Alibi für einen König
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Description
Book Information
Author Description
Josephine Tey ist das Pseudonym der schottischen Autorin Elizabeth MacKintosh (1896–1952), die vor allem für ihre Kriminalromane bekannt geworden ist. Mit dem Schreiben begann sie, nachdem sie ihre Arbeit als Sportlehrerin aufgeben musste, um ihre Mutter zu pflegen, die an Krebs erkrankt war. Nach deren Tod kümmerte sich Tey um den Vater und blieb auch danach in ihrem Elternhaus wohnen. Tey lebte sehr zurückgezogen, mied Interviews und öffentliche Auftritte. Sie starb im Alter von 55 Jahren während einer Reise nach London. Ihr Roman Alibi für einen König wurde von der englischen Autorenvereinigung Crime Writers’ Association zum besten Kriminalroman aller Zeiten gewählt und 1969 mit dem Grand prix de littérature policière ausgezeichnet.
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Wahrheit?
Der Titel The Daughter of Time hat mich sofort begeistert – Die Tochter der Zeit ist die Wahrheit. Schon darin liegt die zentrale Idee des Romans: Mit der Zeit kommt die Wahrheit ans Licht. Der Roman von Josephine Tey (1951) hinterfragt früh das bekannte Bild von Richard III als grausamen Usurpator. Inspector Grant untersucht während eines Krankenhausaufenthalts historische Quellen und entwickelt eine überraschend logische Neubewertung – genau das macht das Buch so überzeugend. Sprachlich fand ich es nicht ganz einfach, und ohne Interesse an Richard III. ist es vermutlich schwer zugänglich. Mir hat mein Vorwissen geholfen, u. a. durch The King’s Grave von Philippa Langley sowie die Serien The White Queen und The White Princess nach Philippa Gregory. Insgesamt sehr interessant – auch wenn nicht alles hängen bleibt, die Idee des Hinterfragens aber schon. Früher wurde sogar von einem Historiker (!) behauptet, dass Richard zwei Jahre im Mutterleib gefangen war und mit Zähnen und schulterlangen Haaren auf die Welt kam…
Krimi von 1951. In England zum besten Krimi aller Zeiten gewählt. Diese Euphorie kann ich nicht ganz teilen, da es für mich mehr von einer lehrreichen Geschichtsstunde hatte als von einem Krimi. Die Idee, einem Rätsel der Geschichte 400 Jahre später auf den Grund zu gehen, fand ich unheimlich spannend. Dass da aber so eine Fülle an Informationen auf mich zukommt, damit hatte ich nicht gerechnet. Mir wurden Jahreszahlen, Zusammenhänge der bedeutendsten englischen Familien und historische Fakten um die Ohren gehauen, dass es nur so geraucht hat. Ich war absolut überfordert. Erst, als ich nicht mehr versucht habe, alles verstehen zu wollen, wurde es besser. Zum Glück war es nicht nötig, meine Geschichtslücken durch Googeln aufzubessern, um dem eigentlichen Plot folgen zu können. Für Liebhaber der englischen Geschichte absolut geeignet! Für Krimifans eher nicht so.
