Gehe hin, stelle einen Wächter
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Description
»Ein psychologisches Meisterwerk über Rassentrennung, Zivilcourage und über das Erwachsenwerden« (Der Sonntag) – heute aktueller denn je.
Jedes Jahr reist Jean-Louise Finch aus dem mondänen, aufgeklärten New York zurück in ihre Heimatstadt Maycomb im Süden der USA, um den Sommer bei ihrer Familie zu verbringen. Doch diesmal ist etwas anders als sonst: In dem beschaulichen Städtchen breiten sich Rassenunruhen aus, und Jean-Louise wird fassungslos Zeugin, wie ihr Vater Atticus in der ersten Reihe steht. Die bewegende Geschichte einer Tochter, die sich von ihrem geliebten Vater emanzipieren muss, um zu sich selbst zu finden; ein Zeitdokument tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und ein literarischer Fund, der seinesgleichen sucht – und viel zum Verständnis der heutigen USA beiträgt.
Book Information
Author Description
Harper Lee wurde 1926 in Monroeville/Alabama geboren, wo sie bis zu ihrem Tod im Februar 2016 lebte. Für den Roman »Wer die Nachtigall stört« (1960) erhielt sie u.a. den Pulitzer-Preis. Das Buch zählt zu den bedeutendsten US-amerikanischen Werken des 20. Jahrhunderts. Das Manuskript zu »Gehe hin, stelle einen Wächter« wurde erst 2014 entdeckt und 2015 unter großer weltweiter Aufmerksamkeit publiziert.
Posts
Abgebrochen nach ca. 1/3
Ich habe hier aufgegeben, bin null in die Story reingekommen. Fand alles eher verwirrend und sehr schwammig. Die Dialoge sind oft eher wiederholend und ein richtig roter Faden wurde mir nicht ersichtlich. Die Rückblende hat dabei auch nicht geholfen. Viele wichtige Themen werden zwar irgendwie angerissen, aber sehr undeutlich und schwammig. Fand auch den Schreibstil eher anstrengend zu lesen. Leider nichts für mich..

Nicht halb so kraftvoll wie die endgültige Fassung.
Erstmal vorneweg: Dieses Buch ist weder eine Fortsetzung noch eine „Fortsetzung“ von „Wer die Nachtigall stört…“ Es ist eine frühe Fassung, ein Versuch, der Grundstein. Man sollte auch nicht vergessen, dass Harper Lee selber nie mit der Veröffentlichung einverstanden gewesen war. Es gibt zwar ein Zeugnis über die Größe ihres Ruhmes als Schriftstellerin ab, dass die Verlage sich die Finger danach lecken eine ältere, unausgereiftere, weniger abgerundete Variante eines bereits bestehenden Buches zu veröffentlichen, aber dies war nie in Harper Lees Sinne. In „Wer die Nachtigall stört…“ wird der Rassismus subtil, tänzelnd, unschuldig von einem Kind mit dreckigem Gesicht und verschmitztem Lächeln erbarmungslos mit dem Rücken an die Wand gestellt und erhält genau dadurch diese außergewöhnliche Kraft. „Gehe hin, stelle einen Wächter“ hingegen tritt dem Rassismus wie ein stolperndes Erschießungskommando entgegen. Nicht grundsätzlich verkehrt - aber weit weniger kraftvoll.
"Blind, genau das bin ich. Ich habe nie die Augen aufgemacht. Ich habe nie daran gedacht, Menschen ins Herz zu schauen, ich habe ihnen nur ins Gesicht gesehen. Blind wie ein Stein ... Mr Stone. Mr Stone hat gestern in der Kirche einen Wächter erwähnt. Er hätte mir einen zur Seite stellen sollen. Ich brauche einen Wächter, der mich begleitet, auf dass er mir zur vollen Stunde Ansage, was er da schaue. Ich brauche einen Wächter, der mir erklärt, was ein Mann wirklich meint, wenn er etwas sagt, das ist Gerechtigkeit, und das ist die andere Gerechtigkeit, und mir dann den Unterschied verständlich macht. Ich brauche einen Wächter, der vortritt und allen verkündet, dass sechsundzwanzig Jahre zu lang sind, um jemanden einen Streich zu spielen, ganz gleich wie lustig er ist." (Gehe hin, stelle einen Wächter, Seite 206) Was sich für den heutigen Leser wie eine Fortsetzung des berühmten Romans "Wer die Nachtigall stört" anfühlt, ist in Wirklichkeit die Veröffentlichung eines Manuskript, welches im Nachlass von Harper Lee wieder entdeckt wurde. Von einer Wiederentdeckung kann man sprechen, da die Autorin selbst dieses Werk 1957 an ein Verlagshaus verkauft hatte. Die damalige Lektorin befand, dass die dort geschilderten Kindheitserinnerungen das stärkste Potential habe und so arbeitete Lee die Geschichte um, die mit einem neuen Titel veröffentlicht wurde und als "Mocking Bird" Roman weltweit bekannt ist. Vermutlich war es nicht unbedingt im Sinne der Autorin, dass nun auch die ursprüngliche Version ihres Romans publiziert wurde, aber für die Leserwelt ist dieses Werk durchaus von Bedeutung. Durch die Ambivalenz der einzelnen Figuren hat dieser Roman eine moderne Note und setzt zudem als Coming-of-Age Geschichte zeitlose Akzente. Und natürlich ist es auch ein Werk seiner Zeit, denn auch wenn die sympathische Erzählerin sich selbst als "farbenblind" bezeichnet, stellt man bei der Lektüre doch fest, inwieweit sie vom Alltagsrassismus geprägt ist. Zum Inhalt Jean Louise "Scout" Finch reist mit dem Zug von New York in ihre Heimat nach Alabama. Hier ist unbedingt die Szene zu erwähnen, in der sie im Bett liegend eingeklappt wird und aus ihrer misslichen Lage befreit werden muss- zu köstlich! Abgeholt wird sie schließlich von ihrem Jugendfreund Hank und spätestens hier wird dem Leser klar, dass dies kein gewöhnlicher Heimaturlaub für Scout ist. Die Mittzwanzigerin treibt sich mit Gedanken um ihre weitere Zukunft herum. Inwieweit spielen geliebte Kindheitserinnerungen bei künftigen Entscheidungen eine Rolle und sind diese überhaupt eine zuverlässige Quelle bei de Beurteilung ihres Umfeldes? Bisher war der feste Fixstern und moralische Kompass ihres Lebens ganz klar Atticus Finch, der philantropische und unbestechliche Rechtsanwalt und Held ihrer Kindheit. Aber nun muss sich Scout der Erkenntnis stellen, dass ihr Vater nicht wirklich ihre humanistischen Werte und Vorstellungen teilt und der daraus entstehende Konflikt, zieht möglicherweise folgenschwere Konsequenzen mit sich... Fazit Gerade weil auch viele Leser nach der Lektüre von Mockingbird ein gewisses Bild von Atticus Finch haben (oder durch den Film den ehrenwerten Gregory Peck vor Augen sehen), fühlt man beim Watchman so intensiv mit. Und damit ist dieser Roman so unglaublich packend und stimmt nachdenklich, auch wenn die Geschichte sich nicht ganz vom damaligen Zeitgeist frei sprechen lässt. Eine empfehlenswerte Lektüre!
Erwartungen nicht erfüllt
Dieses Buch hat mich sehr enttäuscht. Erwartet habe ich starke Charaktere und ein bisschen Spannung umrahmt von Ausschnitten aus der damaligen Zeit. Bekommen habe ich viel Geschwätz, ein bisschen Geschichte, viel Unsicherheit und schwammige Botschaften. Es war anstrengend und bis auf die Grundaussage der letzten Kapitel konnte ich nichts mitnehmen.
Zweigeteilt
Zur Fortsetzung von „Wer die Nachtigall stört“ bin ich zweigeteilter Meinung. Das Buch ist literarisch sehr gut geschrieben, leider plätschert die Geschichte teils vor sich hin. Der Tod eines der Protagonisten aus Teil1, wird nur am Rande erwähnt, während man plötzlich mit der Figur von Hank/Henry so verfährt, als wäre sie schon immer dabei gewesen. Wie schon Teil1 hat auch Teil2 „Gehe hin und stelle einen Wächter“ wieder den alltagsrassismus der Südstaaten als Hauptthema. Teilweise findet man es erschreckend wie leicht den Protagonisten das N-Wort über die Lippen kommt, nur um zu erkennen, welcher Zeit Kinder die Protagonisten waren. Der Wächter einer jeden Person ist sein Gewissen. Kein Mensch wird als Opfer geboren, kein Mensch als Rassist. Wir sind die Summe unserer Entscheidungen und jeder kann jeden Tag aufs Neue Entscheiden, was für eine Art Mensch er sein will. Jean Louise „Scout“ Finch ist Mensch, mitfühlend, mit einem Gewissen. Eine Person welcher es mehrere auf dieser Welt bedürfte.
