Die Frauen
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Description
Der Bass Rock wirft seit Jahrhunderten einen Schatten auf North Berwick und seine Bewohner. Neu unter ihnen: Ruth Hamilton, die in den Jahren nach dem Krieg mit ihrem Mann und zwei Stiefsöhnen in ein zugiges Haus am Meer zieht. Ruth ist zum ersten Mal schwanger und zusehends allein: die Kinder im Internat, der Mann über Wochen in seiner Londoner Kanzlei. Als Großstädterin hadert sie mit der Abgeschiedenheit und auch mit den sonderbaren Gebräuchen der einheimischen Gesellschaft. Ein Strandpicknick mitten im Winter? Die Frauen eigenartig kostümiert? Ruth passt sich an, ein wenig. Bis sie begreift: Das hier passiert nicht nur ihr. Es ist ein altes Spiel. Sie soll es nicht gewinnen.
Ein halbes Jahrhundert später, das Anwesen am Bass Rock steht zum Verkauf, kommt wieder eine Frau in den Norden. Viv hadert mit ihrem Single-Dasein, aber auch mit den Gelegenheiten, es zu beenden. Außerdem schläft sie schlecht, in jedem der Betten in dem alten Haus. Ihr ist, als würde sie heimgesucht von dunklen Geschichten. Geschichten von aufsässigen Frauen, von Frauen in Bedrängnis. Und ihre Stiefgroßmutter Ruth ist nur eine davon.
Im Ton mal spöttisch, mal drastisch und voll wilder Wut über eine Welt, die den Männern allein gehört, ist Evie Wylds «Die Frauen» Ghost Story, Kampfschrift, Familiensaga. Ein Buch mit vielen Gesichtern.
«Eine Gothic Novel für unsere Zeit. Ungeheuer gut beobachtet, zutiefst verstörend und absolut fesselnd. Wie alle Werke von Evie Wyld voller erhellender Einsichten zu dem, was Menschen einander physisch und psychisch antun können. Ein Meisterwerk.» Max Porter
Book Information
Author Description
Evie Wyld, 1980 in London geboren und in Australien aufgewachsen, erhielt für ihr literarisches Werk zahlreiche Auszeichnungen und Preise, unter anderem den John Llewellyn Rhys Prize, den Miles Franklin Award, den Literaturpreis der Europäischen Union und zuletzt, für «The Bass Rock» (dt. «Die Frauen»), den Stella Prize 2021. Sie wurde nicht nur als eine von Grantas «Best of Young British Novelists», sondern auch von der BBC als eine der zwölf besten neuen Schriftstellerinnen ausgezeichnet. Wyld lebt im Londoner Stadtteil Peckham.
Posts
Was hat mich dieses Buch gefangen genommen, förmlich eingesogen in seine Geschichte, die selten deutlich, aber immer bedrohlicher wird. Frauen und Gewalt über Generationen stehen im Mittelpunkt, dabei steigert sich die ständige Bedrohung, die jedes Tun und Sagen begleitet, ins kaum Ertragbare. Eine dunkle mystisch Atmosphäre, wabert zwischen den Zeilen und wird zu einem erdrückendem Nebel, der sich auf die Atemwege legt. Die unterschiedlichen Erzählstränge geben mal mehr mal weniger eine deutliche Geschichte preis, aber gerade das peitscht die Angst durch die Seiten. Das Gefühl eine Jagdtrophäe zu sein stellt sich ein. Jede Flucht oder Gegenwehr scheint von Beginn an aussichtslos. Irgendwie Überleben - und manchmal auch Sterben - sind als einzige Möglichkeiten wählbar. Mich hat das Buch in seinen Bann geschlagen. So vieles, was als Frau leben in einer von Männern dominierten Welt bedeutet, wird angesprochen und ausgespielt. Zwischen den Zeilen, in Gedanken, Gefühlen und nackten Tatsachen. Frauen im Überlensmodus gnadenlos zum Leben erweckt.

