Freunde lieben. Die Revolte in unseren engsten Beziehungen
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Description
Warum wir Freundschaft neu denken müssen
Freundschaft und Sex passen nicht zusammen. So behaupten es zahllose Beziehungsratgeber, romantische Filme und oft auch das eigene Umfeld. Dennoch suchen immer mehr Menschen nach friends with benefits . Traditionelle Familienbilder und das Ideal der einen großen Liebe scheinen mit Erwartungen und Ansprüchen völlig überfrachtet.
Ole Liebl blickt auf die Entwicklung und Praxis dieser ungewöhnlichen Beziehungsform. Dabei geht er auf ihre emotionalen und ethischen Konflikte ebenso ein wie auf ihre utopischen Potenziale: Gibt es wirklich kein Entkommen vor der romantischen Norm und ihren Besitzansprüchen? Unterliegen unsere Intimbeziehungen bloßen Marktmechanismen? Welche sexistischen Narrative prägen unsere Vorstellungen von Freundschaft und woher kommen sie? Gibt es eine freundschaftliche Erotik? Und auf welche Weisen erlauben wir uns, freundschaftlich zu lieben?
Radikal, kritisch und visionär zeigt Ole Liebl, wie wir Freundschaft neu denken und zu einem gerechteren Miteinander finden können: selbstermächtigend, tabubefreit und zutiefst vertraut.
»Ein ermutigendes, wichtiges Buch!«
Şeyda Kurt, Autorin des Bestsellers »Radikale Zärtlichkeit«
Book Information
Author Description
OLE LIEBL, geboren 1992 in einem Dorf in Rheinland-Pfalz, studierte Philosophie und Informatik an der TU und FU Berlin. Auf TikTok und Instagram sowie im Podcast »Und hier noch die Quellen« klärt Liebl aus wissenschaftlicher Perspektive über verschiedene Themen rund um Sexualität, Geschlecht und Beziehungen auf. Nach 14 Jahren in Berlin zog Liebl 2024 zurück aufs rheinland-pfälzische Land.
Posts
zwischenmenschliche Beziehungen•Freundschaft+
„Freunde Lieben - Die Revolte in unseren engsten Beziehungen“ von Ole Liebl ist ein faszinierendes Werk, das sich mit der Dynamik und den Herausforderungen in unseren engsten Beziehungen auseinandersetzt. Liebl nimmt den:die Leser:in mit auf eine tiefgründige Reise durch die Welt der Freundschaften und Liebesbeziehungen, und offenbart dabei sowohl die schönen als auch die komplexen Aspekte dieser Bindungen. Liebls Schreibstil ist zugänglich und mitreißend, was es leicht macht, sich in die Thematik zu vertiefen. Trotz seiner Tiefe und Komplexität bleibt das Buch stets verständlich und ansprechend. Obwohl das Buch einen umfassenden Einblick in die Welt der menschlichen Beziehungen bietet, lässt es an einigen Stellen etwas an Tiefe vermissen. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte bei weitem. „Freunde Lieben“ ist eine Bereicherung für alle, die sich für das Thema zwischenmenschliche Beziehungen interessiert, und verdient eine Bewertung von 4/5 Sternen.
Man sollte vorab vielleicht für sich entscheiden und einschätzen können, ob das vorhandene Wissen noch verbessert werden kann oder ob man sich mit dem, was man über Freundschaft plus/Friends with benefits weiß, zufrieden gibt.
