Verletzlichkeit macht stark
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Description
In einer Welt, in der Versagensangst den meisten Menschen zur zweiten Natur geworden ist, erscheint Verletzlichkeit als gefährlich .
Doch das Gegenteil ist der Fall. Brené Brown zeigt: Verletzlichkeit ist die Voraussetzung dafür, dass Liebe, Zugehörigkeit, Freude und Kreativität entstehen können . Unter ihrer behutsamen Anleitung entdecken wir die Kraft , die wir hinter unseren Schutzpanzern verborgen halten, und entwickeln den Mut , uns für das einzusetzen, was uns wirklich etwas bedeutet.
Book Information
Author Description
Brené Brown ist Professorin am Graduate College of Social Work in Houston, Texas. Seit zwanzig Jahren erforscht sie die Themen Verletzlichkeit, Scham, Authentizität und innere Stärke. Ihr TED-Talk „Die Kraft der Verletzlichkeit“, der über 23 Millionen Mal heruntergeladen wurde, machte sie weltweit bekannt. Ihre Bücher, darunter „Die Gaben der Unvollkommenheit“ und „Verletzlichkeit macht stark“, avancierten in den USA zu Bestsellern. Die beliebte Vortragsrednerin lebt mit ihrem Mann Steve und zwei Kindern in Houston.
Posts
Ein spannender Blickwinkel auf Selbstliebe
Das Buch bietet einen spannenden Blickwinkel auf Selbstliebe basierend auf dem Zulassen von Verletzlichkeit und dem Gefühl der Scham. Es ist eine Übersetzung aus dem Amerikanischen Englisch und das merkt man teilweise bei sperrigen Begriffen ("Leben aus vollem Herzen" vs. "wholehearted living"). Auch die Beispiele sind aus dem US-amerikanischen Alltag gegriffen und waren für mich teilweise schwer nachzufühlen. Die Grundthematik ist mir nicht fremd, dadurch fand ich das Buch teilweise etwas langatmig und repetitiv. Dadurch wirkte es teilweise auch etwas wirr, weil man das Gefühl hatte, hier schon mal gewesen zu sein. Wenn man sich aber neu in dieser Thematik informiert oder das Buch über einen längeren Zeitraum liest, ist das wahrscheinlich eine Stärke des Buches. Ich mochte den Mix aus Beobachtung, wissenschaftlicher Theorie dahinter und folgenden Beispielen, der sich wahrscheinlich direkt aus der verwendeten Methode der Grounded Theory ergeben hat. Inbesondere die Unterscheidung Scham vs. Schuld fand sehr gut auf meine Lebensrealität übertragbar. Der Autorin ist es allgemein gut gelungen dröge Wissenschaft alltagstauglich wiederzugeben.
Tolle Inhalte, aber mies geschrieben
Was das Buch vermitteln soll ist wirklich aufschlussreich und super, aber ich konnte mich mit dem völlig umstrukturierten und wirren Schreibstil nicht anfreunden, sodass mir wohl leider wenig im Kopf bleiben wird von diesem Buch. Schade, vielleicht gibt es irgendwann ein Worl Book als strukturierte Zusammenfassung.
1 Stern Abzug, da das Buch manchmal wirr geschrieben ist. Mit einem Kapitel konnte ich gar nichts anfangen. Ich denke aber, dass man es auch nochmal lesen muss, um alles zu verstehen. Gerade das Kapitel über Scham ist großartig. Ich habe viel für mich daraus mitgenommen. Sehr berührt hat mich auch das Kapitel über die Erziehung von Kindern.
„Daring greatly is being brave and afraid every minute of the day at the exact same time.“ I picked up Daring Greatly after watching Brent Brown’s TED Talk on the power of vulnerability and hearing friends rave about her research and wisdom for weeks on end. Daring Greatly did not disappoint. Brown explores vulnerability, why we are afraid of it, what keeps us from allowing shame, and how it affects us. I found it especially interesting to read how vulnerability and shame affect women and men so inherently differently. The entire book is backed up with research data, numbers and tales from her work, which makes it a bit tedious to read at parts and brings a very western, science-based narrative to the table. I enjoyed her humor, her candor, and her bold honesty, with which she tells her own stories about parenthood, career, and relationships. What I have to mention, though, is that while Brene Brown very thoroughly discusses vulnerability and shame in different aspects of life, she doesn’t really address the underlying structures and issues in society. It would have been nice to - even if briefly - discuss how changing the narrative would be possible, how do we really deal with the information just learned and how do we really implement vulnerability into our lives. The book did give me a different outlook on vulnerability, shame, wholeheartedness, and scarcity. I can highly suggest this to anyone interested in personal development, parenthood, and very well researched non-fiction books.