Eine grundsätzliche Frage der Menschlichkeit
Ich kam sehr schwer in dieses Buch rein, es gab oft langatmige Rückblicke. Am Ende jedoch gab es eine ganz entscheidende Erkenntnis: die grundsätzliche Frage der Menschlichkeit. Die Handlung ist noch tief im Rassenkonflikt und aller einhergehenden Fragen. Wer ist mehr wert? Ein Buch zum Nachdenken und um die Ecke denken
Ich war zunächst sehr skeptisch, als diese Buch veröffentlicht wurde. Posthum herausgebrauchte Bücher finde ich oft nur mittelmäßig. Die Autorin Harper Lee wird schon einen Grund gehabt haben, warum sie ihr Manuskript rund 60 Jahr unter Verschluss hielt. Es ist ja auch nicht so, dass sie eine permanent abliefernde Bestseller-Autorin war, sondern eher ein One-Hit-Wonder. Aber meine Skepsis war völlig unbegründet. Dieses Buch ist ein Schlag in die Magengrube, voller Energie und spannender Konfrontation. Während die Nachtigall eher ein Wohlfühlbuch über eine glückliche Kindheit mit einem zum Heiligen erhobenen Vater ist, ist der Wächter das genaue Gegenteil. Beide Bücher werden aus der Sicht von Jean Louise Finch, genannt Scout, erzählt, wobei Harper Lee für beide Bücher genau den altersgerechten Erzählton trifft. Scout kehrt in diesem Buch als junge Frau zu einem Heimaturlaub aus New York nach Maycomb/Alabama zurück. Es passiert eigentlich nicht viel in der Geschichte, denn zumeist unterhält sie sich mit den bereits aus der Nachtigall bekannten Personen (ihre Verwandten, die Haushälterin, ihr Jugendfreund) oder schwelgt in Erinnerungen. Nachdem sie erkennt, dass ihr Vater und ihr Freund Hank an einer Bürgerversammlung teilnehmen, auf der rassistische Thesen der übelsten Art verbreitet werden, stürzt ihr Weltbild zusammen und sie beginnt sich von ihrer Vergangenheit abzunabeln. Sie tut dies weniger still und in Tränen, sondern lautstark, schimpfend und anklagend. Im Grunde ein Entwicklungsroman, wie man ihn sich wünscht. Die Tatsache, dass ihrem Vater Atticus der Heiligenschein durch dieses Werk heruntergerissen wird, finde ich nicht tragisch. Im Gegenteil, es ist eher spannend und erhöht die Qualität des Buchs. Erstaunlich ist, dass auch immer wieder Verbindung zu dem bekannten Strafverfahren aus der Nachtigall gesponnen werden, in dem der Anwalt Atticus den Schwarzen vor der Verurteilung als Vergewaltiger bewahrte. Für heutige Leser/innen mag es ein Schock sein, wie oft das N-Wort hier fällt und mit welcher Selbstverständlichkeit die Südstaatler über die Rassenunterschiede sprechen. Ja, das Buch beinhaltet viel Rassismus. Aber ich bin mir sicher, dass es als zeitgenössisches Werk ein gutes Gesellschaftsbild des mittelständigen, ländlichen Alabamas der 50er Jahre darstellt. Scout wird im Verlauf des Buchs klar, dass ihrem Vater die Gerechtigkeit an sich wichtiger war als der Mensch, der unter der Ungerechtigkeit zu leiden hatte. Als alter Mann gesteht er den Schwarzen gewisse (wenige) Freiheit zu, aber nur bis zu einer bestimmt Grenze, an der sein persönlicher Wächter des Gewissens steht. Dies bedeutet, dass eine sexuelle Partnerschaft oder das Drücken einer gemeinsamen Schulbank von Schwarzen und Weißen von ihm abgelehnt werden. Es hört sich an wie eine Art "pragmatischer Rassismus", denn die Zeit ist noch nicht reif für mehr Gleichberechtigung. Das Buch tut schon teilweise weh beim Lesen. Aber das schätze ich auch an dem Werk. Ambivalente Persönlichkeit sind doch viel interessanter als stromlinienförmige Langweiler. Einziger Kritikpunkt an diesem Buch: die Befreiung aus dem eigenen Kokon ist letztlich nicht konsequent durchgezogen und so knickt Scout am Ende doch ein (nachdem ihr ihr Onkel ins Gesicht geschlagen hatte und ihr die Leviten liest). Sie kehrt in den Schoß der Familie zurück. Ein Tritt in des Onkels Eier und eine finale Fahrt in die untergehende Sonne Richtung New York wäre für mich ein besserer Schluss gewesen.
Gestern bzw. heute hat unser Lesetrio (@fabulabooks & @lesefragmente ) dieses Buch beendet! Wir alle hatten bereits „Wer die Nachtigall stört“ von der Autorin gelesen, was uns einerseits mit dem tollen Schreibstil und der eindrücklichen Atmosphäre begeistert, gleichzeitig jedoch leider auch etwas unbefriedigt zurückgelassen hatte. Mit diesem hier verhält es sich mehr oder weniger genauso: Es war schön, wieder dorthin zurückkehren zu dürfen und man wusste den Humor, die Charaktere sowie die Sprache schnell wieder zu schätzen. Allerdings bleibt auch diese Fortsetzung, die einige Jahre später in den 1960ern (?) spielt, sehr offen. Auch sind leider nicht mehr alle der früheren und liebgewonnenen Charaktere dabei, andere lernt man dafür besser kennen. Leider auch ihre Schattenseiten. Insgesamt finde ich beide Bücher jedoch sehr lesenswert, weil man wirklich in den Zeitgeist (der eben nicht mehr den heutigen Ansichten entspricht) hineingesogen wird und mehr versteht, wie tief der Rassismus ging/geht - selbst bei vermeintlich gebildeten Menschen. Sehr nachvollziehbar schafft Harper Lee es, dem/der Leser*in deutlich zu machen, wie schwierig es ist, aus diesen fest verankerten Strukturen der damaligen Gesellschaft- insbesondere in den Südstaaten - auszubrechen, wenn man diesen entsprechend aufgewachsen ist und erzogen wurde. Über manches wird man sich vielleicht klar, aber längst nicht immer über alles. Und auch nicht jeder. Abschließend kamen wir übrigens zu dem Schluss, dass die Autorin der umstrittenen Veröffentlichung dieses eigentlich ersten Manuskripts eher nicht zugestimmt hat. Dies ist jedoch nur unser persönlicher Eindruck. Falls ihr die Bücher schon gelesen habt, würde mich eure Meinung natürlich sehr interessieren!
Anfang des Jahres wurde “Go Set a Watchman”, so der Originaltitel, als literarische Sensation gefeiert. Ein verschollenes Manuskript, das Jahrzehnte in einer Schublade lag. Das Manuskript, aus dem nach einer sehr starken Überarbeitung und Veränderung der amerikanische Klassiker “Wer die Nachtigall stört” (Rezension) entstanden ist. Alle Welt wartete auf die Veröffentlichung des Buches, dem bereits vor Veröffentlichung kritische Stimmen entgegen schlugen. Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, nachdem mir “Wer die Nachtigall stört” so sehr gut gefallen hat, dass ich es anschließend in sämtliche Bücherrunden mitnahm und weiterempfahl. Beim Lesen der “Fortsetzung” muss dem Leser immer bewusst sein, dass es sich eigentlich um den Vorgänger und um das ursprüngliche Manuskript des bekannten Klassikers handelt. Jedoch ist das ursprüngliche Werk durch die Verlegung in eine frühere Zeit und einem anderen Fokus so stark verändert worden, dass sich erstaunlich wenig Gemeinsamkeiten wiederfinden. Nicht nur ist der “Wächter” in der distanzierteren dritten Person geschrieben, auch sind es nur wenige Personen, die den beiden Büchern gemeinsam sind. Kinderfreund Dill, der eine wichtige Rolle spielt, wird im “Wächter” kaum erwähnt. Die merkwürdigen Nachbarn, die bei der Nachtigall eine große Rolle spielen und letztendlich zur Titelgebung “Wer die Nachtigall stört” beitragen, gibt es nicht. So bekommt man einen Eindruck, wie die “Nachtigall” vielleicht entstanden ist. Was schon vorher da war und was ergänzt und ausgebaut wurde. Die Gerichtsverhandlung, die den Kern von “Wer die Nachtigall stört” ausmacht, wird nur beiläufig erwähnt. Auch wenn der Ton in der Erzählung unverwechselbar der Harper Lees ist, hat für mich “Wer die Nachtigall stört” eindeutig die Nase vorn und vor allem atmosphärisch viel voraus. Bei der “Nachtigall” spürt man förmlich die Luft flimmern, während der “Wächter” doch eher mit der Diskussion über moralische Werte punktet. Was das erzählerische Können und das schriftstellerische Handwerk betrifft, ist “Gehe hin, stelle einen Wächter” das Gesellenstück während “Wer die Nachtigall stört” eindeutig das Meisterstück ist. Es ist jedoch interessant zu sehen, was aus dem Wildfang Scout geworden ist. Die Rückblenden in die Kindheit machen einen Großteil des Charmes des “Wächters” aus, so dass durchaus verständlich ist, warum Lees Lektorin damals vorschlug, diesen Teil zum Inhalt der “Nachtigall” zu machen. Scout wirkt als Erwachsene wenig gereift. Man spürt noch immer die kindliche Naivität, der Abschied von der Kindheit ist noch nicht vollzogen. Bei der Rückkehr nach Maycomb wirkt sie erstaunt, dass das Leben ohne sie weiter ging. Für ihren Kinderfreund Henry kann sie sich nicht richtig entscheiden. Sie will bewahren und sieht nicht den Fortgang der Zeit. Der Schock, ihren Vater zusammen in einer Versammlung mit Mitgliedern des Ku-Klux-Clanes zu sehen, erweckt ihre alte Starrköpfigkeit. Es braucht eine Weile und viel Überzeugungsarbeit des Onkels bis sie sich dem stellen kann, dass es nicht nur schwarz und weiß, gut und böse, gibt. “Gehe hin, stelle einen Wächter” wirkt meiner Meinung nach nur in Zusammenhang mit der besseren Version “Wer die Nachtigall stört”. Auch wenn der “Wächter” unterhaltsam und nicht schlecht geschrieben ist, so kann er allein nicht komplett überzeugen. In Bezug auf die berühmte, zeitlose vollständige Überarbeitung aber interessant, weil das Buch manches klarer sehen lässt. So wird zum Beispiel deutlich, dass die den Vater vergötternde kleine Scout letztendlich nur ihre eigene, kindliche Sichtweise auf Atticus beschrieben hat, und Atticus nie der über allem stehende Vater war, von dem auch die Leserschaft so begeistert war. Auch erscheinen die in meiner Rezension beschriebenen Brüche in der Erzählweise von Scout in der “Nachtigall” begründet in der Nachbearbeitung. “Gehe hin, stelle einen Wächter” ist auf jeden Fall lesenswert und immer noch zeitgemäß. Das Buch bietet viel Diskussionsstoff und eignet sich meiner Meinung nach excellent für Lesekreise. © Tintenelfe www.tintenhain.de
2,5 Sterne. Aus Zeitgründen nun doch nur eine Kurzmeinung: Leider kommt das Buch nicht an seinen berühmten Vorgänger "Wer die Nachtigall stört" heran. Das überrascht mich auch nicht, denn soweit ich informiert bin, war "Gehe hin, stelle einen Wächter" nur ein Manuskript, das niemals veröffentlicht werden sollte. Und genau so liest es sich auch. Es ist zwar interessant zu sehen, wie sich die Charaktere entwickeln haben - und vor allem Atticus Finch scheint nun das komplette Gegenteil seines früheren Ichs zu sein - aber es fehlt der Geschichte leider an einem roten Faden. Die Story plätschert vor sich hin, ohne dass sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen würde. Ich bin überzeugt davon, dass das Buch niemals veröffentlicht worden wäre, wenn nicht der Name "Harper Lee" draufstehen würde. Das Buch ist nicht schlecht, hat aber im Vergleich zu "Wer die Nachtigall stört" absolut keinen Daseinszweck.
