Große Elbstraße 7 – Das Schicksal einer Familie
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Description
Liebe in unruhigen Zeiten Hamburg, Ende des 19. Jahrhunderts. Eigentlich soll Vicki zur Haiden in Lübeck das Lehrerinnenseminar besuchen, doch sie hält die Enge dort nicht aus. Heimlich kehrt sie nach Hamburg zurück – ausgerechnet als in den ärmeren Vierteln die Cholera ausbricht. Mit dem jungen, am Krankenhaus in Ungnade gefallenen Arzt Johannes Dreyer tut sie alles, um den Erkrankten zu helfen. Bis ihr Vater, der Chefarzt am Neuen Krankenhaus Eppendorf, ihr plötzlich gegenübersteht. Er verbietet seiner rebellischen Tochter den Umgang mit dem eigenwilligen Doktor. Doch Vicki hat sich längst in ihn verliebt und beschlossen, ihr eigenes Leben zu leben. Die Saga über eine Hamburger Arztfamilie, die auf wahren Begebenheiten beruht. Von dem Bestsellerautor Wolf Serno.
Book Information
Author Description
Wolf Serno war, bevor er begann, Romane zu schreiben, viele Jahre erfolgreich als Werbetexter und als Dozent tätig. Mit „Der Wanderchirurg“ gelang ihm ein internationaler Bestseller. Er lebt mit seiner Frau und zwei Hunden in Hamburg und Nordjütland.Bei Rütten & Loening und im Aufbau Taschenbuch sind von ihm "Große Elbstaße 7 - Das Schicksal einer Familie", "Große Elbstraße 7 - Liebe in dunkler Zeit" und "Große Elbstraße 7 - Stürme des Lebens" erschienen.
Posts
Am Anfang war… ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
…die Cholera. Und über diese Krankheit gibt es viele viele Informationen und einige interessante Einblicke in die Krankenhausgeschichte zu der damaligen Zeit. Auch Robert Koch findet seine Erwähnung. Ich fand es unglaublich interessant . Ein toller Auftakt der Trilogie und ich freue mich schon auf die weiteren Teile🫶🥰
Hmm, ich finde eine Bewertung schwierig... Auf jeden Fall ein interessantes Thema und gut zu lesen. Allerdings fand ich die Handlung teils etwas schnell und oberflächlich. Dem Buch fehlte etwas die Tiefe. Es gab sehr viele Handlungsstränge, die dann alle auf ca. 470 Seiten abgearbeitet werden müssten und das hat man gemerkt. Was ich cool fand war, dass hier und da etwas Platt eingeflossen ist, das hat dem Buch Charme gegeben.
„Große Elbstraße 7“ von Wolf Serno erzählt die Geschichte der Familie zur Haiden Ende des 19. Jahrhuderts als eine Cholera-Epidemie und Streiks im Hafen Hamburg zum Stillstand gebracht haben. Erschienen ist der Roman im September 2019 im Aufbau-Verlag. Hamburg, Sommer 1892: Im Gängeviertel und im Hafen erkranken immer mehr Arbeiter. Es ist die Cholera, die Hamburg erfasst, denn die arme Bevölkerung bezieht ihr Wasser direkt aus der Elbe. Lange möchte die Stadt der Wahrheit nicht ins Auge blicken und so kümmert sich nur der junge Arzt Johannes Dreyer um die Patienten. An seiner Seite ist die junge Viktoria zur Haiden, die eigentlich in Lübeck bei einem Lehrerinnenseminar sein sollte. Beide haben sich kurz zuvor ineinander verliebt und so hat sich die junge Arzttochter der gerechten Sache ihres Geliebten angeschlossen. Als die Stadt Hamburg die Augen nicht mehr vor der Wahrheit verschließen kann, werden auch Ärzte aus dem Krankenhaus in Eppendorf in die Krankheitshochburgen geschickt. Unter Ihnen ist Professor Carl Heinrich zu Haiden, der nicht sehr erfreut darüber ist, als er seine Tochter in den ärmsten Vierteln Hamburgs wiederfindet. Hamburg und Lübeck in einem Klappentext und dann ist es auch noch ein historischer Roman. Da kann ich schlecht Nein sagen, auch wenn sich eine etwas