Alles immer wegen damals
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Description
»Ein liebevoll tragikomischer und geerdeter Familienroman.« Der Tagesspiegel
Der Hund ist jetzt da, nun muss man sich eben um ihn kümmern, sagt Mutti. So wie die Kinder, die waren damals auch plötzlich da und man musste sich eben kümmern. Das will ihre Tochter Karla in jedem Fall anders machen. Also ist sie von Leipzig nach Köln geflohen, hat den Kontakt zur Mutter abgebrochen, das ist einfacher als mit Gerda zu diskutieren. Aber jetzt hadert Karla mit der Ausbildung, kämpft mit der Miete, und mit ihrer Freundin könnte auch mal der nächste Schritt kommen. Ob es eine gute Idee von Karlas Geschwistern war, den beiden zu ihren Geburtstagen – zum 30. und 60. – eine gemeinsame Reise nach Hamburg zu schenken?
Mit Witz und Zärtlichkeit erzählt Paula Irmschler von zwei grundverschiedenen Frauen, die zufällig Mutter und Tochter sind.
Ein widerspenstiger Familienroman Eine zeitgemäße Geschichte über Frausein und Mutterschaft Entwaffnend ehrlich, voller Wärme, Leichtigkeit und Witz»Trocken, unterhaltsam und einfühlsam: Paula Irmschler beweist erneut, dass sie die Kunst beherrscht, Leser zu berühren, ohne dabei ins Sentimentale abzurutschen.« Amelie Graen, Stern
»Es ist eine allegorische Wiedervereinigung, die Paula Irmschler hier mit höchster sprachlicher Delikatesse erzählt.« Paul Jandl, NZZ
»Melancholisch, leichtfüßig, fast schon weise.« Katja Eßbach, NDR Kultur
Book Information
Author Description
Paula Irmschler, 1989 in Dresden geboren, zog 2010 für ihr Studium nach Chemnitz. Nach fünf mehr oder weniger erfolgreichen Jahren ging sie nach Köln und schrieb u. a. für Neues Deutschland, Jungle World, Missy Magazine und Musikexpress. Sie war Redakteurin bei Titanic und ist Autorin für Jan Böhmermanns ZDF Magazin Royale. Ihr Debüt ›Superbusen‹ war ein Bestseller, wurde für die Bühne adaptiert und wird aktuell verfilmt. Zuletzt erschien ihr vielgelobter zweiter Roman ›Alles immer wegen damals‹.
Posts
Ein Buch das Spaß macht, das Ende kam aber zu schnell
Als Alleinerziehende immer alles so richtig auf die Kette zu kriegen, Geld ranzuschaffen, anständige Kinder auf eigene Beine zu stellen und dabei auch noch für sich selbst zu sorgen ist mit das schwierigste Projekt, das viele Frauen heutzutage stemmen müssen. Davon kann auch Gerda ein Liedchen singen. Vier Kinder von verschiedenen Männern hat sie großgezogen. Jetzt sind alle aus dem Haus und Gerda denkt in erster Linie an sich. Sie gibt zwar auch die Oma und ist in der Familien-Chat Gruppe, aber sie hat ihr eigenes Leben, ihre eigenen Interessen, Bedürfnisse und Ziele. Karla ist die Jüngste, der vier „Sonntags“ Kinder, und sie hat mit der Familie nicht mehr viel am Hut. Sie ist von Leipzig („der Stadt, die schon immer im kommen ist“) nach Köln gezogen und kriegt ihr Leben dort nicht auf die Reihe. Erst Studium, dann Ausbildung hat sie geschmissen und sie lebt als geheime Untermieterin mehr schlecht als recht ein unscheinbares Leben. Mit ihrer Mutti mag sie gar nicht mehr sprechen. Doch die Geschwister schenken ihr und Gerda einen gemeinsamen Trip nach Hamburg zu „König der Löwen“. Karla überlegt die ganze Zeit, wie sie aus der Nummer rauskommt. Doch auch hier erliegt sie wieder mal ihrer Lethargie und fährt einfach. Das ist weniger stressig, als abzusagen. Ob sich die beiden annähern oder noch mehr auseinanderdriften, müsst ihr selber lesen. So viel kann ich aber schon mal verraten: Es kommt einiges auf den Tisch. Dieser Roman lebt von den vielen verschiedenen Charakteren, insbesondere eben von der phlegmatischen antriebsschwachen Karla, die sich in Hypochondrie flüchtet und ihren Platz im Leben auch mit 30 noch nicht gefunden hat. Die Mutter scheint hingegen das genaue Gegenteil zu sein, strukturiert und direkt, so nach dem Motto “Augen zu und durch“. Dabei könnte man ihr vielleicht sogar die Empathie und Liebe zu ihren Kindern absprechen. Doch ich glaube, sie verbirgt diese einfach, denn das Verlangen danach, ihren Kindern