Die Frauen von Evie Wyld erzählt die Geschichten dreier Frauen in drei verschiedenen Jahrhunderten. Teilweise sind sie miteinander verwandt, das Verbindungsglied zwischen ihnen ist aber eigentlich der Bass Rock (wie das Buch auch im Original heißt), ein Felsen vor der schottischen Küste, unweit von Edinburgh. Gemein haben sie zudem die Gewalt, die ihnen von Männern angetan wird, auch wenn diese unterschiedliche Formen annimmt. Am meisten hineinfühlen konnte ich mich in Ruth, die Protagonistin des zweiten Handlungsstrangs. Mit Viviane, der Protagonistin der Handlung im 21. Jahrhundert, tat ich mir da wesentlich schwerer. Sie verhält sich oft merkwürdig und auch ihr Verhältnis zu Männern war nicht immer ganz nachvollziehbar. Die drei Handlungsstränge sind mit einander verwoben, teilweise greifen sie einander vor. Gegen eine solche Erzählweise ist prinzipiell nichts einzuwenden. Hier macht es das Lesen aber unnötig kompliziert. Auch die vielen mysteriösen Elemente, die kurz in den Raum geschmissen, dann aber nicht weiter aufgegriffen wurden, störten mich beim Lesen sehr. Hier wurde viel Potenzial verschenkt. Ich finde es wichtig, das Gewalt gegen Frauen thematisiert wird und auch die unterschiedlichen Varianten aufgezeigt werden. In diesem Fall hätten es aber weniger Fälle und Handlungsstrenge auch getan. Die Botschaft wäre deutlicher geworden und das Buch besser zu lesen.
I listened to the audiobook, and I think it was a great decision to have different narrators for the different timelines. Otherwise the listening-experience might have been a little confusing at times because of the worrying similarities in them. Generally, a very interesting mixture of family history, ghost tale and a chronicle of male violence (against - mainly, but not only - women) and retaliation.
Description
Der Bass Rock wirft seit Jahrhunderten einen Schatten auf North Berwick und seine Bewohner. Neu unter ihnen: Ruth Hamilton, die in den Jahren nach dem Krieg mit ihrem Mann und zwei Stiefsöhnen in ein zugiges Haus am Meer zieht. Ruth ist zum ersten Mal schwanger und zusehends allein: die Kinder im Internat, der Mann über Wochen in seiner Londoner Kanzlei. Als Großstädterin hadert sie mit der Abgeschiedenheit und auch mit den sonderbaren Gebräuchen der einheimischen Gesellschaft. Ein Strandpicknick mitten im Winter? Die Frauen eigenartig kostümiert? Ruth passt sich an, ein wenig. Bis sie begreift: Das hier passiert nicht nur ihr. Es ist ein altes Spiel. Sie soll es nicht gewinnen.
Ein halbes Jahrhundert später, das Anwesen am Bass Rock steht zum Verkauf, kommt wieder eine Frau in den Norden. Viv hadert mit ihrem Single-Dasein, aber auch mit den Gelegenheiten, es zu beenden. Außerdem schläft sie schlecht, in jedem der Betten in dem alten Haus. Ihr ist, als würde sie heimgesucht von dunklen Geschichten. Geschichten von aufsässigen Frauen, von Frauen in Bedrängnis. Und ihre Stiefgroßmutter Ruth ist nur eine davon.
Im Ton mal spöttisch, mal drastisch und voll wilder Wut über eine Welt, die den Männern allein gehört, ist Evie Wylds «Die Frauen» Ghost Story, Kampfschrift, Familiensaga. Ein Buch mit vielen Gesichtern.