loti loti patīk šī grāmata "real isn't how you are made," said the skin horse. "it's a thing that happens to you. when a child loves you for a long, long time, not just to play with, but really loves you, then you become real." "does it hurt?" asked the rabbit. "sometimes," said the skin horse, for he was always truthful. "when you are real, you don't mind being hurt." "does it happen all at once, like being wound up," he asked, "or bit by bit?" "it doesn't happen all at once," said the skin horse. "you become it. it takes a long time. that's why it doesn't often happen to people who break easily, or have sharp edges, or who have to be carefully kept. generally, by the time you are real, most of your hair has been loved off, and your eyes drop out, and you get loose in the joints and very shabby. but these things don't matter at all, because once you are real, you can't be ugly, except to people who don't understand. "
Ich glaube, das Buch kann mit dem größten Gewinn gelesen werden, wenn es nicht aufgrund seiner Entscheidung zur Zugänglichkeit und seiner ideologischen Grenzen abgewertet wird. Was Browns Text an politischer Radikalität manchmal fehlt (wodurch es teilweise am neoliberalen Motiv mitschreibt, dass strukturelle Probleme sich mehrheitlich durch eigenverantwortliche Seelenarbeit lösen ließen), macht es durch viele berührende Geschichten und ein interessantes Nebeneinander aus einfach geführter Sprache und wissenschaftlicher Methodik (die im Anhang transparent gemacht wird) wieder wett! Letztlich steckt in Browns Theorie der Scham und Verletzlichkeit eine angenehm antikapitalistische Grundhaltung: Das ständige Mangelgefühl, nicht gut genug zu sein und nicht alle Bedingungen erfüllt zu haben, um sich gut genug fühlen zu dürfen, ist ein Motor für den Wachstumskapitalismus und seine toxischen Arbeitskulturen. All dem gerade im Alltag durch die Anerkennung von Verletzlichkeit etwas entgegenzusetzen, kann das radikalste sein, was wir tun können, und letztlich verbleibt Brown eben nicht bei individueller Selbsthilfe, sondern formuliert prägnante Forderungen an Institutionen wie Firmen, Schulen, etc. Auch die Kapitel über die Bedeutung von Gender im Kontext von Schamgefühlen sind unfassbar wichtig. Das Buch sprach mir an so vielen Stellen aus der Seele, und allein für diese Momente sind 5 Sterne für mich gerechtfertigt, trotz Kritik an letztlicher Kapitalismus-Komformität, einer diffus-weltlichen Spiritualität und Heteronormativität. Aber auch wenn Brown eher das Ziel verfolgt, dem Bestehenden zu "helfen" (um für maximale Anschlussfähigkeit ihre Erkenntnisse so zu verpacken, dass sie dem bestehenden System nicht allzu sehr "weh tun" und für viele genießbar sind), weisen viele ihrer Gedanken über das typische amerikanische Selfhelp-Gelaber weit hinaus. (Ich kam übrigens auf das Buch zurück, weil ich vor einigen Wochen noch über meiner Master-Arbeit zu Boris Nikitins "Versuch über das Sterben" saß - ein Theater-Monolog, der als schmales Bändchen in der edition frida erschienen ist. Ohne zu viel zu spoilern: Eine einnehmend politisch radikale Definition von "Vulnerability" wird dort entwickelt, und wer auf der Suche ist, was er:sie nach Browns Buch lesen kann - Empfehlung!)
