Wilhelm Meisters Wanderjahre oder Die Entsagenden

Wilhelm Meisters Wanderjahre oder Die Entsagenden

Taschenbuch
2.75

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Beschreibung

Dem Bildungsroman Wilhelm Meisters Lehrjahre lässt Goethe 1821 eine in ihrem Reichtum an literarischen Formen und Reflexionen bis heute nicht ausgedeutete Fortsetzung folgen, in der er seinen Protagonisten gemeinsam mit dessen Sohn Felix auf Wanderschaft schickt. Die ereignisreiche Bildungsreise endet mit dem Entschluss Wilhelms, eine praktische Ausbildung zum Arzt zu machen und dem Wohl der Gesellschaft zu dienen.

Der Band bietet den Text der 1829 erschienenen vom Autor stark überarbeiteten Fassung sowie die einleitenden Gedichte und Sprüche der ersten Fassung.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
569
Preis
11.40 €

Autorenbeschreibung

Johann Wolfgang Goethe (seit 1782: von; 28. 8. 1749 Frankfurt a. M. – 22. 3. 1832 Weimar) hat als Lyriker, Prosa-Autor und Dramatiker Epoche machende Werke des Sturm und Drang und der Klassik mit europaweiter Wirkung verfasst. Von Herzog Karl August von Sachsen-Weimar für den Weimar Hof verpflichtet, wo er u. a. für das Theater zuständig war, prägte er in der Zusammenarbeit mit Schiller besonders die Epoche der Weimarer Klassik. Goethes Interessen erstreckten sich auch auf unterschiedlichste Wissenschaften, zu denen er umfangreiche Schriften beitrug.

Beiträge

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Erschöpfend langweilig. Gerne würde ich den Roman zusammenfassen, dies fällt allerdings schwer, da er nicht nur unnötig lang ist, sondern auch komplett handlungslos. Grob gesagt geht es um Wilhelm Meister, dem wir zuerst in seinen Lehrjahren begegneten, einem Buch, das als der Bildungsroman schlechthin gelobt wird und in dem der Protagonist sich vom reichen verwöhnten Bübchen zu einem ja, was eigentlich? - entwickelt. Goethe hielt seinen Charakter Wilhelm wohl für gescheit und gestaltete diese Fortsetzung, in der Wilhelm mit seinen Sohn auf Wanderschaft geht, allen möglichen alten und neuen Freunden dabei begegnet, Arzt wird und Natalie, seine Frau, vermisst und ihr entsagt. (Deshalb der Titel "Die Entsagenden"). Die Handlung allerdings ist schwach. Goethe verstieß hier gegen alle Regeln des Romans, er lässt seinen Protagonisten wandern, aber ziellos und ohne Sinn, ständig wirft er dabei lose Phrasen, Philosophien und Novellen ein, die das Lesen bloß noch erschweren. Vielleicht war Goethe den Meister selbst satt - das Buch hatte eine lange Entstehungsgeschichte- und warf nur noch hier und da sein eigenes Gedankengut ein. "Wanderjahre" zählt zu seinem Alterswerk und das macht sich bemerkbar, in Handlung und Charakterentwicklung. Zugegeben, das Buch selbst wirkte auf mich ein wenig senil. Zeitsprünge, Handlungsstränge wurden ausgelassen, vergessen und nie aufgeklärt, Mysterien entwickelt, über die danach nie wieder gesprochen wurde. Es war aussichtslos der Handlung zu folgen. Es hatte eher die Wirkung einer Ideensammlung oder viel mehr Anekdotensammlung, gespickt mit dem Gedankengut der Freimaurer. (Irgendwo in der Handlung wollen die Personen nämlich nach Amerika, um neues, gutes Land für ihre politischen Pläne zu finden.) Wer ein Buch über das gute, alte, deutsche Handwerk vor der Industrialisierung lesen will, für den ist "Wanderjahre" genau das richtige. Das Handwerk wird stets gelobt wie im vorhergehenden Buch das Theater und man ist sich einfach nicht sicher, worauf Goethe hinaus will. Seine Charakter geben nichts davon preis, sie sind weder beständig, noch originell, was den Leser nur verwirrt. Im Vergleich zu seinem Roman "Die Wahlverwandschaften", der viel eindeutiger war und auf etwas hinzulief, ist "Wanderjahre" ein buntes Puzzle - es fehlt nur eben das letzte, so wichtige Teil. Eigentlich schade. Zurecht eines der unpopuläreren Werke Goethes.

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