Nach einer missglückten Verfolgungsjagd liegt Inspektor Alan Grant im Krankenhaus und langweilt sich zu Tode. Eine Freundin rät ihm, sich an einem historischen Fall zu versuchen und versorgt ihn mit Porträts berühmter Persönlichkeiten. Beim Anblick Richard III., der seine Neffen ermordet haben soll, muss Grant stutzen: Keineswegs die Visage eines Mörders, befindet der erfahrene Polizist und beschließt, den über 400 Jahre alten Fall noch einmal aufzurollen. Meine Meinung: Optisch, sowie sprachlich ist das Buch in Ordnung. Allerdings würde ich es nicht wirklich als Krimi bezeichnen. Die Autorin präsentiert zwar eine Lösung des Falls, diese beruht jedoch eher auf Mutmaßungen. Zum Wahrheitsgehalt des Buches kann ich nicht viel sagen. Es basiert definitiv auf historische Fakten, allerdings vermute ich, dass gewisse Sachverhalte weggelassen wurden, um Richard III. klar und deutlich zu entlasten. Die Geschichte selbst ist nicht sonderlich spannend, regt aber zum Nachdenken an. Handlung gibt es kaum. Der Inspektor hütet von der ersten Seite an das Krankenbett und erhält regelmäßig Besuch. Es folgen tiefgründige Gespräche, Ausschnitte von Geschichtsbüchern oder Briefen und ausführliche Überlegungen zu bestimmten Sachverhalten. Das Buch, sowie die Untersuchung des Mordfalls enden mit der Genesung des Inspektors. Fazit: Lesenswerte für diejenigen, die sich für die britische Geschichte interessieren
Originaltitel „The Daughter of Time“ Scotland Yard Inspector Alan Grant liegt, nach einem schweren Unfall, im Krankenhaus - und langweilt sich fast zu Tode. Da er von Gesichtern fasziniert ist, bringt ihm eine gute Freundin einige Portraits bekannter Persönlichkeiten vorbei, mit denen er sich zum Zeitvertreib befassen kann. Mit dabei auch ein Portrait von Richard III. (1452 - 1485) - in die englische Geschichte eingegangen, als Tyrann und Mörder seiner eigenen Neffen. Doch Grant bekommt Zweifel, denn das Gesicht des Königs macht auf ihn nicht den Eindruck eines Verbrechers. Also stürzt Grant sich - den Mustern der guten Polizeiarbeit folgend - in die Ermittlungen. Doch kann er weder einen Tatort besichtigen, noch kann er Beweise sicher stellen oder Fingerabdrücke sammeln. Alles, was ihm bleibt, sind Zeugenaussagen, in Form historischer Aufzeichnungen. Doch, wie verlässlich sind diese? Schnell deckt er - unterstützt durch einen jungen Amerikaner, der ihn bei seinen Recherchen unterstützt, Unstimmigkeiten auf. Ihm kommen Zweifel an Motiv und Tathergang. Ein recht spannender, wenn auch eher trockener Krimi der besonderen Art, der den Leser tief eintauchen lässt, in die englische Königsgeschichte rund um das Jahr 1500 und den blutigen Streit um Krone, der zwischen der Familie York und den Tudors entfacht ist. Man lernt so einiges, wird jedoch teilweise auch sehr überfrachtet mit Namen und Fakten. Dabei macht es die Sache nicht leichter, dass es zahlreiche Henrys, Edwards (bzw. Eduards), Elisabeths und Richards gibt - von weiteren verwickelten Personen abgesehen. Hier und da sind einige Längen zu überwinden, insgesamt jedoch ein historischer Krimi der besonderen Art, in der Tradition des „armchair detective“, wie etwa Sherlock Holmes oder Nero Wolfe. Der Inspector jagt den Verbrechern nicht hinterher (sind sie doch eh alle tot), sondern deckt die Wahrheit über reine Recherchen auf, indem er Fakten von Lügen trennt - und Hörensagen von Augenzeugenberichten. Und plötzlich zeichnet sich ein anderes Bild von Richard III. Und die eigentlichen Verbrecher tauchen aus anderer Richtung auf. Zudem wird immer fraglicher, ob es das Verbrechen so überhaupt gegeben hat… Von meiner Seite 3/5 Sternen, da hier und da doch etwas sehr zäh und teilweise redundant; zudem wird sehr viel Wissen vorausgesetzt, was den Lesefluss teilweise sehr hemmt. Doch dann auch wieder sehr spannend und erhellend. Für den Krimifreund auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
