Aufrecht

Aufrecht

Hardback
4.031

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Description

Was wissen wir wirklich über die Menschen, die uns am nächsten stehen?

Als Lea Ypi im Internet ein ihr unbekanntes Foto entdeckt, das ihre Großeltern 1941 beim Après-Ski in den italienischen Alpen zeigt, fragt sie sich, was sie wirklich über ihre Familie weiß. Warum hat ihre geliebte Großmutter Leman, genannt Nini, Französisch gesprochen, wenn sie doch in Saloniki aufgewachsen war, als Enkelin eines Würdenträgers? Was hatte sie bewogen, als junge Frau Griechenland zu verlassen und auf eigene Faust nach Tirana zu gehen? Wie war sie mit Asllan zusammengekommen, ihrem Mann, der bald für viele Jahre in einer »Universität« verschwand? Und warum lächelte sie im Schnee von Cortina und zu einer Zeit, in der es nichts zu lachen gab, weil in Europa ein grausamer Krieg tobte?

Lea reist an die Orte von Lemans Leben, um es Stück für Stück anhand von Archivalien, Akten und Anekdoten zu rekonstruieren. Gebannt folgt man ihr in die untergegangene Welt der osmanischen Aristokratie, an die Wiege der neuen Nationalstaaten auf dem Balkan und natürlich nach Albanien, erst unter faschistischer Besatzung, dann unter kommunistischer Herrschaft.

Fesselnd, empathisch und in ihrem unnachahmlichen Ton erzählt Lea Ypi in Aufrecht von den Wendepunkten eines Lebens in extremen Zeiten – von schicksalhaften Begegnungen, von Liebe und Verrat sowie von Entscheidungen gegen den Strom der Geschichte. Ihr neues Buch – der lang erwartete Prequel zum international gefeierten Bestseller Frei – ist atemberaubende Familiensaga und tiefgründige Reflexion über die Zerbrechlichkeit der Wahrheit. Mit der Kraft der Imagination setzt es Menschen ein Denkmal, die ihre Würde zu bewahren vermochten, als sie mit Stiefeln getreten wurde. Episch.

Book Information

Main Genre
Biographies
Sub Genre
Historical Figures
Format
Hardback
Pages
389
Price
28.80 €

Author Description

Lea Ypi, geboren 1979 in Tirana, Albanien, ist Professorin für Politische Theorie an der London School of Economics, Mitglied der British Academy und der Academia Europaea sowie Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Sie hat unter anderem in Paris, Oxford, Stanford, Berlin und Frankfurt am Main geforscht und gelehrt, regelmäßig schreibt sie für The Guardian. Ihr autobiographisches Sachbuch Frei, das in mehr als 35 Sprachen vorliegt, gewann den renommierten Ondaatje Prize sowie den Slightly Foxed First Biography Prize. Außerdem wurde es für die Bühne adaptiert.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
47%
32%
N/A
N/A
38%
9%
52%
72%
61%
29%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
65%
62%
64%
82%

Pace

Fast0%
Slow100%
Moderate0%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex100%
Moderate0%
Poetisch (100%)

Posts

6
All
4.5

Eine spannende und tragische Geschichte ⛈️

Eines meiner liebsten Dinge ist es durch Bücher über andere Länder zu lernen. „Aufrecht“ erzählt von Albaniens Geschichte, reiht sich also wunderbar in meine liebste Art von Büchern ein. Ich habe viel gelernt und viel mit den Charakteren mit getrauert und gebangt. Ein sehr empfehlenswerter kluger Roman, der für mich nur aufgrund der wenigen etwas zu philosophischen Stellen ein wenig Punktabzug bekommt. Philosophie ist nicht mein Ding; Geschichte aber schon, deswegen super empfehlenswert. 😊🌟

Eine spannende und tragische Geschichte ⛈️
4

Ich liebe einfach Lea Ypi und ihre Bücher. wieder ein fesselndes Buch über die Geschichte Albaniens, Griechenlands und ganz Osteuropa in den Zeitalter des Faschismus bis heute. Nicht immer einfach zu lesen, aber wahnsinnig gut - besonders aufgrund der starken Frauenfiguren !