Ich glaube, das Buch kann mit dem größten Gewinn gelesen werden, wenn es nicht aufgrund seiner Entscheidung zur Zugänglichkeit und seiner ideologischen Grenzen abgewertet wird. Was Browns Text an politischer Radikalität manchmal fehlt (wodurch es teilweise am neoliberalen Motiv mitschreibt, dass strukturelle Probleme sich mehrheitlich durch eigenverantwortliche Seelenarbeit lösen ließen), macht es durch viele berührende Geschichten und ein interessantes Nebeneinander aus einfach geführter Sprache und wissenschaftlicher Methodik (die im Anhang transparent gemacht wird) wieder wett! Letztlich steckt in Browns Theorie der Scham und Verletzlichkeit eine angenehm antikapitalistische Grundhaltung: Das ständige Mangelgefühl, nicht gut genug zu sein und nicht alle Bedingungen erfüllt zu haben, um sich gut genug fühlen zu dürfen, ist ein Motor für den Wachstumskapitalismus und seine toxischen Arbeitskulturen. All dem gerade im Alltag durch die Anerkennung von Verletzlichkeit etwas entgegenzusetzen, kann das radikalste sein, was wir tun können, und letztlich verbleibt Brown eben nicht bei individueller Selbsthilfe, sondern formuliert prägnante Forderungen an Institutionen wie Firmen, Schulen, etc. Auch die Kapitel über die Bedeutung von Gender im Kontext von Schamgefühlen sind unfassbar wichtig. Das Buch sprach mir an so vielen Stellen aus der Seele, und allein für diese Momente sind 5 Sterne für mich gerechtfertigt, trotz Kritik an letztlicher Kapitalismus-Komformität, einer diffus-weltlichen Spiritualität und Heteronormativität. Aber auch wenn Brown eher das Ziel verfolgt, dem Bestehenden zu "helfen" (um für maximale Anschlussfähigkeit ihre Erkenntnisse so zu verpacken, dass sie dem bestehenden System nicht allzu sehr "weh tun" und für viele genießbar sind), weisen viele ihrer Gedanken über das typische amerikanische Selfhelp-Gelaber weit hinaus. (Ich kam übrigens auf das Buch zurück, weil ich vor einigen Wochen noch über meiner Master-Arbeit zu Boris Nikitins "Versuch über das Sterben" saß - ein Theater-Monolog, der als schmales Bändchen in der edition frida erschienen ist. Ohne zu viel zu spoilern: Eine einnehmend politisch radikale Definition von "Vulnerability" wird dort entwickelt, und wer auf der Suche ist, was er:sie nach Browns Buch lesen kann - Empfehlung!)
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In einer Welt, in der Versagensangst den meisten Menschen zur zweiten Natur geworden ist, erscheint Verletzlichkeit als gefährlich .
Doch das Gegenteil ist der Fall. Brené Brown zeigt: Verletzlichkeit ist die Voraussetzung dafür, dass Liebe, Zugehörigkeit, Freude und Kreativität entstehen können . Unter ihrer behutsamen Anleitung entdecken wir die Kraft , die wir hinter unseren Schutzpanzern verborgen halten, und entwickeln den Mut , uns für das einzusetzen, was uns wirklich etwas bedeutet.
Book Information
Author Description
Brené Brown ist Professorin am Graduate College of Social Work in Houston, Texas. Seit zwanzig Jahren erforscht sie die Themen Verletzlichkeit, Scham, Authentizität und innere Stärke. Ihr TED-Talk „Die Kraft der Verletzlichkeit“, der über 23 Millionen Mal heruntergeladen wurde, machte sie weltweit bekannt. Ihre Bücher, darunter „Die Gaben der Unvollkommenheit“ und „Verletzlichkeit macht stark“, avancierten in den USA zu Bestsellern. Die beliebte Vortragsrednerin lebt mit ihrem Mann Steve und zwei Kindern in Houston.
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Ein spannender Blickwinkel auf Selbstliebe
Das Buch bietet einen spannenden Blickwinkel auf Selbstliebe basierend auf dem Zulassen von Verletzlichkeit und dem Gefühl der Scham. Es ist eine Übersetzung aus dem Amerikanischen Englisch und das merkt man teilweise bei sperrigen Begriffen ("Leben aus vollem Herzen" vs. "wholehearted living"). Auch die Beispiele sind aus dem US-amerikanischen Alltag gegriffen und waren für mich teilweise schwer nachzufühlen. Die Grundthematik ist mir nicht fremd, dadurch fand ich das Buch teilweise etwas langatmig und repetitiv. Dadurch wirkte es teilweise auch etwas wirr, weil man das Gefühl hatte, hier schon mal gewesen zu sein. Wenn man sich aber neu in dieser Thematik informiert oder das Buch über einen längeren Zeitraum liest, ist das wahrscheinlich eine Stärke des Buches. Ich mochte den Mix aus Beobachtung, wissenschaftlicher Theorie dahinter und folgenden Beispielen, der sich wahrscheinlich direkt aus der verwendeten Methode der Grounded Theory ergeben hat. Inbesondere die Unterscheidung Scham vs. Schuld fand sehr gut auf meine Lebensrealität übertragbar. Der Autorin ist es allgemein gut gelungen dröge Wissenschaft alltagstauglich wiederzugeben.
