Ich, die ich Männer nicht kannte
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Description
»Ein wahres Wunder« New York Times
Der internationale Sensationserfolg
Tief unter der Erde werden neununddreißig Frauen gefangen gehalten. Während das elektrische Licht Tag und Nacht verschwimmen lässt, sitzt ein junges Mädchen – die vierzigste Gefangene – allein und ausgestoßen in der Ecke. »Ich, die ich Männer nicht kannte« ist so feministisch wie »Der Report der Magd« und so existentiell wie »Die Wand«: Ein moderner Klassiker, internationaler Verkaufserfolg und BookTok-Hit in neuer deutscher Übersetzung.
In einem unterirdischen Gefängnis sitzen neununddreißig Frauen. Was übertage geschehen ist, wissen sie nicht: Wurde die Welt verlassen, von einem Virus verwüstet? Die Frauen können sich nicht erinnern, wie sie in den Käfig gelangt sind, haben jegliches Zeitgefühl verloren und nur eine vage Ahnung von ihrem alten Leben. Ihre Aufseher, sechs schweigsame Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen und berühren sie nur, um sicherzustellen, dass keine von ihnen versucht, sich das Leben zu nehmen. Eines Tages ertönt ein Alarm, und die Wachen verschwinden; die Tür steht offen. Als erste wagt jene vierzigste Gefangene den ersten Schritt, die nichts als das Gefängnis kannte. Doch anders als erhofft, finden die Frauen draußen nicht die Freiheit, sondern eine Welt, die sie nicht wiedererkennen und in der sie lernen müssen, sich gemeinsam zurechtzufinden.
Book Information
Author Description
Jacqueline Harpman, 1929 in Etterbeek, Belgien, geboren, ist eine der großen Stimmen der französischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihre Familie musste vor den Nationalsozialisten nach Casablanca fliehen und konnte erst nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren. Nach einem Studium der französischen Literatur begann sie eine Ausbildung zur Ärztin, die sie jedoch aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung nicht abschließen konnte, und wandte sich dem Schreiben zu. Im Jahr 1980 machte sie ihren Abschluss als Psychoanalytikerin. Harpman schrieb über 15 Romane und gewann zahlreiche Literaturpreise.
Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Still, düster und unglaublich intensiv, ein Buch, das sich leise in dich einschleicht und lange nachwirkt 🥰🥺🎧
Diese Rezension wird etwas länger, weil dieses Buch es einfach verdient. Und es könnten leichte Spoiler enthalten sein. Ich habe das Hörbuch gehört und ich kann gar nicht anders sagen, als dass es mich komplett abgeholt hat. Ich wusste vorher nicht genau, was mich erwartet, aber dieses Buch hat mich von Anfang an gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Und ich muss direkt sagen, das Hörbuch war ein absolutes Highlight. Die Sprecherin war einfach perfekt für dieses Buch. Wirklich ein Perfect Match. Stimme, Stimmung, Atmosphäre, das hat alles so gut zusammengepasst, dass es das Ganze nochmal intensiver gemacht hat 🎧 Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Protagonistin führt uns selbst durch ihre Welt, durch ihre Gedanken, durch ihr Leben. Und genau das macht am Ende auch so viel Sinn, weil man merkt, dass diese Zeilen für jemanden geschrieben sind. Vierzig Frauen leben in einem unterirdischen Käfig und werden von fremden Männern bewacht, ohne zu wissen warum.Es gibt keine Antworten und genau das zieht sich durch das gesamte Buch. Man ist als Leser genauso ahnungslos wie die Figuren selbst und genau das erzeugt diese unglaublich beklemmende Atmosphäre. Was mich besonders fasziniert hat, ist die Perspektive der Protagonistin. Sie kennt keine Welt außerhalb dieses Kellers. Keine Liebe, keine Beziehungen, keine Männer. Sie kennt nichts von dem, was für uns selbstverständlich ist. Alles, was sie weiß, kennt sie nur aus den Erzählungen der anderen Frauen oder entdeckt es später selbst. Und genau das macht so viele Momente so besonders. Sie erlebt Dinge zum ersten Mal, die für uns völlig normal sind. Ein Spiegel, Seife, ein richtiges Bett. Und plötzlich bekommen genau diese Kleinigkeiten eine ganz andere Bedeutung. Eine Szene, die mich wirklich getroffen hat, ist die mit dem Spiegel 🪞Sie sieht sich selbst zum ersten Mal und sagt: „aber trotzdem empfinde ich eine Art Zärtlichkeit für das Bild im Spiegel, denn das bin ich“ Und ich saß da und dachte mir einfach nur… wow. Weil sie sich nicht bewertet. Weil sie gar nicht weiß, was schön oder nicht schön ist. Sie nimmt sich einfach wahr. Und ich glaube, genau das hat mich so berührt 🥹🥰 Dieses Buch ist für mich unglaublich philosophisch. Es stellt so viele Fragen, ohne sie wirklich zu beantworten. Was bedeutet Menschsein. Was bedeutet Freiheit. Was bleibt von uns, wenn uns alles genommen wird. Ich habe oft gelesen, dass es als feministisch eingeordnet wird. Für mich war es das nicht. Für mich war es viel mehr ein Gedankenexperiment über den Menschen an sich. Über Bedürfnisse, über Einsamkeit und darüber, wie wir versuchen, in einer völlig sinnlosen Welt trotzdem einen Sinn zu finden. Die Geschichte ist ruhig erzählt, fast schon leise. Es passiert nicht viel und trotzdem konnte ich nicht aufhören weiterzuhören. Diese Spannung ist nicht laut, sondern zieht sich ganz unterschwellig durch das ganze Buch. Und irgendwann kippt es. Sie hört auf zu suchen. Und fängt an zu rufen. Und ich saß da und es hat einfach wehgetan. Diese Ausweglosigkeit. Diese Einsamkeit. Dieses Wissen, dass da vielleicht niemand ist 🥺 Und trotzdem schreibt sie weiter.In der Hoffnung, dass vielleicht irgendwann jemand ihre Worte liest. Dieser Gedanke… der hat mich komplett getroffen 😭 Das Ende hat mich emotional wirklich mitgenommen. Es ist kein klassisches Happy End, aber es passt. Es ist ruhig, traurig und gleichzeitig irgendwie stimmig. Und dieser letzte Satz sitzt einfach. Für mich ist das kein Buch, das man liest und dann wieder vergisst. Es ist eines, das bleibt. Das einen beschäftigt. Und das man nicht einfach so abschütteln kann.

„In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt.“
Ein Buch über Freundschaft, Zusammenhalt, Empathie und Hoffnung. Ich habe das Buch so sehr gemocht. Ein ganz leiser Roman ohne Schnick Schnack, aber so ausdrucksvoll und intensiv zu lesen. Es war auch mein erstes Buch, das in keine Kapitel unterteilt war. Das hat aber das Lesevergnügen nicht getrübt. Das Buch ist so gefühlvoll und voller Hoffnung geschrieben das man nicht aufhören konnte zu lesen. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Das Ende war einfach ein Stich ins Herz
✨Rezensionsexemplar✨ Das war ein sehr philosophisches und melancholisches Buch. Es hat mich ratlos und fast schon traurig und deprimiert zurück gelassen. ✨Zitate „Seit ich nicht mehr nach draußen gehe, verbringe ich viel Zeit damit, in einem der Sessel zu sitzen und die Bücher noch einmal zu lesen.“ „Die wenigen Geschichten, die die Frauen mir aus ihrem früheren Leben erzählt haben, enthielten Ereignisse, Kommen und Gehen, Männer. Für mich hingegen ist eine Erinnerung nichts als das Gefühl, an einem bestimmten Ort zu existieren, zusammen mit denselben Personen, und die immergleichen Dinge zu tun, nämlich essen, seine Notdurft verrichten und schlafen.“ „Bis dahin hatte es nichts gegeben außer der ewigen Wiederholung des Immergleichen, die Zeit schien stillzustehen, nur verschwommen nahm ich wahr, dass sie verging und ich älter wurde. Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut.“ „…, sie nehmen keine Rücksicht auf die Frauen, machen ihnen ein Kind, und dann sagen sie: „Woher soll ich denn wissen, dass es von mir ist?“, und hauen ab.“ „Wir waren frei. In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt.“ „Wann wurde uns klar, dass wir keine Zukunft hatten?“ „Nicht der Körper gibt auf, sondern die Seele.“ ✨Inhalt 39 Frauen und ein Mädchen (zumindest zunächst) leben in einem Bunker unter der Erde. Sie wissen nicht, warum sie dort sind und das Mädchen ist in Gefangenschaft aufgewachsen, kennt also gar nichts von der Welt draußen. 3 Wächter bewachen und versorgen die Frauen, bis eines Tages der Alarm losgeht… ✨Meinung Wir lesen aus der Perspektive des jungen Mädchens, die im Verlauf der Geschichte erwachsen wird. Das ganze Buch ist ein langes Zitat, denn es ist wirklich wunderschön geschrieben. Es ist keine Geschichte für zwischendurch, auch wenn man leicht folgen kann. Gegen Ende wurde mir richtig schwer ums Herz. Ich hätte mir noch gewünscht, dass man ein paar Erklärungen bekommt für das „Warum“. Warum haben sich die Frauen in dieser Situation wiedergefunden? Aber es ist wohl beabsichtigt, dass man sich selbst den Kopf zerbricht und die Geschichte mietfrei im eigenen Kopf weiterlebt. Das Ende hat mich tief berührt und mich traurig gemacht. Leider kann ich Euch nicht so viel vom Mittelteil erzählen, weil Ihr selbst rausfinden müsst, was nach dem Alarm geschieht. ✨Fazit Ich denke schon, dass sich die Lektüre lohnt. In jedem Fall wird mir dieses Buch zukünftig weiterhin im Kopf umhergehen, einfach weil es sehr ungewöhnlich ist. Es wird nicht jeden Geschmack treffen, aber das muss es auch nicht. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️

"Ich bin eine alte Frau. Aber es macht mir noch immer Freude dieses Gesicht zu betrachten, von dem ich nicht weiß ob ...
es schön oder hässlich ist?! Aber es ist das einzige menschliche Gesicht, was ich je zu sehen bekommen habe" ★★★★★ Ein absolutes dystopisches Highlight war dieses Buch für mich. 🌑 Durch die teils krass kontroversen Meinungen war ich zunächst skeptisch, aber es hat mich komplett umgehauen. Die Geschichte dreht sich um eine Ich-Erzählerin, die gemeinsam mit 39 anderen Frauen seit Jahren in einem unterirdischen Gefängnis lebt. Sie ist die Jüngste und kann sich – anders als die anderen – nicht an ein Leben davor erinnern. Ihre gesamte Realität besteht nur aus diesem Gefängnis, seinen Routinen und den Erzählungen der anderen. 🕳️ Gerade hier setzt für mich ein unglaublich spannender psychologischer Aspekt ein. Um glücklich bzw. stabil zu bleiben, brauchen wir Menschen grundlegende Bedürfnisse wie Bindung/Zugehörigkeit, Kontrolle/Orientierung, Selbstwert und Lustgewinn/Unlustvermeidung. Dieses Buch stellt auf eindringliche Weise die Frage: Was passiert mit uns, wenn uns all das genommen wird? 🧠 Die Frauen wissen nicht, warum sie gefangen gehalten werden. Auch als Leserin tappt man völlig im Dunkeln und teilt dieses Gefühl der Sinnlosigkeit und Orientierungslosigkeit. Genau das macht die Atmosphäre so intensiv und beklemmend. 🌫️ Es passiert eigentlich nicht viel – und trotzdem entwickelt das Buch einen unglaublichen Sog. Ich konnte es fast nicht aus der Hand legen. 📖 Gerade weil ich nie vorhersehen konnte, wie sich die Geschichte entwickelt, blieb es durchgehend spannend. Teilweise war es sogar richtig unheimlich, wenn ich begonnen habe, eigene Theorien zu entwickeln. 😶🌫️ Die Bilder, die dabei im Kopf entstehen, sind stellenweise wirklich verstörend. Dabei ist es kein klassisches dystopisches Abenteuer. Vielmehr ist es eine ruhige, fast schon nüchterne, aber tiefgehende Auseinandersetzung mit Isolation, Hoffnung und dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn, Zugehörigkeit und Verständnis. 🌒 Der Roman bewegt sich zwischen kurzen Momenten von Hoffnung und langen Phasen der Verzweiflung. Im Kern bleibt eine große, unbequeme Frage. Wie findet man Bedeutung in einer Welt, die man nie wirklich verstehen kann und die einen völlig bedeutungslos erscheint? ❓ Spannend, bedrückend und absolut einmalig. 🖤

Ein Buch, das sachlich erzählt & intensiv zugleich ist.
"Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Harpman, ist ein Roman, der sich recht sachlich lesen lässt und doch emotional aufwühlt. Die Geschichte von den vierzig Frauen, erzählt von der Jüngsten unter ihnen, ist bewegend, wirft Fragen auf und zeichnet einen Ansatz zum Weiterdenken. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive der vierzigsten und zugleich jüngsten Frau erzählt, der Frau, die anfängt Fragen zu stellen, die sich nicht erinnert, ob sie einen Namen hatte, für die die Gefangenschaft als Kind begann und die aus ihrer zunächst beobachtenden Rolle ausbricht. Dabei ist unsere Erzählerin stets sachlich, weiß sie doch scheinbar nicht so richtig, was Emotionen sind, kennt Themen wie Scham und Männer nicht, auch wenn sie die Wärter regelmäßig beobachtet. Wo sie zu Beginn Ausschluss erfährt, ist es sie, die in einigen Dingen zur treibenden Kraft wird. Sie versucht noch innerhalb des Gefängnisses die Dinge zu begreifen. Eines Tages geschieht dann das unerwartete: Die Tür ihres Gefängnis steht offen, die sechs schweigenden Wärter sind verschwunden. Ab da beginnt die Geschichte eine andere Richtung anzunehmen. Die zuvor von den Wärtern, die nur ihre Peitschen sprechen ließen, gemaßregelten und verunsicherten Frauen, beginnen sich aus ihrem Gefängnis herauszuwagen und scheinen bereit sich der Welt entgegenzustellen und herauszufinden, was mit den anderen Menschen passiert ist. Den während ihrer Gefangenschaft gab es keinerlei Informationen über weitere Menschen und deren Verbleib, nicht einmal über den Planeten und was darauf passiert sein muss, dass sie in eine solch misslich Lage geraten sind. War all das zu ihrem Schutz? Oder hatte es ganz andere Gründe? Woher kam das Licht im Gefängnis, woher die Wärter, woher das Schweigen? Das Buch ist intensiv, weil es Fragen aufwirft. Von Seite zu Seite gibt es mehr Anlass dazu, darüber nachzudenken, was passiert sein muss, dass sich eine solche Welt abzeichnet. Als Lesende begleitet man die vierzig Frauen auf ihrem Weg, lernt viele von ihnen namentlich kennen, auch wenn man nur wenig Bezug herstellen kann. Doch auch das passt, denn die Erzählerin scheint selbst wenig emotionale Beziehungen aufzubauen. Sie ist keine klassische Sympathieträgerin und doch ein kleiner Hoffnungsschimmer in dieser Welt, getrieben von ihren eigenen Fragen und einer gewissen äußerst menschlichen Neugierde. Das Buch behandelt die Frage nach Freiheit und Gefangenschaft, nach Menschlichkeit und Gemeinschaft. So scheint es, als würden sich die Frauen auf Dauer in ihrer neuen Freiheit gefangener fühlen als in der eigentlich vorausgegangenen Gefangenschaft. Paradox und doch spürbar. Etwas ungewohnt für mich waren die sehr langen Kapitel, wenn man sie als solche bezeichnen möchte. Eigentlich schienen diese eher die verschiedenen Lebensabschnitte der Protagonistin zu markieren. Das Buch lässt Fragen zurück. Ein kleiner Fakt am Rande: das Buch wird von derselben Sprecherin gelesen wie "Der Report der Magd". Das ist mir aufgefallen, als ich zwischendurch in das Hörbuch reingehört habe. Zwar sind beide Geschichten doch sehr unterschiedlich, dennoch finde ich diese Sprecherinnenwahl passend. Meinerseits gibt es eine klare Empfehlung für dieses Buch. Es ist intensiv, nachdenklich und wird zumindest bei mir noch lange nachwirken.