💛💛💛💛💛💛💛💛💛💛 Welches Buch hat euch zuletzt überrascht? 💛💛💛💛💛💛💛💛💛💛💛 Die kleine Jenny ging einmal zu einer Veranstaltung, 3h zu früh... Was tun in der langen Wartezeit? Natürlich den erst besten Bücherladen stürmen. Da ich im Kopf schon zu sehr in meinem Regenbogenfeed festhing und mir noch ein Bich für gelb gefehlt hat, hab ich nur Bücher mit dieser Farbe angefasst. Und ausgesucht hab ich mir dann "Alibi für einen König". In diesem Roman, der bereits 1951 erstmalig erschienen ist, treffen wir auf einen Polizisten welcher aufgrund eines Unfalls das Bett hüten darf. Um die langweile zu vertreiben bringt ihn eine Freundin Gemälde vorbei. Von historischen Persönlichkeiten welche alle ihre Geheimnisse haben. Aus diesem Haufen sucht er sich ausgerechnet die des Richards lll. aus. Bevor ich zu Fantasy, Thrillern oder anderen Genres kam, hab ich viele (seeeehr viele) Jahre ausschließlich historische Romane gelesen. Und besonders die Geschichte Englands hat mich immer interessiert. Und nach wie vor behaupte ich das Richard mein Lieblingskönig ist und die Welt ihn völlig falsch darstellt. Und endlich halte ich ein Buch in der Hand welches mich darin bestätigt 😭 Gott, wie hab ich es geliebt. Die Analysen der Zeit und Geschehnisse. Was ist wirklich mit den zwei Prinzen im Tower passiert? Ganz auflösen werden wir es nie können. Der Ansatz, welcher hier, sehr logisch, dargelegt wurde ist aber nachvollziehbar. Und erlöst mein kleines Steinherz etwas. Gern mehr davon, viel mehr davon. Ich habs geliebt und kann es nur empfehlen. Cosy Crime mit historischem Wissen vermengt. Allerdings sollte man sich in der Geschichte schon etwas auskennen, ansonsten wird man gern einmal erschlagen von den vielen Namen.

3.5* Das Buch beginnt mit der Leichtigkeit im Schreibstil und dem augenzwinkernden Humor, den ich aus „Wie ein Hauch im Wind“ kannte und endet auch so. Mittendrin ist’s durchgehend interessant, aber es zwang mich auch, mich im Second Screen mit englischer Geschichte auseinanderzusetzen. Am Ende hab ich viel gelernt über englische Geschichte und insbesondere über Geschichtsschreibung. Es ist wirklich faszinierend, dass die Autorin all diese Erkenntnisse in einen Grant-Krimi gelegt hat, statt ein populärwissenschaftliches Geschichts-Buch zu schreiben. Das war nicht der beste Krimi, den ich je las (laut Klappentext in England zum besten Krimi aller Zeiten gewählt), aber er war einzigartig und ich bin froh, ihn gelesen zu haben. Ich mag den Stil der Autorin und ihren deutlichen Sinn für Humor. Offensichtlich nimmt sie sich selber nicht zu ernst - und den Literaturbetrieb des Jahres 1951 auch nicht, wie das erste Kapitel beweist. ;-) (Und auch das populärwissenschaftliche Geschichtsbuch zum Thema wird am Ende noch zum Thema..) „Nur“ 3,5 Sterne wegen des teilweise schweren Mittelteils mit einem Haufen Edwards und Eduards aus der englischen Geschichte - britischen Lesern fällt der Zugang da sicher leichter. Aber immer noch ne Empfehlung von mir. Und ich weiß schon einen Shakespeare-Fan, dem ich das Buch schenken werde..:-))
Ein neuer Blick für mich auf Richard III
Obwohl außen ein Aufkleber prangte mit „In England zum besten Krimi aller Zeiten gewählt“ war das Buch für mich eher eine lehrreiche Geschichtsstunde. Denn hier wird meine wohl auch durch Shakespeare vorgefertigte Meinung auf Richard III komplett über den Haufen geworfen. Und das von einem fiktiven Scotland Yard Mitarbeiter, der aus Langeweile vom Krankenbett aus den schändlichen Mord an den Prinzen im Tower neu aufrollt. Das Buch selbst wurde bereits 1951 geschrieben, wirkt also in der Sprache Teil auch etwas altertümlich. Bleibt aber immer spannend, weil die die Rosenkriege Englands und die darauf folgenden Tudor Herrschaft definitiv viel interessantes bereit hält.
