Das Flüstern der Bäume
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Description
Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder …
»Eine Familiensaga voller unerwarteter Wendungen.« stern
Book Information
Author Description
Michael Christie, in Thunder Bay, Ontario, geboren, studierte Psychologie und arbeitete in der Obdachlosenhilfe, bevor er 2011 sein Debüt »The Beggar’s Garden« veröffentlichte. Sein zweiter Roman »Das Flüstern der Bäume« wurde mehrfach nominiert, u.a. für den bedeutendsten kanadischen Literaturpreis, den Scotiabank Giller Prize. Michael Christie lebt mit seiner Familie in einem selbst gezimmerten Holzhaus auf der Insel Galiano vor Vancouver.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ein toller Roman, der uns in eine Zukunft führt, wo man dafür bezahlt , frische Luft im Wald zu atmen… Trotz des traurigen Themas - ist das Buch zart und in seiner Vielschichtigkeit berührt es mich, wie tief die Liebe zu Bäumen in uns Menschen verankert ist. Viele Erzählstränge werden werden eröffnet und am Ende entwirrt. Mich hat der Roman berührt.
🌳🪵 Vier Generationen in Jahresringen.
"Der beste Moment, um einen Baum zu pflanzen, ist immer vor zwanzig Jahren. Und der zweitbeste ist immer jetzt." "Das Flüstern der Bäume" weht mit dem Wind in dein Ohr und du kannst es nicht überhören. Mitgenommen aufgrund des hübschen Covers, entpuppte sich der Roman zwischen Familiensaga und Naturwissenschaft als echtes Goldstück. Michael Christie erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln von der Familie Greenwood, die auf unterschiedlichste Arten immer mit Bäumen und deren Holz verbunden ist. Dabei wechselt das Buch zeitlich zwischen den Jahren 2038, 2008, 1974, 1934 und 1908. Und weil man die Jahre am Querschnitt eines Baumes am besten sehen kann, befindet sich am Anfang auch eine Übersicht in dieser Optik. So verzweigt wie Wurzeln und Äste eines Baumes, so ist auch die Handlung. Ich fand, dass es sich dennoch sehr fließend lesen lässt und auch wenn manche Dinge etwas phantastisch daherkommen und die Zukunft arg dystopisch wirkt, fand ich das Buch ganz wunderbar. Was bleibt, ist auf jeden Fall einmal mehr die Erkenntnis, wie schützenswert und lebensnotwendig unsere Wälder sind und wie idiotisch es ist, dass Menschen sich selbst dieser Lebensgrundlage berauben.

Wir Menschen sind wie einzelne Jahresringe eines Baumes und damit Teil einer viel größeren Geschichte. Zu diesem Schluss kommt nicht nur die Protagonistin Jacinda Greenwood, sondern auch wir Leserinnen und Leser, wenn wir den 540 Seiten starken Roman „Das Flüstern der Bäume“ nachdenklich zur Seite legen. Der dicht erzählte Generationenroman wurde von Michael Christie geschrieben, von Stephan Kleiner ins Deutsche übersetzt und erschien 2022. Der Untertitel, der mir bei verschiedenen Online-Recherchen im Vorfeld immer wieder begegnete, fasst das zentrale Motiv treffend zusammen: „Eine Familie, vier Generationen, schicksalhaft verbunden mit den Wäldern Kanadas – und unserer Zukunft.“ Durch die unterschiedlichen Zeitebenen – von 1908 bis 2038 – wird deutlich, wie eng das Schicksal der Menschen mit dem der Natur verwoben ist und wie wichtig eine intakte Umwelt für kommende Generationen bleibt. Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn ich mich zunächst an den dichten Schreibstil gewöhnen musste. Die Handlung wirkt für mich typisch amerikanisch, was mich persönlich nie so richtig abholen kann. Was meine ich damit? Die amerikanische Romane, die ich bisher gelesen habe – etwa „So weit der Fluss uns trägt“ oder „Von hier bis zum Anfang“ – haben eine ähnliche Tonalität wie der hier beschrieben Roman: eindringlich, düster, manchmal fast schwerfällig. Kennst du dieses Gefühl?

Zwischen Dystopie und Vergangenheit - eine Reise entlang von Baumringen
Das Flüstern der Bäume stand ewig auf meiner Wunschliste. Nun wurde es im November im Buchclub gelesen. Ich bin ehrlich, hätte ich es alleine gelesen, ich hätte nach 20 % abgebrochen. Ich bin null in das Buch reingekommen. Dann hätte ich jedoch ein wunderschönes Buch aus den Wäldern Kanadas verpasst. Ich mochte die erste Staffel Survial Squad und bin jetzt auf die zweite Staffel gespannt. So hat das Buch also für mich eine guten Einstieg in die Wälder Kanadas gegeben. Aber auch in ein Kanada, dass durch seine holzverarbeitenden Industrie viele Teile seines Waldbestandes verloren hat. Im Laufe des Buches lernen wir Jake, als vierte Generation der Greenwoods kennen. Sie lebt in einer Welt, in der es nur noch Staubstürme gibt, kaum noch Lebensmittel und der Klimawandel das Leben fast unmöglich gemacht hat. Weiter lernen wir ihren Vater Liam kennen, der nach einem Sturz auf einer Baustelle entscheidet lieber zu sterben, wie ein Lebe im Rollstuhl zu verbringen. Seine Mutter Willow, der dritte genannte Lebensring, ist eine Frau, die für den Umweltschutz einsteht, aber auch getrieben und unnahbar auf mich wirkt. Als letzte und älteste Generation lernen wir Harries und Everett Greenwood kennen. Die Kapitel rund rum Harries und Everett fand ich sehr beeindruckend. Sie haben mir ein Gefühl von Nähe gegeben und ich konnte mich durch dich gute Beschreibung der Charaktere sehr gut in ihre Geschichten, Gefühle und Emotionen rein fühlen. Sie haben für mich das Buch am Ende zu einem 4 Sterne Buch gemacht. Von mir aus hätte das Buch auch nur von diesem Geschwister-Paar und ihrer Liebe zu den Bäumen handeln können. Was ich schade fand, als Leser haben wir die Familiengeschichte quasi Live miterleben dürfen, aber ich hätte mich gewünscht, dass die einzelnen Charaktere ebenso mehr über ihre Geschichte erfahren hätten. Wer sich für einen Generationen-Roman mit einer queeren Story interessiert, sollte ruhig zu diesem Buch greifenden .
An manchen Stellen sehr zäh
Am Anfang des Buches habe ich schon einige Kapitel zum reinkommen gebraucht. Auch der Name Jake von einer der Hauptprotagonistin war sehr verwirrend, weil ich dabei immer an eine männliche Person denken musste. Die Familiengeschichte in verschiedenen Generationen an sich war schon interessant und ich wollte wissen wie alle zusammengehören, aber durch die viel zu vielen Nebengeschichten wurde es gerade in der Mitte des Buches sehr zäh und ich habe lange gebraucht es zu Ende zu lesen. Ebenso hätte ich mir mehr Klimawandel und Ökonomisches gewünscht. Wer gerne über Familien in verschiedenen Generationen liest, wird mit diesem Buch seine Freude haben. Für mich war es okay aber nichts Besonderes.
Ein wunderbares Buch mit Tiefgang
🌿📖 „Das Flüstern der Bäume“ Ein leises, poetisches Buch, das vor allem durch seine Atmosphäre lebt. Die Naturbeschreibungen sind wunderschön und die Emotionen der Figuren sehr feinfühlig dargestellt. 🌲💚 Die Handlung ist eher ruhig – perfekt zum Abschalten und Nachdenken, aber nichts für alle, die viel Spannung suchen. ✨
„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen…“ – wer Rilke kennt und bestenfalls zu schätzen weiß, dem kommt beim Blick auf die ersten Seiten von „Das Flüstern der Bäume“ des Autors Michael Christie (fast) unweigerlich dieser Gedichtanfang in den Sinn. Denn die schöne Aufmachung im Inneren und der schön gestaltete Schutzumschlag sind Eyecatcher. Doch was nützt einem die schöne Aufmachung, wenn der Inhalt schwächelt? Dabei hat die Geschichte um Jake (Jacinda) Greenwood, die im Jahr 2038 als Führerin auf Greenwood Island arbeitet, um entsprechend zahlenden Touristen die Schönheit von Bäumen zu zeigen, vielversprechend angefangen. Eines Tages kommt Silas, der Ex-Verlobte von Jacinda auf die Insel, um ihre „Familiengeschichte“ aufzurollen. Und so kehrt die geneigte Leserschaft von 2038 in mehreren Schritten zurück ins Jahr 1908, um dann am Ende wieder zurück in der (nahen) Zukunft zu landen. Soweit so gut – lesen lässt sich das Buch recht flüssig, das heißt Herr Christie hat durchaus Talent, seine Leserschaft „bei der Stange“ zu halten. Wenn die an sich gute Ökobotschaft des Buches dann jedoch in einer derart an den Haaren herbeigezogenen Geschichte versteckt ist, dass die Leserinnen und Leser gezwungen sind, ein Mikroskop in die Hand zu nehmen, hört für mich der Spaß an der Freude auf. Beispiele gefällig? Ein aus 8 Meter 39 gefallener Mann, der offensichtlich querschnittsgelähmt ist, kriecht zu seinem Auto und zurück, hält sich mit Red Bull am „Leben“, räumt die Baustelle auf und kritzelt vor seinem Tod noch sein „Testament“ in den Betonboden. Da werden zehntausende Bücher aus einer Bibliothek bei einem Wirbelsturm auf einmal! in die Luft geschleudert und Jahrzehnte später findet man Exemplare daraus wieder, als ob sie gerade fallen gelassen bzw. aufgeschlagen wurden. Okay, mehr erspare ich euch jetzt. Wie gesagt, schreiben kann Herr Christie, Sinn macht das Ganze jedoch nur in wenigen Ausnahmen. Als Leser:in sollte man sich also auf einige Ungereimtheiten einstellen. Nach dem Motto: „Ich denk nicht drüber nach, ich lese einfach.“ Zwei Sterne für die wenigen guten Passagen im Buch und die Gestaltung; mehr ist nicht drin. Schade eigentlich. ©kingofmusic
"Jeder Baum wird von seiner eigenen Geschichte aufrecht gehalten, den Gebeinen seiner Ahnen." Und so ist es auch bei den Menschen und ihren Familiengeschichten. So vielschichtig wie es die Ringe eines Baumes sind, so ist auch der Inhalt dieses Romans, der mir vor allem am Anfang und ganz besonders am Ende, sehr gut gefallen hat. Leider sind in der Mitte doch einige Längen und sehr viel Erzählstränge. Nichts desto Trotz ein sehr empfehlenswerter Roman der wieder einmal die Dringlichkeit deutlich macht, mit der wir uns mit dem Klimawandel, und im besonderen Maße, dem Klimaschutz beschäftigen müssen!!
“Das Flüstern der Bäume” ist ein fantastisches Buch, welches ich unheimlich gern gelesen habe. Die Handlung dreht sich um eine Familiengeschichte, in meinem Herzensland Kanada, welche in vier verschieden Generationen erzählt wird. Wie schon auf dem Einband so passend beschrieben enthüllt sich mit jeder Seite, Jahresring für Jahresring mehr von der Vergangenheit und Gegenwart und setzt dabei aber auch Anregungen darüber nachzudenken, was Familie eigentlich bedeutet. Wichtig ist außerdem die Thematisierung der Zerstörung und der Schutz der Bäume & Wälder. Mich hat es, nicht nur literarisch, in seinen Bann gezogen und ich kann es definitiv weiterempfehlen!
Klare Leseempfehlung
Ich finde es sehr interessant, wie die Familienstruktur und Geschichte der Generationen sich wie eine Baumwurzel durch das Buch zieht. Man erfährt viele Hintergründe und Geschichten der vorherigen Generation. Und brandaktuell, wie es mit der Welt weiter gehen könnte, wenn wir nichts verändern.
Der beste Moment, um einen Baum zu pflanzen, ist immer vor 20 Jahren. Und der zweitbeste ist immer jetzt.
