On Earth We're Briefly Gorgeous
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
'A marvel' Marlon James
Discover Ocean Vuong's lyrical and intimate coming-of-age novel.
This is a letter from a son to a mother who cannot read. Written when the speaker, Little Dog, is in his late twenties, the letter unearths a family's history that began before he was born. It tells of Vietnam, of the lasting impact of war, and of his family's struggle to forge a new future.
And it serves as a doorway into parts of Little Dog's life his mother has never known - episodes of bewilderment, fear and passion - all the while moving closer to an unforgettable revelation.
'Reminded me that every word can be an incantation, and that beauty does hard and important work' Rebecca Solnit
'A tender exploration of violence, migration and language' Guardian
Book Information
Posts
„Auf Erden sind wir kurz grandios“ hat mich emotional total aufgewühlt, weil Ocean Vuong Schmerz in eine unfassbar zarte Sprache packt. Mich hat die Melancholie in diesem Brief an seine Mutter, die ihn niemals lesen kann, tief berührt.
Es geht um queere Identität und die Traumata von Migration, was sich für mich beim Lesen oft wie ein schwerer Kloß im Hals angefühlt hat. Diese Mischung aus intimer erster Liebe und der harten Realität von Ausbeutung hat mich richtig mitgenommen. Sein lyrischer Schreibstil lässt mich über jede Seite ewig nachdenken, da jedes Wort so viel Gewicht hat. Es ist ein Buch, das mich wütend und traurig zugleich macht, weil es zeigt, wie sehr gesellschaftliche Gewalt unsere Körper und Biografien prägt.
poetisch und zerstörend 🌙
Puh das ist auf jeden Fall kein leichtes Buch. Ein vietnamesisch-amerikanischer Junge schreibt einen Brief an seine Mutter, obwohl sie Analphabetin ist, und erzählt ihr sein Leben aus seiner Perspektive. Das Buch thematisiert unter anderem den Krieg und seine Folgen, Migration, Sucht, schwierige Familienverhältnisse und queere Identität. Diese Themen sind nicht leicht zu lesen (TW angucken), und ich konnte vor allem anfangs nicht super viel am Stück lesen. Der Schreibstil ist dabei sehr besonders und poetisch. Die Handlung verläuft nicht linear, sondern in Schnipseln und Erinnerungen aus verschiedenen Zeiten. Manchmal war das etwas verwirrend, und ich konnte nicht genau zuordnen, was wann passiert ist. Ich würde das Buch auf jeden Fall empfehlen, wenn man gerne „slow reads“, poetische Schreibstile und bedeutungsvolle Inhalte liest, und sich für die Themen bereit fühlt.
Diesmal bin ich hin- und hergerissen. Sprache und Thema sind toll und besonders, aber die Form ist gewöhnungsbedürftig.
Man merkt das Ocean Voung sonst viel Lyrik schreibt und so gelingen ihm wunderbare und ganz eigene besondere Bilder, um Trauma und Sprachlosigkeit zu beschreiben. Dennoch hat mich die fehlende Chronologie oder sogar das jegliche Fehlen von Zeitlichkeit einiges an Dranbleiben gekostet und hat mir auch die Story teilweise schwerer als nötig gemacht. Ich habe sehr langsam gelesen aus Genuss, aber auch weil es Geduld und Aufmerksamkeit erfordert. Der Roman ist für mich ein perfektes Mittelding zwischen Prosa und Lyrik und ich mochte beides nur manchmal nicht im Wechsel. Aber das Buch hat mir eine perfekte Beschreibung gegeben wie es sich anfühlt jemanden zu betrauern, der früh gegangen ist: "I miss you more than I remember you."
Sprachlich wunderschön, inhaltlich allerdings so zerstückelt, dass ich nicht immer begriffen habe, was ich hier lese. Der Stil ist poetisch, schön und irgendwie fluide. Es werden zahlreiche zentrale Themen behandelt: Herkunft, Identität und Sexualität. Es sagt aber auch viel aus, dass ich über 1 Monat für dieses Buch benötigt habe. Im ersten 2/3 war ich irgendwie noch dabei, aber im letzten Drittel war ich dann total verloren. Irgendwo zwischen Matsch und Kühen, hab ich den Inhalt nicht mehr verstanden. Und trotzdem glaub ich, dass ich es nochmal mit Ocean Vuong probieren würde. S.11 „Ich schreibe, weil man mir gesagt hat, niemals einen Satz mit weil anzufangen. Aber ich wollte keinen Satz bilden - ich wollte freikommen. Weil Freiheit, so heißt es, nur der Abstand zwischen dem Raubtier und seiner Beute ist.“ S.75 „Es gibt so vieles, was ich dir sagen will, Ma. Ich war einmal naiv genug zu glauben, dass Wissen Klarheit schafft, doch manche Dinge sind so umflort von Zeichen und Bedeutungen, von Tagen und Stunden, Namen, die man vergessen, erhalten und abgelegt hat, dass die Wunde, nur weil man weiß, dass sie existiert, dadurch noch lange nicht freigelegt wird.“ S.76 „Der Richter, Roy Bean, führte an, dass die texanische Rechtsprechung zwar den Mord an einem Menschen verbiete, jedoch nur Weiße, Afroamerikaner oder Mexikaner als menschlich definiere. Der namenlose gelbe Körper wurde nicht für menschlich befunden, weil er nicht in ein Kästchen auf einem Blatt Papier passte. Manchmal wirst du ausgelöscht, noch bevor du die Wahl hast, zu erklären, wer du bist.
Wunderschöne Sprache!
Ein Kaleidoskop aus Erinnerungen, Gedanken, Gefühlen - in einer so wundervollen, poetischen Sprache (entsprechend sehr sehr gute Übersetzung), dass es ein wirklich besonderes Leseerlebnis war. Ich konnte nicht die ganze Zeit aufmerksam dranbleiben, deswegen vier Sterne, aber trotzdem eine Empfehlung!
Was für ein Buch, was für Themen! Kein leichtes Buch, aber sehr spannend.
. KLAPPENTEXT Ein Roman, der die amerikanische Identität neu definiert. Und der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird: Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist Analphabetin, kann kaum Englisch und arbeitet in einem Nagelstudio. Sie ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Der Sohn, ein schmächtiger Außenseiter, erzählt – von der Krankheit der Großmutter, den geschundenen Händen der prügelnden Mutter und seiner tragischen ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Ocean Vuong schreibt mit traumhafter Klarheit von einem Leben, in dem Gewalt und Zartheit aufeinanderprallen. MEINUNG Ganz ehrlich: Wäre dieses Buch nicht Teil unseres Buchclubs gewesen, hätte ich wahrscheinlich zwischendurch aufgehört. Und die zweite Wahrheit ist aber: Ich bin sehr froh, dass ich so ein bisschen “gezwungen” war, es weiter zu hören. Ocean Vuong hat seiner Hauptfigur Little Dog eine besondere Erzählstimme gegeben. Im Grunde genommen sind all das Briefe an seine Mutter, zusammen gestückelt in einem Buch. Aber es sind keine klassischen Briefe mit “Liebe… Dein…”, oder die eine Geschichte immer komplett erzählen. Vielmehr sind es Ausschnitte und Erinnerungen, die ausformuliert sind. Genau das hat auch zu einem sehr poetischen Stil geführt. Das Buch zu lesen, ist mir etwas schwer getan, zum Anhören (bei einer Tätigkeit, bei der man auch gut zuhören kann), war es aber super. Auch, weil es wirklich gut vorgelesen war. Faszinierend fand ich, dass man beim Lesen/Hören die ganze Zeit denkt, dass es autobiografisch ist - meines Wissens nach, ist das aber nicht so. Durch die Direktheit in den Briefen und die Eindrücklich und Nähe, in der erzählt wird, entsteht dieser Eindruck aber sehr. Genau diese Schilderungen gehen oft wirklich nahe und hallen nach. Ich finde insbesondere auch deshalb, weil Little Dog selber in einem Brief schreibt, dass er das nur aufschreibt, weil seine Mutter das wahrscheinlich selbst nie lesen können wird - dementsprechend ehrlich und zum Teil auch genau waren die Beschreibungen. Insgesamt sind viele Bilder zurückgeblieben. Es waren spannende Gedanken und Beschreibungen. Ein für mich sehr eindrückliches Buch.