3,5 ★ Ich habe vor dem Buch einen Podcast gehört, in dem Ole Liebl zum selben Thema zu Gast war. In diesem Podcast hat der Autor mehrfach betont, dass das Buch kein Ratgeber, sondern ein Sachbuch ist. Ich erwähne das so explizit, weil ich sicher bin, dass Leser:innen ggf. andere Erwartungen haben werden. Denn, ja, Recht hat er. "Freunde lieben" ist ein Sachbuch, dass alle Diskussionen, Studien, Klischees und Erkenntnisse der letzten Jahre zusammenfasst. Dementsprechend waren die Informationen zur Beziehungsform Freundschaft plus/Friends with benefits leider nichts Neues. Zumindest nicht für mich. Für meine Generation Y (1980 - 1994) ist das Buch kein krasser Gamechanger. Spätestens in meinen Zwanzigern wurde ich mit den verschiedenen Beziehungsformen vertraut gemacht. Für die Generation meiner Eltern sieht das vielleicht schon anders aus. Man sollte vielleicht für sich entscheiden und einschätzen können, ob das vorhandene Wissen noch verbessert werden kann oder ob man sich mit dem, was man über Freundschaft plus/Friends with benefits weiß, zufrieden gibt. Gut gefallen hat mir, dass die Sprache bzw. der Schreibstil von Ole Liebl sehr sympathisch und "lesernah" ist. Ich konnte seinen Worten jederzeit gut folgen. Redewendungen, Fremdwörter und/oder Anglizismen wurden zum Teil verständlich erläutert. Ole Liebl selbst lebt queer, in seinem Buch konzentriert er sich überwiegend auf heterosexuelle Beziehungen. Sicherlich wären homosexuelle Perspektiven auf das Thema super interessant gewesen. Gibt es Unterschiede? Was läuft in einer homosexuellen F+ anders als in einer heterosexuellen F+? Gibt es überhaupt Unterschiede? Gleichen wir uns? Andererseits hat Ole Liebl seine "Comfort Zone" verlassen und es sich eben nicht leicht gemacht, in dem er sich ausschließlich auf seine eigene sexuelle Orientierung fokussiert hat.
⭐️⭐️⭐️ Mag ich!
„Über die Bedingungen der sexuellen Freundschaft nachzudenken, heißt, über die Bedienung der modernen Liebe nachzudenken.“ Ole Liebl nähert sich in seinem Buch einem Thema, das viele als unvereinbar sehen: Freundschaft und Sex. Es ist eine Beziehungsform, die bei uns gerne als Freundschaft Plus (F+) bezeichnet und immer häufiger gelebt wird. Ole Liebl nimmt sich nichts Geringeres vor, als die F+ erstmals umfassend zu beschreiben und in den Kontext anderer Beziehungen zu stellen. Meine Meinung: In großen Teilen gelingt dieses Vorhaben gut. Es werden historische Entwicklungen aufgezeigt und Verbindungen hergestellt zu Paarbeziehungen, platonischen Freundschaften und reinen Sexbekanntschaften. Stellenweise nähert sich Liebl diesen Komplexen auf wissenschaftliche Weise, dann wiederum eher aus einer philosophischen Perspektive. Diese Sichtweisen ergänzen sich ganz gut, auch wenn es sich manchmal eher liest wie ein niedergeschriebener Gedankengang und weniger wie ein strukturiertes Sachbuch. Ein beachtenswertes, spannendes und gut geschriebenes Buch, das ich jedem nur empfehlen kann, der sich in irgendeiner Art und Weise für Freundschaft und/oder Sex interessiert, aber wer tut das nicht, selbst wenn es nur die Lebens- und Liebeswelt vieler jüngerer Menschen ist. Mein Fazit: "Freunde lieben" Ole Liebl ist leicht und flüssig zu lesen und bewegt einen definitiv zum Nachdenken.

Mega gute Ausführungen zu Liebe und Beziehungen sowohl historisch eingeordnet als auch unter heutigen Machtstrukturen unserer modernen Gesellschaft im Kapitalismus und Patriarchat. Der Aspekt der Freundschaft als Gegenkonstrukt fand ich spannend und hat mir einige neue Anstöße gegeben. Es geht vor allem um Heterosexualität, was ich etwas schade finde.
Freundschaft plus - kann das funktionieren?