kitschige Liebesgeschichte angedeutet hat. Im letzten Jahr musste ich lernen, dass die Klappentexte manchmal deutlich kitschiger daher kommen als die Geschichte letztendlich ist und an der Historie meiner Heimat bin ich immer interessiert. Ich bin schnell in die Geschichte reingekommen und habe mich sofort nach Hamburg versetzt gefühlt. Viele Orte und Straßennamen waren mir bekannt und die einfachen, aber eindrücklichen Beschreibungen haben ihr Übriges dazu beigetragen. Der gesamte Roman ist viel von wörtlicher Rede getragen, was typisch für das Genre der Familiensagas zu sein scheint. Die erste Hälfte des Romanes fand ich sehr spannend, denn hier war sehr viel Wissen enthalten. Es wird beschrieben, wie und warum sich die Cholera in Hamburg ausbreiten konnte, wir erfahren etwas über die Diagnose und den Verlauf der Krankheit und welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um der Epidemie Einhalt zu gebieten. Im weiteren Verlauf geht es dann über zur Ausbildung der Krankenschwestern und der Erfindung neuer Behandlungsmethoden. Darüber hinaus haben auch Themen wie Gleichberechtigung und bessere Arbeitsbedingungen sowie Bezahlung durch den Streik im Hamburger Hafen Einzug in den Roman gehalten. Viele spannende Themen, die für meinen Geschmack teilweise etwas zu kurz behandelt wurden, was insbesondere auf den Streik und dessen Auflösung zutrifft. Die zweite Hälfte des Buches befasst sich dann für mich gefühlt nur noch mit der Geschichte der Familie zur Haiden und der Auflösung der losen Enden. Hierzu gehören Schicksalsschläge, Intrigen und Affären. Wir erfahren hier durchaus noch weiteres über die Arbeit als Krankenschwester und den Konflikt, der zwischen der Oberin der Krankenschwestern und der Krankenhausleitung herrschte, aber dies war für mich eher am Rande. Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall, dass die Liebesgeschichten zwar teilweise kitschig waren, für mich aber glücklicherweise nicht überhand genommen haben, so dass ich das noch ganz gut ertragen konnte. Mit den Personen im Buch habe ich mitgefiebert, auch wenn mich die Geschichte von Viktoria am meisten interessiert hat. Eine Frau, die sich über die Wünsche ihrer Familie hinweggesetzt hat und ihren eigenen Weg gegangen ist. Diesen Weg werden sicher nicht unbedingt viele gewählt haben, aber ich bin mir sicher rebellische Töchter und Söhne gab es schon immer. Bennos Geschichte war auch interessant. Seine künstlerische Ader hat ihn an interessante Orte und Personen geführt, die für einen Sohn aus guter Familie eher ungewöhnlich sind. Ich habe gerne in die Kneipen und Etablissements auf St. Pauli Ende des 19. Jahrhunderts hinein geschnuppert. Abgerundet wird der Roman durch ein kurzes Vorwort, das kleinere Änderungen erläutert und einem Personenverzeichnis sowie einer Danksagung am Ende des Buches. Ich hätte mir ein ausführlicheres Nachwort gewünscht und gerne noch mehr über die Recherche erfahren. Was ich von wikipedia in der Danksagung halten soll, weiß ich nicht so recht. Ich hoffe, es diente nur dem Einstieg in eine tiefergehende Recherche. Fazit: Eine starke erste Hälfte mit viel interessanten Wissen, dass in der zweiten Hälfte leider in eine reine Familiengeschichte abdriftet. Empfehlenswert für alle, die Familiensagas gerne mögen und gut unterhalten werden wollen. Für Leser so wie mich, die gerne mit viel Wissen verpackt in einer guten Geschichten zugeballert werden, immer noch ein interessantes Buch, aber keines, dass auf voller Linie begeistern kann.