Als nach unendlich vielen stillen Jahren dieses Buch von Harper Lee erschien, war der Run darauf verständlicherweise gross. Ich hatte damals aber noch nicht einmal "To Kill A Mockingbird" gelesen und so zog der literarische Hype an mir vorbei. Nur um den Juli 2020 zum Harper Lee-Monat zu machen. Nicht nur lese ich für eine Challenge gerade "Furious Hours", sondern mir wurde auch "Go Set a Watchman" gewichtelt. Letzteres landete aufgrund ersterem kurz vorher auf der Wunschliste. So geht es manchmal im Leben. Dank "Furious Hours" hatte ich zum Glück etwas Hintergrundwissen bezüglich dieses Titels angelesen, was mir sehr geholfen hat. Dies ist die ursprüngliche Version von Mockingbird und, zugegebenermassen, die Überarbeitung hat dem Text gut getan. Stände Watchman für sich alleine, wäre es lange nicht so ein eindrückliches Werk geworden. Es wäre immer noch wirklich gute Literatur, aber wahrscheinlich hätte es nicht denselben Effekt erzielt, wie die schlussendliche Version. "Go Set a Watchman" ist oft zu langwierig, z.B. was die Liebesgeschichte betrifft. Die essentiellen Stellen bündeln sich eher gegen Schluss des Buches, sodass sich der erste Teil oft ziemlich zieht. Als Zusatz zur Nachtigall ist das Buch definitiv lesenswert, vor allem wenn man mehr über Harper Lee erfahren möchte. Aber "Wer die Nachtigall stört" bleibt die Nummer 1.
Go Set a Watchman is not a great novel but it isn't a bad one either. My actual rating is 3.5 stars but as Goodrads doesn't allow half stars I upgraded it to 4 because it is definitely above average. I can understand why lots of readers will give this book a negative rating: Atticus Finch, this beloved character from To Kill a Mockingbird now suddenly doesn't look so bright anymore. He turns out to be a racist who also attended meetings of the Ku-Klux-Klan. This revelation will clearly be a shock to many. But when you come to think of it and also when you read his explanation he gives to the shocked Scout (now always referred to as Jean Louise) you can understand it. When he defended the black boy in To Kill a Mockingbird he did this because the boy clearly was innocent. When it comes to his world - the Old South - however, he sees it threatened by the Negroes' fight for more rights. For me the American South has always been a strange place and also kind of a mystery. The deep religiousness feels very weird to me. I also don't understand how 150 years after the Civil War and 50 years after the Civil Rights Movement there can still be such deep conflicts between black and white people. This book tries to give an insight into this society: At some places it succeeds pretty well, other places (e.g. Calpurnia's behaviour towards Jean Louise) still remain blurred. The book is a quick and easy read - most of the time. It is told in the third-person from Jean Louise's point of view. Sometimes when her thoughts are described this is done by a first-person narrator. This often comes out of the blue and completely doesn't fit in with the rest of the text. Despite the serious topics this book also has many funny scenes. My favourite is the one quite at the beginning when the children react the revival. All in all the writing seems very modern, often not at all like something written in the 1950s. This of course leads me to the entire topic of the publication of this book. It's sometimes hard to believe that Harper Lee really wrote it herself. There will surely be experts comparing her two novels and analysing the similarities in style etc. What I'm sure of however, is that Harper Lee still didn't want this book to be published and was tricked into this by her lawyer (Harper Lee is deaf and half-blind after a stroke). Her sister died a short time ago and couldn't take care of her sisters interests anymore. So now was the perfect timing to publish this novel - who knows what a last will might reveal. Go Set a Watchman shouldn't be read without having read To Kill a Mockingbird first. To many things from the first book are revealed and you often wouldn't understand what is going on in the second book without having read the first one. As I said in the beginning, it is not a bad book but it also isn't a book you definitely have to read. I can understand positive and negative opinions of it and also people who are content with just having read To Kill a Mockingbird.
Go Set a Watchman von Harper Lee zum Inhalt: Jean Louise Finch kehrt aus New York zurück um ihren Vater Atticus zu besuchen. Auch wenn sie sich in Maycomb nicht mehr richtig zu Hause fühlt freut sie sich doch darauf ihren Vater, der für sie noch immer ihr grosses Vorbild ist, wieder zu sehen. Doch irgendwie scheint Atticus nicht mehr sich selbst zu sein und Jean Louise ist entsetzt als sie herausfindet, dass er alle Werte verrät, die er ihr beigebracht hat. Was soll sie jetzt noch glauben, wenn sogar ihr Vater sie so enttäuscht hat... meine Meinung: Ich habe "To Kill a Mockingbird" vor etwa zwei Jahren für die Schule gelesen und es war eine der wenigen Schullektüren, die ich wirklich gern gelesen habe und die mich berühren konnten. Daher war ich natürlich sehr neugierig als ich gehört habe, dass so lange nach dem Erscheinen dieses Buches, mit "Got Set a Watchman" eine Art "Fortsetzung" erscheinen wird. Auch wenn ich im vornherein nicht nur Gutes über das Buch gehört habe, musste ich mir selbst ein Bild machen. Leider geht es mir wie so Vielen, ich bin irgendwie enttäuscht. Grundsätzlich ist "Go Set a Watchman" kein schlechtes Buch und es behandelt dieselben wichtigen Themen wie "To Kill a Mockingbird", trotzdem kann es im Vergleich mit diesem einfach nicht mithalten. Ich hatte teilweise etwas Probleme mit dem Schreibstil und fand den Aufbau der Geschichte, zumindest am Anfang, irgendwie etwas verwirrend. Es gibt viele Flashbacks zu Scouts Kindheit, die mir fast besser gefallen haben als die Haupthandlung, aber ich habe teilweise den Zusammenhang zu den restlichen Geschehnissen nicht so ganz gesehen. Ich hatte auch nie das Gefühl unbedingt weiterlesen zu müssen und konnte nie wirklich in die Geschichte versinken. Dazu hat vor allem auch der Schreibstil beigetragen, den ich teilweise ziemlich kompliziert und schwierig fand, wodurch das Lesen manchmal etwas anstrengend war. Ich mochte Jean Louise/Scout auch in diesem Teil wieder sehr als Protagonistin, ich konnte gut mit ihr mitfühlen. Man merkt schnell, dass sie nicht wirklich nach Maycomb passt und nicht so ist, wie man es dort von einer Frau erwartet. Ihr Vater war für sie immer perfekt, denn durch ihn ist sie zu der Person geworden, die sie ist. Als sie nun erfährt, dass ihr Vater diese Prinzipien verraten hat ist sie zutiefst verletzt und beginnt an sich selbst zu Zweifeln. Auch als Leser ist es ziemlich schockierend zu sehen wie sehr sich Atticus verändert hat. Ich fand diese Veränderung allerdings auch einfach nicht nachvollziehbar. Es gab kein bestimmtes Ereignis, welches erklären würde, wie aus Atticus, der alle Menschen so akzeptiert hat wie sie sind egal welche Hautfarbe sie haben, jemand geworden ist der Rassismus unterstützt. Ich fand es auch einfach Schade, dass Atticus sich so verändern musste, da es für seinen Charakter einfach keinen Sinn ergibt. Die Entwicklung, die Jean Louise dadurch am Ende der Geschichte durchmacht, wie sie selbstständig wird und ihren Vater nicht mehr als übermenschliches Vorbild, sondern einfach nur noch als normaler Mensch sieht, hat mir gut gefallen. Sie wird eigentlich endlich vollständig erwachsen und unabhängig. Dennoch hat mich das Ende irgendwie ernüchtert und mit gemischten Gefühlen zurück gelassen. Das Buch regt eindeutig zum Nachdenken an, besonders weil das Thema Rassismus leider immer noch aktuell ist. Im Vergleich zu "To Kill a Mockingbird" ist seine Botschaft jedoch nicht gleich stark. Fazit: Natürlich hat meine Neugierde gesiegt und ich konnte nicht anders als mir selbst ein Bild zu machen, von der "Fortsetzung" zu To Kill a Mockingbird. Leider kann Go Set a Watchman jedoch nicht mit dem Vorgänger mithalten. Auch wenn mir gewisse Elemente, die Flashbacks und Scouts Entwicklung am Ende des Buches, gut gefallen haben, hat mich das Buch am Ende ziemlich ernüchtert zurück gelassen. Wenn ihr immer noch neugierig seid auf das Buch, dann rate ich euch nicht davon ab, aber man sollte keine allzu hohen Erwartungen habe.