Dieses Buch ist hochinformativ, sehr lehrreich und spannend! Auch wenn eine Freundschaft plus kein "Beziehungs"modell ist, welches ich für mich möchte, war ich sehr interessiert an dem Buch und wurde nicht enttäuscht. Ole Liebl schreibt nicht nur über die Freundschaft plus, welche natürlich einen Großteil des Buches einnimmt, sondern ganz allgemein über die Liebe, Sex, Freundschaft, Beziehungen, Gefühle, Emotionen und mehr. Es wurde auf nie langweilig und jedes Kapitel bot neue spannende Informationen. Vor allem das Kapitel über Gefühle und Emotionen hat mir sehr gut gefallen. Es wurde so interessante Ansichten und Erklärungen präsentiert, dass ich manche Stellen gleich zweimal gelesen habe, um möglichst viel mitzunehmen, denn die Informationsdichte war in diesem Buch wirklich hoch. Das Zusammentragen von Studien und Wissenschaftler gelang dem Autor wirklich hervorragend, was die Qualität des Buches für mich noch einmal erhöht. So fundiert und strukturiert dargestellt habe ich bisher selten gelesen. Ich konnte (leider) bei weitem nicht alles behalten, was so logisch und sinnvoll strukturiert präsentiert wurde und werde das Buch sicher irgendwann noch mal lesen. Allerdings ist diese Informationsdichte auch ein ganz klein wenig mein Problem gewesen, warum ich einen halben Stern abgezogen habe. Ich musste schon wirklich sehr, sehr aufmerksam dabeibleiben musste, was grundsätzlich kein Problem ist, aber durch die Länge mancher Kapitel wurde dann doch manchmal schwer.
„Im Ernst: Warum werden romantische Beziehungen mehr geschätzt als Freundschaften?“ Diese Frage, die mir vor einigen Wochen einer meiner besten Freunde stellte, hat nicht nur eine Welle von Gedanken und Gefühlen in mir ausgelöst, sondern mich auch zu einem Buch geführt, das genau diese Frage aufgreift: Ole Liebls "Freunde lieben". Ein Buch, das nicht nur Antworten sucht, sondern auch die Bedeutung von Freundschaft als Liebe neu definiert.
Wir leben in einer Welt in der die familiäre und die "romantische Liebe" oft über alles andere gestellt wird, Ole Liebls "Freunde lieben" nimmt sich einem Thema an, das oft übersehen wird: der Freundschaft als einer Form der Liebe, die nicht weniger tief oder bedeutend ist als andere Formen von Liebe. Liebl gelingt es, die Essenz von Freundschaft einzufangen – eine Liebe, die Raum lässt für Individualität, die nicht von Besitzansprüchen erdrückt wird und in ihrer Freiheit doch so tief verwurzelt ist. Für mich war das Buch auch eine Bestätigung dafür, dass Freundschaft eben nicht die „kleinere Schwester“ der romantischen Liebe ist. Sie ist viel mehr - und geprägt von unzähligen Formen der Nähe, von bedingungsloser Akzeptanz bis hin zu einem Raum, in dem man wachsen kann. Besonders berührend fand ich Liebls Reflexionen über die Freiheit in Freundschaften. Es gibt keinen gesellschaftlichen Vertrag, keine festgelegten Regeln, und genau das macht diese Liebe so rein. Freundschaft fordert nicht, sondern lädt ein. Und doch wird sie oft unterschätzt, in Nebensätzen abgetan oder als „weniger wichtig“ betrachtet. Dieses Buch öffnet die Augen dafür, wie falsch diese Annahme ist. Liebl schafft es, das Banale und das Bedeutende in Freundschaften zu würdigen – von gemeinsamen Lachern über Alltagsgespräche bis hin zu Momenten, in den ein:e Freund:in deine Hand hält, wenn du Angst hast oder dich im Arm hält, wenn die Welt um dich herum gerade zusammenzubrechen scheint. "Wir lieben unsere Freund:innen über viele Jahre und Jahrzehnte, einige ein Leben lang. Man geht durch Höhen und Tiefen, man liebt und wird geliebt. Mein liebt sich nicht für sein Äußeres und nicht für sein Hab und Gut. Man liebt sich für den gelebten Kontakt, für die Nähe und das offene Ohr, für die zärtliche Berührung und den festen Halt (...) "