größtmögliche Autonomie zu verschaffen, um dann auch wieder Freiheit für sich selbst zu gewinnen, überwiegt. Und eigentlich wollte sie gar keine Kinder. Dabei ist natürlich das Geld immer knapp und was für Auswirkungen das auf die Kinder hat, ist hier sehr gut beschrieben. Überhaupt ist das etwas über 300 Seiten, starke Buch gespickt mit großen Themen: Generationenkonflikt, Klassismus, die Herangehensweise an problematische Situationen und die Familienbande, die nach der Abnabelung der Kinder nicht immer so einfach halten. Es braucht viel Pflege und auch Wille über Konflikte hinweg zu sehen. Und das gelingt nicht jedem gleich. Ich finde das hat die Autorin sehr gut heraus gearbeitet. Die Suche nach der eigenen Identität und die Schuldzuweisungen in die familiären Wurzeln konnte ich gut nachfühlen. In vielen Situationen habe ich mich sowohl als Mutter, als auch als Tochter rein denken können. Das Ende allerdings war mir viel zu schnell. Warum gab es einen scheinbaren Gefühlswandel bei Karla? Was ist mit ihren ganzen Tics und Neurosen? Bleibt das so oder kann das weg? Wie kam es zu den Reiseplänen von Gerda? Es hat was von Ende gut alles gut, aber wie man da hingekommen ist, weiß ich nicht genau. Auch Themen wie der innerdeutsche Ost-West-Konflikt finde ich zum Teil gut getroffen, aber leider nur gestreift. Die Unterschiede zwischen Sachsen und dem Rheinland werden zwar auch sprachlich dargestellt, und tragen sicherlich zur Atmosphäre des Romans bei, aber es bleibt dabei oberflächlich. Der Schreibstil ist humorvoll, und ich hatte den ein oder anderen Lacher, zum Beispiel wenn der Unterschied zwischen einer Universität und einer Universiteit erklärt wird, oder wir dabei sein dürfen, wie sich Geschwister gegenseitig anlügen und das Ganze mit dem Satz endet „Familie heißt Lügen bis tief in die Nacht“ Locker-flockig kann man diesen Text runter lesen und dass wir oft in unterschiedlichen Zeiten hin und her springen, nimmt kaum Einfluss auf den Lesefluss. Ein Buch, mit dem ich eine gute Zeit hatte, dass man schnell liest und das einen zur Reflexion der eigenen Mutter-/Tochterrolle anregt, das aber ein bisschen mehr Tiefe hätte vertragen können.
Und wo soll es hingehen? Anregend zu Beginn und leidenschaftslos zum Ende.
**** Worum geht es? **** Karla möchte einfach alles anders und besser machen als ihre Mutter. Sie sind zwei grundverschiedene Menschen, die zufällig verwandt sind. Aber ist das wirklich so? Als Karla versucht auf eigenen Beinen zu stehen, scheint das alles gar nicht mehr so leicht, wie sie es sich ausgemalt hat. **** Mein Eindruck **** Eine Mutter-Tochter Geschichte, die für mich leider ziemlich sinnlos verlief. Zu Beginn konnte sie mit dem Aufbau der Charaktere und den Zusammenhängen noch begeistern, da ich selbst das Alter der Tochter habe. Auch kenne ich ihre Gefühle der Mutter gegenüber und konnte mich dadurch einfach mit dem Erzählten identifizieren. Im Verlauf des Buches merkte ich allerdings keine wirkliche Entwicklung und hatte auch das Gefühl, dass die Erzählungen ziellos und teils durcheinander verliefen, ich fragte mich zunehmend, worauf das Ganze hinauslaufen soll, und war von dem Verhalten der Tochter und der Mutter mehr und mehr genervt als nachdenklich angeregt. Der Schreibstil selbst gefiel mir sehr gut und trotz, dass mich das Buch inhaltlich nicht überzeugen konnte, habe ich einige Sätze markiert, die ich zitierwürdig und ansprechend finde. Der Titel des Buches wird durch die Erzählung selbst wieder gespiegelt und hatte mich zum Lesen des Buches angeregt. Allerdings fehlt mir nach hinten raus, ein hoffnungsvoller Blick und damit der Ausbruch aus unserer aktuellen Gesellschaft; zu viel dran hängen bleiben und zu wenig loslassen. **** Empfehlung? **** Fans von zeitgenössischen Romanen und Mutter-Tochter Geschichten, die sich am realen Leben orientieren und weniger eine übergeordnete Botschaft vermitteln sollen, können hier etwas eigenes finden. Mir war die Erzählung insgesamt zu langatmig, aber dir kann es ja ganz anders gehen.