✧ 𝐙𝐢𝐭𝐚𝐭𝐞: „Meine Erinnerungen begannen mit meiner Wut.“ "Wir hatten das Gefängnis überlebt, die Ebene, den Verlust aller Hoffnung, und nun stellten die Frauen fest, dass überleben nichts anderes bedeutete, als den Zeitpunkt des Todes immer weiter hinauszuzögern." ✧ 𝐌𝐞𝐢𝐧 𝐋𝐞𝐬𝐞𝐞𝐢𝐧𝐝𝐫𝐮𝐜𝐤: Ich sollte mir vielleicht doch hin und wieder die Klappentexte vorher durchlesen, denn ich habe von diesem Buch etwas völlig anderes erwartet. Der Titel und die Rezensionen hier haben mein Interesse geweckt, und so habe ich heute spontan dieses Hörbuch gestartet, und es auch gestern beendet. Wow. Was für eine Geschichte… Die namenlose Erzählerin, die nie ein „Davor“ hatte, wird trotz ihrer eigenen Unwissenheit zum Anker der anderen 39 Frauen, die ein gemeinsames Schicksal teilen. Die Protagonistin hat eine Eigenschaft, die den anderen Frauen fehlt. Sie betrachtet die Dinge ganz sachlich, da sie im Gegensatz zu den anderen nichts hat, was sie vermissen könnte. Gleichzeitig ist sie neugierig und will so viel wie möglich lernen, egal ob es ihr etwas nützt oder nicht. Der Roman ist ruhig und doch düster. Hier gibt es keine künstliche Dramatik. Nur eine Frau, die versucht, sich selbst zu begreifen, während alles um sie herum schweigt. Gleichzeitig hat er mich vieles überdenken lassen: über das Leben, das ich führen darf und über die Freiheit, die man erst erkennt, wenn man sie gespiegelt bekommt durch jemanden, der sie nie hatte. Ein kleiner Kritikpunkt von mir: Ein paar Wiederholungen hätten nicht sein müssen. Sie bremsen den Rhythmus leicht, ohne wirklich etwas Neues zu erzählen. Aber selbst das passt irgendwie zu dieser monotonen und leeren Welt, in der die Frauen gefangen sind. Ich hätte mir ein Happy End gewünscht. Aber das war wahrscheinlich gar nicht das Ziel der Geschichte. Das Buch wird mir jedenfalls noch lange im Kopf bleiben und mich vieles in ganz neuem Licht betrachten lassen. Ein ganz großes Kompliment auch an die Sprecherin. Das Buch war großartig gelesen und sowohl Stimme als auch Tempo passten hier einfach perfekt. Große Empfehlung! 🖤

Ich, der dieses Buch nicht vergessen wird
“Ich, die ich Männer nicht kannte” ist für mich definitiv eines meiner absoluten Highlight-Bücher. Ein Buch, das nicht erklären will, sondern komplett von den Beobachtungen der Erzählerin lebt. Gerade diese ruhige, distanzierte Art macht die Atmosphäre so intensiv und beklemmend. Besonders erinnert hat es mich an “Die Wand”. Wer also “Ich, die ich Männer nicht kannte” mochte, dem kann ich auch Marlen Haushofers Werk sehr empfehlen.

Eine Geschichte über das Menschsein.
Ich glaube, das wird eine meiner wahrscheinlich kürzesten Rezensionen, weil ich das Gefühl habe, dass man über dieses Buch kaum etwas sagen kann, ohne etwas vorwegzunehmen. Und gleichzeitig gibt es irgendwie auch gar nichts, das man wirklich spoilern könnte. Ich war auf jeden Fall froh, dass ich vorher kaum wusste, was mich erwartet. Das Einzige, was für mich wichtig zu wissen war: Es ist eine dystopische Erzählung über die Frage, was Menschsein eigentlich bedeutet. Wir lesen aus der Perspektive einer Frau, die uns ihre Geschichte erzählt und mehr möchte ich eigentlich gar nicht sagen. Das Buch war unglaublich fesselnd, spannend, ernüchternd, philosophisch, mitreißend, bedrückend, schön und gleichzeitig so nüchtern erzählt. Genau diese sachliche Art macht vieles noch intensiver. Man muss sich definitiv darauf einlassen können und sollte nicht mit der Erwartung hineingehen, am Ende Antworten auf Fragen zu bekommen. Aber genau das macht diese Geschichte für mich so bemerkenswert. Dieses Buch hallt noch lange nach. Ganz, ganz große Leseempfehlung.

„Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut.“
Es begann, wie es endete und es endete, wie es begann. Dieses Werk hallt nach. Die Protagonistin, der Vera Teltz ihre Stimme verleiht, und mich verbinden auch im Nachhall Fragen, Gedanken und Ungewissheiten, deren Beantwortung ich wahrscheinlich nie Herrin werde. Einer meiner ersten Gedankenstränge war das Schaffen von etwas in einer Welt, die kein Schaffen zulässt. Das Erangen von Macht in einem Raum der Machtlosigkeit. Das Suchen von Auswegen in einem Labyrinth ohne Türen. Die Erschaffung der Unvorhersehbarkeit in einer Sphäre der Eintönigkeit. Der Vergleich zu Margret Atwoods „Der Report der Magd“ kam auch bei mir auf und doch unterscheidet sich das Werk von Jacqueline Harpman am Ende von diesem und stellt ganz für sich eine besondere Erfahrung dar. Die Sprecherinnenleistung von Vera Teltz ließ mich die Inhalte noch intensiver fühlen. Durch ihre Stimme ließ Teltz die Protagonistin vor meinen Augen lebendig werden, als würde sie selbst die Geschichte erzählen. Das zu Erzählende harmoniert mit der Stimmfarbe von Teltz in einem besonderen Maß. Die Sprecherin findet den richtigen Ton mit einer Intonation, die bewegt und Emotionen transportiert. Dem Sprechtempo konnte ich gut folgen, auch wenn die Inhalte mich immer wieder inne halten ließen. Die Sprache von Jacqueline Harpman ist zugänglich, dabei gewaltig in ihrer Aussagekraft. Ich brauchte Pausen, um das Gehörte zu verarbeiten und Wiederholungen, um es anteilig in Gänze zu erfassen. Auf diesem Pfad bewege ich mich weiterhin. Das beklemmende und bedrückende, dystopische Setting der Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit wurde für mich durch die Sprecherin fühlbar. Für mich ist das Hörbuch als besonders wertvoll anzusehen. Denn Teltz schafft es in dieser Trostlosigkeit, die Momente des Hoffens, der Gemeinschaft und des Glücks so zu lesen, dass ich das Lächeln auf ihren Lippen in meinen Ohren hören kann. Ich bin mir sicher, dass das Gehörte noch länger nachhallen wird und ich die Gedanken der Protagonistin in meinem Kopf mitnehmen werde. Mich beschleicht das Gefühl, dieses Werk noch nicht durchdrungen zu haben. Dieses (Hör-)buch erfordert Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich auf die Inhalte einzulassen. Ich glaube, dass es eine besondere Wirkung mit sich bringen kann, wenn man den Inhalten offen begegnet und bereit ist, die existentiellen Fragen in seinem Kopf wirken zu lassen. Ein I-Tüpfelchen wäre für mich das gemeinsame Hören gewesen, um den Inhalten einen Raum des Austauschs und der Diskussion zu bieten. Ich bedanke mich von Herzen bei Sage Egmont und NetGalleyDe für die Bereitstellung des Hörbuchs, dass ich in kurzer Zeit in mich eingesogen habe.

Mich konnte das Buch leider nicht so ganz abholen. Das es aus dem Jahr 1995 ist, merkt man leider oft durch Formulierungen und Klischees, die nicht mehr zeitgemäß sind. Natürlich muss man „Klassiker“ anders betrachten diesbezüglich, aber ich finde es trotzdem erwähnenswert. Ansonsten lies mich die Gesichte eher unbefriedigt zurück, was sehr schade ist. Die Atmosphäre ist intensiv, der Schreibstiel toll und es gibt viele interessante Denkanstöße. Ich finde aber das die Autrion es sich hier sehr leicht gemacht hat. Einfach so viel wie möglich offen halten, interpretieren viele als tolles Stielmittel, ich finde es faul….da wurde sich einfach die immense Arbeit dazu gespart, daher konnte mich das Werk und die Autorin nicht überzeugen.
Diese beklemmende Dystopie, die bereits 1995 erschien und jetzt nochmal neu übersetzt wurde, entführt einen in eine geheimnisvolle Welt, in der mehrere Frauen (39 Frauen/1 Kind) in einem unterirdischen Käfig gefangen gehalten und von Männern bewacht werden, die jegliche Kommunikation verweigern. Der Grund ihrer Gefangenschaft, die Umstände, die dazu führten, und die Dauer ihres Aufenthalts bleiben im Dunkeln. Die fesselnde Erzählung zog mich in ihren Bann, erforderte jedoch aufgrund ihrer Intensität längere Leseabschnitte und Pausen zum Nachdenken. "Ich, die ich Männer nicht kannte" erzeugt eine bedrückende Atmosphäre in einer mysteriösen Welt, in der die Ungewissheit über das Kommende und der Sinn des Ganzen allgegenwärtig sind.
In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt 🪞
Verstörend, düster, sonderbar und zutiefst dystopisch – ich bleibe mit vielen Fragen zurück. Gleichzeitig ist das Buch fesselnd, dramatisch und beinahe psychoanalytisch, mit einer enormen Sogwirkung. Es hat definitiv etwas mit mir gemacht. Vierzig Frauen sind in einem unterirdischen Gefängnis eingesperrt: keine Privatsphäre, keine Kommunikation mit den Aufsehern, rationiertes Essen und ein künstlich gesteuerter Tag-Nacht-Rhythmus. Niemand weiß, warum sie dort sind oder was passiert ist. Die meisten erinnern sich noch an ihr früheres Leben – nur die namenlose Protagonistin nicht. Sie war noch ein kleines Kind, als sie in den Keller kam, und kennt nichts anderes als dieses Dasein. Eines Tages ertönt ein Alarm. Die Aufseher verschwinden spurlos. Die Frauen wagen sich nach oben – und schließlich hinaus. Doch schnell wird klar: Sie sind allein. Antworten auf ihre Fragen bleiben aus. Zwar stoßen sie auf weitere Bunkersysteme, doch niemals auf andere Überlebende. Ich habe eine Dystopie erwartet und genau das bekommen – aber auch weit mehr. Das Buch stellt existenzielle Fragen: Was bedeutet es, Mensch zu sein? Was und wen braucht man zum Leben? Und wie lebt man weiter, wenn Sinn und Hoffnung fehlen und Einsamkeit herrscht? Ein solches Buch habe ich bisher noch nicht gelesen. Es wird mich definitiv noch lange nach dem Zuklappen beschäftigen. Triggerwarnung: Man sollte mental stabil sein – die Geschichte kann einen durchaus runterziehen.

Super düster, unbehaglich und zum Nachdenken anregend
Vierzig Frauen werden in einem fensterlosen Bunker in völliger Isolation festgehalten. Es gibt keinen Himmel, keine Jahreszeiten und keine Vergangenheit. Die jüngste unter ihnen - die namenlose Protagonistin - kennt nichts außer diese Betonmauern. Doch plötzlich ergibt sich die Möglichkeit zur Flucht und die Frauen können in eine Freiheit treten, die ebenso rätselhaft wie gnadenlos ist. In einer weiten, menschenleeren Landschaft suchen sie nach der quälenden Frage des „Warum?“ Diese Frage bleibt in der düsteren Geschichte auch für den Leser bis zur letzten Seite offen. Wichtig ist hier die Einordnung. Es handelt sich - meines Ansicht nach - keinesfalls um ein feministisch angelegtes Werk. Der Originaltitel im französischen (Hommes) kann sich sowohl auf das deutsche Wort „Männer“ oder eben „die Menschheit“ beziehen. Wobei die zweite Bedeutung hier sinniger ist. Gewiss kann dem Buch ein feministischer Anspruch beigemessen werden, beispielsweise beim Aufbau einer neuen Geselchaft. Zentraler finde ich trotzdem die Frage nach dem Mensch-Sein und dem Sinn des Seins: Wozu lohnt es sich zu leben? Gibt es einen größeren Zweck am Ende dieser „Suche“, wonach suchen wir überhaupt? Was bedeutet Freiheit? Was bedeuten Gesellschaft und ihre Regeln? Das alles sind Fragen, die ich nach der Lektüre mitnehme, die nicht beantwortet werden (können) und ein unbefriedigendes Gefühl stehen lassen. Ein klare Leseempfehlung - insbesondere für alle, die Dystopien schätzen und sich mit solchen philosophischen Fragen auseinandersetzen möchten.
Man kann das Buch nicht weglegen, obwohl nichts spannendes passiert 🌎🏜️💭
Dieses Buch hat mich auf eine ganz besondere Art gefesselt. Es lebt nicht von großen Wendungen, sondern von seiner bedrückenden Atmosphäre und den vielen Fragen, die einen beim Lesen begleiten. Gerade dieses Ungewisse und die Suche nach Identität und Menschlichkeit haben es für mich so spannend gemacht. Ein ungewöhnlicher, stiller dystopischer Roman, der noch lange im Kopf bleibt.