24. Buch im Jahr 2024 Als ich den Klappentext dieses Buches gelesen habe war ich einerseits skeptisch, aber auch interessiert und wollte dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. So richtig konnte ich mir tatsächlich noch nicht vorstellen in welche Richtung es gehen sollte. Als ich das Buch dann gelesen habe fand ich es auf jeden Fall mal spannend, da ich noch nie ein Buch gelesen hatte, welches mal das Thema Freundschaft Plus behandelt. Da ich diese Beziehungsform selbst schon erlebt habe fand ich es aber wirklich interessant wie der Autor darüber denkt. Es war aber auch kein Buch, das mir jetzt total viele neue Perspektiven eröffnet hat und auch keins, das ich allen Menschen empfehlen würde. Es hat Spaß gemacht zu lesen, aber ich denke nicht, dass es mich jetzt noch lange beschäftigen wird. Ich habe auch nicht wirklich viel Neues gelernt. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht und ich bereue nicht es gelesen zu haben. Daher gibt es von mir immer noch gute 4⭐ Unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar
Schönes Buch zum Thema sexuelle Freundschaft. Das Ole selbst Informatik / Philosophie studiert hat kommt beim Schreibstil durchaus durch. Mir hat diese auch oft sehr bildliche Sprache sehr gefallen. 1 Stern Abzug, weil ich eins zwei Konzepte nicht ganz verstanden habe und (für mich) Sprünge in der Logik der Argumentation zu sexueller Orientierung (S.38 oberer Absatz) waren. Das Konzept von Emotionen vs. Gefühle in Freundschaft und / vs. in romantischen Partnerschaften (Kap. 2 z.B. S.42) hat sich mir auch nicht ganz erschlossen, auch wenn das glaube ich eher an meinem eignen Unvermögen lag die Begriffe (Emotionen und Gefühle) auseinander zu halten. Allgemein hat mir das Buch ziemlich gut gefallen, besonders das Abschlusswort fand ich nochmal toll formuliert. Ich kann dem Autor nur zustimmen, dass ich mich ebenso auf mehr Perspektiven zu dem Thema freue.
Ich habe das gefühl, ole liebl und ich haben uns missverstanden. die anfangskapitel und die schlusskapitel, in denen tatsächlich die f+ als konzept der emotionalen, sowie körperlichen nähe beschrieben wurden, empfand ich als angenehm und vorallem annehmbar. seine argumentation war nachvollziehbar und stellt wichtige fragen über beziehungskonzepte und vertrauen in den raum. allerdings ging es in vielen kapiteln für mich zu bildgewaltig um körperlichkeiten und „privilegierte freiheit” bzw. erzwungenes nicht- labeln. Ich bin definitiv für neue beziehungskonzepte und offenheit in alle richtungen. trotzdem hatte ich zeitweise das gefühl, jegliche grenzen (und damit verbunden meinen persönlichen halt) zu verlieren. an einer stelle sprach er davon, dass man auch in einer f+ zusammen ein kind bekommen kann, ohne die freund:innenschaft als partner:innenschaft zu labeln und klar, für manche funktioniert das, allerdings fehlt mir an der stelle (womöglich muss ich erst ein paar jahre in berlin leben, um jeglichen konservatismus abzulegen) die abgrenzung. teilweise empfand ich ihn persönlich als anders horny, wodurch es sich stellenweise so anfühlte, als würde er seine persönliche einstellung zur offenheit auf menschen beziehen, die diesen konsens nicht teilen. das buch lässt mich etwas ratlos und überfahren zurück, aber ich möchte anmerken, dass ich es großartig finde, dass wir in einer zeit leben, in der solche offenen gedanken zugänglich gemacht werden. somit wird dieses buch für manche einwandfrei funktionieren - für mich jedoch nicht.