Die Beziehung zwischen Karla und ihrer Mutter Gerda ist etwas holprig und so ging es mir auch beim Lesen. Abwechselnd wird aus ihrem Leben und Vergangenheit der Protagonistinnen erzählt. Die Beziehung und das Handeln der beiden scheinen manchmal nicht so richtig nachvollziehbar, aber wahrscheinlich ist es dieses Gefühl, das man aus familiären Beziehungen kennt und nie ganz verstehen kann. Am Anfang musste ich erstmal warm werden, aber dann ist es eine schöne Erzählung über die Schwierigkeiten und die komisch schönen Momente zwischen Tochter und Mutter.

Eine schöne Geschichte, der nach hinten raus etwas die Luft ausging.
Tochter Karla flieht vor ihrer Familie, im Besonderen ihrer Mutter, von Leipzig nach Köln. Ihr Leben ist nicht 'nach Plan' verlaufen und nun soll sie gemeinsam mit ihrer Mutter einen Geburtstags-Trip nach Hamburg machen. Ob das gut gehen kann? In diesem Buch geht es um die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Wie schwierig und voller falscher Erwartungen solch eine Beziehung sein kann. Wie toxisch und wie unschuldig zugleich. Tochter Karla hat mit einigen Einschränkungen zu kämpfen. Panikatacken, Depressionen. Das Leben wird ihr oft zum Gegner und sie steckt in ihren Eigenheiten fest. Mutter Gerda hatte mit ihren vier Kindern eine herausfordernde Vergangenheit in der damaligen DDR. Fast schon abgeklärt war ihre Beziehung zu den Kindern, aber auch den Männern in ihrem Leben. Das wird u.a. auch durch die Art, wie sie ihre Männer benennt deutlich: der Mann Wolfgang, der Mann Peter heisst es in ihren Gedanken. Als wären Männer und auch Kinder ein notwendiges Übel. Und so haben sowohl Mutter, als auch Tochter Karla ihr Päckchen zu tragen. Konnte ich mich in der ersten Hälfte des Buches noch vollends auf die Geschichte einlassen, gab es für mich ab ca. Der zweiten Hälfte irgendwie keinen roten Faden mehr. Unsere zwei Hauptprotagonisten sind super gezeichnet und ich habe sehr Anteil an ihren Leben genommen, aber irgendwann wusste ich einfach nicht mehr, was mir die Autorin sagen möchte. Ab der Reise nach Hamburg ging mir plötzlich alles zu schnell und zack, war die Geschichte auch schon auserzählt. Trotz allem war ich sehr gerne zu Gast in den Leben von Karla und Gerda. Zwei Frauen, die sehr tief mit ihrer Vergangenheit verstrickt sind und sich schwer lösen können. Karla die im Aussen aufzuräumen versucht, was ihr in ihrem Inneren nicht gelingt. Gerda auf der Suche. Nach sich und ihrer Rolle im Leben. Eine schöne und auch anrührende Geschichte, der nach hinten raus allerdings etwas die Luft ausging.

Spannende Reise in die Vergangenheit
Mich interessieren Autoren, die ich eine DDR-Kindheit hatten oder Wendekinder sind. Dieses Buch gab mir beim Lesen das Gefühl verstanden zu werden. Vielleicht ist an der ein oder andere Stelle etwas zu viel oder zu spezifischer Dialekt enthalten. Die Zerrissenheit der Protagonistin kann ich jedoch sehr gut nachvollziehen und auch der Ausflug in die Corona-Zeit empfand ich sehr gut. Für mich eine klare Leseempfehlung!
