Zwei Leben
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ewald Arenz wurde 1965 in Nürnberg geboren. Seine Romane und Theaterstücke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Mit seinen Romanen »Alte Sorten« und »Der große Sommer« stürmte er die SPIEGEL Bestsellerlisten. »Der große Sommer« wurde 2021 zum »Lieblingsbuch der Unabhängigen« gewählt. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.
Beiträge
Zu Tränen gerührt lässt mich das Buch zurück!
Ewald Arenz hat mit "Zwei Leben" ein zauberhaftes Buch geschrieben. Die berührende Geschichte spielt Anfang der 1970er Jahre in Salach, einem Dorf in Süddeutschland. Die Bewohner*innen sind Bauern seit Generationen und durch schwere körperliche Arbeit gezeichnet. Keine Zeit, kein Raum für Firlefanz wie spannende Reisen, schöne Kleider oder romantische Liebe. Gertrud, die Frau des Dorfpfarrers sucht aber genau das. Nach 20 Jahren auf dem Land an der Seite ihres Mannes steht ihr der Sinn nach Abenteuern, die sie in Salach nicht finden wird. Und dann ist da noch Roberta , Tochter des Hofs von gegenüber. Sie hat gerade ihre Ausbildung zur Schneiderin in der Fabrik in der Stadt abgeschlossen. Nun kehrt sie zurück nach Salach, aus Pflichtgefühl gegenüber den Eltern, die den Hof auf Dauer nicht ohne sie bewirtschaften können. Eigentlich träumt sie aber davon, Entwürfe und Schnitte für Modelinien zu entwerfen und ihr großartiges Talent auszuleben. Zurück in Salach trifft sie auf ihren Schulfreund in Salach trifft sie Wilhelm wieder, den Sohn von Gertrud. Zwischen den beiden entspannt sich eine zarte Liebesbeziehung, die Ewald Arenz sehr feinfühlig und niemals kitschig beschreibt. Beide Frauen müssen im Laufe der Geschichte wichtige Entscheidungen treffen. Werden sie Salach verlassen, um ihren Traum zu leben? Besonders gefallen hat mir Robertas Großvater. Ein feiner Mensch, der ihr in schwierigen Situationen zur Seite steht und eine Stütze ist. Durch die besondere Sprache, die gut in das dörfliche Leben der 1970er Jahre passt, wirken die Protagonist*innen sehr echt und man kann sich sehr gut in sie hineinfühlen. Ein Buch, dass Hoffnung gibt und für das ich eine dringende Leseempfehlung abgeben muss.
Schöner Roman, aber…
Auch wenn der Roman mir wirklich gefallen hat, gab es doch zwei Aspekte, die mich gestört haben: Zu Beginn ist es mir erst einmal wirklich schwer gefallen, in die Geschichten der beiden Protagonistinnen reinzukommen, woran das lag, konnte ich nicht wirklich festmachen, aber alles fühlte sich zäh und schwer an. Langsam bringt es mich außerdem bei Ewald Arenz und damit auch bei Dumont als Verlag auf die Palme, dass es nicht einmal Verweise dazu gibt, dass politisch inkorrekte Sprache der Authentizität halber genutzt wird - das wäre das Mindeste. Was mir am Roman gefallen hat, waren die Atmosphäre und die Naturbeschreibungen, die mich endlich wieder an „Alte Sorte“ erinnert haben und auch, dass die Charaktere wieder nachvollziehbarer waren als beispielsweise bei „Die Liebe an miesen Tagen“. Außerdem war die Handlung nicht vorhersehbar und Arenz hat sich in Auseinandersetzung mit der Grundthematik wirklich Zeit gelassen und Empathie für die Charaktere erzeugt. An einer Stelle (wer „Zwei Leben“ gelesen hat, weiß, welche Stelle ich meine) war ich ehrlich schockiert und betroffen, das hat Arenz bisher mit keinem seiner Romane bei mir ausgelöst. Deshalb bin ich auf jeden Fall froh, dass ich den Roman trotz der Anfangsschwierigkeiten weitergelesen und beendet habe.
Melancholisch, berührend, tragisch aber auch hoffnungsvoll.
Es konnte mich nicht ganz so abholen wie " Der große Sommer ". Aber es ist definitiv lesenswert. Es ist eine ruhig erzählte Geschichte, zart und Gefühlvoll. Am Anfang konnte ich nur schwer den Geschehnisse folgen, hatte immer das Gefühl etwas überlesen zu haben. Die Liebesgeschichte fand ich authentisch und berührend. Die letzten 100 Seiten haben mich zuerst zerstört, ich weine nicht oft beim Lesen aber hier konnte ich meine Gefühle nicht mehr im Zaun halten, danach wurde mein Herz wieder geflickt. Die letzten 100 Seite sind grandios, funktioniert aber nicht ohne der Vorgeschichte.

Ich hätte nicht gedacht, dass mir diese Geschichte so gut gefallen würdr. Am Anfang war es ein typischer Roman über das Leben auf dem Land in den frühen 70er Jahren. Aber dann verändert ein Schicksalsschlag alles. Die Art, wie der Autor diese Zeit beschrieben hat, hat mich sehr berührt, man konnte den Schmerz praktisch greifen. Ich finde es immer schwierig, wie solche Geschichren enden, aber hier wurde sie perfekt abgerundet.
Wilder Freiheitsdrang
Ewald Arenz hat es geschafft, dass ich Roberta verstehen konnte, die sich einerseits im Dorf gefangen fühlt, aber gleichzeitig dieses Dorf nie verlassen will. Dieses Gefühl zwischen Heimat, Verpflichtung und dem Wunsch der Selbstverwirklichung war für mich sehr besonders. Genau wie die dörfliche Idylle und die Atmosphäre die er für mich wie kein zweiter beschreiben und vor meinem geistigen Auge heraufbeschwören kann. In der Mitte hatte es für mich ein paar Längen, da hätte die Geschichte gut und gerne ein paar Seiten weniger verkraftet, trotz allem für mich wieder ein klassischer und wundervoller Arenz.
Da war wieder Ewald Arenz wie wir ihn kennen, Eindrücklich, bildgewaltig und empatisch. Ich war so in die Geschichte von Roberta und Wilhelm hineingesogen, dass ich die Nacht durchgelesen habe. Kindheitsfreunde, aber doch so unterschiedliche Perspektiven. Ich hätte mir so gewünscht, dass sie den Weg gemeinsam gehen können. Ich habe mich mitgefreut und mitgelitten. Auch Wilhelms Mutter , die ja die zweite Hauptperson ist und Robertas Opa waren mir sehr ans Herz gewachsen. Gertrud, die nie wirklich in diesem Dorf angekommen ist kann ich am besten verstehen. Ich bin ebenfalls 1972 aus der Großstadt in ein kleines Dorf verpflanzt worden und habe 29 Jahre gebraucht, dort wegzukommen. Eine absolute Empfehlung von !
Freud und Leid so nah
"Zwei Leben" von Ewald Arenz beginnt gemächlich und erlaubt es dem Leser, sich in die Seelen der Charaktere einzufühlen. Die Geschichte entfaltet sich zu einer berührenden Erzählung über Liebe und Verlust. Das Ende ist so bewegend, dass es tief berührt und zum Nachdenken anregt. Arenz schafft es, die Komplexität menschlicher Beziehungen einfühlsam darzustellen. Ein eindrucksvolles Buch, das mit emotionaler Tiefe fesselt.
Eine in leisen Tönen erzählte Frauen- und Familiengeschichte, die einen nicht unberührt lässt
Ewald Arenz hat es mit seinem Roman "Zwei Leben" verstanden in leisen Tönen, die Geschichte von Roberta, Gertrud, Wilhelm und Herrmann zu erzählen, wobei der Fokus auf den beiden Frauen liegt. Beide sind Teil der Dorfgemeinschaft und auch wieder nicht. Als Roberta nach ihrer Schneiderlehre zurückkehrt auf den elterlichen Hof, ist ihr klar, dass sie nach Salach gehört, auch wenn sie von anderen Dingen träumt. Gertrud ist als Pfarrersfrau nicht glücklich, seit 20 Jahren steckt sie fest, findet keinen Ausweg aus der Enge des Dorfes - erst als sie ihren Bruder auf einer Vortragsreise begleitet findet sie den Mut, ihre Wünsche deutlich zu machen und zu gehen. Mit Gertruds Sohn Wilhelm findet Roberta für kurze Zeit das Glück, sie träumt von Paris, Mode und einem Leben fernab der Eltern. In zarten Worten gelingt es Arenz die Frage danach zu stellen, was Heimat ausmacht und wie sehr die Wurzeln von daheim einen binden bzw. anbinden können oder ob sie einem die Kraft geben neue Wege zu gehen.
Vom ruhigen Anfang bis zur herzzerreissenden Wendung
Ich ging dieses Buch unbefangen an und erwartete eine grundsätzlich positive Lektüre. Der Autor konnte mich mit seinem atmosphärischen Schreibstil von der ersten Seite an fesseln. Die Beschreibungen von Natur und Dorfleben malten lebendige Bilder in meinen Kopf, sodass ich beim Lesen das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Arenz hat einen raffinierten Aufbau geschaffen, der mich darüber hinwegtröstete, dass der Verlauf der Geschichte bis zum eigentlichen Twist eher ruhig verlief und mir dadurch einige Längen entstanden. Doch dann kam die Wendung, und mit ihr die intensiven Emotionen der Tragik. Ich war darauf nicht vorbereitet und hatte diese Entwicklung nicht kommen sehen. Ich litt mit den Hauptfiguren mit, und das Buch wurde zu einem echten Tränenbringer. Zum Glück gab es noch einen weiteren Handlungsstrang, der mir half, das Ganze zu verarbeiten. Besonders die Beziehung zwischen Roberta und ihrem Grossvater hat mir sehr gut gefallen und war für mich eine schöne Ergänzung. Als Leserin hätte ich mir eine etwas positivere Geschichte gewünscht, da ich nicht auf so viel Drama eingestellt war. Ich hatte nur den Klappentext gelesen, nicht die ausführliche Buchbeschreibung im Online-Bestellshop. Diese gibt mehr preis, und hätte ich vor der Lektüre diese Zusammenfassung gelesen, hätte ich die Richtung der Geschichte besser einschätzen können. Das hätte mich auf die emotionalen Momente vorbereitet, aber gleichzeitig hätte ich dadurch auch die unerwartete Wendung und die damit verbundenen Gefühle vermieden.