Wunderbar! 🦋
Ein ganz besonderes Buch. Ich konnte es nicht weglegen, weil die behandelten Themen (Kriegstraumata, Migration, schwierige Familienverhältnisse, Sucht, queere Identität, ...) sehr bewegend sind. Der Schreibstil ist so poetisch und besonders (Schmerz wird in eine unfassbar zarte Sprache verpackt), weshalb ich sicherlich noch lange an diese Geschichte denke werde.
Man sagt, jede Schneeflocke sei anders – doch der Schneesturm, er hüllt uns trotzdem ein
Ocean Vuongs Roman Auf Erden sind wir kurz grandios hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Der Einstieg gelingt mühelos, die poetische Sprache zieht unmittelbar in die Erzählwelt hinein und entfaltet schnell eine große emotionale Wirkung. Die Lebensgeschichte des Protagonisten ist tief berührend und von den Alltagserfahrungen einer Einwandererfamilie geprägt, die Rassismus, Diskriminierung und soziale Unsicherheit erlebt. Besonders eindrücklich ist der familiäre Zusammenhalt, der nicht idealisiert wird, sondern als notwendige Grundlage des Überlebens erscheint. Auf Erden sind wir kurz grandios ist ein intensiver, eindringlicher Roman, der durch seine sprachliche Kraft und emotionale Tiefe lange nachwirkt.
Schön und schwer gleichzeitig.
Ich muss zugeben das ich mich mit dem Buch ein wenig schwer getan habe. XD An vielen Stellen ist das Buch sehr poetisch und Gefühlvoll geschrieben und an anderen Stellen ist es ehr langweilig und zieht sich ein wenig. Wir folgen hier dem Protagonisten Little Dog, wie er an seine Analphabetische Mutter einen Brief schreibt. In der Geschichte beschreibt er die Beziehung zu seiner Mutter, zärtlich und gewalttätig zugleich. Zusätzlich erklärt er das aufwachsen als Queerer Teenager in den USA. Seine Mutter ist selber das Bauernkind von seiner Großmutter Lan, welche mit dem Amerikanischen Soldaten Paul zusammen verheiratet ist und nun in Amerika lebt. Die beiden Frauen sprechen kein Englisch und zugleich müssen sie auch noch die furchtbaren Ereignisse des Krieges verarbeiten. Während ich die echt heftige Traumatisierung der beiden Frauen, schrecklich finde und mir die Geschichte auch sehr nah ging, muss ich zugeben das mein Lesefluss oft dadurch beeinträchtigt wurde das mein Wissen über den Krieg nicht ganz so doll vorhanden ist wie das Buch von dir verlangt. Man muss definitiv mit Vorwissen in das Buch starten sonst könnten einige Passagen ehr anstrengend zu lesen sein. Aber jetzt weiss ich, dass ich diesbezüglich eine Wissenslücke zu füllen habe! Ich fand das Buch allgemein aber sehr interessant!
Lebenshighlight Das ist eines dieser Bücher, die nicht einfach gelesen werden, sondern sich festsetzen. Sprachlich ist das auf einem Niveau, das fast weh tut: jeder Satz präzise, zart und brutal zugleich… WIE KANN MAN SO SCHREIBEN??? Formal als Brief geschrieben, kreist der Text um Erinnerung, Herkunft, Gewalt, Begehren und Sprache selbst und darum, wie unmöglich es manchmal ist, geliebte Menschen wirklich zu erreichen. Das Buch ist leise, aber gnadenlos. Nichts wird erklärt, nichts geschont. Leise und trotzdem zieht sich der Text in jede Faser deines Körpers. Setzt sich fest. Lässt dich nicht los. Es fühlt sich stellenweise eher wie gelebte Erinnerung und nicht wie Fiktion an. Und genau das macht es so stark: Diese Nähe, diese Verletzlichkeit, diese Konsequenz im Schreiben.
Ist mir über den Kopf gestiegen 🤷🏾♂️
Das buch behandelt sehr schwierige Themen auf sehr schöner poetischer und metaphorischer weise. Allerdings ist es sehr Bruchstückig, und zeitlich so versetz geschrieben,das es schwer aufzunehmen ist. Man hat das Gefühl irgendwie eine ganze Geschichte von jemandem mitbekommen zu haben und wiederum nicht. Ich persönlich konnte es kaum erwarten fertig mit dem Buch zu werden. Wie Hausaufgaben

"Our mother tongue, then, is no mother at all - but an orphan. Our Vietnamese a time capsule, a mark of where your education ended, ashed. Ma, to speak in our mother tongue is to speak only partially in Vietnamese, but entirely in war." Little Dog, der Sohn einer Vietnamesin, die das Kind eines vietnamesischen Bauernmädchens und eines amerikanischen Soldaten ist, schreibt Briefe an seine Mutter, die sie nie lesen wird, da sie Analphabetin ist. Er schreibt über die Gefühle zu seiner Mutter, die zugleich gewaltvoll als auch zärtlich zu ihm ist, und über sein Aufwachsen als Kind mit vietnamesischen Wurzeln und queerer Teenager in den USA. Ich habe die Kapitel des Buches als sehr unterschiedlich empfunden, teilweise waren sie sehr schön, sehr poetisch und auch informativ, teilweise aber auch sehr langweilig und banal. Viel Hintergrundwissen zum amerikanischen Krieg in Vietnam wird auch nicht gegeben, das sollte man eher mitbringen. Daher kann ich die sehr sehr guten Bewertungen nicht nachvollziehen, für mich war es ein stellenweise interessantes Buch, daher am Ende 3,5 Sterne. Dennoch ein schönes, wenn auch trauriges, Zitat zum Abschluss: "Two languages cancel each other out, ...., beckoning a third. Sometimes our words are few and far between, or simply ghosted. In which case the hand, although limited by the borders of skin and cartilage, can be that third language that animated where the tongue falters." Naiverweise dachte ich, zweisprachig aufzuwachsen, wäre immer eine Bereicherung, aber in dem Fall von Little Dog, in dem seine Mutter und Großmutter nicht (gut) die Sprache des Landes, in dem sie leben, sprechen, und sein Großvater nicht die Sprache seiner Großmutter, wird dies nicht nur zur Sprachbarriere, sondern gefühlt für ihn löschen sich die beiden Sprachen gegenseitig.
“……nur der Umstand, dass es dir nicht möglich ist, all das zu lesen, macht es mir möglich, es zu erzählen.”
Auf Erden sind wir kurz grandios ist ein sprachlich beeindruckender Roman, der vor allem durch seine poetische Kraft besticht. Ocean Vuong erzählt in intensiven, oft sehr bildhaften Passagen von Familie, Trauma, Identität und Migration. Viele einzelne Szenen und Erinnerungen sind eindringlich und bleiben lange im Kopf – manche Abschnitte lesen sich fast wie eigenständige Gedichte. Allerdings erschweren die häufigen Sprünge in der Erzählung den Lesefluss. Man wird immer wieder aus dem Moment herausgerissen, und stellenweise entsteht das Gefühl, dass Zusammenhänge fehlen oder nur angedeutet werden. Die fragmentarische Struktur passt zwar zur emotionalen Zerrissenheit der Figur, kann aber auch verwirrend wirken.
Dieses Buch gräbt sich ganz langsam in deinen Körper, damit du jede einzelne Zeile spürst
Zwischen diesen Seiten findet man nicht nur eine Geschichte, die einen zutiefst berührt, man findet mehrere. Aufzuwachsen zwischen Generationstraumata, Kriegserfahrungen, Rassismus und Substanzen die Menschen verändern, kann ein Kind auf verschiedenste Weisen prägen. Wie gehen wir mit Zeiten um, die einen herausfordern und einen daran zweifeln lassen, wer man wirklich ist? Vuongs Schreibstil lädt dazu ein, sich Sätze auf der Zunge zergehen zu lassen und vieles zu hinterfragen. Selten habe ich etwas gelesen das so wunderschön und zerstörerisch zugleich ist.
Poesie und Roman in einem
Es fällt mir schwer dieses Buch zu bewerten. Ich habe mit ihm gekämpft und es ebensosehr verschlungen. Es ist wie ein Mosaik aus Erinnerungen, Versen, surrealen Elementen und autobiographischer Erzählung. In manchen Passagen ist man den Chaos ausgeliefert und kann nur erahnen worum es gerade geht und im nächsten Moment zieht einen die Erzählung wieder so stark in den Bann, dass man das Buch nicht weglegen kann. Dieses Werk ist wie das Leben. Man muss sich durchkämpfen aber es lohnt sich ✨
Es gibt Bücher, in die verliebt man sich vom ersten Satz an, und dann ist es eigentlich egal, was sie einem erzählen - man mag sie so oder so. Über die ersten Seiten dachte ich, dies hier wäre so ein Buch. Ich mochte die Erzählstimme, die Bilder und fand einige der beschriebenen Episoden sehr eindrücklich. Auf Dauer wurde es dann aber doch eine enttäuschte Liebe: - Mehr und mehr der Bilder passten für mich nicht ganz, immer mehr habe ich auch nicht wirklich verstanden. Irgendwann wurden es mir dann auch zu viele Themen, die angerissen wurden: Rassismus, Drogenprobleme, Queerness, Kriegstraumata über mehrere Generationen, Gewalt, Sprache, Sprachlosigkeit, Wirtschaftskrise, Prekäre Berufe,... (ich habe sicher einiges vergessen) Jedes Thema für sich spannend - so geballt etwas erschlagend. Es war, als habe sich der Autor seine - ja was eigentlich? Wut? Trauer? Suche nach Hoffnung? - von der Seele geschrieben und dabei immer noch etwas mehr gefunden, was ihn bewegt, und sich damit weiter von seiner eigentlichen Erzählung entfernt. Einzelne Szenen fand ich wirklich gut: z. B. der Versuch Ochsenschwanz zu kaufen, die Tabakernte,... als Ganzes wurde es mir aber zu viel.
Mein BUCH DES JAHRES 2026
Gründe: 》Ich fing an und KONNTE nicht mehr damit aufhören, bis zum Ende. 》Es ging mir wirklich unter meine Haut. 》Kandidat für ein Re- reading. 》Es brachte und bringt mich noch immer zum Nachdenken. Meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG. ABER: ausschließlich für +18-🌈 QUEER- OFFENE- NICHT Zartbesaitete Leser*\innen, es ist nämlich Stellenweise sehr brutal!!!