3

Auf der Suche nach der Haltung

Albanien, der Staat, der von vielen Mächten als Spielball benutzt wurde, ist für mich noch ein großes Geheimnis, obwohl ich viele Menschen kenne, die ihre Wurzeln dort haben. Lea Ypi wird als eine der bedeutendsten zeitgenössischen politischen Denkerinnen angesehen. Sie verbindet philosophische Theorie mit persönlicher Erfahrung, insbesondere zur Frage von Freiheit, Demokratie und politischer Transformation, und erreicht damit ein breites internationales Publikum. Eine Fachzeitschrift zählt sie zu den Top Ten Thinkers of the World und das merkt man ihrem Buch an Ihr fällt das Hochzeitsfoto ihrer Großmutter Leman in die Hände, dass sie in den italienischen Alpen 1941 zeigt, und es stellt sich für Lea die Frage, ob diese ihr ein Leben lang etwas verschwiegen hat. War sie wirklich die aufrechte Großmutter oder gar eine Spionin. Hat sie mit den Nazis kollaboriert? Und warum taucht ihr Name nirgendwo auf, wo es Antworten geben könnte. Lea Ypi reißt zu verschiedenen Archiven und rekonstruiert anhand von Erzählungen und dem, was sie findet, die Lebensgeschichte dieser von ihr sehr geliebten Person. Viele Stellen bleiben offen und diese füllt die Autorin mit geschichtlichem Hintergrundwissen, eigenen Gedanken und Analysen. Das ist nicht immer leicht zu lesen. Sie mäandert oft sprachlich zwischen Wahrheit und Mutmaßung. Struktur findet man allerdings schon, und zwar im Aufbau des Memoirs. Was mich sehr interessiert hat, ist die Geschichte Albaniens und seine Verstrickungen mit anderen Nationen auf dem Westbalkan und Griechenland. Ständig hatte irgendjemand anderes das sagen, über dieses kleine Land. Zwischen Orient und Okzident haben sie es schwer gehabt, eigene Wege zu gehen. Die Albaner, misstrauisch aus historischen Gründen, nennen Europa ihr eigen, denn es zieht sie als Migranten in viele Länder. Für mich erschließt sich auf einmal die enge Bindung an Italien und ich habe den Eindruck, dass Albaniens Rolle in Europa wirklich viele Geheimnisse birgt, dir es zu entdecken lohnt. Ypi spart nicht mit philosophischen Elegien. Ich konnte ihr gut folgen, und vieles hat mich sehr zum nachdenken angeregt. Doch die schiere Masse an Informationen, mit intellektuellem Anspruch, haben mich manchmal ein bisschen erschlagen. Es ist also kein Buch zum leicht weg lesen. Der Versuch einer Rekonstruktion der Geschichte ihrer Großmutter war noch am süffigsten zu lesen. Bei den vielen Namen und Zahlen hat sie mich aber leider oft verloren. Obwohl mich Historisches rund um Skanderbeg und Hodxa sehr interessierte, wurde es oft so beiläufig in den Text eingeflochten und von anderen Informationen wieder abgelöst, so dass ich dort keinen besonderen Mehrwert gespürt habe. Wenn der Kopf die ganze Zeit raucht beim Lesen, dann kann er weniger abspeichern. Das erzählende Sachbuch hat es also in sich, viel Gewicht und verknüpft eine Lebensgeschichte mit Geschichtsunterricht. Ein Buch das Zeit braucht und dass sich noch mal zu lesen wirklich lohnt. Ich empfehle es euch, wenn ihr mit schwergewichtige Texten gut klarkommt und ein Interesse daran habt, ein Land Europas besser zu verstehen, welches erst noch in Gänze entdeckt werden möchte.

3

Spannend aber langatmig

Ich hatte um ehrlich zu sein sehr hohe Erwartungen an dieses Buch aufgrund der medialen Bewerbung und dem Klappentext. Ich musst sehr viel googeln um gewisse Handlungen geschichtlicher Herkunft zu verstehen. Die Geschichte ist sehr spannend, mir gefällt auch der Stil der Recherchen, allerdings wurde anfänglich die Geschichte sehr lang gezogen und das Buch wurde dadurch sehr langatmig. Fazi: Anspruchsvolle Unterhaltung der man Aufmerksamkeit beim Lesen schenken sollte und die man nicht in ein paar Tagen durchliest. Spannende Geschichte mit kleinem Plot Twist am Ende.

Zunächst ist es gar nicht einfach das Genre des Buches zu bestimmen. In der Rahmenhandlung besucht die Autorin Lea Ypi Archive und durchwälzt Akten, die Spitzel des kommunistischen Albaniens angefertigt haben, um mehr über ihre Großmutter Lemann Ypi herauszufinden. Den Großteil des Buches nehmen aber erzählte Szene vor allem aus der Sicht von Leman Ypi (die Großmutter der Autorin), aber auch anderen Familienangehörigen ein. Obwohl formal realistisch, wird klar, dass hier Aktennotizen (welche auch zwischen den Kapiteln als direkte Auszüge gestellt sind), Erinnerungen, Anekdoten, historisches Wissen und die Interessen der Autorin Lea Ypi als Philosophin hineinspielen und ausgestellt werden. Die politischen Verflechtungen Albaniens ist am Anfang schwierig zu folgen, aber fällt im Laufe der Lektüre leichter. Am Ende ist das Buch eine faszinierende Reflexion über Individuum und System, die sowohl sehr klever und analytisch, als auch persönlich und einfühlend sein kann. Und am Ende steht die Frage der Autorin, mit der die Ausgangslage für das Buch gelegt ist: „Bedeutet Kultur nicht immer, die Toten ohne ihre Einwilligung in unsere Welt zurückzubefördern?“

4

Ich hatte dieses Buch angefangen zu hören und komplett den Faden verloren. Dann haben wir auf einem Roadtrip zuerst Free gehört und dann Indignity nochmal von vorne und dann konnte ich der Geschichte folgen. Auf jeden Fall spannend, aber Free war mehr “straight forward” und näher, humorvoller… Ich fand die Sprache in Free auch klarer- Indignity hatte sehr viele sprachliche Bilder/Vergleiche ( zum Beispiel war irgendetwas like Champagne glasses after a party), die meiner Meinung nach nichts zur die Botschaft beigetragen haben. Aber trotzdem auf jeden Fall Lesens/hörenswert! Wir haben danach noch dieses Interview von ihr gehört, wo sie Ideen aus dem Buch weiter erklärt: https://m.youtube.com/watch?v=OIbmf8Q6T-k&pp=ygUHbGVhIHlwaQ%3D%3D&ra=m Mein Fazit für Indivnity wäre sowas wie - zuerst Free hören/lesen, damit man den Cast of Characters kennt :-)

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