Mit Zwei Leben hat mich Ewald Arenz einmal mehr mit seinem feinsinnigen, atmosphärischen Schreibstil begeistert. Er versteht es, Situationen so zu beschreiben, dass sie mit allen Sinnen erlebbar werden – man fühlt sich mittendrin. Die Geschichte über Liebe, Freundschaft, Familie und Tod hat mich an vielen Stellen tief berührt: mal traurig, mal voller Freude. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit und emotionaler Tiefe macht den Roman so besonders. Ein bewegendes, schön geschriebenes Buch, das zeigt, wie nah Schmerz und Glück beieinanderliegen können.
Nachdenklich, berührend, poetisch
Bewertung: Must Read Zwei Leben von Ewald Arenz ist ein ganz besonderer Roman über zwei unterschiedliche Frauen und ihr Leben um 1971. Roberta kommt nach ihrer Schneiderlehre in der Stadt zurück ins Dorf um den elterlichen Bauernhof mit zu bestellen. Gertrud ist die Frau des Pfarrers, Mutter von Robertas Kindheitsfreund Wilhelm, und im Dorf nie angekommen. Beide Frauen sehnen sich nach „mehr“ und dem Leben außerhalb des Dorfes. Ich habe anfangs gebraucht, um in das Buch reinzukommen. Das lag vor allem an der Sprache, die an das Jahr 1971 angepasst ist. Zudem ist es auch erst ein Ankommen in den Leben der beiden Frauen und der geschilderten Zeit und der einhergehenden Lebensumstände. Ich habe diese (gefühlte) Enge und Starrheit so fühlen können, diesen Wunsch und die Sehnsucht nach mehr als das Dorf. Die Liebesgeschichte von Roberta war sehr schön dargestellt und die Beziehung zu ihrem Opa war mein Highlight. So schön, wie sie füreinander da sein und sich öffnen konnten. Das tragische Ereignis hat mich sehr berührt und ab da hat die Geschichte eine Sogwirkung auf mich gehabt. Mir haben „Alte Sorten“, „der große Sommer“ und „die Liebe an miesen Tagen“ alle gut bis sehr gut gefallen, „Zwei Leben“ ist jedoch bisher das Highlight für mich unter Ewald Arenz‘ Büchern. Es ist berührend und mit einem so schönen Blick auf die einzelnen besonderen Beziehungen. Es kommt ruhig daher und dann mit einer starken Wucht, die mich bewegt hat. Ich freue mich auf noch kommende Romane von Ewald Arenz.
Ein wunderbares Buch sowohl textlich wie auch inhaltlich.
Es sind meist Millisekunden, die den Lebensweg auf andere Gleise setzen, uns in andere andere Richtung als geplant fahren lassen. In diesem Buch wird das besonders deutlich. Und es sind gleich zwei Frauen, denen das passiert. Roberta hat eine Schneiderlehre absolviert, und sehnt sich danach, eine große Modedesignerin zu werden. Nichtsdestotrotz kehrt sie zum Hof der Eltern in Süddeutschland zurück. Es ist selbstverständlich, dass sie als einzige Tochter dort mit anpacken muss. Träumen ist zwar erlaubt, doch die Realität ist eine andere und sie liebt das Leben auf dem Land, die Gerüche, die Geräusche, die gewohnten Tätigkeiten und Routinen. Gertrud, die Frau des Pfarrers, hatte ebenfalls Paris im Kopf, aus anderen Gründen. Sie lebt seit 20 Jahren im gleichen Ort wie Roberta, wird dort aber nicht heimisch. Das Landleben erfüllt sie nicht. Das Bindeglied zwischen beiden ist Wilhelm, Gertruds Sohn und Robertas Freund aus Kindertagen. Die Liebe der beiden Frauen zu dem offenen optimistischen jungen Mann ist tief und gibt ihrem Leben Inhalt. Während Gertrud versucht, aus ihrem Rahmen auszubrechen erlebt Roberta Monate der ersten Liebe voller Kribbeln und Herzklopfen. Beide Frauen kommen an einem Punkt, an dem sich alles verändert. Ewald Arenz hat wieder einmal einen Roman voller Atmosphäre und Menschlichkeit geschrieben. Die Dichte des Erzählstils, zieht einen sofort in das Geschehen rein. Man riecht Heu und Gülle, spürt Sonne und Regen und die Härte der Arbeit wird ebenfalls spürbar. Er ist ruhig und fließend, entschleunigend, obwohl die Emotionen beim Lesen in Aufruhr geraten. Allein das Zeitgefühl der Siebziger wollte sich bei mir nicht anstellen. Ich hatte immer wieder Bilder der 50er/60er im Kopf. Aber auf dem Land ticken die Uhren anders und somit passt es auch wieder. Auch die Gefühle der Protagonist*innen werden erlebbar. Dabei leben und leiden wir nicht nur mit Roberta und Gertrud, sondern auch mit den Nebenfiguren. Mir haben es der Großvater und auch Georg sehr angetan. Beide sind Zugpferde, die die Geschichte voranbringen. Viele Fäden, grobe und feine, verbinden sich zu einem gewebten Plot, der genauso changiert wie das Hemd von Wilhelm und auch wenn Löcher entstehen, so haben wir am Ende doch ein Textgewebe über das man streicht und sich an seiner Schönheit erfreut. Ein Buch in das man versinkt und das große Emotionen bei mir hervorgerufen hat. Lese Empfehlung!
"So, dass man sterben will, weil man es nicht aushält." Trügerisches Wohlbefinden im bezaubernden Sprachstil
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Den Wechsel im Gespräch der beiden Protagonistinnen oder in gemeinsamen Situationen hat mir gut gefallen. Zum Glück hält der Roman nicht, was er zunächst vorgibt zu sein. Das wäre mir zu rund, zu kitschig gewesen. Die Wendung macht das Buch realistischer - das Leben ist unberechenbar. Nichts ist perfekt. Der Schreibstil von Arenz war gewohnt bezaubernd. Es entstand ein sehr guter Lesefluss. Die Anzahl der Charaktere war genau Recht und besonders die Beziehung zu dem Opa wurde schön gezeichnet. Für mich einer der besten Werke Arenz, welcher die Zerrissenheit zwischen Pflicht und Traum aufgreift.
Das Buch habe ich aufgrund der vielen positiven Meinungen zum Autor gekauft. Das schöne Cover hat vermutlich auch zum Kauf beigetragen. Meine Erwartungen waren dementsprechend daher hoch, vermutlich zu hoch. Ich bin leider überhaupt nicht warm geworden mit diesem Schreibstil. Diese Ein-, Zwei-, Dreiwortsötze sowie unvollständigen Sätze und seltsame Kommasetzung haben mich extremst gestresst und ich fand es sehr anstrengend zu lesen. Die Geschichte an sich ist okay und plätschert so dahin, der Schluss war allerdings sehr heftig und ließ mich mit einem Kloß im Hals zurück. Es gibt von mir keine Empfehlung für das Buch ehrlicherweise, denn es ließ mich auch sehr melancholisch nach dem Lesen zurück.

"Es war heiß, aber es ging ein Wind. Der Staub, der in der Nachmittagssonne in gelben Wolken vom Mähdrescher aufstieg, roch ein wenig nach trockenem Gras, nach Stroh natürlich, aber mit einem feinen Hauch von Brot, das der Weizen einmal sein würde." Ewald Arenz' Roman 'Zwei Leben' ist vielleicht sein traurigster bisher. Melancholisch und berührend schildert der Autor das Leben zweier Frauen Anfang der 1970er Jahre in einem kleinen Dorf im Fränkischen. Und obwohl die beiden aus unterschiedlichen Generationen stammen, eint sie das Wissen, dass das Leben für sie Anderes, Größeres bereithält, als das piefige Klein und Klein in der Enge des heimatlichen Dorfes. Arenz schreibt wie immer gekonnt, berührend und nachvollziehbar, mit feinem Gespür für die tiefen Emotionen seiner Protagonistinnen. Ich mag seinen Schreibstil sehr.
Roberta kommt nach Beendigung ihrer Schneiderlehre zurück in ihr Heimatdorf. Hier auf dem Bauernhof ihrer Eltern scheint das Leben stillzustehn. Man lebt und arbeitet entsprechend der Jahreszeiten. Alles wiederholt sich, alles erscheint eintönig, unveränderter. Sogar die Gespräche in der Familie. Als sie sich verliebt kommt Bewegung in ihr Leben. Und als sie anfängt sich für die Geschichten der Mitmenschen, speziell des Großvaters, zu interessieren, erfährt sie erstaunliches. Sie erlebt, dass nichts glatt läuft und trifft Entscheidungen, die das Leben vieler verändern. Und auch Getraude geht ihren Weg entgegen dem Zeitgeist der siebziger Jahre - und auch wieder nicht. Spannend, atmosphärisch dicht, auf schlichte Weise tiefsinnig, fühlt man sich mitgenommen in die Höhen und Tiefen der Ereignisse. Man erspürt, wie die Charaktere reifen, auch wenn nicht immer gute Entscheidungen getroffen werden. Besonders gefallen hat mir die Beschreibung des bäuerlichen Lebens das ca. ein Jahr umfasst. Man kann riechen und fühlen, die Geräusche der Tiere hören. Auch wenn mir persönlich die Charaktere der beiden Frauen nicht so nahe gekommen sind, hat mich ihr doch Schicksal gefesselt und ich habe es gern gelesen.