Tolle Inhalte, aber mies geschrieben
Was das Buch vermitteln soll ist wirklich aufschlussreich und super, aber ich konnte mich mit dem völlig umstrukturierten und wirren Schreibstil nicht anfreunden, sodass mir wohl leider wenig im Kopf bleiben wird von diesem Buch. Schade, vielleicht gibt es irgendwann ein Worl Book als strukturierte Zusammenfassung.
1 Stern Abzug, da das Buch manchmal wirr geschrieben ist. Mit einem Kapitel konnte ich gar nichts anfangen. Ich denke aber, dass man es auch nochmal lesen muss, um alles zu verstehen. Gerade das Kapitel über Scham ist großartig. Ich habe viel für mich daraus mitgenommen. Sehr berührt hat mich auch das Kapitel über die Erziehung von Kindern.
„Daring greatly is being brave and afraid every minute of the day at the exact same time.“ I picked up Daring Greatly after watching Brent Brown’s TED Talk on the power of vulnerability and hearing friends rave about her research and wisdom for weeks on end. Daring Greatly did not disappoint. Brown explores vulnerability, why we are afraid of it, what keeps us from allowing shame, and how it affects us. I found it especially interesting to read how vulnerability and shame affect women and men so inherently differently. The entire book is backed up with research data, numbers and tales from her work, which makes it a bit tedious to read at parts and brings a very western, science-based narrative to the table. I enjoyed her humor, her candor, and her bold honesty, with which she tells her own stories about parenthood, career, and relationships. What I have to mention, though, is that while Brene Brown very thoroughly discusses vulnerability and shame in different aspects of life, she doesn’t really address the underlying structures and issues in society. It would have been nice to - even if briefly - discuss how changing the narrative would be possible, how do we really deal with the information just learned and how do we really implement vulnerability into our lives. The book did give me a different outlook on vulnerability, shame, wholeheartedness, and scarcity. I can highly suggest this to anyone interested in personal development, parenthood, and very well researched non-fiction books.
loti loti patīk šī grāmata "real isn't how you are made," said the skin horse. "it's a thing that happens to you. when a child loves you for a long, long time, not just to play with, but really loves you, then you become real." "does it hurt?" asked the rabbit. "sometimes," said the skin horse, for he was always truthful. "when you are real, you don't mind being hurt." "does it happen all at once, like being wound up," he asked, "or bit by bit?" "it doesn't happen all at once," said the skin horse. "you become it. it takes a long time. that's why it doesn't often happen to people who break easily, or have sharp edges, or who have to be carefully kept. generally, by the time you are real, most of your hair has been loved off, and your eyes drop out, and you get loose in the joints and very shabby. but these things don't matter at all, because once you are real, you can't be ugly, except to people who don't understand. "
Ich glaube, das Buch kann mit dem größten Gewinn gelesen werden, wenn es nicht aufgrund seiner Entscheidung zur Zugänglichkeit und seiner ideologischen Grenzen abgewertet wird. Was Browns Text an politischer Radikalität manchmal fehlt (wodurch es teilweise am neoliberalen Motiv mitschreibt, dass strukturelle Probleme sich mehrheitlich durch eigenverantwortliche Seelenarbeit lösen ließen), macht es durch viele berührende Geschichten und ein interessantes Nebeneinander aus einfach geführter Sprache und wissenschaftlicher Methodik (die im Anhang transparent gemacht wird) wieder wett! Letztlich steckt in Browns Theorie der Scham und Verletzlichkeit eine angenehm antikapitalistische Grundhaltung: Das ständige Mangelgefühl, nicht gut