40 Frauen gefangen in einem Keller - sie wissen nicht warum, oder ob es jemals ein Entkommen geben wird, sie wissen nur, dass sie mit dem Nötigsten am Leben erhalten werden. Eine spannende Geschichte mit bedrückender Atmosphäre und dystopischem Setting. Es geht um Macht, Emanzipation und Selbstfindung - eine außergewöhnliche Story, die viele Fragen offen lässt!

Ein beklemmendes Meisterwerk der Zukunftsliteratur?
Meine Kurzfassung: eine der besten Dystopien, die ich je gelesen habe. Etwas ausführlicher: Tief unter der Erde sind 40 Frauen in einem Käfig eingesperrt. Sie werden rund um die Uhr überwacht, ihre Lebensmittel werden streng rationiert. Privatsphäre existiert nicht – selbst die intimsten Bedürfnisse müssen sie vor allen verrichten. Es gibt Matratzen, etwas Seife, ein paar Lumpen als Kleidung. Mehr nicht. In dieser Umgebung wächst das Mädchen auf, das als Ich‑Erzählerin durch die Geschichte führt. Wer ihre Eltern sind, weiß sie nicht. Die Frauen wissen weder, wie sie hierhergekommen sind, noch warum. Manche können sich kaum noch an ihr früheres Leben erinnern. Doch dann passiert etwas Unerwartetes: Ein Alarm wird ausgelöst – und durch einen Zufall gelingt den Frauen die Flucht. Was danach geschieht, sollte man unbedingt selbst lesen. Diese Dystopie besticht durch eine düstere, bedrückende Atmosphäre, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Entwicklung der Geschichte ist packend, klug und voller Denkanstöße, die ich am liebsten jedem in meinem Umfeld erzählen würde. Das Ende ist stimmig, überraschend und bleibt lange im Kopf. Ein Buch, das ich definitiv mehrmals lesen werde – ich bin sicher, dass sich darin noch viel entdecken lässt. Ein echtes Lesehighlight.
Flucht aus einem Gefängnis ins nächste Gefägnis
Dieses Buch wird oft in einem Atemzug mit "Report der Magd" genannt, doch meiner Meinung nach hinkt dieser Vergleich an sehr sehr vielen Stellen. Die namenlose Protagonistin lebt mit 40 weiteren Frauen in einem unterirdischen Käfig und keine kann sich erinnern, warum und wieso und wie lange sie dort bereits gefangen gehalten werden. An einem Tag passiert etwas Unterwartetes und alle Frauen können gemeinsam fliehen - doch bedeutet Freiheit wirklich ein freies Leben? Die Autorin wurde mit sehr jungen Jahren in ein KZ deportiert und hatte dann Jahre nach der Befreiung Psychoanalytik studiert und genau hierauf liegt auch der Fokus. Wie wirkt sich soziale Isolation auf die menschliche Psyche aus und wie entwickelt sich eine Gesellschaft ? Allerdings sollte der Leser darauf gefasst sein, keine Antworten auf die Entstehung der dystopischen Atmosphäre zu erhalten und auch kein ausführliches Worldbuilding - hier zählt einzig und allein das Gefühlsleben der Protagonistin.
Still, düster, beklemmend und zugleich hoffnungsvoll?
In dem Buch geht es um 40 Frauen die in einem Käfig in einem Keller untergebracht sind. Unsere Hauptprotagonistin kam schon als Kind dazu. Sie kann sich an kein anderes Leben vorher erinnern. Sie kennt nur das Leben in diesem Käfig. Eines Tages ertönt ein Alarm, der Alles verändert. Die Frauen können fliehen und so beginnt die Reise. Das Buch ist aus Sicht der "Kleinen" flüssig geschrieben. Ich fand das Buch durchweg spannend und interessant. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Grundsätzlich passiert nicht viel und doch ist es so intensiv, so stark und hat mich sehr bewegt. *Achtung Spoiler * Was macht einen Menschen aus ? Was passiert noch? Es werden so so viele Fragen gestellt und man wird ohne Antwort zurück gelassen. *Spoiler fertig * Eine beklemmende, philosophische Geschichte über das Mensch sein und die Sinnhaftigkeit. Ein Buch, welches einem noch lange im Gedächtnis bleibt und worüber man nachdenkt. Dennoch denke ich, dass das Buch nicht für die breite Masse passt. Einige Menschen könnten etwas Anderes erwarten und enttäuscht sein. Wenn ihr gerne über tiefere Themen nachdenken möchtet, kann ich euch das Buch auf jeden Fall empfehlen.
Was für ein intensiver Ritt. Die Autorin erschafft eine düstere, beklemmende Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann. Der nüchterne, fast distanzierte Erzählstil verstärkt dabei die Wirkung und entwickelt eine erstaunliche Sogkraft. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Eine Geschichte, die nachhallt, zum Nachdenken anregt und bewusst viele Fragen offenlässt – ganz so, wie das echte Leben.
„Ich war die auserwählte Gefährtin, die den Knoten unseres unbegreiflichen Schicksals lösen konnte [..]” ⚠️🥫
“.. Ich war ihnen näher als die Männer, die sie einst geliebt und längst vergessen hatten, die in den Kellern oder unter einem anderen Himmel gestorben waren, näher als die weinenden Geliebten, die vor der Tür warteten, bis ich wieder herauskam.“ Danke an #NetGalley und den KlettCotta-Verlag für das Rezensionsexemplar! 📖 Am Anfang konnte ich mir gar nichts über dieses Buch denken, wusste nicht, was mich erwarten wird. Mit jeder Seite wurde ich weiter verwirrt: „Was genau stellt dieses Buch dar?“ waren meine Gedanken. Ich mochte es sehr, dass man mit der Protagonistin Seite für Seite mehr entdeckt hat. Das Buch hinterlässt echt einen schlechten Beigeschmack, es ist echt gut geschrieben, aber halt auch sehr fragwürdig. Die Charaktere sind zur Geschichte passend geschrieben, man versteht warum sie wie agieren. “Ein Mensch muss sprechen, sonst hört er auf ein Mensch zu sein.“ Ich kann nicht viel zu dem Buch sagen, weil ich finde, das keine Worte ihm gerecht werden. Ab der Hälfte wurde es dann sehr intensiv. ❤️🩹 Es ist wirklich sehr krass, wie aus Nichts so viel werden kann. Aus Not heraus. Es ist sehr interessant und auch furchterregend zu lesen, wie die Protagonistin immer mehr lernt, im Laufe der Jahre, über Dinge die für uns selbstverständlich sind. Es zeigt auch den Zusammenhalt der Frauen sehr. Das Buch ist leider wirklich so krass, es hat mich etwas in ein moralisches Dilemma geworfen. „Wir waren frei. In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt.“ Der Schreibstil ist wundervoll eingprägsam, beschreibend und passend. Ich habe bis jetzt nichts Vergleichliches gelesen, weshalb mir die Bewertung etwas schwer viel. 🙃 Während der Progression des Buches konnte ich mir leider keinen Hinweis darauf bilden, was genau passiert ist, warum das Leben der “Kleinen” im Buch so ist.. Es gibt so viele Theorien. Minimale Spoilerwarnung ⚠️ — Leider wird diese Frage auch nicht wirklich beantwortet. Es wurde von Seite zu Seite immer intensiver, vorallem die letzten 50 Seiten. Das, was die Protagonistin alles durchmacht und wie sich ihr Leben gestaltet, kann man sich als “normal lebender Mensch” gar nicht vorstellen. Das Ende habe ich nicht ganz verstanden, es kam ein bisschen plötzlich. Es gibt auch ein paar offene Plots, was die Autorin wahrscheinlich absichtlich gemacht hat, damit die Leser*innen Interpretationsfreiheit haben. Die Stelle über ihr Aussehen war super schön zu lesen, gerade als Person, die sich nicht so sieht. Wirklich schön. Im direkten Vergleich zu einer früheren Stelle im Buch: „Ich hätte mich auch mit Buckel oder Hinkebein gemocht, aber um von anderen geliebt zu werden, musste man schön sein.“ 🥹 Eine Geschichte über den weiblichen Zusammenhalt, die bittere Realität des Lebens, Alterns & Sterbens. ❤️🩹
![„Ich war die auserwählte Gefährtin, die den Knoten unseres unbegreiflichen Schicksals lösen konnte [..]” ⚠️🥫](https://social-cdn.read-o.com/images/1776201308765-33.jpg)
Ein Buch, das wirklich unter die Haut geht. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. So sehr hat es mich hineingezogen. Ohne viel zu spoilern: 40 Frauen sind in einem Käfig gefangen, dann sind die Wächter plötzlich verschwunden. Die Frauen wissen nicht, warum sie dort eingesperrt sind, und eine von ihnen, die Erzählerin, kennt keine Welt vor der Gefangenschaft. Diese Ausgangssituation entfaltet eine beklemmende, fast schon zerstörerische Dystopie. Der Roman fühlt sich weniger wie eine klassische Geschichte an, sondern eher wie ein Gedankenexperiment. Die Erzählweise ist nüchtern und klar, fast distanziert, und genau das macht sie so intensiv. Trotz dieser Sachlichkeit entsteht eine enorme Spannung, die einen nicht mehr loslässt. Die Autorin Jacqueline Harpman, war Psychoanalytikerin, und stellt in ihrem Roman grundlegende Fragen. Was macht einen Menschen aus? Was bedeutet Freiheit? Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn ihm jede Vergangenheit fehlt? Ein besonderes Buch, das lange nachwirkt. Für mich ist es tatsächlich eines meiner Lieblingsbücher geworden.
Sooooooooo gut!!
Was bleibt vom Menschsein, wenn alles wegfällt? Keine Vergangenheit. Keine Zukunft. Keine Zeit. Keine Berührung, keine Ablenkung, kein Besitz – nicht einmal eine Erinnerung daran, wer man einmal war. Eine Vorstellung, die einem in der heutigen Zeit, in der es kaum noch Langeweile gibt, unvorstellbar ist. Die namenlose Protagonistin kennt nichts außer dem Gefängnis. Und selbst als sich die Tür öffnet, wartet draußen keine Erlösung, sondern eine Welt, die ebenso leer und fremd ist wie ihr Inneres. Was bringt einen Menschen in so einer Realität überhaupt dazu, weiterzuleben? Reicht bloßes Überleben – Nahrung, Wasser, ein Minimum an Schutz – aus, um so etwas wie Sinn zu empfinden? Gerade diese radikale Reduktion fand ich unglaublich faszinierend. Der Roman denkt konsequent zu Ende, was passiert, wenn man dem Leben alles nimmt, was wir für selbstverständlich halten. Und trotzdem – oder gerade deshalb – bleibt eine fast hypnotische Spannung bestehen. Diese Leere ist nicht langweilig, sondern auf eine seltsame Weise intensiv. Mich hat der Roman etwas an Marlen Haushofers „Die Wand" und Margaret Atwoods " Der Report der Magd" erinnert: drei völlig unterschiedliche Welten, die doch dieselbe unbequeme Frage stellen – was macht uns eigentlich zu Menschen? Mit einer scheinbar schlichten, klaren Sprache entwirft Jaqueline Harpman ein so konsequentes, philosophisch durchdachtes Szenario, dass es mich völlig in den Bann gezogen hat. Es ist beeindruckend, wie präzise und kompromisslos sie diesen Gedankenraum auslotet – ohne je in Pathos abzurutschen. Für mich wirklich große, kluge Literatur. Genau mein Geschmack. 🖤

Bewegend
Die Protagonistin sitzt seit ihrer frühsten Jugend mit 39 weiteren Frauen (deutlich älter) in einem Käfig unter der Erde fest. Sie dürfen miteinander sprechen, sich aber nicht berühren. Um den Käfig patrouillieren Männer, aber auch die kommen nicht näher als nötig und sprechen nicht mit den Frauen. Es werden Lebensmittel zum Kochen in den Käfig gegeben, aber Privatsphäre gibt es nicht. Als sie ca. 14-15 Jahre alt ist, geht ein Alarm los und da gerade Essenszeit ist, steckt der Schlüssel im Schloss und die 40 Frauen kommen frei. Ein bewegender Roman über ein Leben in einer Ausnahmesituation und wie "die Kleine" an sie herangeht. Wenn man die Welt nicht kennt, wie entdeckt man sie, wie sieht man sie, wenn sie sich auf einmal für einen eröffnet.
ICH, DIE ICH MÄNNER NICHT KANNTE Jacqueline Harpman ET: 14.03.26 Vierzig Frauen werden in einem Käfig in einem Keller gefangen gehalten. Sechs Männer bewachen sie, sorgen für Nahrung und achten darauf, dass sie Abstand zueinander halten – sprechen jedoch kein Wort mit ihnen. Stattdessen drohen sie mit ihrer Peitsche. Wie die Frauen dorthin gekommen sind, wissen sie nicht mehr. Ihre Erinnerungen an ein früheres Leben, an Familien und Kinder, sind nur noch bruchstückhaft vorhanden – ausgelöscht durch die vielen Drogen, die sie zu Beginn nehmen mussten. Die namenlose Ich-Erzählerin ist die Jüngste unter ihnen und kennt kein Leben außerhalb dieses Kellers. Eines Tages geschieht das Unfassbare: Als ein Wächter gerade die Käfigtür öffnen will, ertönt ein schriller Alarm. Die Aufpasser verschwinden plötzlich und kehren nicht zurück. Den Frauen gelingt es, den Schlüssel zu greifen und sich zu befreien. Doch die Welt außerhalb ihres Gefängnisses ist nicht die, die sie erwartet haben. Schnell wird klar, dass sie sich nicht mehr auf der Erde befinden. Auf der Suche nach einer Stadt ziehen sie los – nur um weitere unterirdische Gefängnisse zu entdecken, in denen jeweils vierzig Männer oder Frauen eingesperrt sind. Anders als sie hatten diese jedoch nicht das Glück, den Schlüssel zu erreichen … Ob sich am Ende klärt, warum die Menschen gefangen gehalten werden und was mit den Wächtern geschehen ist, müsst ihr selbst herausfinden. Was für eine krasse Dystopie! Der Roman erschien ursprünglich 1995 und wurde nun im Klett-Cotta Verlag neu aufgelegt. Wer düstere, geheimnisvolle und atmosphärische Geschichten liebt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Ich habe das Buch sowohl gelesen als auch gehört und habe der Stimme von Vera Teltz im Hörbuch sehr gerne gelauscht. Gerne empfehle ich euch das Buch beziehungsweise das Hörbuch. 4/5