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Warum wir Freundschaft neu denken müssen
Freundschaft und Sex passen nicht zusammen. So behaupten es zahllose Beziehungsratgeber, romantische Filme und oft auch das eigene Umfeld. Dennoch suchen immer mehr Menschen nach friends with benefits . Traditionelle Familienbilder und das Ideal der einen großen Liebe scheinen mit Erwartungen und Ansprüchen völlig überfrachtet.
Ole Liebl blickt auf die Entwicklung und Praxis dieser ungewöhnlichen Beziehungsform. Dabei geht er auf ihre emotionalen und ethischen Konflikte ebenso ein wie auf ihre utopischen Potenziale: Gibt es wirklich kein Entkommen vor der romantischen Norm und ihren Besitzansprüchen? Unterliegen unsere Intimbeziehungen bloßen Marktmechanismen? Welche sexistischen Narrative prägen unsere Vorstellungen von Freundschaft und woher kommen sie? Gibt es eine freundschaftliche Erotik? Und auf welche Weisen erlauben wir uns, freundschaftlich zu lieben?
Radikal, kritisch und visionär zeigt Ole Liebl, wie wir Freundschaft neu denken und zu einem gerechteren Miteinander finden können: selbstermächtigend, tabubefreit und zutiefst vertraut.
»Ein ermutigendes, wichtiges Buch!«
Şeyda Kurt, Autorin des Bestsellers »Radikale Zärtlichkeit«
Book Information
Author Description
OLE LIEBL, geboren 1992 in einem Dorf in Rheinland-Pfalz, studierte Philosophie und Informatik an der TU und FU Berlin. Auf TikTok und Instagram sowie im Podcast »Und hier noch die Quellen« klärt Liebl aus wissenschaftlicher Perspektive über verschiedene Themen rund um Sexualität, Geschlecht und Beziehungen auf. Nach 14 Jahren in Berlin zog Liebl 2024 zurück aufs rheinland-pfälzische Land.
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zwischenmenschliche Beziehungen•Freundschaft+
„Freunde Lieben - Die Revolte in unseren engsten Beziehungen“ von Ole Liebl ist ein faszinierendes Werk, das sich mit der Dynamik und den Herausforderungen in unseren engsten Beziehungen auseinandersetzt. Liebl nimmt den:die Leser:in mit auf eine tiefgründige Reise durch die Welt der Freundschaften und Liebesbeziehungen, und offenbart dabei sowohl die schönen als auch die komplexen Aspekte dieser Bindungen. Liebls Schreibstil ist zugänglich und mitreißend, was es leicht macht, sich in die Thematik zu vertiefen. Trotz seiner Tiefe und Komplexität bleibt das Buch stets verständlich und ansprechend. Obwohl das Buch einen umfassenden Einblick in die Welt der menschlichen Beziehungen bietet, lässt es an einigen Stellen etwas an Tiefe vermissen. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte bei weitem. „Freunde Lieben“ ist eine Bereicherung für alle, die sich für das Thema zwischenmenschliche Beziehungen interessiert, und verdient eine Bewertung von 4/5 Sternen.
Man sollte vorab vielleicht für sich entscheiden und einschätzen können, ob das vorhandene Wissen noch verbessert werden kann oder ob man sich mit dem, was man über Freundschaft plus/Friends with benefits weiß, zufrieden gibt.