Wolf Serno erzählt mit „Große Elbstraße 7“ eine packende Familiensaga im historischen Hamburg. Die mutige Protagonistin Vicky beeindruckt durch ihre Stärke und Entschlossenheit, allen Widrigkeiten zu trotzen. Mit großer Detailgenauigkeit beschreibt Serno die medizinischen Praktiken der damaligen Zeit sowie die gesellschaftlichen Herausforderungen verschiedener Schichten. Unerwartete Wendungen halten die Spannung hoch, auch wenn die vielen Handlungsstränge das Buch gelegentlich etwas überladen wirken lassen. Besonders für Leser mit regionalem Bezug ist die atmosphärische Darstellung Hamburgs ein Highlight. Ein mitreißender Roman über Mut und Hoffnung, der lange im Gedächtnis bleibt.
Wolf Serno entführt uns mit „Große Elbstraße 7“ in das historische Hamburg und erzählt eine bewegende Familiensaga, die sowohl durch ihre emotionale Tiefe als auch ihre historische Authentizität überzeugt. Im Mittelpunkt steht Vicky, eine starke und entschlossene junge Frau, deren Lebensweg durch widrige Umstände und gesellschaftliche Herausforderungen geprägt ist. Besonders beeindruckend ist, wie Serno Vickys inneren Kampf und ihre unerschütterliche Willenskraft darstellt. Der Leser fühlt mit ihr, leidet mit ihren Niederlagen und feiert ihre Erfolge. Die unerwarteten Wendungen verleihen der Geschichte zusätzliche Spannung und sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Gleichzeitig gelingt es Serno, mit seiner präzisen Recherche die medizinischen Praktiken und sozialen Kontraste der damaligen Zeit authentisch darzustellen. Die Herausforderungen verschiedener Gesellschaftsschichten werden nicht nur beschrieben, sondern durch Vickys Erlebnisse lebendig und greifbar gemacht. Besonders für Leser mit regionalem Bezug bietet das Buch einen zusätzlichen Reiz: Die Verweise auf die Hamburger Geschichte und die lebendige Beschreibung der Elbstraße lassen die Stadt als Schauplatz geradezu aufleben. Allerdings muss man sich auf eine Vielzahl von Handlungssträngen einstellen, die zwar spannend sind, das Buch jedoch stellenweise etwas überfrachtet wirken lassen. Einige Nebenhandlungen könnten verschlankt werden, um der Hauptgeschichte noch mehr Raum zu geben. Dennoch gelingt es Serno, historische Fakten und emotionale Tiefe so zu verknüpfen, dass man beim Lesen nicht nur in die Geschichte eintaucht, sondern auch über das Leben in jener Zeit nachdenkt. „Große Elbstraße 7“ ist eine eindrucksvolle Erzählung über Mut, Hoffnung und den unerschütterlichen Glauben an sich selbst – ein Werk, das lange nachhallt. Absolut empfehlenswert für Fans historischer Romane und tiefgründiger Frauenschicksale!
