ist wirklich alles dabei! Ein großes Highlight war für mich auch die feministische Gottheit, die verschiedenen Mythologien entlehnt ist! Diese Figuren sind sehr überzeichnet und häufig anstrengend. Mit manchen von ihnen konnte ich mehr relaten als mit anderen. Außerdem habe ich beim Lesen genau gemerkt, wo meine blinden Flecken in der Thematik sind und wo ich mich weiterbilden kann, um in Zukunft sensibler zu sein. Dafür bin ich sehr dankbar. Besonders hilfreich ist, dass ganz hinten im Buch ein Sachbuchverzeichnis ist, das weiterführende Literatur aufführt, auf die sich in den Diskussionen von "Medusa in Paradise" bezogen wird. Trotz der Anstrengung fand ich vieles auch sehr unterhaltsam, eben weil es so überzeichnet ist. Dieses Buch ist eine wunderbare Analogie für aktuelle feministische Diskurse! Es gibt sooo viele Ansätze, die diskutiert werden. Beim Lesen dachte ich mir oft: "Leute ihr habt doch eigentlich Wichtigeres zu tun, als euch gegenseitig zu zerfleischen!". Und genau das ist an diesem Buch so gelungen. Es zeigt Konfliktlinien auf und dass wir uns, anstatt das Patriarchat zu bekämpfen, eher gegenseitig zerfleischen, weil wir unterschiedliche Vorstellungen vom Feminismus haben. Es ist ein Plädoyer, sich zusammenzuraufen, sich auf sachliche, respektvolle Diskurse einzulassen und selbstreflektiert offen für andere Ansichten zu sein. Denn letztendlich sind wir alle aufeinander angewiesen und können voneinander lernen!

4

Ich tue mich schwer, dieses Buch in „gut“ oder „schlecht“ einzuordnen, weil diese Kategorien hier zu simpel wirken. Zu vergleichbar. Und dieser Roman will nicht vergleichbar sein. Zwanzig Frauen stranden nach einem Flugzeugabsturz auf einer Insel. Paradies oder Hölle? Schnell wird klar: Die eigentliche Überlebensfrage ist keine physische, sondern eine politische. Berling entwirft eine radikal überspitzte Parabel auf gegenwärtige feministische Diskurse. Die Figuren sind weniger psychologische Charaktere als diskursive Positionen. Sie stehen für Strömungen, Überzeugungen, Verletzungen, Ideale. Und genau diese Überzeichnung hat mich unfassbar gepackt. Ich lese unglaublich gern Texte, die metaphorisch arbeiten, die zuspitzen, die nicht realistisch „abbilden“, sondern verdichten. Medusa in Paradise ist kein Survivalroman – es ist ein Brennglas. Warum scheint es so schwer, sich auf ein gemeinsames kleines Vielfaches zu einigen? (Und nein, ich bin auch nicht gut in Mathe.) Warum zerreiben sich Bewegungen, die eigentlich ähnliche Ziele verfolgen, in immer feineren Differenzen? Der Roman gibt darauf keine versöhnliche Antwort. Er zeigt stattdessen, wie Sprache trennt, wie politische Identität Schutzraum und Kampfzone zugleich sein kann und wie schnell Solidarität brüchig wird, wenn sie nicht ausgehalten, sondern vorausgesetzt wird. Ich war Fan davon. Wirklich. Aber: eine spürbare Klassenschieflage Der Diskurs, der hier verhandelt wird, ist sehr akademisch. Sehr theorieaffin. Sehr bildungsbürgerlich. Die Konflikte kreisen um Begriffe, Konzepte, Ideologien – Debatten, die stark aus universitären, urbanen Kontexten gespeist sind. Materielle Existenzängste, prekäre Arbeitsrealitäten oder ökonomische Abhängigkeiten treten eher in den Hintergrund. Das erzeugt eine gewisse klassistische Schlagseite. Man kann das als Teil der Satire lesen: als bewusste Zuspitzung einer feministischen Debattenkultur, die sich in Sprachregelungen und ideologischen Feinheiten verliert. Für mich hat diese Ambivalenz das Buch nicht geschwächt, sondern komplexer gemacht. Aber ich verstehe vollkommen, warum manche Leser*innen es als zu abstrakt oder zu elitär empfinden könnten. Der Roman ist keine Abrechnung mit dem Feminismus. Er ist eine radikale Selbstbefragung.