Puh … hab mich mit diesem Buch leider echt schwer getan, obwohl der Klappentext so vielversprechend klang. Die Idee, dass die Familiengeschichte wie Jahresringe eines Baumes aufgebaut ist und man sich von außen nach innen und wieder nach außen arbeitet, ist toll. Aber so fühlte es sich für mich auch an: nach Arbeit. Zu Anfang wird man sehr in die Geschichte reingeworfen und braucht, um sich zurechtzufinden (obwohl ich das Gedankenspiel, dass die reichen Länder bald die sind, die noch Wälder und Natur haben, sehr spannend finde). Die Mitte der Geschichte rund um Everett, Harris und Temple hat mir sehr gut gefallen, das Ende des Buches leider gar nicht. Mir hat die Balance gefehlt … teils war es sehr langatmig und dann wird durch die Geschichte gehetzt. Sehr schade, heute habe ich leider nur 2,5 Sterne zu vergeben.
Teilweise Langatmig
Der Roman spielt in verschiedenen Zeitebenen und erzählt die Geschichte einer Familie in mehreren Generationen. Die Idee dem Buch "Jahresringe" wie einem Baum zu geben, indem es von der neuesten Geschichte immer weiter in die Vergangenheit geht und dann wieder zurück fand ich sehr angenehm, zumal Bäume und Holz eine zentrale Rolle im Leben der Familie spielen, egal in welcher Generation. Der Schreibstil war auch angenehm jedoch hat es sich leider an manchen Stellen stark gezogen. Alles in allem hat mir die Familiengeschichte jedoch gefallen.
Ihr kennt das ja bestimmt: Man hat so bestimmte "Phasen", in denen man von einem bestimmten (Lese)Thema gar nicht genug bekommen kann. Mir geht es gerade mit Own Voice Erzählungen und Familiengeschichten so. Zugunsten einer gut ausgearbeiteten Mutter-Kind-Beziehung oder einer spannenden Geschichte über Geschwister kann ich gut und gerne mal auf Romantik verzichten. -- "Das Flüstern der Bäume" von @michaelchristie fällt zwar nicht in die Kategorie der Own Voice Romane, überzeugte dafür aber mit einem wirklich gut ausgearbeiteten Familienepos, der sowohl die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern als auch zwischen Geschwistern sehr aufmerksam und empathisch beleuchtet. ꜱɪᴇ ʜᴀᴛᴛᴇ ꜱɪᴄʜ ᴅɪᴇ ꜰᴀᴍɪʟɪᴇ ɢʀᴇᴇɴᴡᴏᴏᴅ ɪᴍᴍᴇʀ ᴀʟꜱ ᴇɪɴ ᴀᴜꜰ ɢᴇʜᴇɪᴍɴɪꜱꜱᴇɴ ɢᴇʙᴀᴜᴛᴇꜱ ʜᴀᴜꜱ ᴠᴏʀɢᴇꜱᴛᴇʟʟᴛ, ɢᴇʜᴇɪᴍɴɪꜱꜱᴇɴ, ᴅɪᴇ ꜱᴄʜɪᴄʜᴛ ᴜᴍ ꜱᴄʜɪᴄʜᴛ ᴠᴏɴ ᴡᴇɪᴛᴇʀᴇɴ ɢᴇʜᴇɪᴍɴɪꜱꜱᴇɴ ᴜᴍꜱᴄʜʟᴏꜱꜱᴇɴ ᴡᴜʀᴅᴇɴ. Geheimnisse, Missverständnisse und verpasste Gelegenheiten prägen die Familiengeschichte der Greenwoods, die wir von 1908 bis 2038 begleiten dürfen. Dem ganz besonderen Aufbau des Buchs ist es dabei zu verdanken, dass sich besagte Familiengeheimnisse erst nach und nach lüften. Ein Stilmittel, mit dem man mich nahezu _immer_ kriegt. -- Die eigentlichen Protagonisten sind jedoch die Bäume
An sich eine interessante Geschichte, die Idee gefällt mir und der Aufbau wie die Jahresringe eines Baumes. Wir sollten dringend alle lernen die Natur mehr zu achten! Stellenweise war es aber sehr sehr langatmig, so ausschweifende Beschreibungen, Erzählungen und Wiederholungen, da musste ich mich dann doch zwingen weiter zu lesen.

Der Baum dient in Das Flüstern der Bäume als wenig überraschendes Symbol für Familienstrukturen, obwohl am Ende die Erkenntnis steht, dass Familie wohl eher ein Wald ist, den man vor lauter Bäumen nicht sieht. Ach, was hatte ich mich auf diesen Roman gefreut…und was war ich schon nach dem ersten Viertel „unterwältigt“ (ich muss dieses Wort hier einfach mal bemühen – es trifft es am besten): Unsympathische Figuren, deren Leben aus Enttäuschungen, Verlusten, Bindungsarmut und Drogenabhängigkeit besteht, „klammern“ sich an Bäume, die ihr Schicksal werden, und wachsen quälend langsam durch einen Plot, der so wenig flexibel ist wie eine deutsche Eiche. Bei aller Sprachkraft, der Fähigkeit, die Weite und Größe Kanadas fühlbar zu machen, und ökologisch-politischen Relevanz – das war alles sehr deprimierend und dazu noch im wahrsten Sinne „Ödnis“. Ein Eindruck, der sich immer wieder bestätigen sollte, und dies trotz des absolut innovativen Aufbaus des Romans, der vom Jahr 2038 rückwärts durch Episoden in den Jahren 2008, 1974, 1934 und 1908 reist und dann wieder in aufsteigender Reihenfolge diese Jahre thematisiert. Die Idee, einen Roman so zu strukturieren, hat mir hervorragend gefallen und auch im Kontext des Themas und der erzählten Geschichte, ist diese Wahl absolut einleuchtend. Darüber hinaus sorgt sie für die Spannung, die man in dem Roman ansonsten weitestgehend vermisst. Um ehrlich zu sein, hat mich diese unglaublich weitschweifige Familiengeschichte erst ab S. 293 mäßig interessiert – leider muss man bis dahin aber erst einmal kommen und auch alles gelesen haben, da man sonst den Anschluss verliert. Zum Ende hin nimmt der Roman tatsächlich an Fahrt auf und besticht auch mit einigen berührenden und traurigen Momenten – besonders der Handlungsstrang um Temple und Everett hat es mir da angetan – aber nochmal: dafür muss man sich durch die Längen der vorangehenden Kapitel kämpfen versinkt aber gleichzeitig in der grenzenlosen Hoffnungslosigkeit einer Dystopie, die nicht nur die Menschheit und Natur zum Tod verdammt, sondern auch das persönliche Schicksal eines jeden Menschen mit dem Label „vergeblich“ versieht. Um zu erkennen, dass es eigentlich immer nur noch schlechter werden kann, braucht man keine 560, meist langatmigen, Seiten und nach der aufzehrenden Lektüre wäre ein wahrer Silberstreif am Horizont auch mal eine nette Abwechslung gewesen. Für mich ist Das Flüstern der Bäume ein ambitionierter Roman, dem es aber nicht gelingt, seine selbstgesetzten Ziele einzulösen. Drei Sterne gibt es für die großartige Struktur und die Seiten 293 bis 471, sowie das Interpretationspotenzial, das der Roman bietet. Sicherlich könnte ich nun beginnen, genauer über ebendieses zu grübeln und auch verschiedene Ansätze verfolgen, denn die bietet der Roman zuhauf. Aber irgendwie ist dies nach einem Leseerlebnis, das sich mich ob seiner immensen Schwere auf sprachlicher und ihhaltlicher Ebene recht erschöpft zurücklässt, zu viel verlangt – ich komme mir schon so antriebsarm vor wie die Figur des Lomax, der nicht weiß, wie er sich je wieder von seinem Opiumlager erheben soll.
Eine wunderbare Familiengeschichte über viele Generationen und insgesamt 120 Jahre.. wie die Jahresringe eines Baumes tauchen wir immer tiefer ein in die Geschichte der Familie Greenwood. Dort gibt es tiefe Dunkelheit, aber auch viele helle Momente des Glücks. Ich mochte besonders Everett sehr, einer der Vorfahren unserer Protagonistin Jacinda Greenwood. Diese lebt im Jahr 2038 als Baumkundlerin auf Greenwood Island, einem der letzten Flecken unserer Erde mit natürlichem Baumbestand. In der gesamten Geschichte tragen Bäume wesentlich zur Handlung bei und sind die eigentlichen Hauptdarsteller. Wunderschön geschrieben, nur die ersten 100 Seiten muss man durchhalten, dann entfaltet sich die Geschichte in ihrer vollen Pracht. Daher 4 Sterne!
Dieses Buch erzählt die Geschichte einer Familie über vier Generationen, wobei auch die jeweilige gesellschaftliche Situation der Zeit mit behandelt wird. Die Art, wie das Buch aufgebaut ist und der Erzählstil lassen es bis zum Ende spannend bleiben, gleichzeitig sind manche Entwicklungen ein wenig zu erahnen - oder grade überraschend - durch die Anordnung der Zeitstränge. Die Greenwoods sind verbunden mit Bäumen und besonders den Wäldern Kanadas, was sich durch das Buch zieht, aber auch ein wenig den Aufbau und die Sprache beeinflusst. Ganz große Empfehlung!
vielgestaltig, sehr interessant aufgebaut, mal so ganz anders geschrieben
In diesem Buch dient der Baum als allgemeines Symbol für die Verflechtung verschiedenster Familienstrukturen. Die innere Aufmachung mit Abbild eines offenen Baumstammes und dessen gekennzeichnete Jahresringe haben mich direkt angesprochen. Durch die unterschiedlichen Zeitebenen und Handlungsstränge baut sich ein gutes Grundgerüst der Geschichte auf, welches den Spannungsbogen durchweg gut hält. Das Buch beginnt mit der eigentlichen Story die in der Zukunft spielt, erzählt dann rückwirkend Stück für Stück die Vergangenheit und kehrt schließlich Schritt für Schritt wieder zurück zur Zukunft. Selten habe ich gesehen, dass eine Geschichte in der Form so gut umgesetzt wurde. Der Autor versteht es zudem, interessante Charaktere zu erschaffen, die alle auf Ihre Art speziell und andersartig waren. Jeder Abschnitt ist von einem einzelnen Protagonisten geprägt, was dem Ganzen etwas Geheimnisvolles verleiht. Eine Einteilung in Gut und Böse ist kaum möglich. Der poetische Schreibstil ist gut gewählt, um den Lesefluss aufrecht zu erhalten, erfordert es allerdings aufgrund der verschiedenen Generationen ein wenig Konzentration. Nach und nach ergeben sich dann aber immer mehr Zusammenhänge und man versteht so langsam, wie vieles aus der Vergangenheit mit der Zukunft zusammenhängt. Meiner Meinung nach muss sich dieses Buch erst entfalten können, damit man wirklich Gefallen daran findet. Der Autor hält einem hier vor allem gut vor Augen, was das selbstzerstörerische Handeln der Menschen bewirken kann, was einen wiederum zum Nachdenken anregt. Das Thema Bäume und Wald war hier sehr präsent und wurde passend in die Geschichte mit eingefügt. Ich hatte förmlich das Gefühl, das Rauschen der Wälder hören zu können und durch diese hindurch zu spazieren. Dieses vielgestaltige Buch ist eine so ganz anders erzählte und äußerst interessant aufgebaute Familiensaga. Es geht darum, was das Wort Familie denn ausmacht und wie es denn eigentlich zu definieren ist.. Mir hat die Geschichte viele schöne, aber auch tragische und spannende Lesestunden bereitet, sodass ich das Buch nur uneingeschränkt weiterempfehlen kann.
Inhalt: 2038, Kanada. Jacinda Greenwood arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island. Obwohl sie ihre väterlichen Wurzeln nicht kennt, glaubt sie, die Namensgleichheit ist reiner Zufall. Doch als sie eines Tages das Tagebuch ihrer Großmutter in den Händen hält, wird sie eines Besseren belehrt. Es entfaltet sich eine außergewöhnliche Familiensaga, die sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckt. Ein Jahrhundert voller Zufälle, Opfer und Entscheidungen. Allzeit präsent ist der Wald, ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit, der sie Jahresring für Jahresring miteinander verbindet. Meine Meinung: Michael Christie erzählt mit „Das Flüstern der Bäume“ eine bewegende Familiengeschichte, in der wir die Verluste, Hoffnungen, Chancen und Entscheidungen von vier Generationen miterleben. Anfangs brauchte ich eine Zeit lang, um in die Geschichte hineinzufinden, dann war sie ein Selbstläufer. Die Zeitebenen sind außergewöhnlich miteinander verwoben, sehr komplex und bieten aufgrund von Cliffhanger immer wieder Interpretationsspielraum. Superspannend! Der ganze Roman ist als eine Art Liebeserklärung an die Natur und im Speziellen den Wald zu verstehen. Er lehrt uns, was es heißt, eine Familie zu sein und dass es mehr um Liebe geht als um Gene. Ein herzerwärmender Roman für Zwischendurch, bei dem ich einige Tränen verdrücken musste. Eine TW/CN ist für verschiedene Arten von Drogensüchten auszusprechen, ansonsten gibt’s von mir eine klare Leseempfehlung.