Großartig! Ein typischer Ewald Arenz Roman
Lebensentscheidungen Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt dieses Roman‘s. Roberta kommt 1971 nach Abschluss ihrer Schneiderlehre zurück in ihr Heimatdorf Salach. Dort besitzen ihre Eltern einen Bauernhof, und als einziges Kind wird von ihr erwartet, dass sie den Hof einmal übernehmen soll. Ihre Träume von der großen weiten Welt, von Paris und der Mode, die sie gerne entwerfen möchte, sind, so muß sie sich eingestehen, unrealistisch, denn ihre Eltern werden älter und brauchen ihre Hilfe. Es ist auch nicht so, dass sie das Leben auf dem Bauernhof nicht mögen würde. Sie ist hier aufgewachsen und liebt ihre Heimat. Sie verliebt sich in den Pfarrerssohn Wilhelm, der jedoch bald zum Studieren in die Stadt gehen wird. Wilhelm‘s Mutter Gertrud ist die 2. Frau, deren Leben vom Autor genauer beleuchtet wird. Sie ist mit ihrem Mann, dem Pfarrer aufs Land gezogen, weil es seine erste Anstellung war. Es sollte aber nur vorübergehend sein, denn Gertrud wollte immer lieber in einer Stadt leben und nicht auf dem Land. Dann kam das Kind und die junge Familie blieb doch im Dorf wohnen. Die Pfarrersfrau ist jedoch nie ganz heimisch geworden in der dörflichen Enge, und das hat sich auch mit den Jahren nicht geändert .Je mehr Jahre vergehen, desto unglücklicher wird sie. Es war ein intensives und berührendes Buch über zwei Frauen, die hin und hergerissen werden zwischen dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und dem Pflichtgefühl und den gesellschaftlichen Erwartungen. Mit sehr viel Empathie und Wärme zeigt der Autor auf, wie nah Freude und Leid, Leben und Tod beieinander liegen. Ewald Arenz nimmt mal die eine, mal die andere Perspektive ein und kann sich wirklich erstaunlich gut in seine weiblichen Protagonistinnen hineindenken. Es sind aber nicht nur die Frauen in dem Buch, die einem ans Herz wachsen, auch Männer wie Wilhelm oder Roberta‘s Opa, der ihr ein wichtige Bezugsperson ist, sind ganz tolle, authentische Charaktere. Neben der Figurenzeichnung ist der Autor auch ein Meister der Naturbeschreibungen. Ich bin wieder sehr begeistert von dem neuen Roman von Ewald Arenz und kann ihn nur wärmstens empfehlen.
Wieder mal ein fantastischer Arenz!
,,Selbst wenn du ganz und gar verzweifelt bist, dann spürst du diese Verzweiflung nur, weil du lebst. Als tote spürst du gar nichts mehr. Und das ist alles. Solange du lebst, ist immer noch irgendwo Luft zum Atmen'' Wir schreiben das Jahr 1971 – ein kleines Dorf im Süden Deutschlands. Roberta und Gertrud, die Mutter von Wilhelm, scheinen für das Dorfleben bestimmt zu sein, doch beide träumen von etwas Größerem! Nach ihrer Schneiderlehre kehrt Roberta auf den Hof ihres Vaters und Großvaters zurück. Doch ihr großer Traum von der Modewelt lässt sie nicht los. Zunächst trifft sie auf ihre erste große Liebe, Wilhelm, mit dem sie einiges erlebt. Während Wilhelm studieren möchte, zieht es Roberta hinaus in die Welt – ihre Wege müssen sich früher oder später trennen. Dann folgt ein Plottwist, mit dem ich nicht gerechnet habe und der mich sprachlos zurück ließ! Gertrud fühlt sich in ihrem Leben als „Mutter und Ehefrau auf dem Dorf“ gefangen. Sie weiß, dass sie fortmuss – nur wie, das ist ihr noch unklar. Ihre Zerrissenheit wird schmerzlich deutlich. Dieser Roman ist, wie man es von Ewald Arenz gewohnt ist, geprägt von einer atmosphärischen Sprachgewalt und schafft es, mit nur wenigen Sätzen mitten ins Herz zu treffen. Er ist leise und ruhig, doch zugleich kraftvoll, verletzlich und herzerwärmend. Die Beschreibungen der Protagonist*innen sind sehr fein und ermöglichen eine lebendige Vorstellung. Besonders berührt hat mich die Verbindung zwischen Roberta und ihrem Großvater, der sich vom mürrischen Griesgram allmählich in einen liebevollen und fürsorglichen Großvater verwandelt. Ein Coming-of-Age Roman mit einer definitiven Leseempfehlung meinerseits!
Es ist ein leichter Einstieg in die Geschichte. Roberta kommt zurück in das Dorf ihrer Kindheit und auf den Bauernhof ihrer Eltern. Sie ist das einzige Kind. Erinnerungen und Gerüche strömen in sie, an eine glückliche Kindheit und an ihre Freundschaft mit Wolfgang und Wilhelm. "Ich trinke diese Bilder, dachte sie. Ich wusste gar nicht, wie durstig ich war." Es ist das Jahr 1971 und in ihrem Heimatdorf fühlt es sich noch 20 Jahre rückständiger an. Roberta ist gerne auf dem Hof, sie mag die harte Arbeit. Aber da ist immer diese Sehnsucht in ihr, nach Paris, der Stadt der Mode. Ganz anders als Wilhelms Mutter, die niemand Gertrud nennt, sondern nur die Pfarrersfrau, das ist jetzt ihre Identität. Nie ist sie wirklich heimisch geworden, immer hatte sie die Hoffnung bald wieder in de Stadt ziehen zu können. So plätschert die Geschichte in den beiden Erzählsträngen vor sich hin, das ich fast abgebrochen hätte. Doch dann nimmt der Roman auf einmal Fahrt auf, steuert mit Macht auf eine Tragödie zu und überrollt einen. Richtig geliebt habe ich die Teile des Buches, in denen es um Robertas Opa ging und um seine große Liebe. Es ist ein Buch der Sehnsüchte und der Entscheidungen die man im Leben treffen muss, auch wenn sie noch so schwer sind. Den Anfang müsst ihr überstehen, dann sehr große Leseempfehlung!
Dies war mein erster "Arenz"...
.... und es wird bestimmt nicht mein Letzter sein! Der Autor schafft mühelos die Gratwanderung zwischen ausreichend bildlicher Beschreibung um den Leser perfekt in die Geschichte eintauchen zu lassen und seitenlangen belanglosen und langweiligem blabla. Dieses Buch liest sich sehr authentisch. Eine schöne, wenn auch stellenweise recht traurige Geschichte.
Ich habe diesmal etwas gebraucht, um reinzukommen. Das Buch plätschert am Anfang lange vor sich hin. So dauert es etwas, bis man ein Gefühl bekommt, wo die Reise hingeht. Das Setting hat mich an Alte Sorten erinnert. Die Bilder, die Gerüche, die Farben. Ich liebe Ewald Arenz' Sprachstil und seine Art Umgebung und Figuren zu beschreiben. Wo es sich am Anfang gezogen hat, war eine andere Sache an einem Punkt für mich zu schnell vorbei und ungeklärt, das fand ich schade. Danach ging es gefühlt sehr schnell zu Ende, wo man doch gerade erst in der Handlung angekommen war. Aber unabhängig davon, wie immer absolut lesenswert.
Was für ein wunderbarer Roman!
Einfühlsam erzählt Ewald Arenz über miteinander verknüpfte Leben, 1971 in einem kleinen, ländlichen Ort in Süddeutschland. Das bäuerliche Leben folgt eigenen Regeln, die mit den neuen Strömungen von Feminismus, Mode, Aufarbeitung von Kriegstraumata… nichts gemein haben. Alles an diesem Buch berührt, die menschlichen Schicksale, die unerwarteten Wendungen in der Handlung, die unüberbrückbar scheinenden Unterschiede von Pflichtgefühl & Heimat mit Selbstermächtigung & weiter Welt. Wechselweise aus der Sicht der 2 Frauen/2 Leben von Gertrud und Roberta geschrieben, entwickelt der Text eine so wohltuende Tiefe, dass man beim Lesen völlig eintaucht in die Gedanken und Emotionen der Charaktere – zum Weinen schön! Ein großartiges Leseerlebnis mit unbedingter Leseempfehlung!
Berührend und ehrlich! 🍀
Ich habe fast jeden Roman von Ewald Arenz gelesen. Ich bin tatsächlich auch ein kleiner Fan. Diesmal ist es mir etwas schwer gefallen reinzukommen, aber gegen Ende habe ich auch diesen Roman wieder verschlungen. Es ist einfach sehr poetisch und ehrlich 😊 man sympathisiert mit den Figuren und erlebt die Emotionen, wenn man sich einlässt.
Ewald Arenz ist für mich ein Garant für gute Geschichten. So habe ich z.B. die Romane"Alte Sorten" oder "Die Liebe an miesen Tagen" sehr geliebt. Und auch nach dem Klappentext von "Zwei Leben" habe ich mich sehr auf sein neues Buch gefreut - und bin vermutlich mit zu hohen Erwartungen an den Roman herangegangen. Damit will ich nicht sagen, dass der Roman eine Enttäuschung war, aber so richtig gepackt hat er mich erst im letzten Drittel - dann aber richtig mit dickem Kloß im Hals. Bis dahin plätscherte die Geschichte eher so vor sich hin und ich habe mich ein ums andere Mal dabei ertappt, dass ich quer lesen wollte - die Atmosphäre hat mich diesmal nicht so fesseln können.
Meisterwerk
Was für ein Buch. Ich liebe einfach alles an dieser Geschichte Sie macht Mut. Vermittelt ganz viel Hoffnung und gibt Kraft. Ich war so traurig als die letzte Seite gelesen war! „Zwei Leben“ wird für immer ein besonderen Platz in meinem Herzen haben! Nun freu ich mich , auf die Lesung von EA im November in Erfurt ! Lest das Buch. Es wird euch auf ganz wunderbare Weise ein ganz warmes Gefühl vermitteln! ❤️
Eine Geschichte die noch sehr lange nachhallt🥹
"Zwei Leben", von Ewald Arenz, konnte ich einfach nicht aus der Hand legen. Wir begleiten zwei Frauen im Jahr 1971. Zum einen Roberta (ein Bauernmädchen), die in einem Dorf in Süddeutschland aufwächst. Auf der einen Seite liebt sie ihre Heimat (oder entdeckt ihre Heimat auch wieder neu), auf der anderen Seite zieht es sie raus in die Welt und weg von den vorherbestimmten Meinungen ihres Elternhauses. Außerdem begleiten wir Gertrud, eine Pfarrersfrau, die sich in dem Dorf nie richtig zu Hause fühlte und die selbst auch aus ihrem Leben flüchten will. Während es ausweglos erscheint, kommen gleichzeitig Möglichkeiten mit denen beide nicht rechnen und dann müssen dazu Entscheidungen getroffen werden, die das ganze Leben verändern. Ewald Arenz hat eine gewisse Art zu schreiben, die mich immer berührt, wenn ich seine Bücher lese. Das schaffen nur sehr wenige Autoren🤗. Seine Texte sind nicht nur sanft, sondern laden sich ganz langsam emotional auf, bis dann die Tränen fließen. Gleichzeitig sind sie so treffend, dass sie zum Nachdenken anregen und nachhallen. Hier ist es Teils die Realität von damals, einhergehend mit dem gesellschaftlichen Denken zu dieser Zeit und dem dazugehörigen Generationenkonflikt. Auch wenn ich selber noch nicht zu der Zeit lebte, so nahmen mich beide Frauen mit in ihre Gefühlswelt und in ihre Gedanken. Ich fühlte so mit ihnen mit und gerade ihre Entscheidungen und Schicksale rührten mich zu Tränen. Ein Buch bei dem mir klar war, als ich es aufschlug... das geht tief.😊 Eine klare Leseempfehlung kann ich aussprechen. Haltet nur die Taschentücher bereit. 📖🥹🥰

Erst seicht, dann mitreißend
Am Anfang erinnert „zwei Leben“ mit seiner ländlichen Idylle und den vielen Naturbeschreibungen noch an „Alte Sorten“. Dann plötzlich biegt es in eine völlig andere Richtung ab, die ich nicht habe kommen sehen. Von da an war ich gefesselt und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Sehr emotional und mitreißend geschrieben. Nur der Anfang zog sich leider etwas. Insgesamt hat es mir durch die verschiedenen unvorhersehbaren Wendungen und den emotionalen Schreibstil sehr gut gefallen. Ein sehr schönes Buch über zwei Frauen, die auf den ersten Blick sehr verschieden sind, aber doch mehr gemeinsam haben, als man zunächst meint.
