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When We Were Orphans: Kazuo Ishiguro

3.6(53)
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About the book

I've worked hard over the years to check the spread of crime and evil wherever it has manifested itself. Christopher Banks, the protagonist of Kazuo Ishiguro's fifth novel, When We Were Orphans, has dedicated his life to detective work but behind his successes lies one unsolved mystery: the disappearance of his parents when he was a small boy living in the International Settlement in Shanghai. Moving between England and China in the inter-war period, the book, encompassing the turbulence and political anxieties of the time and the crumbling certainties of a Britain deeply involved in the opium trade in the East, centres on Banks's idealistic need to make sense of the world through the small victories of detection and his need to understand finally what happened to his mother and father. This new novel, however, is the deliberate antithesis of the classic English detective story--the hermetic country-house worlds of Agatha Christie, the classic locked roompuzzles in which order and sanity is restored at the story's end. Ishiguro mimics the functional style and clipped speech patterns of the genre, ironising its reliance on melodrama and stereotype, while developing a narrative of subtlety, great emotional depth, and political and cultural acuity: what we get is a negative image of classic detective fiction, in which the solved crimes are mentioned in passing and the real mystery is played out in the psychology of the detective himself. The act of detection, Ishiguro suggests, is one we all perform on our own past, struggling to marshal clues and evidence whilst trying to construct the story of ourselves; the one mystery Banks seems unable to solve is his own. If Ishiguro's concerns as a writer remain broadly the same as in previous novels such as his Booker Prize-winning The Remains of the Day--the complexities, instability and elusiveness of memory, dramatised through a first-person narrator--this new book shows how flexible and powerful the form has become for him. Banks' quest is both deeply personal and resonantly emblematic of us all: for those like us, our fate is to face the world as orphans, chasing through long years the shadows of vanished parents. There is nothing for it but to try and see through our missions to the end, as best we can, for until we do so, we will be permitted no calm. When We Were Orphans is an astonishing book, rich and profound on many levels, and one that will live clearly in the memory of all who read it. --Burhan Tufail

Editions (4)

ISBN9780571205622
PublisherFaber & Faber
Publication Date01/08/09
Pages355

Reviews & Ratings

53 ratings

8 reviews

3.6

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  • fred.k
    fred.k

    108 Followers

    3.5

    3,5-4 Sterne

    Es blutet mir das Herz, aber das ist für mich der schwächste Ishiguro bisher. Als wir Waisen waren/When we were orphans ist ehrlich gesagt eine ziemliche Wundertüte - wie natürlich alles, was der Autor fabriziert. Anders als in den bisherigen Romanen (ich lese sein Werk nach Erscheinungsdatum sortiert, also 5 von 9 habe ich jetzt abgeschlossen) haben wir einen eigentlich ziemlich harten Bruch in etwa der Mitte des Buchs. Die erste Hälfte liest sich in der Manier von "Was bleibt Tage übrig bleibt" - meinem bisherigen Favoriten des Autors und zweifellos eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe, geht dabei aber nicht ganz so in die Tiefe wie die Geschichte um den Butler Stevens. Vielleicht liegt es auch daran, dass mir Christopher als Charakter etwas flacher erschien. Insgesamt kommt zwar die typische "Ishiguro-Atmosphäre" sehr gut rüber, geht aber nicht so weit wie in seinen bisherigen Romanen. Der erste Teil lebt also von scheinbar etwas willkürlichen Rückblenden, die den Plot überdecken bzw in den Hintergrund rücken. So weit, so gut und bekannt. Auch die üblich vage Beschreibung/Andeutung von Geschehnissen ist bereits bekannt und führt die Prämisse des Buchs ad absurdum (als Genre wurde hier der Detektivroman gewählt, aber (wie ich erwartet habe) wird detektivische Arbeit nicht wirklich erwähnt, lediglich die immensen Erfolge dieser. Ishiguros Erzählstil ist so ziemlich das Gegenteil dessen, was ein Detektivroman braucht, von daher finde ich es großartig, dass er ausgerechnet dieses Medium wählt. Der zweite Teil nimmt ordentlich an Fahrt auf, inklusive Ortswechsel, und erinnert dabei nicht selten an die traumartige Struktur aus "Die Ungetrösteten", erreicht dabei aber weder die Tiefe und das Gefühl der Verlorenseins beim Leser noch das Level an Surrealismus des Vorgängerromans. Es liest sich wieder wie ein Fiebertraum, aber man geht als Leser nicht so verloren, weil man zumindest das Gefühl hat, dass der Protagonist mehr bei sich ist - was ich bezweifle, immerhin scheint er eine sehr verzerrte Wahrnehmung von der Welt und sich selbst zu besitzen (er sieht sich in seiner Funktion als Detektiv, der nun einen persönlichen Fall lösen will quasi als Heilsbringer, der durch die Lösung dieses nichtigen Falls eine globale Katastrophe verhindern kann - welche Katastrophe sich im Jahr 1937 wohl angebahnt haben könnte, lasse ich hier mal unkommentiert.) Alles in allem lebt der Roman für mich vor allem durch sein Setting. Shanghai während des Kampfes um die Stadt im zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg ist ein sehr einzigartig gewählter Schauplatz. Ich mochte, dass diesem im Westen vernachlässigten Konflikt der Raum gegeben wird - genauso wie der Opiumkrise. Der eindrucksvoll geschriebene "Frontbericht" hat sich mir sehr eingeprägt. Die Auflösung des Falls war mir dann doch etwas zu profan und nimmt der ganzen Atmosphäre etwas weg, aber das Ende insgesamt war schlüssig und erhofft melancholisch. Ein interessanter Versuch, die beiden bisherigen Erzählstil des Autors in einem Buch zu kombinieren, was für mich leider nur zum Teil geklappt hat.