Wie ein Querschnitt durch einen Baum liest sich dieser Roman. Ungewöhnlich und durchaus spannend wie sich die Familiengeschichte der Greenwoods auf diese Art und Weise entblättert. Allerdings sind die Figuren entweder glücklos, verwahrlost oder chancenlos, so dass mich die Geschichte ziemlich fassungslos über die Trostlosigkeit zurücklässt. Kraftzehrendes Leseerlebnis vom Übel der Welt mit den nicht ganz so neuen Erkenntnissen, dass unserer Vorfahren Entscheidungen Weichen für die eigene Geschichte stellen und das Leben immer irgendwie weitergeht.
Eine Familiengeschichte, die Jahresring für Jahresring entfaltet wird Von der Bloggerjury habe ich ein Rezensionsexemplar erhalten, für das ich mich ganz herzlich bedanke. Mit »Das Flüstern der Bäume« von Michael Christie hatte ich so meine Probleme, weswegen ich für mich auch ziemlich lange gebraucht habe, bis ich das 557 Seiten dicke Buch beendet habe. Auch wenn ich die Idee des Plots und auch den wunderbar leichten Schreibstil sehr mochte, empfand ich das Springen zwischen den Zeitachsen doch recht anstrengend. Teilweise wurde zwar zwischen den Kapiteln eine Jahreszahl genannt, jedoch gab es dennoch extreme Zeitsprünge, sowohl in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft. Auch dass man erst nach einigen Sätzen wusste, wessen Sicht man gerade liest war teilweise echt verwirrend. Hier hätte der entsprechende Name unter der Kapitelüberschrift sicher Abhilfe geschaffen. Im Grunde geht es um eine Familiengeschichte, welche wirklich sehr verzwickt und verworren ist. Zudem zieht sie sich über eine Zeitspanne von 1908-2038, umfasst 4 Generationen ( Harris & Everett, Willow, Liam und Jacinda Greenwood) und spricht auch den ein oder anderen gesellschaftskritischen Punkt an (das aussterben der Wälder). Doch all der Widrigkeiten zum trotz, ist »Das Flüstern der Bäume« zwar etwas verwirrend und teilweise langatmig, aber dennoch spannend und ziemlich interessant. Das Ende fand ich nicht so passend; hier hätte ich mir zumindest einen kurzen Blick etwas weiter in die Zukunft gewünscht. Alles in allem kann ich dieses nicht unbedingt einfache Buch jedem interessierten Leser empfehlen, sich auf eine Zeitreise nach Kanada zu begeben und von der Weltwirtschaftskrise bis in die (nicht mehr ganz so) ferne Zukunft entführen zu lassen.
Über 4 Generationen begleiten wir eine Familie die eigentlich nur eines verbindet: die Bäume Kanadas. Angefangen wird mit der letzten Generation dieses Romans, das Jahr ist 2038 und es hatte ein großes Baumsterben gegeben. Menschen zahlen dafür in der Natur abzuschalten und frische Luft zu atmen. Die meisten aber nur, um es für Social Media zu dokumentieren. Jacinda arbeitet in einem solchen Naturgebiet. Nachdem man sie kennenlernt geht es Generation für Generation in der Zeit zurück. So lernen wir Stück für Stück die Zusammenhänge kennen. Ich finde die Idee und das Setting des Buchs sehr schön, jedoch hat es mich nicht wirklich abgeholt. Die Charaktere sind fast alle unsympathisch und alle stur und unkommunikativ. Damit haben sie mich leider nicht begeistern können.
Wow. Was für ein tolles, tolles Buch! Das ist definitiv ein Jahreshighlight bisher, vermutlich sogar ein Lebenshighlight für mich als Spross einer "Schreiner-Dynastie" - Opa Schreiner, Vater Schreiner, Bruder Schreiner...- will sagen, zu Holz und Bäumen habe ich durchaus einen engen Zugang. Ich habe im Sommer ja Peter Wohllebens "Das geheime Leben der Bäume" ( https://www.goodreads.com/book/show/25830150-das-geheime-leben-der-b-ume) gelesen, das ist als "theoretischer Unterbau" sehr sinnvoll, finde ich.
Es ist schwer ein Buch zu rezensieren, dass einem zuerst gefallen hat und dann aber langsam die Kurve runterging. Am Ende ging die Kurve relativ steil hoch und jetzt? Wie finde ich es im Ganzen? Beziehungsstatus: kompliziert. Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder … Die ganze Geschichte beginnt mit einer Klimakatastrophe von der ganz harten, aber auch authentischen Art und ich war zuerst beeindruckt von der Idee und Umsetzung. Ich hatte es vom Inhaltstext erstmal nicht erwartet und das war, auch wenn das Thema schwer war, eine positive Entdeckung. Wir befinden uns in der Zukunft 2038 (von den Jahren nicht weit weg) und die Bäume sind durch eine Katastrophe fast alle gestorben. Was macht es mit der Welt? Mit der Wirtschaft? Welche Auswirkungen spüren wir? Der Autor Michael Christie, davor nie gehört, geht die Sache sehr interessant an und er stellt uns die Familie Greenwood vor. Nach den Szenarien in der Jetzt-Zeit mit unseren Protagonistin Jacinda Greenwood, die als Naturführerin arbeitet, geht es mit den Vorfahren der Greenwoods weiter, alle geprägt von der Natur und die Bäume spielen bei ihnen allen eine wichtige Rolle. An der Stelle muss ich sagen, der Autor versteht es nicht nur gute Szenarien aufzubauen, sondern auch spannende Charaktere zu erschaffen, die mich alle ansprachen. Jede Lebensgeschichte war gefüllt und barg einen interessanten Punkt, der einen lockte weiter zu lesen. Jedoch habe ich einen großen negativen Punkt, der mich durch das ganze Buch gequält hat. Alles fühlte sich für mich in die Länge gezogen an und genauso langsam verlief auch jedes Geschehen in meinen Augen. Wodurch ich höllisch lange brauchte den Roman zu lesen, weil ich aus Frustration ihn mehrmals zur Seite legte oder immer nur kapitelweise vorangekommen bin. Neben den vielen positiven Punkten, muss ich eine Warnung geben, wer eine lange Geschichte wünscht, Geduld und Zeit aufbringen kann, wird hier auf jeden Fall belohnt und glücklich. Leider gehöre ich nicht zu den Typ Leser, der es langsam angehen kann.
>>Der beste Moment, um einen Baum zu pflanzen, ist immer vor zwanzig Jahren. Und der zweitbeste ist immer jetzt.<< „Das Flüstern der Bäume“ von Michael Christie ist eine wie ich finde sehr besondere Geschichte, die eine weitreichende und schwierige Familiengeschichte mit der Geschichte und dem Leben der Bäume, der Wälder kombiniert. Wir als Leser reisen hier den Zeitstrahl einmal weit zurück in die Vergangenheit und wieder zurück in die Zukunft, die mitunter erschreckend ist, aber vielleicht gar nicht so abwegig... Ein Punkt, der mir als Leser schon viele Anreize zum nachdenken gegeben hat und davon gibt es in dem Buch viele im Bezug auf die Natur und wie wir mit ihr umgehen. Die Familiengeschichte lässt einen Blick auf die verschiedenen Genrationen zu, blieb mir aber leider etwas zu flach. Einzig die Geschichte der Brüder Everett & Harris hat mich sehr gefesselt und war wirklich wirklich interessant und auch emotional bewegend! Da alle Personen der verschiedenen Generationen aber eben unterschiedliches erleben, fühlt man sich dementsprechend dem einen vielleicht eher nah als dem anderen... Was sie aber alle verbindet sind die Bäume und diese Verbindung bringt zum Teil wichtige und sehr bewegende Weisheiten mit sich, die zeigen, wie nah sich das Leben des Waldes doch dem einer Familie, dem Bund von Generationen stehen. Für mich ist „Das Flüstern der Bäume“ ein absolut lesenswertes Buch, allerdings sollte man hier ein bisschen Geduld als Leser mitbringen, da es doch ein paar Längen gibt.
Viele Gedanken sind mir beim Schreiben dieser Rezension durch den Kopf gegangen. Mir fällt es wirklich nicht leicht, diese Gedanken passend zu formulieren. Ich würde meine Meinung zu diesem Buch als eine Hass-Liebe beschreiben. Das Buch ist in verschiedene Zeitabschnitte eingeteilt und man reist durch die Geschichte der Greenwoods. Von 1908-2038 erfährt der Leser, was die Greenwoods zu dem gemacht hat was sie sind. Das Buch beginnt mit der Erzählung im Jahr 2038 und geht Schritt für Schritt zurück zum Ursprung im Jahr 1908, um dann wieder zurück bis ins Jahr 2038 zu wandern. Mir haben die Abschnitte 2038 und 2008 sehr gut gefallen und ich fand die Story sehr spannend. Leider haben mir die anderen 3 Zeitabschnitte nicht so zugesagt bzw. die Geschichte hat sich stark in die Länge gezogen. Christie hat eine faszinierende Familiengeschichte geschaffen, die dem Leser zeigt, wie wichtig die Ursprünge des Lebens sind und was uns zu dem macht, was wir sind. Von mir gibt es für das Buch „nur“ 3,5/5 ⭐️, weil ich wie gesagt teilweise echt mit dem Buch und seinen Längen zu kämpfen hatte.
Ein Buch voller tiefer Verbundenheit zur Natur und vor allem zu Bäumen. Die Zerstörung der Waldbestände durch den Menschen und die weitreichenden Folgen werden thematisiert. Es geht aber auch um Familie und Verluste. Das Cover finde ich wunderschön und es macht direkt Lust rauszugehen und die Schönheit der Natur zu genießen. Die Geschichte fängt zuerst in einer dystopischen Zukunft an und spielt in einem der letzten Primärwald-Reservate. Dann führen einen die Kapitel immer weiter in die Vergangenheit um der Familiengeschichte der Protagonistin auf den Grund zu gehen. Nachdem die Ürsprünge geklärt sind wandern die Kapitel in der Zeitachse wieder weiter nach vorne, zu den jüngeren Ereignissen bis sie letztlich wieder am Ausgangspunkt angelangt sind für das spannende Finale. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es hat mich auch zum Nachdenken angeregt.
"What if a family tree isn't a tree at all? [...] What if it's more like a forest?" Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen. Es ist so schön, teilweise melancholisch geschrieben und hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Es erzählt die Geschichte einer Familie die, trotz aller Krisen und Katastrophen, immer irgendwie weiter geht. Wie verschiedene Individuen symbiotisch zusammenleben und die Entstehung neuen Lebens oder das Weiterleben überhaupt erst möglich machen. Das Buch fühlt sich angesichtes des Klimawandels beängstigend aktuell an und schafft es trotzdem, einen Moment der Ruhe zu schaffen, der sich wie ein langer Waldspaziergang anfühlt.
Es dauert sehr sehr lange, bis ein Baum in voller Stärke und Pracht groß gewachsen ist. Ein wenig dauerte es auch, bis ich in die Geschichte rein fand. Es war wie ein Samen, der gepflanzt wurde und natürlich Zeit braucht, um sich zu entfalten. Die Handlung nahm immer mehr Fahrt auf. Zwei von den Hauptcharakteren sind mir besonders nah gekommen. Everett und Harris …. zwei Brüder, die auf unterschiedliche Weise extrem starke Figuren waren und von dem Autor unheimlich gut gezeichnet wurden. Mit Jack tauchen wir immer tiefer in ihre Familiengeschichte ein und erfahren wie sie verwurzelt ist und wie das Leben ihrer Vorfahren ihr Eigenes bedingt hat. Eine Geschichte, die mich tief berührt hat. Ich hätte Jacks Geschichte noch sehr gerne weiter verfolgt.