Ein Buch über Hamburg aus der Gründerzeit, dazu einen starken weiblichen Hauptcharakter, das ist genau das was ich gerne lese! 1892 – Zur Zeit der Cholera Epidemie – Vicki zur Haiden, die Tochter des rennomierten Chirurgen Carl-Heinrich zur Haiden ist aus ihrer Lehrerinnenschule in Lübeck abgehauen. Sie langweilte sich dort und möchte lieber genau wie ihr Vater Medizin studieren. Damals war das noch undenkbar! Frauen hatten zu heiraten, Kinder zu bekommen und sich um die Familie zu kümmern. Sie versuchte mehrfach ihren Vater, davon zu überzeugen, dass es Mittel und Wege gäbe, wenn sie im Ausland studieren könnte aber der ist absolut nicht davon zu überzeugen gewesen. Vickis Bruder Benno hingegen SOLL Medizin studieren, aber er hat daran kein Interesse. Er ist ein Lebemann, der gerne trinkt und das Leben genießt. Er verdient sein Brot damit, dass er nackte Körperteile an die Wände von Amüsier und Laufhäusern auf St. Pauli zeichnet. Die beiden Geschwister könnten nicht unterschiedlicher sein und ich muss sagen, dass ich Vicki von der ersten Seite an mochte. Sie ist stark, selbstsicher und geht ihren Weg . Sie weiss was sie will und hat immer ein offenes Ohr für andere und hilft wo sie kann. Für sie ist der Heil und Pflegeberuf absolut richtig und ich habe mich sehr gefreut, dass sie ihren Weg trotz der Verbote gegangen ist. Auch Benno bekommt im Verlauf noch eine größere Rolle und trotz seines „rotzigen“ und trinkfestem Verhaltens habe ich ihn am Ende liebgewonnen. Für mich als Hamburgerin waren die geschichtlichen Hintergründe die Wolf Serno mit in die Story gewoben hat. zb die Cholera Epidemie, die Entdeckung der Röntgenstrahlen, der Bau des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) und der Streik der Hamburger Hafenarbeiter 1896/97 extrem spannend und lehrreich. Genauso gut waren die Untersuchungs und Heilungsmethoden aus der Zeit um 1900 recherchiert. Kaum vorzustellen welchen Wandel und welche Entwicklung gerade im medizinischen Sektor in den letzten 100 Jahren von statten gegangen ist. Mit großem Interesse habe ich die alten Behandlungsmethoden gelesen und mich im Stillen für den Fortschritt bedankt. Die Geschichte ist tiefgründig und vielschichtig, gespickt mit wahren geschichtlichen Fakten und ein wenig Liebesgeschichte macht sie wirklich Spaß und ich kanns kaum abwarten bis weitere Teile erschienen sind. Die Reihe werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen und kann sie jedem (nicht nur Hamburgern) wirklich ans Herz legen.
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Liebe in unruhigen Zeiten Hamburg, Ende des 19. Jahrhunderts. Eigentlich soll Vicki zur Haiden in Lübeck das Lehrerinnenseminar besuchen, doch sie hält die Enge dort nicht aus. Heimlich kehrt sie nach Hamburg zurück – ausgerechnet als in den ärmeren Vierteln die Cholera ausbricht. Mit dem jungen, am Krankenhaus in Ungnade gefallenen Arzt Johannes Dreyer tut sie alles, um den Erkrankten zu helfen. Bis ihr Vater, der Chefarzt am Neuen Krankenhaus Eppendorf, ihr plötzlich gegenübersteht. Er verbietet seiner rebellischen Tochter den Umgang mit dem eigenwilligen Doktor. Doch Vicki hat sich längst in ihn verliebt und beschlossen, ihr eigenes Leben zu leben. Die Saga über eine Hamburger Arztfamilie, die auf wahren Begebenheiten beruht. Von dem Bestsellerautor Wolf Serno.
Book Information
Author Description
Wolf Serno war, bevor er begann, Romane zu schreiben, viele Jahre erfolgreich als Werbetexter und als Dozent tätig. Mit „Der Wanderchirurg“ gelang ihm ein internationaler Bestseller. Er lebt mit seiner Frau und zwei Hunden in Hamburg und Nordjütland.Bei Rütten & Loening und im Aufbau Taschenbuch sind von ihm "Große Elbstaße 7 - Das Schicksal einer Familie", "Große Elbstraße 7 - Liebe in dunkler Zeit" und "Große Elbstraße 7 - Stürme des Lebens" erschienen.