Sehr schöne Geschichte. Ewald Arenz erzählt fesselnd und gut verständlich. Ich konnte mich schnell in die Charaktere einfühlen und mitfiebern. Die Beziehungen der Person nachfühlen und ihr Leben und die Entscheidungen verstehen. Ergreifende Geschichte, kurzweilig und sehr lesenswert. Schreibt gern mal, wie es euch gefallen hat.
ZWEI LEBEN Ewald Arenz 1971: Die junge Roberta kehrt nach ihrer Ausbildung als Schneiderin zurück auf den elterlichen Hof im kleinen Dorf Salach. Eigentlich träumte sie davon, als Schneiderin zu arbeiten, doch in der Fabrik, wo täglich nur Kittel und immer gleiche Schnitte gefertigt wurden, konnte sie sich nicht weiterentwickeln. Zudem ist sie das einzige Kind ihrer Eltern und fühlt sich verpflichtet, den Hof eines Tages zu übernehmen. Dass sie überhaupt eine Lehre machen durfte, war schon ein großes Zugeständnis ihres Vaters. Zurück auf dem Hof begegnet sie Wilhelm, dem Sohn des Pfarrers, wieder. Seit ihrer Kindheit sind sie befreundet, und gemeinsam mit Wolfgang haben sie viele Nachmittage verbracht. Doch irgendetwas hat sich verändert. Es knistert zwischen ihnen, und die Schmetterlinge in ihrem Bauch lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Schließlich verlieben sich die beiden ineinander. Gertrud, die Frau des Pfarrers, fühlt sich schon lange fremd im Dorf Salach. Ihr Sohn steht kurz vor dem Erwachsenenalter und wird nach seinem Zivildienst studieren. Ihr Mann hatte ihr damals versprochen, nur für ein paar Jahre die Pfarrei in dem kleinen Dorf zu leiten. Danach wollten sie in die Stadt ziehen, doch aus den Jahren wurde gefühlt ein ganzes Leben. Während er in seiner eigenen Welt lebt und das Dorf genießt, bleibt ihr Unglück unbemerkt. Als sie die Chance erhält, ihren Bruder auf einer zweimonatigen Tagungsreise durch Europa zu begleiten, nutzt sie die Gelegenheit, um dem Dorf endlich zu entfliehen. Wie diese beiden Schicksale miteinander verwoben sind und wie es weitergeht, müsst ihr allerdings selbst herausfinden. Alle Bücher von Ewald Arenz kenne ich, und „Alte Sorten“ war für mich ein absolutes Highlight. Als ich hörte, dass auch dieses Buch wieder einen Hof als Schauplatz hat, war ich völlig begeistert. Dann wurde es mir sogar als sein bestes Werk angekündigt, und meine Erwartungen waren entsprechend hoch – vielleicht zu hoch. Denn die ersten zwei Drittel plätscherten für mich nur so dahin. Die Naturbeschreibungen sind zwar wunderschön und authentisch, aber nichts wirklich Neues. Erst das letzte Drittel konnte mich richtig fesseln. Es war so berührend, tiefgründig und intensiv, dass ich das Buch (und die Taschentücher) nicht mehr aus der Hand legen konnte. Zusammenfassend würde ich sagen, dass es ein gutes Buch ist. Das Ende hat mich versöhnt, der Schreibstil ist – wie immer bei Arenz – authentisch und lebendig. Er schafft es, einem das Gefühl zu geben, einen langen, heißen Sommer inmitten der schönsten Natur erlebt zu haben. Außerdem gab es kleine Flashbacks, die mich daran erinnerten, dass die Zeit vergeht. Wer von euch erinnert sich noch an die alte Ariel-Trommel, in der man früher Dinge aufbewahrte? 4-/ 5

Sie wohnen im Dorf gegenüber: Gertrud, die Frau des Pfarrers und Roberta, die nach Beendigung ihrer Schneiderlehre wieder ins Dorf zurückkehrt. Auf den ersten Blick haben sie nichts gemeinsam, doch in beiden schlummert eine Sehnsucht. Die Eine möchte unbedingt raus aus der Enge des Dorfes, der Enge ihrer Ehe. Die Andere fühlt sich verbunden mit dem Hof, der Arbeit auf den Feldern, möchte aber lieber Kleider entwerfen.
Ein wunderschönes Buch über Sehnsüchte und Pflichtgefühl, angesiedelt in den 70er Jahren. Aber auch ein Buch über Verlust und Mut.
Tragisch und wunderschön
Ewald Arenz beweist wieder einmal wie dicht Freud und Leid beieinander liegen und dass sowohl das eine als auch das andere zum Leben gehören. Zwei Leben , so unterschiedlich und doch so ähnlich. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Autoren die so schreckliche Tragödien in so wunderschöne Worte fassen können.
Auch der neue Ewald Lorenz hat mich sehr berührt . Mit wunderbarer Sprache erzählt er die Geschichte von Gertrud und Roberta, überwiegend in zwei Strängen, die beide in ihrem Dorf gefangen sind. Unwissentlich verbindet sie das. Gertrud sehnt sich fort aus dem Dorf und aus ihrer schal gewordenen Ehe. Und dann ist da die junge Roberta, die drei Jahre in der Stadt eine Schneiderlehre absolviert hat, und in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Als einziges Kind wird sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern dringend gebraucht. Robertas wortkarge Eltern würden nie über ihre Gefühle sprechen, auch wenn sie ihre Tochter sehr lieben. Sie sind typische Bauern in den 1970er-Jahren. Alles in allem ist es ein typischer Arenz, der mir wieder gut gefallen hat. Vier Sterne gebe ich sehr gern.
🚜🏘️🐄 < 🎭 > 👗 🏙️👨🏻 Geniale Titelwahl von Ewald Arenz
„Wenn es sowas gäbe wie einen tanzenden Baum, dann wärst du das. Biegsam im Wind und voller Bewegung und dabei mit den Wurzeln tief im Boden.“ Nach „Alte Sorten“ hatte ich ein paar Probleme, in den „neuen“ Schreibstil reinzukommen. Ewald Arenz hat seinen Roman hier in den Anfang der 70er verortet und den Sprachduktus entsprechend angepasst. Leser mit Baujahr <1970 werden sich sofort wohl fühlen. 😃 Die Geschichte sowie die Entwicklungen der Charaktere machen insgesamt Freude. Die dramaturgischen Twists sind glaubwürdig. Die Titelwahl „Zwei Leben“ lässt sich am Ende des Buches auf verschiedene Metaebenen interpretieren. Kenner von Ewald Arenz werden die teilweise „olfaktorische Schreibweise“ wiedererkennen und lieben. Details in seinem Roman lassen sich wieder schmecken und fühlen. Man spürt den Wind, riecht den Sommer und fühlt die Wärme…und auch die Kälte. Mein Lieblingscharakter war der Opa. 👴🏻

Ruhig erzählte, aber intensive Geschichte!
Ewald Arenz erzählt seine Geschichte über zwei Leben ruhig, aber mit einer steigenden Intensität. Ich brauchte zwar etwas, um mich in den Schreibstil und die Geschichte einzufinden. Dann aber hat sie mich mit voller Wucht in den Bann gezogen. Lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so mitgenommen und mitfühlen lassen wie diese. Absolute Leseempfehlung für all jene, die gern ruhig erzählte aber intensive Geschichten lesen.
Roberta kehrt auf den Hof ihrer Eltern zurück um Bäuerin zu sein und den Hof zu übernehmen. Sie träumt heimlich davon Kleider zu entwerfen und von weit entfernten Städten. Doch ihr Weg scheint vorbestimmt und auch damit hat sie sich arrangiert. Sie verliebt sich in Wilhelm, den Sohn des Pfarrers, der auf jeden Fall das Dorf verlassen will. Gertrud ist die Frau des Pfarrers, wohnt auf dem selben Dorf wie Roberta, ist aber mit dem Dorf nie so richtig warm geworden. Sie hat Fernweh und fühlt sich eingeengt. Es fällt ihr immer schwerer zu bleiben und schon bald muss sie Entscheidung treffen. Was für ein wunderbarer, warmherziger Roman. Von Beginn hat hat er mich verzaubert mit der einzigartigen und bildhafte Erzählweise von Ewald Arenz. Man hatte das Gefühl mit allen Sinnen auf dem Dorf zu sein, und die Sehnsüchte der Protagonisten waren deutlich spürbar. Auch die Geschichte hat so einige unverhoffte Wendungen zu bieten, die mich überraschten und mitfühlen ließen. Man musste einfach immer weiterlesen. Die Protagonisten sind menschlich. Bestechen durch ihre warmherzige und liebenswerte Art, tiefe Verwurzelung mit ihrem Dorf oder auch ihre Sehnsüchte nach einem anderen Leben. Den Opa hab ich ganz fest in mein Herz geschlossen. Große Empfehlung
Unglaublich berührend
Roberta und Wilhelm haben mich beide begeistert. Ein Buch welches wirklich zum Nachdenken anregt. Es hat mir unglaublich große Freude bereitet vor allem Roberta auf ihrem Weg und ihrer Entwicklung beobachten zu dürfen. Auch die ein oder andere Träne ist geflossen und ich war manchmal auch ziemlich traurig. Ein ganzes Sammelsurium an Emotionen. Ewald Arenz hat sich wieder einmal selbst übertroffen! Ein neues Lieblingsbuch ♥️
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Ewald Arenz wurde 1965 in Nürnberg geboren. Seine Romane und Theaterstücke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Mit seinen Romanen »Alte Sorten« und »Der große Sommer« stürmte er die SPIEGEL Bestsellerlisten. »Der große Sommer« wurde 2021 zum »Lieblingsbuch der Unabhängigen« gewählt. Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.