Was an diesem Buch schön ist: Es ist eine Liebeserklärung an den Wald, an Bäume und an die Natur. Und auch die Erzählweise, erst rückwärts in der Zeit zurück von 2038 bis 1908, dann wieder vorwärts, hat mir gut gefallen. Das war es aber leider auch schon. Die Figuren in diesem Buch sind für mich ein no-go. Niemand ist wirklich sympathisch, einzig Everett ist mir ans Herz gewachsen. Entsprechend hab ich nur den Zeitstrang um 1934 gern gelesen. Alles ist hochgradig dramatisch. Und damit leider immer wieder völlig unrealistisch. Kaum jemand in diesem "Familienroman" kennt seine Eltern - die "Startfiguren fallen bezeichnenderweise am Anfang aus einem Zug und nichts daran wird jemals irgendwie hinterfragt - alle sind unglückliche Einzelgänger denen ständig schlechtes passiert, gefühlt jede Figur wird hier an irgendeinem Zeitpunkt geopfert - das ganze Buch ist so negativ, dass es mich total runtergezogen hat. Natürlich fällt in diesem Buch eine junge Wissenschaftlerin, die noch nie einen Baum gefällt hat, hier gleich einen 1200 Jahre alten Baum der 70(!!) Meter hoch ist und einen Durchmesser 4(!!) Metern hat. Natürlich macht sie das allein. Und danach noch drei weitere Bäume dieser Art. Das Ganze dauert auch gar nicht lange und bleibt zudem unbemerkt, obwohl sonst jeder Schritt, den sie dort tut von den ominösen Waldaufsehern beobachtet wird. Klar, so eine Kettensäge und dann mehrere Tonnen Douglasie, die auf die Erde prallen, das kann schon mal unbemerkt bleiben. Ich könnte endlos weitere unrealistische Szenarien aufzählen. In gewissem Maß ist das ja normal in Büchern, aber hier hat jemand die Kontrolle verloren. :D Zuletzt zum Zukunftszenario: Wie platt soll es sein? Michael Christie: ja. Eine ominöse Krankheit die völlig unkreativ "das Welken" heißt, hinzu kommt ein ominöser Staub und deswegen sind Wälder jetzt (2038!) seltene Touristenattraktionen, jeder Schritt der Menschen wird von Waldaufpassern beobachtet (warum eigentlich?) und irgendwie sind plötzlich alle arm und Analphabeten. Außer die Reichen, die machen Selfies mit Bäumen. Hat mich nicht überzeugt.
Michael Christie entwirft eine großartige Familienchronik, die sich zwischen 1908 und 2038 erstreckt – reich und vielfältig erzählt, und immer kreisen die Geschehnisse um Bäume. Denn die Familie Greenwood ist tief verwurzelt im Wald. Er ist Dreh- und Angelpunkt ihres Daseins, ihrer Triumphe und Tragödien._ _ Ob das jetzt im Leben von Harris ist, der sich mit Holz skrupellos ein enormes Imperium aufbaut, oder in dem von Willow, seiner unwilligen Erbin, die eine Generation später wegen Umweltaktionismus auch schon mal im Gefängnis landet… Unterschiedliche Perspektiven, sehr unterschiedliche Ansichten, gleicher Fokus: der Wald._ _ Als Leser:in spürst du immer wieder die Majestät, die grandiose Schönheit der Bäume, und dadurch auch die Tragik ihres von Generation zu Generation fortschreitenden Sterbens. Das erreicht seinen traurigen Höhepunkt in der Generation von Jacinda (“Jake”). Die gibt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in der Sauerstoff unermesslich kostbar geworden ist, die Baumführerin für übersättigte reiche Touristen, im allerletzten gesunden Wald der Welt. Unverhofft erfährt sie, dass sie nicht nur den Nachnamen „Greenwood“ trägt, sondern tatsächlich eine Nachfahrin der bekannten Dynastie ist, die ihr Vermögen mit Bäumen verdient hat. Das Tagebuch ihrer Großmutter gibt ihr, und so auch den Leser:innen, Einblick in die Familiengeschichte._ _ Andere Mitglieder der Familie und die Menschen um sie herum treten nach und nach ins Rampenlicht, und daraus ergibt sich das atmosphärisch dichte, vielschichtige Bild einer Umweltdystopie, in der wir schon halb angekommen sind. Immer geht es um die Bäume, aber auch um die Geheimnisse und die persönlichen Abgründe, die je nach Charakter und Epoche sehr unterschiedlich ausfallen können. So geht einer der Protagonisten eine homosexuelle Liebesbeziehung ein, die ihn in seiner Zeit ALLES kosten könnte: Ruf, Besitz, Freiheit, Leben._ _ Die Geschehnisse werden im ersten Teil des Buches chronologisch absteigend erzählt. Wir beginnen im Jahr 2038, nach dem „Großen Welken“, und folgen der Geschichte dann Schritt für Schritt, Generation für Generation, zurück zu ihren Wurzeln. Dort angekommen, kehrt sich die Erzählweise um und verläuft nun chronologisch aufsteigend, bis wir wieder bei Jake im Jahr 2038 sind. Eine sehr interessante Wahl, die meines Erachtens für diesen Roman wunderbar funktioniert. Die Leser:innen durchlaufen so quasi einen kompletten Zyklus, beginnend beim Zeitpunkt der drohenden endgültigen Katastrophe. Sie erleben Ursache und Wirkung, Streben und Scheitern, bis sich der Kreis wieder schließt._ _ Die Thematik, die am Beispiel der Bäume gnadenlos bloßstellt, wie der Mensch seine Umwelt zerstört, ist hochinteressant und wird differenziert dargestellt. Abgesehen davon lebt diese Familiensaga vor allem von ihren komplexen Charakteren._ _ Mein Liebling ist Everett, den die Gräuel, die er im Krieg erlebt hat, vollkommen aus der Bahn geworfen haben. Nachdem er sein Leben jahrelang als Landstreicher gefristet hat, lebt er einsiedlerisch im Wald und verdient sich sein Geld mit dem Abzapfen von Ahornsirup – bis er eines Tages ein Baby findet, das jemand im Wald zurückgelassen hat. Er will eigentlich nichts damit zu tun haben, sondern es einfach nur schnellstmöglich irgendwo abgeben. Doch dann stellt er fest, dass die Menschen, die es angeblich gut versorgen wollen, anscheinend eine ganz eigene Agenda haben… Deswegen nimmt er das Baby, springt damit in den nächsten Frachtzug und macht sich auf und davon._ _ Er nennt das Mädchen „Schote“ und muss im Eiltempo lernen, wie man ein Baby wenigstens halbwegs versorgt, was nicht immer reibungslos vonstattengeht. Die Art und Weise, wie dieser unwahrscheinliche Held alles aufgibt, um das Baby zu schützen, geht auf völlig unsentimentale Art ans Herz – doch das Schicksal hat seine ganz eigenen Pläne und nimmt einige bittere Wendungen. Doch auch hier schließt sich am Ende der Kreis._ _ Mir ist erst in den letzten Kapiteln klar geworden, wie nah mir die Charaktere tatsächlich gekommen sind. Auch die, die mir erst unsympathisch erschienen, haben im Laufe des Buches an Tiefe gewonnen und ich konnte verstehen (wenn auch nicht immer gutheißen), was sie zu dem gemacht hat, was sie sind._ _ Da es ein Roman ist, der einen großen Zeitraum und mehrere Generationen umspannt, erfahren wir von diversen Charakteren, wie ihre Reise endet – und damit auch oft, ob sie ihre Ziele erreichen konnten, ob sie glücklich mit ihrem Leben waren. Mir blutete da manchmal das Herz, denn ein paar Enthüllungen waren mehr als tragisch. Aber künstliche Happyends hätten absolut nicht zu diesem Roman gepasst und seine Wirkung wahrscheinlich geschmälert._ _ Fazit:_ _ Im Jahr 2038 arbeitet Jacinda “Jake” Greenwood im letzten gesunden Wald der Welt als Baumführerin für Touristen, die endlich mal reine Luft atmen und echte Bäume sehen wollen. Überall sonst gibt es zu wenig Sauerstoff, dafür zu viel Staub – die Welt erstickt. Und eines Tages muss Jake mit Schrecken erkennen, dass möglicherweise auch die Bäume in ihrem Wald schon erkrankt sind an der Plage, die das „Große Welken“ verursacht… Zeitgleich taucht ihr Ex-Verlobter auf der Insel auf, zwei Dinge im Gepäck: das Tagebuch ihrer Großmutter und die Nachricht, dass sie eine Nachfahrin der Greenwood-Dynastie ist (eine Namensgleichheit, die sie bisher für einen Zufall hielt), der die Insel und der Wald gehören. Sie beginnt, sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinander zu setzen, über vier Generationen hinweg._ _ Komplexe Familienchronik, Umweltdrama, Dystopie, Abenteuer… Dieser Roman ist vieles, und der Autor führt Leser:innen durch die Generationen – Epoche um Epoche, Schicht für Schicht, Jahresring für Jahresring. Immer geht es um den Wald und die Bäume, sei es um ihre Schönheit, ihre Vermarktung oder ihren Schutz. Um dieses Thema herum entfalten sich die persönlichen Geschichten der Familie Greenwood, getragen von überzeugenden Charakteren und intelligent geschriebenen Wendungen._ _ Leider sind die geschilderten Entwicklungen bezüglich des Waldsterbens weder weit hergeholt noch unvorstellbar, sie sind beklemmend plausibel. Der Roman wirkt nicht wie platter Betroffenheitskitsch; er verzichtet auf Plattitüden und melodramatische Formulierungen. Doch auch ganz abgesehen von der realistischen Thematik kann „Das Flüstern der Bäume“ in meinen Augen als unterhaltsamer Roman bestehen._ Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-michael-christie-das-fluestern-der-baeume/
Spannende Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt.
Die Familiengeschichte der Greenwoods wird über mehrere Generationen hinweg erzählt. Zu Beginn werden spannende Fragen über die Abstammung und die Herkunft von Jake aufgeworfen, die dann nach und nach auserzählt werden. Teilweise ziehen sich diese Erzählungen jedoch und es werden immer neue (nebensächliche) Erzählstränge / Geschichten aufgemacht. Am Ende werden die ganzen Geschichten für den Leser zusammengeführt es beliebt jedoch ein etwas unbefriedigendes offenes Ende.
War mir leider zu langatmig, in ungefähr der Hälfte der Seiten wäre die Geschichte auch erzählbar gewesen (meiner Meinung nach). Ich musste mich sehr durch das Buch quälen und hätte es manchmal am liebsten abgebrochen. Aber viele gute Rezensionen haben mich dann doch weiterlesen lassen, in der Hoffnung, dass doch noch etwas kommt, dass mich fesselt. Ist leider nicht geschehen.
Eine Familiengeschichte die in einer sehr nahen dystopischen Zukunft beginnt, in der fast alle Bäume auf der Welt einer mysteriösen Krankheit zum Opfer fallen. Rückwärts erzählt erleben wir eine Familiengeschichte über 4 Generationen , deren Leben alle mit dem Wald und den Bäumen tief verwurzelt sind. Dabei haben mich einige Personen mehr interessiert als Andere aber ich fand gerade den Erzählstil sehr spannend. Anders als erwartet aber dennoch interessant und emotional berührend konnte mich das Buch zwar überzeugen, war aber aufgrund der eher negativen Grundstimmung kein 5 Sterne Highlight.
Although, I had to read this book many times for my master thesis, the impression remains: it's a great book. Full of Canadian and American history, a genealogy, a crime scene, very well developed characters and a lot of tree metaphors, which build a tension which is easy to follow. Mr Christie please write more books!
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder …
»Eine Familiensaga voller unerwarteter Wendungen.« stern
Book Information
Author Description
Michael Christie, in Thunder Bay, Ontario, geboren, studierte Psychologie und arbeitete in der Obdachlosenhilfe, bevor er 2011 sein Debüt »The Beggar’s Garden« veröffentlichte. Sein zweiter Roman »Das Flüstern der Bäume« wurde mehrfach nominiert, u.a. für den bedeutendsten kanadischen Literaturpreis, den Scotiabank Giller Prize. Michael Christie lebt mit seiner Familie in einem selbst gezimmerten Holzhaus auf der Insel Galiano vor Vancouver.