Die Geschichte beleuchtet die komplexe Beziehung zwischen Mutter und Tochter und wechselt dabei zwischen den Perspektiven von Gerda und Karla. Man erhält einen tiefen Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden, obwohl es eine gewisse Distanz gibt. Diese hat mich nicht gestört, da ich die Emotionen gut nachvollziehen konnte, ohne sie selbst direkt zu spüren. Mutter und Tochter sind als Charaktere gut ausgearbeitet, und ich konnte nachvollziehen, weshalb sie auf ihre Weise fühlen. Der Roman verdeutlicht, wie herausfordernd eine Mutter-Tochter-Dynamik sein kann. Es wird offensichtlich, wie viele unrealistische und toxische Erwartungen in solchen Beziehungen bestehen können und wie schwierig es sein kann, eine echte Verbindung aufzubauen, vor allem wenn jede der beiden Frauen mit ihren eigenen Herausforderungen kämpft. Dies wird im Buch überzeugend dargestellt. Darüber hinaus werden auch andere Themen angesprochen, wie der Ost-West-Konflikt oder Ängste bezüglich der Zukunft. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass der rote Faden etwas verloren ging und war mit dem finale Verlauf aufgrund des gesamten Aufbaus nicht ganz zufrieden. Ich hatte zwar keine konkreten Lösungen erwartet, hätte mir aber gewünscht, dass die Figuren vielleicht einen Schritt aufeinander zugehen. Vielleicht wollte die Autorin damit genau das ausdrücken: Akzeptanz. Nur weil man miteinander verwandt ist – als Mutter und Tochter – bedeutet das nicht automatisch, dass man ein enges Verhältnis hat, besonders wenn beide Frauen durch die Vergangenheit miteinander belastet sind. Es ist manchmal schwer, eine solche Realität zu akzeptieren, aber manchmal ist es besser, seinen eigenen Weg zu gehen. Insgesamt ist es eine ungewöhnliche Geschichte, die ich gerne gelesen habe und die zum Nachdenken anregt – auch über die eigene Familiendynamik. Sie ist sicherlich nicht für jeden geeignet, aber ich spreche trotzdem eine Leseempfehlung aus.

Der Titel ist Programm. Wir begleiten Karla und ihre Mutter Gerda indem wir verschiedenstes aus ihrer Vergangenheit erfahren. Gleichzeitig benimmt Karla sich in manchen Situationen wie ein kleines bockiges Kind und wird mit jedem Kapitel leider irgendwie immer anstrengender. Die Kapitel mit Gerda haben mir minimal besser gefallen, aber so richtig warm geworden bin ich weder mit Gerda noch mit Karla 🤷🏻♀️
Tolles Buch
Vorab: auch ich gehöre zu denen, die Paula Irmschlers „Superbusen“ an einem Tag gelesen und sehr geliebt haben. Entsprechend musste ich dieses Buch auch lesen. Eine bewegende, schöne Geschichte, die ich - auch als Westkind - sehr gefühlt habe. Eine realistische Familiengeschichte ohne dramatische Enthüllungen, immer wieder schimmern die großen Fragen des Lebens durch. Zeitgeschichte in jeder Hinsicht.
Paula Irmschler hat es wieder geschafft. Unverfroren ehrlich, sodass man nach Herzenslust lachen kann, aber auch ernst, wodurch einem auch mal eine Tränen entfliehen kann. Authentisch und nicht abgekupfert, es steht einfach für sich. Erst hat sie mit "Superbusen" mein Herz erobert und jetzt mit "Alles immer wegen damals" den Vogel abgeschossen. Irmschler hat eine ganz besondere Art Wörter auf's Papier zu bringen, die mich alles fühlen lassen was ich gerade fühlen muss. Es ist als würde sie nur für mich schreiben und das macht es noch besonderer. Irmschler ist meine eigene Bibel und ich kann es nicht erwarten das Buch ein weiteres Mal zu lesen und neue Facetten zu entdecken, geschweige denn ein neues Buch von ihr zu lesen. Danke, wirklich. Lobgesang Ende.
Einfach zu lesen, tut nicht weh, aber irgendwie nichtssagend. Ein klassischer "inbetween read", zwischen zwei herausfordernden Büchern.
Bei mir persönlich ist leider keine Verbindung zu den Charakteren oder der Geschichte entstanden. Eine richtige Message, den roten Faden oder ein aufklärendes Ende habe ich ebenfalls nicht wahrgenommen.
Handwerklich gut gemacht, hat mich persönlich aber nicht mitgerissen.
Die Aufstellung. Eine komplizierte Familie, zwei Geburtstage und eine Reise. Ganz grundsätzlich fand ich die Geschichte um Familie Sonntag spannend. Die Stärke und Schwäche dieses Buches ist aber, dass es mit dem Klischee Bricht, dass sich in einem Roman in einem Urlaub und Showdown alles klären lässt. Die Charaktere bleiben halt schon irgendwie sie selbst (so wie im echten Leben) und kommen zwar weiter, aber halt so wie im wahren Leben. Das ist zwar erfrischend realistisch, macht es abet schwer einen Spannungsbogen zu schaffen. Die Innenansichten der Personen fand ich etwas anstrengend. Auch das durchaus stimmig, weil es die Protagonisten ja selbst mit ihrem eigenleben nerven. Heißt handwerklich gut gemacht, hat mich persönlich aber nicht mitgerissen.