Nicht so ganz das, was ich erhofft hatte 😕
Dieses Buch ist ja sehr gehyped und bis zu einem gewissen Grad kann ich dieses auch verstehen aber es hat mich nicht so abgeholt wie ich gehofft hatte. Das Stilmittel ist sehr poetisch und auch wunderschön geschrieben aber ich hatte sehr große Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen. Ich war ca. bei 65% wo ich einigermaßen drinne war. War eher ein Vielleicht bis nein.
Vor allem die blumige Sprache des Autors macht einen großen Teil dieses Buches aus. Was mich am Anfang noch etwas genervt hat wurde mit der Zeit immer interessanter und hat dafür gesorgt, dass man sich sehr gut in die Haupfigur hineinversetzen konnte. Es ist faszinierend wie der Autor mit Wortschöpfungen und in anderem Zusammenhang angewendet Worten die Geschichte und Gefühle des Protagonisten greifbar und verständlich macht. Die Geschichte selbst ist dadurch traurig und gleichzeitig schön.
Platz 48 NYT Bestseller Liste Readers Choice
Ein schweres Buch. Sprachlich wie emotional. Auf Erden sind wir kurz grandios liest sich wie ein innerer Monolog im Ausnahmezustand – zart und brutal, zerrissen und übervoll. Es gibt keinen klaren Erzählstrang, keine einfache Geschichte. Dafür viele Stimmen, viele Wunden, viele Wahrheiten. Ich habe beim Lesen oft innegehalten. Nicht aus Bewunderung, sondern weil ich es musste. Weil die Sätze so voll sind – voll Schmerz, voll Erinnerung, voll Sehnsucht nach Nähe, nach Verständnis, nach einer Sprache, die das alles überhaupt tragen kann. Trevor mochte ich. Und hatte gleichzeitig ständig Angst um ihn. Rose hat mich traurig gemacht – eine Mutter, die schlägt, weil sie selbst geschlagen wurde. Und ein Sohn, der trotzdem liebt. Vielleicht ist das die größte Stärke dieses Buches: Es zeigt uns Menschen, die man nicht einfach gut oder schlecht nennen kann. Menschen, die zu viel erlebt haben und trotzdem irgendwie weitermachen. Neben all dem, was gesagt wird, bleibt ganz viel ungesagt. Für mich war die Opiatkrise eines der stärksten Themen. Sie zieht sich durch die Körper und Biografien der Figuren wie ein unsichtbarer Strom. Der Vietnamkrieg ist allgegenwärtig, auch wenn er oft nur als Echo auftaucht. Dieses Buch lässt sich nicht einfach lesen. Aber es lässt sich spüren.

Unfortunately, this book did not work for me at all. I know it is highly praised by many readers, but my own experience was more frustrating than rewarding. The constant time jumps felt random and often disconnected from the chapter they appeared in or the theme being explored. At times it seemed as if the author had an idea, quickly wrote it down so it wouldn’t be forgotten, and simply left it exactly where it came to mind — whether it fit the surrounding text or not. As a result, I struggled to find any real sense of structure. Content-wise, I couldn’t identify a clear core to the story. The narrative felt fragmented and directionless. I kept asking myself: where are we coming from, where are we going, and what is the point of it all? There was no coherent arc or development that I could grasp. There is also a heavy focus on drug use, which added to my confusion rather than deepening my understanding. At some point I genuinely wondered whether I was missing something fundamental — or whether I would have needed to be in a certain altered state myself to access this book. The writing style simply wasn’t for me. While I can recognize its literary ambition, it felt too abstract, disjointed, and emotionally distant. Overall, I never felt connected to the story or its characters. For me, this was a book without clear direction, without structure, and without emotional grounding — therefore, 1 star.
Eine gleichzeitig herzerwärmende und herzzerreißende Geschichte über einen Jungen/Jugendlichen, der zwischen dem Blick auf sich und auf seine Familie, zwischen Kulturen und deren Anforderungen erwachsen werden muss.
Leider hat mich der Sprecher Julian Horeyseck nicht gänzlich abgeholt mit seiner Art das Hörbuch zu lesen.
Ocean Vuongs „Auf Erden sind wir kurz grandios“ ist ein poetischer und zutiefst berührender Roman, der die amerikanische Identität auf radikal neue Weise erforscht. Der Brief eines Sohnes an seine vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird, ist zugleich Familiengeschichte, Liebeserklärung und schonungslose Selbstbefragung. Die Mutter, Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens, trägt die Narben eines vergessenen Krieges. Analphabetin, kaum Englisch sprechend, arbeitet sie unermüdlich in einem Nagelstudio, während ihr Sohn, ein zarter Außenseiter, von Gewalt und Liebe erzählt: der Krankheit der Großmutter, den schweren Händen der prügelnden Mutter und seiner ersten, tragischen Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Vuongs Sprache ist eine Verbindung aus Poesie und Klarheit, die es schafft, die Schönheit und das Leid des Lebens miteinander zu verweben. Ein Roman, der mit zarter Intensität und schmerzhafter Wahrheit von Identität, Herkunft und der Zerbrechlichkeit menschlicher Verbindungen erzählt.
Wer möchte nicht zumindest für einen Moment grandios sein? In diesem Roman ist das „Grandiose“ jedoch untrennbar mit Traurigkeit, Sehnsucht, Trauma und Identitätssuche verbunden.
Die poetische, dichte Sprache trägt durch das Buch. Sie ist nicht immer leicht zugänglich, aber oft herzzerreißend, erschütternd und stellenweise schockierend. Der Text ist als Brief eines jungen Vietnamesen in den USA an seine Mutter geschrieben – wohl wissend, dass sie ihn gar nicht lesen kann. Diese einseitige Form macht die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen besonders spürbar. Der Roman verhandelt Kriegstrauma über Generationen hinweg, psychische Erkrankungen, Queerness, Rassismus und Migrationserfahrungen. Er erzählt von harter Arbeit, Armut und davon, wie sehr soziale Herkunft Lebenswege prägt. Besonders eindrücklich ist die ambivalente Mutterfigur, in der sich Fürsorge und Härte begegnen. Es ist kein klassischer Plot, sondern ein Mosaik aus Erinnerungen und Gefühlen. Gerade darin liegt die Kraft des Buches: Es ist ein stilles, aber intensives Werk über Verletzlichkeit, Herkunft und die Frage, wie man seinen Platz in der Welt findet
Mehr Stimmung als Handlung
Das Buch spaltet Meinungen, und ich verstehe, warum. Ocean Vuong schreibt streckenweise unglaublich poetisch, vor allem im letzten Drittel, das für mich die stärksten Passagen enthält. Es ist ein Werk, das viele gesellschaftliche Missstände in den USA thematisiert Armut, Rassismus, Gewalt, Migration , und darin liegt seine Stärke. Für mich persönlich war der Weg dorthin jedoch lang. Die ersten Kapitel konnten mich kaum fesseln, oft hatte ich das Gefühl, dass sich die Geschichte im Sprachstil verliert, anstatt eine Spannung aufzubauen. Erst gegen Ende wurde es für mich wirklich intensiv und lohnend. Insgesamt ein literarisch starkes, aber nicht leicht zugängliches Buch, das weniger durch Handlung, sondern durch Stimmungen und Sprache lebt. Wer poetische Sprache liebt und gesellschaftliche Themen nicht scheut, wird hier viel finden. Wer eine durchgehende Spannung erwartet, könnte enttäuscht sein.
Man merkt, dass Ocean Vuong Gedichte schreibt. Jeder Satz in diesem Buch wirkt wohlüberlegt und künstlerisch. Einfach poetisch. Solche Bücher können schnell das Gefühl vermitteln, zu viel zu wollen. Man kann die Dinge noch so schön verpacken, der Inhalt ändert sich dadurch nicht. Dieses Buch liest sich nicht nur hochwertig, der Inhalt ist es auch! Vuong gelingt es, die Folgen des Vietnamkriegs und das generationsübergreifende Trauma perfekt darzustellen. Er zeigt auf, was hinter der Fassade steckt, wie der "amerikanische Traum" wirklich für Migranten aussieht. Ebenso gelungen ist die Darstellung der Sexualität, der eigenen Identität, Liebe, Verlust, Schmerz. Stellenweise fühlt es sich fast verboten an dieses Buch zu lesen, weil es so ergreifend ist. Roh und persönlich. Als würde man im Privatleben einer Person schnüffeln und Dinge erfahren, die nicht für einen bestimmt sind. Nicht umsonst so hoch gelobt!
Uff, was für ein literarisches Meisterwerk! „Auf Erden sind wir kurz grandios“ habe ich wirklich gerne gelesen. Nicht schnell, eher wie mit Pausen, weil ich bleiben wollte in diesen schönen, poetischen Sätzen. Der Roman ist ein Brief an eine Mutter, die ihn nie lesen wird. Es geht um Herkunft, Gewalt, Liebe, Sprache und das nie mit erhobenem Zeigefinger. Dieser Brief ist durchtränkt mit Vergebung, Verbundenheit und einer tiefen Liebe, die zum ersten Mal zum Ausdruck kommt. Ich mochte, wie der Roman denkt. Wie er nicht geradeaus geht, sondern tastet und Bilder sucht. Wie er gleichzeitig liebevoll und anklagend ist, nicht zur Mutter, sondern gegenüber einer Gesellschaft und ihrem Rassismus. Die Sprache ist ruhig und wild zugleich, manchmal fast wie ein Gedicht. Während ich las dachte ich oft: So kann man also schreiben. So kann man berichten, was schwer ist, ohne schwermütig zu klingen. Ich fand ihn von Anfang bis zum Ende ohne Wenn und Aber beeindruckend.
Nichts für schwache Gemüter
Ocean Vuong beschreibt nüchtern aber sehr bildhaft die Abgründige des menschlichen Daseins: Misshandlung, Menschen- und Tierquälerei… Auch die Todesangst, die ausweglose Drogenabhängigkeit und der Sterbeprozess werden dem Leser so ausdrucksstark präsentiert, dass er sich der grausamen Bilder kaum entziehen kann. Der Autor thematisiert mal schonungslos klar, mal sanft und leise seine Homosexualität und die Herausforderungen im Alltag einer Auswandererfamilie. Die Zeitsprünge erschweren etwas das flüssige Lesen. Außergewöhnlich ist sein poetischer, recht anspruchsvoller Schreibstil, der manchmal an Lyrik erinnert, ein Genre, in dem Vuong bisher glänzte.
Ein sehr poetisches Buch über die Geschichte vietnamesischer Einwanderer in den USA
„Little Dog“ schreibt seiner Mutter einen Brief, in dem er auf die Geschichte seiner Familie zurückblickt. Er beleuchtet das Leben seiner Großmutter, seiner Mutter und seine eigene Geschichte und findet dafür wunderbare Worte. Kein Buch, das man eben schnell nebenher lesen kann. Man muss sich voll und ganz darauf einlassen.
Queere Identität eindrucksvoll erzählt
Aus meiner Reihe der Lieblingsbücher: „Auf Erden sind wir kurz grandios“ überzeugt durch eine klare, ungewöhnliche Sprache und die differenzierte Darstellung queerer Erfahrungen. Der Brief an seine Mutter über das eigene Leben wird dadurch so besonders, dass sie diesen niemals lesen wird – Sie ist Analphabetin. Ocean Vuong verbindet persönliche Geschichte mit Fragen nach Herkunft, Identität und Zugehörigkeit auf eine Weise, die literarisch anspruchsvoll und zugleich gut zugänglich ist. Ein wichtiges und lesenswertes Buch, das queere Perspektiven sichtbar macht.