Posts
Ein toller Roman, der uns in eine Zukunft führt, wo man dafür bezahlt , frische Luft im Wald zu atmen… Trotz des traurigen Themas - ist das Buch zart und in seiner Vielschichtigkeit berührt es mich, wie tief die Liebe zu Bäumen in uns Menschen verankert ist. Viele Erzählstränge werden werden eröffnet und am Ende entwirrt. Mich hat der Roman berührt.
🌳🪵 Vier Generationen in Jahresringen.
"Der beste Moment, um einen Baum zu pflanzen, ist immer vor zwanzig Jahren. Und der zweitbeste ist immer jetzt." "Das Flüstern der Bäume" weht mit dem Wind in dein Ohr und du kannst es nicht überhören. Mitgenommen aufgrund des hübschen Covers, entpuppte sich der Roman zwischen Familiensaga und Naturwissenschaft als echtes Goldstück. Michael Christie erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln von der Familie Greenwood, die auf unterschiedlichste Arten immer mit Bäumen und deren Holz verbunden ist. Dabei wechselt das Buch zeitlich zwischen den Jahren 2038, 2008, 1974, 1934 und 1908. Und weil man die Jahre am Querschnitt eines Baumes am besten sehen kann, befindet sich am Anfang auch eine Übersicht in dieser Optik. So verzweigt wie Wurzeln und Äste eines Baumes, so ist auch die Handlung. Ich fand, dass es sich dennoch sehr fließend lesen lässt und auch wenn manche Dinge etwas phantastisch daherkommen und die Zukunft arg dystopisch wirkt, fand ich das Buch ganz wunderbar. Was bleibt, ist auf jeden Fall einmal mehr die Erkenntnis, wie schützenswert und lebensnotwendig unsere Wälder sind und wie idiotisch es ist, dass Menschen sich selbst dieser Lebensgrundlage berauben.

Wir Menschen sind wie einzelne Jahresringe eines Baumes und damit Teil einer viel größeren Geschichte. Zu diesem Schluss kommt nicht nur die Protagonistin Jacinda Greenwood, sondern auch wir Leserinnen und Leser, wenn wir den 540 Seiten starken Roman „Das Flüstern der Bäume“ nachdenklich zur Seite legen. Der dicht erzählte Generationenroman wurde von Michael Christie geschrieben, von Stephan Kleiner ins Deutsche übersetzt und erschien 2022. Der Untertitel, der mir bei verschiedenen Online-Recherchen im Vorfeld immer wieder begegnete, fasst das zentrale Motiv treffend zusammen: „Eine Familie, vier Generationen, schicksalhaft verbunden mit den Wäldern Kanadas – und unserer Zukunft.“ Durch die unterschiedlichen Zeitebenen – von 1908 bis 2038 – wird deutlich, wie eng das Schicksal der Menschen mit dem der Natur verwoben ist und wie wichtig eine intakte Umwelt für kommende Generationen bleibt. Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn ich mich zunächst an den dichten Schreibstil gewöhnen musste. Die Handlung wirkt für mich typisch amerikanisch, was mich persönlich nie so richtig abholen kann. Was meine ich damit? Die amerikanische Romane, die ich bisher gelesen habe – etwa „So weit der Fluss uns trägt“ oder „Von hier bis zum Anfang“ – haben eine ähnliche Tonalität wie der hier beschrieben Roman: eindringlich, düster, manchmal fast schwerfällig. Kennst du dieses Gefühl?

Zwischen Dystopie und Vergangenheit - eine Reise entlang von Baumringen
Das Flüstern der Bäume stand ewig auf meiner Wunschliste. Nun wurde es im November im Buchclub gelesen. Ich bin ehrlich, hätte ich es alleine gelesen, ich hätte nach 20 % abgebrochen. Ich bin null in das Buch reingekommen. Dann hätte ich jedoch ein wunderschönes Buch aus den Wäldern Kanadas verpasst. Ich mochte die erste Staffel Survial Squad und bin jetzt auf die zweite Staffel gespannt. So hat das Buch also für mich eine guten Einstieg in die Wälder Kanadas gegeben. Aber auch in ein Kanada, dass durch seine holzverarbeitenden Industrie viele Teile seines Waldbestandes verloren hat. Im Laufe des Buches lernen wir Jake, als vierte Generation der Greenwoods kennen. Sie lebt in einer Welt, in der es nur noch Staubstürme gibt, kaum noch Lebensmittel und der Klimawandel das Leben fast unmöglich gemacht hat. Weiter lernen wir ihren Vater Liam kennen, der nach einem Sturz auf einer Baustelle entscheidet lieber zu sterben, wie ein Lebe im Rollstuhl zu verbringen. Seine Mutter Willow, der dritte genannte Lebensring, ist eine Frau, die für den Umweltschutz einsteht, aber auch getrieben und unnahbar auf mich wirkt. Als letzte und älteste Generation lernen wir Harries und Everett Greenwood kennen. Die Kapitel rund rum Harries und Everett fand ich sehr beeindruckend. Sie haben mir ein Gefühl von Nähe gegeben und ich konnte mich durch dich gute Beschreibung der Charaktere sehr gut in ihre Geschichten, Gefühle und Emotionen rein fühlen. Sie haben für mich das Buch am Ende zu einem 4 Sterne Buch gemacht. Von mir aus hätte das Buch auch nur von diesem Geschwister-Paar und ihrer Liebe zu den Bäumen handeln können. Was ich schade fand, als Leser haben wir die Familiengeschichte quasi Live miterleben dürfen, aber ich hätte mich gewünscht, dass die einzelnen Charaktere ebenso mehr über ihre Geschichte erfahren hätten. Wer sich für einen Generationen-Roman mit einer queeren Story interessiert, sollte ruhig zu diesem Buch greifenden .
An manchen Stellen sehr zäh
Am Anfang des Buches habe ich schon einige Kapitel zum reinkommen gebraucht. Auch der Name Jake von einer der Hauptprotagonistin war sehr verwirrend, weil ich dabei immer an eine männliche Person denken musste. Die Familiengeschichte in verschiedenen Generationen an sich war schon interessant und ich wollte wissen wie alle zusammengehören, aber durch die viel zu vielen Nebengeschichten wurde es gerade in der Mitte des Buches sehr zäh und ich habe lange gebraucht es zu Ende zu lesen. Ebenso hätte ich mir mehr Klimawandel und Ökonomisches gewünscht. Wer gerne über Familien in verschiedenen Generationen liest, wird mit diesem Buch seine Freude haben. Für mich war es okay aber nichts Besonderes.
Ein wunderbares Buch mit Tiefgang
🌿📖 „Das Flüstern der Bäume“ Ein leises, poetisches Buch, das vor allem durch seine Atmosphäre lebt. Die Naturbeschreibungen sind wunderschön und die Emotionen der Figuren sehr feinfühlig dargestellt. 🌲💚 Die Handlung ist eher ruhig – perfekt zum Abschalten und Nachdenken, aber nichts für alle, die viel Spannung suchen. ✨
„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen…“ – wer Rilke kennt und bestenfalls zu schätzen weiß, dem kommt beim Blick auf die ersten Seiten von „Das Flüstern der Bäume“ des Autors Michael Christie (fast) unweigerlich dieser Gedichtanfang in den Sinn. Denn die schöne Aufmachung im Inneren und der schön gestaltete Schutzumschlag sind Eyecatcher. Doch was nützt einem die schöne Aufmachung, wenn der Inhalt schwächelt? Dabei hat die Geschichte um Jake (Jacinda) Greenwood, die im Jahr 2038 als Führerin auf Greenwood Island arbeitet, um entsprechend zahlenden Touristen die Schönheit von Bäumen zu zeigen, vielversprechend angefangen. Eines Tages kommt Silas, der Ex-Verlobte von Jacinda auf die Insel, um ihre „Familiengeschichte“ aufzurollen. Und so kehrt die geneigte Leserschaft von 2038 in mehreren Schritten zurück ins Jahr 1908, um dann am Ende wieder zurück in der (nahen) Zukunft zu landen. Soweit so gut – lesen lässt sich das Buch recht flüssig, das heißt Herr Christie hat durchaus Talent, seine Leserschaft „bei der Stange“ zu halten. Wenn die an sich gute Ökobotschaft des Buches dann jedoch in einer derart an den Haaren herbeigezogenen Geschichte versteckt ist, dass die Leserinnen und Leser gezwungen sind, ein Mikroskop in die Hand zu nehmen, hört für mich der Spaß an der Freude auf. Beispiele gefällig? Ein aus 8 Meter 39 gefallener Mann, der offensichtlich querschnittsgelähmt ist, kriecht zu seinem Auto und zurück, hält sich mit Red Bull am „Leben“, räumt die Baustelle auf und kritzelt vor seinem Tod noch sein „Testament“ in den Betonboden. Da werden zehntausende Bücher aus einer Bibliothek bei einem Wirbelsturm auf einmal! in die Luft geschleudert und Jahrzehnte später findet man Exemplare daraus wieder, als ob sie gerade fallen gelassen bzw. aufgeschlagen wurden. Okay, mehr erspare ich euch jetzt. Wie gesagt, schreiben kann Herr Christie, Sinn macht das Ganze jedoch nur in wenigen Ausnahmen. Als Leser:in sollte man sich also auf einige Ungereimtheiten einstellen. Nach dem Motto: „Ich denk nicht drüber nach, ich lese einfach.“ Zwei Sterne für die wenigen guten Passagen im Buch und die Gestaltung; mehr ist nicht drin. Schade eigentlich. ©kingofmusic
"Jeder Baum wird von seiner eigenen Geschichte aufrecht gehalten, den Gebeinen seiner Ahnen." Und so ist es auch bei den Menschen und ihren Familiengeschichten. So vielschichtig wie es die Ringe eines Baumes sind, so ist auch der Inhalt dieses Romans, der mir vor allem am Anfang und ganz besonders am Ende, sehr gut gefallen hat. Leider sind in der Mitte doch einige Längen und sehr viel Erzählstränge. Nichts desto Trotz ein sehr empfehlenswerter Roman der wieder einmal die Dringlichkeit deutlich macht, mit der wir uns mit dem Klimawandel, und im besonderen Maße, dem Klimaschutz beschäftigen müssen!!
“Das Flüstern der Bäume” ist ein fantastisches Buch, welches ich unheimlich gern gelesen habe. Die Handlung dreht sich um eine Familiengeschichte, in meinem Herzensland Kanada, welche in vier verschieden Generationen erzählt wird. Wie schon auf dem Einband so passend beschrieben enthüllt sich mit jeder Seite, Jahresring für Jahresring mehr von der Vergangenheit und Gegenwart und setzt dabei aber auch Anregungen darüber nachzudenken, was Familie eigentlich bedeutet. Wichtig ist außerdem die Thematisierung der Zerstörung und der Schutz der Bäume & Wälder. Mich hat es, nicht nur literarisch, in seinen Bann gezogen und ich kann es definitiv weiterempfehlen!
Klare Leseempfehlung
Ich finde es sehr interessant, wie die Familienstruktur und Geschichte der Generationen sich wie eine Baumwurzel durch das Buch zieht. Man erfährt viele Hintergründe und Geschichten der vorherigen Generation. Und brandaktuell, wie es mit der Welt weiter gehen könnte, wenn wir nichts verändern.
Der beste Moment, um einen Baum zu pflanzen, ist immer vor 20 Jahren. Und der zweitbeste ist immer jetzt.
Puh … hab mich mit diesem Buch leider echt schwer getan, obwohl der Klappentext so vielversprechend klang. Die Idee, dass die Familiengeschichte wie Jahresringe eines Baumes aufgebaut ist und man sich von außen nach innen und wieder nach außen arbeitet, ist toll. Aber so fühlte es sich für mich auch an: nach Arbeit. Zu Anfang wird man sehr in die Geschichte reingeworfen und braucht, um sich zurechtzufinden (obwohl ich das Gedankenspiel, dass die reichen Länder bald die sind, die noch Wälder und Natur haben, sehr spannend finde). Die Mitte der Geschichte rund um Everett, Harris und Temple hat mir sehr gut gefallen, das Ende des Buches leider gar nicht. Mir hat die Balance gefehlt … teils war es sehr langatmig und dann wird durch die Geschichte gehetzt. Sehr schade, heute habe ich leider nur 2,5 Sterne zu vergeben.