Heftig, dystopisch, beängstigend
Das war wirklich krass. Man wird direkt in die Szenerie geworfen und ist genauso unwissend und hilflos wie die eingesperrten Frauen. Die Entwicklung der Geschichte war sehr überraschend für mich! Alle meine Fragen blieben unbeantwortet und ich hab tagelang darüber nachgedacht, was passiert ist, wo es spielt und warum das alles passiert ist. Ich sag immer, dass ich offene Endungen hasse, aber eigentlich sind das immer genau die Bücher, die mich am meisten nachhaltig beschäftigen und irgendwie auch anregen. Ganz klare Leseempfehlung!
Ein Buch, dass bleibt
Das Buch hat mich mitgenommen, begeistert und sehr nachdenklich zurückgelassen. Ein Klassiker nicht nur im Bereich feministische Literatur. Ein Buch, von dem ich mir wünsche, dass es Kinder später in der Schule lesen und zum nachdenken angeregt werden. Ein wunderschöner Schreibstil leicht zugänglich, in angenehmen Tempo geschrieben und mit genau der richtigen Länge, um alles notwendige mitzuteilen, ohne sich in Details zu verlieren.
in einem keller werden 39 frauen gefangen gehalten – ohne licht, ohne jedes gefühl für zeit oder raum. eine von ihnen ist die junge protagonistin, die dort aufwächst und aus ihrer perspektive von einem leben in gefangenschaft erzählt. dieser dystopische roman wirkt einerseits sehr realitätsfern, andererseits aber auf beunruhigende weise auch nicht. er erinnert an das szenario in „die wand” von marlen haushofer, mit dem entscheidenden unterschied, dass hier nicht eine einzelne person, sondern viele frauen isoliert sind. dadurch stehen interaktionen, beziehungen und individuelle entwicklungen viel stärker im mittelpunkt. die geschichte hat mich sehr gefesselt. besonders mochte ich die entwicklung der protagonistin, die im laufe der geschichte erwachsen wird. gleichzeitig konnte ich sehr gut nachempfinden, wie frustrierend und lähmend es sein muss, sich noch an das leben vor der gefangenschaft zu erinnern. eine geschichte, die mich so schnell nicht mehr loslassen wird. 🩷
Feministische Dystopie?
Ich bin ein wenig hin- und hergerissen. Das Buch war sehr intensiv, spannend und emotional zerstörend. Ob es es als feministischen Roman bezeichnen würde weiß ich nicht, vielleicht schlägt da aber auch das Erscheidungsjahr zu buche. Ich habe mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt, ohne genau definieren zu können, warum und was. Ein Stern Abzug für das Ende und die fehlende Auflösung, das hatte mir viel Frieden gegeben 😂
Vierzig Frauen sind gemeinsam in einem unterirdischen Gefängnis eingesperrt – ohne zu wissen, warum sie dort sind. Ihr Alltag ist eintönig, jeder Tag gleicht dem anderen. Bis ihnen eines Tages die Flucht gelingt. Doch was erwartet sie draußen, jenseits ihres Käfigs? Vielleicht vorweg: Das ist eigentlich so gar nicht mein typisches Genre – ohne den ganzen Hype hätte ich das Buch wahrscheinlich nie in die Hand genommen. Ich bin ziemlich planlos gestartet… und ehrlich gesagt genauso planlos wieder rausgegangen. Ab einem gewissen Punkt hab ich mich eher durch die Seiten gearbeitet – immer mit dieser leisen Hoffnung. Für die Charaktere, für ihre Reise… und auch ein bisschen für mich, damit ich nicht vorzeitig abbreche. Die Grundidee und auch der Verlauf der Geschichte fand ich eigentlich spannend, aber so richtig eine Verbindung konnte ich bis zum Schluss nicht aufbauen. Dazu kam, dass sich mir der tiefere Sinn des Ganzen nicht wirklich erschlossen hat. Ich dachte immer, ich komme gut mit offenen Enden klar – hier waren es für mich aber einfach zu viele offene Fragen und zu wenig Antworten. Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, hab ich erfahren, dass es in der englische Ausgabe eine Einführung gibt. Nachdem ich diese gelesen hab, ist mir einiges klarer geworden und ich konnte auch besser nachvollziehen, worauf die Geschichte - unter anderem - eigentlich hinauswill: Was macht uns menschlich – und was bleibt davon übrig, wenn uns alles genommen wird? Im Nachhinein glaube ich, dass es mir geholfen hätte, die kurze Einführung vorher zu lesen – auch wenn sie schon ziemlich viel vorwegnimmt. Vielleicht wäre ich dann mit ganz anderen Erwartungen (oder am besten mit gar keinen Erwartungen) an die Geschichte herangegangen. Ob das jedoch meine Bewertung verändert hätte, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Vermutlich nicht.
Viele Fragen, wenig Antworten🤔
Es war für mich irgendwie ein zweischneidiges Leseerlebnis. Einerseits finde ich die Grundidee und die vielen offenen Fragen spannend – man hat definitiv viel Raum zum Interpretieren. Andererseits hat mich genau das auch ziemlich frustriert. Warum sind die Frauen gefangen? Was ist mit der Welt passiert? Da kommt einfach nichts Konkretes, und irgendwann dachte ich mir nur noch - okay… aber ich hätte schon gern ein bisschen mehr gewusst. Emotional hat es mich leider auch nicht so richtig gepackt. Der Stil ist sehr nüchtern, fast distanziert, und ich konnte kaum eine Verbindung zur Erzählerin aufbauen. Auch die anderen Frauen bleiben eher blass, was es für mich zusätzlich schwer gemacht hat, wirklich mitzufühlen. Ich habe das Buch nebenbei als Hörbuch gehört – vielleicht hat das auch dazu beigetragen, dass es mich nicht komplett abgeholt hat. Trotzdem: Ich sehe auf jeden Fall, warum das Buch als wichtig gilt. Es ist konsequent, besonders und bleibt irgendwie im Kopf – auch wenn es mich persönlich nicht ganz überzeugt hat.
Boah wow!! Fand ich richtig gut
Chiara lebt ein halbes Leben in einem Keller mit anderen Frauen. Sie hat Ihr Leben lang nie ein Mann gesehen. Sie kennt nur verrückte Geschichten über diese Spezies von den Älteren Frauen die mit ihr eingesperrt sind. Fand das Buch super Spannend, traurig und schockierend. Ich hab es als Höhrbuch gehört und ich kann es wirklich empfehlen.
✨ Rezension ✨
Ich, die ich Männer nicht kannte | Jacqueline Harpman | Klett Cotta | 224 Seiten | Übersetzt von Luca Homburg | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Auf Instagram aufmerksam geworden, auf der LBM die Klappe gelesen und gekauft. In einem Rutsch durch gelesen und nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Wir begleiten eine namenlose Protagonistin. Zu Beginn der Geschichte ist sie ein Teenager und die jüngste Gefangene in einem unterirdischen Verlies. Mit 39 anderen Frauen jeden alters. Wärter versorgen sie mit dem nötigsten. Privatsphäre existiert nicht. Berührungen? Verboten! Jahrelang! Dann geht ein Alarm los und die Wärter ergreifen die Flucht. Zum Glück wurde in grade dem Moment die Tür aufgeschlossen und so konnten die Frauen fliehen. Aber wo sind sie und warum wurden sie Gefangen gehalten? Die Frage zieht einen durch die Seiten und ob sie sich klärt oder eben nicht, möchte ich gar nicht verraten. Ich konnte das Buch zumindest nicht weg legen und habe unsere Protagonistin bis zum Ende begleitet. Und auch Tage später geht mir der Verlauf der Geschichte und das Schicksal der Protagonisten nicht aus dem Kopf. Ein Buch, das zum Nachdenken einlädt und von mir ein überraschendes Highlight, das ich unbedingt empfehle!

Kluger, bewusst reduzierter Roman über Einsamkeit und Menschsein. Spannend in seinen Fragen – emotional sehr distanziert
⚠️ Könnte Spoiler enthalten ⚠️ In „Ich, die ich Männer nicht kannte“ lebt eine junge Frau gemeinsam mit anderen Frauen eingesperrt in einem unterirdischen Raum. Die Gefangenschaft bestimmt ihren gesamten Alltag, bis eines Tages plötzlich alles offensteht und die Frauen in eine verlassene, fremde Welt hinausgehen. Von dort an begleitet der Roman die Erzählerin durch ein Leben voller Fragen: nach Freiheit, Identität und dem, was vom Menschen bleibt, wenn Gesellschaft, Geschichte und Erinnerung verschwinden. Der Roman funktioniert weniger als klassische Dystopie und mehr als existentialistisches Gedankenexperiment. Jacqueline Harpman interessiert sich nicht für politische Systeme oder dystopische Logik, sondern für grundlegende Fragen des Menschseins: Was macht Identität aus? Wie entstehen Nähe, Kultur oder Erinnerung? Und was bleibt davon übrig, wenn alles Soziale verschwindet? Gerade deshalb beantwortet der Roman fast nichts. Warum die Frauen gefangen gehalten wurden, was mit der Welt passiert ist oder wer die Wächter waren, bleibt offen. Das wirkt bewusst gewählt – kann aber auch frustrierend sein. Auch die Welt selbst bleibt stark abstrahiert: Vieles wirkt traumartig oder allegorisch statt realistisch ausgearbeitet. Die Figuren bleiben ebenfalls auf Distanz. Die Frauen erhalten kaum individuelle Tiefe und verschwimmen teilweise miteinander. Beziehungen wirken oft eher symbolisch als lebendig. Selbst die Erzählerin bleibt trotz der Ich-Perspektive schwer greifbar. Dazu kommt die bewusst nüchterne Sprache: reduziert, beobachtend und emotional kontrolliert. Manche erleben das als hypnotisch und konsequent, andere als monoton. Gerade diese Leere macht für viele die Stärke des Romans aus. Für mich verhindert sie emotionale Nähe. Mich hat das Buch vor allem auf einer gedanklichen Ebene beschäftigt. Die Fragen nach Einsamkeit, Existenz und Menschlichkeit fand ich sehr spannend. Emotional blieb ich aber oft außen vor. Die Figuren wirkten für mich eher wie Träger philosophischer Ideen als wie echte Menschen. Auch die fehlenden Antworten und das kaum vorhandene Worldbuilding haben mich zwischendurch eher frustriert als fasziniert – obwohl ich verstanden habe, dass genau das die Absicht des Romans ist. Die langsame, repetitive Erzählweise passt zur Leere dieser Welt, hat das Lesen für mich aber teilweise auch anstrengend gemacht. Gleichzeitig erzeugt gerade diese Reduktion eine besondere Atmosphäre, die ich schwer beschreiben kann. Am Ende blieb bei mir weniger eine Geschichte hängen als ein Gefühl von Isolation und Fremdheit. ⭐️⭐️⭐️½ Weil Ich, die ich Männer nicht kannte kluge existenzielle Fragen stellt und eine ungewöhnliche Atmosphäre erschafft – mich emotional aber auf Distanz gehalten hat. #IchDieIchMännerNichtKannte #JacquelineHarpman #Existenzialismus #Dystopie #Einsamkeit #PhilosophischeLiteratur