„Ist das nicht das aller traurigste auf der Welt, Ma? Ein Komma, dass gezwungen wird, ein Punkt zu sein?“ 🥀
Ein Buch, was mich auf jeder Seite zum nachdenken gebracht hat. Die Sichtweise des Protagonisten war für mich ganz unbekannt und ich konnte viel Neues, vor allem über Vietnam und den Krieg, lernen. Themen wie Rassismus, Homophobie und Transgenerationale Traumata waren hier sehr präsent und so grandios dargestellt! 🪷 Die fast schon poetische Schreibweise mit vielen Metaphern hat mich wirklich begeistert, auch wenn ich nicht immer alles verstanden habe oder wusste, ob ich es richtig interpretiere. Das Buch ist in Form von Briefen geschrieben, die der Protagonist an seine Mutter schreibt - was mir echt gut gefallen hat. Alle Charaktere hatten so viel Tiefe und trotz der Kürze des Buchs waren sie genau wie alles andere sehr intensiv! Zitate: „Was ist ein Land anderes als ein Urteil: lebenslänglich?“ „Es ist ein schönes Land, hat man ihr gesagt, je nachdem, wer du bist.“ „Das einzig Gute an Nationalhymnen ist, dass wir schon auf den Beinen sind und somit bereit, loszurennen.“

»Es ist kein Zufall, Ma, dass das Komma an einen Fötus erinnert - diese Kurve der Fortsetzung. Wir waren einmal alle im Leib unserer Mütter und drängten mit unserem ganzen gekrümmten und stillen Selbst: Mehr, mehr, mehr. Die Tatsache, dass wir am Leben sind, darauf beharre ich, ist schon genug, um nachgebildet zu werden. Und wenn schon - wenn alles, was ich je aus meinem Leben gemacht habe, nur Nachbildung, Ausdehnung, mehr davon war?« S.157
Gewaltige Schönheit
Ein Brief an die Mutter, die diesen wohl nie lesen wird. Man möchte es ihr auch nicht raten! Eingebettet in eine zum Teil wunderschön poetische Sprache lockt uns der Autor in eine Offenheit und führt uns immer wieder facettenhaft in bildhaft gewaltige Horrorszenarien, die sich vor allem extrem unangenehm anfühlen. Man fühlt sich so, als wäre man aus einem Wiegenlied direkt in die Faust oder das Messer gelaufen, geführt worden. Wir sind gewarnt durch das Titelbild des Buches, welches treffender nicht sein kann. Was macht ein Reh auf einem Zebrastreifen? Funktioniert der Streifen auch für Rehe? Wir wissen glaub ich alle, dass er eben für das Tier keine Sicherheit bietet, aber wir möchten es ihm wünschen. Glaubt das Reh, dass es in Sicherheit ist? Wir sind als Leser das Reh und gleichzeitig der Zuschauer, der diesen Widerspruch klar vor Augen hat, der schon weiss, was passieren könnte. Dies Buch in seiner schönen Unerträglichkeit liest man nicht einfach so weg, wie man jedes Trauma nicht einfach wegwischen kann. Man möchte schnell da durch, muss sich aber unendlich viel Zeit lassen, damit man die wunderbare Poesie erfassen kann, kein Wort übersieht. Es ist diese Ambivalenz, die das Buch so fesselnd macht, eine Tortour, die so reich im Erleben macht und dich am Ende überwältigt und übersatt, aber auch sehr zufrieden zurücklässt. Dies Buch wird mich weiter begleiten, immer wieder werde ich eintauchen wollen in eine meisterhafte Lyrik, die ihresgleichen sucht, da sie so einzigartig ist, aber eben auch gewaltig an dir rüttelt
Lest. Dieses. Buch. Ernsthaft, es gibt doch immer mal wieder dieses eine Buch, das eine gefühlte Ewigkeit unauffällig im Bücherregal vor sich hin dümpelt und einen dann wie aus dem Nichts vom Hocker haut. Irgendwie ärgere ich mich immer ein bisschen darüber, weil ich solche Bücher einfach so lange wie möglich in meinem Herzen tragen will. Je früher, desto besser. Kennt ihr das Gefühl? Aber vielleicht sollte es auch einfach so sein. Die liebe Eugenia @lit.liebe hat mir jedenfalls den finalen Anstoß gegeben - dafür bin ich sehr dankbar 🫶 „Du warst noch ein Mädchen, als du von einem Bananenwäldchen aus zusahst, wie dein Schulhaus nach einem amerikanischen Napalmangriff einstürzte. Mit fünf hast du das letzte Mal ein Klassenzimmer betreten. Unsere Muttersprache ist so überhaupt keine Mutter - sondern eine Waise. Unser Vietnamesisch eine Zeitkapsel, die den Punkt markiert, an dem deine Bildung endete, zu Asche zerfiel. Ma, unsere Muttersprache zu sprechen heißt, nur teilweise auf Vietnamesisch zu sprechen, aber ganz auf Krieg.“ (S. 42) Ihr wollt es intersektional - ihr kriegt es intersektional: Mit seinem autofiktionalen Debütroman hat Ocean Vuong einen Text erschaffen, in dem Herkunft, Sprache und Identität anhand verschiedener, zum Teil höchst traumatischer Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitet werden. So lesen wir nicht nur etwas über die familiäre Einwanderungsgeschichte des Protagonisten und die damit verbundenen transgenerationalen Traumata, sondern auch unter anderem über das Entdecken seiner eigenen Queerness, über Gewalterfahrungen und Drogenmissbrauch. TW! „Auf Erden sind wir kurz grandios“ hat mich in Teilen übrigens an Kim De L’horizons „Blutbuch“ erinnert - oder andersherum, aber ich habe die beiden Bücher eben in meiner eigenen Reihenfolge gelesen. Wer jedenfalls das eine Buch mag, wird meiner Meinung nach auch die Qualitäten des anderen schätzen: Frei, gnadenlos ehrlich und mit einer unvergleichlichen Balance zwischen literarischer Wucht und Feinheit. Gattungsgrenzen scheint es dabei keine mehr zu geben. Ein poetisch anmutender Debütroman, der seinesgleichen sucht und zurecht international gefeiert wird. Für mich persönlich mindestens ein Jahreshighlight.

„Der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird.“
Ein wirklich gutes Buch, dessen Geschichte in einen inneren Monolog verpackt ist. Es lässt sich ganz flüssig und leicht lesen, ist aber kein Buch um es einfach weg zu lesen. Es ist eher so etwas wie eine Reise, bei der auch meine Gedanken des Öfteren weggetrieben sind. Der Inhalt hat es zum Teil wirklich in sich, es geht unter anderem um die Themen Gewalt/Quälereien von Menschen und Tieren, schwierige Beziehungen, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, sowie Zerrissenheit. Eine ganz große Frage ist auch die Zugehörigkeit und das in mehreren Bereichen. Dieser Roman hat eine wirklich schöne Sprache, die stellenweise gerade zu Lyrisch ist. Außerdem war sie für mich sehr Bildhaft. Ich konnte mir die geschilderten Situationen und Orte gut vorstellen. Ich habe es aufgrund einer Leseempfehlung gekauft und bereue es auch nicht. Es ist Lesenswert!

Ein gelungenes Buch, was auf - anfänglich verwobene Weise - das Leben dreier Generationen einer Familie zwischen Vietnam und dem Leben in der US-amerikanischen Kleinstadt zeigt. Beeindruckend ist die Sprache und die Metaphern des Autors, an vielen Sätzen im Buch bleibt man hängen, und sinniert noch einen Moment, bevor man weiterliest. Ein Buch, an das ich mich noch länger erinnern werde!
umgehauen wurde ich!
kaum zu glauben, dass dieses buch ocean vuongs erster roman ist! der schreibstil ist unvergleichlich. es gibt unfassbar schöne passagen voller poesie und mit liebe zum lyrischen detail. ich weiß, dass hier einige enttäuscht hinsichtlich des inhalts waren aber ich finde alleine für diesen schreibstil lohnt es sich das buch zu lesen. ich dachte während des lesens ganz oft, dass das eine abilektüre sein könnte, weil auch so viele wichtige themen besprochen werden, die zwar hart aber allgegenwärtig sind und enttabuisiert werden müssen. hier und da war ich ungefähr ab der hälfte des buches verwirrt von den wechselnden erzählsträngen und hatte zeitweise schwierigkeiten den handlungen zu folgen. das ist aber auch mein einziger kritikpunkt. ansonsten - großes chapeau!!! ich hab mich so oft gefragt, wie ein mensch so etwas lyrisch-künstlerisches zu papier bringen kann. ganz ganz toll 🫶🏻