Ich war zunächst sehr skeptisch, als diese Buch veröffentlicht wurde. Posthum herausgebrauchte Bücher finde ich oft nur mittelmäßig. Die Autorin Harper Lee wird schon einen Grund gehabt haben, warum sie ihr Manuskript rund 60 Jahr unter Verschluss hielt. Es ist ja auch nicht so, dass sie eine permanent abliefernde Bestseller-Autorin war, sondern eher ein One-Hit-Wonder. Aber meine Skepsis war völlig unbegründet. Dieses Buch ist ein Schlag in die Magengrube, voller Energie und spannender Konfrontation. Während die Nachtigall eher ein Wohlfühlbuch über eine glückliche Kindheit mit einem zum Heiligen erhobenen Vater ist, ist der Wächter das genaue Gegenteil. Beide Bücher werden aus der Sicht von Jean Louise Finch, genannt Scout, erzählt, wobei Harper Lee für beide Bücher genau den altersgerechten Erzählton trifft. Scout kehrt in diesem Buch als junge Frau zu einem Heimaturlaub aus New York nach Maycomb/Alabama zurück. Es passiert eigentlich nicht viel in der Geschichte, denn zumeist unterhält sie sich mit den bereits aus der Nachtigall bekannten Personen (ihre Verwandten, die Haushälterin, ihr Jugendfreund) oder schwelgt in Erinnerungen. Nachdem sie erkennt, dass ihr Vater und ihr Freund Hank an einer Bürgerversammlung teilnehmen, auf der rassistische Thesen der übelsten Art verbreitet werden, stürzt ihr Weltbild zusammen und sie beginnt sich von ihrer Vergangenheit abzunabeln. Sie tut dies weniger still und in Tränen, sondern lautstark, schimpfend und anklagend. Im Grunde ein Entwicklungsroman, wie man ihn sich wünscht. Die Tatsache, dass ihrem Vater Atticus der Heiligenschein durch dieses Werk heruntergerissen wird, finde ich nicht tragisch. Im Gegenteil, es ist eher spannend und erhöht die Qualität des Buchs. Erstaunlich ist, dass auch immer wieder Verbindung zu dem bekannten Strafverfahren aus der Nachtigall gesponnen werden, in dem der Anwalt Atticus den Schwarzen vor der Verurteilung als Vergewaltiger bewahrte. Für heutige Leser/innen mag es ein Schock sein, wie oft das N-Wort hier fällt und mit welcher Selbstverständlichkeit die Südstaatler über die Rassenunterschiede sprechen. Ja, das Buch beinhaltet viel Rassismus. Aber ich bin mir sicher, dass es als zeitgenössisches Werk ein gutes Gesellschaftsbild des mittelständigen, ländlichen Alabamas der 50er Jahre darstellt. Scout wird im Verlauf des Buchs klar, dass ihrem Vater die Gerechtigkeit an sich wichtiger war als der Mensch, der unter der Ungerechtigkeit zu leiden hatte. Als alter Mann gesteht er den Schwarzen gewisse (wenige) Freiheit zu, aber nur bis zu einer bestimmt Grenze, an der sein persönlicher Wächter des Gewissens steht. Dies bedeutet, dass eine sexuelle Partnerschaft oder das Drücken einer gemeinsamen Schulbank von Schwarzen und Weißen von ihm abgelehnt werden. Es hört sich an wie eine Art "pragmatischer Rassismus", denn die Zeit ist noch nicht reif für mehr Gleichberechtigung. Das Buch tut schon teilweise weh beim Lesen. Aber das schätze ich auch an dem Werk. Ambivalente Persönlichkeit sind doch viel interessanter als stromlinienförmige Langweiler. Einziger Kritikpunkt an diesem Buch: die Befreiung aus dem eigenen Kokon ist letztlich nicht konsequent durchgezogen und so knickt Scout am Ende doch ein (nachdem ihr ihr Onkel ins Gesicht geschlagen hatte und ihr die Leviten liest). Sie kehrt in den Schoß der Familie zurück. Ein Tritt in des Onkels Eier und eine finale Fahrt in die untergehende Sonne Richtung New York wäre für mich ein besserer Schluss gewesen.
Harper Lee erhielt für ihr Debüt “Wer die Nachtigall stört” von 1960 unter anderem den Pulitzer-Preis. 2014 wurde ihr eigentliches Erstlingswerk “Gehe hin, stelle einen Wächter” entdeckt, das zwanzig Jahre nach “Wer die Nachtigall stört” spielt. Wir befinden uns in den Südstaaten der 50er Jahre. Die Nordstaaten wollen die Rassentrennung abschaffen, die schwarze Bürgerrechtsorganisation NAACP gewinnt an Macht und Unruhen entstehen im Süden. Die kleine Scout, nun nur noch Jean Louise Finch genannt, ist erwachsen, lebt in New York und besucht für einige Tage ihre Familie in Maycomb, also ihren Vater Atticus Finch, seine Geschwister Alexandra und Dr. Finch, sowie ihren guten Freund Henry. Was sie in ihrer Heimatstadt allerdings sieht und hört, lässt sie stark zweifeln, insbesondere an ihrem Vater. Zunächst einmal etwas zu diesem grausamen Titel: Im englischen heißt es “Go set a watchman” in Bezug auf Jesaja 21,6. Luthers Übersetzung dazu ist: Geh hin, stelle den Wächter auf; was er schaut, soll er ansagen. Im Vergleich dazu die zeitlich aktuellere und dichter am Originaltext gehaltene Zürcher: Geh, stell den Späher auf! Was er sieht, soll er melden. Also meiner Meinung nach ungünstig vom Verlag übersetzt. Letzteres finde ich wesentlich besser klingend. Als Buchtitel für ein Land, das vermutlich deutlich weniger bibelfest ist als die Vereinigten Staaten, beides ungünstig. Normalerweise beschwere ich mich immer, wenn ein Buch im deutschen einen komplett anderen Titel trägt als im Original (bestes Beispiel für mich: The Bone Collector wurde in Deutschland zu Die Assistentin), hier hätte ich es aber sehr gut gefunden! Aber man muss den Verlag ja auch mal loben: Das Cover ist super (allerdings identisch mit dem Amerikanischen). Klingt jetzt alles irgendwie als sei mir nur nach meckern zumute, doch so ist es nicht. “Gehe hin, stelle einen Wächter” war super! Harper Lee kann einfach schreiben! Die Einleitung ist ziemlich lang (Jean Louise kommt in Maycomb an, trifft ein paar Leute, verbringt ein paar eher normale erste Tage – das sind 36% des Buches), doch dadurch kommt man sehr gut in die Geschichte rein. Was dann folgt ist wirklich großartig gemacht, ganz besonders eine sehr lange Unterhaltung zwischen Atticus und seiner Tochter (84%, Kapitel 17). Ich habe von einigen gehört, dass sie das Buch nicht lesen wollen, da Atticus in ihm zum Antagonisten werden soll. Es stimmt, dass Atticus anders rüber kommt als in “Wer die Nachtigall stört”, und er ist auch keine Hauptperson mehr. Als Anti-Helden würde ich ihn aber nicht bezeichnen. Er nimmt eine andere, beziehungsweise klarere Position ein, die entscheidend für Jean Louise’s Krise ist. Vor allem der eben schon erwähnte Dialog zwischen den beiden macht das ganz deutlich. Ohne seine Meinung bezüglich Rassengesetze und Gleichstellung ist dieser Roman nicht möglich. Insofern bin ich froh, dass Atticus Finch nun so ist, wie er ist, da sonst dieses Buch nicht möglich wäre. Ich fand es richtig gut und kann nur empfehlen es zu lesen! Man muss übrigens auch nicht “Wer die Nachtigall stört” gelesen haben, um alles zu verstehen. Schau gerne auch auf meinem Blog vorbei: www.buchstuetze.wordpress.com
The key thing to bear in mind when reading this book, is that it must be read both in retrospect and in context. Go Set A Watchmen was always doomed to comparisons with To Kill A Mockingbird but it must be remembered that Go Set A Watchmen was written first and also was never intended to be released until Harper Lee's sudden change of heart last year. So, with that being said, I really enjoyed this book. I felt it gave a further insight into the world of Scout and Atticus Finch and developed the story and characters to a fuller extent now that we have seen them all "grown up". I have read many criticisms of this book based upon the actions and words of Atticus, to those I say that there is a deeper meaning and reason behind everything Atticus says and does and the book must be read in full in order to develop a complete understanding of his methods. If the world had a few more Atticus Finch's in it, it would probably be a better place. Is this book a classic? Well, that is impossible to say. The very definition of a classic novel is how it stands the test of time so let's wait and see on that front. What I can say however is, as a lover of To Kill a Mockingbird, I feel like Go Set A Watchman is a book that I will definitely read again in time and I believe has all the potential to become a true classic of the genre a few generations from now.
** spoiler alert ** Scout, Jean Louise's name in her childhood which she adopts immediately again as soon as she enters her hometown in the south of the U.S., comes home for a summer vacation from New York. We start the book with her arriving by train and get to know all the little things that make this small town to what it is and at the same time probably transferable on any other small town. We get to know her family - what it is like now and what it was like when Scout was a child. And we accompany Scout when she finds out that some things aren't the way she thought they would be. When she gets disappointed in her father for the first time ever. When she's shocked by the behavior of her first love. When she feels the change in the relations between the black and the white people. When she breaks down over that. When she seeks help in another family member and when she finally acknowledges that she is an individual with her own view of things and when she's growing up. This being the first (and rejected) manuscript of her world famous novel To Kill a Mockingbird is taking another turn than what I thought it would. I enjoyed Lee's writing style very much, I enjoyed being in Maycomb and her discovering what is going on in the town underneath the blanket she put on the place to keep her childhood memories preserved and innocent. But I can also see why people are disappointed with this book. It's nit a sequel to her other work, it has elements that she continued to deal with but it goes a different way, it has a different philosophy, point of view (and by that I don't mean the character but rather the message she delivers) and purpose. While To Kill a Mockingbird shows us how the world should have been, Go Set a Watchman has more of a sober and purpose to give us a realistic momentary picture of 1950's small town life in the Southern US, black and white people living together under suddenly different circumstances and the reception of the civil rights movement, but it focuses to a big part as well on growing up and on separating from one's parents I think. The book gives us more to think about what is going on inside the people's heads and what thoughts make them act this or that way. In this sense it's also very interesting for the current discussions in Europe on the waves of refugees coming in, integration and how people are afraid of granting people whom they see as different from them rights that should actually be out of question. I was disappointed though by the way Scouts fight with herself and the family was handled and how easily and quickly it was over. In this part I sometimes was doubting the message the book delivered then. If it wasn't for this (and Scout being too hysteric and too fast to step back) it would have been a 5 stars book for me.
I don’t want to claim that I didn’t like "Go set a watchman“. However, after reading the book I was a bit disillusioned. „To kill a Mocking Bird“ is one of my all time favorite books. „Go set a watchman“ hasn’t got this level. The writing style, which I found so much fascinating in "To Kill a Mockingbird", flashes sometimes. But the novel also shows that it was a draft and the refusal to publish it, is understandable now. The extreme changes of the protagonists to the predecessor are very surprising. But that is the novel for themselves, and it tells its own story. Whether we like it or not. Did this publication needed? I don’t think so. Has it harmed the reputation of Harper Lee as a writer? I don’t think so. There is the possibility to see both books as one package. Do I want that? No, I want to keep my reading experience with „To Kill Mockingbird“. In conclusion, it was a nice experience to read "Go set a watchman" and to notice, what a sensational book has been created out of that with „To kill a Mockingbird“.
I've been in a month and a half long reading slump and to be honest the books I chose to read coming back into it have impacted me in a strong way. I've been intending to read this book for a long while now but I struggled to pick it up. However, I am super glad I finally got to it. This was a definite 5⭐️ read for me. Harper Lee's writing is so good, the content of the book is also absolutely relevant in the current atmosphere! if there are any people looking to understand how to get past the race privilege this is a book for that. Black people are human too and in order for a society that is colourblind, we must shatter the barriers set up by racial divide in-order to move forward as one. Harper Lee's tackling of the race issue is honestly amazing in that it's not one that is so clear cut but rather requires you to apply your mind as you read and I really love when a book does that. All in all, I'm glad I read the book.