3,5 ★ Ich habe vor dem Buch einen Podcast gehört, in dem Ole Liebl zum selben Thema zu Gast war. In diesem Podcast hat der Autor mehrfach betont, dass das Buch kein Ratgeber, sondern ein Sachbuch ist. Ich erwähne das so explizit, weil ich sicher bin, dass Leser:innen ggf. andere Erwartungen haben werden. Denn, ja, Recht hat er. "Freunde lieben" ist ein Sachbuch, dass alle Diskussionen, Studien, Klischees und Erkenntnisse der letzten Jahre zusammenfasst. Dementsprechend waren die Informationen zur Beziehungsform Freundschaft plus/Friends with benefits leider nichts Neues. Zumindest nicht für mich. Für meine Generation Y (1980 - 1994) ist das Buch kein krasser Gamechanger. Spätestens in meinen Zwanzigern wurde ich mit den verschiedenen Beziehungsformen vertraut gemacht. Für die Generation meiner Eltern sieht das vielleicht schon anders aus. Man sollte vielleicht für sich entscheiden und einschätzen können, ob das vorhandene Wissen noch verbessert werden kann oder ob man sich mit dem, was man über Freundschaft plus/Friends with benefits weiß, zufrieden gibt. Gut gefallen hat mir, dass die Sprache bzw. der Schreibstil von Ole Liebl sehr sympathisch und "lesernah" ist. Ich konnte seinen Worten jederzeit gut folgen. Redewendungen, Fremdwörter und/oder Anglizismen wurden zum Teil verständlich erläutert. Ole Liebl selbst lebt queer, in seinem Buch konzentriert er sich überwiegend auf heterosexuelle Beziehungen. Sicherlich wären homosexuelle Perspektiven auf das Thema super interessant gewesen. Gibt es Unterschiede? Was läuft in einer homosexuellen F+ anders als in einer heterosexuellen F+? Gibt es überhaupt Unterschiede? Gleichen wir uns? Andererseits hat Ole Liebl seine "Comfort Zone" verlassen und es sich eben nicht leicht gemacht, in dem er sich ausschließlich auf seine eigene sexuelle Orientierung fokussiert hat.
⭐️⭐️⭐️ Mag ich!
„Über die Bedingungen der sexuellen Freundschaft nachzudenken, heißt, über die Bedienung der modernen Liebe nachzudenken.“ Ole Liebl nähert sich in seinem Buch einem Thema, das viele als unvereinbar sehen: Freundschaft und Sex. Es ist eine Beziehungsform, die bei uns gerne als Freundschaft Plus (F+) bezeichnet und immer häufiger gelebt wird. Ole Liebl nimmt sich nichts Geringeres vor, als die F+ erstmals umfassend zu beschreiben und in den Kontext anderer Beziehungen zu stellen. Meine Meinung: In großen Teilen gelingt dieses Vorhaben gut. Es werden historische Entwicklungen aufgezeigt und Verbindungen hergestellt zu Paarbeziehungen, platonischen Freundschaften und reinen Sexbekanntschaften. Stellenweise nähert sich Liebl diesen Komplexen auf wissenschaftliche Weise, dann wiederum eher aus einer philosophischen Perspektive. Diese Sichtweisen ergänzen sich ganz gut, auch wenn es sich manchmal eher liest wie ein niedergeschriebener Gedankengang und weniger wie ein strukturiertes Sachbuch. Ein beachtenswertes, spannendes und gut geschriebenes Buch, das ich jedem nur empfehlen kann, der sich in irgendeiner Art und Weise für Freundschaft und/oder Sex interessiert, aber wer tut das nicht, selbst wenn es nur die Lebens- und Liebeswelt vieler jüngerer Menschen ist. Mein Fazit: "Freunde lieben" Ole Liebl ist leicht und flüssig zu lesen und bewegt einen definitiv zum Nachdenken.

Mega gute Ausführungen zu Liebe und Beziehungen sowohl historisch eingeordnet als auch unter heutigen Machtstrukturen unserer modernen Gesellschaft im Kapitalismus und Patriarchat. Der Aspekt der Freundschaft als Gegenkonstrukt fand ich spannend und hat mir einige neue Anstöße gegeben. Es geht vor allem um Heterosexualität, was ich etwas schade finde.
Freundschaft plus - kann das funktionieren?