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Am Anfang war… ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
…die Cholera. Und über diese Krankheit gibt es viele viele Informationen und einige interessante Einblicke in die Krankenhausgeschichte zu der damaligen Zeit. Auch Robert Koch findet seine Erwähnung. Ich fand es unglaublich interessant . Ein toller Auftakt der Trilogie und ich freue mich schon auf die weiteren Teile🫶🥰
Hmm, ich finde eine Bewertung schwierig... Auf jeden Fall ein interessantes Thema und gut zu lesen. Allerdings fand ich die Handlung teils etwas schnell und oberflächlich. Dem Buch fehlte etwas die Tiefe. Es gab sehr viele Handlungsstränge, die dann alle auf ca. 470 Seiten abgearbeitet werden müssten und das hat man gemerkt. Was ich cool fand war, dass hier und da etwas Platt eingeflossen ist, das hat dem Buch Charme gegeben.
„Große Elbstraße 7“ von Wolf Serno erzählt die Geschichte der Familie zur Haiden Ende des 19. Jahrhuderts als eine Cholera-Epidemie und Streiks im Hafen Hamburg zum Stillstand gebracht haben. Erschienen ist der Roman im September 2019 im Aufbau-Verlag. Hamburg, Sommer 1892: Im Gängeviertel und im Hafen erkranken immer mehr Arbeiter. Es ist die Cholera, die Hamburg erfasst, denn die arme Bevölkerung bezieht ihr Wasser direkt aus der Elbe. Lange möchte die Stadt der Wahrheit nicht ins Auge blicken und so kümmert sich nur der junge Arzt Johannes Dreyer um die Patienten. An seiner Seite ist die junge Viktoria zur Haiden, die eigentlich in Lübeck bei einem Lehrerinnenseminar sein sollte. Beide haben sich kurz zuvor ineinander verliebt und so hat sich die junge Arzttochter der gerechten Sache ihres Geliebten angeschlossen. Als die Stadt Hamburg die Augen nicht mehr vor der Wahrheit verschließen kann, werden auch Ärzte aus dem Krankenhaus in Eppendorf in die Krankheitshochburgen geschickt. Unter Ihnen ist Professor Carl Heinrich zu Haiden, der nicht sehr erfreut darüber ist, als er seine Tochter in den ärmsten Vierteln Hamburgs wiederfindet. Hamburg und Lübeck in einem Klappentext und dann ist es auch noch ein historischer Roman. Da kann ich schlecht Nein sagen, auch wenn sich eine etwas kitschige Liebesgeschichte angedeutet hat. Im letzten Jahr musste ich lernen, dass die Klappentexte manchmal deutlich kitschiger daher kommen als die Geschichte letztendlich ist und an der Historie meiner Heimat bin ich immer interessiert. Ich bin schnell in die Geschichte reingekommen und habe mich sofort nach Hamburg versetzt gefühlt. Viele Orte und Straßennamen waren mir bekannt und die einfachen, aber eindrücklichen Beschreibungen haben ihr Übriges dazu beigetragen. Der gesamte Roman ist viel von wörtlicher Rede getragen, was typisch für das Genre der Familiensagas zu sein scheint. Die erste Hälfte des Romanes fand ich sehr spannend, denn hier war sehr viel Wissen enthalten. Es wird beschrieben, wie und warum sich die Cholera in Hamburg ausbreiten konnte, wir erfahren etwas über die Diagnose und den Verlauf der Krankheit und welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um der Epidemie Einhalt zu gebieten. Im weiteren Verlauf geht es dann über zur Ausbildung der Krankenschwestern und der Erfindung neuer Behandlungsmethoden. Darüber hinaus haben auch Themen wie Gleichberechtigung und bessere Arbeitsbedingungen sowie Bezahlung durch den Streik im Hamburger Hafen Einzug in den Roman gehalten. Viele spannende Themen, die für meinen Geschmack teilweise etwas zu kurz behandelt wurden, was insbesondere auf den Streik und dessen Auflösung zutrifft. Die zweite Hälfte des Buches befasst sich dann für mich gefühlt nur noch mit der Geschichte der Familie zur Haiden und der Auflösung der losen Enden. Hierzu gehören Schicksalsschläge, Intrigen und Affären. Wir erfahren hier durchaus noch weiteres über die Arbeit als Krankenschwester und den Konflikt, der zwischen der Oberin der Krankenschwestern und der Krankenhausleitung herrschte, aber dies war für mich eher am Rande. Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall, dass die Liebesgeschichten zwar teilweise kitschig waren, für mich aber glücklicherweise nicht überhand genommen haben, so dass ich das noch ganz gut ertragen konnte. Mit den Personen im Buch habe ich mitgefiebert, auch wenn mich die Geschichte von Viktoria am meisten interessiert hat. Eine Frau, die sich über die Wünsche ihrer Familie hinweggesetzt hat und ihren eigenen Weg gegangen ist. Diesen Weg werden sicher nicht unbedingt viele gewählt haben, aber ich bin mir sicher rebellische Töchter und Söhne gab es schon immer. Bennos Geschichte war auch interessant. Seine künstlerische Ader hat ihn an interessante Orte und Personen geführt, die für einen Sohn aus guter Familie eher ungewöhnlich sind. Ich habe gerne in die Kneipen und Etablissements auf St. Pauli Ende des 19. Jahrhunderts hinein geschnuppert. Abgerundet wird der Roman durch ein kurzes Vorwort, das kleinere Änderungen erläutert und einem Personenverzeichnis sowie einer Danksagung am Ende des Buches. Ich hätte mir ein ausführlicheres Nachwort gewünscht und gerne noch mehr über die Recherche erfahren. Was ich von wikipedia in der Danksagung halten soll, weiß ich nicht so recht. Ich hoffe, es diente nur dem Einstieg in eine tiefergehende Recherche. Fazit: Eine starke erste Hälfte mit viel interessanten Wissen, dass in der zweiten Hälfte leider in eine reine Familiengeschichte abdriftet. Empfehlenswert für alle, die Familiensagas gerne mögen und gut unterhalten werden wollen. Für Leser so wie mich, die gerne mit viel Wissen verpackt in einer guten Geschichten zugeballert werden, immer noch ein interessantes Buch, aber keines, dass auf voller Linie begeistern kann.
Wolf Serno erzählt mit „Große Elbstraße 7“ eine packende Familiensaga im historischen Hamburg. Die mutige Protagonistin Vicky beeindruckt durch ihre Stärke und Entschlossenheit, allen Widrigkeiten zu trotzen. Mit großer Detailgenauigkeit beschreibt Serno die medizinischen Praktiken der damaligen Zeit sowie die gesellschaftlichen Herausforderungen verschiedener Schichten. Unerwartete Wendungen halten die Spannung hoch, auch wenn die vielen Handlungsstränge das Buch gelegentlich etwas überladen wirken lassen. Besonders für Leser mit regionalem Bezug ist die atmosphärische Darstellung Hamburgs ein Highlight. Ein mitreißender Roman über Mut und Hoffnung, der lange im Gedächtnis bleibt.
Wolf Serno entführt uns mit „Große Elbstraße 7“ in das historische Hamburg und erzählt eine bewegende Familiensaga, die sowohl durch ihre emotionale Tiefe als auch ihre historische Authentizität überzeugt. Im Mittelpunkt steht Vicky, eine starke und entschlossene junge Frau, deren Lebensweg durch widrige Umstände und gesellschaftliche Herausforderungen geprägt ist. Besonders beeindruckend ist, wie Serno Vickys inneren Kampf und ihre unerschütterliche Willenskraft darstellt. Der Leser fühlt mit ihr, leidet mit ihren Niederlagen und feiert ihre Erfolge. Die unerwarteten Wendungen verleihen der Geschichte zusätzliche Spannung und sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Gleichzeitig gelingt es Serno, mit seiner präzisen Recherche die medizinischen Praktiken und sozialen Kontraste der damaligen Zeit authentisch darzustellen. Die Herausforderungen verschiedener Gesellschaftsschichten werden nicht nur beschrieben, sondern durch Vickys Erlebnisse lebendig und greifbar gemacht. Besonders für Leser mit regionalem Bezug bietet das Buch einen zusätzlichen Reiz: Die Verweise auf die Hamburger Geschichte und die lebendige Beschreibung der Elbstraße lassen die Stadt als Schauplatz geradezu aufleben. Allerdings muss man sich auf eine Vielzahl von Handlungssträngen einstellen, die zwar spannend sind, das Buch jedoch stellenweise etwas überfrachtet wirken lassen. Einige Nebenhandlungen könnten verschlankt werden, um der Hauptgeschichte noch mehr Raum zu geben. Dennoch gelingt es Serno, historische Fakten und emotionale Tiefe so zu verknüpfen, dass man beim Lesen nicht nur in die Geschichte eintaucht, sondern auch über das Leben in jener Zeit nachdenkt. „Große Elbstraße 7“ ist eine eindrucksvolle Erzählung über Mut, Hoffnung und den unerschütterlichen Glauben an sich selbst – ein Werk, das lange nachhallt. Absolut empfehlenswert für Fans historischer Romane und tiefgründiger Frauenschicksale!