Description
»Ein psychologisches Meisterwerk über Rassentrennung, Zivilcourage und über das Erwachsenwerden« (Der Sonntag) – heute aktueller denn je.
Jedes Jahr reist Jean-Louise Finch aus dem mondänen, aufgeklärten New York zurück in ihre Heimatstadt Maycomb im Süden der USA, um den Sommer bei ihrer Familie zu verbringen. Doch diesmal ist etwas anders als sonst: In dem beschaulichen Städtchen breiten sich Rassenunruhen aus, und Jean-Louise wird fassungslos Zeugin, wie ihr Vater Atticus in der ersten Reihe steht. Die bewegende Geschichte einer Tochter, die sich von ihrem geliebten Vater emanzipieren muss, um zu sich selbst zu finden; ein Zeitdokument tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche und ein literarischer Fund, der seinesgleichen sucht – und viel zum Verständnis der heutigen USA beiträgt.
Book Information
Author Description
Harper Lee wurde 1926 in Monroeville/Alabama geboren, wo sie bis zu ihrem Tod im Februar 2016 lebte. Für den Roman »Wer die Nachtigall stört« (1960) erhielt sie u.a. den Pulitzer-Preis. Das Buch zählt zu den bedeutendsten US-amerikanischen Werken des 20. Jahrhunderts. Das Manuskript zu »Gehe hin, stelle einen Wächter« wurde erst 2014 entdeckt und 2015 unter großer weltweiter Aufmerksamkeit publiziert.
Posts
Abgebrochen nach ca. 1/3
Ich habe hier aufgegeben, bin null in die Story reingekommen. Fand alles eher verwirrend und sehr schwammig. Die Dialoge sind oft eher wiederholend und ein richtig roter Faden wurde mir nicht ersichtlich. Die Rückblende hat dabei auch nicht geholfen. Viele wichtige Themen werden zwar irgendwie angerissen, aber sehr undeutlich und schwammig. Fand auch den Schreibstil eher anstrengend zu lesen. Leider nichts für mich..

Nicht halb so kraftvoll wie die endgültige Fassung.
Erstmal vorneweg: Dieses Buch ist weder eine Fortsetzung noch eine „Fortsetzung“ von „Wer die Nachtigall stört…“ Es ist eine frühe Fassung, ein Versuch, der Grundstein. Man sollte auch nicht vergessen, dass Harper Lee selber nie mit der Veröffentlichung einverstanden gewesen war. Es gibt zwar ein Zeugnis über die Größe ihres Ruhmes als Schriftstellerin ab, dass die Verlage sich die Finger danach lecken eine ältere, unausgereiftere, weniger abgerundete Variante eines bereits bestehenden Buches zu veröffentlichen, aber dies war nie in Harper Lees Sinne. In „Wer die Nachtigall stört…“ wird der Rassismus subtil, tänzelnd, unschuldig von einem Kind mit dreckigem Gesicht und verschmitztem Lächeln erbarmungslos mit dem Rücken an die Wand gestellt und erhält genau dadurch diese außergewöhnliche Kraft. „Gehe hin, stelle einen Wächter“ hingegen tritt dem Rassismus wie ein stolperndes Erschießungskommando entgegen. Nicht grundsätzlich verkehrt - aber weit weniger kraftvoll.
"Blind, genau das bin ich. Ich habe nie die Augen aufgemacht. Ich habe nie daran gedacht, Menschen ins Herz zu schauen, ich habe ihnen nur ins Gesicht gesehen. Blind wie ein Stein ... Mr Stone. Mr Stone hat gestern in der Kirche einen Wächter erwähnt. Er hätte mir einen zur Seite stellen sollen. Ich brauche einen Wächter, der mich begleitet, auf dass er mir zur vollen Stunde Ansage, was er da schaue. Ich brauche einen Wächter, der mir erklärt, was ein Mann wirklich meint, wenn er etwas sagt, das ist Gerechtigkeit, und das ist die andere Gerechtigkeit, und mir dann den Unterschied verständlich macht. Ich brauche einen Wächter, der vortritt und allen verkündet, dass sechsundzwanzig Jahre zu lang sind, um jemanden einen Streich zu spielen, ganz gleich wie lustig er ist." (Gehe hin, stelle einen Wächter, Seite 206) Was sich für den heutigen Leser wie eine Fortsetzung des berühmten Romans "Wer die Nachtigall stört" anfühlt, ist in Wirklichkeit die Veröffentlichung eines Manuskript, welches im Nachlass von Harper Lee wieder entdeckt wurde. Von einer Wiederentdeckung kann man sprechen, da die Autorin selbst dieses Werk 1957 an ein Verlagshaus verkauft hatte. Die damalige Lektorin befand, dass die dort geschilderten Kindheitserinnerungen das stärkste Potential habe und so arbeitete Lee die Geschichte um, die mit einem neuen Titel veröffentlicht wurde und als "Mocking Bird" Roman weltweit bekannt ist. Vermutlich war es nicht unbedingt im Sinne der Autorin, dass nun auch die ursprüngliche Version ihres Romans publiziert wurde, aber für die Leserwelt ist dieses Werk durchaus von Bedeutung. Durch die Ambivalenz der einzelnen Figuren hat dieser Roman eine moderne Note und setzt zudem als Coming-of-Age Geschichte zeitlose Akzente. Und natürlich ist es auch ein Werk seiner Zeit, denn auch wenn die sympathische Erzählerin sich selbst als "farbenblind" bezeichnet, stellt man bei der Lektüre doch fest, inwieweit sie vom Alltagsrassismus geprägt ist. Zum Inhalt Jean Louise "Scout" Finch reist mit dem Zug von New York in ihre Heimat nach Alabama. Hier ist unbedingt die Szene zu erwähnen, in der sie im Bett liegend eingeklappt wird und aus ihrer misslichen Lage befreit werden muss- zu köstlich! Abgeholt wird sie schließlich von ihrem Jugendfreund Hank und spätestens hier wird dem Leser klar, dass dies kein gewöhnlicher Heimaturlaub für Scout ist. Die Mittzwanzigerin treibt sich mit Gedanken um ihre weitere Zukunft herum. Inwieweit spielen geliebte Kindheitserinnerungen bei künftigen Entscheidungen eine Rolle und sind diese überhaupt eine zuverlässige Quelle bei de Beurteilung ihres Umfeldes? Bisher war der feste Fixstern und moralische Kompass ihres Lebens ganz klar Atticus Finch, der philantropische und unbestechliche Rechtsanwalt und Held ihrer Kindheit. Aber nun muss sich Scout der Erkenntnis stellen, dass ihr Vater nicht wirklich ihre humanistischen Werte und Vorstellungen teilt und der daraus entstehende Konflikt, zieht möglicherweise folgenschwere Konsequenzen mit sich... Fazit Gerade weil auch viele Leser nach der Lektüre von Mockingbird ein gewisses Bild von Atticus Finch haben (oder durch den Film den ehrenwerten Gregory Peck vor Augen sehen), fühlt man beim Watchman so intensiv mit. Und damit ist dieser Roman so unglaublich packend und stimmt nachdenklich, auch wenn die Geschichte sich nicht ganz vom damaligen Zeitgeist frei sprechen lässt. Eine empfehlenswerte Lektüre!
Erwartungen nicht erfüllt
Dieses Buch hat mich sehr enttäuscht. Erwartet habe ich starke Charaktere und ein bisschen Spannung umrahmt von Ausschnitten aus der damaligen Zeit. Bekommen habe ich viel Geschwätz, ein bisschen Geschichte, viel Unsicherheit und schwammige Botschaften. Es war anstrengend und bis auf die Grundaussage der letzten Kapitel konnte ich nichts mitnehmen.
Zweigeteilt
Zur Fortsetzung von „Wer die Nachtigall stört“ bin ich zweigeteilter Meinung. Das Buch ist literarisch sehr gut geschrieben, leider plätschert die Geschichte teils vor sich hin. Der Tod eines der Protagonisten aus Teil1, wird nur am Rande erwähnt, während man plötzlich mit der Figur von Hank/Henry so verfährt, als wäre sie schon immer dabei gewesen. Wie schon Teil1 hat auch Teil2 „Gehe hin und stelle einen Wächter“ wieder den alltagsrassismus der Südstaaten als Hauptthema. Teilweise findet man es erschreckend wie leicht den Protagonisten das N-Wort über die Lippen kommt, nur um zu erkennen, welcher Zeit Kinder die Protagonisten waren. Der Wächter einer jeden Person ist sein Gewissen. Kein Mensch wird als Opfer geboren, kein Mensch als Rassist. Wir sind die Summe unserer Entscheidungen und jeder kann jeden Tag aufs Neue Entscheiden, was für eine Art Mensch er sein will. Jean Louise „Scout“ Finch ist Mensch, mitfühlend, mit einem Gewissen. Eine Person welcher es mehrere auf dieser Welt bedürfte.