Ich habe mir ja vorgenommen, mich weniger durch Bücher zu quälen, wenn es einfach nicht passt. So habe ich bei diesem Krimi nach einem Viertel die Reißleine gezogen. Worum geht es? Inspektor Alan Grant liegt im Krankenhaus und langweilig sich. Die Kacheln an der Decke hat er nun rauf und runter gezählt, sein unruhiger Geist braucht Nahrung. Eine Bekannte bringt ihm Bilder von historischen Persönlichkeiten mit, um die sich gewisse Mythen ranken oder bei denen nicht alle Rätsel gelöst sind. Am Ende bleibt Grants Blick auf Richard III haften. Denn Alan Grant rühmt sich, Gesichter gut lesen zu können - doch bei diesem König liegt er daneben. Der Inspektor kann in dem Gesicht keinen Mörder erkennen. Ja, und auf den nächsten 250 Seiten werden anschließend die Stammbäume und Verflechtungen des englischen Adels analysiert und diskutiert, ob der gute Mann nun zwei Kinder ermordet habe oder nicht. Und ich war nach dem fünften Kapitel einfach raus. Dies ist definitiv ein Krimi für Liebhaber. Ich habe mich enorm schwergetan mit dem Thema und es fesselte mich auch überhaupt nicht auf dem Detaillevel. Im Gegenteil, mit jedem neu auftauchenden Adligen stieß ich einen weiteren Seufzer aus. Von daher, nicht mein Fall, im wahrsten Sinne des Wortes - ich lege das Buch wieder zur Seite. Egal, wie gelobt der Krimi wird und welche Preise er abgeräumt hat
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Josephine Tey ist das Pseudonym der schottischen Autorin Elizabeth MacKintosh (1896–1952), die vor allem für ihre Kriminalromane bekannt geworden ist. Mit dem Schreiben begann sie, nachdem sie ihre Arbeit als Sportlehrerin aufgeben musste, um ihre Mutter zu pflegen, die an Krebs erkrankt war. Nach deren Tod kümmerte sich Tey um den Vater und blieb auch danach in ihrem Elternhaus wohnen. Tey lebte sehr zurückgezogen, mied Interviews und öffentliche Auftritte. Sie starb im Alter von 55 Jahren während einer Reise nach London. Ihr Roman Alibi für einen König wurde von der englischen Autorenvereinigung Crime Writers’ Association zum besten Kriminalroman aller Zeiten gewählt und 1969 mit dem Grand prix de littérature policière ausgezeichnet.
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Wahrheit?
Der Titel The Daughter of Time hat mich sofort begeistert – Die Tochter der Zeit ist die Wahrheit. Schon darin liegt die zentrale Idee des Romans: Mit der Zeit kommt die Wahrheit ans Licht. Der Roman von Josephine Tey (1951) hinterfragt früh das bekannte Bild von Richard III als grausamen Usurpator. Inspector Grant untersucht während eines Krankenhausaufenthalts historische Quellen und entwickelt eine überraschend logische Neubewertung – genau das macht das Buch so überzeugend. Sprachlich fand ich es nicht ganz einfach, und ohne Interesse an Richard III. ist es vermutlich schwer zugänglich. Mir hat mein Vorwissen geholfen, u. a. durch The King’s Grave von Philippa Langley sowie die Serien The White Queen und The White Princess nach Philippa Gregory. Insgesamt sehr interessant – auch wenn nicht alles hängen bleibt, die Idee des Hinterfragens aber schon. Früher wurde sogar von einem Historiker (!) behauptet, dass Richard zwei Jahre im Mutterleib gefangen war und mit Zähnen und schulterlangen Haaren auf die Welt kam…
Krimi von 1951. In England zum besten Krimi aller Zeiten gewählt. Diese Euphorie kann ich nicht ganz teilen, da es für mich mehr von einer lehrreichen Geschichtsstunde hatte als von einem Krimi. Die Idee, einem Rätsel der Geschichte 400 Jahre später auf den Grund zu gehen, fand ich unheimlich spannend. Dass da aber so eine Fülle an Informationen auf mich zukommt, damit hatte ich nicht gerechnet. Mir wurden Jahreszahlen, Zusammenhänge der bedeutendsten englischen Familien und historische Fakten um die Ohren gehauen, dass es nur so geraucht hat. Ich war absolut überfordert. Erst, als ich nicht mehr versucht habe, alles verstehen zu wollen, wurde es besser. Zum Glück war es nicht nötig, meine Geschichtslücken durch Googeln aufzubessern, um dem eigentlichen Plot folgen zu können. Für Liebhaber der englischen Geschichte absolut geeignet! Für Krimifans eher nicht so.