    Feb 9, 2026

  • pj.jedi.1410
    pj.jedi.1410

    398 Followers

    4.5

    * Die brüchige Ordnung der Erinnerung - Ein Roman über Erinnerung, Schuld und Illusion*

    Kazuo Ishiguros Als wir Waisen waren zeigt eindringlich, wie Erinnerung und Identität untrennbar verbunden sind – und doch immer brüchig bleiben. Christopher, der Erzähler, ist wie so oft bei Ishiguro nicht verlässlich. Seine Detektivsuche wirkt wie eine Kriminalgeschichte, ist aber in Wahrheit der Versuch, die Verluste seiner Kindheit und die Schuld der Eltern in eine logische Ordnung zu bringen. Gerade im Chaos des Krieges führt diese Suche ins Absurde. Ishiguro macht damit deutlich: Die Vergangenheit lässt sich nicht rekonstruieren, nicht retten. Der Roman entlarvt zugleich koloniale Blindheit und die Illusion, man könne durch moralische oder rationale Kontrolle die Welt in Ordnung halten. Mich hat besonders berührt, wie leise Ishiguro diese große Tragik erzählt. In der Zurückhaltung liegt seine Wucht. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Erwachsenwerden bedeutet, unvollständige und manchmal enttäuschende Wahrheiten auszuhalten – und nicht die Gegenwart der Vergangenheit zu opfern. Einen halben Punkt ziehe ich ab, weil sich manche Passagen für mich etwas zu sehr im Rätselhaften verlieren. Das erzeugt zwar Atmosphäre, kann aber zwischendurch auch ermüden. 4,5 von 5 Sternen – weil Ishiguro es wieder schafft, die Zerbrechlichkeit von Erinnerung so spürbar zu machen. #AlsWirWaisenWaren #KazuoIshiguro #UnzuverlässigesErzählen #VergangenheitUndIdentität #LeiseWucht

    * Die brüchige Ordnung der Erinnerung - Ein Roman über Erinnerung, Schuld und Illusion*

    Oct 2, 2025

  • tarzansuncle
    tarzansuncle

    37 Followers

    3.0

    Shanghai in den 30ern des zwanzigsten Jahrhunderts. In der wichtigsten Wirtschaftsmetropole Asiens gibt es eine internationale Siedlung. Dort lebt der achtjährige Christopher Banks mit seinen Eltern. Der Vater arbeitet für eine englische Handelsgesellschaft, die Mutter ist eine engagierte Kämpferin gegen den Handel mit Opium. Die Engländer importieren dieses Rauschmittel, um die Einheimischen gefügig zu machen. Innerhalb weniger Wochen verschwinden Christophers Vater und seine Mutter. Der Junge wird zu einer entfernten Tante nach England geschickt und wächst dort in einem Internat auf. Schon als Kind hat er in Shanghai mit seinem japanischen Freund Akira Detektiv gespielt und diese Leidenschaft macht er schließlich zu seinem Beruf. Er wird erfolgreich und angsehen, doch sein größter Fall scheint kein gutes Ende zu nehmen. Der Opiumhandel der Engländer in China ist eine große Sache, über die ich bis zu diesem Buch zu wenig wusste. Ishiguro ist ein guter Schriftsteller. Das sind zwei Pluspunkte für dieses Buch. Doch die Handlung ist mir zu träge. Die Abschnitte enden oft mit einem Spannungsmoment, das einen reizt auch den nächsten Abschnitt noch zu lesen, doch oft wird man enttäuscht, weil es sich nur um Details am Rande handeln. Kurz, das Buch ist nicht rund, es scheint mir eine Stilübung für das spätere, wesentlich bessere "Alles was wir geben mussten" zu sein,

    Dec 27, 2025

3 of 8 reviews

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