genug zu sein und nicht alle Bedingungen erfüllt zu haben, um sich gut genug fühlen zu dürfen, ist ein Motor für den Wachstumskapitalismus und seine toxischen Arbeitskulturen. All dem gerade im Alltag durch die Anerkennung von Verletzlichkeit etwas entgegenzusetzen, kann das radikalste sein, was wir tun können, und letztlich verbleibt Brown eben nicht bei individueller Selbsthilfe, sondern formuliert prägnante Forderungen an Institutionen wie Firmen, Schulen, etc. Auch die Kapitel über die Bedeutung von Gender im Kontext von Schamgefühlen sind unfassbar wichtig. Das Buch sprach mir an so vielen Stellen aus der Seele, und allein für diese Momente sind 5 Sterne für mich gerechtfertigt, trotz Kritik an letztlicher Kapitalismus-Komformität, einer diffus-weltlichen Spiritualität und Heteronormativität. Aber auch wenn Brown eher das Ziel verfolgt, dem Bestehenden zu "helfen" (um für maximale Anschlussfähigkeit ihre Erkenntnisse so zu verpacken, dass sie dem bestehenden System nicht allzu sehr "weh tun" und für viele genießbar sind), weisen viele ihrer Gedanken über das typische amerikanische Selfhelp-Gelaber weit hinaus. (Ich kam übrigens auf das Buch zurück, weil ich vor einigen Wochen noch über meiner Master-Arbeit zu Boris Nikitins "Versuch über das Sterben" saß - ein Theater-Monolog, der als schmales Bändchen in der edition frida erschienen ist. Ohne zu viel zu spoilern: Eine einnehmend politisch radikale Definition von "Vulnerability" wird dort entwickelt, und wer auf der Suche ist, was er:sie nach Browns Buch lesen kann - Empfehlung!)
Ich glaube, das Buch kann mit dem größten Gewinn gelesen werden, wenn es nicht aufgrund seiner Entscheidung zur Zugänglichkeit und seiner ideologischen Grenzen abgewertet wird. Was Browns Text an politischer Radikalität manchmal fehlt (wodurch es teilweise am neoliberalen Motiv mitschreibt, dass strukturelle Probleme sich mehrheitlich durch eigenverantwortliche Seelenarbeit lösen ließen), macht es durch viele berührende Geschichten und ein interessantes Nebeneinander aus einfach geführter Sprache und wissenschaftlicher Methodik (die im Anhang transparent gemacht wird) wieder wett! Letztlich steckt in Browns Theorie der Scham und Verletzlichkeit eine angenehm antikapitalistische Grundhaltung: Das ständige Mangelgefühl, nicht gut genug zu sein und nicht alle Bedingungen erfüllt zu haben, um sich gut genug fühlen zu dürfen, ist ein Motor für den Wachstumskapitalismus und seine toxischen Arbeitskulturen. All dem gerade im Alltag durch die Anerkennung von Verletzlichkeit etwas entgegenzusetzen, kann das radikalste sein, was wir tun können, und letztlich verbleibt Brown eben nicht bei individueller Selbsthilfe, sondern formuliert prägnante Forderungen an Institutionen wie Firmen, Schulen, etc. Auch die Kapitel über die Bedeutung von Gender im Kontext von Schamgefühlen sind unfassbar wichtig. Das Buch sprach mir an so vielen Stellen aus der Seele, und allein für diese Momente sind 5 Sterne für mich gerechtfertigt, trotz Kritik an letztlicher Kapitalismus-Komformität, einer diffus-weltlichen Spiritualität und Heteronormativität. Aber auch wenn Brown eher das Ziel verfolgt, dem Bestehenden zu "helfen" (um für maximale Anschlussfähigkeit ihre Erkenntnisse so zu verpacken, dass sie dem bestehenden System nicht allzu sehr "weh tun" und für viele genießbar sind), weisen viele ihrer Gedanken über das typische amerikanische Selfhelp-Gelaber weit hinaus. (Ich kam übrigens auf das Buch zurück, weil ich vor einigen Wochen noch über meiner Master-Arbeit zu Boris Nikitins "Versuch über das Sterben" saß - ein Theater-Monolog, der als schmales Bändchen in der edition frida erschienen ist. Ohne zu viel zu spoilern: Eine einnehmend politisch radikale Definition von "Vulnerability" wird dort entwickelt, und wer auf der Suche ist, was er:sie nach Browns Buch lesen kann - Empfehlung!)


