Teilweise Langatmig
Der Roman spielt in verschiedenen Zeitebenen und erzählt die Geschichte einer Familie in mehreren Generationen. Die Idee dem Buch "Jahresringe" wie einem Baum zu geben, indem es von der neuesten Geschichte immer weiter in die Vergangenheit geht und dann wieder zurück fand ich sehr angenehm, zumal Bäume und Holz eine zentrale Rolle im Leben der Familie spielen, egal in welcher Generation. Der Schreibstil war auch angenehm jedoch hat es sich leider an manchen Stellen stark gezogen. Alles in allem hat mir die Familiengeschichte jedoch gefallen.
Ihr kennt das ja bestimmt: Man hat so bestimmte "Phasen", in denen man von einem bestimmten (Lese)Thema gar nicht genug bekommen kann. Mir geht es gerade mit Own Voice Erzählungen und Familiengeschichten so. Zugunsten einer gut ausgearbeiteten Mutter-Kind-Beziehung oder einer spannenden Geschichte über Geschwister kann ich gut und gerne mal auf Romantik verzichten. -- "Das Flüstern der Bäume" von @michaelchristie fällt zwar nicht in die Kategorie der Own Voice Romane, überzeugte dafür aber mit einem wirklich gut ausgearbeiteten Familienepos, der sowohl die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern als auch zwischen Geschwistern sehr aufmerksam und empathisch beleuchtet. ꜱɪᴇ ʜᴀᴛᴛᴇ ꜱɪᴄʜ ᴅɪᴇ ꜰᴀᴍɪʟɪᴇ ɢʀᴇᴇɴᴡᴏᴏᴅ ɪᴍᴍᴇʀ ᴀʟꜱ ᴇɪɴ ᴀᴜꜰ ɢᴇʜᴇɪᴍɴɪꜱꜱᴇɴ ɢᴇʙᴀᴜᴛᴇꜱ ʜᴀᴜꜱ ᴠᴏʀɢᴇꜱᴛᴇʟʟᴛ, ɢᴇʜᴇɪᴍɴɪꜱꜱᴇɴ, ᴅɪᴇ ꜱᴄʜɪᴄʜᴛ ᴜᴍ ꜱᴄʜɪᴄʜᴛ ᴠᴏɴ ᴡᴇɪᴛᴇʀᴇɴ ɢᴇʜᴇɪᴍɴɪꜱꜱᴇɴ ᴜᴍꜱᴄʜʟᴏꜱꜱᴇɴ ᴡᴜʀᴅᴇɴ. Geheimnisse, Missverständnisse und verpasste Gelegenheiten prägen die Familiengeschichte der Greenwoods, die wir von 1908 bis 2038 begleiten dürfen. Dem ganz besonderen Aufbau des Buchs ist es dabei zu verdanken, dass sich besagte Familiengeheimnisse erst nach und nach lüften. Ein Stilmittel, mit dem man mich nahezu _immer_ kriegt. -- Die eigentlichen Protagonisten sind jedoch die Bäume
An sich eine interessante Geschichte, die Idee gefällt mir und der Aufbau wie die Jahresringe eines Baumes. Wir sollten dringend alle lernen die Natur mehr zu achten! Stellenweise war es aber sehr sehr langatmig, so ausschweifende Beschreibungen, Erzählungen und Wiederholungen, da musste ich mich dann doch zwingen weiter zu lesen.

Der Baum dient in Das Flüstern der Bäume als wenig überraschendes Symbol für Familienstrukturen, obwohl am Ende die Erkenntnis steht, dass Familie wohl eher ein Wald ist, den man vor lauter Bäumen nicht sieht. Ach, was hatte ich mich auf diesen Roman gefreut…und was war ich schon nach dem ersten Viertel „unterwältigt“ (ich muss dieses Wort hier einfach mal bemühen – es trifft es am besten): Unsympathische Figuren, deren Leben aus Enttäuschungen, Verlusten, Bindungsarmut und Drogenabhängigkeit besteht, „klammern“ sich an Bäume, die ihr Schicksal werden, und wachsen quälend langsam durch einen Plot, der so wenig flexibel ist wie eine deutsche Eiche. Bei aller Sprachkraft, der Fähigkeit, die Weite und Größe Kanadas fühlbar zu machen, und ökologisch-politischen Relevanz – das war alles sehr deprimierend und dazu noch im wahrsten Sinne „Ödnis“. Ein Eindruck, der sich immer wieder bestätigen sollte, und dies trotz des absolut innovativen Aufbaus des Romans, der vom Jahr 2038 rückwärts durch Episoden in den Jahren 2008, 1974, 1934 und 1908 reist und dann wieder in aufsteigender Reihenfolge diese Jahre thematisiert. Die Idee, einen Roman so zu strukturieren, hat mir hervorragend gefallen und auch im Kontext des Themas und der erzählten Geschichte, ist diese Wahl absolut einleuchtend. Darüber hinaus sorgt sie für die Spannung, die man in dem Roman ansonsten weitestgehend vermisst. Um ehrlich zu sein, hat mich diese unglaublich weitschweifige Familiengeschichte erst ab S. 293 mäßig interessiert – leider muss man bis dahin aber erst einmal kommen und auch alles gelesen haben, da man sonst den Anschluss verliert. Zum Ende hin nimmt der Roman tatsächlich an Fahrt auf und besticht auch mit einigen berührenden und traurigen Momenten – besonders der Handlungsstrang um Temple und Everett hat es mir da angetan – aber nochmal: dafür muss man sich durch die Längen der vorangehenden Kapitel kämpfen versinkt aber gleichzeitig in der grenzenlosen Hoffnungslosigkeit einer Dystopie, die nicht nur die Menschheit und Natur zum Tod verdammt, sondern auch das persönliche Schicksal eines jeden Menschen mit dem Label „vergeblich“ versieht. Um zu erkennen, dass es eigentlich immer nur noch schlechter werden kann, braucht man keine 560, meist langatmigen, Seiten und nach der aufzehrenden Lektüre wäre ein wahrer Silberstreif am Horizont auch mal eine nette Abwechslung gewesen. Für mich ist Das Flüstern der Bäume ein ambitionierter Roman, dem es aber nicht gelingt, seine selbstgesetzten Ziele einzulösen. Drei Sterne gibt es für die großartige Struktur und die Seiten 293 bis 471, sowie das Interpretationspotenzial, das der Roman bietet. Sicherlich könnte ich nun beginnen, genauer über ebendieses zu grübeln und auch verschiedene Ansätze verfolgen, denn die bietet der Roman zuhauf. Aber irgendwie ist dies nach einem Leseerlebnis, das sich mich ob seiner immensen Schwere auf sprachlicher und ihhaltlicher Ebene recht erschöpft zurücklässt, zu viel verlangt – ich komme mir schon so antriebsarm vor wie die Figur des Lomax, der nicht weiß, wie er sich je wieder von seinem Opiumlager erheben soll.
Eine wunderbare Familiengeschichte über viele Generationen und insgesamt 120 Jahre.. wie die Jahresringe eines Baumes tauchen wir immer tiefer ein in die Geschichte der Familie Greenwood. Dort gibt es tiefe Dunkelheit, aber auch viele helle Momente des Glücks. Ich mochte besonders Everett sehr, einer der Vorfahren unserer Protagonistin Jacinda Greenwood. Diese lebt im Jahr 2038 als Baumkundlerin auf Greenwood Island, einem der letzten Flecken unserer Erde mit natürlichem Baumbestand. In der gesamten Geschichte tragen Bäume wesentlich zur Handlung bei und sind die eigentlichen Hauptdarsteller. Wunderschön geschrieben, nur die ersten 100 Seiten muss man durchhalten, dann entfaltet sich die Geschichte in ihrer vollen Pracht. Daher 4 Sterne!
Dieses Buch erzählt die Geschichte einer Familie über vier Generationen, wobei auch die jeweilige gesellschaftliche Situation der Zeit mit behandelt wird. Die Art, wie das Buch aufgebaut ist und der Erzählstil lassen es bis zum Ende spannend bleiben, gleichzeitig sind manche Entwicklungen ein wenig zu erahnen - oder grade überraschend - durch die Anordnung der Zeitstränge. Die Greenwoods sind verbunden mit Bäumen und besonders den Wäldern Kanadas, was sich durch das Buch zieht, aber auch ein wenig den Aufbau und die Sprache beeinflusst. Ganz große Empfehlung!
vielgestaltig, sehr interessant aufgebaut, mal so ganz anders geschrieben
In diesem Buch dient der Baum als allgemeines Symbol für die Verflechtung verschiedenster Familienstrukturen. Die innere Aufmachung mit Abbild eines offenen Baumstammes und dessen gekennzeichnete Jahresringe haben mich direkt angesprochen. Durch die unterschiedlichen Zeitebenen und Handlungsstränge baut sich ein gutes Grundgerüst der Geschichte auf, welches den Spannungsbogen durchweg gut hält. Das Buch beginnt mit der eigentlichen Story die in der Zukunft spielt, erzählt dann rückwirkend Stück für Stück die Vergangenheit und kehrt schließlich Schritt für Schritt wieder zurück zur Zukunft. Selten habe ich gesehen, dass eine Geschichte in der Form so gut umgesetzt wurde. Der Autor versteht es zudem, interessante Charaktere zu erschaffen, die alle auf Ihre Art speziell und andersartig waren. Jeder Abschnitt ist von einem einzelnen Protagonisten geprägt, was dem Ganzen etwas Geheimnisvolles verleiht. Eine Einteilung in Gut und Böse ist kaum möglich. Der poetische Schreibstil ist gut gewählt, um den Lesefluss aufrecht zu erhalten, erfordert es allerdings aufgrund der verschiedenen Generationen ein wenig Konzentration. Nach und nach ergeben sich dann aber immer mehr Zusammenhänge und man versteht so langsam, wie vieles aus der Vergangenheit mit der Zukunft zusammenhängt. Meiner Meinung nach muss sich dieses Buch erst entfalten können, damit man wirklich Gefallen daran findet. Der Autor hält einem hier vor allem gut vor Augen, was das selbstzerstörerische Handeln der Menschen bewirken kann, was einen wiederum zum Nachdenken anregt. Das Thema Bäume und Wald war hier sehr präsent und wurde passend in die Geschichte mit eingefügt. Ich hatte förmlich das Gefühl, das Rauschen der Wälder hören zu können und durch diese hindurch zu spazieren. Dieses vielgestaltige Buch ist eine so ganz anders erzählte und äußerst interessant aufgebaute Familiensaga. Es geht darum, was das Wort Familie denn ausmacht und wie es denn eigentlich zu definieren ist.. Mir hat die Geschichte viele schöne, aber auch tragische und spannende Lesestunden bereitet, sodass ich das Buch nur uneingeschränkt weiterempfehlen kann.
Inhalt: 2038, Kanada. Jacinda Greenwood arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island. Obwohl sie ihre väterlichen Wurzeln nicht kennt, glaubt sie, die Namensgleichheit ist reiner Zufall. Doch als sie eines Tages das Tagebuch ihrer Großmutter in den Händen hält, wird sie eines Besseren belehrt. Es entfaltet sich eine außergewöhnliche Familiensaga, die sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckt. Ein Jahrhundert voller Zufälle, Opfer und Entscheidungen. Allzeit präsent ist der Wald, ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit, der sie Jahresring für Jahresring miteinander verbindet. Meine Meinung: Michael Christie erzählt mit „Das Flüstern der Bäume“ eine bewegende Familiengeschichte, in der wir die Verluste, Hoffnungen, Chancen und Entscheidungen von vier Generationen miterleben. Anfangs brauchte ich eine Zeit lang, um in die Geschichte hineinzufinden, dann war sie ein Selbstläufer. Die Zeitebenen sind außergewöhnlich miteinander verwoben, sehr komplex und bieten aufgrund von Cliffhanger immer wieder Interpretationsspielraum. Superspannend! Der ganze Roman ist als eine Art Liebeserklärung an die Natur und im Speziellen den Wald zu verstehen. Er lehrt uns, was es heißt, eine Familie zu sein und dass es mehr um Liebe geht als um Gene. Ein herzerwärmender Roman für Zwischendurch, bei dem ich einige Tränen verdrücken musste. Eine TW/CN ist für verschiedene Arten von Drogensüchten auszusprechen, ansonsten gibt’s von mir eine klare Leseempfehlung.