Eine grundsätzliche Frage der Menschlichkeit
Ich kam sehr schwer in dieses Buch rein, es gab oft langatmige Rückblicke. Am Ende jedoch gab es eine ganz entscheidende Erkenntnis: die grundsätzliche Frage der Menschlichkeit. Die Handlung ist noch tief im Rassenkonflikt und aller einhergehenden Fragen. Wer ist mehr wert? Ein Buch zum Nachdenken und um die Ecke denken
Ich war zunächst sehr skeptisch, als diese Buch veröffentlicht wurde. Posthum herausgebrauchte Bücher finde ich oft nur mittelmäßig. Die Autorin Harper Lee wird schon einen Grund gehabt haben, warum sie ihr Manuskript rund 60 Jahr unter Verschluss hielt. Es ist ja auch nicht so, dass sie eine permanent abliefernde Bestseller-Autorin war, sondern eher ein One-Hit-Wonder. Aber meine Skepsis war völlig unbegründet. Dieses Buch ist ein Schlag in die Magengrube, voller Energie und spannender Konfrontation. Während die Nachtigall eher ein Wohlfühlbuch über eine glückliche Kindheit mit einem zum Heiligen erhobenen Vater ist, ist der Wächter das genaue Gegenteil. Beide Bücher werden aus der Sicht von Jean Louise Finch, genannt Scout, erzählt, wobei Harper Lee für beide Bücher genau den altersgerechten Erzählton trifft. Scout kehrt in diesem Buch als junge Frau zu einem Heimaturlaub aus New York nach Maycomb/Alabama zurück. Es passiert eigentlich nicht viel in der Geschichte, denn zumeist unterhält sie sich mit den bereits aus der Nachtigall bekannten Personen (ihre Verwandten, die Haushälterin, ihr Jugendfreund) oder schwelgt in Erinnerungen. Nachdem sie erkennt, dass ihr Vater und ihr Freund Hank an einer Bürgerversammlung teilnehmen, auf der rassistische Thesen der übelsten Art verbreitet werden, stürzt ihr Weltbild zusammen und sie beginnt sich von ihrer Vergangenheit abzunabeln. Sie tut dies weniger still und in Tränen, sondern lautstark, schimpfend und anklagend. Im Grunde ein Entwicklungsroman, wie man ihn sich wünscht. Die Tatsache, dass ihrem Vater Atticus der Heiligenschein durch dieses Werk heruntergerissen wird, finde ich nicht tragisch. Im Gegenteil, es ist eher spannend und erhöht die Qualität des Buchs. Erstaunlich ist, dass auch immer wieder Verbindung zu dem bekannten Strafverfahren aus der Nachtigall gesponnen werden, in dem der Anwalt Atticus den Schwarzen vor der Verurteilung als Vergewaltiger bewahrte. Für heutige Leser/innen mag es ein Schock sein, wie oft das N-Wort hier fällt und mit welcher Selbstverständlichkeit die Südstaatler über die Rassenunterschiede sprechen. Ja, das Buch beinhaltet viel Rassismus. Aber ich bin mir sicher, dass es als zeitgenössisches Werk ein gutes Gesellschaftsbild des mittelständigen, ländlichen Alabamas der 50er Jahre darstellt. Scout wird im Verlauf des Buchs klar, dass ihrem Vater die Gerechtigkeit an sich wichtiger war als der Mensch, der unter der Ungerechtigkeit zu leiden hatte. Als alter Mann gesteht er den Schwarzen gewisse (wenige) Freiheit zu, aber nur bis zu einer bestimmt Grenze, an der sein persönlicher Wächter des Gewissens steht. Dies bedeutet, dass eine sexuelle Partnerschaft oder das Drücken einer gemeinsamen Schulbank von Schwarzen und Weißen von ihm abgelehnt werden. Es hört sich an wie eine Art "pragmatischer Rassismus", denn die Zeit ist noch nicht reif für mehr Gleichberechtigung. Das Buch tut schon teilweise weh beim Lesen. Aber das schätze ich auch an dem Werk. Ambivalente Persönlichkeit sind doch viel interessanter als stromlinienförmige Langweiler. Einziger Kritikpunkt an diesem Buch: die Befreiung aus dem eigenen Kokon ist letztlich nicht konsequent durchgezogen und so knickt Scout am Ende doch ein (nachdem ihr ihr Onkel ins Gesicht geschlagen hatte und ihr die Leviten liest). Sie kehrt in den Schoß der Familie zurück. Ein Tritt in des Onkels Eier und eine finale Fahrt in die untergehende Sonne Richtung New York wäre für mich ein besserer Schluss gewesen.
Gestern bzw. heute hat unser Lesetrio (@fabulabooks & @lesefragmente ) dieses Buch beendet! Wir alle hatten bereits „Wer die Nachtigall stört“ von der Autorin gelesen, was uns einerseits mit dem tollen Schreibstil und der eindrücklichen Atmosphäre begeistert, gleichzeitig jedoch leider auch etwas unbefriedigt zurückgelassen hatte. Mit diesem hier verhält es sich mehr oder weniger genauso: Es war schön, wieder dorthin zurückkehren zu dürfen und man wusste den Humor, die Charaktere sowie die Sprache schnell wieder zu schätzen. Allerdings bleibt auch diese Fortsetzung, die einige Jahre später in den 1960ern (?) spielt, sehr offen. Auch sind leider nicht mehr alle der früheren und liebgewonnenen Charaktere dabei, andere lernt man dafür besser kennen. Leider auch ihre Schattenseiten. Insgesamt finde ich beide Bücher jedoch sehr lesenswert, weil man wirklich in den Zeitgeist (der eben nicht mehr den heutigen Ansichten entspricht) hineingesogen wird und mehr versteht, wie tief der Rassismus ging/geht - selbst bei vermeintlich gebildeten Menschen. Sehr nachvollziehbar schafft Harper Lee es, dem/der Leser*in deutlich zu machen, wie schwierig es ist, aus diesen fest verankerten Strukturen der damaligen Gesellschaft- insbesondere in den Südstaaten - auszubrechen, wenn man diesen entsprechend aufgewachsen ist und erzogen wurde. Über manches wird man sich vielleicht klar, aber längst nicht immer über alles. Und auch nicht jeder. Abschließend kamen wir übrigens zu dem Schluss, dass die Autorin der umstrittenen Veröffentlichung dieses eigentlich ersten Manuskripts eher nicht zugestimmt hat. Dies ist jedoch nur unser persönlicher Eindruck. Falls ihr die Bücher schon gelesen habt, würde mich eure Meinung natürlich sehr interessieren!
Anfang des Jahres wurde “Go Set a Watchman”, so der Originaltitel, als literarische Sensation gefeiert. Ein verschollenes Manuskript, das Jahrzehnte in einer Schublade lag. Das Manuskript, aus dem nach einer sehr starken Überarbeitung und Veränderung der amerikanische Klassiker “Wer die Nachtigall stört” (Rezension) entstanden ist. Alle Welt wartete auf die Veröffentlichung des Buches, dem bereits vor Veröffentlichung kritische Stimmen entgegen schlugen. Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, nachdem mir “Wer die Nachtigall stört” so sehr gut gefallen hat, dass ich es anschließend in sämtliche Bücherrunden mitnahm und weiterempfahl. Beim Lesen der “Fortsetzung” muss dem Leser immer bewusst sein, dass es sich eigentlich um den Vorgänger und um das ursprüngliche Manuskript des bekannten Klassikers handelt. Jedoch ist das ursprüngliche Werk durch die Verlegung in eine frühere Zeit und einem anderen Fokus so stark verändert worden, dass sich erstaunlich wenig Gemeinsamkeiten wiederfinden. Nicht nur ist der “Wächter” in der distanzierteren dritten Person geschrieben, auch sind es nur wenige Personen, die den beiden Büchern gemeinsam sind. Kinderfreund Dill, der eine wichtige Rolle spielt, wird im “Wächter” kaum erwähnt. Die merkwürdigen Nachbarn, die bei der Nachtigall eine große Rolle spielen und letztendlich zur Titelgebung “Wer die Nachtigall stört” beitragen, gibt es nicht. So bekommt man einen Eindruck, wie die “Nachtigall” vielleicht entstanden ist. Was schon vorher da war und was ergänzt und ausgebaut wurde. Die Gerichtsverhandlung, die den Kern von “Wer die Nachtigall stört” ausmacht, wird nur beiläufig erwähnt. Auch wenn der Ton in der Erzählung unverwechselbar der Harper Lees ist, hat für mich “Wer die Nachtigall stört” eindeutig die Nase vorn und vor allem atmosphärisch viel voraus. Bei der “Nachtigall” spürt man förmlich die Luft flimmern, während der “Wächter” doch eher mit der Diskussion über moralische Werte punktet. Was das erzählerische Können und das schriftstellerische Handwerk betrifft, ist “Gehe hin, stelle einen Wächter” das Gesellenstück während “Wer die Nachtigall stört” eindeutig das Meisterstück ist. Es ist jedoch interessant zu sehen, was aus dem Wildfang Scout geworden ist. Die Rückblenden in die Kindheit machen einen Großteil des Charmes des “Wächters” aus, so dass durchaus verständlich ist, warum Lees Lektorin damals vorschlug, diesen Teil zum Inhalt der “Nachtigall” zu machen. Scout wirkt als Erwachsene wenig gereift. Man spürt noch immer die kindliche Naivität, der Abschied von der Kindheit ist noch nicht vollzogen. Bei der Rückkehr nach Maycomb wirkt sie erstaunt, dass das Leben ohne sie weiter ging. Für ihren Kinderfreund Henry kann sie sich nicht richtig entscheiden. Sie will bewahren und sieht nicht den Fortgang der Zeit. Der Schock, ihren Vater zusammen in einer Versammlung mit Mitgliedern des Ku-Klux-Clanes zu sehen, erweckt ihre alte Starrköpfigkeit. Es braucht eine Weile und viel Überzeugungsarbeit des Onkels bis sie sich dem stellen kann, dass es nicht nur schwarz und weiß, gut und böse, gibt. “Gehe hin, stelle einen Wächter” wirkt meiner Meinung nach nur in Zusammenhang mit der besseren Version “Wer die Nachtigall stört”. Auch wenn der “Wächter” unterhaltsam und nicht schlecht geschrieben ist, so kann er allein nicht komplett überzeugen. In Bezug auf die berühmte, zeitlose vollständige Überarbeitung aber interessant, weil das Buch manches klarer sehen lässt. So wird zum Beispiel deutlich, dass die den Vater vergötternde kleine Scout letztendlich nur ihre eigene, kindliche Sichtweise auf Atticus beschrieben hat, und Atticus nie der über allem stehende Vater war, von dem auch die Leserschaft so begeistert war. Auch erscheinen die in meiner Rezension beschriebenen Brüche in der Erzählweise von Scout in der “Nachtigall” begründet in der Nachbearbeitung. “Gehe hin, stelle einen Wächter” ist auf jeden Fall lesenswert und immer noch zeitgemäß. Das Buch bietet viel Diskussionsstoff und eignet sich meiner Meinung nach excellent für Lesekreise. © Tintenelfe www.tintenhain.de
2,5 Sterne. Aus Zeitgründen nun doch nur eine Kurzmeinung: Leider kommt das Buch nicht an seinen berühmten Vorgänger "Wer die Nachtigall stört" heran. Das überrascht mich auch nicht, denn soweit ich informiert bin, war "Gehe hin, stelle einen Wächter" nur ein Manuskript, das niemals veröffentlicht werden sollte. Und genau so liest es sich auch. Es ist zwar interessant zu sehen, wie sich die Charaktere entwickeln haben - und vor allem Atticus Finch scheint nun das komplette Gegenteil seines früheren Ichs zu sein - aber es fehlt der Geschichte leider an einem roten Faden. Die Story plätschert vor sich hin, ohne dass sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen würde. Ich bin überzeugt davon, dass das Buch niemals veröffentlicht worden wäre, wenn nicht der Name "Harper Lee" draufstehen würde. Das Buch ist nicht schlecht, hat aber im Vergleich zu "Wer die Nachtigall stört" absolut keinen Daseinszweck.