2.5

Hat viele lustige Passagen, blieb aber insgesamt leider sehr hinter meinen Erwartungen zurück 🤷🏼‍♀️

3

Ein Leseerlebnis der anderen Art - leider nicht positiv

Hui, das war ja mal ein Leseerlebnis. Schon beim Prolog, als die Erscheinung der Göttin während des Flugzeugabsturzes angekündigt wurde, hatte ich zum ersten Mal das Bedürfnis, das Buch abzubrechen. Als dieses Erlebnis im ersten Kapitel weiter ausgeschmückt wurde, habe ich schon an Caras geistiger Gesundheit gezweifelt, doch da es unser Buchclub Buch war und ich mir ein positives feministisches Buch erwartet habe, bin ich dran geblieben. Doch leider hat mich in der Geschichte das Gegenteil erwartet. Die Frauen haben sehr unterschiedliche Meinungen dazu, was Feminismus ausmacht und wie sie eine gerechte neue Welt für Frauen auf der Insel aufbauen wollen. Das führt dazu, dass sie einfach nur nervtötende Streitgespräche führen, in denen der Feminismus so übertrieben nervig dargestellt wird, dass selbst ich als Feministin genervt war und dieses Buch eher bei Anti Femist*innen Auf Freude stoßen dürfte. Durch diese Streitgespräche entwickelt sich die Gruppe nicht weiter und sie nutzen auch nicht die Chance, alles voneinander zu lernen und mehr als nur eine Meinung zuzulassen. Zum Schluss wurde es noch mal richtig absurd und mein Verdacht, dass Caras geistige Gesundheit nicht mehr ganz intakt ist, hat sich für mich bestätigt. Schade, das Thema hatte für mich so viel Potenzial, um aufzuzeigen, wie sicher und gemeinschaftlich ein Leben unter Frauen sein könnte, doch die Autorin hat daraus einfach etwas Albernes gestaltet.

5

Theoretischer Anspruch trifft auf soziale Realität - Ein feministisches Gedankenexperiment

Was passiert eigentlich, wenn grundverschiedene Vorstellungen von Feminismus frontal aufeinanderprallen? Dieser spannenden Frage geht Laura Melina Berling in ihrem Roman „Medusa in Paradise“ nach. Die Handlung: Ein feministisches Gedankenexperiment Nach einem Flugzeugabsturz stranden 20 Frauen auf einer einsamen Insel. Fernab der Zivilisation versuchen sie, sich an ihr neues Leben anzupassen. Dabei ist die größte Herausforderung nicht die Natur, sondern ihr Miteinander. Unter den Überlebenden finden sich unterschiedlichste Persönlichkeiten mit radikal gegensätzlichen Weltbildern: von Verfechterinnen des „Neuen Feminismus“ der 60er- und 80er-Jahre über spezialisierte Akademikerinnen, Frauen aus der Arbeiterklasse bis hin zu rechten Ideologien. Theoretischer Anspruch trifft auf soziale Realität Der Roman inszeniert ein hochspannendes Aufeinandertreffen verschiedener Perspektiven und sozialer Schichten. Berling zeigt eindrucksvoll, wie stark Generationenkonflikte und politische Prägungen den feministischen Diskurs einfärben. Dabei treten die Hindernisse schnell zutage: Die Fachsprache und theoretisches Wissen wirken oft eher ausgrenzend als einend und erschaffen Barrieren für diejenigen, die nicht mit ihnen vertraut sind. Soziale Herkunft und individuelle Privilegien beeinflussen massiv, wie die Frauen einander wahrnehmen. Vorurteile und Rassismus engen die Wahrnehmung des Gegenübers ein. Dies führt dazu, dass selbst kleinste Grundsatzdiskussionen die notwendige Zusammenarbeit auf der Insel erheblich erschweren. Trotz der geringen Seitenzahl gelingt es der Autorin, einen Großteil der Bandbreite moderner Strömungen – von queer und intersektional bis hin zu marxistisch – erlebbar zu machen. Dabei schreckt sie auch vor schweren Themen wie Diskriminierung und sexuellem Missbrauch nicht zurück. Humor als Spiegel der Gesellschaft Trotz der inhaltlichen Schwere bietet der Roman immer wieder Momente zum Schmunzeln. Besonders die humorvollen und herrlich überspitzten Anspielungen auf Phänomene wie Tradwifes oder die Manosphere lockern das Geschehen auf. „Medusa in Paradise“ ist eine fantastische Veranschaulichung des aktuellen feministischen Diskurses samt all seiner Reibungspunkte. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle, die sich intensiv mit Feminismus auseinandersetzen, darüber diskutieren oder einfach eine kluge Gesellschaftsanalyse im Gewand eines Robinson-Crusoe-Szenarios lesen möchten.

Theoretischer Anspruch trifft auf soziale Realität - Ein feministisches Gedankenexperiment
5

Hab das Buch heute beendet, mit einem dicken Grinsen im Gesicht. Hatte richtig Spaß beim Lesen. Ein wirklich gelungener Debütroman.

2.5

Ich bin hin und hergerissen… Einerseits war der Schreibstil sehr leicht und flüssig und auch die Diskussionen waren interessant. Andererseits waren ebendiese auf Dauer auch sehr anstrengend. Das Ende passt mir irgendwie so gar nicht und auch nicht das, was mit der anderen Insel da los ist - das wirkte sehr schnell noch reingepresst kurz vor Schluss und irgendwie gar nicht richtig eingeflochten Darüberhinaus wirkt vieles schon sehr gestellt und überspitzt, wovon ich nicht wirklich Fan bin ^^ Hat aber auch irgendwie Spaß gemacht zu lesen…

3.5

Manchmal sehr schwer nachzuvollziehen, wer, was gesagt hat. Sehr spannendes Thema mit gutem Kontext.

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