Erzwungen bedeutsame Sprache
Habe das Buch kurz vor Ende abgebrochen. Die Erzählstruktur war mir zu fragmentiert, die lyrischen Gedankensprünge teils zu anstrengend und erzwungen bedeutsam für mich. Die Menschen, die sein Leben geprägt haben, bleiben flach und ordnen sich einer angestrengten Bildsprache unter. Was ich sehr schade finde, da seine Perspektive als queerer Einwanderer in den USA so bedeutsam ist. Es hat mich auch berührt, welche Bedeutung sein Spitzname "little dog" hat. Aber es hat mich sehr negativ gereizt, welche brutalen Details der Autor seiner Mutter schildert (auch wenn diese es angeblich niemals lesen wird, weil sie Analphabetin ist).
Description
'A marvel' Marlon James
Discover Ocean Vuong's lyrical and intimate coming-of-age novel.
This is a letter from a son to a mother who cannot read. Written when the speaker, Little Dog, is in his late twenties, the letter unearths a family's history that began before he was born. It tells of Vietnam, of the lasting impact of war, and of his family's struggle to forge a new future.
And it serves as a doorway into parts of Little Dog's life his mother has never known - episodes of bewilderment, fear and passion - all the while moving closer to an unforgettable revelation.
'Reminded me that every word can be an incantation, and that beauty does hard and important work' Rebecca Solnit
'A tender exploration of violence, migration and language' Guardian
Book Information
Posts
„Auf Erden sind wir kurz grandios“ hat mich emotional total aufgewühlt, weil Ocean Vuong Schmerz in eine unfassbar zarte Sprache packt. Mich hat die Melancholie in diesem Brief an seine Mutter, die ihn niemals lesen kann, tief berührt.
Es geht um queere Identität und die Traumata von Migration, was sich für mich beim Lesen oft wie ein schwerer Kloß im Hals angefühlt hat. Diese Mischung aus intimer erster Liebe und der harten Realität von Ausbeutung hat mich richtig mitgenommen. Sein lyrischer Schreibstil lässt mich über jede Seite ewig nachdenken, da jedes Wort so viel Gewicht hat. Es ist ein Buch, das mich wütend und traurig zugleich macht, weil es zeigt, wie sehr gesellschaftliche Gewalt unsere Körper und Biografien prägt.
poetisch und zerstörend 🌙
Puh das ist auf jeden Fall kein leichtes Buch. Ein vietnamesisch-amerikanischer Junge schreibt einen Brief an seine Mutter, obwohl sie Analphabetin ist, und erzählt ihr sein Leben aus seiner Perspektive. Das Buch thematisiert unter anderem den Krieg und seine Folgen, Migration, Sucht, schwierige Familienverhältnisse und queere Identität. Diese Themen sind nicht leicht zu lesen (TW angucken), und ich konnte vor allem anfangs nicht super viel am Stück lesen. Der Schreibstil ist dabei sehr besonders und poetisch. Die Handlung verläuft nicht linear, sondern in Schnipseln und Erinnerungen aus verschiedenen Zeiten. Manchmal war das etwas verwirrend, und ich konnte nicht genau zuordnen, was wann passiert ist. Ich würde das Buch auf jeden Fall empfehlen, wenn man gerne „slow reads“, poetische Schreibstile und bedeutungsvolle Inhalte liest, und sich für die Themen bereit fühlt.
Diesmal bin ich hin- und hergerissen. Sprache und Thema sind toll und besonders, aber die Form ist gewöhnungsbedürftig.
Man merkt das Ocean Voung sonst viel Lyrik schreibt und so gelingen ihm wunderbare und ganz eigene besondere Bilder, um Trauma und Sprachlosigkeit zu beschreiben. Dennoch hat mich die fehlende Chronologie oder sogar das jegliche Fehlen von Zeitlichkeit einiges an Dranbleiben gekostet und hat mir auch die Story teilweise schwerer als nötig gemacht. Ich habe sehr langsam gelesen aus Genuss, aber auch weil es Geduld und Aufmerksamkeit erfordert. Der Roman ist für mich ein perfektes Mittelding zwischen Prosa und Lyrik und ich mochte beides nur manchmal nicht im Wechsel. Aber das Buch hat mir eine perfekte Beschreibung gegeben wie es sich anfühlt jemanden zu betrauern, der früh gegangen ist: "I miss you more than I remember you."
Sprachlich wunderschön, inhaltlich allerdings so zerstückelt, dass ich nicht immer begriffen habe, was ich hier lese. Der Stil ist poetisch, schön und irgendwie fluide. Es werden zahlreiche zentrale Themen behandelt: Herkunft, Identität und Sexualität. Es sagt aber auch viel aus, dass ich über 1 Monat für dieses Buch benötigt habe. Im ersten 2/3 war ich irgendwie noch dabei, aber im letzten Drittel war ich dann total verloren. Irgendwo zwischen Matsch und Kühen, hab ich den Inhalt nicht mehr verstanden. Und trotzdem glaub ich, dass ich es nochmal mit Ocean Vuong probieren würde. S.11 „Ich schreibe, weil man mir gesagt hat, niemals einen Satz mit weil anzufangen. Aber ich wollte keinen Satz bilden - ich wollte freikommen. Weil Freiheit, so heißt es, nur der Abstand zwischen dem Raubtier und seiner Beute ist.“ S.75 „Es gibt so vieles, was ich dir sagen will, Ma. Ich war einmal naiv genug zu glauben, dass Wissen Klarheit schafft, doch manche Dinge sind so umflort von Zeichen und Bedeutungen, von Tagen und Stunden, Namen, die man vergessen, erhalten und abgelegt hat, dass die Wunde, nur weil man weiß, dass sie existiert, dadurch noch lange nicht freigelegt wird.“ S.76 „Der Richter, Roy Bean, führte an, dass die texanische Rechtsprechung zwar den Mord an einem Menschen verbiete, jedoch nur Weiße, Afroamerikaner oder Mexikaner als menschlich definiere. Der namenlose gelbe Körper wurde nicht für menschlich befunden, weil er nicht in ein Kästchen auf einem Blatt Papier passte. Manchmal wirst du ausgelöscht, noch bevor du die Wahl hast, zu erklären, wer du bist.
Wunderschöne Sprache!
Ein Kaleidoskop aus Erinnerungen, Gedanken, Gefühlen - in einer so wundervollen, poetischen Sprache (entsprechend sehr sehr gute Übersetzung), dass es ein wirklich besonderes Leseerlebnis war. Ich konnte nicht die ganze Zeit aufmerksam dranbleiben, deswegen vier Sterne, aber trotzdem eine Empfehlung!
Was für ein Buch, was für Themen! Kein leichtes Buch, aber sehr spannend.
. KLAPPENTEXT Ein Roman, der die amerikanische Identität neu definiert. Und der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird: Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist Analphabetin, kann kaum Englisch und arbeitet in einem Nagelstudio. Sie ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Der Sohn, ein schmächtiger Außenseiter, erzählt – von der Krankheit der Großmutter, den geschundenen Händen der prügelnden Mutter und seiner tragischen ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Ocean Vuong schreibt mit traumhafter Klarheit von einem Leben, in dem Gewalt und Zartheit aufeinanderprallen. MEINUNG Ganz ehrlich: Wäre dieses Buch nicht Teil unseres Buchclubs gewesen, hätte ich wahrscheinlich zwischendurch aufgehört. Und die zweite Wahrheit ist aber: Ich bin sehr froh, dass ich so ein bisschen “gezwungen” war, es weiter zu hören. Ocean Vuong hat seiner Hauptfigur Little Dog eine besondere Erzählstimme gegeben. Im Grunde genommen sind all das Briefe an seine Mutter, zusammen gestückelt in einem Buch. Aber es sind keine klassischen Briefe mit “Liebe… Dein…”, oder die eine Geschichte immer komplett erzählen. Vielmehr sind es Ausschnitte und Erinnerungen, die ausformuliert sind. Genau das hat auch zu einem sehr poetischen Stil geführt. Das Buch zu lesen, ist mir etwas schwer getan, zum Anhören (bei einer Tätigkeit, bei der man auch gut zuhören kann), war es aber super. Auch, weil es wirklich gut vorgelesen war. Faszinierend fand ich, dass man beim Lesen/Hören die ganze Zeit denkt, dass es autobiografisch ist - meines Wissens nach, ist das aber nicht so. Durch die Direktheit in den Briefen und die Eindrücklich und Nähe, in der erzählt wird, entsteht dieser Eindruck aber sehr. Genau diese Schilderungen gehen oft wirklich nahe und hallen nach. Ich finde insbesondere auch deshalb, weil Little Dog selber in einem Brief schreibt, dass er das nur aufschreibt, weil seine Mutter das wahrscheinlich selbst nie lesen können wird - dementsprechend ehrlich und zum Teil auch genau waren die Beschreibungen. Insgesamt sind viele Bilder zurückgeblieben. Es waren spannende Gedanken und Beschreibungen. Ein für mich sehr eindrückliches Buch.