Als nach unendlich vielen stillen Jahren dieses Buch von Harper Lee erschien, war der Run darauf verständlicherweise gross. Ich hatte damals aber noch nicht einmal "To Kill A Mockingbird" gelesen und so zog der literarische Hype an mir vorbei. Nur um den Juli 2020 zum Harper Lee-Monat zu machen. Nicht nur lese ich für eine Challenge gerade "Furious Hours", sondern mir wurde auch "Go Set a Watchman" gewichtelt. Letzteres landete aufgrund ersterem kurz vorher auf der Wunschliste. So geht es manchmal im Leben. Dank "Furious Hours" hatte ich zum Glück etwas Hintergrundwissen bezüglich dieses Titels angelesen, was mir sehr geholfen hat. Dies ist die ursprüngliche Version von Mockingbird und, zugegebenermassen, die Überarbeitung hat dem Text gut getan. Stände Watchman für sich alleine, wäre es lange nicht so ein eindrückliches Werk geworden. Es wäre immer noch wirklich gute Literatur, aber wahrscheinlich hätte es nicht denselben Effekt erzielt, wie die schlussendliche Version. "Go Set a Watchman" ist oft zu langwierig, z.B. was die Liebesgeschichte betrifft. Die essentiellen Stellen bündeln sich eher gegen Schluss des Buches, sodass sich der erste Teil oft ziemlich zieht. Als Zusatz zur Nachtigall ist das Buch definitiv lesenswert, vor allem wenn man mehr über Harper Lee erfahren möchte. Aber "Wer die Nachtigall stört" bleibt die Nummer 1.
Go Set a Watchman is not a great novel but it isn't a bad one either. My actual rating is 3.5 stars but as Goodrads doesn't allow half stars I upgraded it to 4 because it is definitely above average. I can understand why lots of readers will give this book a negative rating: Atticus Finch, this beloved character from To Kill a Mockingbird now suddenly doesn't look so bright anymore. He turns out to be a racist who also attended meetings of the Ku-Klux-Klan. This revelation will clearly be a shock to many. But when you come to think of it and also when you read his explanation he gives to the shocked Scout (now always referred to as Jean Louise) you can understand it. When he defended the black boy in To Kill a Mockingbird he did this because the boy clearly was innocent. When it comes to his world - the Old South - however, he sees it threatened by the Negroes' fight for more rights. For me the American South has always been a strange place and also kind of a mystery. The deep religiousness feels very weird to me. I also don't understand how 150 years after the Civil War and 50 years after the Civil Rights Movement there can still be such deep conflicts between black and white people. This book tries to give an insight into this society: At some places it succeeds pretty well, other places (e.g. Calpurnia's behaviour towards Jean Louise) still remain blurred. The book is a quick and easy read - most of the time. It is told in the third-person from Jean Louise's point of view. Sometimes when her thoughts are described this is done by a first-person narrator. This often comes out of the blue and completely doesn't fit in with the rest of the text. Despite the serious topics this book also has many funny scenes. My favourite is the one quite at the beginning when the children react the revival. All in all the writing seems very modern, often not at all like something written in the 1950s. This of course leads me to the entire topic of the publication of this book. It's sometimes hard to believe that Harper Lee really wrote it herself. There will surely be experts comparing her two novels and analysing the similarities in style etc. What I'm sure of however, is that Harper Lee still didn't want this book to be published and was tricked into this by her lawyer (Harper Lee is deaf and half-blind after a stroke). Her sister died a short time ago and couldn't take care of her sisters interests anymore. So now was the perfect timing to publish this novel - who knows what a last will might reveal. Go Set a Watchman shouldn't be read without having read To Kill a Mockingbird first. To many things from the first book are revealed and you often wouldn't understand what is going on in the second book without having read the first one. As I said in the beginning, it is not a bad book but it also isn't a book you definitely have to read. I can understand positive and negative opinions of it and also people who are content with just having read To Kill a Mockingbird.
Go Set a Watchman von Harper Lee zum Inhalt: Jean Louise Finch kehrt aus New York zurück um ihren Vater Atticus zu besuchen. Auch wenn sie sich in Maycomb nicht mehr richtig zu Hause fühlt freut sie sich doch darauf ihren Vater, der für sie noch immer ihr grosses Vorbild ist, wieder zu sehen. Doch irgendwie scheint Atticus nicht mehr sich selbst zu sein und Jean Louise ist entsetzt als sie herausfindet, dass er alle Werte verrät, die er ihr beigebracht hat. Was soll sie jetzt noch glauben, wenn sogar ihr Vater sie so enttäuscht hat... meine Meinung: Ich habe "To Kill a Mockingbird" vor etwa zwei Jahren für die Schule gelesen und es war eine der wenigen Schullektüren, die ich wirklich gern gelesen habe und die mich berühren konnten. Daher war ich natürlich sehr neugierig als ich gehört habe, dass so lange nach dem Erscheinen dieses Buches, mit "Got Set a Watchman" eine Art "Fortsetzung" erscheinen wird. Auch wenn ich im vornherein nicht nur Gutes über das Buch gehört habe, musste ich mir selbst ein Bild machen. Leider geht es mir wie so Vielen, ich bin irgendwie enttäuscht. Grundsätzlich ist "Go Set a Watchman" kein schlechtes Buch und es behandelt dieselben wichtigen Themen wie "To Kill a Mockingbird", trotzdem kann es im Vergleich mit diesem einfach nicht mithalten. Ich hatte teilweise etwas Probleme mit dem Schreibstil und fand den Aufbau der Geschichte, zumindest am Anfang, irgendwie etwas verwirrend. Es gibt viele Flashbacks zu Scouts Kindheit, die mir fast besser gefallen haben als die Haupthandlung, aber ich habe teilweise den Zusammenhang zu den restlichen Geschehnissen nicht so ganz gesehen. Ich hatte auch nie das Gefühl unbedingt weiterlesen zu müssen und konnte nie wirklich in die Geschichte versinken. Dazu hat vor allem auch der Schreibstil beigetragen, den ich teilweise ziemlich kompliziert und schwierig fand, wodurch das Lesen manchmal etwas anstrengend war. Ich mochte Jean Louise/Scout auch in diesem Teil wieder sehr als Protagonistin, ich konnte gut mit ihr mitfühlen. Man merkt schnell, dass sie nicht wirklich nach Maycomb passt und nicht so ist, wie man es dort von einer Frau erwartet. Ihr Vater war für sie immer perfekt, denn durch ihn ist sie zu der Person geworden, die sie ist. Als sie nun erfährt, dass ihr Vater diese Prinzipien verraten hat ist sie zutiefst verletzt und beginnt an sich selbst zu Zweifeln. Auch als Leser ist es ziemlich schockierend zu sehen wie sehr sich Atticus verändert hat. Ich fand diese Veränderung allerdings auch einfach nicht nachvollziehbar. Es gab kein bestimmtes Ereignis, welches erklären würde, wie aus Atticus, der alle Menschen so akzeptiert hat wie sie sind egal welche Hautfarbe sie haben, jemand geworden ist der Rassismus unterstützt. Ich fand es auch einfach Schade, dass Atticus sich so verändern musste, da es für seinen Charakter einfach keinen Sinn ergibt. Die Entwicklung, die Jean Louise dadurch am Ende der Geschichte durchmacht, wie sie selbstständig wird und ihren Vater nicht mehr als übermenschliches Vorbild, sondern einfach nur noch als normaler Mensch sieht, hat mir gut gefallen. Sie wird eigentlich endlich vollständig erwachsen und unabhängig. Dennoch hat mich das Ende irgendwie ernüchtert und mit gemischten Gefühlen zurück gelassen. Das Buch regt eindeutig zum Nachdenken an, besonders weil das Thema Rassismus leider immer noch aktuell ist. Im Vergleich zu "To Kill a Mockingbird" ist seine Botschaft jedoch nicht gleich stark. Fazit: Natürlich hat meine Neugierde gesiegt und ich konnte nicht anders als mir selbst ein Bild zu machen, von der "Fortsetzung" zu To Kill a Mockingbird. Leider kann Go Set a Watchman jedoch nicht mit dem Vorgänger mithalten. Auch wenn mir gewisse Elemente, die Flashbacks und Scouts Entwicklung am Ende des Buches, gut gefallen haben, hat mich das Buch am Ende ziemlich ernüchtert zurück gelassen. Wenn ihr immer noch neugierig seid auf das Buch, dann rate ich euch nicht davon ab, aber man sollte keine allzu hohen Erwartungen habe.