Wie ein Querschnitt durch einen Baum liest sich dieser Roman. Ungewöhnlich und durchaus spannend wie sich die Familiengeschichte der Greenwoods auf diese Art und Weise entblättert. Allerdings sind die Figuren entweder glücklos, verwahrlost oder chancenlos, so dass mich die Geschichte ziemlich fassungslos über die Trostlosigkeit zurücklässt. Kraftzehrendes Leseerlebnis vom Übel der Welt mit den nicht ganz so neuen Erkenntnissen, dass unserer Vorfahren Entscheidungen Weichen für die eigene Geschichte stellen und das Leben immer irgendwie weitergeht.
Eine Familiengeschichte, die Jahresring für Jahresring entfaltet wird Von der Bloggerjury habe ich ein Rezensionsexemplar erhalten, für das ich mich ganz herzlich bedanke. Mit »Das Flüstern der Bäume« von Michael Christie hatte ich so meine Probleme, weswegen ich für mich auch ziemlich lange gebraucht habe, bis ich das 557 Seiten dicke Buch beendet habe. Auch wenn ich die Idee des Plots und auch den wunderbar leichten Schreibstil sehr mochte, empfand ich das Springen zwischen den Zeitachsen doch recht anstrengend. Teilweise wurde zwar zwischen den Kapiteln eine Jahreszahl genannt, jedoch gab es dennoch extreme Zeitsprünge, sowohl in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft. Auch dass man erst nach einigen Sätzen wusste, wessen Sicht man gerade liest war teilweise echt verwirrend. Hier hätte der entsprechende Name unter der Kapitelüberschrift sicher Abhilfe geschaffen. Im Grunde geht es um eine Familiengeschichte, welche wirklich sehr verzwickt und verworren ist. Zudem zieht sie sich über eine Zeitspanne von 1908-2038, umfasst 4 Generationen ( Harris & Everett, Willow, Liam und Jacinda Greenwood) und spricht auch den ein oder anderen gesellschaftskritischen Punkt an (das aussterben der Wälder). Doch all der Widrigkeiten zum trotz, ist »Das Flüstern der Bäume« zwar etwas verwirrend und teilweise langatmig, aber dennoch spannend und ziemlich interessant. Das Ende fand ich nicht so passend; hier hätte ich mir zumindest einen kurzen Blick etwas weiter in die Zukunft gewünscht. Alles in allem kann ich dieses nicht unbedingt einfache Buch jedem interessierten Leser empfehlen, sich auf eine Zeitreise nach Kanada zu begeben und von der Weltwirtschaftskrise bis in die (nicht mehr ganz so) ferne Zukunft entführen zu lassen.
Über 4 Generationen begleiten wir eine Familie die eigentlich nur eines verbindet: die Bäume Kanadas. Angefangen wird mit der letzten Generation dieses Romans, das Jahr ist 2038 und es hatte ein großes Baumsterben gegeben. Menschen zahlen dafür in der Natur abzuschalten und frische Luft zu atmen. Die meisten aber nur, um es für Social Media zu dokumentieren. Jacinda arbeitet in einem solchen Naturgebiet. Nachdem man sie kennenlernt geht es Generation für Generation in der Zeit zurück. So lernen wir Stück für Stück die Zusammenhänge kennen. Ich finde die Idee und das Setting des Buchs sehr schön, jedoch hat es mich nicht wirklich abgeholt. Die Charaktere sind fast alle unsympathisch und alle stur und unkommunikativ. Damit haben sie mich leider nicht begeistern können.
Wow. Was für ein tolles, tolles Buch! Das ist definitiv ein Jahreshighlight bisher, vermutlich sogar ein Lebenshighlight für mich als Spross einer "Schreiner-Dynastie" - Opa Schreiner, Vater Schreiner, Bruder Schreiner...- will sagen, zu Holz und Bäumen habe ich durchaus einen engen Zugang. Ich habe im Sommer ja Peter Wohllebens "Das geheime Leben der Bäume" ( https://www.goodreads.com/book/show/25830150-das-geheime-leben-der-b-ume) gelesen, das ist als "theoretischer Unterbau" sehr sinnvoll, finde ich.
Es ist schwer ein Buch zu rezensieren, dass einem zuerst gefallen hat und dann aber langsam die Kurve runterging. Am Ende ging die Kurve relativ steil hoch und jetzt? Wie finde ich es im Ganzen? Beziehungsstatus: kompliziert. Jacinda Greenwood weiß nichts über ihre väterliche Familie, deren Namen sie trägt. Sie arbeitet als Naturführerin auf Greenwood Island, doch die Namensgleichheit, so glaubt sie, ist reiner Zufall. Bis eines Tages ihr Ex-Verlobter vor ihr steht. Im Gepäck hat er das Tagebuch ihrer Großmutter. Jahresring für Jahresring enthüllt sich für Jacinda endlich ihre Familiengeschichte. Seit Generationen verbindet alle Greenwoods eines: der Wald. Er bietet Auskommen, ist Zuflucht und Grund für Verbrechen und Wunder, Unfälle und Entscheidungen, Opfer und Fehler. Die Folgen all dessen bestimmen nicht nur Jacindas Schicksal, sondern auch die Zukunft unserer Wälder … Die ganze Geschichte beginnt mit einer Klimakatastrophe von der ganz harten, aber auch authentischen Art und ich war zuerst beeindruckt von der Idee und Umsetzung. Ich hatte es vom Inhaltstext erstmal nicht erwartet und das war, auch wenn das Thema schwer war, eine positive Entdeckung. Wir befinden uns in der Zukunft 2038 (von den Jahren nicht weit weg) und die Bäume sind durch eine Katastrophe fast alle gestorben. Was macht es mit der Welt? Mit der Wirtschaft? Welche Auswirkungen spüren wir? Der Autor Michael Christie, davor nie gehört, geht die Sache sehr interessant an und er stellt uns die Familie Greenwood vor. Nach den Szenarien in der Jetzt-Zeit mit unseren Protagonistin Jacinda Greenwood, die als Naturführerin arbeitet, geht es mit den Vorfahren der Greenwoods weiter, alle geprägt von der Natur und die Bäume spielen bei ihnen allen eine wichtige Rolle. An der Stelle muss ich sagen, der Autor versteht es nicht nur gute Szenarien aufzubauen, sondern auch spannende Charaktere zu erschaffen, die mich alle ansprachen. Jede Lebensgeschichte war gefüllt und barg einen interessanten Punkt, der einen lockte weiter zu lesen. Jedoch habe ich einen großen negativen Punkt, der mich durch das ganze Buch gequält hat. Alles fühlte sich für mich in die Länge gezogen an und genauso langsam verlief auch jedes Geschehen in meinen Augen. Wodurch ich höllisch lange brauchte den Roman zu lesen, weil ich aus Frustration ihn mehrmals zur Seite legte oder immer nur kapitelweise vorangekommen bin. Neben den vielen positiven Punkten, muss ich eine Warnung geben, wer eine lange Geschichte wünscht, Geduld und Zeit aufbringen kann, wird hier auf jeden Fall belohnt und glücklich. Leider gehöre ich nicht zu den Typ Leser, der es langsam angehen kann.
>>Der beste Moment, um einen Baum zu pflanzen, ist immer vor zwanzig Jahren. Und der zweitbeste ist immer jetzt.<< „Das Flüstern der Bäume“ von Michael Christie ist eine wie ich finde sehr besondere Geschichte, die eine weitreichende und schwierige Familiengeschichte mit der Geschichte und dem Leben der Bäume, der Wälder kombiniert. Wir als Leser reisen hier den Zeitstrahl einmal weit zurück in die Vergangenheit und wieder zurück in die Zukunft, die mitunter erschreckend ist, aber vielleicht gar nicht so abwegig... Ein Punkt, der mir als Leser schon viele Anreize zum nachdenken gegeben hat und davon gibt es in dem Buch viele im Bezug auf die Natur und wie wir mit ihr umgehen. Die Familiengeschichte lässt einen Blick auf die verschiedenen Genrationen zu, blieb mir aber leider etwas zu flach. Einzig die Geschichte der Brüder Everett & Harris hat mich sehr gefesselt und war wirklich wirklich interessant und auch emotional bewegend! Da alle Personen der verschiedenen Generationen aber eben unterschiedliches erleben, fühlt man sich dementsprechend dem einen vielleicht eher nah als dem anderen... Was sie aber alle verbindet sind die Bäume und diese Verbindung bringt zum Teil wichtige und sehr bewegende Weisheiten mit sich, die zeigen, wie nah sich das Leben des Waldes doch dem einer Familie, dem Bund von Generationen stehen. Für mich ist „Das Flüstern der Bäume“ ein absolut lesenswertes Buch, allerdings sollte man hier ein bisschen Geduld als Leser mitbringen, da es doch ein paar Längen gibt.
Viele Gedanken sind mir beim Schreiben dieser Rezension durch den Kopf gegangen. Mir fällt es wirklich nicht leicht, diese Gedanken passend zu formulieren. Ich würde meine Meinung zu diesem Buch als eine Hass-Liebe beschreiben. Das Buch ist in verschiedene Zeitabschnitte eingeteilt und man reist durch die Geschichte der Greenwoods. Von 1908-2038 erfährt der Leser, was die Greenwoods zu dem gemacht hat was sie sind. Das Buch beginnt mit der Erzählung im Jahr 2038 und geht Schritt für Schritt zurück zum Ursprung im Jahr 1908, um dann wieder zurück bis ins Jahr 2038 zu wandern. Mir haben die Abschnitte 2038 und 2008 sehr gut gefallen und ich fand die Story sehr spannend. Leider haben mir die anderen 3 Zeitabschnitte nicht so zugesagt bzw. die Geschichte hat sich stark in die Länge gezogen. Christie hat eine faszinierende Familiengeschichte geschaffen, die dem Leser zeigt, wie wichtig die Ursprünge des Lebens sind und was uns zu dem macht, was wir sind. Von mir gibt es für das Buch „nur“ 3,5/5 ⭐️, weil ich wie gesagt teilweise echt mit dem Buch und seinen Längen zu kämpfen hatte.
Ein Buch voller tiefer Verbundenheit zur Natur und vor allem zu Bäumen. Die Zerstörung der Waldbestände durch den Menschen und die weitreichenden Folgen werden thematisiert. Es geht aber auch um Familie und Verluste. Das Cover finde ich wunderschön und es macht direkt Lust rauszugehen und die Schönheit der Natur zu genießen. Die Geschichte fängt zuerst in einer dystopischen Zukunft an und spielt in einem der letzten Primärwald-Reservate. Dann führen einen die Kapitel immer weiter in die Vergangenheit um der Familiengeschichte der Protagonistin auf den Grund zu gehen. Nachdem die Ürsprünge geklärt sind wandern die Kapitel in der Zeitachse wieder weiter nach vorne, zu den jüngeren Ereignissen bis sie letztlich wieder am Ausgangspunkt angelangt sind für das spannende Finale. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es hat mich auch zum Nachdenken angeregt.
"What if a family tree isn't a tree at all? [...] What if it's more like a forest?" Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen. Es ist so schön, teilweise melancholisch geschrieben und hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Es erzählt die Geschichte einer Familie die, trotz aller Krisen und Katastrophen, immer irgendwie weiter geht. Wie verschiedene Individuen symbiotisch zusammenleben und die Entstehung neuen Lebens oder das Weiterleben überhaupt erst möglich machen. Das Buch fühlt sich angesichtes des Klimawandels beängstigend aktuell an und schafft es trotzdem, einen Moment der Ruhe zu schaffen, der sich wie ein langer Waldspaziergang anfühlt.