Wunderbar! 🦋
Ein ganz besonderes Buch. Ich konnte es nicht weglegen, weil die behandelten Themen (Kriegstraumata, Migration, schwierige Familienverhältnisse, Sucht, queere Identität, ...) sehr bewegend sind. Der Schreibstil ist so poetisch und besonders (Schmerz wird in eine unfassbar zarte Sprache verpackt), weshalb ich sicherlich noch lange an diese Geschichte denke werde.
Man sagt, jede Schneeflocke sei anders – doch der Schneesturm, er hüllt uns trotzdem ein
Ocean Vuongs Roman Auf Erden sind wir kurz grandios hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Der Einstieg gelingt mühelos, die poetische Sprache zieht unmittelbar in die Erzählwelt hinein und entfaltet schnell eine große emotionale Wirkung. Die Lebensgeschichte des Protagonisten ist tief berührend und von den Alltagserfahrungen einer Einwandererfamilie geprägt, die Rassismus, Diskriminierung und soziale Unsicherheit erlebt. Besonders eindrücklich ist der familiäre Zusammenhalt, der nicht idealisiert wird, sondern als notwendige Grundlage des Überlebens erscheint. Auf Erden sind wir kurz grandios ist ein intensiver, eindringlicher Roman, der durch seine sprachliche Kraft und emotionale Tiefe lange nachwirkt.
Schön und schwer gleichzeitig.
Ich muss zugeben das ich mich mit dem Buch ein wenig schwer getan habe. XD An vielen Stellen ist das Buch sehr poetisch und Gefühlvoll geschrieben und an anderen Stellen ist es ehr langweilig und zieht sich ein wenig. Wir folgen hier dem Protagonisten Little Dog, wie er an seine Analphabetische Mutter einen Brief schreibt. In der Geschichte beschreibt er die Beziehung zu seiner Mutter, zärtlich und gewalttätig zugleich. Zusätzlich erklärt er das aufwachsen als Queerer Teenager in den USA. Seine Mutter ist selber das Bauernkind von seiner Großmutter Lan, welche mit dem Amerikanischen Soldaten Paul zusammen verheiratet ist und nun in Amerika lebt. Die beiden Frauen sprechen kein Englisch und zugleich müssen sie auch noch die furchtbaren Ereignisse des Krieges verarbeiten. Während ich die echt heftige Traumatisierung der beiden Frauen, schrecklich finde und mir die Geschichte auch sehr nah ging, muss ich zugeben das mein Lesefluss oft dadurch beeinträchtigt wurde das mein Wissen über den Krieg nicht ganz so doll vorhanden ist wie das Buch von dir verlangt. Man muss definitiv mit Vorwissen in das Buch starten sonst könnten einige Passagen ehr anstrengend zu lesen sein. Aber jetzt weiss ich, dass ich diesbezüglich eine Wissenslücke zu füllen habe! Ich fand das Buch allgemein aber sehr interessant!
Lebenshighlight Das ist eines dieser Bücher, die nicht einfach gelesen werden, sondern sich festsetzen. Sprachlich ist das auf einem Niveau, das fast weh tut: jeder Satz präzise, zart und brutal zugleich… WIE KANN MAN SO SCHREIBEN??? Formal als Brief geschrieben, kreist der Text um Erinnerung, Herkunft, Gewalt, Begehren und Sprache selbst und darum, wie unmöglich es manchmal ist, geliebte Menschen wirklich zu erreichen. Das Buch ist leise, aber gnadenlos. Nichts wird erklärt, nichts geschont. Leise und trotzdem zieht sich der Text in jede Faser deines Körpers. Setzt sich fest. Lässt dich nicht los. Es fühlt sich stellenweise eher wie gelebte Erinnerung und nicht wie Fiktion an. Und genau das macht es so stark: Diese Nähe, diese Verletzlichkeit, diese Konsequenz im Schreiben.
Ist mir über den Kopf gestiegen 🤷🏾♂️
Das buch behandelt sehr schwierige Themen auf sehr schöner poetischer und metaphorischer weise. Allerdings ist es sehr Bruchstückig, und zeitlich so versetz geschrieben,das es schwer aufzunehmen ist. Man hat das Gefühl irgendwie eine ganze Geschichte von jemandem mitbekommen zu haben und wiederum nicht. Ich persönlich konnte es kaum erwarten fertig mit dem Buch zu werden. Wie Hausaufgaben

"Our mother tongue, then, is no mother at all - but an orphan. Our Vietnamese a time capsule, a mark of where your education ended, ashed. Ma, to speak in our mother tongue is to speak only partially in Vietnamese, but entirely in war." Little Dog, der Sohn einer Vietnamesin, die das Kind eines vietnamesischen Bauernmädchens und eines amerikanischen Soldaten ist, schreibt Briefe an seine Mutter, die sie nie lesen wird, da sie Analphabetin ist. Er schreibt über die Gefühle zu seiner Mutter, die zugleich gewaltvoll als auch zärtlich zu ihm ist, und über sein Aufwachsen als Kind mit vietnamesischen Wurzeln und queerer Teenager in den USA. Ich habe die Kapitel des Buches als sehr unterschiedlich empfunden, teilweise waren sie sehr schön, sehr poetisch und auch informativ, teilweise aber auch sehr langweilig und banal. Viel Hintergrundwissen zum amerikanischen Krieg in Vietnam wird auch nicht gegeben, das sollte man eher mitbringen. Daher kann ich die sehr sehr guten Bewertungen nicht nachvollziehen, für mich war es ein stellenweise interessantes Buch, daher am Ende 3,5 Sterne. Dennoch ein schönes, wenn auch trauriges, Zitat zum Abschluss: "Two languages cancel each other out, ...., beckoning a third. Sometimes our words are few and far between, or simply ghosted. In which case the hand, although limited by the borders of skin and cartilage, can be that third language that animated where the tongue falters." Naiverweise dachte ich, zweisprachig aufzuwachsen, wäre immer eine Bereicherung, aber in dem Fall von Little Dog, in dem seine Mutter und Großmutter nicht (gut) die Sprache des Landes, in dem sie leben, sprechen, und sein Großvater nicht die Sprache seiner Großmutter, wird dies nicht nur zur Sprachbarriere, sondern gefühlt für ihn löschen sich die beiden Sprachen gegenseitig.
“……nur der Umstand, dass es dir nicht möglich ist, all das zu lesen, macht es mir möglich, es zu erzählen.”
Auf Erden sind wir kurz grandios ist ein sprachlich beeindruckender Roman, der vor allem durch seine poetische Kraft besticht. Ocean Vuong erzählt in intensiven, oft sehr bildhaften Passagen von Familie, Trauma, Identität und Migration. Viele einzelne Szenen und Erinnerungen sind eindringlich und bleiben lange im Kopf – manche Abschnitte lesen sich fast wie eigenständige Gedichte. Allerdings erschweren die häufigen Sprünge in der Erzählung den Lesefluss. Man wird immer wieder aus dem Moment herausgerissen, und stellenweise entsteht das Gefühl, dass Zusammenhänge fehlen oder nur angedeutet werden. Die fragmentarische Struktur passt zwar zur emotionalen Zerrissenheit der Figur, kann aber auch verwirrend wirken.
Dieses Buch gräbt sich ganz langsam in deinen Körper, damit du jede einzelne Zeile spürst
Zwischen diesen Seiten findet man nicht nur eine Geschichte, die einen zutiefst berührt, man findet mehrere. Aufzuwachsen zwischen Generationstraumata, Kriegserfahrungen, Rassismus und Substanzen die Menschen verändern, kann ein Kind auf verschiedenste Weisen prägen. Wie gehen wir mit Zeiten um, die einen herausfordern und einen daran zweifeln lassen, wer man wirklich ist? Vuongs Schreibstil lädt dazu ein, sich Sätze auf der Zunge zergehen zu lassen und vieles zu hinterfragen. Selten habe ich etwas gelesen das so wunderschön und zerstörerisch zugleich ist.
Poesie und Roman in einem
Es fällt mir schwer dieses Buch zu bewerten. Ich habe mit ihm gekämpft und es ebensosehr verschlungen. Es ist wie ein Mosaik aus Erinnerungen, Versen, surrealen Elementen und autobiographischer Erzählung. In manchen Passagen ist man den Chaos ausgeliefert und kann nur erahnen worum es gerade geht und im nächsten Moment zieht einen die Erzählung wieder so stark in den Bann, dass man das Buch nicht weglegen kann. Dieses Werk ist wie das Leben. Man muss sich durchkämpfen aber es lohnt sich ✨
Es gibt Bücher, in die verliebt man sich vom ersten Satz an, und dann ist es eigentlich egal, was sie einem erzählen - man mag sie so oder so. Über die ersten Seiten dachte ich, dies hier wäre so ein Buch. Ich mochte die Erzählstimme, die Bilder und fand einige der beschriebenen Episoden sehr eindrücklich. Auf Dauer wurde es dann aber doch eine enttäuschte Liebe: - Mehr und mehr der Bilder passten für mich nicht ganz, immer mehr habe ich auch nicht wirklich verstanden. Irgendwann wurden es mir dann auch zu viele Themen, die angerissen wurden: Rassismus, Drogenprobleme, Queerness, Kriegstraumata über mehrere Generationen, Gewalt, Sprache, Sprachlosigkeit, Wirtschaftskrise, Prekäre Berufe,... (ich habe sicher einiges vergessen) Jedes Thema für sich spannend - so geballt etwas erschlagend. Es war, als habe sich der Autor seine - ja was eigentlich? Wut? Trauer? Suche nach Hoffnung? - von der Seele geschrieben und dabei immer noch etwas mehr gefunden, was ihn bewegt, und sich damit weiter von seiner eigentlichen Erzählung entfernt. Einzelne Szenen fand ich wirklich gut: z. B. der Versuch Ochsenschwanz zu kaufen, die Tabakernte,... als Ganzes wurde es mir aber zu viel.
Mein BUCH DES JAHRES 2026
Gründe: 》Ich fing an und KONNTE nicht mehr damit aufhören, bis zum Ende. 》Es ging mir wirklich unter meine Haut. 》Kandidat für ein Re- reading. 》Es brachte und bringt mich noch immer zum Nachdenken. Meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG. ABER: ausschließlich für +18-🌈 QUEER- OFFENE- NICHT Zartbesaitete Leser*\innen, es ist nämlich Stellenweise sehr brutal!!!