Eine Reise in die Verwirrung
Das war mein erstes Buch dieser Art,. Was soll ich sagen, auf eine Art viele wichtige Botschaften und Verwirrung. Ich bin so durch die Seiten geflogen. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit dieser Geschichte aufsich hat. Es war ein sehr außergewöhnliche Geschichte. Seid neugierig, und macht auch diese Reise mit der Protagonistin durch diese Welt.
Für mich ein zu krasses Buch
Ein Buch, das ich sehr kontrovers sehe. Ja, es ist ein pageturner, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Ja, es ist ein gelungener, sehr atmosphärischer Schreibstil und ja, das Buch hat etwas mit mir gemacht und ich werde es so schnell nicht vergessen. Und dennoch reicht es bei mir nur für 3 Sterne, denn nein, ich würde es nicht weiterempfehlen. Nein, ich mag das dystopische Genre nicht und ein drittes nein für dieses Buch, denn es hat mir tatsächlich schlaflose Nächte bereitet. Die dystopische Darstellung eines möglichen Endes der Menschheit las sich für mich schlimmer als jedes echte Horrorbuch. Von Anfang bis Ende ist die Geschichte geprägt von absoluter Hoffnungs- und Sinnlosigkeit der letzten 40 überlebenden Frauen. Hinzu kommt eine stetige Erwartungshaltung der Lesenden, dass etwas Schreckliches passieren wird. Dass dies jedoch Seite um Seite bis zum Schluss ausbleibt, macht das Buch nur noch unerträglicher. Mich hat das Buch daher sehr traurig gestimmt und etwas ratlos zurückgelassen. Darüber konnten mir auch die interessanten gesellschaftskritischen Fragestellungen, die aufgeworfen werden (Was macht den Menschen eigentlich zum Menschen?) nicht hinweghelfen.
Kommt auf den Stapel: Lieblingsbücher!
Ich, die ich Männer nicht kannte hat mich umgehauen, erschüttert, tief bewegt und wird wohl noch länger nachwirken! Sowas habe ich noch nie gelesen!! Wie kann ein so kurzes Buch so intensiv sein?! Krass... Einfach nur krass!!! Wird dem Hype auf jeden Fall gerecht ..
Characteristics
5 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Ein wahres Wunder« New York Times
Der internationale Sensationserfolg
Tief unter der Erde werden neununddreißig Frauen gefangen gehalten. Während das elektrische Licht Tag und Nacht verschwimmen lässt, sitzt ein junges Mädchen – die vierzigste Gefangene – allein und ausgestoßen in der Ecke. »Ich, die ich Männer nicht kannte« ist so feministisch wie »Der Report der Magd« und so existentiell wie »Die Wand«: Ein moderner Klassiker, internationaler Verkaufserfolg und BookTok-Hit in neuer deutscher Übersetzung.
In einem unterirdischen Gefängnis sitzen neununddreißig Frauen. Was übertage geschehen ist, wissen sie nicht: Wurde die Welt verlassen, von einem Virus verwüstet? Die Frauen können sich nicht erinnern, wie sie in den Käfig gelangt sind, haben jegliches Zeitgefühl verloren und nur eine vage Ahnung von ihrem alten Leben. Ihre Aufseher, sechs schweigsame Männer in Uniform, sprechen nicht mit ihnen und berühren sie nur, um sicherzustellen, dass keine von ihnen versucht, sich das Leben zu nehmen. Eines Tages ertönt ein Alarm, und die Wachen verschwinden; die Tür steht offen. Als erste wagt jene vierzigste Gefangene den ersten Schritt, die nichts als das Gefängnis kannte. Doch anders als erhofft, finden die Frauen draußen nicht die Freiheit, sondern eine Welt, die sie nicht wiedererkennen und in der sie lernen müssen, sich gemeinsam zurechtzufinden.
Book Information
Author Description
Jacqueline Harpman, 1929 in Etterbeek, Belgien, geboren, ist eine der großen Stimmen der französischsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihre Familie musste vor den Nationalsozialisten nach Casablanca fliehen und konnte erst nach dem Krieg in ihre Heimat zurückkehren. Nach einem Studium der französischen Literatur begann sie eine Ausbildung zur Ärztin, die sie jedoch aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung nicht abschließen konnte, und wandte sich dem Schreiben zu. Im Jahr 1980 machte sie ihren Abschluss als Psychoanalytikerin. Harpman schrieb über 15 Romane und gewann zahlreiche Literaturpreise.
Posts
Still, düster und unglaublich intensiv, ein Buch, das sich leise in dich einschleicht und lange nachwirkt 🥰🥺🎧
Diese Rezension wird etwas länger, weil dieses Buch es einfach verdient. Und es könnten leichte Spoiler enthalten sein. Ich habe das Hörbuch gehört und ich kann gar nicht anders sagen, als dass es mich komplett abgeholt hat. Ich wusste vorher nicht genau, was mich erwartet, aber dieses Buch hat mich von Anfang an gepackt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Und ich muss direkt sagen, das Hörbuch war ein absolutes Highlight. Die Sprecherin war einfach perfekt für dieses Buch. Wirklich ein Perfect Match. Stimme, Stimmung, Atmosphäre, das hat alles so gut zusammengepasst, dass es das Ganze nochmal intensiver gemacht hat 🎧 Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Protagonistin führt uns selbst durch ihre Welt, durch ihre Gedanken, durch ihr Leben. Und genau das macht am Ende auch so viel Sinn, weil man merkt, dass diese Zeilen für jemanden geschrieben sind. Vierzig Frauen leben in einem unterirdischen Käfig und werden von fremden Männern bewacht, ohne zu wissen warum.Es gibt keine Antworten und genau das zieht sich durch das gesamte Buch. Man ist als Leser genauso ahnungslos wie die Figuren selbst und genau das erzeugt diese unglaublich beklemmende Atmosphäre. Was mich besonders fasziniert hat, ist die Perspektive der Protagonistin. Sie kennt keine Welt außerhalb dieses Kellers. Keine Liebe, keine Beziehungen, keine Männer. Sie kennt nichts von dem, was für uns selbstverständlich ist. Alles, was sie weiß, kennt sie nur aus den Erzählungen der anderen Frauen oder entdeckt es später selbst. Und genau das macht so viele Momente so besonders. Sie erlebt Dinge zum ersten Mal, die für uns völlig normal sind. Ein Spiegel, Seife, ein richtiges Bett. Und plötzlich bekommen genau diese Kleinigkeiten eine ganz andere Bedeutung. Eine Szene, die mich wirklich getroffen hat, ist die mit dem Spiegel 🪞Sie sieht sich selbst zum ersten Mal und sagt: „aber trotzdem empfinde ich eine Art Zärtlichkeit für das Bild im Spiegel, denn das bin ich“ Und ich saß da und dachte mir einfach nur… wow. Weil sie sich nicht bewertet. Weil sie gar nicht weiß, was schön oder nicht schön ist. Sie nimmt sich einfach wahr. Und ich glaube, genau das hat mich so berührt 🥹🥰 Dieses Buch ist für mich unglaublich philosophisch. Es stellt so viele Fragen, ohne sie wirklich zu beantworten. Was bedeutet Menschsein. Was bedeutet Freiheit. Was bleibt von uns, wenn uns alles genommen wird. Ich habe oft gelesen, dass es als feministisch eingeordnet wird. Für mich war es das nicht. Für mich war es viel mehr ein Gedankenexperiment über den Menschen an sich. Über Bedürfnisse, über Einsamkeit und darüber, wie wir versuchen, in einer völlig sinnlosen Welt trotzdem einen Sinn zu finden. Die Geschichte ist ruhig erzählt, fast schon leise. Es passiert nicht viel und trotzdem konnte ich nicht aufhören weiterzuhören. Diese Spannung ist nicht laut, sondern zieht sich ganz unterschwellig durch das ganze Buch. Und irgendwann kippt es. Sie hört auf zu suchen. Und fängt an zu rufen. Und ich saß da und es hat einfach wehgetan. Diese Ausweglosigkeit. Diese Einsamkeit. Dieses Wissen, dass da vielleicht niemand ist 🥺 Und trotzdem schreibt sie weiter.In der Hoffnung, dass vielleicht irgendwann jemand ihre Worte liest. Dieser Gedanke… der hat mich komplett getroffen 😭 Das Ende hat mich emotional wirklich mitgenommen. Es ist kein klassisches Happy End, aber es passt. Es ist ruhig, traurig und gleichzeitig irgendwie stimmig. Und dieser letzte Satz sitzt einfach. Für mich ist das kein Buch, das man liest und dann wieder vergisst. Es ist eines, das bleibt. Das einen beschäftigt. Und das man nicht einfach so abschütteln kann.

„In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt.“
Ein Buch über Freundschaft, Zusammenhalt, Empathie und Hoffnung. Ich habe das Buch so sehr gemocht. Ein ganz leiser Roman ohne Schnick Schnack, aber so ausdrucksvoll und intensiv zu lesen. Es war auch mein erstes Buch, das in keine Kapitel unterteilt war. Das hat aber das Lesevergnügen nicht getrübt. Das Buch ist so gefühlvoll und voller Hoffnung geschrieben das man nicht aufhören konnte zu lesen. Von mir eine klare Leseempfehlung.

Das Ende war einfach ein Stich ins Herz
✨Rezensionsexemplar✨ Das war ein sehr philosophisches und melancholisches Buch. Es hat mich ratlos und fast schon traurig und deprimiert zurück gelassen. ✨Zitate „Seit ich nicht mehr nach draußen gehe, verbringe ich viel Zeit damit, in einem der Sessel zu sitzen und die Bücher noch einmal zu lesen.“ „Die wenigen Geschichten, die die Frauen mir aus ihrem früheren Leben erzählt haben, enthielten Ereignisse, Kommen und Gehen, Männer. Für mich hingegen ist eine Erinnerung nichts als das Gefühl, an einem bestimmten Ort zu existieren, zusammen mit denselben Personen, und die immergleichen Dinge zu tun, nämlich essen, seine Notdurft verrichten und schlafen.“ „Bis dahin hatte es nichts gegeben außer der ewigen Wiederholung des Immergleichen, die Zeit schien stillzustehen, nur verschwommen nahm ich wahr, dass sie verging und ich älter wurde. Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut.“ „…, sie nehmen keine Rücksicht auf die Frauen, machen ihnen ein Kind, und dann sagen sie: „Woher soll ich denn wissen, dass es von mir ist?“, und hauen ab.“ „Wir waren frei. In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt.“ „Wann wurde uns klar, dass wir keine Zukunft hatten?“ „Nicht der Körper gibt auf, sondern die Seele.“ ✨Inhalt 39 Frauen und ein Mädchen (zumindest zunächst) leben in einem Bunker unter der Erde. Sie wissen nicht, warum sie dort sind und das Mädchen ist in Gefangenschaft aufgewachsen, kennt also gar nichts von der Welt draußen. 3 Wächter bewachen und versorgen die Frauen, bis eines Tages der Alarm losgeht… ✨Meinung Wir lesen aus der Perspektive des jungen Mädchens, die im Verlauf der Geschichte erwachsen wird. Das ganze Buch ist ein langes Zitat, denn es ist wirklich wunderschön geschrieben. Es ist keine Geschichte für zwischendurch, auch wenn man leicht folgen kann. Gegen Ende wurde mir richtig schwer ums Herz. Ich hätte mir noch gewünscht, dass man ein paar Erklärungen bekommt für das „Warum“. Warum haben sich die Frauen in dieser Situation wiedergefunden? Aber es ist wohl beabsichtigt, dass man sich selbst den Kopf zerbricht und die Geschichte mietfrei im eigenen Kopf weiterlebt. Das Ende hat mich tief berührt und mich traurig gemacht. Leider kann ich Euch nicht so viel vom Mittelteil erzählen, weil Ihr selbst rausfinden müsst, was nach dem Alarm geschieht. ✨Fazit Ich denke schon, dass sich die Lektüre lohnt. In jedem Fall wird mir dieses Buch zukünftig weiterhin im Kopf umhergehen, einfach weil es sehr ungewöhnlich ist. Es wird nicht jeden Geschmack treffen, aber das muss es auch nicht. Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️

"Ich bin eine alte Frau. Aber es macht mir noch immer Freude dieses Gesicht zu betrachten, von dem ich nicht weiß ob ...
es schön oder hässlich ist?! Aber es ist das einzige menschliche Gesicht, was ich je zu sehen bekommen habe" ★★★★★ Ein absolutes dystopisches Highlight war dieses Buch für mich. 🌑 Durch die teils krass kontroversen Meinungen war ich zunächst skeptisch, aber es hat mich komplett umgehauen. Die Geschichte dreht sich um eine Ich-Erzählerin, die gemeinsam mit 39 anderen Frauen seit Jahren in einem unterirdischen Gefängnis lebt. Sie ist die Jüngste und kann sich – anders als die anderen – nicht an ein Leben davor erinnern. Ihre gesamte Realität besteht nur aus diesem Gefängnis, seinen Routinen und den Erzählungen der anderen. 🕳️ Gerade hier setzt für mich ein unglaublich spannender psychologischer Aspekt ein. Um glücklich bzw. stabil zu bleiben, brauchen wir Menschen grundlegende Bedürfnisse wie Bindung/Zugehörigkeit, Kontrolle/Orientierung, Selbstwert und Lustgewinn/Unlustvermeidung. Dieses Buch stellt auf eindringliche Weise die Frage: Was passiert mit uns, wenn uns all das genommen wird? 🧠 Die Frauen wissen nicht, warum sie gefangen gehalten werden. Auch als Leserin tappt man völlig im Dunkeln und teilt dieses Gefühl der Sinnlosigkeit und Orientierungslosigkeit. Genau das macht die Atmosphäre so intensiv und beklemmend. 🌫️ Es passiert eigentlich nicht viel – und trotzdem entwickelt das Buch einen unglaublichen Sog. Ich konnte es fast nicht aus der Hand legen. 📖 Gerade weil ich nie vorhersehen konnte, wie sich die Geschichte entwickelt, blieb es durchgehend spannend. Teilweise war es sogar richtig unheimlich, wenn ich begonnen habe, eigene Theorien zu entwickeln. 😶🌫️ Die Bilder, die dabei im Kopf entstehen, sind stellenweise wirklich verstörend. Dabei ist es kein klassisches dystopisches Abenteuer. Vielmehr ist es eine ruhige, fast schon nüchterne, aber tiefgehende Auseinandersetzung mit Isolation, Hoffnung und dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn, Zugehörigkeit und Verständnis. 🌒 Der Roman bewegt sich zwischen kurzen Momenten von Hoffnung und langen Phasen der Verzweiflung. Im Kern bleibt eine große, unbequeme Frage. Wie findet man Bedeutung in einer Welt, die man nie wirklich verstehen kann und die einen völlig bedeutungslos erscheint? ❓ Spannend, bedrückend und absolut einmalig. 🖤

Ein Buch, das sachlich erzählt & intensiv zugleich ist.
"Ich, die ich Männer nicht kannte" von Jacqueline Harpman, ist ein Roman, der sich recht sachlich lesen lässt und doch emotional aufwühlt. Die Geschichte von den vierzig Frauen, erzählt von der Jüngsten unter ihnen, ist bewegend, wirft Fragen auf und zeichnet einen Ansatz zum Weiterdenken. Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive der vierzigsten und zugleich jüngsten Frau erzählt, der Frau, die anfängt Fragen zu stellen, die sich nicht erinnert, ob sie einen Namen hatte, für die die Gefangenschaft als Kind begann und die aus ihrer zunächst beobachtenden Rolle ausbricht. Dabei ist unsere Erzählerin stets sachlich, weiß sie doch scheinbar nicht so richtig, was Emotionen sind, kennt Themen wie Scham und Männer nicht, auch wenn sie die Wärter regelmäßig beobachtet. Wo sie zu Beginn Ausschluss erfährt, ist es sie, die in einigen Dingen zur treibenden Kraft wird. Sie versucht noch innerhalb des Gefängnisses die Dinge zu begreifen. Eines Tages geschieht dann das unerwartete: Die Tür ihres Gefängnis steht offen, die sechs schweigenden Wärter sind verschwunden. Ab da beginnt die Geschichte eine andere Richtung anzunehmen. Die zuvor von den Wärtern, die nur ihre Peitschen sprechen ließen, gemaßregelten und verunsicherten Frauen, beginnen sich aus ihrem Gefängnis herauszuwagen und scheinen bereit sich der Welt entgegenzustellen und herauszufinden, was mit den anderen Menschen passiert ist. Den während ihrer Gefangenschaft gab es keinerlei Informationen über weitere Menschen und deren Verbleib, nicht einmal über den Planeten und was darauf passiert sein muss, dass sie in eine solch misslich Lage geraten sind. War all das zu ihrem Schutz? Oder hatte es ganz andere Gründe? Woher kam das Licht im Gefängnis, woher die Wärter, woher das Schweigen? Das Buch ist intensiv, weil es Fragen aufwirft. Von Seite zu Seite gibt es mehr Anlass dazu, darüber nachzudenken, was passiert sein muss, dass sich eine solche Welt abzeichnet. Als Lesende begleitet man die vierzig Frauen auf ihrem Weg, lernt viele von ihnen namentlich kennen, auch wenn man nur wenig Bezug herstellen kann. Doch auch das passt, denn die Erzählerin scheint selbst wenig emotionale Beziehungen aufzubauen. Sie ist keine klassische Sympathieträgerin und doch ein kleiner Hoffnungsschimmer in dieser Welt, getrieben von ihren eigenen Fragen und einer gewissen äußerst menschlichen Neugierde. Das Buch behandelt die Frage nach Freiheit und Gefangenschaft, nach Menschlichkeit und Gemeinschaft. So scheint es, als würden sich die Frauen auf Dauer in ihrer neuen Freiheit gefangener fühlen als in der eigentlich vorausgegangenen Gefangenschaft. Paradox und doch spürbar. Etwas ungewohnt für mich waren die sehr langen Kapitel, wenn man sie als solche bezeichnen möchte. Eigentlich schienen diese eher die verschiedenen Lebensabschnitte der Protagonistin zu markieren. Das Buch lässt Fragen zurück. Ein kleiner Fakt am Rande: das Buch wird von derselben Sprecherin gelesen wie "Der Report der Magd". Das ist mir aufgefallen, als ich zwischendurch in das Hörbuch reingehört habe. Zwar sind beide Geschichten doch sehr unterschiedlich, dennoch finde ich diese Sprecherinnenwahl passend. Meinerseits gibt es eine klare Empfehlung für dieses Buch. Es ist intensiv, nachdenklich und wird zumindest bei mir noch lange nachwirken.

