Brief einer Unbekannten

Brief einer Unbekannten

Hardback
4.291
KunstmarkIdentitätGeliebteStadt

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Description

Eine Liebe wie ferne Musik Als der Wiener Schriftsteller R. an seinem 41. Geburtstag seine Post durchsieht, ahnt er noch nichts von dem Brief, der ihn am Ende überwältigt zurücklassen wird. Überschrieben ist er mit: »Dir, der Du mich nie gekannt«. Zeile um Zeile erkennt der Schriftsteller, dass ihn sein Leben lang eine Frau begleitet hat, die er nicht kannte, deren ganzes Sein sich aber einzig um ihn gedreht hat. Es kam zu Begegnungen, die er glaubt, nur geträumt zu haben, die mehr die Erinnerung eines Gefühls als eine tatsächliche Erinnerung sind. Stefan Zweigs Novelle ist ein Blick in die Tiefe einer verletzten Seele, eine Geschichte von unbekümmerter Ignoranz und unsterblicher Liebe.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
80
Price
8.30 €

Posts

13
All
4

«Dir, der Du mich nie gekannt. Mein Kind ist gestern gestorben»

So beginnt der Abschiedsbrief einer Frau, die sich schon als Kind in den erwachsenen Nachbarn verliebt, sich ihm aber nie wirklich offenbaren konnte. Eine unerfüllte Liebe, die erst nach Jahren, nachdem alles zu einem Ende kommt, diese Liebe, wie eine Obsession, zugeben kann. Der grosse Schriftsteller Stefan Zweig macht schon gleich am Anfang klar, worum es hier gehen wird, und lässt nicht viel Platz für irgendeine Hoffnung. Es ist eine Tragödie, für die niemand etwas kann. Liebe an sich beugt sich keinen Gesetzen, ist einfach, ohne Bedingung und somit auch ohne Anrecht auf Erwiderung. Beide Personen begegnen sich dennoch mehrmals, auch intim, nur dass sich der namenlose Nachbar stets nicht mehr erinnern kann. Dies macht die Einseitigkeit dieser Liebe noch deutlicher und tragischer. Das 1922 zum ersten Mal erschienene Werk besticht durch seine Konsequenz, in Belangen der Liebe aber auch das Fehlen jeglicher Hoffnung. Die alte, aber keinesfalls schwerfällige Sprache ist eine Bereicherung und transferiert eine Sensibilität, die man der Schreiberin gerne attestiert. Wir fühlen uns direkt angesprochen; wir, zwar nur Beobachter aber auch gleichzeitig scheinbar die Empfänger dieses Briefes. Es muss bei der Wahl eines Klassikers klar sein, dass wir in eine andere Zeit geführt werden, in der andere Lebensumstände und -gesetze vorherrschten, komplett andere Geschlechterrollen gelebt wurden.Und natürlich auch eine andere Sprache, die zum Teil sehr blumig, wenn nicht sogar etwas überfrachtet wirken könnte. Nicht jeder Person muss das gefallen. Bemerkenswert finde ich, dass sich hier ein Mann (der Autor) in die Rolle einer Frau hineinversetzt, die sich in eine Liebesobsession verliert und bis zum bitteren Ende daran festhält. Das finde ich besonders und zeugt nach meiner Ansicht von dem nötigen Einfühlungsvermögen, welches einer solche Geschichte bedarf. Für mich der erster «Zweig», aber wohl nicht mein Letzter

4

Nicht gerade harmlos

✨ Klassiker SuB✨ Endlich habe ich eine weitere Novelle von Stefan Zweig in die Finger bekommen. Nachdem mir die Schachnovelle sehr gut gefallen hat, wollte ich mein Glück erneut versuchen und wurde nicht enttäuscht. Mein erstes Buch von ihm war vor einigen Jahren „Der Amokläufer“ und das hatte mir leider nur bedingt gefallen. Wenn Ihr Euch komplett überraschen lassen wollt, dann lest bitte nicht weiter, denn es folgen zwar keine Spoiler über den Klappentext hinaus, aber Triggerwarnungen, die einfach nicht fehlen dürfen. Die erst 13jährige Ich-Erzählerin verliebt sich in ihren 25jährigen Nachbarn. Jahre später haben die beiden eine kurze Affäre, ohne dass er weiß, dass sie das junge Mädchen von damals ist… Triggerwarnung: - Kindstot - Prostitution - Obsessive love Der Nachbar erfährt in einem Brief, den die Protagonistin ihm geschickt hat, die ganze Wahrheit. Deshalb auch der Titel der Novelle. Er kann sich bis zum Schluss nicht an sie erinnern und hatte auch keine Ahnung, welche Qualen sie durchgemacht hat wegen ihm. Ich hatte erst gedacht, dass die Geschichte zwar gut sei, aber mich eher schnell loslassen würde, was dann nicht so war. Habe sie vor etwa einer Woche gelesen und denke immer noch täglich daran 😅😅. Es ist schon sehr traurig und tragisch, hätte ich vor allem den ersten der von mir oben aufgeführten Trigger gekannt, hätte ich es evtl. nicht gelesen. Einzigartige Geschichte! Macht Euch gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️

Nicht gerade harmlos
5

Besessen.