Nicht so ganz das, was ich erhofft hatte 😕
Dieses Buch ist ja sehr gehyped und bis zu einem gewissen Grad kann ich dieses auch verstehen aber es hat mich nicht so abgeholt wie ich gehofft hatte. Das Stilmittel ist sehr poetisch und auch wunderschön geschrieben aber ich hatte sehr große Schwierigkeiten in das Buch reinzukommen. Ich war ca. bei 65% wo ich einigermaßen drinne war. War eher ein Vielleicht bis nein.
Vor allem die blumige Sprache des Autors macht einen großen Teil dieses Buches aus. Was mich am Anfang noch etwas genervt hat wurde mit der Zeit immer interessanter und hat dafür gesorgt, dass man sich sehr gut in die Haupfigur hineinversetzen konnte. Es ist faszinierend wie der Autor mit Wortschöpfungen und in anderem Zusammenhang angewendet Worten die Geschichte und Gefühle des Protagonisten greifbar und verständlich macht. Die Geschichte selbst ist dadurch traurig und gleichzeitig schön.
Platz 48 NYT Bestseller Liste Readers Choice
Ein schweres Buch. Sprachlich wie emotional. Auf Erden sind wir kurz grandios liest sich wie ein innerer Monolog im Ausnahmezustand – zart und brutal, zerrissen und übervoll. Es gibt keinen klaren Erzählstrang, keine einfache Geschichte. Dafür viele Stimmen, viele Wunden, viele Wahrheiten. Ich habe beim Lesen oft innegehalten. Nicht aus Bewunderung, sondern weil ich es musste. Weil die Sätze so voll sind – voll Schmerz, voll Erinnerung, voll Sehnsucht nach Nähe, nach Verständnis, nach einer Sprache, die das alles überhaupt tragen kann. Trevor mochte ich. Und hatte gleichzeitig ständig Angst um ihn. Rose hat mich traurig gemacht – eine Mutter, die schlägt, weil sie selbst geschlagen wurde. Und ein Sohn, der trotzdem liebt. Vielleicht ist das die größte Stärke dieses Buches: Es zeigt uns Menschen, die man nicht einfach gut oder schlecht nennen kann. Menschen, die zu viel erlebt haben und trotzdem irgendwie weitermachen. Neben all dem, was gesagt wird, bleibt ganz viel ungesagt. Für mich war die Opiatkrise eines der stärksten Themen. Sie zieht sich durch die Körper und Biografien der Figuren wie ein unsichtbarer Strom. Der Vietnamkrieg ist allgegenwärtig, auch wenn er oft nur als Echo auftaucht. Dieses Buch lässt sich nicht einfach lesen. Aber es lässt sich spüren.

Unfortunately, this book did not work for me at all. I know it is highly praised by many readers, but my own experience was more frustrating than rewarding. The constant time jumps felt random and often disconnected from the chapter they appeared in or the theme being explored. At times it seemed as if the author had an idea, quickly wrote it down so it wouldn’t be forgotten, and simply left it exactly where it came to mind — whether it fit the surrounding text or not. As a result, I struggled to find any real sense of structure. Content-wise, I couldn’t identify a clear core to the story. The narrative felt fragmented and directionless. I kept asking myself: where are we coming from, where are we going, and what is the point of it all? There was no coherent arc or development that I could grasp. There is also a heavy focus on drug use, which added to my confusion rather than deepening my understanding. At some point I genuinely wondered whether I was missing something fundamental — or whether I would have needed to be in a certain altered state myself to access this book. The writing style simply wasn’t for me. While I can recognize its literary ambition, it felt too abstract, disjointed, and emotionally distant. Overall, I never felt connected to the story or its characters. For me, this was a book without clear direction, without structure, and without emotional grounding — therefore, 1 star.
Eine gleichzeitig herzerwärmende und herzzerreißende Geschichte über einen Jungen/Jugendlichen, der zwischen dem Blick auf sich und auf seine Familie, zwischen Kulturen und deren Anforderungen erwachsen werden muss.
Leider hat mich der Sprecher Julian Horeyseck nicht gänzlich abgeholt mit seiner Art das Hörbuch zu lesen.
Ocean Vuongs „Auf Erden sind wir kurz grandios“ ist ein poetischer und zutiefst berührender Roman, der die amerikanische Identität auf radikal neue Weise erforscht. Der Brief eines Sohnes an seine vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird, ist zugleich Familiengeschichte, Liebeserklärung und schonungslose Selbstbefragung. Die Mutter, Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens, trägt die Narben eines vergessenen Krieges. Analphabetin, kaum Englisch sprechend, arbeitet sie unermüdlich in einem Nagelstudio, während ihr Sohn, ein zarter Außenseiter, von Gewalt und Liebe erzählt: der Krankheit der Großmutter, den schweren Händen der prügelnden Mutter und seiner ersten, tragischen Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Vuongs Sprache ist eine Verbindung aus Poesie und Klarheit, die es schafft, die Schönheit und das Leid des Lebens miteinander zu verweben. Ein Roman, der mit zarter Intensität und schmerzhafter Wahrheit von Identität, Herkunft und der Zerbrechlichkeit menschlicher Verbindungen erzählt.
Wer möchte nicht zumindest für einen Moment grandios sein? In diesem Roman ist das „Grandiose“ jedoch untrennbar mit Traurigkeit, Sehnsucht, Trauma und Identitätssuche verbunden.
Die poetische, dichte Sprache trägt durch das Buch. Sie ist nicht immer leicht zugänglich, aber oft herzzerreißend, erschütternd und stellenweise schockierend. Der Text ist als Brief eines jungen Vietnamesen in den USA an seine Mutter geschrieben – wohl wissend, dass sie ihn gar nicht lesen kann. Diese einseitige Form macht die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen besonders spürbar. Der Roman verhandelt Kriegstrauma über Generationen hinweg, psychische Erkrankungen, Queerness, Rassismus und Migrationserfahrungen. Er erzählt von harter Arbeit, Armut und davon, wie sehr soziale Herkunft Lebenswege prägt. Besonders eindrücklich ist die ambivalente Mutterfigur, in der sich Fürsorge und Härte begegnen. Es ist kein klassischer Plot, sondern ein Mosaik aus Erinnerungen und Gefühlen. Gerade darin liegt die Kraft des Buches: Es ist ein stilles, aber intensives Werk über Verletzlichkeit, Herkunft und die Frage, wie man seinen Platz in der Welt findet
Mehr Stimmung als Handlung
Das Buch spaltet Meinungen, und ich verstehe, warum. Ocean Vuong schreibt streckenweise unglaublich poetisch, vor allem im letzten Drittel, das für mich die stärksten Passagen enthält. Es ist ein Werk, das viele gesellschaftliche Missstände in den USA thematisiert Armut, Rassismus, Gewalt, Migration , und darin liegt seine Stärke. Für mich persönlich war der Weg dorthin jedoch lang. Die ersten Kapitel konnten mich kaum fesseln, oft hatte ich das Gefühl, dass sich die Geschichte im Sprachstil verliert, anstatt eine Spannung aufzubauen. Erst gegen Ende wurde es für mich wirklich intensiv und lohnend. Insgesamt ein literarisch starkes, aber nicht leicht zugängliches Buch, das weniger durch Handlung, sondern durch Stimmungen und Sprache lebt. Wer poetische Sprache liebt und gesellschaftliche Themen nicht scheut, wird hier viel finden. Wer eine durchgehende Spannung erwartet, könnte enttäuscht sein.
Man merkt, dass Ocean Vuong Gedichte schreibt. Jeder Satz in diesem Buch wirkt wohlüberlegt und künstlerisch. Einfach poetisch. Solche Bücher können schnell das Gefühl vermitteln, zu viel zu wollen. Man kann die Dinge noch so schön verpacken, der Inhalt ändert sich dadurch nicht. Dieses Buch liest sich nicht nur hochwertig, der Inhalt ist es auch! Vuong gelingt es, die Folgen des Vietnamkriegs und das generationsübergreifende Trauma perfekt darzustellen. Er zeigt auf, was hinter der Fassade steckt, wie der "amerikanische Traum" wirklich für Migranten aussieht. Ebenso gelungen ist die Darstellung der Sexualität, der eigenen Identität, Liebe, Verlust, Schmerz. Stellenweise fühlt es sich fast verboten an dieses Buch zu lesen, weil es so ergreifend ist. Roh und persönlich. Als würde man im Privatleben einer Person schnüffeln und Dinge erfahren, die nicht für einen bestimmt sind. Nicht umsonst so hoch gelobt!
Uff, was für ein literarisches Meisterwerk! „Auf Erden sind wir kurz grandios“ habe ich wirklich gerne gelesen. Nicht schnell, eher wie mit Pausen, weil ich bleiben wollte in diesen schönen, poetischen Sätzen. Der Roman ist ein Brief an eine Mutter, die ihn nie lesen wird. Es geht um Herkunft, Gewalt, Liebe, Sprache und das nie mit erhobenem Zeigefinger. Dieser Brief ist durchtränkt mit Vergebung, Verbundenheit und einer tiefen Liebe, die zum ersten Mal zum Ausdruck kommt. Ich mochte, wie der Roman denkt. Wie er nicht geradeaus geht, sondern tastet und Bilder sucht. Wie er gleichzeitig liebevoll und anklagend ist, nicht zur Mutter, sondern gegenüber einer Gesellschaft und ihrem Rassismus. Die Sprache ist ruhig und wild zugleich, manchmal fast wie ein Gedicht. Während ich las dachte ich oft: So kann man also schreiben. So kann man berichten, was schwer ist, ohne schwermütig zu klingen. Ich fand ihn von Anfang bis zum Ende ohne Wenn und Aber beeindruckend.
Nichts für schwache Gemüter
Ocean Vuong beschreibt nüchtern aber sehr bildhaft die Abgründige des menschlichen Daseins: Misshandlung, Menschen- und Tierquälerei… Auch die Todesangst, die ausweglose Drogenabhängigkeit und der Sterbeprozess werden dem Leser so ausdrucksstark präsentiert, dass er sich der grausamen Bilder kaum entziehen kann. Der Autor thematisiert mal schonungslos klar, mal sanft und leise seine Homosexualität und die Herausforderungen im Alltag einer Auswandererfamilie. Die Zeitsprünge erschweren etwas das flüssige Lesen. Außergewöhnlich ist sein poetischer, recht anspruchsvoller Schreibstil, der manchmal an Lyrik erinnert, ein Genre, in dem Vuong bisher glänzte.
Ein sehr poetisches Buch über die Geschichte vietnamesischer Einwanderer in den USA
„Little Dog“ schreibt seiner Mutter einen Brief, in dem er auf die Geschichte seiner Familie zurückblickt. Er beleuchtet das Leben seiner Großmutter, seiner Mutter und seine eigene Geschichte und findet dafür wunderbare Worte. Kein Buch, das man eben schnell nebenher lesen kann. Man muss sich voll und ganz darauf einlassen.
Queere Identität eindrucksvoll erzählt
Aus meiner Reihe der Lieblingsbücher: „Auf Erden sind wir kurz grandios“ überzeugt durch eine klare, ungewöhnliche Sprache und die differenzierte Darstellung queerer Erfahrungen. Der Brief an seine Mutter über das eigene Leben wird dadurch so besonders, dass sie diesen niemals lesen wird – Sie ist Analphabetin. Ocean Vuong verbindet persönliche Geschichte mit Fragen nach Herkunft, Identität und Zugehörigkeit auf eine Weise, die literarisch anspruchsvoll und zugleich gut zugänglich ist. Ein wichtiges und lesenswertes Buch, das queere Perspektiven sichtbar macht.