✧ 𝐙𝐢𝐭𝐚𝐭𝐞: „Meine Erinnerungen begannen mit meiner Wut.“ "Wir hatten das Gefängnis überlebt, die Ebene, den Verlust aller Hoffnung, und nun stellten die Frauen fest, dass überleben nichts anderes bedeutete, als den Zeitpunkt des Todes immer weiter hinauszuzögern." ✧ 𝐌𝐞𝐢𝐧 𝐋𝐞𝐬𝐞𝐞𝐢𝐧𝐝𝐫𝐮𝐜𝐤: Ich sollte mir vielleicht doch hin und wieder die Klappentexte vorher durchlesen, denn ich habe von diesem Buch etwas völlig anderes erwartet. Der Titel und die Rezensionen hier haben mein Interesse geweckt, und so habe ich heute spontan dieses Hörbuch gestartet, und es auch gestern beendet. Wow. Was für eine Geschichte… Die namenlose Erzählerin, die nie ein „Davor“ hatte, wird trotz ihrer eigenen Unwissenheit zum Anker der anderen 39 Frauen, die ein gemeinsames Schicksal teilen. Die Protagonistin hat eine Eigenschaft, die den anderen Frauen fehlt. Sie betrachtet die Dinge ganz sachlich, da sie im Gegensatz zu den anderen nichts hat, was sie vermissen könnte. Gleichzeitig ist sie neugierig und will so viel wie möglich lernen, egal ob es ihr etwas nützt oder nicht. Der Roman ist ruhig und doch düster. Hier gibt es keine künstliche Dramatik. Nur eine Frau, die versucht, sich selbst zu begreifen, während alles um sie herum schweigt. Gleichzeitig hat er mich vieles überdenken lassen: über das Leben, das ich führen darf und über die Freiheit, die man erst erkennt, wenn man sie gespiegelt bekommt durch jemanden, der sie nie hatte. Ein kleiner Kritikpunkt von mir: Ein paar Wiederholungen hätten nicht sein müssen. Sie bremsen den Rhythmus leicht, ohne wirklich etwas Neues zu erzählen. Aber selbst das passt irgendwie zu dieser monotonen und leeren Welt, in der die Frauen gefangen sind. Ich hätte mir ein Happy End gewünscht. Aber das war wahrscheinlich gar nicht das Ziel der Geschichte. Das Buch wird mir jedenfalls noch lange im Kopf bleiben und mich vieles in ganz neuem Licht betrachten lassen. Ein ganz großes Kompliment auch an die Sprecherin. Das Buch war großartig gelesen und sowohl Stimme als auch Tempo passten hier einfach perfekt. Große Empfehlung! 🖤

Ich, der dieses Buch nicht vergessen wird
“Ich, die ich Männer nicht kannte” ist für mich definitiv eines meiner absoluten Highlight-Bücher. Ein Buch, das nicht erklären will, sondern komplett von den Beobachtungen der Erzählerin lebt. Gerade diese ruhige, distanzierte Art macht die Atmosphäre so intensiv und beklemmend. Besonders erinnert hat es mich an “Die Wand”. Wer also “Ich, die ich Männer nicht kannte” mochte, dem kann ich auch Marlen Haushofers Werk sehr empfehlen.

Eine Geschichte über das Menschsein.
Ich glaube, das wird eine meiner wahrscheinlich kürzesten Rezensionen, weil ich das Gefühl habe, dass man über dieses Buch kaum etwas sagen kann, ohne etwas vorwegzunehmen. Und gleichzeitig gibt es irgendwie auch gar nichts, das man wirklich spoilern könnte. Ich war auf jeden Fall froh, dass ich vorher kaum wusste, was mich erwartet. Das Einzige, was für mich wichtig zu wissen war: Es ist eine dystopische Erzählung über die Frage, was Menschsein eigentlich bedeutet. Wir lesen aus der Perspektive einer Frau, die uns ihre Geschichte erzählt und mehr möchte ich eigentlich gar nicht sagen. Das Buch war unglaublich fesselnd, spannend, ernüchternd, philosophisch, mitreißend, bedrückend, schön und gleichzeitig so nüchtern erzählt. Genau diese sachliche Art macht vieles noch intensiver. Man muss sich definitiv darauf einlassen können und sollte nicht mit der Erwartung hineingehen, am Ende Antworten auf Fragen zu bekommen. Aber genau das macht diese Geschichte für mich so bemerkenswert. Dieses Buch hallt noch lange nach. Ganz, ganz große Leseempfehlung.

„Meine Erinnerungen beginnen mit meiner Wut.“
Es begann, wie es endete und es endete, wie es begann. Dieses Werk hallt nach. Die Protagonistin, der Vera Teltz ihre Stimme verleiht, und mich verbinden auch im Nachhall Fragen, Gedanken und Ungewissheiten, deren Beantwortung ich wahrscheinlich nie Herrin werde. Einer meiner ersten Gedankenstränge war das Schaffen von etwas in einer Welt, die kein Schaffen zulässt. Das Erangen von Macht in einem Raum der Machtlosigkeit. Das Suchen von Auswegen in einem Labyrinth ohne Türen. Die Erschaffung der Unvorhersehbarkeit in einer Sphäre der Eintönigkeit. Der Vergleich zu Margret Atwoods „Der Report der Magd“ kam auch bei mir auf und doch unterscheidet sich das Werk von Jacqueline Harpman am Ende von diesem und stellt ganz für sich eine besondere Erfahrung dar. Die Sprecherinnenleistung von Vera Teltz ließ mich die Inhalte noch intensiver fühlen. Durch ihre Stimme ließ Teltz die Protagonistin vor meinen Augen lebendig werden, als würde sie selbst die Geschichte erzählen. Das zu Erzählende harmoniert mit der Stimmfarbe von Teltz in einem besonderen Maß. Die Sprecherin findet den richtigen Ton mit einer Intonation, die bewegt und Emotionen transportiert. Dem Sprechtempo konnte ich gut folgen, auch wenn die Inhalte mich immer wieder inne halten ließen. Die Sprache von Jacqueline Harpman ist zugänglich, dabei gewaltig in ihrer Aussagekraft. Ich brauchte Pausen, um das Gehörte zu verarbeiten und Wiederholungen, um es anteilig in Gänze zu erfassen. Auf diesem Pfad bewege ich mich weiterhin. Das beklemmende und bedrückende, dystopische Setting der Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit wurde für mich durch die Sprecherin fühlbar. Für mich ist das Hörbuch als besonders wertvoll anzusehen. Denn Teltz schafft es in dieser Trostlosigkeit, die Momente des Hoffens, der Gemeinschaft und des Glücks so zu lesen, dass ich das Lächeln auf ihren Lippen in meinen Ohren hören kann. Ich bin mir sicher, dass das Gehörte noch länger nachhallen wird und ich die Gedanken der Protagonistin in meinem Kopf mitnehmen werde. Mich beschleicht das Gefühl, dieses Werk noch nicht durchdrungen zu haben. Dieses (Hör-)buch erfordert Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich auf die Inhalte einzulassen. Ich glaube, dass es eine besondere Wirkung mit sich bringen kann, wenn man den Inhalten offen begegnet und bereit ist, die existentiellen Fragen in seinem Kopf wirken zu lassen. Ein I-Tüpfelchen wäre für mich das gemeinsame Hören gewesen, um den Inhalten einen Raum des Austauschs und der Diskussion zu bieten. Ich bedanke mich von Herzen bei Sage Egmont und NetGalleyDe für die Bereitstellung des Hörbuchs, dass ich in kurzer Zeit in mich eingesogen habe.

Mich konnte das Buch leider nicht so ganz abholen. Das es aus dem Jahr 1995 ist, merkt man leider oft durch Formulierungen und Klischees, die nicht mehr zeitgemäß sind. Natürlich muss man „Klassiker“ anders betrachten diesbezüglich, aber ich finde es trotzdem erwähnenswert. Ansonsten lies mich die Gesichte eher unbefriedigt zurück, was sehr schade ist. Die Atmosphäre ist intensiv, der Schreibstiel toll und es gibt viele interessante Denkanstöße. Ich finde aber das die Autrion es sich hier sehr leicht gemacht hat. Einfach so viel wie möglich offen halten, interpretieren viele als tolles Stielmittel, ich finde es faul….da wurde sich einfach die immense Arbeit dazu gespart, daher konnte mich das Werk und die Autorin nicht überzeugen.
Diese beklemmende Dystopie, die bereits 1995 erschien und jetzt nochmal neu übersetzt wurde, entführt einen in eine geheimnisvolle Welt, in der mehrere Frauen (39 Frauen/1 Kind) in einem unterirdischen Käfig gefangen gehalten und von Männern bewacht werden, die jegliche Kommunikation verweigern. Der Grund ihrer Gefangenschaft, die Umstände, die dazu führten, und die Dauer ihres Aufenthalts bleiben im Dunkeln. Die fesselnde Erzählung zog mich in ihren Bann, erforderte jedoch aufgrund ihrer Intensität längere Leseabschnitte und Pausen zum Nachdenken. "Ich, die ich Männer nicht kannte" erzeugt eine bedrückende Atmosphäre in einer mysteriösen Welt, in der die Ungewissheit über das Kommende und der Sinn des Ganzen allgegenwärtig sind.
In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt 🪞
Verstörend, düster, sonderbar und zutiefst dystopisch – ich bleibe mit vielen Fragen zurück. Gleichzeitig ist das Buch fesselnd, dramatisch und beinahe psychoanalytisch, mit einer enormen Sogwirkung. Es hat definitiv etwas mit mir gemacht. Vierzig Frauen sind in einem unterirdischen Gefängnis eingesperrt: keine Privatsphäre, keine Kommunikation mit den Aufsehern, rationiertes Essen und ein künstlich gesteuerter Tag-Nacht-Rhythmus. Niemand weiß, warum sie dort sind oder was passiert ist. Die meisten erinnern sich noch an ihr früheres Leben – nur die namenlose Protagonistin nicht. Sie war noch ein kleines Kind, als sie in den Keller kam, und kennt nichts anderes als dieses Dasein. Eines Tages ertönt ein Alarm. Die Aufseher verschwinden spurlos. Die Frauen wagen sich nach oben – und schließlich hinaus. Doch schnell wird klar: Sie sind allein. Antworten auf ihre Fragen bleiben aus. Zwar stoßen sie auf weitere Bunkersysteme, doch niemals auf andere Überlebende. Ich habe eine Dystopie erwartet und genau das bekommen – aber auch weit mehr. Das Buch stellt existenzielle Fragen: Was bedeutet es, Mensch zu sein? Was und wen braucht man zum Leben? Und wie lebt man weiter, wenn Sinn und Hoffnung fehlen und Einsamkeit herrscht? Ein solches Buch habe ich bisher noch nicht gelesen. Es wird mich definitiv noch lange nach dem Zuklappen beschäftigen. Triggerwarnung: Man sollte mental stabil sein – die Geschichte kann einen durchaus runterziehen.

Super düster, unbehaglich und zum Nachdenken anregend
Vierzig Frauen werden in einem fensterlosen Bunker in völliger Isolation festgehalten. Es gibt keinen Himmel, keine Jahreszeiten und keine Vergangenheit. Die jüngste unter ihnen - die namenlose Protagonistin - kennt nichts außer diese Betonmauern. Doch plötzlich ergibt sich die Möglichkeit zur Flucht und die Frauen können in eine Freiheit treten, die ebenso rätselhaft wie gnadenlos ist. In einer weiten, menschenleeren Landschaft suchen sie nach der quälenden Frage des „Warum?“ Diese Frage bleibt in der düsteren Geschichte auch für den Leser bis zur letzten Seite offen. Wichtig ist hier die Einordnung. Es handelt sich - meines Ansicht nach - keinesfalls um ein feministisch angelegtes Werk. Der Originaltitel im französischen (Hommes) kann sich sowohl auf das deutsche Wort „Männer“ oder eben „die Menschheit“ beziehen. Wobei die zweite Bedeutung hier sinniger ist. Gewiss kann dem Buch ein feministischer Anspruch beigemessen werden, beispielsweise beim Aufbau einer neuen Geselchaft. Zentraler finde ich trotzdem die Frage nach dem Mensch-Sein und dem Sinn des Seins: Wozu lohnt es sich zu leben? Gibt es einen größeren Zweck am Ende dieser „Suche“, wonach suchen wir überhaupt? Was bedeutet Freiheit? Was bedeuten Gesellschaft und ihre Regeln? Das alles sind Fragen, die ich nach der Lektüre mitnehme, die nicht beantwortet werden (können) und ein unbefriedigendes Gefühl stehen lassen. Ein klare Leseempfehlung - insbesondere für alle, die Dystopien schätzen und sich mit solchen philosophischen Fragen auseinandersetzen möchten.
Man kann das Buch nicht weglegen, obwohl nichts spannendes passiert 🌎🏜️💭
Dieses Buch hat mich auf eine ganz besondere Art gefesselt. Es lebt nicht von großen Wendungen, sondern von seiner bedrückenden Atmosphäre und den vielen Fragen, die einen beim Lesen begleiten. Gerade dieses Ungewisse und die Suche nach Identität und Menschlichkeit haben es für mich so spannend gemacht. Ein ungewöhnlicher, stiller dystopischer Roman, der noch lange im Kopf bleibt.