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»Ein liebevoll tragikomischer und geerdeter Familienroman.« Der Tagesspiegel
Der Hund ist jetzt da, nun muss man sich eben um ihn kümmern, sagt Mutti. So wie die Kinder, die waren damals auch plötzlich da und man musste sich eben kümmern. Das will ihre Tochter Karla in jedem Fall anders machen. Also ist sie von Leipzig nach Köln geflohen, hat den Kontakt zur Mutter abgebrochen, das ist einfacher als mit Gerda zu diskutieren. Aber jetzt hadert Karla mit der Ausbildung, kämpft mit der Miete, und mit ihrer Freundin könnte auch mal der nächste Schritt kommen. Ob es eine gute Idee von Karlas Geschwistern war, den beiden zu ihren Geburtstagen – zum 30. und 60. – eine gemeinsame Reise nach Hamburg zu schenken?
Mit Witz und Zärtlichkeit erzählt Paula Irmschler von zwei grundverschiedenen Frauen, die zufällig Mutter und Tochter sind.
Ein widerspenstiger Familienroman Eine zeitgemäße Geschichte über Frausein und Mutterschaft Entwaffnend ehrlich, voller Wärme, Leichtigkeit und Witz»Trocken, unterhaltsam und einfühlsam: Paula Irmschler beweist erneut, dass sie die Kunst beherrscht, Leser zu berühren, ohne dabei ins Sentimentale abzurutschen.« Amelie Graen, Stern
»Es ist eine allegorische Wiedervereinigung, die Paula Irmschler hier mit höchster sprachlicher Delikatesse erzählt.« Paul Jandl, NZZ
»Melancholisch, leichtfüßig, fast schon weise.« Katja Eßbach, NDR Kultur
Book Information
Author Description
Paula Irmschler, 1989 in Dresden geboren, zog 2010 für ihr Studium nach Chemnitz. Nach fünf mehr oder weniger erfolgreichen Jahren ging sie nach Köln und schrieb u. a. für Neues Deutschland, Jungle World, Missy Magazine und Musikexpress. Sie war Redakteurin bei Titanic und ist Autorin für Jan Böhmermanns ZDF Magazin Royale. Ihr Debüt ›Superbusen‹ war ein Bestseller, wurde für die Bühne adaptiert und wird aktuell verfilmt. Zuletzt erschien ihr vielgelobter zweiter Roman ›Alles immer wegen damals‹.
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Ein Buch das Spaß macht, das Ende kam aber zu schnell
Als Alleinerziehende immer alles so richtig auf die Kette zu kriegen, Geld ranzuschaffen, anständige Kinder auf eigene Beine zu stellen und dabei auch noch für sich selbst zu sorgen ist mit das schwierigste Projekt, das viele Frauen heutzutage stemmen müssen. Davon kann auch Gerda ein Liedchen singen. Vier Kinder von verschiedenen Männern hat sie großgezogen. Jetzt sind alle aus dem Haus und Gerda denkt in erster Linie an sich. Sie gibt zwar auch die Oma und ist in der Familien-Chat Gruppe, aber sie hat ihr eigenes Leben, ihre eigenen Interessen, Bedürfnisse und Ziele. Karla ist die Jüngste, der vier „Sonntags“ Kinder, und sie hat mit der Familie nicht mehr viel am Hut. Sie ist von Leipzig („der Stadt, die schon immer im kommen ist“) nach Köln gezogen und kriegt ihr Leben dort nicht auf die Reihe. Erst Studium, dann Ausbildung hat sie geschmissen und sie lebt als geheime Untermieterin mehr schlecht als recht ein unscheinbares Leben. Mit ihrer Mutti mag sie gar nicht mehr sprechen. Doch die Geschwister schenken ihr und Gerda einen gemeinsamen Trip nach Hamburg zu „König der Löwen“. Karla überlegt die ganze Zeit, wie sie aus der Nummer rauskommt. Doch auch hier erliegt sie wieder mal ihrer Lethargie und fährt einfach. Das ist weniger stressig, als abzusagen. Ob sich die beiden annähern oder noch mehr auseinanderdriften, müsst ihr selber lesen. So viel kann ich aber schon mal verraten: Es kommt einiges auf den Tisch. Dieser Roman lebt von den vielen verschiedenen Charakteren, insbesondere eben von der phlegmatischen antriebsschwachen Karla, die sich in Hypochondrie flüchtet und ihren Platz im Leben auch mit 30 noch nicht gefunden hat. Die Mutter scheint hingegen das genaue Gegenteil zu sein, strukturiert und direkt, so nach dem Motto “Augen zu und durch“. Dabei könnte man ihr vielleicht sogar die Empathie und Liebe zu ihren Kindern absprechen. Doch ich glaube, sie verbirgt diese einfach, denn das Verlangen danach, ihren