„Ist das nicht das aller traurigste auf der Welt, Ma? Ein Komma, dass gezwungen wird, ein Punkt zu sein?“ 🥀
Ein Buch, was mich auf jeder Seite zum nachdenken gebracht hat. Die Sichtweise des Protagonisten war für mich ganz unbekannt und ich konnte viel Neues, vor allem über Vietnam und den Krieg, lernen. Themen wie Rassismus, Homophobie und Transgenerationale Traumata waren hier sehr präsent und so grandios dargestellt! 🪷 Die fast schon poetische Schreibweise mit vielen Metaphern hat mich wirklich begeistert, auch wenn ich nicht immer alles verstanden habe oder wusste, ob ich es richtig interpretiere. Das Buch ist in Form von Briefen geschrieben, die der Protagonist an seine Mutter schreibt - was mir echt gut gefallen hat. Alle Charaktere hatten so viel Tiefe und trotz der Kürze des Buchs waren sie genau wie alles andere sehr intensiv! Zitate: „Was ist ein Land anderes als ein Urteil: lebenslänglich?“ „Es ist ein schönes Land, hat man ihr gesagt, je nachdem, wer du bist.“ „Das einzig Gute an Nationalhymnen ist, dass wir schon auf den Beinen sind und somit bereit, loszurennen.“

»Es ist kein Zufall, Ma, dass das Komma an einen Fötus erinnert - diese Kurve der Fortsetzung. Wir waren einmal alle im Leib unserer Mütter und drängten mit unserem ganzen gekrümmten und stillen Selbst: Mehr, mehr, mehr. Die Tatsache, dass wir am Leben sind, darauf beharre ich, ist schon genug, um nachgebildet zu werden. Und wenn schon - wenn alles, was ich je aus meinem Leben gemacht habe, nur Nachbildung, Ausdehnung, mehr davon war?« S.157
Gewaltige Schönheit
Ein Brief an die Mutter, die diesen wohl nie lesen wird. Man möchte es ihr auch nicht raten! Eingebettet in eine zum Teil wunderschön poetische Sprache lockt uns der Autor in eine Offenheit und führt uns immer wieder facettenhaft in bildhaft gewaltige Horrorszenarien, die sich vor allem extrem unangenehm anfühlen. Man fühlt sich so, als wäre man aus einem Wiegenlied direkt in die Faust oder das Messer gelaufen, geführt worden. Wir sind gewarnt durch das Titelbild des Buches, welches treffender nicht sein kann. Was macht ein Reh auf einem Zebrastreifen? Funktioniert der Streifen auch für Rehe? Wir wissen glaub ich alle, dass er eben für das Tier keine Sicherheit bietet, aber wir möchten es ihm wünschen. Glaubt das Reh, dass es in Sicherheit ist? Wir sind als Leser das Reh und gleichzeitig der Zuschauer, der diesen Widerspruch klar vor Augen hat, der schon weiss, was passieren könnte. Dies Buch in seiner schönen Unerträglichkeit liest man nicht einfach so weg, wie man jedes Trauma nicht einfach wegwischen kann. Man möchte schnell da durch, muss sich aber unendlich viel Zeit lassen, damit man die wunderbare Poesie erfassen kann, kein Wort übersieht. Es ist diese Ambivalenz, die das Buch so fesselnd macht, eine Tortour, die so reich im Erleben macht und dich am Ende überwältigt und übersatt, aber auch sehr zufrieden zurücklässt. Dies Buch wird mich weiter begleiten, immer wieder werde ich eintauchen wollen in eine meisterhafte Lyrik, die ihresgleichen sucht, da sie so einzigartig ist, aber eben auch gewaltig an dir rüttelt
Lest. Dieses. Buch. Ernsthaft, es gibt doch immer mal wieder dieses eine Buch, das eine gefühlte Ewigkeit unauffällig im Bücherregal vor sich hin dümpelt und einen dann wie aus dem Nichts vom Hocker haut. Irgendwie ärgere ich mich immer ein bisschen darüber, weil ich solche Bücher einfach so lange wie möglich in meinem Herzen tragen will. Je früher, desto besser. Kennt ihr das Gefühl? Aber vielleicht sollte es auch einfach so sein. Die liebe Eugenia @lit.liebe hat mir jedenfalls den finalen Anstoß gegeben - dafür bin ich sehr dankbar 🫶 „Du warst noch ein Mädchen, als du von einem Bananenwäldchen aus zusahst, wie dein Schulhaus nach einem amerikanischen Napalmangriff einstürzte. Mit fünf hast du das letzte Mal ein Klassenzimmer betreten. Unsere Muttersprache ist so überhaupt keine Mutter - sondern eine Waise. Unser Vietnamesisch eine Zeitkapsel, die den Punkt markiert, an dem deine Bildung endete, zu Asche zerfiel. Ma, unsere Muttersprache zu sprechen heißt, nur teilweise auf Vietnamesisch zu sprechen, aber ganz auf Krieg.“ (S. 42) Ihr wollt es intersektional - ihr kriegt es intersektional: Mit seinem autofiktionalen Debütroman hat Ocean Vuong einen Text erschaffen, in dem Herkunft, Sprache und Identität anhand verschiedener, zum Teil höchst traumatischer Erlebnisse und Erfahrungen verarbeitet werden. So lesen wir nicht nur etwas über die familiäre Einwanderungsgeschichte des Protagonisten und die damit verbundenen transgenerationalen Traumata, sondern auch unter anderem über das Entdecken seiner eigenen Queerness, über Gewalterfahrungen und Drogenmissbrauch. TW! „Auf Erden sind wir kurz grandios“ hat mich in Teilen übrigens an Kim De L’horizons „Blutbuch“ erinnert - oder andersherum, aber ich habe die beiden Bücher eben in meiner eigenen Reihenfolge gelesen. Wer jedenfalls das eine Buch mag, wird meiner Meinung nach auch die Qualitäten des anderen schätzen: Frei, gnadenlos ehrlich und mit einer unvergleichlichen Balance zwischen literarischer Wucht und Feinheit. Gattungsgrenzen scheint es dabei keine mehr zu geben. Ein poetisch anmutender Debütroman, der seinesgleichen sucht und zurecht international gefeiert wird. Für mich persönlich mindestens ein Jahreshighlight.

„Der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird.“
Ein wirklich gutes Buch, dessen Geschichte in einen inneren Monolog verpackt ist. Es lässt sich ganz flüssig und leicht lesen, ist aber kein Buch um es einfach weg zu lesen. Es ist eher so etwas wie eine Reise, bei der auch meine Gedanken des Öfteren weggetrieben sind. Der Inhalt hat es zum Teil wirklich in sich, es geht unter anderem um die Themen Gewalt/Quälereien von Menschen und Tieren, schwierige Beziehungen, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, sowie Zerrissenheit. Eine ganz große Frage ist auch die Zugehörigkeit und das in mehreren Bereichen. Dieser Roman hat eine wirklich schöne Sprache, die stellenweise gerade zu Lyrisch ist. Außerdem war sie für mich sehr Bildhaft. Ich konnte mir die geschilderten Situationen und Orte gut vorstellen. Ich habe es aufgrund einer Leseempfehlung gekauft und bereue es auch nicht. Es ist Lesenswert!

Ein gelungenes Buch, was auf - anfänglich verwobene Weise - das Leben dreier Generationen einer Familie zwischen Vietnam und dem Leben in der US-amerikanischen Kleinstadt zeigt. Beeindruckend ist die Sprache und die Metaphern des Autors, an vielen Sätzen im Buch bleibt man hängen, und sinniert noch einen Moment, bevor man weiterliest. Ein Buch, an das ich mich noch länger erinnern werde!
umgehauen wurde ich!
kaum zu glauben, dass dieses buch ocean vuongs erster roman ist! der schreibstil ist unvergleichlich. es gibt unfassbar schöne passagen voller poesie und mit liebe zum lyrischen detail. ich weiß, dass hier einige enttäuscht hinsichtlich des inhalts waren aber ich finde alleine für diesen schreibstil lohnt es sich das buch zu lesen. ich dachte während des lesens ganz oft, dass das eine abilektüre sein könnte, weil auch so viele wichtige themen besprochen werden, die zwar hart aber allgegenwärtig sind und enttabuisiert werden müssen. hier und da war ich ungefähr ab der hälfte des buches verwirrt von den wechselnden erzählsträngen und hatte zeitweise schwierigkeiten den handlungen zu folgen. das ist aber auch mein einziger kritikpunkt. ansonsten - großes chapeau!!! ich hab mich so oft gefragt, wie ein mensch so etwas lyrisch-künstlerisches zu papier bringen kann. ganz ganz toll 🫶🏻

Erzwungen bedeutsame Sprache
Habe das Buch kurz vor Ende abgebrochen. Die Erzählstruktur war mir zu fragmentiert, die lyrischen Gedankensprünge teils zu anstrengend und erzwungen bedeutsam für mich. Die Menschen, die sein Leben geprägt haben, bleiben flach und ordnen sich einer angestrengten Bildsprache unter. Was ich sehr schade finde, da seine Perspektive als queerer Einwanderer in den USA so bedeutsam ist. Es hat mich auch berührt, welche Bedeutung sein Spitzname "little dog" hat. Aber es hat mich sehr negativ gereizt, welche brutalen Details der Autor seiner Mutter schildert (auch wenn diese es angeblich niemals lesen wird, weil sie Analphabetin ist).























