40 Frauen gefangen in einem Keller - sie wissen nicht warum, oder ob es jemals ein Entkommen geben wird, sie wissen nur, dass sie mit dem Nötigsten am Leben erhalten werden. Eine spannende Geschichte mit bedrückender Atmosphäre und dystopischem Setting. Es geht um Macht, Emanzipation und Selbstfindung - eine außergewöhnliche Story, die viele Fragen offen lässt!

Ein beklemmendes Meisterwerk der Zukunftsliteratur?
Meine Kurzfassung: eine der besten Dystopien, die ich je gelesen habe. Etwas ausführlicher: Tief unter der Erde sind 40 Frauen in einem Käfig eingesperrt. Sie werden rund um die Uhr überwacht, ihre Lebensmittel werden streng rationiert. Privatsphäre existiert nicht – selbst die intimsten Bedürfnisse müssen sie vor allen verrichten. Es gibt Matratzen, etwas Seife, ein paar Lumpen als Kleidung. Mehr nicht. In dieser Umgebung wächst das Mädchen auf, das als Ich‑Erzählerin durch die Geschichte führt. Wer ihre Eltern sind, weiß sie nicht. Die Frauen wissen weder, wie sie hierhergekommen sind, noch warum. Manche können sich kaum noch an ihr früheres Leben erinnern. Doch dann passiert etwas Unerwartetes: Ein Alarm wird ausgelöst – und durch einen Zufall gelingt den Frauen die Flucht. Was danach geschieht, sollte man unbedingt selbst lesen. Diese Dystopie besticht durch eine düstere, bedrückende Atmosphäre, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Entwicklung der Geschichte ist packend, klug und voller Denkanstöße, die ich am liebsten jedem in meinem Umfeld erzählen würde. Das Ende ist stimmig, überraschend und bleibt lange im Kopf. Ein Buch, das ich definitiv mehrmals lesen werde – ich bin sicher, dass sich darin noch viel entdecken lässt. Ein echtes Lesehighlight.
Flucht aus einem Gefängnis ins nächste Gefägnis
Dieses Buch wird oft in einem Atemzug mit "Report der Magd" genannt, doch meiner Meinung nach hinkt dieser Vergleich an sehr sehr vielen Stellen. Die namenlose Protagonistin lebt mit 40 weiteren Frauen in einem unterirdischen Käfig und keine kann sich erinnern, warum und wieso und wie lange sie dort bereits gefangen gehalten werden. An einem Tag passiert etwas Unterwartetes und alle Frauen können gemeinsam fliehen - doch bedeutet Freiheit wirklich ein freies Leben? Die Autorin wurde mit sehr jungen Jahren in ein KZ deportiert und hatte dann Jahre nach der Befreiung Psychoanalytik studiert und genau hierauf liegt auch der Fokus. Wie wirkt sich soziale Isolation auf die menschliche Psyche aus und wie entwickelt sich eine Gesellschaft ? Allerdings sollte der Leser darauf gefasst sein, keine Antworten auf die Entstehung der dystopischen Atmosphäre zu erhalten und auch kein ausführliches Worldbuilding - hier zählt einzig und allein das Gefühlsleben der Protagonistin.
Still, düster, beklemmend und zugleich hoffnungsvoll?
In dem Buch geht es um 40 Frauen die in einem Käfig in einem Keller untergebracht sind. Unsere Hauptprotagonistin kam schon als Kind dazu. Sie kann sich an kein anderes Leben vorher erinnern. Sie kennt nur das Leben in diesem Käfig. Eines Tages ertönt ein Alarm, der Alles verändert. Die Frauen können fliehen und so beginnt die Reise. Das Buch ist aus Sicht der "Kleinen" flüssig geschrieben. Ich fand das Buch durchweg spannend und interessant. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. Grundsätzlich passiert nicht viel und doch ist es so intensiv, so stark und hat mich sehr bewegt. *Achtung Spoiler * Was macht einen Menschen aus ? Was passiert noch? Es werden so so viele Fragen gestellt und man wird ohne Antwort zurück gelassen. *Spoiler fertig * Eine beklemmende, philosophische Geschichte über das Mensch sein und die Sinnhaftigkeit. Ein Buch, welches einem noch lange im Gedächtnis bleibt und worüber man nachdenkt. Dennoch denke ich, dass das Buch nicht für die breite Masse passt. Einige Menschen könnten etwas Anderes erwarten und enttäuscht sein. Wenn ihr gerne über tiefere Themen nachdenken möchtet, kann ich euch das Buch auf jeden Fall empfehlen.
Was für ein intensiver Ritt. Die Autorin erschafft eine düstere, beklemmende Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann. Der nüchterne, fast distanzierte Erzählstil verstärkt dabei die Wirkung und entwickelt eine erstaunliche Sogkraft. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Eine Geschichte, die nachhallt, zum Nachdenken anregt und bewusst viele Fragen offenlässt – ganz so, wie das echte Leben.
„Ich war die auserwählte Gefährtin, die den Knoten unseres unbegreiflichen Schicksals lösen konnte [..]” ⚠️🥫
“.. Ich war ihnen näher als die Männer, die sie einst geliebt und längst vergessen hatten, die in den Kellern oder unter einem anderen Himmel gestorben waren, näher als die weinenden Geliebten, die vor der Tür warteten, bis ich wieder herauskam.“ Danke an #NetGalley und den KlettCotta-Verlag für das Rezensionsexemplar! 📖 Am Anfang konnte ich mir gar nichts über dieses Buch denken, wusste nicht, was mich erwarten wird. Mit jeder Seite wurde ich weiter verwirrt: „Was genau stellt dieses Buch dar?“ waren meine Gedanken. Ich mochte es sehr, dass man mit der Protagonistin Seite für Seite mehr entdeckt hat. Das Buch hinterlässt echt einen schlechten Beigeschmack, es ist echt gut geschrieben, aber halt auch sehr fragwürdig. Die Charaktere sind zur Geschichte passend geschrieben, man versteht warum sie wie agieren. “Ein Mensch muss sprechen, sonst hört er auf ein Mensch zu sein.“ Ich kann nicht viel zu dem Buch sagen, weil ich finde, das keine Worte ihm gerecht werden. Ab der Hälfte wurde es dann sehr intensiv. ❤️🩹 Es ist wirklich sehr krass, wie aus Nichts so viel werden kann. Aus Not heraus. Es ist sehr interessant und auch furchterregend zu lesen, wie die Protagonistin immer mehr lernt, im Laufe der Jahre, über Dinge die für uns selbstverständlich sind. Es zeigt auch den Zusammenhalt der Frauen sehr. Das Buch ist leider wirklich so krass, es hat mich etwas in ein moralisches Dilemma geworfen. „Wir waren frei. In Wahrheit hatten wir nur das Gefängnis gewechselt.“ Der Schreibstil ist wundervoll eingprägsam, beschreibend und passend. Ich habe bis jetzt nichts Vergleichliches gelesen, weshalb mir die Bewertung etwas schwer viel. 🙃 Während der Progression des Buches konnte ich mir leider keinen Hinweis darauf bilden, was genau passiert ist, warum das Leben der “Kleinen” im Buch so ist.. Es gibt so viele Theorien. Minimale Spoilerwarnung ⚠️ — Leider wird diese Frage auch nicht wirklich beantwortet. Es wurde von Seite zu Seite immer intensiver, vorallem die letzten 50 Seiten. Das, was die Protagonistin alles durchmacht und wie sich ihr Leben gestaltet, kann man sich als “normal lebender Mensch” gar nicht vorstellen. Das Ende habe ich nicht ganz verstanden, es kam ein bisschen plötzlich. Es gibt auch ein paar offene Plots, was die Autorin wahrscheinlich absichtlich gemacht hat, damit die Leser*innen Interpretationsfreiheit haben. Die Stelle über ihr Aussehen war super schön zu lesen, gerade als Person, die sich nicht so sieht. Wirklich schön. Im direkten Vergleich zu einer früheren Stelle im Buch: „Ich hätte mich auch mit Buckel oder Hinkebein gemocht, aber um von anderen geliebt zu werden, musste man schön sein.“ 🥹 Eine Geschichte über den weiblichen Zusammenhalt, die bittere Realität des Lebens, Alterns & Sterbens. ❤️🩹
![„Ich war die auserwählte Gefährtin, die den Knoten unseres unbegreiflichen Schicksals lösen konnte [..]” ⚠️🥫](https://social-cdn.read-o.com/images/1776201308765-33.jpg)
Ein Buch, das wirklich unter die Haut geht. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. So sehr hat es mich hineingezogen. Ohne viel zu spoilern: 40 Frauen sind in einem Käfig gefangen, dann sind die Wächter plötzlich verschwunden. Die Frauen wissen nicht, warum sie dort eingesperrt sind, und eine von ihnen, die Erzählerin, kennt keine Welt vor der Gefangenschaft. Diese Ausgangssituation entfaltet eine beklemmende, fast schon zerstörerische Dystopie. Der Roman fühlt sich weniger wie eine klassische Geschichte an, sondern eher wie ein Gedankenexperiment. Die Erzählweise ist nüchtern und klar, fast distanziert, und genau das macht sie so intensiv. Trotz dieser Sachlichkeit entsteht eine enorme Spannung, die einen nicht mehr loslässt. Die Autorin Jacqueline Harpman, war Psychoanalytikerin, und stellt in ihrem Roman grundlegende Fragen. Was macht einen Menschen aus? Was bedeutet Freiheit? Was bleibt von einem Menschen übrig, wenn ihm jede Vergangenheit fehlt? Ein besonderes Buch, das lange nachwirkt. Für mich ist es tatsächlich eines meiner Lieblingsbücher geworden.
Sooooooooo gut!!
Was bleibt vom Menschsein, wenn alles wegfällt? Keine Vergangenheit. Keine Zukunft. Keine Zeit. Keine Berührung, keine Ablenkung, kein Besitz – nicht einmal eine Erinnerung daran, wer man einmal war. Eine Vorstellung, die einem in der heutigen Zeit, in der es kaum noch Langeweile gibt, unvorstellbar ist. Die namenlose Protagonistin kennt nichts außer dem Gefängnis. Und selbst als sich die Tür öffnet, wartet draußen keine Erlösung, sondern eine Welt, die ebenso leer und fremd ist wie ihr Inneres. Was bringt einen Menschen in so einer Realität überhaupt dazu, weiterzuleben? Reicht bloßes Überleben – Nahrung, Wasser, ein Minimum an Schutz – aus, um so etwas wie Sinn zu empfinden? Gerade diese radikale Reduktion fand ich unglaublich faszinierend. Der Roman denkt konsequent zu Ende, was passiert, wenn man dem Leben alles nimmt, was wir für selbstverständlich halten. Und trotzdem – oder gerade deshalb – bleibt eine fast hypnotische Spannung bestehen. Diese Leere ist nicht langweilig, sondern auf eine seltsame Weise intensiv. Mich hat der Roman etwas an Marlen Haushofers „Die Wand" und Margaret Atwoods " Der Report der Magd" erinnert: drei völlig unterschiedliche Welten, die doch dieselbe unbequeme Frage stellen – was macht uns eigentlich zu Menschen? Mit einer scheinbar schlichten, klaren Sprache entwirft Jaqueline Harpman ein so konsequentes, philosophisch durchdachtes Szenario, dass es mich völlig in den Bann gezogen hat. Es ist beeindruckend, wie präzise und kompromisslos sie diesen Gedankenraum auslotet – ohne je in Pathos abzurutschen. Für mich wirklich große, kluge Literatur. Genau mein Geschmack. 🖤

Bewegend
Die Protagonistin sitzt seit ihrer frühsten Jugend mit 39 weiteren Frauen (deutlich älter) in einem Käfig unter der Erde fest. Sie dürfen miteinander sprechen, sich aber nicht berühren. Um den Käfig patrouillieren Männer, aber auch die kommen nicht näher als nötig und sprechen nicht mit den Frauen. Es werden Lebensmittel zum Kochen in den Käfig gegeben, aber Privatsphäre gibt es nicht. Als sie ca. 14-15 Jahre alt ist, geht ein Alarm los und da gerade Essenszeit ist, steckt der Schlüssel im Schloss und die 40 Frauen kommen frei. Ein bewegender Roman über ein Leben in einer Ausnahmesituation und wie "die Kleine" an sie herangeht. Wenn man die Welt nicht kennt, wie entdeckt man sie, wie sieht man sie, wenn sie sich auf einmal für einen eröffnet.
ICH, DIE ICH MÄNNER NICHT KANNTE Jacqueline Harpman ET: 14.03.26 Vierzig Frauen werden in einem Käfig in einem Keller gefangen gehalten. Sechs Männer bewachen sie, sorgen für Nahrung und achten darauf, dass sie Abstand zueinander halten – sprechen jedoch kein Wort mit ihnen. Stattdessen drohen sie mit ihrer Peitsche. Wie die Frauen dorthin gekommen sind, wissen sie nicht mehr. Ihre Erinnerungen an ein früheres Leben, an Familien und Kinder, sind nur noch bruchstückhaft vorhanden – ausgelöscht durch die vielen Drogen, die sie zu Beginn nehmen mussten. Die namenlose Ich-Erzählerin ist die Jüngste unter ihnen und kennt kein Leben außerhalb dieses Kellers. Eines Tages geschieht das Unfassbare: Als ein Wächter gerade die Käfigtür öffnen will, ertönt ein schriller Alarm. Die Aufpasser verschwinden plötzlich und kehren nicht zurück. Den Frauen gelingt es, den Schlüssel zu greifen und sich zu befreien. Doch die Welt außerhalb ihres Gefängnisses ist nicht die, die sie erwartet haben. Schnell wird klar, dass sie sich nicht mehr auf der Erde befinden. Auf der Suche nach einer Stadt ziehen sie los – nur um weitere unterirdische Gefängnisse zu entdecken, in denen jeweils vierzig Männer oder Frauen eingesperrt sind. Anders als sie hatten diese jedoch nicht das Glück, den Schlüssel zu erreichen … Ob sich am Ende klärt, warum die Menschen gefangen gehalten werden und was mit den Wächtern geschehen ist, müsst ihr selbst herausfinden. Was für eine krasse Dystopie! Der Roman erschien ursprünglich 1995 und wurde nun im Klett-Cotta Verlag neu aufgelegt. Wer düstere, geheimnisvolle und atmosphärische Geschichten liebt, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Ich habe das Buch sowohl gelesen als auch gehört und habe der Stimme von Vera Teltz im Hörbuch sehr gerne gelauscht. Gerne empfehle ich euch das Buch beziehungsweise das Hörbuch. 4/5