Tatsächlich hat mir ChatGPT dieses Buch empfohlen, weil mir »Weiße Nächte« von Fjodor Dostojewski so gefiel. Die Einsamkeit & die Besessenheit von der Frau haben mich zutiefst berührt. Ich bin innerlich ungeduldig geworden, weil ich gehofft hatte, dass er sie endlich erkennt & sich erinnert. & als es dann zu spät war erkannte er sie. Super schönes Buch!

Besessen.
4

Kurz, tragisch, bewegend

Brief einer unerwidert Liebenden an den Mann ihres Lebens, dem sie immer wieder begegnet und der sich niemand sie erinnert. Tragisch und durch Zweigs wunderbare Sprache sehr bewegend.

5

„Ich weiß es, ich weiß es, mein Kind ist gestern gestorben – jetzt habe ich nur Dich [...] Nur Dich, der Du mich nie gekannt und den ich immer geliebt.“ (Zitat)

5

Muss man gelesen haben. Sehr schön. Sehr bittersweet. So ein dramatisches Gefühl der bedingungslosen und vor allem einseitigen Liebe

Muss man gelesen haben. Sehr schön. Sehr bittersweet. So ein dramatisches Gefühl der bedingungslosen und vor allem einseitigen Liebe
5

Wie fesselnd kann ein Brief sein? Stefan Zweig: Ja!

Einfach nur wow, das Ende, der Anfang, alles. Das war meine zweite Zweig Novelle und nicht die letzte! Ich sollte mich mal weiter umsehen, lest jeden falls alle, die das hier lesen, dieses kurze Werk! Eindeutige und uneingeschränkte Empfehlung!

5

Gefühlvoll und tragisch

Stefan Zweig hat mich als Autor so überrascht. Bin jetzt süchtig, will noch mehr von ihm lesen.

3.5

Locker in 2 Stunden durchzuhören. Stalkervibes. Erinnert mich ein wenig an die Leiden des Jungen Werther.

5

Schmerzhaft und treffend

Eine herzzerreißende Geschichte über ein anfangs kleines Mädchen, das sich nach Beachtung ihres Nachbars gesehnt hat, diese aber nie erfüllt bekommen hat.

4

Sehr schön geschrieben!

Ich liebe den Schreibstiel in diesem Buch. Es ist wirklich tragisch, diese unerwiderte Liebe konnte man förmlich selbst spüren. Fragwürdig fand ich jedoch, diese Obsession mit einem Mann aus der Feder eines Mannes zu lesen. Da kommt wirklich dieses alte klischeehafte Bild einer Frau zum Vorschein. Ich weiß, dass war damals eine andere Zeit, aber stören tut es mich trotzdem.

5

Nie hätte ich gedacht, dass ein Klassiker mich so einzufangen versteht. Die war mein erstes Buch von Stefan Zweig und es wird nicht das letzte gewesen sein. Beim Lesen sooft an meine eigenen inneren Gefühle erinnert worden! Danke Herr Zweig

3

Das Buch beschreibt eine einseitige Liebe, in die sich reingesteigert wird, bis sie einem nicht mehr gut tut. Trotzdem wird an ihr festgehalten, denn dies ist das einzige was Sinn ergibt, das einzige was man im Leben hat, die Obsession zu einem Mann, der einen nie bewusst wahrgenommen hat. Obwohl er sich nicht erinnert, ist er was das, was das Leben lebenswert macht. Zu starke ehrliche Liebe oder eine Ausrede zur Selbstzerstörung? Auch wenn ich dazu neige, das Extreme zu romantisieren fällt es mir hier schwer: ein Leben verloren an die Idee von jemanden. Trotzdem fasziniert mich diese Aussichtslosigkeit als literarisches Thema, genau wie das Zeichnen von Bildern mit Sprache in diesem Buch: "ein Erinnern, undeutlich und verworren, so wie ein Stein flimmert und formlos zittert am Grunde fließenden Wassers".

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