Väter und Söhne

Väter und Söhne

Leder-/Kunstleder- oder Prachteinband
3.52

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Beschreibung

In seinem berühmten Roman entwirft Turgenjew ein faszinierendes Bild der russischen Gesellschaft in der Mitte des 19. Jahrhunderts: Anhand seiner meisterhaft gezeichneten Figuren gestaltet er den Gegensatz zwischen der Generation der liberalen 'Väter' und der rebellierenden, illusionslosen Jugend, für die er den Begriff 'Nihilisten' prägte. Auf einem Landgut versammelt sich eine illustre Gesellschaft, zwischen deren einzelnen Mitgliedern bald Konflikte hervorbrechen: die beiden adligen Brüder Kirsanow - der sanfte Nikolaj und der melancholische, vornehme Pawel -, Nikolajs Sohn Arkadij sowie dessen Freund, der junge 'Nihilist' Basarow. Es kommt zu erbitterten Streitgesprächen zwischen Pawel Kirsanow und Basarow, der jede Autorität ablehnt und die Aristokratie verachtet, welche allen gesellschaftlichen Veränderungen im Weg steht. Als jedoch die schöne, kluge Anna Sergejewna auf dem Gut eintrifft, wird Basarow von seinen leidenschaftlichen Gefühlen für sie aus dem Gleichgewicht gebracht.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Leder-/Kunstleder- oder Prachteinband
Seitenzahl
340
Preis
61.60 €

Beiträge

1
Alle
4

Ivan Turgenev hat subtile Charakterdarstellung im Sinne von show don't tell perfektioniert. Die Personen die diese Geschichte bevölkern, sind wunderbar vielschichtig ausgearbeitet sowohl männliche als auch weibliche Charaktere. Sie alle sind auf ihre Weise interessant und verschieden, Inbegriff für bestimmte politische Ansichten und Generationen aber doch zu vielseitig um als reiner Typ zu gelten. Im Gegensatz zu Dostojewskis Archetypen und Urgestalten, sind Turgenevs Figuren greifbarer und realer, der Stil erinnert mehr an Tolstoi wenn auch viel spielerischer, weniger ernst und weniger drastisch als dieser. Die Generationenkonflikte in Russland Mitte des 19. Jhd. waren mir in diesem Maße nicht bewusst. Tolstoi erwähnt in seinen Werken zwar auch die Landreformen, Abschaffung der Leibeigenschaft und ähnliches, jedoch konzentriert er sich mehr auf die politische und bäuerliche Seite. Er stellt weniger tiefgreifend wie Turgenev dar, was dieser Ideologieumsturz und die Reformen für unterschiedliche Schichten und Generationen bedeuteten. Die Reibungen zwischen den Idealen der Alten und den neuen Ideen der Jüngeren könnten so auch ohne Weiteres in die heutige Zeit passen. Turgenev porträtiert hier jedoch keinen simplen Kampf von alten, verbissenen Menschen gegen die unbelehrbare, naive Jugend. Seine Zeichnung ist viel tiefgründiger und vielschichtiger, so bemühen sich beide Seiten um ein gewisses Verständnis füreinander, auch wenn sie es nur schwer oder nicht finden. Am Ende muss derjenige gehen, für dessen Ansichten noch kein Platz ist, sinnbildlich für viele junge Menschen für die das russische Zarenreich keine Perspektiven mehr geboten hat.

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