«Eine Gothic Novel für unsere Zeit. Ungeheuer gut beobachtet, zutiefst verstörend und absolut fesselnd. Wie alle Werke von Evie Wyld voller erhellender Einsichten zu dem, was Menschen einander physisch und psychisch antun können. Ein Meisterwerk.» Max Porter
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Author Description
Evie Wyld, 1980 in London geboren und in Australien aufgewachsen, erhielt für ihr literarisches Werk zahlreiche Auszeichnungen und Preise, unter anderem den John Llewellyn Rhys Prize, den Miles Franklin Award, den Literaturpreis der Europäischen Union und zuletzt, für «The Bass Rock» (dt. «Die Frauen»), den Stella Prize 2021. Sie wurde nicht nur als eine von Grantas «Best of Young British Novelists», sondern auch von der BBC als eine der zwölf besten neuen Schriftstellerinnen ausgezeichnet. Wyld lebt im Londoner Stadtteil Peckham.
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Was hat mich dieses Buch gefangen genommen, förmlich eingesogen in seine Geschichte, die selten deutlich, aber immer bedrohlicher wird. Frauen und Gewalt über Generationen stehen im Mittelpunkt, dabei steigert sich die ständige Bedrohung, die jedes Tun und Sagen begleitet, ins kaum Ertragbare. Eine dunkle mystisch Atmosphäre, wabert zwischen den Zeilen und wird zu einem erdrückendem Nebel, der sich auf die Atemwege legt. Die unterschiedlichen Erzählstränge geben mal mehr mal weniger eine deutliche Geschichte preis, aber gerade das peitscht die Angst durch die Seiten. Das Gefühl eine Jagdtrophäe zu sein stellt sich ein. Jede Flucht oder Gegenwehr scheint von Beginn an aussichtslos. Irgendwie Überleben - und manchmal auch Sterben - sind als einzige Möglichkeiten wählbar. Mich hat das Buch in seinen Bann geschlagen. So vieles, was als Frau leben in einer von Männern dominierten Welt bedeutet, wird angesprochen und ausgespielt. Zwischen den Zeilen, in Gedanken, Gefühlen und nackten Tatsachen. Frauen im Überlensmodus gnadenlos zum Leben erweckt.

Die Frauen von Evie Wyld erzählt die Geschichten dreier Frauen in drei verschiedenen Jahrhunderten. Teilweise sind sie miteinander verwandt, das Verbindungsglied zwischen ihnen ist aber eigentlich der Bass Rock (wie das Buch auch im Original heißt), ein Felsen vor der schottischen Küste, unweit von Edinburgh. Gemein haben sie zudem die Gewalt, die ihnen von Männern angetan wird, auch wenn diese unterschiedliche Formen annimmt. Am meisten hineinfühlen konnte ich mich in Ruth, die Protagonistin des zweiten Handlungsstrangs. Mit Viviane, der Protagonistin der Handlung im 21. Jahrhundert, tat ich mir da wesentlich schwerer. Sie verhält sich oft merkwürdig und auch ihr Verhältnis zu Männern war nicht immer ganz nachvollziehbar. Die drei Handlungsstränge sind mit einander verwoben, teilweise greifen sie einander vor. Gegen eine solche Erzählweise ist prinzipiell nichts einzuwenden. Hier macht es das Lesen aber unnötig kompliziert. Auch die vielen mysteriösen Elemente, die kurz in den Raum geschmissen, dann aber nicht weiter aufgegriffen wurden, störten mich beim Lesen sehr. Hier wurde viel Potenzial verschenkt. Ich finde es wichtig, das Gewalt gegen Frauen thematisiert wird und auch die unterschiedlichen Varianten aufgezeigt werden. In diesem Fall hätten es aber weniger Fälle und Handlungsstrenge auch getan. Die Botschaft wäre deutlicher geworden und das Buch besser zu lesen.
I listened to the audiobook, and I think it was a great decision to have different narrators for the different timelines. Otherwise the listening-experience might have been a little confusing at times because of the worrying similarities in them. Generally, a very interesting mixture of family history, ghost tale and a chronicle of male violence (against - mainly, but not only - women) and retaliation.