Dieses Buch ist hochinformativ, sehr lehrreich und spannend! Auch wenn eine Freundschaft plus kein "Beziehungs"modell ist, welches ich für mich möchte, war ich sehr interessiert an dem Buch und wurde nicht enttäuscht. Ole Liebl schreibt nicht nur über die Freundschaft plus, welche natürlich einen Großteil des Buches einnimmt, sondern ganz allgemein über die Liebe, Sex, Freundschaft, Beziehungen, Gefühle, Emotionen und mehr. Es wurde auf nie langweilig und jedes Kapitel bot neue spannende Informationen. Vor allem das Kapitel über Gefühle und Emotionen hat mir sehr gut gefallen. Es wurde so interessante Ansichten und Erklärungen präsentiert, dass ich manche Stellen gleich zweimal gelesen habe, um möglichst viel mitzunehmen, denn die Informationsdichte war in diesem Buch wirklich hoch. Das Zusammentragen von Studien und Wissenschaftler gelang dem Autor wirklich hervorragend, was die Qualität des Buches für mich noch einmal erhöht. So fundiert und strukturiert dargestellt habe ich bisher selten gelesen. Ich konnte (leider) bei weitem nicht alles behalten, was so logisch und sinnvoll strukturiert präsentiert wurde und werde das Buch sicher irgendwann noch mal lesen. Allerdings ist diese Informationsdichte auch ein ganz klein wenig mein Problem gewesen, warum ich einen halben Stern abgezogen habe. Ich musste schon wirklich sehr, sehr aufmerksam dabeibleiben musste, was grundsätzlich kein Problem ist, aber durch die Länge mancher Kapitel wurde dann doch manchmal schwer.
„Im Ernst: Warum werden romantische Beziehungen mehr geschätzt als Freundschaften?“ Diese Frage, die mir vor einigen Wochen einer meiner besten Freunde stellte, hat nicht nur eine Welle von Gedanken und Gefühlen in mir ausgelöst, sondern mich auch zu einem Buch geführt, das genau diese Frage aufgreift: Ole Liebls "Freunde lieben". Ein Buch, das nicht nur Antworten sucht, sondern auch die Bedeutung von Freundschaft als Liebe neu definiert.
Wir leben in einer Welt in der die familiäre und die "romantische Liebe" oft über alles andere gestellt wird, Ole Liebls "Freunde lieben" nimmt sich einem Thema an, das oft übersehen wird: der Freundschaft als einer Form der Liebe, die nicht weniger tief oder bedeutend ist als andere Formen von Liebe. Liebl gelingt es, die Essenz von Freundschaft einzufangen – eine Liebe, die Raum lässt für Individualität, die nicht von Besitzansprüchen erdrückt wird und in ihrer Freiheit doch so tief verwurzelt ist. Für mich war das Buch auch eine Bestätigung dafür, dass Freundschaft eben nicht die „kleinere Schwester“ der romantischen Liebe ist. Sie ist viel mehr - und geprägt von unzähligen Formen der Nähe, von bedingungsloser Akzeptanz bis hin zu einem Raum, in dem man wachsen kann. Besonders berührend fand ich Liebls Reflexionen über die Freiheit in Freundschaften. Es gibt keinen gesellschaftlichen Vertrag, keine festgelegten Regeln, und genau das macht diese Liebe so rein. Freundschaft fordert nicht, sondern lädt ein. Und doch wird sie oft unterschätzt, in Nebensätzen abgetan oder als „weniger wichtig“ betrachtet. Dieses Buch öffnet die Augen dafür, wie falsch diese Annahme ist. Liebl schafft es, das Banale und das Bedeutende in Freundschaften zu würdigen – von gemeinsamen Lachern über Alltagsgespräche bis hin zu Momenten, in den ein:e Freund:in deine Hand hält, wenn du Angst hast oder dich im Arm hält, wenn die Welt um dich herum gerade zusammenzubrechen scheint. "Wir lieben unsere Freund:innen über viele Jahre und Jahrzehnte, einige ein Leben lang. Man geht durch Höhen und Tiefen, man liebt und wird geliebt. Mein liebt sich nicht für sein Äußeres und nicht für sein Hab und Gut. Man liebt sich für den gelebten Kontakt, für die Nähe und das offene Ohr, für die zärtliche Berührung und den festen Halt (...) "