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Zu Tränen gerührt lässt mich das Buch zurück!
Ewald Arenz hat mit "Zwei Leben" ein zauberhaftes Buch geschrieben. Die berührende Geschichte spielt Anfang der 1970er Jahre in Salach, einem Dorf in Süddeutschland. Die Bewohner*innen sind Bauern seit Generationen und durch schwere körperliche Arbeit gezeichnet. Keine Zeit, kein Raum für Firlefanz wie spannende Reisen, schöne Kleider oder romantische Liebe. Gertrud, die Frau des Dorfpfarrers sucht aber genau das. Nach 20 Jahren auf dem Land an der Seite ihres Mannes steht ihr der Sinn nach Abenteuern, die sie in Salach nicht finden wird. Und dann ist da noch Roberta , Tochter des Hofs von gegenüber. Sie hat gerade ihre Ausbildung zur Schneiderin in der Fabrik in der Stadt abgeschlossen. Nun kehrt sie zurück nach Salach, aus Pflichtgefühl gegenüber den Eltern, die den Hof auf Dauer nicht ohne sie bewirtschaften können. Eigentlich träumt sie aber davon, Entwürfe und Schnitte für Modelinien zu entwerfen und ihr großartiges Talent auszuleben. Zurück in Salach trifft sie auf ihren Schulfreund in Salach trifft sie Wilhelm wieder, den Sohn von Gertrud. Zwischen den beiden entspannt sich eine zarte Liebesbeziehung, die Ewald Arenz sehr feinfühlig und niemals kitschig beschreibt. Beide Frauen müssen im Laufe der Geschichte wichtige Entscheidungen treffen. Werden sie Salach verlassen, um ihren Traum zu leben? Besonders gefallen hat mir Robertas Großvater. Ein feiner Mensch, der ihr in schwierigen Situationen zur Seite steht und eine Stütze ist. Durch die besondere Sprache, die gut in das dörfliche Leben der 1970er Jahre passt, wirken die Protagonist*innen sehr echt und man kann sich sehr gut in sie hineinfühlen. Ein Buch, dass Hoffnung gibt und für das ich eine dringende Leseempfehlung abgeben muss.
Schöner Roman, aber…
Auch wenn der Roman mir wirklich gefallen hat, gab es doch zwei Aspekte, die mich gestört haben: Zu Beginn ist es mir erst einmal wirklich schwer gefallen, in die Geschichten der beiden Protagonistinnen reinzukommen, woran das lag, konnte ich nicht wirklich festmachen, aber alles fühlte sich zäh und schwer an. Langsam bringt es mich außerdem bei Ewald Arenz und damit auch bei Dumont als Verlag auf die Palme, dass es nicht einmal Verweise dazu gibt, dass politisch inkorrekte Sprache der Authentizität halber genutzt wird - das wäre das Mindeste. Was mir am Roman gefallen hat, waren die Atmosphäre und die Naturbeschreibungen, die mich endlich wieder an „Alte Sorte“ erinnert haben und auch, dass die Charaktere wieder nachvollziehbarer waren als beispielsweise bei „Die Liebe an miesen Tagen“. Außerdem war die Handlung nicht vorhersehbar und Arenz hat sich in Auseinandersetzung mit der Grundthematik wirklich Zeit gelassen und Empathie für die Charaktere erzeugt. An einer Stelle (wer „Zwei Leben“ gelesen hat, weiß, welche Stelle ich meine) war ich ehrlich schockiert und betroffen, das hat Arenz bisher mit keinem seiner Romane bei mir ausgelöst. Deshalb bin ich auf jeden Fall froh, dass ich den Roman trotz der Anfangsschwierigkeiten weitergelesen und beendet habe.
Melancholisch, berührend, tragisch aber auch hoffnungsvoll.
Es konnte mich nicht ganz so abholen wie " Der große Sommer ". Aber es ist definitiv lesenswert. Es ist eine ruhig erzählte Geschichte, zart und Gefühlvoll. Am Anfang konnte ich nur schwer den Geschehnisse folgen, hatte immer das Gefühl etwas überlesen zu haben. Die Liebesgeschichte fand ich authentisch und berührend. Die letzten 100 Seiten haben mich zuerst zerstört, ich weine nicht oft beim Lesen aber hier konnte ich meine Gefühle nicht mehr im Zaun halten, danach wurde mein Herz wieder geflickt. Die letzten 100 Seite sind grandios, funktioniert aber nicht ohne der Vorgeschichte.

Ich hätte nicht gedacht, dass mir diese Geschichte so gut gefallen würdr. Am Anfang war es ein typischer Roman über das Leben auf dem Land in den frühen 70er Jahren. Aber dann verändert ein Schicksalsschlag alles. Die Art, wie der Autor diese Zeit beschrieben hat, hat mich sehr berührt, man konnte den Schmerz praktisch greifen. Ich finde es immer schwierig, wie solche Geschichren enden, aber hier wurde sie perfekt abgerundet.
Wilder Freiheitsdrang
Ewald Arenz hat es geschafft, dass ich Roberta verstehen konnte, die sich einerseits im Dorf gefangen fühlt, aber gleichzeitig dieses Dorf nie verlassen will. Dieses Gefühl zwischen Heimat, Verpflichtung und dem Wunsch der Selbstverwirklichung war für mich sehr besonders. Genau wie die dörfliche Idylle und die Atmosphäre die er für mich wie kein zweiter beschreiben und vor meinem geistigen Auge heraufbeschwören kann. In der Mitte hatte es für mich ein paar Längen, da hätte die Geschichte gut und gerne ein paar Seiten weniger verkraftet, trotz allem für mich wieder ein klassischer und wundervoller Arenz.
Da war wieder Ewald Arenz wie wir ihn kennen, Eindrücklich, bildgewaltig und empatisch. Ich war so in die Geschichte von Roberta und Wilhelm hineingesogen, dass ich die Nacht durchgelesen habe. Kindheitsfreunde, aber doch so unterschiedliche Perspektiven. Ich hätte mir so gewünscht, dass sie den Weg gemeinsam gehen können. Ich habe mich mitgefreut und mitgelitten. Auch Wilhelms Mutter , die ja die zweite Hauptperson ist und Robertas Opa waren mir sehr ans Herz gewachsen. Gertrud, die nie wirklich in diesem Dorf angekommen ist kann ich am besten verstehen. Ich bin ebenfalls 1972 aus der Großstadt in ein kleines Dorf verpflanzt worden und habe 29 Jahre gebraucht, dort wegzukommen. Eine absolute Empfehlung von !
Freud und Leid so nah
"Zwei Leben" von Ewald Arenz beginnt gemächlich und erlaubt es dem Leser, sich in die Seelen der Charaktere einzufühlen. Die Geschichte entfaltet sich zu einer berührenden Erzählung über Liebe und Verlust. Das Ende ist so bewegend, dass es tief berührt und zum Nachdenken anregt. Arenz schafft es, die Komplexität menschlicher Beziehungen einfühlsam darzustellen. Ein eindrucksvolles Buch, das mit emotionaler Tiefe fesselt.
Eine in leisen Tönen erzählte Frauen- und Familiengeschichte, die einen nicht unberührt lässt
Ewald Arenz hat es mit seinem Roman "Zwei Leben" verstanden in leisen Tönen, die Geschichte von Roberta, Gertrud, Wilhelm und Herrmann zu erzählen, wobei der Fokus auf den beiden Frauen liegt. Beide sind Teil der Dorfgemeinschaft und auch wieder nicht. Als Roberta nach ihrer Schneiderlehre zurückkehrt auf den elterlichen Hof, ist ihr klar, dass sie nach Salach gehört, auch wenn sie von anderen Dingen träumt. Gertrud ist als Pfarrersfrau nicht glücklich, seit 20 Jahren steckt sie fest, findet keinen Ausweg aus der Enge des Dorfes - erst als sie ihren Bruder auf einer Vortragsreise begleitet findet sie den Mut, ihre Wünsche deutlich zu machen und zu gehen. Mit Gertruds Sohn Wilhelm findet Roberta für kurze Zeit das Glück, sie träumt von Paris, Mode und einem Leben fernab der Eltern. In zarten Worten gelingt es Arenz die Frage danach zu stellen, was Heimat ausmacht und wie sehr die Wurzeln von daheim einen binden bzw. anbinden können oder ob sie einem die Kraft geben neue Wege zu gehen.
Vom ruhigen Anfang bis zur herzzerreissenden Wendung
Ich ging dieses Buch unbefangen an und erwartete eine grundsätzlich positive Lektüre. Der Autor konnte mich mit seinem atmosphärischen Schreibstil von der ersten Seite an fesseln. Die Beschreibungen von Natur und Dorfleben malten lebendige Bilder in meinen Kopf, sodass ich beim Lesen das Gefühl hatte, mitten im Geschehen zu sein. Arenz hat einen raffinierten Aufbau geschaffen, der mich darüber hinwegtröstete, dass der Verlauf der Geschichte bis zum eigentlichen Twist eher ruhig verlief und mir dadurch einige Längen entstanden. Doch dann kam die Wendung, und mit ihr die intensiven Emotionen der Tragik. Ich war darauf nicht vorbereitet und hatte diese Entwicklung nicht kommen sehen. Ich litt mit den Hauptfiguren mit, und das Buch wurde zu einem echten Tränenbringer. Zum Glück gab es noch einen weiteren Handlungsstrang, der mir half, das Ganze zu verarbeiten. Besonders die Beziehung zwischen Roberta und ihrem Grossvater hat mir sehr gut gefallen und war für mich eine schöne Ergänzung. Als Leserin hätte ich mir eine etwas positivere Geschichte gewünscht, da ich nicht auf so viel Drama eingestellt war. Ich hatte nur den Klappentext gelesen, nicht die ausführliche Buchbeschreibung im Online-Bestellshop. Diese gibt mehr preis, und hätte ich vor der Lektüre diese Zusammenfassung gelesen, hätte ich die Richtung der Geschichte besser einschätzen können. Das hätte mich auf die emotionalen Momente vorbereitet, aber gleichzeitig hätte ich dadurch auch die unerwartete Wendung und die damit verbundenen Gefühle vermieden.