Kindern größtmögliche Autonomie zu verschaffen, um dann auch wieder Freiheit für sich selbst zu gewinnen, überwiegt. Und eigentlich wollte sie gar keine Kinder. Dabei ist natürlich das Geld immer knapp und was für Auswirkungen das auf die Kinder hat, ist hier sehr gut beschrieben. Überhaupt ist das etwas über 300 Seiten, starke Buch gespickt mit großen Themen: Generationenkonflikt, Klassismus, die Herangehensweise an problematische Situationen und die Familienbande, die nach der Abnabelung der Kinder nicht immer so einfach halten. Es braucht viel Pflege und auch Wille über Konflikte hinweg zu sehen. Und das gelingt nicht jedem gleich. Ich finde das hat die Autorin sehr gut heraus gearbeitet. Die Suche nach der eigenen Identität und die Schuldzuweisungen in die familiären Wurzeln konnte ich gut nachfühlen. In vielen Situationen habe ich mich sowohl als Mutter, als auch als Tochter rein denken können. Das Ende allerdings war mir viel zu schnell. Warum gab es einen scheinbaren Gefühlswandel bei Karla? Was ist mit ihren ganzen Tics und Neurosen? Bleibt das so oder kann das weg? Wie kam es zu den Reiseplänen von Gerda? Es hat was von Ende gut alles gut, aber wie man da hingekommen ist, weiß ich nicht genau. Auch Themen wie der innerdeutsche Ost-West-Konflikt finde ich zum Teil gut getroffen, aber leider nur gestreift. Die Unterschiede zwischen Sachsen und dem Rheinland werden zwar auch sprachlich dargestellt, und tragen sicherlich zur Atmosphäre des Romans bei, aber es bleibt dabei oberflächlich. Der Schreibstil ist humorvoll, und ich hatte den ein oder anderen Lacher, zum Beispiel wenn der Unterschied zwischen einer Universität und einer Universiteit erklärt wird, oder wir dabei sein dürfen, wie sich Geschwister gegenseitig anlügen und das Ganze mit dem Satz endet „Familie heißt Lügen bis tief in die Nacht“ Locker-flockig kann man diesen Text runter lesen und dass wir oft in unterschiedlichen Zeiten hin und her springen, nimmt kaum Einfluss auf den Lesefluss. Ein Buch, mit dem ich eine gute Zeit hatte, dass man schnell liest und das einen zur Reflexion der eigenen Mutter-/Tochterrolle anregt, das aber ein bisschen mehr Tiefe hätte vertragen können.
Und wo soll es hingehen? Anregend zu Beginn und leidenschaftslos zum Ende.
**** Worum geht es? **** Karla möchte einfach alles anders und besser machen als ihre Mutter. Sie sind zwei grundverschiedene Menschen, die zufällig verwandt sind. Aber ist das wirklich so? Als Karla versucht auf eigenen Beinen zu stehen, scheint das alles gar nicht mehr so leicht, wie sie es sich ausgemalt hat. **** Mein Eindruck **** Eine Mutter-Tochter Geschichte, die für mich leider ziemlich sinnlos verlief. Zu Beginn konnte sie mit dem Aufbau der Charaktere und den Zusammenhängen noch begeistern, da ich selbst das Alter der Tochter habe. Auch kenne ich ihre Gefühle der Mutter gegenüber und konnte mich dadurch einfach mit dem Erzählten identifizieren. Im Verlauf des Buches merkte ich allerdings keine wirkliche Entwicklung und hatte auch das Gefühl, dass die Erzählungen ziellos und teils durcheinander verliefen, ich fragte mich zunehmend, worauf das Ganze hinauslaufen soll, und war von dem Verhalten der Tochter und der Mutter mehr und mehr genervt als nachdenklich angeregt. Der Schreibstil selbst gefiel mir sehr gut und trotz, dass mich das Buch inhaltlich nicht überzeugen konnte, habe ich einige Sätze markiert, die ich zitierwürdig und ansprechend finde. Der Titel des Buches wird durch die Erzählung selbst wieder gespiegelt und hatte mich zum Lesen des Buches angeregt. Allerdings fehlt mir nach hinten raus, ein hoffnungsvoller Blick und damit der Ausbruch aus unserer aktuellen Gesellschaft; zu viel dran hängen bleiben und zu wenig loslassen. **** Empfehlung? **** Fans von zeitgenössischen Romanen und Mutter-Tochter Geschichten, die sich am realen Leben orientieren und weniger eine übergeordnete Botschaft vermitteln sollen, können hier etwas eigenes finden. Mir war die Erzählung insgesamt zu langatmig, aber dir kann es ja ganz anders gehen.