Nach einer missglückten Verfolgungsjagd liegt Inspektor Alan Grant im Krankenhaus und langweilt sich zu Tode. Eine Freundin rät ihm, sich an einem historischen Fall zu versuchen und versorgt ihn mit Porträts berühmter Persönlichkeiten. Beim Anblick Richard III., der seine Neffen ermordet haben soll, muss Grant stutzen: Keineswegs die Visage eines Mörders, befindet der erfahrene Polizist und beschließt, den über 400 Jahre alten Fall noch einmal aufzurollen. Meine Meinung: Optisch, sowie sprachlich ist das Buch in Ordnung. Allerdings würde ich es nicht wirklich als Krimi bezeichnen. Die Autorin präsentiert zwar eine Lösung des Falls, diese beruht jedoch eher auf Mutmaßungen. Zum Wahrheitsgehalt des Buches kann ich nicht viel sagen. Es basiert definitiv auf historische Fakten, allerdings vermute ich, dass gewisse Sachverhalte weggelassen wurden, um Richard III. klar und deutlich zu entlasten. Die Geschichte selbst ist nicht sonderlich spannend, regt aber zum Nachdenken an. Handlung gibt es kaum. Der Inspektor hütet von der ersten Seite an das Krankenbett und erhält regelmäßig Besuch. Es folgen tiefgründige Gespräche, Ausschnitte von Geschichtsbüchern oder Briefen und ausführliche Überlegungen zu bestimmten Sachverhalten. Das Buch, sowie die Untersuchung des Mordfalls enden mit der Genesung des Inspektors. Fazit: Lesenswerte für diejenigen, die sich für die britische Geschichte interessieren
Originaltitel „The Daughter of Time“ Scotland Yard Inspector Alan Grant liegt, nach einem schweren Unfall, im Krankenhaus - und langweilt sich fast zu Tode. Da er von Gesichtern fasziniert ist, bringt ihm eine gute Freundin einige Portraits bekannter Persönlichkeiten vorbei, mit denen er sich zum Zeitvertreib befassen kann. Mit dabei auch ein Portrait von Richard III. (1452 - 1485) - in die englische Geschichte eingegangen, als Tyrann und Mörder seiner eigenen Neffen. Doch Grant bekommt Zweifel, denn das Gesicht des Königs macht auf ihn nicht den Eindruck eines Verbrechers. Also stürzt Grant sich - den Mustern der guten Polizeiarbeit folgend - in die Ermittlungen. Doch kann er weder einen Tatort besichtigen, noch kann er Beweise sicher stellen oder Fingerabdrücke sammeln. Alles, was ihm bleibt, sind Zeugenaussagen, in Form historischer Aufzeichnungen. Doch, wie verlässlich sind diese? Schnell deckt er - unterstützt durch einen jungen Amerikaner, der ihn bei seinen Recherchen unterstützt, Unstimmigkeiten auf. Ihm kommen Zweifel an Motiv und Tathergang. Ein recht spannender, wenn auch eher trockener Krimi der besonderen Art, der den Leser tief eintauchen lässt, in die englische Königsgeschichte rund um das Jahr 1500 und den blutigen Streit um Krone, der zwischen der Familie York und den Tudors entfacht ist. Man lernt so einiges, wird jedoch teilweise auch sehr