24. Buch im Jahr 2024 Als ich den Klappentext dieses Buches gelesen habe war ich einerseits skeptisch, aber auch interessiert und wollte dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. So richtig konnte ich mir tatsächlich noch nicht vorstellen in welche Richtung es gehen sollte. Als ich das Buch dann gelesen habe fand ich es auf jeden Fall mal spannend, da ich noch nie ein Buch gelesen hatte, welches mal das Thema Freundschaft Plus behandelt. Da ich diese Beziehungsform selbst schon erlebt habe fand ich es aber wirklich interessant wie der Autor darüber denkt. Es war aber auch kein Buch, das mir jetzt total viele neue Perspektiven eröffnet hat und auch keins, das ich allen Menschen empfehlen würde. Es hat Spaß gemacht zu lesen, aber ich denke nicht, dass es mich jetzt noch lange beschäftigen wird. Ich habe auch nicht wirklich viel Neues gelernt. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht und ich bereue nicht es gelesen zu haben. Daher gibt es von mir immer noch gute 4⭐ Unbezahlte Werbung, Rezensionsexemplar
Schönes Buch zum Thema sexuelle Freundschaft. Das Ole selbst Informatik / Philosophie studiert hat kommt beim Schreibstil durchaus durch. Mir hat diese auch oft sehr bildliche Sprache sehr gefallen. 1 Stern Abzug, weil ich eins zwei Konzepte nicht ganz verstanden habe und (für mich) Sprünge in der Logik der Argumentation zu sexueller Orientierung (S.38 oberer Absatz) waren. Das Konzept von Emotionen vs. Gefühle in Freundschaft und / vs. in romantischen Partnerschaften (Kap. 2 z.B. S.42) hat sich mir auch nicht ganz erschlossen, auch wenn das glaube ich eher an meinem eignen Unvermögen lag die Begriffe (Emotionen und Gefühle) auseinander zu halten. Allgemein hat mir das Buch ziemlich gut gefallen, besonders das Abschlusswort fand ich nochmal toll formuliert. Ich kann dem Autor nur zustimmen, dass ich mich ebenso auf mehr Perspektiven zu dem Thema freue.
Ich habe das gefühl, ole liebl und ich haben uns missverstanden. die anfangskapitel und die schlusskapitel, in denen tatsächlich die f+ als konzept der emotionalen, sowie körperlichen nähe beschrieben wurden, empfand ich als angenehm und vorallem annehmbar. seine argumentation war nachvollziehbar und stellt wichtige fragen über beziehungskonzepte und vertrauen in den raum. allerdings ging es in vielen kapiteln für mich zu bildgewaltig um körperlichkeiten und „privilegierte freiheit” bzw. erzwungenes nicht- labeln. Ich bin definitiv für neue beziehungskonzepte und offenheit in alle richtungen. trotzdem hatte ich zeitweise das gefühl, jegliche grenzen (und damit verbunden meinen persönlichen halt) zu verlieren. an einer stelle sprach er davon, dass man auch in einer f+ zusammen ein kind bekommen kann, ohne die freund:innenschaft als partner:innenschaft zu labeln und klar, für manche funktioniert das, allerdings fehlt mir an der stelle (womöglich muss ich erst ein paar jahre in berlin leben, um jeglichen konservatismus abzulegen) die abgrenzung. teilweise empfand ich ihn persönlich als anders horny, wodurch es sich stellenweise so anfühlte, als würde er seine persönliche einstellung zur offenheit auf menschen beziehen, die diesen konsens nicht teilen. das buch lässt mich etwas ratlos und überfahren zurück, aber ich möchte anmerken, dass ich es großartig finde, dass wir in einer zeit leben, in der solche offenen gedanken zugänglich gemacht werden. somit wird dieses buch für manche einwandfrei funktionieren - für mich jedoch nicht.