Die Beziehung zwischen Karla und ihrer Mutter Gerda ist etwas holprig und so ging es mir auch beim Lesen. Abwechselnd wird aus ihrem Leben und Vergangenheit der Protagonistinnen erzählt. Die Beziehung und das Handeln der beiden scheinen manchmal nicht so richtig nachvollziehbar, aber wahrscheinlich ist es dieses Gefühl, das man aus familiären Beziehungen kennt und nie ganz verstehen kann. Am Anfang musste ich erstmal warm werden, aber dann ist es eine schöne Erzählung über die Schwierigkeiten und die komisch schönen Momente zwischen Tochter und Mutter.

Eine schöne Geschichte, der nach hinten raus etwas die Luft ausging.
Tochter Karla flieht vor ihrer Familie, im Besonderen ihrer Mutter, von Leipzig nach Köln. Ihr Leben ist nicht 'nach Plan' verlaufen und nun soll sie gemeinsam mit ihrer Mutter einen Geburtstags-Trip nach Hamburg machen. Ob das gut gehen kann? In diesem Buch geht es um die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Wie schwierig und voller falscher Erwartungen solch eine Beziehung sein kann. Wie toxisch und wie unschuldig zugleich. Tochter Karla hat mit einigen Einschränkungen zu kämpfen. Panikatacken, Depressionen. Das Leben wird ihr oft zum Gegner und sie steckt in ihren Eigenheiten fest. Mutter Gerda hatte mit ihren vier Kindern eine herausfordernde Vergangenheit in der damaligen DDR. Fast schon abgeklärt war ihre Beziehung zu den Kindern, aber auch den Männern in ihrem Leben. Das wird u.a. auch durch die Art, wie sie ihre Männer benennt deutlich: der Mann Wolfgang, der Mann Peter heisst es in ihren Gedanken. Als wären Männer und auch Kinder ein notwendiges Übel. Und so haben sowohl Mutter, als auch Tochter Karla ihr Päckchen zu tragen. Konnte ich mich in der ersten Hälfte des Buches noch vollends auf die Geschichte einlassen, gab es für mich ab ca. Der zweiten Hälfte irgendwie keinen roten Faden mehr. Unsere zwei Hauptprotagonisten sind super gezeichnet und ich habe sehr Anteil an ihren Leben genommen, aber irgendwann wusste ich einfach nicht mehr, was mir die Autorin sagen möchte. Ab der Reise nach Hamburg ging mir plötzlich alles zu schnell und zack, war die Geschichte auch schon auserzählt. Trotz allem war ich sehr gerne zu Gast in den Leben von Karla und Gerda. Zwei Frauen, die sehr tief mit ihrer Vergangenheit verstrickt sind und sich schwer lösen können. Karla die im Aussen aufzuräumen versucht, was ihr in ihrem Inneren nicht gelingt. Gerda auf der Suche. Nach sich und ihrer Rolle im Leben. Eine schöne und auch anrührende Geschichte, der nach hinten raus allerdings etwas die Luft ausging.

Spannende Reise in die Vergangenheit
Mich interessieren Autoren, die ich eine DDR-Kindheit hatten oder Wendekinder sind. Dieses Buch gab mir beim Lesen das Gefühl verstanden zu werden. Vielleicht ist an der ein oder andere Stelle etwas zu viel oder zu spezifischer Dialekt enthalten. Die Zerrissenheit der Protagonistin kann ich jedoch sehr gut nachvollziehen und auch der Ausflug in die Corona-Zeit empfand ich sehr gut. Für mich eine klare Leseempfehlung!