überfrachtet mit Namen und Fakten. Dabei macht es die Sache nicht leichter, dass es zahlreiche Henrys, Edwards (bzw. Eduards), Elisabeths und Richards gibt - von weiteren verwickelten Personen abgesehen. Hier und da sind einige Längen zu überwinden, insgesamt jedoch ein historischer Krimi der besonderen Art, in der Tradition des „armchair detective“, wie etwa Sherlock Holmes oder Nero Wolfe. Der Inspector jagt den Verbrechern nicht hinterher (sind sie doch eh alle tot), sondern deckt die Wahrheit über reine Recherchen auf, indem er Fakten von Lügen trennt - und Hörensagen von Augenzeugenberichten. Und plötzlich zeichnet sich ein anderes Bild von Richard III. Und die eigentlichen Verbrecher tauchen aus anderer Richtung auf. Zudem wird immer fraglicher, ob es das Verbrechen so überhaupt gegeben hat… Von meiner Seite 3/5 Sternen, da hier und da doch etwas sehr zäh und teilweise redundant; zudem wird sehr viel Wissen vorausgesetzt, was den Lesefluss teilweise sehr hemmt. Doch dann auch wieder sehr spannend und erhellend. Für den Krimifreund auf jeden Fall eine Leseempfehlung!
💛💛💛💛💛💛💛💛💛💛 Welches Buch hat euch zuletzt überrascht? 💛💛💛💛💛💛💛💛💛💛💛 Die kleine Jenny ging einmal zu einer Veranstaltung, 3h zu früh... Was tun in der langen Wartezeit? Natürlich den erst besten Bücherladen stürmen. Da ich im Kopf schon zu sehr in meinem Regenbogenfeed festhing und mir noch ein Bich für gelb gefehlt hat, hab ich nur Bücher mit dieser Farbe angefasst. Und ausgesucht hab ich mir dann "Alibi für einen König". In diesem Roman, der bereits 1951 erstmalig erschienen ist, treffen wir auf einen Polizisten welcher aufgrund eines Unfalls das Bett hüten darf. Um die langweile zu vertreiben bringt ihn eine Freundin Gemälde vorbei. Von historischen Persönlichkeiten welche alle ihre Geheimnisse haben. Aus diesem Haufen sucht er sich ausgerechnet die des Richards lll. aus. Bevor ich zu Fantasy, Thrillern oder anderen Genres kam, hab ich viele (seeeehr viele) Jahre ausschließlich historische Romane gelesen. Und besonders die Geschichte Englands hat mich immer interessiert. Und nach wie vor behaupte ich das Richard mein Lieblingskönig ist und die Welt ihn völlig falsch darstellt. Und endlich halte ich ein Buch in der Hand welches mich darin bestätigt 😭 Gott, wie hab ich es geliebt. Die Analysen der Zeit und Geschehnisse. Was ist wirklich mit den zwei Prinzen im Tower passiert? Ganz auflösen werden wir es nie können. Der Ansatz, welcher hier, sehr logisch, dargelegt wurde ist aber nachvollziehbar. Und erlöst mein kleines Steinherz etwas. Gern mehr davon, viel mehr davon. Ich habs geliebt und kann es nur empfehlen. Cosy Crime mit historischem Wissen vermengt. Allerdings sollte man sich in der Geschichte schon etwas auskennen, ansonsten wird man gern einmal erschlagen von den vielen Namen.