Mit Zwei Leben hat mich Ewald Arenz einmal mehr mit seinem feinsinnigen, atmosphärischen Schreibstil begeistert. Er versteht es, Situationen so zu beschreiben, dass sie mit allen Sinnen erlebbar werden – man fühlt sich mittendrin. Die Geschichte über Liebe, Freundschaft, Familie und Tod hat mich an vielen Stellen tief berührt: mal traurig, mal voller Freude. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit und emotionaler Tiefe macht den Roman so besonders. Ein bewegendes, schön geschriebenes Buch, das zeigt, wie nah Schmerz und Glück beieinanderliegen können.
Nachdenklich, berührend, poetisch
Bewertung: Must Read Zwei Leben von Ewald Arenz ist ein ganz besonderer Roman über zwei unterschiedliche Frauen und ihr Leben um 1971. Roberta kommt nach ihrer Schneiderlehre in der Stadt zurück ins Dorf um den elterlichen Bauernhof mit zu bestellen. Gertrud ist die Frau des Pfarrers, Mutter von Robertas Kindheitsfreund Wilhelm, und im Dorf nie angekommen. Beide Frauen sehnen sich nach „mehr“ und dem Leben außerhalb des Dorfes. Ich habe anfangs gebraucht, um in das Buch reinzukommen. Das lag vor allem an der Sprache, die an das Jahr 1971 angepasst ist. Zudem ist es auch erst ein Ankommen in den Leben der beiden Frauen und der geschilderten Zeit und der einhergehenden Lebensumstände. Ich habe diese (gefühlte) Enge und Starrheit so fühlen können, diesen Wunsch und die Sehnsucht nach mehr als das Dorf. Die Liebesgeschichte von Roberta war sehr schön dargestellt und die Beziehung zu ihrem Opa war mein Highlight. So schön, wie sie füreinander da sein und sich öffnen konnten. Das tragische Ereignis hat mich sehr berührt und ab da hat die Geschichte eine Sogwirkung auf mich gehabt. Mir haben „Alte Sorten“, „der große Sommer“ und „die Liebe an miesen Tagen“ alle gut bis sehr gut gefallen, „Zwei Leben“ ist jedoch bisher das Highlight für mich unter Ewald Arenz‘ Büchern. Es ist berührend und mit einem so schönen Blick auf die einzelnen besonderen Beziehungen. Es kommt ruhig daher und dann mit einer starken Wucht, die mich bewegt hat. Ich freue mich auf noch kommende Romane von Ewald Arenz.
Ein wunderbares Buch sowohl textlich wie auch inhaltlich.
Es sind meist Millisekunden, die den Lebensweg auf andere Gleise setzen, uns in andere andere Richtung als geplant fahren lassen. In diesem Buch wird das besonders deutlich. Und es sind gleich zwei Frauen, denen das passiert. Roberta hat eine Schneiderlehre absolviert, und sehnt sich danach, eine große Modedesignerin zu werden. Nichtsdestotrotz kehrt sie zum Hof der Eltern in Süddeutschland zurück. Es ist selbstverständlich, dass sie als einzige Tochter dort mit anpacken muss. Träumen ist zwar erlaubt, doch die Realität ist eine andere und sie liebt das Leben auf dem Land, die Gerüche, die Geräusche, die gewohnten Tätigkeiten und Routinen. Gertrud, die Frau des Pfarrers, hatte ebenfalls Paris im Kopf, aus anderen Gründen. Sie lebt seit 20 Jahren im gleichen Ort wie Roberta, wird dort aber nicht heimisch. Das Landleben erfüllt sie nicht. Das Bindeglied zwischen beiden ist Wilhelm, Gertruds Sohn und Robertas Freund aus Kindertagen. Die Liebe der beiden Frauen zu dem offenen optimistischen jungen Mann ist tief und gibt ihrem Leben Inhalt. Während Gertrud versucht, aus ihrem Rahmen auszubrechen erlebt Roberta Monate der ersten Liebe voller Kribbeln und Herzklopfen. Beide Frauen kommen an einem Punkt, an dem sich alles verändert. Ewald Arenz hat wieder einmal einen Roman voller Atmosphäre und Menschlichkeit geschrieben. Die Dichte des Erzählstils, zieht einen sofort in das Geschehen rein. Man riecht Heu und Gülle, spürt Sonne und Regen und die Härte der Arbeit wird ebenfalls spürbar. Er ist ruhig und fließend, entschleunigend, obwohl die Emotionen beim Lesen in Aufruhr geraten. Allein das Zeitgefühl der Siebziger wollte sich bei mir nicht anstellen. Ich hatte immer wieder Bilder der 50er/60er im Kopf. Aber auf dem Land ticken die Uhren anders und somit passt es auch wieder. Auch die Gefühle der Protagonist*innen werden erlebbar. Dabei leben und leiden wir nicht nur mit Roberta und Gertrud, sondern auch mit den Nebenfiguren. Mir haben es der Großvater und auch Georg sehr angetan. Beide sind Zugpferde, die die Geschichte voranbringen. Viele Fäden, grobe und feine, verbinden sich zu einem gewebten Plot, der genauso changiert wie das Hemd von Wilhelm und auch wenn Löcher entstehen, so haben wir am Ende doch ein Textgewebe über das man streicht und sich an seiner Schönheit erfreut. Ein Buch in das man versinkt und das große Emotionen bei mir hervorgerufen hat. Lese Empfehlung!
"So, dass man sterben will, weil man es nicht aushält." Trügerisches Wohlbefinden im bezaubernden Sprachstil
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Den Wechsel im Gespräch der beiden Protagonistinnen oder in gemeinsamen Situationen hat mir gut gefallen. Zum Glück hält der Roman nicht, was er zunächst vorgibt zu sein. Das wäre mir zu rund, zu kitschig gewesen. Die Wendung macht das Buch realistischer - das Leben ist unberechenbar. Nichts ist perfekt. Der Schreibstil von Arenz war gewohnt bezaubernd. Es entstand ein sehr guter Lesefluss. Die Anzahl der Charaktere war genau Recht und besonders die Beziehung zu dem Opa wurde schön gezeichnet. Für mich einer der besten Werke Arenz, welcher die Zerrissenheit zwischen Pflicht und Traum aufgreift.
Das Buch habe ich aufgrund der vielen positiven Meinungen zum Autor gekauft. Das schöne Cover hat vermutlich auch zum Kauf beigetragen. Meine Erwartungen waren dementsprechend daher hoch, vermutlich zu hoch. Ich bin leider überhaupt nicht warm geworden mit diesem Schreibstil. Diese Ein-, Zwei-, Dreiwortsötze sowie unvollständigen Sätze und seltsame Kommasetzung haben mich extremst gestresst und ich fand es sehr anstrengend zu lesen. Die Geschichte an sich ist okay und plätschert so dahin, der Schluss war allerdings sehr heftig und ließ mich mit einem Kloß im Hals zurück. Es gibt von mir keine Empfehlung für das Buch ehrlicherweise, denn es ließ mich auch sehr melancholisch nach dem Lesen zurück.

"Es war heiß, aber es ging ein Wind. Der Staub, der in der Nachmittagssonne in gelben Wolken vom Mähdrescher aufstieg, roch ein wenig nach trockenem Gras, nach Stroh natürlich, aber mit einem feinen Hauch von Brot, das der Weizen einmal sein würde." Ewald Arenz' Roman 'Zwei Leben' ist vielleicht sein traurigster bisher. Melancholisch und berührend schildert der Autor das Leben zweier Frauen Anfang der 1970er Jahre in einem kleinen Dorf im Fränkischen. Und obwohl die beiden aus unterschiedlichen Generationen stammen, eint sie das Wissen, dass das Leben für sie Anderes, Größeres bereithält, als das piefige Klein und Klein in der Enge des heimatlichen Dorfes. Arenz schreibt wie immer gekonnt, berührend und nachvollziehbar, mit feinem Gespür für die tiefen Emotionen seiner Protagonistinnen. Ich mag seinen Schreibstil sehr.
Roberta kommt nach Beendigung ihrer Schneiderlehre zurück in ihr Heimatdorf. Hier auf dem Bauernhof ihrer Eltern scheint das Leben stillzustehn. Man lebt und arbeitet entsprechend der Jahreszeiten. Alles wiederholt sich, alles erscheint eintönig, unveränderter. Sogar die Gespräche in der Familie. Als sie sich verliebt kommt Bewegung in ihr Leben. Und als sie anfängt sich für die Geschichten der Mitmenschen, speziell des Großvaters, zu interessieren, erfährt sie erstaunliches. Sie erlebt, dass nichts glatt läuft und trifft Entscheidungen, die das Leben vieler verändern. Und auch Getraude geht ihren Weg entgegen dem Zeitgeist der siebziger Jahre - und auch wieder nicht. Spannend, atmosphärisch dicht, auf schlichte Weise tiefsinnig, fühlt man sich mitgenommen in die Höhen und Tiefen der Ereignisse. Man erspürt, wie die Charaktere reifen, auch wenn nicht immer gute Entscheidungen getroffen werden. Besonders gefallen hat mir die Beschreibung des bäuerlichen Lebens das ca. ein Jahr umfasst. Man kann riechen und fühlen, die Geräusche der Tiere hören. Auch wenn mir persönlich die Charaktere der beiden Frauen nicht so nahe gekommen sind, hat mich ihr doch Schicksal gefesselt und ich habe es gern gelesen.
Großartig! Ein typischer Ewald Arenz Roman
Lebensentscheidungen Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt dieses Roman‘s. Roberta kommt 1971 nach Abschluss ihrer Schneiderlehre zurück in ihr Heimatdorf Salach. Dort besitzen ihre Eltern einen Bauernhof, und als einziges Kind wird von ihr erwartet, dass sie den Hof einmal übernehmen soll. Ihre Träume von der großen weiten Welt, von Paris und der Mode, die sie gerne entwerfen möchte, sind, so muß sie sich eingestehen, unrealistisch, denn ihre Eltern werden älter und brauchen ihre Hilfe. Es ist auch nicht so, dass sie das Leben auf dem Bauernhof nicht mögen würde. Sie ist hier aufgewachsen und liebt ihre Heimat. Sie verliebt sich in den Pfarrerssohn Wilhelm, der jedoch bald zum Studieren in die Stadt gehen wird. Wilhelm‘s Mutter Gertrud ist die 2. Frau, deren Leben vom Autor genauer beleuchtet wird. Sie ist mit ihrem Mann, dem Pfarrer aufs Land gezogen, weil es seine erste Anstellung war. Es sollte aber nur vorübergehend sein, denn Gertrud wollte immer lieber in einer Stadt leben und nicht auf dem Land. Dann kam das Kind und die junge Familie blieb doch im Dorf wohnen. Die Pfarrersfrau ist jedoch nie ganz heimisch geworden in der dörflichen Enge, und das hat sich auch mit den Jahren nicht geändert .Je mehr Jahre vergehen, desto unglücklicher wird sie. Es war ein intensives und berührendes Buch über zwei Frauen, die hin und hergerissen werden zwischen dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und dem Pflichtgefühl und den gesellschaftlichen Erwartungen. Mit sehr viel Empathie und Wärme zeigt der Autor auf, wie nah Freude und Leid, Leben und Tod beieinander liegen. Ewald Arenz nimmt mal die eine, mal die andere Perspektive ein und kann sich wirklich erstaunlich gut in seine weiblichen Protagonistinnen hineindenken. Es sind aber nicht nur die Frauen in dem Buch, die einem ans Herz wachsen, auch Männer wie Wilhelm oder Roberta‘s Opa, der ihr ein wichtige Bezugsperson ist, sind ganz tolle, authentische Charaktere. Neben der Figurenzeichnung ist der Autor auch ein Meister der Naturbeschreibungen. Ich bin wieder sehr begeistert von dem neuen Roman von Ewald Arenz und kann ihn nur wärmstens empfehlen.
