Vater Goriot

Vater Goriot

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Beschreibung

Balzacs Roman Vater Goriot thematisiert an einem nahezu alle Sozialschichten umfassenden Personenensemble sowohl den gesellschaftlichen Aufstieg als auch dessen Niederungen und Abgründe im Kontext der Restauration des beginnenden 19. Jahrhunderts. Balzac gewährt am Beispiel des früheren Nudelfabrikanten Goriot – der nur im Leben seiner Töchter lebt, im Gegenzug ausgenutzt wird und schließlich „wie ein Hund“ stirbt – einen Blick auf die ideelle Ausrichtung der Gesellschaft auf Ruhm, Macht, Schein des Dekors und den aufkommenden Kapitalismus, ein immer stärkeres Eindringen des Geldes in alle Lebensbereiche. Der emblematisch für Fortschrittsoptimismus und Rationalismus stehende ‚Streitwagen der Zivilisation’ überrollt und zerbricht das sich ihm in den Weg stellende Herz kurzerhand und deutet für den Leser unübersehbar schon zu Beginn des Romans Balzacs exemplarische Schreibweise und literarisches Selbstverständnis an. Die Besonderheit Balzacs Erzähltechnik liegt in ihrer stilistischen und perspektivischen Programmatik, die hauptsächlich auf einen auktorialen Erzähler setzt, der wiederum in einem Spannungsverhältnis zum zeitweise als Reflektorfigur auftretenden Protagonisten Rastignac steht. Der Erzähler ist zunächst vordergründig ein Übermittler einer als wahr proklamierten Geschichte, in der grenzenlose, ad absurdum geführte Vaterliebe letztendlich in einer auf moralische Unwerte wie Egoismus, Skrupellosigkeit, Eitelkeit und natürlich Geldgier gegründeten Gesellschaft in den Ruin führen muss.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Klassiker
Format
Hardcover
Seitenzahl
320
Preis
30.99 €

Autorenbeschreibung

Honoré de Balzac (* 20. Mai 1799 in Tours; † 18. August 1850 in Paris) war ein französischer Schriftsteller. In den Literaturgeschichten wird er, obwohl er eigentlich zur Generation der Romantiker zählt, mit dem 16 Jahre älteren Stendhal und dem 22 Jahre jüngeren Flaubert als Dreigestirn der großen Realisten gesehen. Sein Hauptwerk ist der 88 Titel umfassende, aber unvollendete Romanzyklus La Comédie humaine (deutsch: Die menschliche Komödie), dessen Romane und Erzählungen ein Gesamtbild der Gesellschaft im Frankreich seiner Zeit zu zeichnen versuchen.

Beiträge

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Alle
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Es zerriss mein Leserherz, zu erfahren, wie das Elend des Vaters Goriot seinen Lauf nahm. Der blind Liebende, der erst ganz zuletzt erkannte, in welchen Zustand und Kummer ihn seine unbedingte Liebe trieb. Doch, eine Bedingung gab es, eine Gabe forderte er - dass seine Töchter zuletzt an seiner Seite sind. "Die Welt geht zugrunde, wenn die Rechte der Väter mit Füßen getreten werden.", sagt er und schnürt mir mit seinem Seitenlänge Monolog die Kehle zu. Doch auch Rastignacs Entwicklung habe ich gespannt verfolgt. In ihm erkannte ich, nach Lesen der Biografie vor ein paar Wochen, viel von Balzac selbst. Mitreißend erzählt.

3

Sehr interessantes Buch

Das Buch habe ich auf Instagram gefunden, ich fand es irgendwie interessant, ein Buch zu lesen, von einem Typen, der all sein Geld verloren habe, da dies die Beschreibung vom Buch war. Ich bin also ohne jeden Gedanken an dieses Buch herangetreten. Erst hielt ich es für ein sehr schlechtes Buch aber es enthält ein sehr wichtigen Punkt, es kritisiert den Stellenwert von Geld in unserer Gesellschaft, dass finde ich sehr gut. Die Töchter lieben ihren Vater Goriot über alles, aber als er kein Geld mehr hat, sind die Kinder nicht mehr an ihm interessiert, das finde ich total traurig aber dennoch hat es mich zum nachdenken gebracht. Ich finde, das Buch muss man nicht gelesen haben, es ist schwierig zu lesen, da die Namen der Charaktere französischer Herkunft sind, was mich irritiert hat beim lesen und die Kritik an Geld wird in anderen Klassikern bestimmt auch besprochen, dennoch, wen jemand gezielt das Thema „Kritik an der Gesellschaft“ in einem Buch sucht, würde ich dieses Buch aufjedenfall erwähnen.

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Wer schon immer wissen wollte, wie es sich Anfang des 19. Jahrhunderts in Paris gelebt hat, der sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen. Balzac bildet hier ein Leben zwischen bürgerlicher Armut und dem Prunk der gehobenen Gesellschaft mit all seinen Schattenseiten ab, von denen die Oberflächlichkeit noch die geringste ist. Ja, die Sprache ist blumig, theatralisch, altmodisch und bewusst, sowie teilweise unfreiwillig, komisch, aber das Bild, das der Autor zeichnet ist in gewisser Weise zeitlos. Denn auch heute gibt es undankbare und nach Geld lechzende Kinder, Menschen, die der grundsätzlichen Auffassung sind, etwas Besseres zu sein und sich über jene, die sie als Pöbel bezeichnen, zu erheben trachten. Gesellschaft bleibt eben Gesellschaft. Etwas, das sich sicher niemals ändern wird. Einige der wortreichen, schwülstigen und über mehrere Seite reichenden Monologe und theatralischen Ausbrüche der Protagonisten haben mich herausgefordert, aber letztlich bleibt ein durchaus positives Lesegefühl zurück. Denn gerade einige der Dialoge sind wirklich verdammt gut und amüsant geschrieben! Anders, aber ein Werk, das sich den Namen Klassiker zurecht verdient hat.

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