3.5* Das Buch beginnt mit der Leichtigkeit im Schreibstil und dem augenzwinkernden Humor, den ich aus „Wie ein Hauch im Wind“ kannte und endet auch so. Mittendrin ist’s durchgehend interessant, aber es zwang mich auch, mich im Second Screen mit englischer Geschichte auseinanderzusetzen. Am Ende hab ich viel gelernt über englische Geschichte und insbesondere über Geschichtsschreibung. Es ist wirklich faszinierend, dass die Autorin all diese Erkenntnisse in einen Grant-Krimi gelegt hat, statt ein populärwissenschaftliches Geschichts-Buch zu schreiben. Das war nicht der beste Krimi, den ich je las (laut Klappentext in England zum besten Krimi aller Zeiten gewählt), aber er war einzigartig und ich bin froh, ihn gelesen zu haben. Ich mag den Stil der Autorin und ihren deutlichen Sinn für Humor. Offensichtlich nimmt sie sich selber nicht zu ernst - und den Literaturbetrieb des Jahres 1951 auch nicht, wie das erste Kapitel beweist. ;-) (Und auch das populärwissenschaftliche Geschichtsbuch zum Thema wird am Ende noch zum Thema..) „Nur“ 3,5 Sterne wegen des teilweise schweren Mittelteils mit einem Haufen Edwards und Eduards aus der englischen Geschichte - britischen Lesern fällt der Zugang da sicher leichter. Aber immer noch ne Empfehlung von mir. Und ich weiß schon einen Shakespeare-Fan, dem ich das Buch schenken werde..:-))
Ein neuer Blick für mich auf Richard III
Obwohl außen ein Aufkleber prangte mit „In England zum besten Krimi aller Zeiten gewählt“ war das Buch für mich eher eine lehrreiche Geschichtsstunde. Denn hier wird meine wohl auch durch Shakespeare vorgefertigte Meinung auf Richard III komplett über den Haufen geworfen. Und das von einem fiktiven Scotland Yard Mitarbeiter, der aus Langeweile vom Krankenbett aus den schändlichen Mord an den Prinzen im Tower neu aufrollt. Das Buch selbst wurde bereits 1951 geschrieben, wirkt also in der Sprache Teil auch etwas altertümlich. Bleibt aber immer spannend, weil die die Rosenkriege Englands und die darauf folgenden Tudor Herrschaft definitiv viel interessantes bereit hält.
Ich habe mir ja vorgenommen, mich weniger durch Bücher zu quälen, wenn es einfach nicht passt. So habe ich bei diesem Krimi nach einem Viertel die Reißleine gezogen. Worum geht es? Inspektor Alan Grant liegt im Krankenhaus und langweilig sich. Die Kacheln an der Decke hat er nun rauf und runter gezählt, sein unruhiger Geist braucht Nahrung. Eine Bekannte bringt ihm Bilder von historischen Persönlichkeiten mit, um die sich gewisse Mythen ranken oder bei denen nicht alle Rätsel gelöst sind. Am Ende bleibt Grants Blick auf Richard III haften. Denn Alan Grant rühmt sich, Gesichter gut lesen zu können - doch bei diesem König liegt er daneben. Der Inspektor kann in dem Gesicht keinen Mörder erkennen. Ja, und auf den nächsten 250 Seiten werden anschließend die Stammbäume und Verflechtungen des englischen Adels analysiert und diskutiert, ob der gute Mann nun zwei Kinder ermordet habe oder nicht. Und ich war nach dem fünften Kapitel einfach raus. Dies ist definitiv ein Krimi für Liebhaber. Ich habe mich enorm schwergetan mit dem Thema und es fesselte mich auch überhaupt nicht auf dem Detaillevel. Im Gegenteil, mit jedem neu auftauchenden Adligen stieß ich einen weiteren Seufzer aus. Von daher, nicht mein Fall, im wahrsten Sinne des Wortes - ich lege das Buch wieder zur Seite. Egal, wie gelobt der Krimi wird und welche Preise er abgeräumt hat
