Wieder mal ein fantastischer Arenz!
,,Selbst wenn du ganz und gar verzweifelt bist, dann spürst du diese Verzweiflung nur, weil du lebst. Als tote spürst du gar nichts mehr. Und das ist alles. Solange du lebst, ist immer noch irgendwo Luft zum Atmen'' Wir schreiben das Jahr 1971 – ein kleines Dorf im Süden Deutschlands. Roberta und Gertrud, die Mutter von Wilhelm, scheinen für das Dorfleben bestimmt zu sein, doch beide träumen von etwas Größerem! Nach ihrer Schneiderlehre kehrt Roberta auf den Hof ihres Vaters und Großvaters zurück. Doch ihr großer Traum von der Modewelt lässt sie nicht los. Zunächst trifft sie auf ihre erste große Liebe, Wilhelm, mit dem sie einiges erlebt. Während Wilhelm studieren möchte, zieht es Roberta hinaus in die Welt – ihre Wege müssen sich früher oder später trennen. Dann folgt ein Plottwist, mit dem ich nicht gerechnet habe und der mich sprachlos zurück ließ! Gertrud fühlt sich in ihrem Leben als „Mutter und Ehefrau auf dem Dorf“ gefangen. Sie weiß, dass sie fortmuss – nur wie, das ist ihr noch unklar. Ihre Zerrissenheit wird schmerzlich deutlich. Dieser Roman ist, wie man es von Ewald Arenz gewohnt ist, geprägt von einer atmosphärischen Sprachgewalt und schafft es, mit nur wenigen Sätzen mitten ins Herz zu treffen. Er ist leise und ruhig, doch zugleich kraftvoll, verletzlich und herzerwärmend. Die Beschreibungen der Protagonist*innen sind sehr fein und ermöglichen eine lebendige Vorstellung. Besonders berührt hat mich die Verbindung zwischen Roberta und ihrem Großvater, der sich vom mürrischen Griesgram allmählich in einen liebevollen und fürsorglichen Großvater verwandelt. Ein Coming-of-Age Roman mit einer definitiven Leseempfehlung meinerseits!
Es ist ein leichter Einstieg in die Geschichte. Roberta kommt zurück in das Dorf ihrer Kindheit und auf den Bauernhof ihrer Eltern. Sie ist das einzige Kind. Erinnerungen und Gerüche strömen in sie, an eine glückliche Kindheit und an ihre Freundschaft mit Wolfgang und Wilhelm. "Ich trinke diese Bilder, dachte sie. Ich wusste gar nicht, wie durstig ich war." Es ist das Jahr 1971 und in ihrem Heimatdorf fühlt es sich noch 20 Jahre rückständiger an. Roberta ist gerne auf dem Hof, sie mag die harte Arbeit. Aber da ist immer diese Sehnsucht in ihr, nach Paris, der Stadt der Mode. Ganz anders als Wilhelms Mutter, die niemand Gertrud nennt, sondern nur die Pfarrersfrau, das ist jetzt ihre Identität. Nie ist sie wirklich heimisch geworden, immer hatte sie die Hoffnung bald wieder in de Stadt ziehen zu können. So plätschert die Geschichte in den beiden Erzählsträngen vor sich hin, das ich fast abgebrochen hätte. Doch dann nimmt der Roman auf einmal Fahrt auf, steuert mit Macht auf eine Tragödie zu und überrollt einen. Richtig geliebt habe ich die Teile des Buches, in denen es um Robertas Opa ging und um seine große Liebe. Es ist ein Buch der Sehnsüchte und der Entscheidungen die man im Leben treffen muss, auch wenn sie noch so schwer sind. Den Anfang müsst ihr überstehen, dann sehr große Leseempfehlung!
Dies war mein erster "Arenz"...
.... und es wird bestimmt nicht mein Letzter sein! Der Autor schafft mühelos die Gratwanderung zwischen ausreichend bildlicher Beschreibung um den Leser perfekt in die Geschichte eintauchen zu lassen und seitenlangen belanglosen und langweiligem blabla. Dieses Buch liest sich sehr authentisch. Eine schöne, wenn auch stellenweise recht traurige Geschichte.
Ich habe diesmal etwas gebraucht, um reinzukommen. Das Buch plätschert am Anfang lange vor sich hin. So dauert es etwas, bis man ein Gefühl bekommt, wo die Reise hingeht. Das Setting hat mich an Alte Sorten erinnert. Die Bilder, die Gerüche, die Farben. Ich liebe Ewald Arenz' Sprachstil und seine Art Umgebung und Figuren zu beschreiben. Wo es sich am Anfang gezogen hat, war eine andere Sache an einem Punkt für mich zu schnell vorbei und ungeklärt, das fand ich schade. Danach ging es gefühlt sehr schnell zu Ende, wo man doch gerade erst in der Handlung angekommen war. Aber unabhängig davon, wie immer absolut lesenswert.
Was für ein wunderbarer Roman!
Einfühlsam erzählt Ewald Arenz über miteinander verknüpfte Leben, 1971 in einem kleinen, ländlichen Ort in Süddeutschland. Das bäuerliche Leben folgt eigenen Regeln, die mit den neuen Strömungen von Feminismus, Mode, Aufarbeitung von Kriegstraumata… nichts gemein haben. Alles an diesem Buch berührt, die menschlichen Schicksale, die unerwarteten Wendungen in der Handlung, die unüberbrückbar scheinenden Unterschiede von Pflichtgefühl & Heimat mit Selbstermächtigung & weiter Welt. Wechselweise aus der Sicht der 2 Frauen/2 Leben von Gertrud und Roberta geschrieben, entwickelt der Text eine so wohltuende Tiefe, dass man beim Lesen völlig eintaucht in die Gedanken und Emotionen der Charaktere – zum Weinen schön! Ein großartiges Leseerlebnis mit unbedingter Leseempfehlung!
Berührend und ehrlich! 🍀
Ich habe fast jeden Roman von Ewald Arenz gelesen. Ich bin tatsächlich auch ein kleiner Fan. Diesmal ist es mir etwas schwer gefallen reinzukommen, aber gegen Ende habe ich auch diesen Roman wieder verschlungen. Es ist einfach sehr poetisch und ehrlich 😊 man sympathisiert mit den Figuren und erlebt die Emotionen, wenn man sich einlässt.
Ewald Arenz ist für mich ein Garant für gute Geschichten. So habe ich z.B. die Romane"Alte Sorten" oder "Die Liebe an miesen Tagen" sehr geliebt. Und auch nach dem Klappentext von "Zwei Leben" habe ich mich sehr auf sein neues Buch gefreut - und bin vermutlich mit zu hohen Erwartungen an den Roman herangegangen. Damit will ich nicht sagen, dass der Roman eine Enttäuschung war, aber so richtig gepackt hat er mich erst im letzten Drittel - dann aber richtig mit dickem Kloß im Hals. Bis dahin plätscherte die Geschichte eher so vor sich hin und ich habe mich ein ums andere Mal dabei ertappt, dass ich quer lesen wollte - die Atmosphäre hat mich diesmal nicht so fesseln können.
Meisterwerk
Was für ein Buch. Ich liebe einfach alles an dieser Geschichte Sie macht Mut. Vermittelt ganz viel Hoffnung und gibt Kraft. Ich war so traurig als die letzte Seite gelesen war! „Zwei Leben“ wird für immer ein besonderen Platz in meinem Herzen haben! Nun freu ich mich , auf die Lesung von EA im November in Erfurt ! Lest das Buch. Es wird euch auf ganz wunderbare Weise ein ganz warmes Gefühl vermitteln! ❤️
Eine Geschichte die noch sehr lange nachhallt🥹
"Zwei Leben", von Ewald Arenz, konnte ich einfach nicht aus der Hand legen. Wir begleiten zwei Frauen im Jahr 1971. Zum einen Roberta (ein Bauernmädchen), die in einem Dorf in Süddeutschland aufwächst. Auf der einen Seite liebt sie ihre Heimat (oder entdeckt ihre Heimat auch wieder neu), auf der anderen Seite zieht es sie raus in die Welt und weg von den vorherbestimmten Meinungen ihres Elternhauses. Außerdem begleiten wir Gertrud, eine Pfarrersfrau, die sich in dem Dorf nie richtig zu Hause fühlte und die selbst auch aus ihrem Leben flüchten will. Während es ausweglos erscheint, kommen gleichzeitig Möglichkeiten mit denen beide nicht rechnen und dann müssen dazu Entscheidungen getroffen werden, die das ganze Leben verändern. Ewald Arenz hat eine gewisse Art zu schreiben, die mich immer berührt, wenn ich seine Bücher lese. Das schaffen nur sehr wenige Autoren🤗. Seine Texte sind nicht nur sanft, sondern laden sich ganz langsam emotional auf, bis dann die Tränen fließen. Gleichzeitig sind sie so treffend, dass sie zum Nachdenken anregen und nachhallen. Hier ist es Teils die Realität von damals, einhergehend mit dem gesellschaftlichen Denken zu dieser Zeit und dem dazugehörigen Generationenkonflikt. Auch wenn ich selber noch nicht zu der Zeit lebte, so nahmen mich beide Frauen mit in ihre Gefühlswelt und in ihre Gedanken. Ich fühlte so mit ihnen mit und gerade ihre Entscheidungen und Schicksale rührten mich zu Tränen. Ein Buch bei dem mir klar war, als ich es aufschlug... das geht tief.😊 Eine klare Leseempfehlung kann ich aussprechen. Haltet nur die Taschentücher bereit. 📖🥹🥰

Erst seicht, dann mitreißend
Am Anfang erinnert „zwei Leben“ mit seiner ländlichen Idylle und den vielen Naturbeschreibungen noch an „Alte Sorten“. Dann plötzlich biegt es in eine völlig andere Richtung ab, die ich nicht habe kommen sehen. Von da an war ich gefesselt und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Sehr emotional und mitreißend geschrieben. Nur der Anfang zog sich leider etwas. Insgesamt hat es mir durch die verschiedenen unvorhersehbaren Wendungen und den emotionalen Schreibstil sehr gut gefallen. Ein sehr schönes Buch über zwei Frauen, die auf den ersten Blick sehr verschieden sind, aber doch mehr gemeinsam haben, als man zunächst meint.