Die Geschichte beleuchtet die komplexe Beziehung zwischen Mutter und Tochter und wechselt dabei zwischen den Perspektiven von Gerda und Karla. Man erhält einen tiefen Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden, obwohl es eine gewisse Distanz gibt. Diese hat mich nicht gestört, da ich die Emotionen gut nachvollziehen konnte, ohne sie selbst direkt zu spüren. Mutter und Tochter sind als Charaktere gut ausgearbeitet, und ich konnte nachvollziehen, weshalb sie auf ihre Weise fühlen. Der Roman verdeutlicht, wie herausfordernd eine Mutter-Tochter-Dynamik sein kann. Es wird offensichtlich, wie viele unrealistische und toxische Erwartungen in solchen Beziehungen bestehen können und wie schwierig es sein kann, eine echte Verbindung aufzubauen, vor allem wenn jede der beiden Frauen mit ihren eigenen Herausforderungen kämpft. Dies wird im Buch überzeugend dargestellt. Darüber hinaus werden auch andere Themen angesprochen, wie der Ost-West-Konflikt oder Ängste bezüglich der Zukunft. Am Ende hatte ich das Gefühl, dass der rote Faden etwas verloren ging und war mit dem finale Verlauf aufgrund des gesamten Aufbaus nicht ganz zufrieden. Ich hatte zwar keine konkreten Lösungen erwartet, hätte mir aber gewünscht, dass die Figuren vielleicht einen Schritt aufeinander zugehen. Vielleicht wollte die Autorin damit genau das ausdrücken: Akzeptanz. Nur weil man miteinander verwandt ist – als Mutter und Tochter – bedeutet das nicht automatisch, dass man ein enges Verhältnis hat, besonders wenn beide Frauen durch die Vergangenheit miteinander belastet sind. Es ist manchmal schwer, eine solche Realität zu akzeptieren, aber manchmal ist es besser, seinen eigenen Weg zu gehen. Insgesamt ist es eine ungewöhnliche Geschichte, die ich gerne gelesen habe und die zum Nachdenken anregt – auch über die eigene Familiendynamik. Sie ist sicherlich nicht für jeden geeignet, aber ich spreche trotzdem eine Leseempfehlung aus.

Der Titel ist Programm. Wir begleiten Karla und ihre Mutter Gerda indem wir verschiedenstes aus ihrer Vergangenheit erfahren. Gleichzeitig benimmt Karla sich in manchen Situationen wie ein kleines bockiges Kind und wird mit jedem Kapitel leider irgendwie immer anstrengender. Die Kapitel mit Gerda haben mir minimal besser gefallen, aber so richtig warm geworden bin ich weder mit Gerda noch mit Karla 🤷🏻♀️
Tolles Buch
Vorab: auch ich gehöre zu denen, die Paula Irmschlers „Superbusen“ an einem Tag gelesen und sehr geliebt haben. Entsprechend musste ich dieses Buch auch lesen. Eine bewegende, schöne Geschichte, die ich - auch als Westkind - sehr gefühlt habe. Eine realistische Familiengeschichte ohne dramatische Enthüllungen, immer wieder schimmern die großen Fragen des Lebens durch. Zeitgeschichte in jeder Hinsicht.
Paula Irmschler hat es wieder geschafft. Unverfroren ehrlich, sodass man nach Herzenslust lachen kann, aber auch ernst, wodurch einem auch mal eine Tränen entfliehen kann. Authentisch und nicht abgekupfert, es steht einfach für sich. Erst hat sie mit "Superbusen" mein Herz erobert und jetzt mit "Alles immer wegen damals" den Vogel abgeschossen. Irmschler hat eine ganz besondere Art Wörter auf's Papier zu bringen, die mich alles fühlen lassen was ich gerade fühlen muss. Es ist als würde sie nur für mich schreiben und das macht es noch besonderer. Irmschler ist meine eigene Bibel und ich kann es nicht erwarten das Buch ein weiteres Mal zu lesen und neue Facetten zu entdecken, geschweige denn ein neues Buch von ihr zu lesen. Danke, wirklich. Lobgesang Ende.
Einfach zu lesen, tut nicht weh, aber irgendwie nichtssagend. Ein klassischer "inbetween read", zwischen zwei herausfordernden Büchern.
Bei mir persönlich ist leider keine Verbindung zu den Charakteren oder der Geschichte entstanden. Eine richtige Message, den roten Faden oder ein aufklärendes Ende habe ich ebenfalls nicht wahrgenommen.
Handwerklich gut gemacht, hat mich persönlich aber nicht mitgerissen.
Die Aufstellung. Eine komplizierte Familie, zwei Geburtstage und eine Reise. Ganz grundsätzlich fand ich die Geschichte um Familie Sonntag spannend. Die Stärke und Schwäche dieses Buches ist aber, dass es mit dem Klischee Bricht, dass sich in einem Roman in einem Urlaub und Showdown alles klären lässt. Die Charaktere bleiben halt schon irgendwie sie selbst (so wie im echten Leben) und kommen zwar weiter, aber halt so wie im wahren Leben. Das ist zwar erfrischend realistisch, macht es abet schwer einen Spannungsbogen zu schaffen. Die Innenansichten der Personen fand ich etwas anstrengend. Auch das durchaus stimmig, weil es die Protagonisten ja selbst mit ihrem eigenleben nerven. Heißt handwerklich gut gemacht, hat mich persönlich aber nicht mitgerissen.






