Ein Buch über Hamburg aus der Gründerzeit, dazu einen starken weiblichen Hauptcharakter, das ist genau das was ich gerne lese! 1892 – Zur Zeit der Cholera Epidemie – Vicki zur Haiden, die Tochter des rennomierten Chirurgen Carl-Heinrich zur Haiden ist aus ihrer Lehrerinnenschule in Lübeck abgehauen. Sie langweilte sich dort und möchte lieber genau wie ihr Vater Medizin studieren. Damals war das noch undenkbar! Frauen hatten zu heiraten, Kinder zu bekommen und sich um die Familie zu kümmern. Sie versuchte mehrfach ihren Vater, davon zu überzeugen, dass es Mittel und Wege gäbe, wenn sie im Ausland studieren könnte aber der ist absolut nicht davon zu überzeugen gewesen. Vickis Bruder Benno hingegen SOLL Medizin studieren, aber er hat daran kein Interesse. Er ist ein Lebemann, der gerne trinkt und das Leben genießt. Er verdient sein Brot damit, dass er nackte Körperteile an die Wände von Amüsier und Laufhäusern auf St. Pauli zeichnet. Die beiden Geschwister könnten nicht unterschiedlicher sein und ich muss sagen, dass ich Vicki von der ersten Seite an mochte. Sie ist stark, selbstsicher und geht ihren Weg . Sie weiss was sie will und hat immer ein offenes Ohr für andere und hilft wo sie kann. Für sie ist der Heil und Pflegeberuf absolut richtig und ich habe mich sehr gefreut, dass sie ihren Weg trotz der Verbote gegangen ist. Auch Benno bekommt im Verlauf noch eine größere Rolle und trotz seines „rotzigen“ und trinkfestem Verhaltens habe ich ihn am Ende liebgewonnen. Für mich als Hamburgerin waren die geschichtlichen Hintergründe die Wolf Serno mit in die Story gewoben hat. zb die Cholera Epidemie, die Entdeckung der Röntgenstrahlen, der Bau des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) und der Streik der Hamburger Hafenarbeiter 1896/97 extrem spannend und lehrreich. Genauso gut waren die Untersuchungs und Heilungsmethoden aus der Zeit um 1900 recherchiert. Kaum vorzustellen welchen Wandel und welche Entwicklung gerade im medizinischen Sektor in den letzten 100 Jahren von statten gegangen ist. Mit großem Interesse habe ich die alten Behandlungsmethoden gelesen und mich im Stillen für den Fortschritt bedankt. Die Geschichte ist tiefgründig und vielschichtig, gespickt mit wahren geschichtlichen Fakten und ein wenig Liebesgeschichte macht sie wirklich Spaß und ich kanns kaum abwarten bis weitere Teile erschienen sind. Die Reihe werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen und kann sie jedem (nicht nur Hamburgern) wirklich ans Herz legen.