Sehr schöne Geschichte. Ewald Arenz erzählt fesselnd und gut verständlich. Ich konnte mich schnell in die Charaktere einfühlen und mitfiebern. Die Beziehungen der Person nachfühlen und ihr Leben und die Entscheidungen verstehen. Ergreifende Geschichte, kurzweilig und sehr lesenswert. Schreibt gern mal, wie es euch gefallen hat.
ZWEI LEBEN Ewald Arenz 1971: Die junge Roberta kehrt nach ihrer Ausbildung als Schneiderin zurück auf den elterlichen Hof im kleinen Dorf Salach. Eigentlich träumte sie davon, als Schneiderin zu arbeiten, doch in der Fabrik, wo täglich nur Kittel und immer gleiche Schnitte gefertigt wurden, konnte sie sich nicht weiterentwickeln. Zudem ist sie das einzige Kind ihrer Eltern und fühlt sich verpflichtet, den Hof eines Tages zu übernehmen. Dass sie überhaupt eine Lehre machen durfte, war schon ein großes Zugeständnis ihres Vaters. Zurück auf dem Hof begegnet sie Wilhelm, dem Sohn des Pfarrers, wieder. Seit ihrer Kindheit sind sie befreundet, und gemeinsam mit Wolfgang haben sie viele Nachmittage verbracht. Doch irgendetwas hat sich verändert. Es knistert zwischen ihnen, und die Schmetterlinge in ihrem Bauch lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Schließlich verlieben sich die beiden ineinander. Gertrud, die Frau des Pfarrers, fühlt sich schon lange fremd im Dorf Salach. Ihr Sohn steht kurz vor dem Erwachsenenalter und wird nach seinem Zivildienst studieren. Ihr Mann hatte ihr damals versprochen, nur für ein paar Jahre die Pfarrei in dem kleinen Dorf zu leiten. Danach wollten sie in die Stadt ziehen, doch aus den Jahren wurde gefühlt ein ganzes Leben. Während er in seiner eigenen Welt lebt und das Dorf genießt, bleibt ihr Unglück unbemerkt. Als sie die Chance erhält, ihren Bruder auf einer zweimonatigen Tagungsreise durch Europa zu begleiten, nutzt sie die Gelegenheit, um dem Dorf endlich zu entfliehen. Wie diese beiden Schicksale miteinander verwoben sind und wie es weitergeht, müsst ihr allerdings selbst herausfinden. Alle Bücher von Ewald Arenz kenne ich, und „Alte Sorten“ war für mich ein absolutes Highlight. Als ich hörte, dass auch dieses Buch wieder einen Hof als Schauplatz hat, war ich völlig begeistert. Dann wurde es mir sogar als sein bestes Werk angekündigt, und meine Erwartungen waren entsprechend hoch – vielleicht zu hoch. Denn die ersten zwei Drittel plätscherten für mich nur so dahin. Die Naturbeschreibungen sind zwar wunderschön und authentisch, aber nichts wirklich Neues. Erst das letzte Drittel konnte mich richtig fesseln. Es war so berührend, tiefgründig und intensiv, dass ich das Buch (und die Taschentücher) nicht mehr aus der Hand legen konnte. Zusammenfassend würde ich sagen, dass es ein gutes Buch ist. Das Ende hat mich versöhnt, der Schreibstil ist – wie immer bei Arenz – authentisch und lebendig. Er schafft es, einem das Gefühl zu geben, einen langen, heißen Sommer inmitten der schönsten Natur erlebt zu haben. Außerdem gab es kleine Flashbacks, die mich daran erinnerten, dass die Zeit vergeht. Wer von euch erinnert sich noch an die alte Ariel-Trommel, in der man früher Dinge aufbewahrte? 4-/ 5

Sie wohnen im Dorf gegenüber: Gertrud, die Frau des Pfarrers und Roberta, die nach Beendigung ihrer Schneiderlehre wieder ins Dorf zurückkehrt. Auf den ersten Blick haben sie nichts gemeinsam, doch in beiden schlummert eine Sehnsucht. Die Eine möchte unbedingt raus aus der Enge des Dorfes, der Enge ihrer Ehe. Die Andere fühlt sich verbunden mit dem Hof, der Arbeit auf den Feldern, möchte aber lieber Kleider entwerfen.
Ein wunderschönes Buch über Sehnsüchte und Pflichtgefühl, angesiedelt in den 70er Jahren. Aber auch ein Buch über Verlust und Mut.
Tragisch und wunderschön
Ewald Arenz beweist wieder einmal wie dicht Freud und Leid beieinander liegen und dass sowohl das eine als auch das andere zum Leben gehören. Zwei Leben , so unterschiedlich und doch so ähnlich. Es gibt wahrscheinlich nur wenige Autoren die so schreckliche Tragödien in so wunderschöne Worte fassen können.
Auch der neue Ewald Lorenz hat mich sehr berührt . Mit wunderbarer Sprache erzählt er die Geschichte von Gertrud und Roberta, überwiegend in zwei Strängen, die beide in ihrem Dorf gefangen sind. Unwissentlich verbindet sie das. Gertrud sehnt sich fort aus dem Dorf und aus ihrer schal gewordenen Ehe. Und dann ist da die junge Roberta, die drei Jahre in der Stadt eine Schneiderlehre absolviert hat, und in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Als einziges Kind wird sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern dringend gebraucht. Robertas wortkarge Eltern würden nie über ihre Gefühle sprechen, auch wenn sie ihre Tochter sehr lieben. Sie sind typische Bauern in den 1970er-Jahren. Alles in allem ist es ein typischer Arenz, der mir wieder gut gefallen hat. Vier Sterne gebe ich sehr gern.
🚜🏘️🐄 < 🎭 > 👗 🏙️👨🏻 Geniale Titelwahl von Ewald Arenz
„Wenn es sowas gäbe wie einen tanzenden Baum, dann wärst du das. Biegsam im Wind und voller Bewegung und dabei mit den Wurzeln tief im Boden.“ Nach „Alte Sorten“ hatte ich ein paar Probleme, in den „neuen“ Schreibstil reinzukommen. Ewald Arenz hat seinen Roman hier in den Anfang der 70er verortet und den Sprachduktus entsprechend angepasst. Leser mit Baujahr <1970 werden sich sofort wohl fühlen. 😃 Die Geschichte sowie die Entwicklungen der Charaktere machen insgesamt Freude. Die dramaturgischen Twists sind glaubwürdig. Die Titelwahl „Zwei Leben“ lässt sich am Ende des Buches auf verschiedene Metaebenen interpretieren. Kenner von Ewald Arenz werden die teilweise „olfaktorische Schreibweise“ wiedererkennen und lieben. Details in seinem Roman lassen sich wieder schmecken und fühlen. Man spürt den Wind, riecht den Sommer und fühlt die Wärme…und auch die Kälte. Mein Lieblingscharakter war der Opa. 👴🏻

Ruhig erzählte, aber intensive Geschichte!
Ewald Arenz erzählt seine Geschichte über zwei Leben ruhig, aber mit einer steigenden Intensität. Ich brauchte zwar etwas, um mich in den Schreibstil und die Geschichte einzufinden. Dann aber hat sie mich mit voller Wucht in den Bann gezogen. Lange hat mich eine Geschichte nicht mehr so mitgenommen und mitfühlen lassen wie diese. Absolute Leseempfehlung für all jene, die gern ruhig erzählte aber intensive Geschichten lesen.
Roberta kehrt auf den Hof ihrer Eltern zurück um Bäuerin zu sein und den Hof zu übernehmen. Sie träumt heimlich davon Kleider zu entwerfen und von weit entfernten Städten. Doch ihr Weg scheint vorbestimmt und auch damit hat sie sich arrangiert. Sie verliebt sich in Wilhelm, den Sohn des Pfarrers, der auf jeden Fall das Dorf verlassen will. Gertrud ist die Frau des Pfarrers, wohnt auf dem selben Dorf wie Roberta, ist aber mit dem Dorf nie so richtig warm geworden. Sie hat Fernweh und fühlt sich eingeengt. Es fällt ihr immer schwerer zu bleiben und schon bald muss sie Entscheidung treffen. Was für ein wunderbarer, warmherziger Roman. Von Beginn hat hat er mich verzaubert mit der einzigartigen und bildhafte Erzählweise von Ewald Arenz. Man hatte das Gefühl mit allen Sinnen auf dem Dorf zu sein, und die Sehnsüchte der Protagonisten waren deutlich spürbar. Auch die Geschichte hat so einige unverhoffte Wendungen zu bieten, die mich überraschten und mitfühlen ließen. Man musste einfach immer weiterlesen. Die Protagonisten sind menschlich. Bestechen durch ihre warmherzige und liebenswerte Art, tiefe Verwurzelung mit ihrem Dorf oder auch ihre Sehnsüchte nach einem anderen Leben. Den Opa hab ich ganz fest in mein Herz geschlossen. Große Empfehlung
Unglaublich berührend
Roberta und Wilhelm haben mich beide begeistert. Ein Buch welches wirklich zum Nachdenken anregt. Es hat mir unglaublich große Freude bereitet vor allem Roberta auf ihrem Weg und ihrer Entwicklung beobachten zu dürfen. Auch die ein oder andere Träne ist geflossen und ich war manchmal auch ziemlich traurig. Ein ganzes Sammelsurium an Emotionen. Ewald Arenz hat sich wieder einmal selbst übertroffen! Ein neues Lieblingsbuch ♥️





















