Ich war zunächst sehr skeptisch, als diese Buch veröffentlicht wurde. Posthum herausgebrauchte Bücher finde ich oft nur mittelmäßig. Die Autorin Harper Lee wird schon einen Grund gehabt haben, warum sie ihr Manuskript rund 60 Jahr unter Verschluss hielt. Es ist ja auch nicht so, dass sie eine permanent abliefernde Bestseller-Autorin war, sondern eher ein One-Hit-Wonder. Aber meine Skepsis war völlig unbegründet. Dieses Buch ist ein Schlag in die Magengrube, voller Energie und spannender Konfrontation. Während die Nachtigall eher ein Wohlfühlbuch über eine glückliche Kindheit mit einem zum Heiligen erhobenen Vater ist, ist der Wächter das genaue Gegenteil. Beide Bücher werden aus der Sicht von Jean Louise Finch, genannt Scout, erzählt, wobei Harper Lee für beide Bücher genau den altersgerechten Erzählton trifft. Scout kehrt in diesem Buch als junge Frau zu einem Heimaturlaub aus New York nach Maycomb/Alabama zurück. Es passiert eigentlich nicht viel in der Geschichte, denn zumeist unterhält sie sich mit den bereits aus der Nachtigall bekannten Personen (ihre Verwandten, die Haushälterin, ihr Jugendfreund) oder schwelgt in Erinnerungen. Nachdem sie erkennt, dass ihr Vater und ihr Freund Hank an einer Bürgerversammlung teilnehmen, auf der rassistische Thesen der übelsten Art verbreitet werden, stürzt ihr Weltbild zusammen und sie beginnt sich von ihrer Vergangenheit abzunabeln. Sie tut dies weniger still und in Tränen, sondern lautstark, schimpfend und anklagend. Im Grunde ein Entwicklungsroman, wie man ihn sich wünscht. Die Tatsache, dass ihrem Vater Atticus der Heiligenschein durch dieses Werk heruntergerissen wird, finde ich nicht tragisch. Im Gegenteil, es ist eher spannend und erhöht die Qualität des Buchs. Erstaunlich ist, dass auch immer wieder Verbindung zu dem bekannten Strafverfahren aus der Nachtigall gesponnen werden, in dem der Anwalt Atticus den Schwarzen vor der Verurteilung als Vergewaltiger bewahrte. Für heutige Leser/innen mag es ein Schock sein, wie oft das N-Wort hier fällt und mit welcher Selbstverständlichkeit die Südstaatler über die Rassenunterschiede sprechen. Ja, das Buch beinhaltet viel Rassismus. Aber ich bin mir sicher, dass es als zeitgenössisches Werk ein gutes Gesellschaftsbild des mittelständigen, ländlichen Alabamas der 50er Jahre darstellt. Scout wird im Verlauf des Buchs klar, dass ihrem Vater die Gerechtigkeit an sich wichtiger war als der Mensch, der unter der Ungerechtigkeit zu leiden hatte. Als alter Mann gesteht er den Schwarzen gewisse (wenige) Freiheit zu, aber nur bis zu einer bestimmt Grenze, an der sein persönlicher Wächter des Gewissens steht. Dies bedeutet, dass eine sexuelle Partnerschaft oder das Drücken einer gemeinsamen Schulbank von Schwarzen und Weißen von ihm abgelehnt werden. Es hört sich an wie eine Art "pragmatischer Rassismus", denn die Zeit ist noch nicht reif für mehr Gleichberechtigung. Das Buch tut schon teilweise weh beim Lesen. Aber das schätze ich auch an dem Werk. Ambivalente Persönlichkeit sind doch viel interessanter als stromlinienförmige Langweiler. Einziger Kritikpunkt an diesem Buch: die Befreiung aus dem eigenen Kokon ist letztlich nicht konsequent durchgezogen und so knickt Scout am Ende doch ein (nachdem ihr ihr Onkel ins Gesicht geschlagen hatte und ihr die Leviten liest). Sie kehrt in den Schoß der Familie zurück. Ein Tritt in des Onkels Eier und eine finale Fahrt in die untergehende Sonne Richtung New York wäre für mich ein besserer Schluss gewesen.
Harper Lee erhielt für ihr Debüt “Wer die Nachtigall stört” von 1960 unter anderem den Pulitzer-Preis. 2014 wurde ihr eigentliches Erstlingswerk “Gehe hin, stelle einen Wächter” entdeckt, das zwanzig Jahre nach “Wer die Nachtigall stört” spielt. Wir befinden uns in den Südstaaten der 50er Jahre. Die Nordstaaten wollen die Rassentrennung abschaffen, die schwarze Bürgerrechtsorganisation NAACP gewinnt an Macht und Unruhen entstehen im Süden. Die kleine Scout, nun nur noch Jean Louise Finch genannt, ist erwachsen, lebt in New York und besucht für einige Tage ihre Familie in Maycomb, also ihren Vater Atticus Finch, seine Geschwister Alexandra und Dr. Finch, sowie ihren guten Freund Henry. Was sie in ihrer Heimatstadt allerdings sieht und hört, lässt sie stark zweifeln, insbesondere an ihrem Vater. Zunächst einmal etwas zu diesem grausamen Titel: Im englischen heißt es “Go set a watchman” in Bezug auf Jesaja 21,6. Luthers Übersetzung dazu ist: Geh hin, stelle den Wächter auf; was er schaut, soll er ansagen. Im Vergleich dazu die zeitlich aktuellere und dichter am Originaltext gehaltene Zürcher: Geh, stell den Späher auf! Was er sieht, soll er melden. Also meiner Meinung nach ungünstig vom Verlag übersetzt. Letzteres finde ich wesentlich besser klingend. Als Buchtitel für ein Land, das vermutlich deutlich weniger bibelfest ist als die Vereinigten Staaten, beides ungünstig. Normalerweise beschwere ich mich immer, wenn ein Buch im deutschen einen komplett anderen Titel trägt als im Original (bestes Beispiel für mich: The Bone Collector wurde in Deutschland zu Die Assistentin), hier hätte ich es aber sehr gut gefunden! Aber man muss den Verlag ja auch mal loben: Das Cover ist super (allerdings identisch mit dem Amerikanischen). Klingt jetzt alles irgendwie als sei mir nur nach meckern zumute, doch so ist es nicht. “Gehe hin, stelle einen Wächter” war super! Harper Lee kann einfach schreiben! Die Einleitung ist ziemlich lang (Jean Louise kommt in Maycomb an, trifft ein paar Leute, verbringt ein paar eher normale erste Tage – das sind 36% des Buches), doch dadurch kommt man sehr gut in die Geschichte rein. Was dann folgt ist wirklich großartig gemacht, ganz besonders eine sehr lange Unterhaltung zwischen Atticus und seiner Tochter (84%, Kapitel 17). Ich habe von einigen gehört, dass sie das Buch nicht lesen wollen, da Atticus in ihm zum Antagonisten werden soll. Es stimmt, dass Atticus anders rüber kommt als in “Wer die Nachtigall stört”, und er ist auch keine Hauptperson mehr. Als Anti-Helden würde ich ihn aber nicht bezeichnen. Er nimmt eine andere, beziehungsweise klarere Position ein, die entscheidend für Jean Louise’s Krise ist. Vor allem der eben schon erwähnte Dialog zwischen den beiden macht das ganz deutlich. Ohne seine Meinung bezüglich Rassengesetze und Gleichstellung ist dieser Roman nicht möglich. Insofern bin ich froh, dass Atticus Finch nun so ist, wie er ist, da sonst dieses Buch nicht möglich wäre. Ich fand es richtig gut und kann nur empfehlen es zu lesen! Man muss übrigens auch nicht “Wer die Nachtigall stört” gelesen haben, um alles zu verstehen. Schau gerne auch auf meinem Blog vorbei: www.buchstuetze.wordpress.com
The key thing to bear in mind when reading this book, is that it must be read both in retrospect and in context. Go Set A Watchmen was always doomed to comparisons with To Kill A Mockingbird but it must be remembered that Go Set A Watchmen was written first and also was never intended to be released until Harper Lee's sudden change of heart last year. So, with that being said, I really enjoyed this book. I felt it gave a further insight into the world of Scout and Atticus Finch and developed the story and characters to a fuller extent now that we have seen them all "grown up". I have read many criticisms of this book based upon the actions and words of Atticus, to those I say that there is a deeper meaning and reason behind everything Atticus says and does and the book must be read in full in order to develop a complete understanding of his methods. If the world had a few more Atticus Finch's in it, it would probably be a better place. Is this book a classic? Well, that is impossible to say. The very definition of a classic novel is how it stands the test of time so let's wait and see on that front. What I can say however is, as a lover of To Kill a Mockingbird, I feel like Go Set A Watchman is a book that I will definitely read again in time and I believe has all the potential to become a true classic of the genre a few generations from now.
** spoiler alert ** Scout, Jean Louise's name in her childhood which she adopts immediately again as soon as she enters her hometown in the south of the U.S., comes home for a summer vacation from New York. We start the book with her arriving by train and get to know all the little things that make this small town to what it is and at the same time probably transferable on any other small town. We get to know her family - what it is like now and what it was like when Scout was a child. And we accompany Scout when she finds out that some things aren't the way she thought they would be. When she gets disappointed in her father for the first time ever. When she's shocked by the behavior of her first love. When she feels the change in the relations between the black and the white people. When she breaks down over that. When she seeks help in another family member and when she finally acknowledges that she is an individual with her own view of things and when she's growing up. This being the first (and rejected) manuscript of her world famous novel To Kill a Mockingbird is taking another turn than what I thought it would. I enjoyed Lee's writing style very much, I enjoyed being in Maycomb and her discovering what is going on in the town underneath the blanket she put on the place to keep her childhood memories preserved and innocent. But I can also see why people are disappointed with this book. It's nit a sequel to her other work, it has elements that she continued to deal with but it goes a different way, it has a different philosophy, point of view (and by that I don't mean the character but rather the message she delivers) and purpose. While To Kill a Mockingbird shows us how the world should have been, Go Set a Watchman has more of a sober and purpose to give us a realistic momentary picture of 1950's small town life in the Southern US, black and white people living together under suddenly different circumstances and the reception of the civil rights movement, but it focuses to a big part as well on growing up and on separating from one's parents I think. The book gives us more to think about what is going on inside the people's heads and what thoughts make them act this or that way. In this sense it's also very interesting for the current discussions in Europe on the waves of refugees coming in, integration and how people are afraid of granting people whom they see as different from them rights that should actually be out of question. I was disappointed though by the way Scouts fight with herself and the family was handled and how easily and quickly it was over. In this part I sometimes was doubting the message the book delivered then. If it wasn't for this (and Scout being too hysteric and too fast to step back) it would have been a 5 stars book for me.
I don’t want to claim that I didn’t like "Go set a watchman“. However, after reading the book I was a bit disillusioned. „To kill a Mocking Bird“ is one of my all time favorite books. „Go set a watchman“ hasn’t got this level. The writing style, which I found so much fascinating in "To Kill a Mockingbird", flashes sometimes. But the novel also shows that it was a draft and the refusal to publish it, is understandable now. The extreme changes of the protagonists to the predecessor are very surprising. But that is the novel for themselves, and it tells its own story. Whether we like it or not. Did this publication needed? I don’t think so. Has it harmed the reputation of Harper Lee as a writer? I don’t think so. There is the possibility to see both books as one package. Do I want that? No, I want to keep my reading experience with „To Kill Mockingbird“. In conclusion, it was a nice experience to read "Go set a watchman" and to notice, what a sensational book has been created out of that with „To kill a Mockingbird“.
I've been in a month and a half long reading slump and to be honest the books I chose to read coming back into it have impacted me in a strong way. I've been intending to read this book for a long while now but I struggled to pick it up. However, I am super glad I finally got to it. This was a definite 5⭐️ read for me. Harper Lee's writing is so good, the content of the book is also absolutely relevant in the current atmosphere! if there are any people looking to understand how to get past the race privilege this is a book for that. Black people are human too and in order for a society that is colourblind, we must shatter the barriers set up by racial divide in-order to move forward as one. Harper Lee's tackling of the race issue is honestly amazing in that it's not one that is so clear cut but rather requires you to apply your mind as you read and I really love when a book does that. All in all, I'm glad I read the book.































