Cherryman jagt Mister White

Cherryman jagt Mister White

Softcover
3.532
GangNazimitläuferNotwehrProvinz

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Description

Achtzehn Jahre, Ostdeutscher, arbeitslos, Nazimitläufer – der Stoff, aus dem ein deutscher Held ist? Wie viel Gewalt erlaubt die Notwehr? Und wie schmutzig darf man sich die Hände machen beim Griff nach dem Glück?

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
176
Price
15.50 €

Author Description

Jakob Arjouni, geboren 1964 in Frankfurt am Main, veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Er war 21 Jahre alt, als sein Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya in ›Happy birthday, Türke!‹ zum ersten Mal ermittelte. Es folgten vier weitere Fälle, für ›Ein Mann, ein Mord‹ erhielt Jakob Arjouni 1992 den Deutschen Krimipreis. Sein Werk ist in 24 Sprachen erschienen. Jakob Arjouni starb 2013 in Berlin.

Posts

4
All

"Ich war wie ein Tier im Käfig, das nicht wusste, ob es raus will oder drinbleiben soll." •

Uff. Dieses Buch hat sehr viele widersprüchliche Gefühle in mir hervorgerufen, weil ich meine Ansichten und Gedanken selbst hinterfragt habe und es so konfus für mich war, vieles nachvollziehen zu können, auch wenn es aus logischer Sicht falsch ist. Aber am Ende ist man doch nur Mensch und es gibt eben nicht nur schwarz oder weiß, nicht? • Wir begleiten hier den 18-jährige Rick, ein Außenseiter,der in einem tristen Vorort von Berlin lebt. Auf der Suche nach Anerkennung und einem Ausweg aus seiner Perspektivlosigkeit nimmt er eine Lehrstelle in einer Gärtnerei in Berlin an. Doch diese entpuppt sich als Tarnbetrieb einer rechtsextremen Gruppe. Rick wird immer tiefer in die Szene hineingezogen und gezwungen, gefährliche Aufgaben zu übernehmen, darunter das Ausspionieren eines jüdischen Kindergartens. Der Roman schildert Ricks Abstieg in einen Strudel aus Gewalt und Verzweiflung, bis die Situation schließlich in einer schrecklichen Tat eskaliert. „Cherryman jagt Mister White“ ist als Bericht von Rick an einen Psychologen verfasst, vor dem Hintergrund seiner Gerichtsverhandlung. Der Roman beleuchtet die Themen Gewalt, gesellschaftliche Isolation, Rechtsextremismus und die Frage nach Schuld und Verantwortung. • Ricks Geschichte zeigt uns, dass je nachdem in welcher Perspektive man steht und aus welcher Sicht man einen Fall betrachtet, etwas nicht 100% gut oder 100% schlecht ist. Er zeigt uns, wie es sein kann, durch psychischen - in Kombination mit physischen - Missbrauch (Drohungen, Gewalt), in eine Sparte rein zu rutschen, in die man nicht wollte, aber aus Angst auch nicht mehr raus kommt. Das etwas eben NICHT so einfach ist, wie es sich in Gedanken anderer anhört. • Es ist das erste Mal, dass ich nicht Mal sagen kann, was ich gut oder schlecht fand, weshalb es auch keine Sterne gibt. Grundsätzlich würde ich das Werk aber durchaus auf jeden Fall als gut betiteln, wenn man gerne über gesellschaftlich kritische Themen liest & diskutiert. Wenn man nicht zu weich für die Wahrheit und den ernst dahinter ist. Denn sonst bin ich sicher, ist es nicht geeignet. Es ist so gut geschrieben, dass es einem das Gefühl gibt, die Geschichte sei Real. • Ich bin froh, dass ich's gelesen habe, aber auch, dass ich fertig bin. •

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Lebendig. Träumerisch. Bittersüß.

Protagonisten denen man gerne auf der Spur ist. Wendungen der Handlung die man nicht kommen sieht. Gedanken die um die Ecke zu blicken scheinen. Am Ende ein twist, der uns sprachlos macht. Der Autor Jakob Arjouni schrieb so gelassen, wir folgen ihm auf Schritt und Tritt, fiebern mit, feuern an, weil es uns so einfach gemacht wird, wir uns so nah und mittendrin fühlen. Eine kurze Geschichte für Fans von Kriminalroman und Superhelden und coming of age gleichermaßen.

Lebendig. Träumerisch. Bittersüß.
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Die Bücher von Jakob Arjouni sind gewollt unangenehm. Das genau mag ich an ihm, dennoch musste ich leer schlucken, als bereits auf den ersten Seiten von „Cherryman jagt Mister White“ eine Katze getötet wird. Ich bin wohl etwas aus der Arjouni-Übung. Danach war ich wieder mittendrin und wieder einmal zeigte mir Arjouni, weshalb ich seine Bücher mag. Denn auch in diesem kurzen Weg stellt der Autor unsere Ansicht von Gut und Böse auf den Kopf. In diesen Bücher gelangen wir nicht eine mystische Fantasy-Welt, sondern landen knallhart auf dem Beton der Realität. Hätten wir von Ricks Fall aus den Medien gehört, wäre für uns die Sache einfach: Nazi will jüdischen Kindergarten in die Luft jagen. Dafür war die Sache ganz anders. Rick schildert in seinen Berichten an Dr. Layton, wie es tatsächlich dazu kam, dass der Junge die Kinder sogar gerettet hat. Man kann darüber diskutieren, ob Rick die Stelle gar nicht hätte annehmen sollen. Aber nach der Szene mit der Katze wissen wir, dass diese Leute nicht scherzen, wenn sie Rick damit drohen, die über 80-jährige Tante zu bedrohen. Ausserdem weiss ich aus eigener Erfahrung, wie verzweifelt man ist, wenn man jahrelang auf der Suche nach einer Stelle ist. Rick zeigt uns den Menschen in uns allen. Ja, Rick mag Superhelden, das tun wir doch alle. Doch die meisten von uns sind eben nur das, was wir sind: Menschen. Keine Superhelden mit Superkräften. Schlussendlich zeigt Rick aber auch, was passieren kann, wenn man jemanden so sehr in die Ecke drängt, dass Angriff plötzlich die beste Verteidigung ist. Nein, Rick ist kein Held, er ist der nette Junge von nebenan, der in der falschen Nachbarschaft gelandet ist, immer das Opfer, bis irgendwann Schluss ist. Aus dem Text geht mehr und mehr hervor, wie jung der Protagonist eigentlich ist. Ja, ich mag Rick und mag ihn immer noch, auch nach seiner letzten Tat. Arjouni steigt über das Schwarz-Weiss-Denken hinweg und setzt sich mit den Umständen auseinander, die einen netten Menschen zum Mörder werden lassen. Ein Mord als einfache Tat ist verabscheuungswürdig. Doch was, wenn er damit anderen das Leben gerettet hat? Plötzlich ist unsere Ansicht auf das Leben gar nicht mehr so einfach, wie wir es oft gerne hätten.

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Achtung kann Spoiler enthalten!!! Dieses Buch entspricht nicht meinem lese Geschmack Das Ende finde ich sehr brutal und unnötig (dass er die Freundesgruppe auch ermordet) Diese Geschichte könnte ähnlich im echten Leben vorkommen, aber weniger schlimm.

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