Es dauert sehr sehr lange, bis ein Baum in voller Stärke und Pracht groß gewachsen ist. Ein wenig dauerte es auch, bis ich in die Geschichte rein fand. Es war wie ein Samen, der gepflanzt wurde und natürlich Zeit braucht, um sich zu entfalten. Die Handlung nahm immer mehr Fahrt auf. Zwei von den Hauptcharakteren sind mir besonders nah gekommen. Everett und Harris …. zwei Brüder, die auf unterschiedliche Weise extrem starke Figuren waren und von dem Autor unheimlich gut gezeichnet wurden. Mit Jack tauchen wir immer tiefer in ihre Familiengeschichte ein und erfahren wie sie verwurzelt ist und wie das Leben ihrer Vorfahren ihr Eigenes bedingt hat. Eine Geschichte, die mich tief berührt hat. Ich hätte Jacks Geschichte noch sehr gerne weiter verfolgt.
Was an diesem Buch schön ist: Es ist eine Liebeserklärung an den Wald, an Bäume und an die Natur. Und auch die Erzählweise, erst rückwärts in der Zeit zurück von 2038 bis 1908, dann wieder vorwärts, hat mir gut gefallen. Das war es aber leider auch schon. Die Figuren in diesem Buch sind für mich ein no-go. Niemand ist wirklich sympathisch, einzig Everett ist mir ans Herz gewachsen. Entsprechend hab ich nur den Zeitstrang um 1934 gern gelesen. Alles ist hochgradig dramatisch. Und damit leider immer wieder völlig unrealistisch. Kaum jemand in diesem "Familienroman" kennt seine Eltern - die "Startfiguren fallen bezeichnenderweise am Anfang aus einem Zug und nichts daran wird jemals irgendwie hinterfragt - alle sind unglückliche Einzelgänger denen ständig schlechtes passiert, gefühlt jede Figur wird hier an irgendeinem Zeitpunkt geopfert - das ganze Buch ist so negativ, dass es mich total runtergezogen hat. Natürlich fällt in diesem Buch eine junge Wissenschaftlerin, die noch nie einen Baum gefällt hat, hier gleich einen 1200 Jahre alten Baum der 70(!!) Meter hoch ist und einen Durchmesser 4(!!) Metern hat. Natürlich macht sie das allein. Und danach noch drei weitere Bäume dieser Art. Das Ganze dauert auch gar nicht lange und bleibt zudem unbemerkt, obwohl sonst jeder Schritt, den sie dort tut von den ominösen Waldaufsehern beobachtet wird. Klar, so eine Kettensäge und dann mehrere Tonnen Douglasie, die auf die Erde prallen, das kann schon mal unbemerkt bleiben. Ich könnte endlos weitere unrealistische Szenarien aufzählen. In gewissem Maß ist das ja normal in Büchern, aber hier hat jemand die Kontrolle verloren. :D Zuletzt zum Zukunftszenario: Wie platt soll es sein? Michael Christie: ja. Eine ominöse Krankheit die völlig unkreativ "das Welken" heißt, hinzu kommt ein ominöser Staub und deswegen sind Wälder jetzt (2038!) seltene Touristenattraktionen, jeder Schritt der Menschen wird von Waldaufpassern beobachtet (warum eigentlich?) und irgendwie sind plötzlich alle arm und Analphabeten. Außer die Reichen, die machen Selfies mit Bäumen. Hat mich nicht überzeugt.
Michael Christie entwirft eine großartige Familienchronik, die sich zwischen 1908 und 2038 erstreckt – reich und vielfältig erzählt, und immer kreisen die Geschehnisse um Bäume. Denn die Familie Greenwood ist tief verwurzelt im Wald. Er ist Dreh- und Angelpunkt ihres Daseins, ihrer Triumphe und Tragödien._ _ Ob das jetzt im Leben von Harris ist, der sich mit Holz skrupellos ein enormes Imperium aufbaut, oder in dem von Willow, seiner unwilligen Erbin, die eine Generation später wegen Umweltaktionismus auch schon mal im Gefängnis landet… Unterschiedliche Perspektiven, sehr unterschiedliche Ansichten, gleicher Fokus: der Wald._ _ Als Leser:in spürst du immer wieder die Majestät, die grandiose Schönheit der Bäume, und dadurch auch die Tragik ihres von Generation zu Generation fortschreitenden Sterbens. Das erreicht seinen traurigen Höhepunkt in der Generation von Jacinda (“Jake”). Die gibt in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in der Sauerstoff unermesslich kostbar geworden ist, die Baumführerin für übersättigte reiche Touristen, im allerletzten gesunden Wald der Welt. Unverhofft erfährt sie, dass sie nicht nur den Nachnamen „Greenwood“ trägt, sondern tatsächlich eine Nachfahrin der bekannten Dynastie ist, die ihr Vermögen mit Bäumen verdient hat. Das Tagebuch ihrer Großmutter gibt ihr, und so auch den Leser:innen, Einblick in die Familiengeschichte._ _ Andere Mitglieder der Familie und die Menschen um sie herum treten nach und nach ins Rampenlicht, und daraus ergibt sich das atmosphärisch dichte, vielschichtige Bild einer Umweltdystopie, in der wir schon halb angekommen sind. Immer geht es um die Bäume, aber auch um die Geheimnisse und die persönlichen Abgründe, die je nach Charakter und Epoche sehr unterschiedlich ausfallen können. So geht einer der Protagonisten eine homosexuelle Liebesbeziehung ein, die ihn in seiner Zeit ALLES kosten könnte: Ruf, Besitz, Freiheit, Leben._ _ Die Geschehnisse werden im ersten Teil des Buches chronologisch absteigend erzählt. Wir beginnen im Jahr 2038, nach dem „Großen Welken“, und folgen der Geschichte dann Schritt für Schritt, Generation für Generation, zurück zu ihren Wurzeln. Dort angekommen, kehrt sich die Erzählweise um und verläuft nun chronologisch aufsteigend, bis wir wieder bei Jake im Jahr 2038 sind. Eine sehr interessante Wahl, die meines Erachtens für diesen Roman wunderbar funktioniert. Die Leser:innen durchlaufen so quasi einen kompletten Zyklus, beginnend beim Zeitpunkt der drohenden endgültigen Katastrophe. Sie erleben Ursache und Wirkung, Streben und Scheitern, bis sich der Kreis wieder schließt._ _ Die Thematik, die am Beispiel der Bäume gnadenlos bloßstellt, wie der Mensch seine Umwelt zerstört, ist hochinteressant und wird differenziert dargestellt. Abgesehen davon lebt diese Familiensaga vor allem von ihren komplexen Charakteren._ _ Mein Liebling ist Everett, den die Gräuel, die er im Krieg erlebt hat, vollkommen aus der Bahn geworfen haben. Nachdem er sein Leben jahrelang als Landstreicher gefristet hat, lebt er einsiedlerisch im Wald und verdient sich sein Geld mit dem Abzapfen von Ahornsirup – bis er eines Tages ein Baby findet, das jemand im Wald zurückgelassen hat. Er will eigentlich nichts damit zu tun haben, sondern es einfach nur schnellstmöglich irgendwo abgeben. Doch dann stellt er fest, dass die Menschen, die es angeblich gut versorgen wollen, anscheinend eine ganz eigene Agenda haben… Deswegen nimmt er das Baby, springt damit in den nächsten Frachtzug und macht sich auf und davon._ _ Er nennt das Mädchen „Schote“ und muss im Eiltempo lernen, wie man ein Baby wenigstens halbwegs versorgt, was nicht immer reibungslos vonstattengeht. Die Art und Weise, wie dieser unwahrscheinliche Held alles aufgibt, um das Baby zu schützen, geht auf völlig unsentimentale Art ans Herz – doch das Schicksal hat seine ganz eigenen Pläne und nimmt einige bittere Wendungen. Doch auch hier schließt sich am Ende der Kreis._ _ Mir ist erst in den letzten Kapiteln klar geworden, wie nah mir die Charaktere tatsächlich gekommen sind. Auch die, die mir erst unsympathisch erschienen, haben im Laufe des Buches an Tiefe gewonnen und ich konnte verstehen (wenn auch nicht immer gutheißen), was sie zu dem gemacht hat, was sie sind._ _ Da es ein Roman ist, der einen großen Zeitraum und mehrere Generationen umspannt, erfahren wir von diversen Charakteren, wie ihre Reise endet – und damit auch oft, ob sie ihre Ziele erreichen konnten, ob sie glücklich mit ihrem Leben waren. Mir blutete da manchmal das Herz, denn ein paar Enthüllungen waren mehr als tragisch. Aber künstliche Happyends hätten absolut nicht zu diesem Roman gepasst und seine Wirkung wahrscheinlich geschmälert._ _ Fazit:_ _ Im Jahr 2038 arbeitet Jacinda “Jake” Greenwood im letzten gesunden Wald der Welt als Baumführerin für Touristen, die endlich mal reine Luft atmen und echte Bäume sehen wollen. Überall sonst gibt es zu wenig Sauerstoff, dafür zu viel Staub – die Welt erstickt. Und eines Tages muss Jake mit Schrecken erkennen, dass möglicherweise auch die Bäume in ihrem Wald schon erkrankt sind an der Plage, die das „Große Welken“ verursacht… Zeitgleich taucht ihr Ex-Verlobter auf der Insel auf, zwei Dinge im Gepäck: das Tagebuch ihrer Großmutter und die Nachricht, dass sie eine Nachfahrin der Greenwood-Dynastie ist (eine Namensgleichheit, die sie bisher für einen Zufall hielt), der die Insel und der Wald gehören. Sie beginnt, sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinander zu setzen, über vier Generationen hinweg._ _ Komplexe Familienchronik, Umweltdrama, Dystopie, Abenteuer… Dieser Roman ist vieles, und der Autor führt Leser:innen durch die Generationen – Epoche um Epoche, Schicht für Schicht, Jahresring für Jahresring. Immer geht es um den Wald und die Bäume, sei es um ihre Schönheit, ihre Vermarktung oder ihren Schutz. Um dieses Thema herum entfalten sich die persönlichen Geschichten der Familie Greenwood, getragen von überzeugenden Charakteren und intelligent geschriebenen Wendungen._ _ Leider sind die geschilderten Entwicklungen bezüglich des Waldsterbens weder weit hergeholt noch unvorstellbar, sie sind beklemmend plausibel. Der Roman wirkt nicht wie platter Betroffenheitskitsch; er verzichtet auf Plattitüden und melodramatische Formulierungen. Doch auch ganz abgesehen von der realistischen Thematik kann „Das Flüstern der Bäume“ in meinen Augen als unterhaltsamer Roman bestehen._ Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog: https://wordpress.mikkaliest.de/rezension-michael-christie-das-fluestern-der-baeume/
Spannende Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt.
Die Familiengeschichte der Greenwoods wird über mehrere Generationen hinweg erzählt. Zu Beginn werden spannende Fragen über die Abstammung und die Herkunft von Jake aufgeworfen, die dann nach und nach auserzählt werden. Teilweise ziehen sich diese Erzählungen jedoch und es werden immer neue (nebensächliche) Erzählstränge / Geschichten aufgemacht. Am Ende werden die ganzen Geschichten für den Leser zusammengeführt es beliebt jedoch ein etwas unbefriedigendes offenes Ende.
War mir leider zu langatmig, in ungefähr der Hälfte der Seiten wäre die Geschichte auch erzählbar gewesen (meiner Meinung nach). Ich musste mich sehr durch das Buch quälen und hätte es manchmal am liebsten abgebrochen. Aber viele gute Rezensionen haben mich dann doch weiterlesen lassen, in der Hoffnung, dass doch noch etwas kommt, dass mich fesselt. Ist leider nicht geschehen.
Eine Familiengeschichte die in einer sehr nahen dystopischen Zukunft beginnt, in der fast alle Bäume auf der Welt einer mysteriösen Krankheit zum Opfer fallen. Rückwärts erzählt erleben wir eine Familiengeschichte über 4 Generationen , deren Leben alle mit dem Wald und den Bäumen tief verwurzelt sind. Dabei haben mich einige Personen mehr interessiert als Andere aber ich fand gerade den Erzählstil sehr spannend. Anders als erwartet aber dennoch interessant und emotional berührend konnte mich das Buch zwar überzeugen, war aber aufgrund der eher negativen Grundstimmung kein 5 Sterne Highlight.
Although, I had to read this book many times for my master thesis, the impression remains: it's a great book. Full of Canadian and American history, a genealogy, a crime scene, very well developed characters and a lot of tree metaphors, which build a tension which is easy to follow. Mr Christie please write more books!





















