Heftig, dystopisch, beängstigend
Das war wirklich krass. Man wird direkt in die Szenerie geworfen und ist genauso unwissend und hilflos wie die eingesperrten Frauen. Die Entwicklung der Geschichte war sehr überraschend für mich! Alle meine Fragen blieben unbeantwortet und ich hab tagelang darüber nachgedacht, was passiert ist, wo es spielt und warum das alles passiert ist. Ich sag immer, dass ich offene Endungen hasse, aber eigentlich sind das immer genau die Bücher, die mich am meisten nachhaltig beschäftigen und irgendwie auch anregen. Ganz klare Leseempfehlung!
Ein Buch, dass bleibt
Das Buch hat mich mitgenommen, begeistert und sehr nachdenklich zurückgelassen. Ein Klassiker nicht nur im Bereich feministische Literatur. Ein Buch, von dem ich mir wünsche, dass es Kinder später in der Schule lesen und zum nachdenken angeregt werden. Ein wunderschöner Schreibstil leicht zugänglich, in angenehmen Tempo geschrieben und mit genau der richtigen Länge, um alles notwendige mitzuteilen, ohne sich in Details zu verlieren.
in einem keller werden 39 frauen gefangen gehalten – ohne licht, ohne jedes gefühl für zeit oder raum. eine von ihnen ist die junge protagonistin, die dort aufwächst und aus ihrer perspektive von einem leben in gefangenschaft erzählt. dieser dystopische roman wirkt einerseits sehr realitätsfern, andererseits aber auf beunruhigende weise auch nicht. er erinnert an das szenario in „die wand” von marlen haushofer, mit dem entscheidenden unterschied, dass hier nicht eine einzelne person, sondern viele frauen isoliert sind. dadurch stehen interaktionen, beziehungen und individuelle entwicklungen viel stärker im mittelpunkt. die geschichte hat mich sehr gefesselt. besonders mochte ich die entwicklung der protagonistin, die im laufe der geschichte erwachsen wird. gleichzeitig konnte ich sehr gut nachempfinden, wie frustrierend und lähmend es sein muss, sich noch an das leben vor der gefangenschaft zu erinnern. eine geschichte, die mich so schnell nicht mehr loslassen wird. 🩷
Feministische Dystopie?
Ich bin ein wenig hin- und hergerissen. Das Buch war sehr intensiv, spannend und emotional zerstörend. Ob es es als feministischen Roman bezeichnen würde weiß ich nicht, vielleicht schlägt da aber auch das Erscheidungsjahr zu buche. Ich habe mir etwas anderes unter dem Buch vorgestellt, ohne genau definieren zu können, warum und was. Ein Stern Abzug für das Ende und die fehlende Auflösung, das hatte mir viel Frieden gegeben 😂
Vierzig Frauen sind gemeinsam in einem unterirdischen Gefängnis eingesperrt – ohne zu wissen, warum sie dort sind. Ihr Alltag ist eintönig, jeder Tag gleicht dem anderen. Bis ihnen eines Tages die Flucht gelingt. Doch was erwartet sie draußen, jenseits ihres Käfigs? Vielleicht vorweg: Das ist eigentlich so gar nicht mein typisches Genre – ohne den ganzen Hype hätte ich das Buch wahrscheinlich nie in die Hand genommen. Ich bin ziemlich planlos gestartet… und ehrlich gesagt genauso planlos wieder rausgegangen. Ab einem gewissen Punkt hab ich mich eher durch die Seiten gearbeitet – immer mit dieser leisen Hoffnung. Für die Charaktere, für ihre Reise… und auch ein bisschen für mich, damit ich nicht vorzeitig abbreche. Die Grundidee und auch der Verlauf der Geschichte fand ich eigentlich spannend, aber so richtig eine Verbindung konnte ich bis zum Schluss nicht aufbauen. Dazu kam, dass sich mir der tiefere Sinn des Ganzen nicht wirklich erschlossen hat. Ich dachte immer, ich komme gut mit offenen Enden klar – hier waren es für mich aber einfach zu viele offene Fragen und zu wenig Antworten. Erst nachdem ich das Buch beendet hatte, hab ich erfahren, dass es in der englische Ausgabe eine Einführung gibt. Nachdem ich diese gelesen hab, ist mir einiges klarer geworden und ich konnte auch besser nachvollziehen, worauf die Geschichte - unter anderem - eigentlich hinauswill: Was macht uns menschlich – und was bleibt davon übrig, wenn uns alles genommen wird? Im Nachhinein glaube ich, dass es mir geholfen hätte, die kurze Einführung vorher zu lesen – auch wenn sie schon ziemlich viel vorwegnimmt. Vielleicht wäre ich dann mit ganz anderen Erwartungen (oder am besten mit gar keinen Erwartungen) an die Geschichte herangegangen. Ob das jedoch meine Bewertung verändert hätte, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Vermutlich nicht.
Viele Fragen, wenig Antworten🤔
Es war für mich irgendwie ein zweischneidiges Leseerlebnis. Einerseits finde ich die Grundidee und die vielen offenen Fragen spannend – man hat definitiv viel Raum zum Interpretieren. Andererseits hat mich genau das auch ziemlich frustriert. Warum sind die Frauen gefangen? Was ist mit der Welt passiert? Da kommt einfach nichts Konkretes, und irgendwann dachte ich mir nur noch - okay… aber ich hätte schon gern ein bisschen mehr gewusst. Emotional hat es mich leider auch nicht so richtig gepackt. Der Stil ist sehr nüchtern, fast distanziert, und ich konnte kaum eine Verbindung zur Erzählerin aufbauen. Auch die anderen Frauen bleiben eher blass, was es für mich zusätzlich schwer gemacht hat, wirklich mitzufühlen. Ich habe das Buch nebenbei als Hörbuch gehört – vielleicht hat das auch dazu beigetragen, dass es mich nicht komplett abgeholt hat. Trotzdem: Ich sehe auf jeden Fall, warum das Buch als wichtig gilt. Es ist konsequent, besonders und bleibt irgendwie im Kopf – auch wenn es mich persönlich nicht ganz überzeugt hat.
Boah wow!! Fand ich richtig gut
Chiara lebt ein halbes Leben in einem Keller mit anderen Frauen. Sie hat Ihr Leben lang nie ein Mann gesehen. Sie kennt nur verrückte Geschichten über diese Spezies von den Älteren Frauen die mit ihr eingesperrt sind. Fand das Buch super Spannend, traurig und schockierend. Ich hab es als Höhrbuch gehört und ich kann es wirklich empfehlen.
✨ Rezension ✨
Ich, die ich Männer nicht kannte | Jacqueline Harpman | Klett Cotta | 224 Seiten | Übersetzt von Luca Homburg | ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Auf Instagram aufmerksam geworden, auf der LBM die Klappe gelesen und gekauft. In einem Rutsch durch gelesen und nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Wir begleiten eine namenlose Protagonistin. Zu Beginn der Geschichte ist sie ein Teenager und die jüngste Gefangene in einem unterirdischen Verlies. Mit 39 anderen Frauen jeden alters. Wärter versorgen sie mit dem nötigsten. Privatsphäre existiert nicht. Berührungen? Verboten! Jahrelang! Dann geht ein Alarm los und die Wärter ergreifen die Flucht. Zum Glück wurde in grade dem Moment die Tür aufgeschlossen und so konnten die Frauen fliehen. Aber wo sind sie und warum wurden sie Gefangen gehalten? Die Frage zieht einen durch die Seiten und ob sie sich klärt oder eben nicht, möchte ich gar nicht verraten. Ich konnte das Buch zumindest nicht weg legen und habe unsere Protagonistin bis zum Ende begleitet. Und auch Tage später geht mir der Verlauf der Geschichte und das Schicksal der Protagonisten nicht aus dem Kopf. Ein Buch, das zum Nachdenken einlädt und von mir ein überraschendes Highlight, das ich unbedingt empfehle!

Kluger, bewusst reduzierter Roman über Einsamkeit und Menschsein. Spannend in seinen Fragen – emotional sehr distanziert
⚠️ Könnte Spoiler enthalten ⚠️ In „Ich, die ich Männer nicht kannte“ lebt eine junge Frau gemeinsam mit anderen Frauen eingesperrt in einem unterirdischen Raum. Die Gefangenschaft bestimmt ihren gesamten Alltag, bis eines Tages plötzlich alles offensteht und die Frauen in eine verlassene, fremde Welt hinausgehen. Von dort an begleitet der Roman die Erzählerin durch ein Leben voller Fragen: nach Freiheit, Identität und dem, was vom Menschen bleibt, wenn Gesellschaft, Geschichte und Erinnerung verschwinden. Der Roman funktioniert weniger als klassische Dystopie und mehr als existentialistisches Gedankenexperiment. Jacqueline Harpman interessiert sich nicht für politische Systeme oder dystopische Logik, sondern für grundlegende Fragen des Menschseins: Was macht Identität aus? Wie entstehen Nähe, Kultur oder Erinnerung? Und was bleibt davon übrig, wenn alles Soziale verschwindet? Gerade deshalb beantwortet der Roman fast nichts. Warum die Frauen gefangen gehalten wurden, was mit der Welt passiert ist oder wer die Wächter waren, bleibt offen. Das wirkt bewusst gewählt – kann aber auch frustrierend sein. Auch die Welt selbst bleibt stark abstrahiert: Vieles wirkt traumartig oder allegorisch statt realistisch ausgearbeitet. Die Figuren bleiben ebenfalls auf Distanz. Die Frauen erhalten kaum individuelle Tiefe und verschwimmen teilweise miteinander. Beziehungen wirken oft eher symbolisch als lebendig. Selbst die Erzählerin bleibt trotz der Ich-Perspektive schwer greifbar. Dazu kommt die bewusst nüchterne Sprache: reduziert, beobachtend und emotional kontrolliert. Manche erleben das als hypnotisch und konsequent, andere als monoton. Gerade diese Leere macht für viele die Stärke des Romans aus. Für mich verhindert sie emotionale Nähe. Mich hat das Buch vor allem auf einer gedanklichen Ebene beschäftigt. Die Fragen nach Einsamkeit, Existenz und Menschlichkeit fand ich sehr spannend. Emotional blieb ich aber oft außen vor. Die Figuren wirkten für mich eher wie Träger philosophischer Ideen als wie echte Menschen. Auch die fehlenden Antworten und das kaum vorhandene Worldbuilding haben mich zwischendurch eher frustriert als fasziniert – obwohl ich verstanden habe, dass genau das die Absicht des Romans ist. Die langsame, repetitive Erzählweise passt zur Leere dieser Welt, hat das Lesen für mich aber teilweise auch anstrengend gemacht. Gleichzeitig erzeugt gerade diese Reduktion eine besondere Atmosphäre, die ich schwer beschreiben kann. Am Ende blieb bei mir weniger eine Geschichte hängen als ein Gefühl von Isolation und Fremdheit. ⭐️⭐️⭐️½ Weil Ich, die ich Männer nicht kannte kluge existenzielle Fragen stellt und eine ungewöhnliche Atmosphäre erschafft – mich emotional aber auf Distanz gehalten hat. #IchDieIchMännerNichtKannte #JacquelineHarpman #Existenzialismus #Dystopie #Einsamkeit #PhilosophischeLiteratur

Eine Reise in die Verwirrung
Das war mein erstes Buch dieser Art,. Was soll ich sagen, auf eine Art viele wichtige Botschaften und Verwirrung. Ich bin so durch die Seiten geflogen. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit dieser Geschichte aufsich hat. Es war ein sehr außergewöhnliche Geschichte. Seid neugierig, und macht auch diese Reise mit der Protagonistin durch diese Welt.
Für mich ein zu krasses Buch
Ein Buch, das ich sehr kontrovers sehe. Ja, es ist ein pageturner, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Ja, es ist ein gelungener, sehr atmosphärischer Schreibstil und ja, das Buch hat etwas mit mir gemacht und ich werde es so schnell nicht vergessen. Und dennoch reicht es bei mir nur für 3 Sterne, denn nein, ich würde es nicht weiterempfehlen. Nein, ich mag das dystopische Genre nicht und ein drittes nein für dieses Buch, denn es hat mir tatsächlich schlaflose Nächte bereitet. Die dystopische Darstellung eines möglichen Endes der Menschheit las sich für mich schlimmer als jedes echte Horrorbuch. Von Anfang bis Ende ist die Geschichte geprägt von absoluter Hoffnungs- und Sinnlosigkeit der letzten 40 überlebenden Frauen. Hinzu kommt eine stetige Erwartungshaltung der Lesenden, dass etwas Schreckliches passieren wird. Dass dies jedoch Seite um Seite bis zum Schluss ausbleibt, macht das Buch nur noch unerträglicher. Mich hat das Buch daher sehr traurig gestimmt und etwas ratlos zurückgelassen. Darüber konnten mir auch die interessanten gesellschaftskritischen Fragestellungen, die aufgeworfen werden (Was macht den Menschen eigentlich zum Menschen?) nicht hinweghelfen.
Kommt auf den Stapel: Lieblingsbücher!
Ich, die ich Männer nicht kannte hat mich umgehauen, erschüttert, tief bewegt und wird wohl noch länger nachwirken! Sowas habe ich noch nie gelesen!! Wie kann ein so kurzes Buch so intensiv sein?! Krass... Einfach nur krass!!! Wird dem Hype auf jeden Fall gerecht ..






















































